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Lexikon S

Saale [AW 309]

Fränkische Saale, rechter bzw. nordöstl. Nebenfluss des Mains in Unterfranken.
Steinach liegt an der Saale, Hohn (nicht Höhn) - frühere Gemeinde, jetzt eingemeindet nach Bad Bocklet


Saaltochter [LL 130]
schweizerisch: Kellnerin, Serviererin, weibliche Servierkraft in Restaurants und Hotels


Saarlouis [AUS 23]
Stadt im Saarland. 1679 fällt Lothringen im Frieden von Nimwegen an Frankreich. Ludwig XIV. läßt Sarre-Louis zum Schutz der neuen Ostgrenze errichten. Vauban legt die Festungsstadt symmetrisch in Sternform mit sechs Bastionen an. (Man mache sich ein Bild bei den kaum veränderten Festungsanlagen von Neubreisach !) Der sechseckigen Grundriss bestimmt den Stadtplan der Innenstadt, 1887 geschleift, Wälle unter dem Namen Kasematte von der Gastronomie genutzt, wassergefüllte Gräben in die städtischen Grünanlagen integriert. Auf der Vauban-Insel, ehemaliges Demi-lune, Denkmäler für Marschall Ney und den Soldaten Lacroix. Im Großen Markt spiegelt sich die übergeordnete militärische Bedeutung wider, die Saarlouis zur Gründungszeit innehatte. Die geordnete Weitläufigkeit, die den Paradeplatz aus der verwinkelten Enge der Wohnviertel heraushebt, bestimmt diesen zum Wahrzeichen der Stadt. Geometrische Klarheit und weitläufige Ordnung üben Faszination aus. Die place d'armes als Teil eines geometrisch vollkommenen Gesamtkunstwerks von den Festungsbaumeister Vauban und Choisy konzipiert, bildet das Herzstück im königlichen Sechseck der Festung.



Sackuhr [SG 265]
(schwäbischer Dialekt) Taschenuhr


Säntis [NN 90]

mit mit 2.501,9 m höchster Berg im Alpstein (Ostschweiz) in den nordwestlichen Alpen (Appenzeller Alpen) bei Appenzell mit extremen Wetterbedingungen, die sonst nur im Hochgebirge üblich sind. Durch die exponierte, nördlich vorgelagerte Lage von weither sichtbare Landmarke. Vom Gipfel aus sechs verschiedene Länder sehen: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Frankreich und Italien.


Säuberungsaktionen [RS 190]
Militärische Massnahmen sollen 1942/43 das Problem der Aufständischen, insbesondere der Partisanen, in Kroatien endgültig lösen. Deutsche, italienische und kroatische Generäle beschließen, dass durch militärische Grossaktionen Titos Streitkräfte eingekreist und vernichtet werden. Durch die erste Aktion Anfang 1943 werden Titos Partisanen dermassen geschwächt, dass sie sich nach Montenegro zurückziehen müssen. Anschliessend im Sommer 1943 müssen die kommunistischen Aufständischen vor neuen Angriffen die Flucht ergreifen und weichen mit ihrer Hauptkraft in Eilmärschen nach Nordwestbosnien aus. Die Partisanenarmee hat etwa die Hälfte ihrer Mannschaften, ausserdem die meisten ihrer schweren Waffen durch die Angriffe verloren. Der Verlauf der Kämpfe hat indes klar aufgezeigt, dass die unter dem Oberbefehl Titos zusammengefassten Partisanenkräfte straff organisiert sind, geschickt geführt werden und über eine erstaunliche Kampfmoral verfügen.
Die beiden Militäraktionen haben ihr Ziel verfehlt. Die Besatzungstruppen sind dem zermürbenden, von den Partisanen raffiniert geführten Kleinkrieg in den unwirtlichen Gegenden Bosniens und Montenegros nicht gewachsen. Der Misserfolg der "Säuberungsaktionen" bedeutet eine starke Demoralisierung der deutschen und mit ihnen verbündeten Verbände. Nach Abzug der eigenen Truppen aus den eroberten Gebieten gewinnen die Aufständischen wieder an Boden, und die erlittenen Verluste vermögen sie durch neuen Zulauf zu kompensieren.



Sailor's Reading Room [RS 114]



siehe auch bei Wege


Saint Vinage [NN 21]
Heilmittel der Antoniter gegen das Antoniusfeuer , nämlich Wein mit Kräuterzusatz, in den an Christi Himmelfahrt die Gebeine des Hl. Antonius getaucht worden waren. Wein damals gängiges Mittel zur Wundreinigung zur äußerlichen Anwendung. Zusatz wohl Mischung aus 14 Kräutern, die schmerzstillende, entkrampfende, desinfizierende, durchblutungsfördernde und sedierende Wirkung hatte.


Salander-Roman [LL 102ff.]
siehe


Salbaderei [AW 53]
Salbader = (umgangssprachlich) alltäglicher Schwätzer, welcher andern mit unerheblichen Erzählungen lästig wird; Quacksalber, wohl eigentlich ein unreinlicher Bader, der seine Kranken mit Salben kuriert. Daher die Salbaderei, sowohl ein langweiliges, ekelhaftes Geschwätz, als auch Quacksalberei.


Salins-les-Bains [AW 65ff]
französische Stadt im Département Jura mit etwa 3.000 Einwohner im Tal der Furieuse, etwa 350 m Höhe über NN (Fort Belin im Osten 604 m). Elegantes und mondänes Kurbad mit Hotels, Promenaden und Casino entstand bis etwa 1870. Mit dem Deutsch-Französischen Krieg, in dem Salins von preußischen Truppen besetzt wurde, endete Kaiserreich, der Abstieg des Ortes beginnt, 1962 Saline geschlossen, die Kurgäste bleiben aus. Mittelpunkt der Wirtschaft bis zur Schließung 1962 die Saline, seit 1966 in städtischem Besitz. Mit der dort gewonnenen Sole Kureinrichtungen, wie etwa Thermalbad betrieben. Saline zu besichtigen: Unterirdische Stollen aus dem 13. Jahrhundert mit romanischen Bögen vollständig erhalten, auch die technischen Einrichtungen wie Pumpe, Abwassersystem von salzigem Wasser (Sole) und Süßwasser (zum Antrieb der Pumpe), restliches Gelände Grünanlage.
Fort Belin, trat an die Stelle einer mittelalterlichen Burg, die wiederum die Stelle eines gallo-römischen Heiligtums einnahm. Die Festung mit gutem Blick auf die Stadt.


Salins

Furiese

Saline
Lage


Salle, Kirche von [AUS 196]
Die Kirche von Salle ist angeblich die letzte Ruhestätte der unglücklichen Anne Boleyn, der zweiten der sechs Ehefrauen König Heinrichs VIII., Mutter der späteren Königin Elisabeth I. Wegen angeblichen Ehebruchs (Blutschande mit dem Bruder) und Hochverrats 1536 enthauptet, will die Legende wissen, dass ihre Leiche unter dem Schutz der Dunkelheit in einem namenlosen Grab hier bestattet wurde. Paradox ist, dass die vermutlich größte und schönste Kirche von Norfolk in einem der kleinsten Dörfer steht.





Salle des pas perdus [AUS 8ff]
die Bahnhofshalle, siehe Zentralbahnhof Antwerpen ">


Salle Schmidt [AW 132f.]



Samaria [AW 158ff]
(Name der Anstalt in Ithaca, siehe )
Israelitischer König Omri gründet neue Hauptstadt Samaria, zerstört durch die Assyrer 722/21 v. Chr., seitdem Zentrum der assyrischen, dann babylonischen und persischen Provinz Samerina.
Ehemalige Kreuzfahrerkathedrale (St. Johannes) heute Moschee (!), wo Johannesgrab verehrt wird.


Salome [SG 276]
Flavius Josephus zufolge der Name einer Tochter der Herodias. Später mit der in den Evangelien erzählten Geschichte des Todes Johannes des Täufers in Zusammenhang gebracht. Herodes Antipas heiratet in zweiter Ehe seine Schwägerin Herodias. Diesen Umstand kritisiert Johannes der Täufer, was laut Neuen Testament zu dessen Ermordung führt.In den Berichten kommt der Name Salome zwar nicht vor, sie bilden aber Basis der späteren Salomelegende:

Herodias begehrt den Tod des Johannes, doch Herodes weigert sich, diesen töten zu lassen. Anlässlich einer Geburtstagsfeier des Herodes, der viele Würdenträger beiwohnen, führt die Tochter der Herodias einen Tanz auf, mit dem sie die Anwesenden derart in Verzücken versetzt, dass Herodes ihr schwört: "Um was du mich auch bitten wirst, ich werde es dir geben bis zur Hälfte meines Reiches" (Mk 6,23 EU). Das Mädchen fragt ihre Mutter, was sie sich wünschen soll, und diese flüstert ihr das eigene Begehren ein. Sie soll den Kopf des Johannes verlangen. Diesem Wunsch kann sich Herodes Antipas "um der Eide und um derer willen, die mit zu Tisch lagen" nicht verweigern. Er lässt Johannes köpfen und das Haupt auf einer Schüssel zu der Tänzerin bringen.


Salomon [RS 322]
König Salomo bzw. Salomon nach der Bibel im 10. Jahrhundert v. Chr. Herrscher des vereinigten Königreichs Israel. Unter ihm erster israelitischer Tempel in Jerusalem erbaut, dritter König nach König Saul und König David.


Sambre-Maas-Armee [CS 245]
Von 1792 bis 1815 finden kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und seinen europäischen Machtrivalen statt. Die Konflikte, hervorgerufen von der Französische Revolution, die sogen. Koalitonskriege beenden die Zeit der Kabinettskriege, in der Folge halten französische Truppen einige Gegenden dauerhaft besetzt.
Wechselnde Bündnisse (Koalitionen) europäischer Mächte führen auf verschiedenen Schauplätzen mehrere (teils ineinander übergehende) Kriege gegen die Französische Republik (und später das Kaiserreich Napoleon Bonapartes und dessen Verbündete). Die Sambre-Maas-Armee kämpft in den sogen. Revolutionskriegen (1792–1802)
Am 26. Juni 1794 erringen die französichen Truppen in der Schlacht bei Fleurus einen entscheidenden Sieg über Österreich. Die Stellungen der Alliierten in Flandern brechen zusammen und die französischen Armeen überrennen im Winter 1794/95 die Österreichische Niederlande und die niederländische Republik. Mit der zweiten Schlacht von Aldenhoven am 2. Oktober 1794 wird die letzte österreichische Bastion gewonnen und die Eroberung der linken Rheinseite erreicht. Am 29. Juni 1794 werden die Ardennenarmee und der rechte Flügel der Nordarmee und der linke Flügel der Moselarmee zusammengelegt, am 29. September 1797 fusioniert sie mit der Rhein- und Mosel-Armee zur Deutschlandarmee.
Die Sambre- und Maas-Armee ist die bekannteste französische Revolutionsarmee, benannt nach der Maas und ihrem linken Nebenfluss, der Sambre. Die Infanterie hat 87 Bataillone mit 65.000 Mann und die Kavallerie 95 Eskadronen mit 11.000 Pferden bzw. Mannschaften
Die Sambre- und Maas-Armee erstürmt Tournai, Oostende, Brüssel, Maastricht und Aachen. 1794 beginnt sie mit der Belagerung der preußisch besetzten Festung Mainz. 1795 kämpft sie am Mittelrhein, dem Hunsrück und der Nahe. Am 6. September 1795 überquert die Armee erstmals bei Düsseldorf den Rhein und rückt bis zum Main bei Frankfurt vor. Am 28. Juni 1796 stößt sie erfolgreich bis Nürnberg vor. Bei Amberg schlagen die Österreicher die Sambre-und-Maas-Armee. Niederlagen beim Rückzug bei Würzburg und an der Lahn zwingen die Franzosen zur Aufgabe der rechtsrheinischen Eroberungen.


Sandlings [RS 265]
Sandlings Heath, einheimisch "Sandlings" genannt, leicht welliges Heidelandplateau vom Nordende Suffolks bis Ipswich. Diese Landschaft von Menschen und Schafen geschaffen; die sandigen, gutdurchlässigen sauren Böden entwickelten die charakteristischen Heide-Flora


Sandel [LW 11]
Sandel = Sandelholz, Handelsbezeichnung für von ganz verschiedenen Bäumen stammende Holzarten


Sandrart, Jochaim von [NN 10ff]

* Frankfurt am Main 1606 + Nürnberg 1688
Maler, Kupferstecher, Kunsthistoriker. Entstammt alter Familie aus Mons (niederländisch: Bergen)/belgische Provinz Hennegau. Lehre als Kupferstecher und Maler in Nürnberg bei Matthäus Merian und Peter Isselburg und in Prag bei Egidius Sadeler d.Ä., in Utrecht Schüler bei Gerrit van Honthorst. England- und Italienreise. Aufträge für Portraits und biblische Szenen in römischen Kirchen. 1635 Frankfurt am Main, 1637 Amsterdam. 1645 erbt Sandrart Schloss Stockau bei Ingolstadt, wo er sich niederläßt. 1649 Nürnberg. Porträts wichtiger Persönlichkeiten. Kunsttheoretische und -historische Hauptwerke: Die Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild und Malereikünste und Iconologia Deorum.


Sanella [SG 277]

Pflanzenmargarine seit 1904 auf dem Markt, erschien 1931 (Werbespruch "Sanella - die Feine, preiswert wie keine") in Form eines Würfels wieder auf dem Markt. 1948 2. Comeback, bis heute zum Backen, Braten und Kochen ideal geeignet


San Erasmo [SG 78]

Hauptort der größten Insel Sant'Erasmo in der Lagune von Venedig , dient vor allem der Versorgung der Stadt Venedig mit Gemüse. Von Venedig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Von San Erasmo mit Privatbooten Insel San Francesco del Deserto erreichbar, auf der sich ein Franziskanerkloster befindet.


San Francesco del Deserto [SG 78]

nördlich Venedig zwischen den Inseln Burano und Sant'Erasmo gelegen, gilt als eine der schönsten Inseln in der Lagune von Venedig. Ursprünglich Isole delle due Vigne, im Jahre 1220 vom aus Ägypten und Palästina zurückgekehrten Prediger Franz von Assisi wegen ihrer ruhigen Lage und der Möglichkeit, hier ein Leben in Frieden und Demut zu führen, als Wohnsitz gewählt. Dort, wo der Heilige seine erste bescheidene Behausung gebaut hatte (inzwischen die Insel San Francesco genannt), errichtet der Orden der Francescani Minori (Mindere Franziskaner, Minoriten) ein Kloster. Im 15. Jahrhundert aufgegeben, Verwüstungen und die Leere auf der Insel geben ihr den heutigen Namen "del Deserto". Dient als Pulvermagazin, 1858 kehren Franziskaner auf Wunsch der Österreicher wieder zurück, die die Insel dem Patriarchat von Venedig schenken. Siehe auch San Erasmo


Sanhedrin [LL 31]
oder Hohe Rat lange Zeit die oberste jüdische religiöse und politische Instanz und gleichzeitig das oberste Gericht. Vom griechischen Synhedrion (Versammlung, Rat) abgeleitet.


Sanmicheli, Michele [AUS 21]
* Verona 1484 + ebda 1559 Architekt der Spätrenaissance, neben Antonio da Sangallo d. J. der bedeutendster Festungsbaumeister seiner Zeit. Lernt in Rom bei Donato Bramante, arbeitet länger im Vatikan. 1528 im Dienst der Republik Venedig, vergrößert und verbessert fast alle ihre Befestigungsanlagen, läßt Lido erstmals befestigen (1535 - 1549). In Verona versieht er die alten Stadtmauern mit imposanten Toren, darunter die Porta Nuova. Dort auch die Paläste Bevilacqua und Pompei, in Venedig Palazzo Grimani. Zur Kirche Madonna di Campagna in Verona und zur Festung von San Andrea in der Hafeneinfahrt von Venedig liefert er Pläne. Seine Bauten prägend für kraftvollen Stil der Veroneser Paläste mit grobem Rustika-Mauerwerk im Erdgeschoss und manieristischen Elementen.

Landtor + Porta Terraferma in Zadar (1543)


San Saba [AUS 100]
Richtig "Risiera di San Sabba", ehemalige Reismühle in einem Vorort von Triest aus dem Jahr 1913, September 1943 bis 1945 KZ. Zuerst Gefängnis, seit Oktober 1943 Polizeihaftlager/KZ. In drei hohen Gebäuden (3, 4 und 6 Etagen hoch) werden Zellen, Lagerräume, Bekleidungs- und Schuhwerkstätten sowie SS-Quartiere eingerichtet. Der hohe Schornstein, in Kombination mit dem vergrößerten Ofen, wird zum Krematorium für tausende von Opfern. Die Krematoriumseinrichtung plant Erwin Lambert, "fliegender Architekt" der "Aktion T4". Er hat schon Gaskammern in den sechs Euthanasie-Anstalten in Deutschland und Österreich sowie in den drei Vernichtungslagern der Aktion Reinhard in Polen gebaut. Die Nazis "testen" das Krematorium am 4. April 1944 durch Verbrennung von 70 Leichen. Bis Frühjahr 1944 verhören und quälen die Deutschen in der Risiera etwa 25.000 Juden und Partisanen, 3.000 bis 4.000 von ihnen ermorden sie durch Erschießen, Erschlagen oder Vergasen. Lagerchef ist Oktober 1943 bis Mai 1944 Christian Wirth, SS-Obersturmbannführer; am 26. Mai 1944 bringen Partisanen Wirth um, Nachfolger wird SS-Obersturmbannführer Dietrich Allers bis April 1945, dessen rechte Hand Joseph Oberhauser ist. Ende April nehmen jugoslawische Partisanen Triest ein. Um alle Spuren zu verwischen, sprengt die SS Schornstein und Krematorium, die Mannschaft flüchtet und taucht unter.
"Risiera di San Sabba" ist heute Städtisches Museum, Ratto della Pileria 43.

Die an Türen und Wänden der Todeszellen von den Opfern hinterlassenen zahlreichen Inschriften und Gravierungen sind größtenteils ausgelöscht. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Triest etwa 5000 Juden. Nach dem Erlaß der Rassengesetze durch die Faschisten im Jahr 1938 und nachdem auch in Triest eines der berüchtigten "Zentren zur Untersuchung der Judenfrage" eingerichtet wurde, gingen viele Juden in die Emigration. Trotzdem gelang es den Nazis, mehr als 700 Triester Juden in die Vernichtungslager zu deportieren. Nur etwa zwei Dutzend von ihnen überlebten und kehrten zurück. In der Risiera wurden neben den aus Triest stammenden Juden auch viele in Venetien, Friaul, Rijeka und Dalmatien verhaftete Juden gefangengehalten und später deportiert.
Der Prozeß wegen in der Risiera di San Sabba begangener Verbrechen endete 1976, unter den Angeklagten Joseph Oberhauser, Bierbrauer aus München, und Rechtsanwalt August Dietrich Allers aus Hamburg. Bei dem Prozeß bleitb die Anklagebank leer: viele der Verantwortlichen richteten Partisanen hin, andere sind eines natürlichen Todes gestorben. Allers stirbt, Oberhauser verkaufte weiterhin Bier in München. Die Gerichte stellen keinen Auslieferungsantrag, da die Abkommen auf nach 1948 begangene Verbrechen beschränkt sind. Oberhauser wird zu lebenslänglicher Haft verurteilt, er stirbt 1979 mit 65. Simon Wiesenthal: Es ist nicht nur der Anspruch auf Gerechtigkeit, sondern es ist auch eine Frage der Aufklärung. Alle sollen wissen, daß Verbrechen wie diese nicht in Vergessenheit geraten und nicht verjähren. Jeder, der an einen neuen Nationalsozialismus oder an einen neuen Faschismus denkt, muß wissen, daß am Ende stets die Gerechtigkeit siegt. Auch wenn sich die Räder der Justiz langsam drehen.

Zum Museum und Roman Heldenfriedhof


Sansibar oder der letzte Grund [Luftkrieg und Literatur 133]
Roman von Aldred Andersch 1957 Pfarrer Knudsen
aus Rerik muss die Plastik, Lesender Klosterschüler aus seiner Kirche nach Schweden bringen lassen, da sie von den Anderen sonst geholt wird. Er fragt den Fischer Knudsen ihm zu helfen. Dieser weigert sich, weil er sich und seine Frau nicht in Gefahr bringen will. Zur selben Zeit befindet sich Gregor in Rerik, der dem letzten Parteigenossen in Rerik, nämlich Knudsen, das Fünfpunktesystem näher bringen soll. Als sich die beiden in der Kirche treffen, bemerkt Gregor den und ist sofort fasziniert von ihn. Als er dann noch erfährt, dass er in Gefahr ist, beschließt er, ihn nach Schweden zu bringen. Danach trifft er Judith, eine Jüdin, die ebenfalls nach Schweden will. Gregor beschließt, auch ihr zu helfen. Er überredet Knudsen, die Plastik nach Schweden zu schmuggeln. Heimlich fasst er den Plan, Judith mit auf das Boot zu bringen. Am Abend fährt Knudsen voraus und wartet bei dem vereinbarten Treffpunkt auf den Jungen, Gregor, die Plastik und die überraschend mitgebrachte Judith. Es kommt zur Auseinandersetzung zwischen Gregor und Knudsen, weil dieser Judith nicht mitnehmen will. Gregor übermannt Knudsen und so bringt dieser den Klosterschüler und Judith nach Skille.


Sanssouci [RS 215]
(frz.?ohne Sorge?), Hohenzollernschloss im östlichen Teil des gleichnamigen Parks in Potsdam. 1840?1842 durch Umbau und Verlängerung der zwei Seitenflügel erweitert. Herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen und Landschaftsgestaltungen vor dem geistigen Hintergrund der monarchistischen Staatsidee.





Saturn [NN 76]
[RS - Titel, 97]


Saturn ist nach Jupiter der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems, im Altertum der äußerste der bekannten Planeten. In ca. 10 Stunden rotiert er einmal um sich selbst, für einen Umlauf um die Sonne benötigt er 29,5 Erdenjahre. Mindestens 18 Monde zählt der Saturn, der größte heißt Titan; es werden immer neue entdeckt.
Um Saturn kreisen zahllose Klumpen aus Eis oder Gestein, die sich zu mehr als 1000 teils weit voneinander entfernten Ringen (das gesamte Ringsystem reicht ca.500 000 Kilometer in den Raum) gruppieren. Wenn alle 14,7 Jahre Saturn gegenüber Erde so geneigt ist, daß die Kante genau zu ihr zeigt, sind die höchstens 20 Meter dicken Ringe für das bloße Auge unsichtbar.
In der Astrologie steht Saturn für Durchhaltevermögen, Prüfung, Struktur und Begrenzung, ist männlich, von kalter Natur und wenig trocken. Der Planet soll schädliche, anhaltende Wirkung haben und gilt als Krankheiten verursachend, weshalb von ihm regierte Jahre kalt und feucht seien, besonders werden ihm langwierige Krankheit, dauernde Melancholie und Grübelei zugeschrieben.
Den Römern galt er als negative Seite der Sonne. In der dunkelsten Jahreszeit feierten sie zu seinen Ehren die Saturnalien, denn im Winter soll der Saturn versöhnlich gestimmt sein und eine Wiedergeburt der Sonne ermöglichen - erkennbar an den nach der Wintersonnenwende wieder länger werdenden Tagen und der bald zunehmenden Kraft der Sonne.
Siehe auch "Vom Saturn zum Ring" bei W. Wirth am Ende
Mythologie: Saturn in der Antike Gott des Ackerbaus, gilt als Symbol des mythischen Goldenen Zeitalters, der Saturnia regna. Nach Hesiod ist er der Sohn des Himmelsgottes Uranus und der Erdgöttin Tellus (vielleicht aber auch Gäa, die allerdings griechisch ist). Er kommt zu großer Macht, nachdem er seinen Vater überwältigt und kastriert. Eine Prophezeiung jedoch sagt voraus, dass er durch die Hand seines eigenen Sohnes entmachtet werden wird. Deshalb frißt Saturn alle seine Kinder, bis auf seinen sechsten Sohn Jupiter, den Saturns Gattin Ops auf der Insel Kreta versteckt hielt und Saturn an seiner Stelle einen in Kleider gehüllten Stein anbot (siehe auch Omphalos) (vergleiche mit Kronos, Rhea und Zeus). Nach seiner Entmachtung durch Jupiter flieht er zusammen mit Ops (sie entspricht der griechischen Rhea), der römischen Göttin des Erntesegens und der Fruchtbarkeit nach Latium, wo er von Ianus aufgenommen wurde. Als Dank lehrt er die Einwohner Latiums die Kunst des Ackerbaus.
Englischer Tagesname ?Saturday" bezieht sich auf ihn.
In der mittelalterlichen Astrologie steht Saturn - traditionell mit einer Sichel oder Sense dargestellt - für Unglück: Sorgen, Melancholie, Krankheiten und harte Arbeit, jedoch auch für Ordnung und Maß.


Saurau, Franz Josef Graf [UH 19]
1760 - 1832 österreichischer Politiker, stellt gemeinsam mit Wiener Polizeichef 1794 Schauprozesse gegen Gruppe von Demokraten auf die Beine, leitet die Untersuchungen, die zur Aufdeckung der Jakobinerverschwörung führen, mehrere Hinrichtungen, über 50 schwere Kerkerstrafen. Anklage basiert auf Interpretationen der Ideen der Angeklagten und Aussagen von Spitzeln
Seit 1795 Regierungspräsident von Niederösterreich, einer der wichtigsten Berater Kaiser Franz II. Gouverneur der Lombardei, Botschafter in Madrid, ab 1823 Oberster Kanzler und Leiter der Österreichischen Hofkanzlei. 1830 Botschafter in Florenz.
Bauftragte Joseph Haydn mit der Komposition der Kaiserhymne, Lied zu Propagandazwecken gegen die Französische Revolution und ihre Lieder, 1797 vorgestellt



Save [RS 121]


auch: Sawe, Sau, Sava, wasserreichster Nebenfluss der Donau.
Zunächst ostsüdostwärts über Kranj bis zur slowenischen Hauptstadt Ljubljana, dann ostwärts. Etwa 130 km östlich von Ljubljana durchfließt die Save Kroatiens Hauptstadt Zagreb. Ab hier etwas mehr in südöstlicher Richtung. Ab dem Zufluss der Kupa in Sisak schiffbar.
Ab dem Zufluss der Una (dort der Ort Jasenovac bildet dder Fluss die Grenze zwischen Bosnien und Herzegowina (überwiegend dessen Landesteil Republika Srpska) sowie Kroatien, er mündet im serbischen Belgrad in die Donau.
Bis zu ihrer Mündung in Belgrad markiert der Fluss laut der am häufigsten angewandten Definition die Nordgrenze der Balkanhalbinsel.


Saw, Anthony Batty [RS 19f]
Chirurg, Verfasser des Artikels über Thomas Brown im Journal of Medical Biography


S-Bahn [LW 93]
S-Bahn Berlin siehe Pergamon & Bodemuseum


Scandal [RS 241]

Edward Fitzgerald was a man of the sea, and loved to meet and drink with the local fishermen. This was his boat The Scandal, in which he travelled to Europe as often as he could. Sometimes he lived on the boat for months at a time, only returning to the land when winter set in and he was forced back to his lodgings or to Little Grange.


Scardanelli [RS 217]
Hölderlin kommt 1807 in die Pflege des Schreinermeisters Zimmer. 36 Jahre lang, die Hälfte seines Lebens, wird er im Haus am Neckar wohnen, als »stiller Gast am Herd«. Seit 1806, nach 231tägigem Zwangsaufenthalt in der Tübinger psychiatrischen Universitätsklinik, dem »Clinikum«, ist er vor der Welt »entmündigt«. »Ich, mein Herr, bin nicht mehr von demselben Namen«, begrüßt er künftig seine Besucher und stellt sich als »Killalusimeno«, »Buonarotti«, »Scardanelli« vor, seinen bürgerlichen Namen verleugnend.


Schabbesleuchte [AW 314]

Schabbes, der jüdische Sabbat. Von der Decke hängende Sabbatlampen aus Messing, in Süddeutschland einst weit verbreitet, im Mittelalter „Judensterne“ genannt.
Der Sabbat beginnt damit, dass die Mutter die Sabbatkerzen in der Mitte des Tisches entzündet, wenn die Dämmerung am Freitagabend anbricht und der Tag in den Abend übergeht. Die Mutter hebt die Hände gegen diese Lichter und spricht den Segen.


Schäfer, Wilhelm [LL 12]
1868-1952, Schriftsteller.
Vorwiegend Kurzgeschichten und Anekdoten nach dem Vorbild Kleists und Hebels. 1922 die ?deutsche Volksseele? glorifizierendes Buch Dreizehn Bücher der deutschen Seele, populärster völkisch-nationaler Autor der Weimarer Republik und der Nazizeit.
Lehrer, Reisen nach Paris, Zürich und München. Mai 1933 Ehrensenator der Deutschen Akademie der Dichtung, identifiziert sich mit der Nazi-Ideologie und wirkt, obwohl selbst nicht Mitglied der NSDAP, bereitwillig an Formulierung und Propagierung der Ziele der NS-Kulturpolitik mit, von Adolf Hitler hoch geschätzt, 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Schriftsteller aufgenommen.


Schattenrain [LL 45]
Hügelzug zwischen Ins und Lüscherz/Schweiz am Bielersee, siehe


Schatzkästlein des rheinischen Hausfreunds [LL 5]
"Der Rheinische Hausfreund" ist ein lutherisch-badischer Landkalender. 1811 Veröffentlilchung der interessantesten Kalendergeschichten in einem Sammelband "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes". Der allemannische Mundartdichter Hebel erzählt darin Neuigkeiten im Geist der Aufklärung, Kurzgeschichten, Anekdoten, Schwänke und abgewandelte Märchen. Seine Geschichten sollen unterhalten, lassen den Leser aber auch eine Lehre aus dem Text ziehen. Der Pfarrer und Lehrer Peter Hebel ist Meister der kurzen Form. Schreibt Texte immer in einer pädagogischen, erzieherischen Absicht, als Parabeln für moralisch richtiges Handeln. Sie sind alles andere als moralinsauer oder pietistisch fromm und große Literatur geworden.
Anfang des 19. Jahrhunderts hat der Landkalender Absatzschwierigkeiten, Hebel ist Mitglied einer Kommission, die Verbesserungsvorschläge erarbeiten soll. Hebel wird Redakteur für den neuen Kalender, der den Namen "Rheinländischer Hausfreund" trägt, erstmals 1807 erscheint. Hebel selbst verfaßt in den 'lehrreichen Nachrichten und lustigen Geschichten' jedes Jahr etwa 30 davon und hat maßgeblichen Anteil am großen Erfolg des Hausfreundes. Die bekanntesten: 'Unverhofftes Wiedersehen' 'Kannitverstan'. Nach Ansicht Ernst Blochs ist Erstere 'die schönste Geschichte der Welt'. 1815 Streit, Hebels Kalendergeschichte 'Der fromme Rat' , von Katholiken als anstößig empfunden, aus dem Kalender entfernt.


Scheftelowitz, Isidor Isaak [CS 212]
* Sandersleben, Anhalt 1875 + Oxford 1934 Entdecker des alten Kölner Judenfriedhofs
Studium Königsberg und Berlin orientalische Sprachen und Religionsgeschichte Rabbinerexamen wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in der Berliner Staatsbibliothek. Studienreisen England 1909 Rabbiner der Synagogengemeinde Köln-Ehrenfeld. 1920 habilitiert für indische und iranische Philologie in Köln.1928 gründet er gelegentlich der Gemeindewahlen in Köln "religiöse Mittelpartei". 1923 Honorarprofessor für Sanskrit und iranische Philologie Universität Köln, 1933 Lehrberechtigung entzogen, an die Universität Oxford als Professor für indogermanische Philologie und Religionsgeschichte berufen. 1934 flieht er mit Familie nach England


Scheidegger, Luise [LL 122]
* 1843 Pianistin, Berner Arzttochter. Endlich ist es Keller gelungen - er ist inzwischen 46, ein Mädchen zu gewinnen, und diesmal kommt es sogar zu einer Verlobung. Aber vor der Hochzeit ertränkt sich das schwermütige Mädchen, und Keller nennt nie mehr ihren Namen.
Anfang 1865 lernt er Luise im Hause eines Zürcher Freundes kennen. Sie lebt in Herzogenbuchsee, ist dort als Pflegekind bei begüterten Verwandten aufwächst und erwirbt am Genfer Konservatorium das Konzertdiplom. Motiv Luises zum Suizid unklar: Sicher ist, dass sich die junge Musikerin zu dem Dichter hingezogen fühlte; anzunehmen auch, dass sie sich der Ehe mit dem in schonungslose Parteikämpfe verstrickten Politiker nicht mehr gewachsen fühlte, als ihr von Wohlmeinenden hinterbracht wurde, was dessen neue und alte Feinde ihm nachsagten: Trunksucht, Rauflust und Gottlosigkeit. Im Zwiespalt mit sich selbst und von ihrer Umgebung gedrängt, das gegebene Jawort zu brechen, mag der Freitod ihr als einziger Ausweg erschienen sein. Sieben Jahre trauert Keller um Luise bis er der Saaltochter Lina Weißert (1851–1910) einen Heiratsantrag macht, ohne zu wissen, dass diese bereits liiert ist. Lina weist das Ansinnen des inzwischen 53jährigen höflich-kühl zurück.


Scheuchzerhorn [AW 24]
siehe bei Zinggenstock


Schibboleth [CS 138]
hebräisches Wort ("Getreideähre") in der Bedeutung "Kennwort" oder "Codewort" verwendet. Hintergrund: Buch Richter 12, 5-6 der Bibel: Wenn ephraimitische Flüchtlinge sagten: Ich möchte hinüber! fragten ihn die Männer aus Gilead: Bist du ein Ephraimiter" Wenn er nein sagte, forderten sie ihn auf: Sag doch einmal Schibboleth". Sagte er dann Sibboleth, weil er es nicht richtig aussprechen konnte, ergriffen sie ihn und machten ihn dort an den Fluten des Jordan nieder. So fielen damals zweiundvierzigtausend Mann aus Ephraim.
Im Deutschen meist scherzhaft dazu verwendet, Nicht-Ortsansässige als solche zu identifizieren (am bekanntesten "Oachkatzlschwoaf")


Schiele, Egon [CS 180f]
* Tulln an der Donau 1890 + Wien 1918 österreichischer Maler des Expressionismus. Mit Gustav Klimt und Oskar Kokoschka bedeutendster bildender Künstler der Wiener Moderne. Kurze Aufenthalte im Geburtsort seiner Mutter Krumau (heute Ceský Krumlov) und in Neulengbach, wo er wegen angeblichen sexuellen Übergriffs gegen Minderjährige einige Zeit in Untersuchungshaft im Gefängnis verbringt

Krumauer Landschaft 1916


Schiff, David Tevele [AUS 410]

+ London 1791 Oberrabbiner des Vereinigten Königreichs und Rabbi der Großen Synagoge von London ab 1765. Mitglied einer berühmten und gebildeten Familie Frankfurt am Main. Maggid (Prediger) in Wien, Leiter des Beth Midrasch (Lehrraum in der Synagoge) in Worms und später Rabbinatsrichter in Frankfurt. Streit mit Meshullam Solomon wegen Oberabbinerstellung. Korrespondenz mit Bruder, Rabbi von Kopenhagen, gibt interessante Einblicke ins jüdische Leben im georgischen London. Begräbnisstätte Mile End/London


Schindergraben [SG. 82]
hier wird totes und todkrankes Vieh entsorgt, um der Entstehung von Seuchen und Krankheiten vorzubeugen; von Schinder (Abdecker)


Schiphol [RS 6] [Über das Land und das Wasser 100]

Flughafen von Amsterdam/Niederlanden


Schiwat Zion [CS 204f]
"Return to Zion/Shivat Zion" von 1921 Regie Yaacov Ben Dov, einer der bekanntesten Palästina-Filme aus dieser Zeit, Ergebnis der Absicht der zionistischen Führung, den Einfluss fremdsprachiger Filme so gering wie möglich zu halten. Man will in und außerhalb Palästinas eigene "jüdische-hebräischsprachige Filmproduktion" fördern, vorrangig didaktische Dokumentarfilme, in der Regel durch zionistische Gründungsfonds finanziert.


Schizophrenie und Sprache [CS 171]
dtv-Bändchen 1966
von Leo Navratil, siehe bei Herbeck


Schlacht bei Austerlitz [AUS 103ff]
auch Dreikaiserschlacht genannt, Kaiser Napoléon I. besiegt am 2. Dezember 1805 am Pratzeberg zwischen Brünn und Austerlitz die österreichischen und russischen Truppen unter Kaiser Franz II. und Zar Alexander I., exakt ein Jahr nach seiner Selbstkrönung zum Kaiser der Franzosen.
1805 unterzeichnen Großbritannien und Russland einen Vertrag zur Befreiung der Niederlande und der Schweiz. Österreich tritt der Allianz bei, nachdem Genua annektiert und Napoleon zum König Italiens ausgerufen ist. Napoleon bereitet die Invasion Englands vor, er hat 150.000 Mann bei Boulogne versammelt.
Angesichts der drohenden Übermacht von Großbritannien, Russland und Österreich muss Napoleon die Großmächte einzeln schlagen. Die mangelnde Abstimmung zwischen den Koalierten liefert ihm die ideale Gelegenheit: Nach kleinen Scharmützeln entlang der Donau gelingt ihm am 13. November die kampflose Einnahme Wiens. Napoleon verfolgt die zurückweichenden Russen in Richtung Brünn, er will die Entscheidungsschlacht, bevor sich die überlegenen Feindkräfte vereinen können, und bevor Preußen in den Krieg eintritt. Deshalb lockt er Russen und Österreicher durch geschickte Vortäuschung eigener Schwäche in die Schlacht von Austerlitz.
Am Abend des 1. Dezembers 1805 wandelt sich das bewölkt-bedeckte Wetter zu einer wolkenlosen Nacht. Am 2. Dezember herrscht dichter Bodennebel, der erst der legendären Sonne von Austerlitz weicht.
Das Schlachtfeld umfasst ein Quadrat von ca. 12 km Kantenlänge, das bestimmt wird durch zwei Verkehrsachsen:
Im Westen liegt die Nord-Süd-Verbindung von Brünn nach Wien (die einzige Nachschublinie Napoléons) und im Norden die Ost-West-Verbindung von Olmütz nach Brünn (die Anmarschrichtung der Russen). Ein südöstlicher Abzweiger dieser Straße führt zur Ortschaft Austerlitz, nach welcher die Schlacht benannt ist. Im Südwesten grenzen zwei sumpfige Teiche, welche teilweise zugefroren sind, das Schlachtfeld ab. Aus diesen fließt der Goldbach in nördlicher Richtung, bis er die Straße nach Olmütz kreuzt. Nordöstlich dieser Kreuzung befindet sich der Santon-Hügel, der Napoléon während der Schlacht als Hauptquartier dient. Im Süden, entlang des Goldbachs, befinden sich die kleineren Ortschaften Telnitz und Sokolnitz. Von Südosten nach Nordwesten erstreckt sich diagonal der schlachtentscheidende, sanft ansteigende Pratzeberg.


Mangelhafte Kommunikation und fehlende Hinterfragung der Pläne auf Seiten der Alliierten leiten die Niederlage ein.
Napoléon hatte seinen strategisch defensiven, taktisch defensiv-offensiven Plan bereits am Vorabend, am 1. Dezember 1805 um 20:30, seinen Generälen übermittelt. Seine 73.000 Mann starke Armee soll sich in der ersten Phase defensiv aufstellen, konzentriert am französischen linken Flügel (entspricht dem russischen rechten Flügel). Die Frontlinie bildete das V. Korps (19.200 Mann) unter Marschall Lannes, unterstützt von Marschall Murats Kavalleriereserve (5.600 Mann), dahinter das I. Korps (13.000 Mann) unter Marschall Bernadotte, die Grenadiere Oudinots (5.700) und die kaiserliche Garde (5.500 Mann) unter Marschall Bessières. Der rechte Flügel wird einzig vom IV. Korps (23.600 Mann) unter Marschall Soult gehalten. Auch auf dem rechten Flügel konzentriert Napoléon seine Kräfte links, indem er die beiden Divisionen St. Hilaire und Vandamme beim Dorf Puntowitz massiert aufstellte und einzig der Division Legrand, unterstützt durch die leichte Kavalleriebrigade Margaron, die Verteidigung der vom russischen Hauptangriff bedrohten Stellungen um Telnitz und Sokolnitz überträgt. Denn Napoléon weiß, dass Teile des III. Korps (6.600 Mann) unter Marschall Davout nach einem Eilmarsch aus Wien (120 km in 50 Stunden) am frühen Morgen eintreffen. Sobald seine rechte Flanke gesichert ist, will Napoléon die beiden massierten Divisionen Soults die Pratzen-Anhöhe erobern lassen und somit den Feind teilen.
Weiter siehe und


Schlacht von Esztergom [RS 231]
Esztergom = Gran, militärische Auseinandersetzung 1685 zwischen Heeren des Heiligen Römischen Reiches und des Osmanischen Reiches während des Großen Türkenkrieges (1683?1699). Die Schlacht nahe der heutigen Stadt Esztergom (Gran) endet mit einer Niederlage der osmanischen Truppen.


Schlacht bei Silistria [LL 18]

Im Russisch-Türkischen Krieg (1806–1812) - einer der vielen Kriege zwischen dem Russischen und dem Osmanischen Reich, endet mit dem Sieg Russlands und osmanischen Verzicht auf Bessarabien - belagern im September 1809 die Russen Sillistria (rum. Silistra) erst erfolglos, nehmen die Stadt aber am 30. Mai 1810 ein


Schlacht von Frankenhausen [NN 31]
siehe Frankenhausen


Schlacht von Sole Bay [RS 95f]
Erste Seeschlacht im dritten britisch-niederländischen Seekrieg .




Schlaffer, Hannelore [LL 27ff]

Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes. Ein Werk in seiner Zeit. Mit Quellen, historischen Kommentaren und Interpretationen. Johann Peter Hebel. Hrsg. von Hannelore Schlaffer Tübingen, Wunderlich, 1980
Hannelore Schlaffer (* 1939), deutsche Germanistin. Freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen


Schlesisches Tor [RS 263]

Station der Linie U1 der Berliner U-Bahn; einer der ersten Bahnhöfe der Berliner Hoch- und Untergrundbahn. Während der Aufstände am 17. Juni 1953 in Ost-Berlin und nach dem Mauerbau am 13. August 1961 konnten die Züge nicht mehr über die Oberbaumbrücke nach Friedrichshain zur Station Warschauer Brücke fahren, sondern endeten am Schlesischen Tor; heute fahren die Züge wieder durch.



Schleusenwärterhäuschen [LW 76]

Am Ludwigskanal 69 einstöckige Schleusen- und Kanalwärterhäuser nach einem Musterplan von Pechmann, korrigiert durch den Baukunstausschuss unter Leo von Klenze, dass sie "einen freundlichen und gefälligen Anblick gewähren". Die dazugehörigen Grundstücke zum Gemüseanbau und zur Tierhaltung für die dort lebenden Schleusenwärter und Aufseher, die für die Bedienung der Schleusen (im Schnitt für drei Schleusen), und Instandhaltung und Pflege des Kanals und seiner Anlagen zuständig.
Schleusenwärterhäuser u. a. Nürnberg-Worzeldorf, Burgthann, Sengenthal, Kelheim, Forchheim, Schwarzenbruck und Bamberg


Schlieben, Karoline von [LL 184]
auch Caroline, ist 1801 ein junges Mädchen in Dresden. Sie und ihre Schwester Henriette treffen zu diesem Zeitpunkt mit Heinrich von Kleist zusammen, der wohl mit Henriette ein Affäre hatte. Kleist korrespondiert mit beiden Schwestern. Friedrich Lose (1776 bis 1833) ein Landschaftsmaler, Zeichner, Kupferstecher und Lithograph arbeitet 1801 in Dresden und lernt Heinrich von Kleist und die Geschwister Henriette und Caroline von Schlieben kennen. Kleist und er reisen Ende jenes Jahres nach Paris und in die Schweiz. Klose hieratet später Caroline von Schlieben, die nach Vorlagen ihres Mannes und nach eigenen Entwürfen Radierungen von italienischen Landschaften und Stadtansichten malt. Beide leben und wohnen einige Zeit in Varese und Mailand, wo Lose in geistiger Umnachtung gestorben sein soll. Brief, in dem Kleist den 'Glückskranz' erwähnt, siehe dort


Schlüter, Wolfgang [LL 113f.]
deutscher Schriftsteller * 1948 Walter Benjamin Darmstadt 1993.


Schmidt, Arno [CS 70]
1914 - 1979 deutscher Schriftsteller mit kulturpessimistischer Weltsicht und angriffslustiger Gegnerschaft zur Adenauer-Ära. 1970 monumentales Hauptwerk Zettel’s Traum, Studie über Karl May u.a.


Schneewunder [NN 7, 28]

Grünewald arbeitete an dem Altargemälde, das der Aschaffenburger Kanonikus Heinrich Reitzmann in Auftrag gegeben hatte, von 1517 bis 1519. Reitzmann fühlte sich seit einer Errettung aus Todesgefahr der Gottesmutter besonders verpflichtet und gab das Schneewunder als Bildthema vor: die Legende, nach der Maria es im Hochsommer schneien ließ, um anzuzeigen, wo eine ihr gewidmete Kirche in Rom (Santa Maria Maggiore) gebaut werden sollte, geht auf ein erstaunliches meteorologisches Ereignis zurück: am 5. August 352 schneite es auf dem Esquilinhügel in Rom. Das nicht mehr vollständige Triptychon trägt den Namen "Maria-Schnee-Altar" (erhalten nur der rechte Seitenflügel, Freiburg/Br. Augustinermuseum), Zuordnung insgesamt umstritten.
Der links abgebildete Patrizier Johannes (Zeuge) soll Grünewald sein


Schneider von Pensa [LL 12]
Kalendergeschichte 1815 von Hebel nach der wahren Begebenheit des in Bretten geborene Schneider Franz Anton Egetmeyer, der sich als Schneider in Pensa niedergelassen und dort um badische Kriegsgefangene während der Napoleonkriege gekümmert hat


Schnitzler, Arthur [LL 119] [UH 13]
österr. Erzähler und Dramatiker


Schnurre, Wolfdietrich [CS 70]
1920 - 1989 deutscher Schriftsteller


Schocktherapie [AW 151, 163ff]
hier: Elektrokrampftherapie, auch Elektrokonvulsionstherapie oder Elektroschocktherapie. Medizinische Methode zur Behandlung psychischer Störungen. An den Kopf des Patienten werden zwei Elektroden angelegt, die kurzzeitigen elektrischen Strom oder Stromimpulse durch das Gehirn leiten, was zu Krampfanfall (wie Epilepsie) führt.
Ursprünglich ohne Narkose und mit Anschnallen des Patienten durchgeführt. Heute ca. fünfminütige Kurznarkose, mit Relaxantien alle Muskelbewegungen unterdrückt, um Verletzungen zu vermeiden.
Wirkmechanismus ungeklärt. Bestimmte psychiatrische Symptome reduzieren sich deutlich oder verschwinden ganz. Kontrovers, ob strukturelle Hirnschäden folgen. Viele Gegnern der Methode, einigen sehen Gedächtnisverlust als Ursache für die Verbesserung schwerer Depressionen nach der Behandlung an: Patient erinnere sich einfach nicht mehr der Faktoren, die zur Ausbildung der Depression geführt hätten. Untersuchungen in den USA: Mortalitätsrisiko vor allem für ältere Patienten 1:200.
Bis zur Elektrokrampftherapie in der Psychiatrie keine Behandlungsmethode (Psychoanalyse zeitaufwändig und oft erfolglos). Cerletti und Bini (Italien) entwickelten 1938 die Therapie (Vorbild die in den Schlachthöfen praktizierten Betäubung der Tiere durch Elektroschocks).
Im WK II "Kriegspsychose" bei Wehrmachts-Soldaten behandelt, um durch "alarmierendes Vernichtungsgefühl" missliebige Personen zu "erziehen". In den folgenden Jahren Therapie im starken Aufschwung bei allen psychischen Erkrankungen, weil kaum Psychopharmaka als Alternative zur Verfügung. Behandlungen ohne Narkose äußerst unangenehme Prozedur, vom Patienten als Kontrolle und Bestrafung empfunden (zum Teil vom Personal in diesem Sinn praktiziert). Weiteres Einsatzgebiet: Kampf gegen Homosexualität.
Methode bis etwa 1975 bei vielen Zuständen angewendet. Etwas Ernest Hemingway, der wegen schwerer Depressionen mit Elektroschocks behandelt wurde, klagte über Gedächtnisverlust. Die öffentliche Meinung (nicht zuletzt durch die etwa im Film Einer flog über das Kuckucksnest) zunehmend gegen die Behandlung. In 1970er und 1980er fast vollständig verschwunden, erlebt sie neuerdings erheblichen Aufschwung, besonders in den USA, England und skandinavischen Ländern.


Schönborngarten [AUS 235, 239]
Der zum Schönborn-Palais gehörende Schönborn-Garten wird von einem Lustschloss und dessen Arkaden dominiert.




Schönbornpalais [AUS 223]
(Schönbornský palác) auf der Kleinseite erbaut von Johann Blasius Santini-Aichl im böhmischen Spätbarock (er verbindet barocke und gotische Stilelemente = "barocke Gotik"). Im Palais residiert heute die Amerikanische Botschaft.
Direkt über der Einfahrt mietet sich Kafka eine 2-Zimmer-Wohnung, Na trzísté 15. Sie ist windig und feucht, völlig ungeeignet für den lungenkranken Kafka, aber hier stört ihn niemand, und er findet endlich Ruhe zum Schreiben.


Schönbuch [CS 246]
bei Tübingen, ein fast vollständig bewaldetes Gebiet südwestlich von Stuttgart, Teil des Keuperberglands, seit 1972 Naturpark, höchste Erhebung Bromberg 583m



schöne Rheinländerin [LL 122]
Betty Tendering (1831 —1902) Schwester der Salonnière Lina Duncker, wo Gottfried Keller 1853 bis 1856 in Berlin verkehrt und sich in Betty verliebt: Urbild des „Dortchen Schönfund“ in seinem Roman Der grüne Heinrich. Die hübsche Rheinländerin erwiedert die Neigung des Dichters nicht, was dazu beiträgt, dem ohnehin etwas schwierigen Gottfried Keller den Dunckerschen Salon, der ihm trotz aller Unkompliziertheit der Gastgeberin überdies zu vornehm ist, zu verleiden.


Schopf [SG 271, 279]
im bairischen und alemannischen Sprachraum: Schuppen


Schorsch [LW 77]
[NN 72 f.]

bayr. Georg, Vater Sebalds und seine Mutter Rosa oder Rosi Egelhofer, sind am 26. August 1943 in Bamberg gewesen, es existiert eine Photografie


Schreckhorn [AW 24]
siehe bei Zinggenstock


Schreber, Daniel Paul [Über das Land und das Wasser 54] [CS 243]

* Leipzig 1842 + ebda. 1911 Jurist und Schriftsteller Sohn des Pädagogen und Orthopäden Moritz Schreber (Namensgebers der späteren Schrebergärten), Gesundheitsfanatiker (erzieht seine Kinder mittels orthopädischer Geräte zu "gesunder" Haltung). Abitur an der Thomasschule, Jurastudium 1893 Senatspräsident am Oberlandesgericht Dresden. Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken 1903 nach Klinikaufenthalt wegen Dementia Paranoides. Fallstudie aus Sicht eines Psychosekranken (Basis für Freuds Aufsatz "Psychoanalytische Bemerkungen zu einem autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia Paranoides)" von 1911, hierüber Kontroverse der Psychiater William Niederland und Morton Schatzmann. Canetti Der Fall Schreber. Lothane: Schreber war dreifachen »Mord« unterworfen: dem »Seelenmord« durch seinen Psychiater Paul Flechsig, der seinen Patienten einfach in die Irrenanstalt verbannte anstatt ihn angemessen zu behandeln; dem »Justizmord«, begangen vom Anstaltsdirektor Weber, der die definitive Entmündigung Schrebers veranlasste und dem »Rufmord« Elias Canettis, der in Schrebers vermeintlicher Paranoia ein Modell für Hitlers psychische Disposition sah
siehe auch bei Tripp


Schrönghamer-Heimdal, Franz [LL 14]
1881-1962, Heimatdichter und Maler.
Bauernsohn, ab 1893 Humanistisches Gymnasium Passau, studiert nach abgebrochenem Theologie-Studium Architektur in München. Herausgeber des dritten Münchner "Musen-Almanach deutscher Hochschüler" 1904. Schriftleiter der Fliegenden Blätter, 1900 legt er sich den Künstlernamen ?Heimdal? zu, seit 1912 freier Schriftsteller. Zahlreiche volkstümliche Gedichte und Erzählungen, in deren Mittelpunkt die Menschen des Bayerischen Waldes stehen.
Während des Ersten Weltkriegs ?Kriegsaufsätze? und antisemitische Schriften, spricht sich für eine ?Gesundung der eigenvölkischen Verhältnisse? aus. Die Juden sollen aus Politik, Kunst und Kultur ausgegrenzt werden, fordert deutlich sichtbares Erkennungszeichen, das Juden in der Öffentlichkeit tragen sollen.
Von 1933 bis 1941 Chefredakteur des Altöttinger Liebfrauenboten. Kriegsdienst


Schroers, Rolf [CS 70]
1919 - 1981 deutscher Schriftsteller


Schultheiß, Michael[AW 331]
* 1911 + 1991 Metzgermeister in Steinach a. d. Saale


Schumann, Robert [AUS 305 ff.] [LW 52f] [UE 17]
* Zwickau 1810 + Endenisch bei Bonn 1856 deutscher Komponist, Pianist der Romantik, Ehemann von Clara Schumann, geborene Wieck. 1843 Konservatorium Leipzig (erfindet mechanisches Werkzeug, führt zur Sehnenscheidenentzündung mit nachfolgender Bewegungsunfähigkeit der ganzen Hand, Pianistenlaufbahn zunichte), 1844 Chorleiter Dresden, 1850 Städtischer Musikdirektor Düsseldorf (Demütigungen, Intrigen). 1854 Selbstmordversuch, Heilanstalt Endenich.
Werke: Papillons (op. 2 - durch Jean Pauls 'Flegeljahre' von Jean Paul inspiriert), Carnaval (1834 verlobte Schumann sich mit Ernestine von Fricken, vermeintliche Tochter eines reichen böhmischen Barons, aber lediglich nicht erbbrechtigtes Adoptivkind, Verlobung aufgelöst. Die von Frickens entstammen dem böhmischen Städtchen Asch; Ortsname Grundlage des Carnaval: meist am Anfang A-Es-C-H, in der zweiten Hälfte des Werks As-C-H), Kinderszenen (op.15 - aus kurzen Klavierstücken bestehender Zyklus von 13 Stücken nicht für Kinder, sondern die Kindheit aus Sicht eines Erwachsenen gespiegelt. Während der schweren Zeit, als er und Clara Wieck noch getrennt sind und der Hang zum Selbstzerstörerischem in ihm immer größer wird, weil die gemeinsame Zukunft mit der Geliebten ungewiss. Anscheinend verzweifelter Versuch, sich in frühere Zeit zurückzuträumen: das bekannteste Stück des Zyklus die "Träumerei", im "Der Dichter spricht" in wenigen Takten romantische Weltauffassung in konzentrierter Form)
Das Zitat "Gefühle ... sind Sterne ..." stammt nicht von Schumann, sondern Jean Paul vgl.


Schurmann, Maria von Urecht [RS 322]
Maria von Schürmann, auch van Schu(u)rman (1607 - 1678) niederländisch-deutsche Universalgelehrte, als ?Stern Utrechts? weithin bewundert für ihre Talente. Spricht und schreibt zehn Sprachen: Niederländisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Lateinisch, Griechisch, Hebräisch, Syrisch / Aramäisch und Äthiopisch, korrespondiert mit vielen Gelehrten, intensiver Briefwechsel mit Eleonora von Merlau und Johann Jakob Schütz


Schwabacher Type [NN 13]

Name erstmals vom Nürnberger Schreibmeister Wolfgang Fugger 1553 gebraucht, fast 100 Jahre nach Entstehung. Wohl schafft ein aus Schwabach stammender, aber in einer auswärtigen Druckerei (Nürnberg, Augsburg, Ulm) arbeitender Schrift- und Formenschneider die Type und Bezeichnung "Schwabacher" auf diese neue Schrift übertragen.
Die "Schwabacher" ist etwa von 1480 bis 1530 in Deutschland vorherrschende Druckschrift. Durch die volkstümlichen Dichtungen von Hans Sachs überall bekannt und beliebt. Vor allem durch die Reformation verbreitet. Wittenberg tritt als Druckstadt ebenbürtig neben Nürnberg, Mainz, Augsburg und Straßburg. Alle Werke Luthers und der anderen Reformatoren in der "Schwabacher" gedruckt.
Verliert dann an Bedeutung, mehr und mehr von der "Fraktur" verdrängt. Nur als Auszeichnungsschrift wegen kräftiger Wirkung weiter in Frakturdrucken verwendet. Im 19. Jahrhundert wieder zu neuem Leben erweckt, besonders durch die Schriftgießerei Genzsch & Heyse, die im Jahre 1835 die "Alte Schwabacher" in den Originalmatern herausbringt und 1876 die "Neue Schwabacher" entwarf. Die Schriftgießerei Gebr. Klingspor folgte 1900 mit der "Offenbacher Schwabacher", die sich großer Beliebtheit erfreut. Schriftkünstler Ehmcke (1916) und Schneidler (1918) schaffen neue Formen. Durch gute Lesbarkeit und ausdrucksvolle Schönheit bis zum heutigen Tage erhalten.
Erlass von 1941

Behauptung des Erlasses, dass Juden sich in den Besitz der Druckereien setzten, falsch. Wahrscheinlicher, dass Menschen in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten Schrift nicht lesen konnten.


Schwan [RS 318] [AW 190] [AUS 165]

Sternbild Cygnus, mit einer Deklination von etwa 30° bis 55°N (jedenfalls ist der Bildpunkt seines Zentrums nahe bei Delphi (nördliche Breite etwa 38°) oder dem Long Island Sound (nördliche Breite etwa 41° N) , so dass der Tagebuchschreiber Ambros es "lotrecht" über sich (anders als Cassiopeia ) sehen kann.
Sternenhimmel am 17.10.1987 über Norwich siehe


Schweiz [LL 5][CS 243]

Sebald Privatschullehrer am Internat "Institut auf dem Rosenberg" in St. Gallen/Schweiz geht von dort nach Manchester


Schweizer Banken [LL 108]
Verfahren um die Vermögenswerte jüdischer Opfer bei Schweizer Banken, kurz Swissbankclaims, Wiedergutmachungsprozess zur Entschädigung verlorener jüdischer Vermögen in der Schweiz in der Zeit von 1933 bis 1945.
1996 beginnt in den USA Diskussion über die Aktivitäten von Schweizer Banken während des Zweiten Weltkrieges. Reklamierte wird Entschädigung für das stillschweigende Einbehalten nachrichtenloser jüdischer Depot- und Kontenvermögen. Die Nazis hatten enteignete Vermögenswerte in Form von Schmuck, Kunst und Devisen in der neutralen Schweiz „umgeschlagen“.
Erst weigern sich die Banken, auf die Forderungen einzugehen (berufen sich auf Entschädigungszahlung von 1946/47 in Höhe von 250 Mio. Schweizer Franken (Pariser Reparationsabkommen, Abkommen über deutsche Vermögenswerte in der Schweiz (1946)) und Freigabe von 55.000 Konten; rechtskräftige Abweisungen weiterer Ansprüche vor deutschen und US-Gerichten in der Folgezeit; ungerechtfertigten Bereicherungsanspruch seitens der Holocaust-Organisationen auf erpresserische Weise sowie auf Rechtsunsicherheit, da weitere Ansprüche vor außeramerikanischen Gerichten weiterhin möglich wären) Schweiz selbst weist alle Ansprüche ab.
In der Folge Schweizer Produkte mit Boykott bedroht. Einigung der Schweizer Banken UBS und Credit Suisse in einem Verfahren vor dem U.S. District Court in Brooklyn, New York auf Globallösung in Höhe von 1,25 Mrd. US-Dollar.


Schwererziehbare [LW 30]
Anspielung auf Sebalds Zeit als Privatschullehrer am Internat "Institut auf dem Rosenberg" in St. Gallen


Schwester [CS 240]
Sebald hat zwei Schwestern: Gertrud * 1941 und Beate * 1951. Beide leben in der Schweiz


Schwimmschule am Moldauufer [AUS 227]
Die Schwimmschule war eine von Kafka häufig aufgesuchte öffentliche Flussbadeanstalt an der Sofieninsel (heute Slovanský ostrov) , die "Judeninsel" (heute Detský ostrov) liegt unmittelbar gegenüber am linken Ufer der Moldau.


Schwindel.Gefühle. [SG. 3]
Das 1994 erschienene zweite Werk des Schriftstellers W. G. Sebald


Scomber scombrus [CS 210]

wissenschaftlicher Name der Makrele, ein in Küstengewässern lebender Schwarmfisch, durchschnittlich 30 bis 50 cm lang, Alter bis zu 17 Jahre, fressen Plankton und Fischbrut von Heringen, Dorschen oder Sprotten, in den Küstengewässern Nordamerikas, der Nordsee, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Brutgebiete Irische See und am Westrand der Norwegischen Rinne. Anders als die meisten Fische keine Schwimmblase, wodurch sie einerseits ohne Druckausgleich schnell die Wassertiefe wechseln kann, andererseits aber auch ständig durch Bewegung für Auftrieb sorgen muss, um nicht zu versinken.
'Makrele' stammt aus dem Altfranzösischen (makerel), von dort ins Mittelhochdeutsche (makkerele) entlehnt (umstritten). Im Englischen 'mackerel' zum einen Bezeichnung für den Fisch, zum anderen früher wie im Französischen 'maquereau' auch für Zuhälter gebraucht (vergleiche niederländisch makelaar, deutsch Makler). Diese Homonymie Grund für den verbreiteten Volksglauben, die Makrele sei dem Hering bei der Balz als Kuppler behilflich.
Trotz möglicher selektiver Fischerei (da Makrelen in großen Schwärmen vorkommen) Bestände überfischt und unterhalb des Vorsorgeniveaus. Nordseebestand bereits seit 1970 auf sehr geringem Niveau. Bei der gezielten Fischerei nach Makrelen kaum Beifang, Meeresboden vom Fanggerät nicht beeinträchtigt. Makrele jedoch häufig durch andere Fischereien beigefangen, bedingt durch Fangbegrenzungen über Bord geworfen, minimale Überlebenschance.
Makrele gilt als guter Speisefisch. Fleisch ist rötlich, aromatisch, hoher Fettanteil (12%). In Süddeutschland und Österreich als Steckerlfisch zubereitet.
vgl.



Scott, Walter [LW 28]
* Edinburgh 1771 + Abbotsford 1832 schottischer Schriftsteller Historienromane


scrap-book [RS 237]
(engl.?Scrap?= Schnipsel, Stückchen) also Schnipsel eines Lebens oder eines Ereignis schön verpackt und gesammelt. Erste bekannte prominente Scrapbooker Königin Victoria von Großbritannien, Mark Twain. Sinn: Alben auf die besten Bilder reduzieren und mit Beiwerk in Szene setzen. Über kleine Texte und Anmerkungen die Geschichte zu den Bildern. Gesamteindruck versucht die Stimmung zum Zeitpunkt des Bildes zu vermitteln und so über das Abgebildete hinaus zu bewahren.


Scrovegni, Enrico [SG 100]
* Padua + Venedig 1336
Bankier, Kaufmann und Adlige
Er übernahm seines Vaters lukratives Geschäft und häufte ein Vermögen mit Geldverleih zu hohem Zins auf, eine Übung, die Kirche und Mitbürger für Sünde hielten. Der reiche Bankier, Kaufmann und Adlige kaufte das verfallene römische Amphitheater (Arena) in den Außenbezirken von Padua , um einen Familienpalast zu errichten und eine Kapelle im Gedenken an seinen Vater bauen zu lassen (Dante , in seiner Göttlichen Komödie verbannte Enricos Vater in den 7. Kreis der Hölle, reserviert für sündige Geldverleiher). Er verpflichtete die größten Künstler seiner Zeit wie Giotto zur Dekoration des Kapelleninnern. 1320 verließ er Padua und floh nach Venedig, wo er starb. Die Kapelle hat er im Glauben errichtet, sie sichere ihm einen Platz im Himmel.


Sealsfield, Charles [UH 12, 17ff.]

eigentlich Carl Anton Postl, 1793 - 1864 österreichisch-amerikanischer Schriftsteller (gerüchteweise Jude), Sohn eines Weinhauers und Dorfrichters; von der Mutter zum Geistlichen bestimmt, absolviert 1808 als Konventstudent des Ordens der Kreuzherren mit dem roten Stern den philosophischen Lehrgang an der Univ. Prag, studiert 1811-15 Theologie, besonders bei Bolzano , 1814 feierliche Profeß, 1815 Sekretärtariatsadjunkt, 1816 Priesterweihe und Sekretär des General-Großmeisters. Kontakte zu liberal-nationalen Kreisen sowie persönliche Gründe führen 1823 zur Flucht in die Schweiz, dann in die USA, wo er die amerikan. Staatsbürgerschaft und den Namen Ch. Sealsfleld annimmt. 1826 Rückkher nach Europa, politische Mittlerdienste zwischen USA und Frankreich und Österr. und Deutschland. 1826/27 als Journalist in London, 1827 erstes Buch unter Pseudonym C. Sidons; 1827-30 erneut USA, 1830 Redakteur „Courrier des Etats-Unis“ in New York. Nach der französ. Julirevolution Rückkehr nach Europa, u. a. Korrespondent in London und Paris, gehört zum Kreis um Kgn. Hortense der Niederlande. Ab 1832 - unterbrochen von zwei Aufenthalten in den USA (1837, 1853-58) - Gastbürger und Schriftsteller in der Schweiz. Wahre Identität erst aus dem Nachlaß erschlossen, in Einzelheiten noch immer ungeklärter Lebenslauf Anlaß zu Spekulationen. Beginnt als krit., polit. engagierter Journalist und Reiseschriftsteller mit didakt. Absichten, stilisiert Amerika zum Land der Zukunft, der Möglichkeiten und der freien Entfaltung des Individuums, dem die repressiven Staatsformen Europas als Kontrast gegenüberstehen. Demüht sich um Vermittlung eines Amerikabildes mit Anspruch auf Wirklichkeitstreue und verarbeitet große Mengen an zeitgeschichtlichen, geograph. und ethnograph. Fakten, schafft gelungene Naturschilderungen und lebensnahe Typen. Beeinflusst von Scott, Cooper und Chateaubriand, übertrifft Vorbilder in der gelungenen Synthese zweier Romantypen, des „Kontrasttyps“ und des „Annäherungstyps“, bes. in den „Deutsch-amerikanischen Wahlverwandtschaften“ und im „Kajütenbuch“; zum Helden wird das ganze Volk. Leistet frühen wichtigen Beitr. zur Entwicklung des Gesellschftsromans.


Sebald, W. G.

Winfried Georg Maximilian Sebald, * Wertach, Allgäu 18. Mai 1944 + Norfolk 14. Dezember 2001
Deutscher Schriftsteller .


Sebaldus von Nürnberg [RS 106 ff]

auch St. Sebald, Sand Sebolten. Namensvetter und -patron des Icherzählers.
Herkunft ungewiss. Soll aus königl. Geschlechte sein, Heimat Dänemark (Dacia, Dania). Name Sebald ("stark, tapfer auf der See") scheint Überlieferung zu bestätigen. Andere machen ihn zu Schotten, andere zu Franken (de Francis genitus). Angeblich Studien in Paris und Vermählung mit frommer, ihm ebenbürtiger Jungfrau, die er noch in der Brautnacht mit ihrer Einwilligung wieder verläßt. Nach manchen Überlieferungen lebt er schon im 8. Jahrhundert an der Stelle des Ortes Poppenreuth - heute ein Stadtteil von Fürth bei Nürnberg. Er lebt wohl tatsächlich als Geistlicher und Einsiedler im Reichswald - heute innerhalb des Stadtgebiets von Nürnberg. Nach Romfahrt als Glaubensbote vor allem in Franken. Soll mit seinem Schüler Dionysius barfuß nach Rom wallfahrten. Überquert auf seinem Mantel segelnd die reißende Donau, hilft einem armen Bauern bei der Suche nach seinen verloren gegangenen Ochsen, indem er seine Finger wie Lampen leuchten läßt. Auf der Rückkehr von dieser Pilgerfahrt soll er durch eine wunderbare Brotspeisung, die ihm ein Engel darreicht, Willibald und Wunibald gerettet und aus einem Weinfass getränkt haben, das sich auf wundersame Weise immer wieder füllt. In Rom vom Papst beauftragt, als Glaubensbote zu wirken, hält Sebaldus bei Vicenza Predigt, bei der ein lästernder Ketzer in einem Erdspalt versinkt, den er rettet. Einen Mann, der ihm gegen das Verbot der Heiden einen Fisch bringt und den sie deshalb blenden, heilt er. Ein Feuer entündet er mit brennenden Eiszapfen, was einen geizigen Wagner von seiner Habsucht befreit. Nach Sebaldus' Tod spannen sich Ochsen selbst vor den Wagen, um seinen Leichnam an die Stelle zu bringen, wo sein Grab sein soll; hier steht heute die Kirche St. Peter und Paul im Fürther Stadtteil Poppenreuth, bis ins 13. Jahrhundert Mutterpfarrei von St. Sebald in Nürnberg.
Sebaldus' Verehrung seit 1072 belegt, nachdem sich die Kunde von Krankenheilungen an seinem Grab ausbreitet. Wunder: Blinde werden sehend, Sündern wird vergeben; Sebaldus benützt seine Skeletthand, um lästerndem Soldaten Maulschelle zu verpassen. Sebaldus' Kopf bringt man zu erkrankten Schwangeren, von Pilgern zum Schutz vor gefährlichen Räuberbanden auf Weg nach Rom und von sturmgeplagten Seefahrern angerufen, damit er die tobenden Winde besänftige.
1361 bis 1372 die nach Sebaldus benannte Kirche in Nürnberg errichtet. Rat der Stadt fördert zielstrebig seine Verehrung als Stadtpatron und Symbol des Selbstverständnisses der Stadt. Peter Vischer , berühmter Nürnberger Erzgießer der Spätgotik, fertigt 1508 - 1519 das Bronzegehäuse für den Sarg des Sebaldus nach Entwurf von Adam Kraft. Das Hindurchschlüpfen unter dem Sarg heile Gebrechen.
Zum Sebaldusgrab
Papst Martin V. bestätigt 1425 nach zähen Verhandlungen auf Wunsch des Nürnberger Stadtrates die Verehrung. Attribute: Stab, Rosenkranz, Muschel. Patron von Nürnberg; des Viehs; gegen Kälte.
Bauernregel: Regnet es an St. Sebald, naht die teure Zeit sehr bald (Sein Fest 19. August.)
Besonderheit: Reliquien eines von der katholischen Kirche kanonisierten Heiligen in einer evangelischen Kirche aufbewahrt.


Sebaldusgrab [RS 106 ff]
siehe



Sebastian [NN 17]
* Mailand oder Narbonne, + Rom um 288
Römischer Soldat, christlicher Märtyrer. Heiliger der kath. Kirche .
In der Kunst - wie bei Grünewald - mit Pfeilen durchbohrt an einen Baum gebunden dargestellt oder an eine Geißelsäule.


sechste Posaune [NN 31]
Bibel, Offenbarung 9,13 - 21: Die sechste Posaune
Die Apokalyse des Johannes: Sie bestreitet das Gewaltmonopol des Staates und der Herrschenden und erlaubt in grandiosen Rachephantasien seinen Untergang zu feiern. Thomas Müntzer liest das als Rechtfertigung revolutionärer Gegengewalt. Zum Bösen, das alle unter seinen Befehl oder seine Verführung subsumieren will, gehören potentiell alle, zuerst aber die Mächtigen. Im Blutstrom des Untergangs, den sadistischen Orgien und kosmischen Katastrophen wird Gerechtigkeit hergestellt, nach der die geschundenen Existenzen dürsten. Über den bestialischen Aggressivitäten der Vision ist nicht zu vergessen, dass es sich um Aggression gegen die Aggression handelt, Krieg gegen den Krieg, wüste Naturkatastrophen gegen menschengemachte Katastrophen, orgiastische Untergänge erzeugen das Paradies.


16. Panzerdivision [CS 236]
Deutsche Wehrmacht im WK II:
21.08.1942: Stoßtruppen der 6. Armee erreichen nördlich von Stalingrad bei der Stadt Rynok die Wolga.
23.08.1942: Schwere Bombardierung Stalingrads durch die deutsche Luftwaffe
Die von Süden auf Stalingrad vorstoßende 4. Panzerarmee wehrt auf rechtem Flügel feindliche Angriffe ab, erreicht mit nach Nordwesten vorstoßenden Teilen die Bahnlinie beiderseits Bahnhof Tinguta. 6. Armee stößt mit 16. Panzerdivision über die Bahn Stalingrad-Prolowo nach Südosten vor, überschreitet Straße Stalingrad-Dubowka und erreicht am 23. 8. 17h Wolga, Infanteriedivisionen gehen aus den Brückenköpfen des Don nach Südosten vor. Stärkere Feindteile an der Bahn südlich der Vormarschstraße der 16. Panzerdivision. Im Norden mehrere Angriffe abgewehrt.
Bei Woronesch und im Raum südlich Jelez keine besonderen Kampfhandlungen.
Am Montag, 24. 8. entbrennen in Rynok und in der nördlichsten Industriesiedlung Stalingrads, Spartakowka, heftige Kämpfe. Von Norden her drohen starke sowjetische Panzerkräfte. In aller Eile Sperriegel. Meldung, dass Gegner die schmale Vormarschstraße abgeschnitten hat. General von Wietersheim (XIV. Panzerkorps) will den am Vortag eroberten Abschnitt wieder aufgeben, General Paulus verbietet kategorisch Rückzug.


Secret Weapopns Research Establishment [RS 276]
Obowhl die historischen und kulturellen Aspekte des Kalten Kriegs gut erforscht sind, blieben seine physischen Erscheinungen in England - Gebäude und Strukturen - weitgehend unbekannt. "England of the ...electric fence, of the high barbed wire around some unmentionable devilment... Barbaric England of the scientists, the military men, and the politicians". Jetzt sind die Überreste des Kalten Kriegs im schnellen Verschwinden begriffen, wie mittelalterliche Klöster und Festungsbauten vor ihnen - nur mit mehr begrenztem Umfang zur Wiedererweckung.
Umfassende Studie mit einer Vielzahl bis dato unbekannter Bilder: Cold War: Building for Nuclear Confrontation 1946-1989 (2005)

(Titelbild: Orford)


Seefelder-Haus [CS 247]

Geburtshaus Sebalds in Wertach, Grüntenseestraße 3 (Personen v.l.n.r: Großvater Josef Egelhofer, Mutter Rosa, Großmutter Theresia Egelhofer)


Seefelder, Ure [SG 233]
eigentlich Seefelder Urlrich, Eigentümer des Geburtshauses des Ich-Erzählers (wie Sebalds) in W. , gelernter Schmied, Maschinenhändler


Seekuh [NN 66]
Stellersche Seekuh siehe bei Steller


Seeland [LL 45, 131]

in der Schweiz: Gebiet zwischen dem Bieler-, dem Neuenburger- und dem Murtensee. Teil und Region des Drei-Seen-Landes. Früher grosses sumpfiges Überschwemmungsgebiet der Aare. Wichtigstes Gemüseanbaugebiet der Schweiz. Im Seelanmd Schweizerdeutsch wie Französisch gesprochen.


Seelenwecken [SG 77]
auch: Allerseelenbrot Allerseelenzopf Seelenbrot Seelenspitzen
Zutaten: 1 kg Mehl, 500 ml Milch, 30 g Hefe, 100 g Zucker, 200 g Butter, Prise Salz
Alle Zutaten müssen handwarm sein. Mehl in Schüssel sieben, Hefe in der Mitte des Mehles zerbröckeln, mit wenig lauwarmer Milch und 1 TL Zucker anrühren. Hefestück an warmer Stelle 15 Min gehen lassen. Zucker und Milch nacheinander zutun, zuletzt Salz und zerlassene, lauwarme Butter. Teig tüchtig abschlagen, bis zur Blasenbildung. Wieder an warmer Stelle zugedeckt gehen lassen. Schließlich werden die Teiglinge ausgelängt. Nach 3 oder 4 Gare (Stränge) werden sie zu einem Zopf geflochten. Allerseelenzöpfe sind etwa 30 cm lange Zöpfe aus feinem süßlichem Hefeteig. Die Teigstränge sind nur an den Enden geflochten, in der Mitte laufen sie parallel. Bei 220°C für ca 35 Min backen.


Seelig, Carl [LL 130ff]
1894-1962 deutschsprachiger Schweizer Schriftsteller und Mäzen. Bekant als Freund, Förderer und Vormund Robert Walsers und erster Biograf Albert Einsteins.
Sohn aus wohlhabender Familie, betätigt sich früh literarisch. Herausgeber verschiedener Anthologien und als stiller Teilhaber in einem Wiener Verlag Kontakt zu zahlreichen deutschsprachigen Schriftstellern.


Seeschlacht von Sole Bay [RS 6]
siehe


Seidenbau [RS 9, 324ff]
veralt. für Seidenproduktion. Seide feine Textilfaser, die aus den Kokons der Seidenraupe, der Larve des Seidenspinners, gewonnen wird. Sie ist die einzige in der Natur vorkommende textile Endlos-Faser. Ursprünglich wohl aus China und wichtige Handelsware, die über die Seidenstraße nach Europa transportiert wurde; auch heute Hauptanteil in China produziert, Japan und Indien weitere wichtige Erzeugerländer.


Seidentaft [RS 350]
Taft oder Taffet ein leinwand-(taft-)bindiges Gewebe aus Seide mit dichter Ketteinstellung, wodurch sich feine Querrippen bilden, Kette aus Organzin, Schuss aus Trame


Seidenvogel Bombyx mori [RS 9]
Seidenspinner oder Maulbeerspinner, ursprünglich in China beheimateter Schmetterling aus der Familie der Echten Spinner (Bombycidae). Mensch nutzt früh die Fähigkeiten der Raupen des Seidenspinners, der ?Seidenraupen?, zur Erzeugung von Seide. Durch die Verbreitung der Seidenherstellung (Seidenbau) heute auch außerhalb seines ursprünglichen Lebensraumes verbreitet, unter anderem in Europa. siehe


Seidenweber von Norwich [RS 9]
Ab 1565 kommen viele Weber nach Norwich, die in Holland und Belgien wegen ihres Glaubens verfolgt werden, die "Fremden" vermehren die Einwohner der Stadt auf rund 16.000 (1580). Im späten 16. Jahrhundert kommen erneut wegen ihres Glaubens verfolgte Weber nach Norwich aus den Niederlanden, die ihre Kanarienvögel mitbringen, und bald sind die Hobby-Kanarienvogelzüchter von Norwich berühmt.
Im 18. Jahrhundert Wollproduktion wichtigster Wirtschaftszweig in Norwich. Aus Fernost wird Tee, Seide und Porzellan importiert, und im späten 18. Jahrhundert wird immer noch Seide in Norwich gewebt. Während des 19. Jahrhunderts gehen Wollhandel und Seidenweberei rapide zurück.


Selbstbildnis eines unbekannten jungen Malers [NN 16ff]
Art Institute in Chicago .
Wegen des Monogramms M. N. mitunter als Selbstporträt von Mathis Nithart gedeutet.


Selenographie [AUS 152]
das zum Mond gehörige Analogon von Geographie


Seligmann [AW 127]
J. & W. Seligman & Co., gegründet 1846, US-amerikanische Investment-Bank von 1860 bis 1930 an der Finanzierung mehrerer großer US-Eisenbahnen in den 1870er Jahren sowie am Bau des Panamakanals sowie Standard Oil und General Motors beteiligt. Heute Seligman Investments.
1846 von Joseph S. und Bruder James S. in New York gegründet. Brüder Teilhaber alle in Baiersdorf/Deutschland geboren. 1865 ins Bankgeschäft New York, mit Londoner und Pariser Niederlassung.
Die acht Seligman-Brüder zeugten 36 Söhne


Seminargarten [AUS 223 ff]
Seminárská zahrada. Mitte des 17. Jhs. für den Karmeliterorden bei der Maria vom Siege gegründet. Namen erst Ende des 18. Jhs., als er zum erzbischöflichen Seminar gehört. Park an der Ostseite des Petrín-Hügels mit Obstbäumen, Felsen und Höhlen. Mit dem Nebozízek verbunden, einem kleinen Park mit einer Reihe von Gedenksteinen zwischen der Seilbahn auf den Laurenzihügel und der Hungermauer. Kapelle. Heute besonders im Frühjahr beliebter Ort für Spaziergänge. Sobald der Abhang üppig blüht, unternehmen Maler und Fotografen einen Generalangriff, Kinderwagen werden über den sorgsam geschnittenen Rasen geschoben, Hunde springen übereinander und Jugendliche besetzen im süßen Rausch der ersten Liebe die Bänke.





Sengle, Friedrich [UH 32]
1909 - 1994 Germanist, Studie über das dt. Geschichtsdrama, Nähe zum nationalsozialistischen Zeitgeist. Kritiker des dt. Irrationalismus und der einseitige Bevorzugung pathetischer und tragischer Literatur, statt dessen plädiert S. für Aufwertung des „genus humile“ und des ironischen Stils sowie für eine Erweiterung des Literaturbegriffs über die drei Gattungen hinaus auf die Lehr- und Zweckformen. Hauptwerk Biedermeierzeit


Separation [NN 9 ]
(lat. separare: "absondern") Abtrennung oder Absonderung, in anderen Zusammenhängen zusätzlich spezialisiert verwendet. S. der Geschlechter: Ontologische Geschechterdifferenz, grundlegende Zuschreibungen an Mann und Frau, häufig Bezeichnung der getrenntgeschlechtlichen Schulerziehung von Mädchen und Jungen.
Sebalds Text wohl auf die angebliche homosexuelle Neigung Grünewalds anspielend


Seríková [AUS 229 ]



Sethi, Sunil [CS 219 ]
indischer Journalist und Kolumnist, Fernsehreporter.


Sévigné [RS 237]
Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné * Paris 1626 ? Schloss Grignan, Provence 1696 Angehörige des französischen Hochadels. Als Autorin durch ihre Briefe bekannt, zählt zum Kreis der Klassiker der französischen Literatur
siehe


Shaanxi [RS 181]
Shensi. Shaanxi Provinz im Herzen Chinas 36 Mill. Einwohner. Während der Moslemaufstände wurden Millionen von Hui, aber auch zahlreiche Han getötet, der Großteil der muslimischen Gemeinden der Provinz war danach vernichtet oder geschwächt.


Shakespeare, Nicholas [CS 215ff]
* Worcester 1957 britischer Journalist und Autor studierte Literatur, Journalist bei BBC Television und Times. 1988 bis 1992 Redakteur beim Daily Telegraph und Sunday Telegraph. Romane "Die Vision der Elena Silves", "Der Obrist und die Tänzerin" 1999 Biographie Bruce Chatwins . Seine Werke versetzen Menschen in historische Situationen, so in dem Roman Der Obrist und die Tänzerin, die sich mit der Rolle Abimael Guzmáns beschäftigt, dem Anführer der peruanischen Rebellenorganisation Leuchtender Pfad oder "In dieser einen Nacht" spielt teilweise im Kalten Krieg in der DDR.


Shandong [RS 181]
Shantung, Schantung Provinz an der chinesischen Ostküste. Gebiet Kiautschou deutsche Kolonie (gem. Versailler Vertrag 1919 an Japan), heute einer der reichsten Provinzen Chinas.


Shansi [RS 181]
siehe Shanxi


Shantun [RS 181]
siehe Shandong


Shanxi[RS 181]
Shansi. Provinz im Norden Chinas 33 Mill. Einwohner (wegen der Lage westlich des Gebirges Taihang Shan der Name Shanxi = westlich der Berge)


Sharon, Ebene von [AW 202 ]

Nördlich des Negev erstrecken sich über eine Strecke von etwa 195 km entlang des Mittelmeeres drei fruchtbare Küstenebenen:
- Ebene von Judäa zwischen der Stadt Gaza und Tel-Aviv
- Ebene von Sharon zwischen Haifa und Tel Aviv-Jaffa
- Ebene von Zevulun nördlich von Haifa
Östlich davon 700-1000 m hohes Bergland aus Kalksteinen des Erdmittelalters, von Süden nach Norden: judäisches (), samaritisches und galiläisches Hochland


Shaw, Anthony Batty [RS 19]
Chirurg, Werke: "Sir Thomas Browne of Norwich (Breydon)" 1982, und "Norfolk & Norwich Medicine". Verheiratet seit 1954 mit Patricia Heckels (1928 - 2004), Chairman of the National Federation of Women's Institutes. Anthony und Patricia Batty Shaw zogen 1956 von London nach Norwich und mieteten ein Hause im Cathedral Close; später zogen sie nach Barford, in ein Dorf. "Wymondham Magistrates and Their Court House" von Patricia Batty Shaw (Autor), Anthony Batty Shaw (Autor), Anne Hoare (Illustrator). 1986 veröffentlicht Dr. Anthony Batty Shaw die Monographie "The Norfolk and Norwich Benevolent Medical Society 1786-1986"


Shensi [RS 176, 181]
siehe Shaanxi


Sibirischer Riesenkerbel [AUS 303]
unbekannt
gmeint evtl. Sibirischer Riesenbärenklau (Heracleum giganteum)


Siegfried [AUS 10]
in nordischen Sagen auch Sigurd, Sagenfigur verschiedener germanischer Sagenkreise, insbesondere der Nibelungensage. Übermenschliche Kräfte, Tötung eines Drachen (in einigen Sagenversionen mit Gewinnung eines Schatzes verbunden) Ermordung (im Nibelungenlied durch Hagen von Tronje) magische Requisiten (im Nibelungenlied Tarnkappe)
Niebelungenfilm siehe Fritz Lang


Sigismund [CS 68]
Hauptfigur im Turm, Trauerspiel von Hugo von Hofmannsthal siehe


Siloam, Teiche von [AW 207 ]

links: Der Schiloach-Teich (aus der Zeit um 1910), rechts: Rekonstruktion


Inschrift
"There is nothing picturesque about it, certainly. The crumbling walls, and fallen columns in and around it, give it an air of neglect." Touristenattraktion in Jerusalem ist der Tunnel Hiskias. Die unterirdische Wasserleitung gilt als Werk von König Hiskia (siehe Geschichte Jerusalems )
und als eine der technischen Meisterleistungen der Antike. Evtl. war er Teil umfassender Verteidigungsanstrengungen in Vorbereitung auf einen assyrischen Einfall, um für den Belagerungsfall die Wasserversorgung sicherzustellen. Der Tunnel windet sich von der Gihon-Quelle, nordöstlichen vor der Davidsstadt über 65 Meter zum Teich Siloam hinunter. Die "Siloam-Inschrift" lautet:
Der Durchbruch beim Tunnelbau. So wurde der Durchbruch geschafft. Als ... noch mit der Axt ... jeder in Richtung seines Kumpels ... Als die Trennwand drei Ellen dick war, hörte man, wie einer dem andern durch den Fels hindurch zurief. Denn eine Überschneidung gab es nach links und rechts. Beim Durchbruch hieben die Arbeiter mit der Axt, jeder auf den andern zu, Axt gegen Axt. Das Wasser floß von der Quelle 1200 Ellen bis zum Reservebecken. Der Fels über den Köpfen der Arbeiter war hundert Ellen hoch. (Vgl. auch Johannes 9, 7)


Simson [RS 109]



Sinai, Halbinsel [NN 99]

Landbrücke Ägyptens von seinem größeren afrikanischen Teil nach Asien, allgemein zum asiatischen Kontinent gezählt
Propheten, Heilige, Pilger und Krieger sieht die Sinai-Halbinsel im Lauf der Jahrtausende. Das 2. Buch Moses berichtet vom Auszug der Israeliten aus Ägypten, bei dem unter Führung Moses' das Volk der Israeliten die Wüste Sinai auf dem Weg nach Kanaan, dem gelobten Land durchwandert. Am Berg Sinai offenbart Gott dem Moses die Zehn Gebote. Ramses III., Alexander der Große, Napoleon Bonaparte und Salah el-Din durchqueren mit ihren Heeren die Halbinsel am Roten Meer.
Kartenauschnitt: Alexanderschlacht Aldtdorfers


Sizewell, Kraftwerk [NN 94 ] [RS 208, 294]

Kernkraftwerk beim Fischerdorf Sizewell im County Suffolk, bestehend aus Sizewell A und Sizewell B. A besteht aus zwei Magnox-Reaktoren, beide aus wirtschaftlichen Gründen nach 40 Jahren Betriebsdauer Ende 2006 abgeschaltet. Der Rückbau kostet schätzungsweise 1,2 Milliarden britische Pfund. Sizewell B einziger Druckwasserreaktor in England, errichtet zwischen 1988 und 1995, soll im Jahr 2035 abgeschaltet werden.



skrofulös [Austserlitz 299 ]
von Skrofulose (Halsdrüsengeschwulst), Terminologie veraltet. Seltenes Leiden, das vorzugsweise Kleinkinder befällt. Vielfältige chronische Entzündungen - etwa der Nasenschleimhaut, der Augenlider, der Bindehaut sowie der Halslymphknoten.


Slieve Bloom Mountains[RS 247]

irisch: Sliabh Bladhma, Mittelgebirge, höchste Höhe 527m, fast genau auf dem geographischen Mittelpunkt Irlands. Einsame wildromantische Natur, Wasserfälle, stille Wanderwege, erhabene Gipfel, (die eine seltsame, versunkene Stimmung ausstrahlen), bei Urlaubern und selbst Iren wenig bekannt. An klaren Tagen vom Arderin (Irish: Ard Éireann = "Irelands Gipfel") die höchsten Gipfel der vier alten irischen Provinzen auszumachen.
Das Gebirge ghört zusammen mit dem Massif Central in Frankreich zu den ältesten Gebirgen Europas, bedeutende Moorschneehuhn-Population.




Slowakei[CS 242]
Staat in Mitteleuropa, der an Österreich, Tschechien, Polen, die Ukraine und Ungarn grenzt, Hauptstadt und größte Stadt Bratislava, seit 2004 EU- und NATO-Mitglied, Eurozone. lange Zeit zur Habsburgermonarchie und ab 1867 zu Österreich-Ungarns gehörend. 1918 Teil der Tschechoslowakei bis 1992 (unabhängig 1939 bis 1945).
1938 verliert Tschechoslowakei in Folge des Münchner Abkommens große Teile ihre Staatsgebietes. 1939 erster slowakischer Nationalstaat, autoritärer Ständestaat, der sich für bedingungslose Kollaboration mit dem Dritten Reich einsetzt.
1948 übernimmt Kommunistische Partei der Tschechoslowakei die Macht. Stalinistische Diktatur, 1960er Jahre Liberalisierung, Prager Frühling, durch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes niedergeschlagen, dann Slowakische Sozialistische Republik und eine Tschechische Sozialistische Republik die Tschechoslowakei, November 1989 Samtene Revolution, unblutiger Sturz des kommunistischen Regimes


Smečka, Bartoloměj[AUS 214]
katholischer Priester in einem Dorf nahe Prag, der 1942 einem 16 jährigen Juden bei seiner Flucht vor der Deportation hilft (The Jews of Bohemia and Moravia, her: Wilma Abeles Iggers S. 365)


Smith, Frederick Edwin [RS 157, 159]
1. Earl of Birkenhead, * Birkenhead/Cheshire 1872 + 30. London 1930 britischer Politiker (Conservative Party), Jurist Unterrichtet Recht an Universität Oxford, 1899 Anwalt (Barrister) Gray's Inn (noch heute: die sogenannten F.E. Smith Birkenhead Award Scholarships) 1906 Abgeordneter der konservativen Partei für Walton, Bezirk Liverpool, im Unterhaus. Reputation als rhetorisch glanzvoller, in Repliken äußerst schlagfertiger Parlamentsredner. Innerhalb der Conservative Party energischster Führer des unionistischen Flügels der Partei, massiv gegen Unabhängigkeit Irlands. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges Pressebüro der Regierung: kriegsbedingte Zensur der Zeitungen. 1915 Solicitor General, dann Attorney General. 1916 Verurteilung und Hinrichtung des irischen Nationalisten Sir Roger Casement durchgesetzt, der wegen Waffenschmuggels der Verschwörung mit dem Kriegsgegner bezichtigt ist. Nach Abschied aus Politik Rektor Universität Aberdeen, Mitglied der Geschäftsleitung bei Tate & Lyle, High Steward Universität Oxford. Bekannt für exzesshafte Lebensart. Mit Winston Churchill gründet er Other Club, gilt als dessen engster persönlicher und politischer Freund


Sodiumglanz [AW 220] Elementares Natrium wurde erstmals 1807 von Humphry Davy gewonnen und nach seinem Vorkommen in Soda Sodium genannt. Diese Bezeichnung wird u. a. im englischen und französischen Sprachraum verwendet. Das häufig vorkommende glänzende Metall wird u. a. in Straßenleuchten mit Natriumdampf-Hochdrucklampen verwendet, erkennbar am typischen orange-gelben Licht


Sofieninsel [AUS 227]

Das Palais Sofín auf der kleinsten, zugleich schönsten Moldauinsel Prags, der Sofieninsel (von den Pragern schlicht ?ofín genannt), seit 1837 Zentrum des Prager Kultur- und Gesellschaftslebens. Zwischen 1885 und 1887 im Neurenaissance-Stil umgestaltet, in den 1930er Jahren kommt Gartenrestaurant und Musikpavillon hinzu, schöner Park. Ruhige, angenehme Atmosphäre, Rahmen für Bälle, Konzerte, exklusive Modeschauen, Konferenzen, Kongresse, Präsentationen und Ausstellungen







Sole Bay, Schlacht von [RS 95f]
siehe


Solingen, Messer [RS 120]

Solingen steht für Messer und Klingen. Die Stadt liegt zwischen zwischen Köln, Düsseldorf und Wuppertal. Solinger Messer sind bekannt in der ganzen Welt durch ihre Qualität, basierend auf alter und traditioneller Handwerkskunst- und geschichte. Schon im Frühmittelalter stellen die Solinger Klingen für Schneidwerk und Schwerter her, später unter dem berühmten Namen Solingen Messer. Die drei großen Säulen der Klingenherstellung Schmieden, Härten und Schleifen und die damit verbundene ausgefeilte Handwerkskunst mit langer Tradition und Geschichte, leisten ihren Beitrag dazu, dass Solingen Messer auch heute noch Anklang in aller Welt finden.
A srbosjek (literally "Serb cutter" in Croatian and Serbian) was a knife used by the Usta?e during World War II for the speedy killing of prisoners in the concentration camps of the Nazi-puppet Independent State of Croatia (NDH), most notably the Jasenovac concentration camp. The victims were Serbs, Jews, and Roma, imprisoned on 'ethnic' grounds, and significant numbers of Croats, imprisoned on the grounds that they were Partisan resistance members, or on the suspicion of taking part in anti-fascist activities.
Preferring to cut the throats of their concentration camp prisoners instead of gassing them, the Usta?e required a special tool. The knife was manufactured during World War II by German factory Gebrüder Gräfrath from Solingen-Widderit under a special order from the NDH government. Gebrüder Gräfrath was taken over in 1961 by Hubertus Solingen.

The upper part of the srbosjek was made of leather, as a sort of a glove, designed to be worn with the thumb going through the hole, so that only the blade protruded from the hand. It was a curved, 12 cm long knife with the edge on its concave side. The knife was fastened to a bowed oval copper plate, while the plate was fastened to a thick leather bangle. There was inscription "Gräwiso" on the leather part of the knife, and the knife was also known as the 'graviso knife' because of this. The blade was curved in order to make it easier to slit the throat of the victim, following the curvature of the neck.Thus, the Srbosjek knife was designed to kill as fast as possible and with as little fatigue as possible.
In the Jasenovac concentration camp competitions in speedy slaughter were organized by the Usta?e. The winner of one such competition, Petar Brzica slit the throats of 1.360 prisoners.


Somerleyton, Lord [RS 44]
Third Baron Somerleyton, Lord-in-Waiting to Her Majesty the Queen von 1978 bis 1991 und Master of the Horse, eine der drei Great Offices of State, ab 1991 bis zu seinem Ruhestand 1998.
Lord Somerleyton



Somerleyton Hall [RS 43ff, 206]

Landhaus im Dorf Somerleyton in Suffolk/ England, bemerkenswerter Park.
Die Geschichte von Somerleyton Hall geht bis in in die Zeit nach dem Normanneneinfall zurück. 1240 ersetzt Sir Peter FitzOsbert, dessen Tochter in die Jernegan-Familie heiratet, ein bestehendes Gebäude durch ein stattliches Landhaus. Die Jerngans halte das Haus bis 1604, als es John Wentworth kauft und in ein typisches East Anglian Tudor-Jakobinischen Herrenhaus verwandelt. Dann geht es an die Garney-Familie und dann an Admiral Sir Thomas Allin, einen geborenen Lowestofter, Teilnehmer der Schlacht von Lowestoft (1665) und der Schlacht von Sole Bay in Southwold 1672 . 1843 kauft es Sir Samuel Morton Peto und baut es umfangreich um. Behauener Caen-Stein wird benutzt, um die Außenmauer aus rotem Ziegelstein des Originalhauses zu verkleiden, teuerste Material innen und außen, Gemälde werden geordert, der Park komplett umgeplant und -gestaltet. Die hektischen Aktivitäten finden ein jähes Ende, als das Geld aus und Peto bankrott geht. 1863 erwirbt Sir Crossley, der Sohn eines Korbfabrikanten aus Yorkshire Somerleyton Hall. In der Hand der Familie ist es noch heute.
Siehe auch

Somerleyton ca. 1460

Somerleyton heute


Sommervakanz [RS 15]
veralt. Sommerschulferien


Sonnabula [AUS 261]
La sonnambula (Die Nachtwandlerin oder Die Schlafwandlerin), Oper von Vincenzo Bellini, 1831 in Mailand uraufgeführt


Sonnenfinsternis [NN 27] [AW 316]
Während der Sonnenfinsternis vom 01.10.1502 bewegte sich der der Kernschatten von Schottland südostwärts über Persien, den Indischen Ozean bis nach Borneo.

Manfred Rudolf, München

Die partielle Sichtbarkeit war in ganz Europa gegeben, im Kernschattenbereich war die Finsternis ringförmig. In Prag war um 07h49 Ortszeit die Bedeckung im Maximum 80% in einer Höhe von 13° über dem Horizont.
Kissingen um 1910: totale Sonnenfinsternis(AW 316)? Zweifelhaft


Sontag, Henriette [RS 245]
eigentlich Gertrude Walpurgis Sontag, 1806 - 1854, deutsche Opernsängerin. 1826 bis 1827 gastiert Sontag in Paris und sorgte bei jedem Auftritt für ein überfülltes Haus, wie bei ihrem Gastspiel in London, 1851 mit sensationellem Erfolg Tournee durch die USA


Sontag, Susan [LL 178]
[Auf ungeheuer dünnem Eis 249]
* New York 193 ? ebda. 2004
amerikanische Schriftstellerin, Essayistin, Publizistin und Regisseurin. Bekannt für ihren Einsatz für Menschenrechte sowie als Kritikerin der gesellschaftlichen Verhältnisse und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika. Während die Eltern in der Republik China sind, wird sie von Großeltern aufgezogen. Vater stirbt, als sie fünf Jahre alt ist, Mutter heiratete erneut; Name des Stiefvaters Sontag. Ab 1949 Studium der Literatur, Theologie und bei Leo Strauss Philosophie. 1950 Heirat mit dem Soziologen Philip Rieff. Gemeinsam Studie über den Einfluss von Sigmund Freud auf die moderne Kultur. Seit 1988 Beziehung mit der Fotografin Annie Leibovitz. Scharfe Kritikerin der Bush-Regierung, insbesondere des Irakkriegs.
Essays zur Ästhetik und Hermeneutik in Fotografie, Film, Literatur und Kunst. 1993 inszeniert sie während des Bosnienkrieges in Sarajevo das Theaterstück Warten auf Godot von Beckett. Platz vor dem Staatstheater nach ihr benannt.
S. brachte Sebald als Nobelpreis-Kandidaten ins Spiel


Sonthofen [AW 41ff]
Kreisstadt im Oberallgäu/Bayern. Stadtgebiet von 750 bis 1100 Meter über NN am Nordrand der Allgäuer Alpen. Durch die Stadt fließen Iller und Ostrach, etwa 70 km vom Bodensee und 150 km von München entfernt, südlichst gelegene Stadt Deutschlands. Ordensburg, 1935 von NSDAP errichtet, von Bundeswehr genutzt (Schule für Feldjäger und Stabsdienst). Im Zweiten Weltkrieg zweimal bombardiert. Seit 1963 Stadt
Lage


Sorgschrofen [SG 275]

1635 Meter hoher Berg in den Allgäuer Alpen. Hier treffen vier Gemeinden zusammen: Bad Hindelang und Pfronten (Deutschland), Jungholz (Norden, österr. Enklave) und Schattwald (Österreich)

Beliebter Wanderberg


Sotheby's [CS 218]
traditionsreiches Auktionshaus, 1744 vom Buchhändler Samuel Baker in London gegründet. Auf seiner erster Auktion verkauft er einige hundert wertvolle Bücher. Geschäftsfeld erweitert: Druckgraphiken, Medaillen und Münzen. Präsident Peter Wilson betreibt nach dem Zweiten Weltkrieg Internationalisierung des Auktionshauses. 1964 erwirbt Sotheby's das bedeutende amerikanische Auktionshaus Parke-Bernet, Sotheby?s größtes amerikanisches Auktionshaus. In Deutschland mit 6 Büros vertreten.


Soult, Nicolas Jean-de-Dieu [AUS 104, 401]
Nicolas Jean-de-Dieu Soult, Herzog von Dalmatien * Saint-Amans-La-Bastide, heute Saint-Amans-Soult, Tarn 1769 + ebda 1851 französischer Revolutionsgeneral, Marschall Napoléons, zweimal französischer Kriegsminister, einer der vier Generalmarschälle in Frankreich Teilnahme an der Schlacht bei Austerlitz . Seine wertvolle Gemäldesammlung, die er in den spanischen Feldzügen zusammengeraubt hatte, bringt bei der Versteigerung fast 1S Mill. Frank ein. Ohne höhere Bildung, von natürlichem Scharfblick, große Bravour und glühendem Ehrgeiz. Gilt als einer der besten Taktiker von Napoleons Generalen.


Spadino [CS 8]
Giovanni Paolo Castelli genannt 'Spadino' * Rom 1659 + Florenz ca. 1730
Gartenfrüchte mit Papagei


Spagat [AUS 256]
Im süddeutschen Sprachraum Bezeichnung für Bindfaden oder Verpackungskordel – auch (Paket-)Schnur


Spathi [AW 28]



höchster Berg des Dikti-Gebirges mit 2148 m auf der Insel Kreta, ca. 40km südöstlich der Inselhauptstadt Iraklio, 6 km südlich der fruchtbaren Lasithi-Hochebene


Speer, Albert [CS 77]
Albert Speer (1905 - 1981) führender Architekt und zentraler Organisator des Nationalsozialismus. Seit 1937 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, plant zahlreiche Monumentalbauten, die den NS-Herrschaftsanspruch unterstreichen sollen. Ab 1942 zunächst Reichsminister für Bewaffnung und Munition, leitet er bis zum Kriegsende die Kriegswirtschaft des Deutschen Reichs. Einer der 24 Angeklagten im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof. 1946 wegen seiner Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Wegen seiner nach der Haft publizierten Autobiografie und der darin enthaltenen Apologetik umstrittener Autor über das Dritte Reich


Speyer [AW 127]
Jüdische insternationale Bankiersfamilie aus Frankfurt stammend, vor allem tätig in New York und London


Spinelli, Guerrino [SG. 93]
Opfer der Gruppe Ludwig


Spitalfields [AUS 184]
Stadtteil im östlichen Londoner Stadtbezirk London Borough of Tower Hamlets, in der Nähe Fernbahnhof „Liverpool Street Station“


Šporkova [AUS 216ff, 251, 257ff, 309, 395]


Sporkova Nr. 12






SS [AUS 253]
Abkürzung für die Schutzstaffel der NSDAP, 1925 von Adolf Hitler, ihrem Vorsitzenden als seine persönliche Leib- und Prügelgarde gegründet, Sitz zuletzt im SS-Hauptamt, Prinz-Albrecht-Straße (heute: Niederkirchnerstraße), in Berlin-Kreuzberg.
Untersteht ab Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA), übt ab 1930 zugleich den parteiinternen „Polizeidienst“ aus. Nach den Röhm-Morden am 30. Juni 1934, bei denen sie die Führung der SA liquidiert, zur eigenständigen Organisation der NSDAP erhoben, erlangt im Dritten Reich die Kontrolle über das Polizeiwesen und übernimmt über den Aufbau paramilitärischer Verbände eine militärische Funktion neben der Wehrmacht. Ab 1934 für den Betrieb der Konzentrationslager verantwortlich. Kennzeichnend die Verzahnung staatlicher Funktionen und Institutionen mit Parteistrukturen. In der Zeit des Nationalsozialismus wichtigste Terror- und Unterdrückungsorgan im Deutschen Reich. Maßgeblich an der Planung und Durchführung von Kriegsverbrechen und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie dem Holocaust beteiligt, nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten.


SS-Division Das Reich[CS 247]
Division der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg
1939 aus Zusammenlegung der SS-Verfügungstruppe mit Teilen der SS-Totenkopfverbände gebildet, zusammen mit den SS-Totenkopfverbänden und der 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS Adolf Hitler Grundstock der späteren Waffen-S Im Februar 1944 Reste der SS-Panzer-Division ?Das Reich? zur Auffrischung in die Gegend von Toulouse in Südwestfrankreich bis zur alliierten Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 verlegt. Auf dem Marsch von Toulouse nach Norden immer wieder Kämpfe mit dem französischen Widerstand, was zu den Massakern in Tulle und Oradour-sur-Glane führt.
Division veranwortlich für zahlreiche Kriegsverbrechen an der Ost- und Westfront.


Staatsarchiv Prag[AUS 207]
früher Karmelitská (bis 2000, ab 2004 Tschechisches Museum der Musik) in der ehemaligen Barockkirche der Heiligen Maria Magdalena. Sie diente früher als Post, Kaserne und Archiv
siehe bei Prag


Städel Frankfurt [NN 9]

Das Städel Museum Frankfurt, Stiftung des Frankfurter Kaufmanns und Bankiers Johann Friedrich Städel von 1815 (beträchtliche Sammlung von Gemählden, Kupferstichen und Kunstsachen nebst gesammten dereinsten zurücklassenden Vermögen der Stiftung eines besonderen, für sich bestehenden und seinen Namen führenden Kunstinstituts zum Besten hiesiger Stadt und Bürgerschaft) Grundstein für eines der ältesten Kunstmuseen in Deutschland, das Städelsche Kunstinstitut: öffentlich zugänglichen Sammlung und Ausbildungsstätte für den künstlerischen Nachwuchs der heutigen Städelschule. Höhepunkte der umfassenden Sammlung Werke von Holbein d. J., Cranach d. Ä., Dürer, Botticelli, Rembrandt und Vermeer, von Degas, Matisse, Monet, Renoir, Picasso, Kirchner, Beckmann und Klee sowie von Bacon, Klein, Serra, Richter und Kippenberger. Qualität der Sammlung sichern dem Städel bedeutenden Platz in der internationalen Museumslandschaft. Als erste bürgerliche Museumsstiftung in Deutschland beispielhaft für ein breites privates Engagement, das ganz wesentlich zur Erhaltung und Entwicklung außergewöhnlicher Kulturinstitutionen beiträgt. Hier auch die Seitenfügel Grünewalds des Heller-Altars ausgestellt.


Städte-Quartett [CS 240f.]

Kartenspiel




Ständetheater [AUS 232]

Theater in Prag am Ovocný trh (Obstmarkt) in der Altstadt, durch Uraufführung zweier Opern von W. A. Mozart in Musikgeschichte eingegangen. siehe auch


Stalingrad [Luftkrieg und Literatur 131]
Name 1925 bis 1961 von Wolgograd, russische Großstadt. Schlacht von Stalingrad , Symbolname für den Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges im Winter 1942/43


Starobinski, Jean [LL 65ff]
* Genf 1920 Schweizer Arzt und Literaturwissenschaftler, Medizinhistoriker und Ideengeschichtler.
Erforscht Geschichte der Melancholie und ihrer Behandlung, untersucht in aufwändig gestalteten Bänden die prägenden Themen der bildenden Kunst Europas im Jahrhundert vor der Französischen Revolution und in der Revolutionszeit selbst, das Porträt des Künstlers als Gaukler in Literatur und Kunst und den sozialen Gabentausch. Bekannt durch Arbeiten zur französischen Literatur des 16. bis 18. Jahrhunderts (Montesquieu, Rousseau, Diderot, Montaigne, Racine, Corneille u. a.), in denen er psychoanalytische und phänomenologische Zugänge, den Blick des Arztes auf die Vielschichtigkeit und individuelle Ausgestaltung menschlichen Erlebens und den des Literaturhistorikers auf thematische Zusammenhänge zu eindringlichen Analysen verbindet.


Stationsweg Den Haag [RS 6]
Siehe bei Wege


Stearin [RS 255]
Gemisch aus Stearin- und Palmitinsäure, u.a. benutzt, um Kerzen und Seifen herzustellen. 1818 als Kerzenrohstoff entdeckt. Schmelzbereich je nach Zusammensetzung zwischen 60 und 70 °C. Im Gegensatz zu Paraffin hauptsächlich aus pflanzlichen Palmöl oder tierischem Fett gewonnen


Stedtl [UH 13]
oder Schtetl: Bezeichnung für Siedlungen mit hohem jüdischem Bevölkerungsanteil im Siedlungsbereich der Juden in Osteuropa vor dem Zweiten Weltkrieg.
Nach 2000 Jahren Diaspora, Getto und Stedtl ist das Alter des Staats Israel gerade erst ein Atemzug. Es ist leichter, einen Juden aus dem Getto zu holen als das Getto aus dem Juden. Der Zionismus ist eine nationale Emanzipationsbewegung der Juden, die zur Staatsgründung geführt hat. Aber damit sind das Stedtl und die Stedtl-Mentalität nicht überwunden. Es sah nur anfangs so aus. Sie erweisen sich als stärker und beständiger als der Gedanke der zionistischen Assimilation, die aus Juden ein normales Volk machen sollte.
Meist Dörfer oder Kleinstädte, manchmal auch Stadtteile, in denen etwa zwischen 1.000 und 20.000 Juden leben. Geographischer Verbreitungsschwerpunkt Ostpolen, vor allem Galizien, Ukraine, Weißrussland und Litauen.
Anders als in den Großstädten sind die jüdischen Bewohner im Schtetl nicht nur geduldet, sondern ungeachtet bisweilen stattfindender Pogrome weitgehend akzeptiert. Sie können sich dort „wie in der heiligen Stadt Jerusalem“ fühlen, diese Städtchen waren keine Ghettos, siehe auch wiki


Stefanato, Luciano [SG 94]
Opfer der Gruppe Ludiwg


Steinlechner, Gisela [CS 173ff]
* 1961 Dissertation über Ernst Herbeck. Lehrbeauftragte am Germanistischen Institut in Wien


Steller, Georg Wilhelm [NN 37ff]
[Auf ungeheuer dünnem Eis 273]
eigentlich Georg Wilhelm Stöller * Windsheim (NN 37) 1709 + Tjumen, Sibirien 1746.
Arzt, Naturwissenschaftler. Teilnehmer der vom dänischen Kapitän Vitus Bering (NN 37) im Auftrage Peter des Großen durchgeführten Großen Nordischen Expedition (Zweite Kamtschatka-Expedition) , 1996 Tagebücher entdeckt
Vater aus Nürnberg stammend, seit 1702 Kantor (NN 38) des Gymnasiums und Organist der Stadtkirche in Windsheim. Besuch des Windsheimer Gymnasiums, studiert mit Stipendium seiner Vaterstadt zunächst Theologie im reformierten Wittenberg (NN 38). Das ungeliebte Theologiestudium aufgegeben (NN 38), Studienschwerpunkt immer deutlicher Richtung Medizin und Naturwissenschaften (NN 38). Studienjahre in Leipzig, Jena und Halle (NN 37), wo er erstmals mit Russlandkunde in Berührung kommt. Besuch von Botanikvorlesungen in Halle. 1734 Examen als Arzt. Im Polnischen Erbfolgekrieg Russische Armee in Danzig stationiert (NN 39), um nach Sankt Petersburg zu gelangen als Wundchirurg dem russischen Heer angeschlossen, mit Lazarettschiff nach Sankt Petersburg. Erreicht mitttellos 1734 die russische Hauptstadt, wo er im Botanischen Garten den orthodoxen Erzbischof Feofan Prokopowitsch (NN 42) kennen lernt, der Gönner wird, ihn in die gelehrten Kreise der Stadt einführt. 1737 Adjunkt der Naturwissenschaften der Petersburger Akademie der Wissenschaften (NN 43). Mitglied der Großen Nordischen Expedition (NN 46). Kurz vor Abreise Heirat der Witwe des deutschen Sibirienforschers Messerschmidt (NN 44) . Schon auf dem Weg nach Sibirien - in Moskau - trennt sich das Paar wieder (NN 47). Nach beschwerlicher Reise und unter laufenden Feldstudien zu Vielzahl von Fächern (Botanik, Zoologie, Geologie und nicht zuletzt Ethnographie) erreicht er sein Ziel im September 1740, führt unverzüglich die Feldforschungen fort, zusammen mit dem russischen Studenten Stepan Petrowitsch Krascheninnikow, der schon seit 1737 vor Ort ist. Im Februar 1741 (NN 48) auf Wunsch Berings Expeditionsarzt auf der geplanten Fahrt nach Amerika
1741 verlassen Schiffe St. Peter (mit Bering und Steller) und St. Paul Awatscha-Bucht (NN 50). Die St. Peter erreicht (nach etlichen navigatorischen Problemen) Alaska (Land in Sicht am 15. Juli 1741) (NN 51). Das Verhältnis Steller-Bering stets problematisch. Eklat, als Bering am 20. Juli 1741 Steller zunächst verweigert, auf der so genannten St.-Elias-Insel (heute: Kayak-Insel, unbewohnte Insel im Golf von Alaska, 100 Kilometer südöstlich der Stadt Cordova, etwa 32 Kilometer lang, 3 Kilometer breit und durch einen 4 Kilometer breiten Kanal vom Festland getrennt. Wegen Steilküsten und Riffen nur schwer zugänglich. Kein Hafen, die Anlandung an den wenigen Stränden bei schlechter Witterung gefährlich bis unmöglich. Binnenland ist großteils von borealem Nadelwald bedeckt, die größten Tiere Braunbären und Stellersche Seelöwen) zur Erforschung der Verhältnisse an Land zu gehen. Kayak Island gilt als der erste Ort, an dem Europäer 1741 nachweislich den Boden Alaskas betraten (NN 54). Am südwestlichen Rand der Insel "Kap Saint Elias", nach ihm Mount Saint Elias, zweithöchster Berg Kanadas und der USA, benannt. Leuchtturm "Cape St. Elias Light", 1916 erbaut, bedeutende Navigationshilfe für die Seefahrt rund um das Eiland (heute einzige feste Unterkunft).
Da Bering annahm, Festland erreicht zu haben, Landeplatz auf "Kap St. Elias" getauft. Obwohl das zweite Schiff der Expedition, die St. Paul unter Leitung von Alexei Iljitsch Tschirikow, einen Tag vor Bering an der Küste Alaskas landete, gilt die Ankunft der St. Peter auf Kayak Island als die Entdeckung Alaskas durch die Europäer.
Auch in der Folgezeit von Entdeckungsreisenden angelaufen. Auf seiner Suche nach der Nordwestpassage landet James Cook am 12. Mai 1778. Vitus Bering will lediglich Frischwasser aufnehmen. Erst als Steller schwört, er werde dafür sorgen, dass Bering und seine Offiziere sich nach ihrer Rückkehr an höherer Stelle für diese Verweigerung würden rechtfertigen müssen, gibt Bering nach. Dennoch nur 10 Stunden (NN 54)für seine Erkundungen. Er dokumentiert 160 Pflanzenarten, entdeckt Depot der dort ansässigen Aleuten-Eskimos (entnimmt Reihe von Gebrauchs- und Schmuckgegenständen für seine ethnologische Sammlung (NN 55). Später veranlasst er, dass eisernes Kochgeschirr, Messer und ähnliche Tauschobjekte in das Depot gebracht werden.) Da sich Eingeborenen aus Furcht vor den Fremden tief im Wald verstecken, keinen Kontakt.
Auf der stürmischen Rückreise strandet (NN 57) die St. Peter am 5. November 1741 auf der später so genannten Beringinsel, wo Vitus Bering am 8. Dezember 1741 stirbt (NN 59).
Während des folgenden neunmonatigen Überlebenskampfes erweist sich Steller als Meister improvisierter Überlebenstechniken. Er und der schwedische Leutnant Waxell organisieren halbwegs geordnetes Lagerleben. Aus den Resten der St. Peter gelingt es, ein Boot zu bauen (NN 61), mit dem die Überlebenden am 27. August 1742 Peter und Pauls Hafen in Kamtschatka (Petropawlowsk-Kamtschatskij) erreichen (NN 61).
In dieser Zeit Beschreibung der nach ihm benannte Stellerschen Seekuh (Hydrodamalis gigas, früher: Rhytina stelleri oder Rhytina borealis), durch die er zu einigem Ruhm kommt. Erster und einziger Wissenschaftler, der jemals eine lebende Seekuh sah - vornehmlich Pelztierjäger sorgen für Ausrottung dieser Spezies.




Cyanocitta stelleri stelleri
Nach Rückkehr drei Jahre in Kamtschatka, um naturwissenschaftliche und ethnologischeForschungen fortzusetzen. Am 3. August 1744 will Stller mit seiner in 16 Kisten verpackten Sammlung nach Petersburg zurückzukehren. Im Frühjahr 1745 in Irkutsk unter Anklage gestellt. Beschuldigt, die Völker Ostsibiriens gegen die russische Herrschaft aufgewiegelt und Waffen unter ihnen verteilt zu haben (NN 64). Aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Zieht Weihnachten 1745 weiter, mitten in den sibirischen Winter hinein. Durch die vorangegangenen Strapazen gezeichnet, erkrankt er schwer, rettet sich mit letzter Kraft nach Tjumen (NN 65), wo er stirbt.

Mehr als seine zahlreichen naturwissenschaftlichen Schriften, die er während der Großen Nordischen Expedition anfertigt und die zum Teil erhalten sind, ist es vor allem sein Bericht der Beringschen Alaskafahrt und ihres dramatischen Endes, der seinen Namen bis heute weitergetragen hat. Er liefert umfassende Bilder der Verhältnisse und Ereignisse, indem er neben den naturkundlichen Beschreibungen auch Stimmungen und Urteile zu Begebenheiten einfließen läßt, die zur Entstehung eines "runden" Gesamtbildes beitragen.
Sebalds Text in enger Anlehnung an Corey Ford: Where the Sea Breaks Its Back von 1967, fiktionale Biographie Stellers (Referenz zum Kalten Krieg) vgl. Zitate
Zu den Routen von St. Peter und St. Paul
Zum Steller-Jahr 2009
Zum Logbuch Stellers
Und: Als Sebald auf Steller trifft, ist das der Beginn seiner literarischen Laufbahn:

Joe Cuomo: The Meaning of Coincidence The New Yorker 3.9.2001
zu Konrad Bayer siehe


Denkmal für Steller in Bad Windsheim


Stendhal [RS 153]
[SG 179]
[Auf ungeheuer dünnem Eis 52, 57-61, 63f.,68, 71, 75]
siehe Beyle


Stepney [AUS 199]
Stadtteil Londons im Stadtbezirk London Borough of Tower Hamlets.


Sternberger, Dolf [UH 30]
1907 - 1989 deutscher Politikwissenschaftler und Journalist. Gilt als einer der Begründer der deutschen Politikwissenschaft nach dem 2. WK, zählt neben Hannah Arendt, Leo Strauss, Eric Voegelin und anderen Politikwissenschaftlern seiner Generation im weiteren Sinne zu den Vertretern des normativen Ansatzes in der Politikwissenschaft, die er zugleich auch als empirische Wissenschaft versteht. Mit einem Beitrag zum 30. Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes (1979) prägt er den Begriff Verfassungspatriotismus.


Sternheim, Carl [CS 171]
1878 - 1942, deutsch-jüdischer Dramatiker und Autor.
Greift Moralvorstellungen des Bürgertums der Wilhelminischen Zeit an.
Siehe


Steyr-Wagen [AUS 245]
Steyr 50, Kleinwagen, von Steyr-Daimler-Puch A.G. 1936 bis 40 produziert. Galt als österreichischer „Volkswagen“, liebevoll „Steyr-Baby“ genannt. Kostet 1937 im Deutschen Reich 2865 Reichsmark. Insgesamt entstehen 13.000 Steyr-Babys.

Steyr 220 von 1939


Stifter, Adalbert [UH 12]
Pseudonym Ostade (1805 - 1868) österreichischer Schriftsteller, Maler und Pädagoge, bedeutender Autor des Biedermeiers


Stiftskirche Stuttgart [CS 245]
Hauptkirche der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und Pfarrkirche der Stiftskirchengemeinde innerhalb des Kirchenkreises Stuttgart. Unterer Teil des Südturms einzig erhaltenes bauliches Zeugnis der Stauferzeit in Stuttgart. Mit ihren beiden ungleichen Türmen Wahrzeichen der Stadt, sakrales Zentrum und Hauptkirche des protestantischen Württembergs.

Hinweis: eine Kollegienkirche existiert nicht in Stuttgart


Stopsellockenfrisur [Über das Land und das Wasser 83]

Um 800 v. Chr. kringelte sich in Assyrien der Bart der Männer in Stopsellocken. Früher gab es eine Frisur, die hieß "Stopsellocken" - die sahen auch so eingedreht aus ...


St. Peter Mancroft [RS 20]

Kirche in Norwich aus dem 15, Jahrhundert.



St. Petersinsel [LL 43ff.]
frz. Ile Saint-Pierre, weit in das Gewässer hineinragende Landzunge des Bielersees/Schweiz
Überbleibsel der sich zurückziehenden Gletscher. 1127 Cluniazenser-Kloster, heute Gasthaus, keltert eigenen Wein. Jean-Jacques Rousseau hält sich 1765 sechs Wochen beim Inselpächter auf, bevor er durch Berner Aristokraten vertrieben wird. Auch Goethe, der Historiker Coke, Sebald, Kaiserin Joséphine sowie die Könige von Preussen, Schweden und Bayern, haben die Insel besucht.
Heute im Besitz der Burgergemeinde Bern. Absolutes Bau- und Fahrverbot

siehe auch .


Strabon [RS 322]
lateinisch Strabo (?der Schielende?) * Amaseia in Pontos/Kleinasien etwa 63 v. Chr.? nach 23 n. Chr. griechischer Geschichtsschreiber und Geograph, über den wenig bekannt ist. Viele Reisen. 17-bändige ?Geographie?. Ziel: ein für einen möglichst weiten Leserkreis leicht verständliches und gut lesbares, nichtsdestoweniger aber informatives Werk zu schaffen.


Straffan [RS 261]
Barberstown Castle in Straffan, einem Dorf im County Kildare am Liffey, 25 km stromaufwärts von Dublin.

Das Schloß ist heute ein Hotel.


Strafkolonie [CS 140]
In der Str., Erzählung von Kafka


Strangers Hall [RS 335]


Eines der ältesten Gebäue in Norwich. Museum für das englische häusliche Leben.


Stromovka-Park [AUS 256f, 258, 356]
siehe Baumgarten


Struwwelpeter [CS 138f]
Titelfigur des gleichnamigen Kinderbuchs von 1845 des Frankfurter Arztes Dr. Heinrich Hoffmann. Mit das erfolgreichste deutsche Kinderbuch. Geschichten von Kindern, die nicht brav sind, nicht auf ihre Eltern hören und denen deshalb allerlei grausames Unheil widerfährt: So wird der "bitterböse Friederich", der Tiere quält, entsprechend bestraft ("Da biss der Hund ihn in das Bein, recht tief bis in das Blut hinein"); Paulinchen verbrennt, weil sie mit Streichhölzern spielt; die Kinder, die den Mohren verspotten, werden in ein riesiges Tintenfass gestopft und noch viel schwärzer eingefärbt; der Fliegende Robert wird mit seinem Regenschirm vom Wind auf Nimmerwiedersehen fortgetragen, weil er bei Sturm trotz Verbot aus dem Haus geht; dem Konrad (Junge namens Konrad lutscht stets an seinem Daumen, obwohl es ihm seine Mutter ("Frau Mama") verboten hat. Sie warnt ihn vor dem Schneider, der ihm seine Daumen abschneiden werde, wenn er nicht mit dem Lutschen aufhöre. Doch Konrad hört nicht auf die Warnung. Schließlich kommt der Schneider und schneidet mit einer übertrieben groß gezeichneten Schere (fast so groß wie der Schneider selbst) beide Daumen ab). Daneben steht aber auch die Geschichte vom Hasen, der den Jäger mit dessen eigener Flinte aufs Korn nimmt und in seiner Parteinahme für Tiere nahezu modern wirkt. Namen wie Zappelphilipp, Suppenkaspar (eines der pointiertesten und wahrscheinlich bekannteste Kapitel, das in wenigen Versen die Geschichte eines Jungen erzählt, der sich weigert seine Suppe zu essen und daher innerhalb weniger Tage verhungert) oder Hans-Guck-in-die-Luft in die deutsche Umgangssprache aufgenommen, Textpassagen wie "Konrad" sprach die Frau Mama, "ich geh aus und Du bleibst da." heute Gemeingut.
Sieh einmal, hier steht er,
Pfui! der S t r u w w e l p e t e r !
An den Händen beiden
ließ er sich nicht schneiden
seine Nägel fast ein Jahr;
Kämmen ließ er nicht sein Haar.
Pfui! ruft da ein jeder:
Garst'ger Struwwelpeter!









Stuckysche Mehlmühle [SG 74]
Molino Stucky, ehemalige Getreidemühle am westlichen Ende der Insel Giudecca in Venedig, dessen bedeutendstes Industriedenkmal.
Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrage des Unternehmers Giovanni Stucky in ungewöhnlichem, neugotischen Baustil aus Backsteinen errichtet. Daher erinnert es, auch durch die Lage direkt am Canale delle Giudecca, eher an Speicherhäuser in nordeuropäischen Häfen. In der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg war der Molino Stucky die größte Mühle Italiens. 1943 beschlagnahmen deutschen Truppen die Mühle, Familie Stucky verläßt, nach dem Tode von Giancarlo, endgültig das Unternehmen.
Schließung 1955, lange Jahre Leerstand und Verfall, Ende des 20. Jt Umbau begonnen (Wohnungen, Hotel, Kongresszentrum). Arbeiten 2003 durch Großbrand unterbrochen.




Stuttgarter Hauptbahnhof [CS 242]

1914 bis 1928 500 Meter östlich des Vorgängerbaus am heutigen Arnulf-Klett-Platz errichtet. 1910 Architektenwettbewerb mit Teilnahme 70 Büros. Erster Preis Büro Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer (1874–1949) mit Entwurf "umbilicus sueviae" (Der Nabel Schwabens). Nach zahlreichen Veränderungen Baubeginn 1914, 1928 vollendet. 1933 Elektrifizierung der Gleise abgeschlossen, WK II Hauptbahnhof schwer beschädigt
Bahnhofsgebäude aus Kuben bestehend, symmetrisch und asymmetrisch verschachtelt. Charakteristisch unterschiedliche Größe, Dimension und Gestaltung der Kuben. Beton und Stahl verwendet, Fassade mit grob behauenen Muschelkalkquadern verkleidet, mit Backsteinen fest vermauert. Konservative Elemente, die sich in der Monumentalität und dem Bauschmuck zeigen, wie progressive Teile prägen den Bau, die sich im Kompositionsprinzip, mehrheitlich flacher Dächer und weiteren Elementen zeigen. Wichtiges Beispiel der Stuttgarter Schule.
Carroll Meeks führt aus, dass die Tatsache, dass für 95 Prozent der Reisenden der Bahnhof Endpunkt ihrer Reise sei, eine dauerhafte und massive Bauform bedingte. Mit zunehmendem Baufortschritt sei der Stil einfacher und härter geworden. Aus heutiger Sicht wirke es wie "Nazi-Design avant la lettre"



Stuttgarter Sterne [CS 244]

gemeint ist der Mercedes-Stern, Markenzeichen aller Mercedes-Benz-Fahrzeuge seit 1926.



Der Mercedes-Stern ist von beiden Seiten zu betrachten, gilt als eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt und Symbol des Establishments.









siehe auch Daimler Konzern


stymphalisch [CS 64]
die stymphalischen Vögel, auch Stymphaliden, kranichgroße Vogelungeheuer der griechischen Mythologie, haben ihre Nistplätze im Schilf des Sees Stymphalos, besitzen eiserne Schnäbel, Klauen und Flügel und können sogar die Rüstungen der Krieger durchdringen. Sie schießen ihre metallenen Federn wie Pfeile gezielt auf ihre Opfer ab. Die Stymphaliden wüten unter den Menschen und Tieren Arkadiens.


Sudan [RS 265]
Staat in Nordost-Afrika mit Zugang zum Roten Meer, grenzt an Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Südsudan, Zentralafrikanische Republik, Tschad und Libyen, drittgrößter Flächenstaat des afrikanischen Kontinents.
1989 aufgrund politischer Instabilität Militärputsch. Von 1983 bis 2005 Bürgerkrieg.


Sudbourne Hall [RS 265]
Gut in den "Sandlings", siehe


Suffolk [RS 11f., 214, 217f., 229, 239] [NN 95]
Grafschaft nördlich Londons. Zusammen mit Cambridgeshire und Norfolk auch East Anglia genannt; grenzt an Norfolk im Norden, Cambridgeshire im Westen und Essex im Süden; Hauptort ist Ipswich; andere wichtige Orte Bury Saint Edmunds, Lowestoft, Stowmarket





Summerhill[RS 258]

Summerhill House im County Meath/Irland, erbaut 1730 für Hercules Langford Rowley, 2. Lord Langford eine der interessantesten Paläste Irlands. Man wählte das Herrenhaus für einen Jagdaufenthalt 1879 und 1880 Elizabeths, Kaiserin von Österreich und Ungarn ("Sissi")(1837-1898), der rastlos reisenden Frau von Kaiser Franz-Joseph. Sissi war eine der weltbesten Jagdreiterinnen, ihren Aufenthalt in Irland bezeichnet sie später als ?beste Zeit ihres Lebens?. Der 4. Lord Langford, Hercules Edward Rowley, bekannt als " Paddy", vermietet die Räumlichkeiten an die Regierung und bleibt als Gast der Kaiserin in seinem eigenen Haus, zusammen mit dem 5. Earl Spencer, zweimal Lord Lieutenant von Ireland und dem schneidigen anglo-schottischen Stallmeister George "Bay" Middleton, angeblich der Kaiserin Liebhaber (und wahrscheinlich Vater von Winston Churchill 's Frau Clementine Ogilvy Hozier). Die Kaiserin fuhr jeden Tag mit dem berühmten lokalen Master of Hounds, Leonard Morragh, der von ihrem fahrerischen Können beeindruckt war. Ihr Lieblingspferd Domino war auch mit von der Partie. Summerhill House wurde im Unabhängigkeitskrieg 1921 von Republikanern niedergebrannt, die Ruine



1970 vollständig abgerissen.


Suppenkaspar [CS 139]
Siehe Struwwelpeterbuch


Survilliers, Comte de [UH S. 22]
Joseph Bonaparte 1768 - 1844 ältester Bruder Napoléons, von ihm erst als Joseph I. zum König von Neapel (1806–1808), als Joseph I. zum König von Spanien (1808–1813) ernannt. Nach dem Sturz Napoleons nennt er sich Comte de Survilliers 1815 emigriert er für 17 Jahre nach Bordentown, New Jersey, USA, wo er Farm in der Nähe von New York führt


Susette [CS 246]
Geliebte Hölderlins , siehe bei Gontard


Su-shun [RS 178]
Chinesischer Prinz, siehe bei Cixi .


Sutton, Samuel [RS 301]
1760 - 1832 Offizier in der Royal Navy. Flaggkapitän unter mehreren Admiralen einschließlich Nelson. Nach aktivem Dienst (Konteradmiral) Richter, Gemeindebeamter. Verheiratet 1797 mit Charlotte Ives, siehe .


Sutton, Samuel Ives [RS 301]
1807 - 1850 engl. Offizier in Indien. Sohn von Samuel Sutton (siehe oben) und Charlotte Ives, siehe .


Sutton Hoo [NN 93]
Ausgrabungsstätte


Swan Yard [AUS 190]
fühere Straße in Bishopsgate


Sweet Apple Court [AUS 190]
fühere Straße in Bishopsgate


Swift, Jonathan [LW 28]
* Dublin 1667 + ebda. 1745 irischer Schriftsteller, Satiriker. Auch viele Pseudonyme. Bekanntestes Werk 1726: The travels into several remote nations of the world by Lemuel Gulliver (dt. Gullivers Reisen) Lange Zeit als Kinderbuch angesehen, gekürzt seiner Satire beraubt, oft unterbewertet. Interessantes Detail: relativ genaue Vorhersage von zwei Marsmonden, die erst 150 Jahre später entdeckt werden.



Swinburne, Algernon [RS 192ff]
siehe


Syberberg, Hans-Jürgen [CS 74]
* Nossendorf/Vorpommern 1935 deutscher Regisseur, Vertreter des Neuen Deutschen Films. Für Syberberg stellt Kino vitale Passion dar, ein "Gesamtkunstwerk". Sein kinematographisches Werk geprägt von einer Fusion zweier ursprünglich entgegengesetzter Pole der deutschen Kulturgeschichte: Rationalismus im 18. Jahrhundert und Mystizismus im 19. Jahrhundert. In weiten Teilen der Filmkritik abgelehnt, Vorwurf: Verharmlosung des Nationalsozialismus (Winifred Wagner- und Hitler-Film)



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AUS: Austerlitz
AW: Die Ausgewanderten
BU: Beschreibung des Unglücks
CS: Campo Santo
LL: Logis in einem Landhaus
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LW: Über das Land und das Wasser
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RS: Die Ringe des Saturn
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