... weil es ja immer, wenn man
gerade die schönste Zukunft sich
ausmalt, bereits auf die nächste Katastrophe zugeht.



Lexikon

N





Nabokov, Vladimir [Die Ausgewanderten S.27, 65]
[Campo Santo S. 184ff]
[Auf ungehuer dünnem Eis S. 98, 107f., 120]


* Sankt Petersburg 1899 + Montreux 1977 russisch-amerikanischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Schmetterlingsforscher, Schachkompositeur.
Entstammt der kosmopolitischen russischen Oberschicht, die nach der Revolution zu existieren aufhört. Liest englische Kindermädchen und Literatur, spricht schon als Kind Französisch und Englisch, von Privatlehrern unterrichtet, liest viel. Früh entwickelt sich Leidenschaft für Schmetterlinge (für Sebald ein Seitenzweig der Geisterkunde, die Nabokov mehr als alles andere beschäftigt), ebenso die für das Schreiben von Gedichten. Mit 17 Jahren erster Gedichtband. Kindheit von europäischen Gesinnung der Familie geprägt. Infolge der Oktoberrevolution emigriert Familie 1919 über Jalta nach England, später Berlin. Nabokov studiert russische und französische Literatur und Naturwissenschaften am Trinity College (wie FitzGerald
) in Cambridge 1919 bis 1922. Nicht sonderlich engagiert, widmet sich eigenen Übersetzungen, Liebschaften und Fahrten nach London. Erster Artikel über Schmetterlinge. Berlin bei Familie 1922 bis 1937. Eltern führen beliebten Salon, Anlaufpunkt vieler Künstler und Politiker unter den mehr als 350 000 russischen Emigranten im Berlin der zwanziger Jahre. Familie wohnt zunächst in Grunewald, später im bei den Russen beliebten Wilmersdorf. Vater gründet Slovo (Das Wort) einen der ersten russischen Exilverlage. 1922 kommt Vater beim Versuch, Attentäter zu entwaffnen, ums Leben, für Nabokov einschneidendstes Ereignis. Er veröffentlicht unter dem Pseudonym "Vladimir Sirin" Gedichte, Dramen und Erzählungen. Erste Romane "Maschenka" (1926), "Lushins Verteidigung" (1929/30). Schlägt sich mit Tennis-, Box- und Russischunterricht durch. Privatlehrer, Übersetzer, Gelegenheitsschauspieler. 1925 heiratet er die Russin Vera Jewsejewna Slonim (Jüdin), 1934 Sohn Dimitri geboren. 1937 Flucht: Vera nach Prag zur Mutter Nabokovs. Nabokov nach Paris und Südfrankreich. 1940 USA, erster englischsprachiger Roman "The real life of Sebastian Knight" (1941).1945 verhungert Bruder Sergej in KZ. Nabokov US-Staatsbürger. 1948 bis 1956 Professor für russische Literatur an der Cornell Universität in Ithaca/New York (Ambros Adelwarth!). 1955 "Lolita" Roman über pikante Affäre von 50-jährigem mit 12-jähriger Stieftochter. Welterfolg. 1961 mit seiner Frau ins schweizerische Montreux in Hotel (Ambros Adelwarth!). 1967 Autobiografie "Sprich, Erinnerung, sprich" .
Zeitlebens hervorragender Schachspieler und Insektenforscher, beide Interessengebiete in vielfältiger Form im Werk präsent.


Nach der Natur [Nach der Natur S.3]
Das 1992 erschienene "Elementargedicht", erstes Werk des Schriftstellers W. G. Sebald


Namensfest [Die Ringe des Saturn S.348]
Am Namensfest wird der Namenstag gefeiert von Menschen die in der christlichen Taufe einen besonderen Schutzpatron und damit dessen Namen erhielten. In überwiegend katholischen Ländern wie Italien, Spanien, Malta oder Polen ist der Namenstag genauso wichtig für die Menschen wie der Geburtstag. Am Gedenktag dieses Heiligen (Todestag, Namensfest) wird durch Feiern und Glückwünsche an die Taufe erinnert.


Naphthalin [Die Ausgewanderten S. 54f]
(griech. naphtha = Erdöl) farbloser Feststoff mit charakteristischem Geruch nach Teer, gesundheitsschädlich und umweltgefährlich. Hauptbestandteil von Mottenkugeln, heute wegen des unangenehmen Geruchs durch andere Substanzen ersetzt.


Napoléon [Schwindel. Gefühle. S. 7]
[Die Ringe des Saturn S. 274]
[Austerlitz S. 101ff]
[Über das Land und das Wasser S. 14]
[Campo Santo S. 7ff., 52, 249]
[Auf ungeheuer dünnem Eis S. 52, 180, 200, 238f., 260]
Bonaparte, * Ajaccio/Korsika 1769 + St. Helena 1821 Staatsmann und Feldherr nach der Französischen Revolution.

Napoleon zieht über den Großen St. Bernhard
. vgl.
Sebald: Napoleon und alles Napoleonische taucht in fast allen meinen Büchern auf, als historisches Paradigma, das etwas mit der Europa-Idee zu tun hat, die damals erstmals auf brachiale Weise durchexerziert wurde. Was mich daran wiederum interessiert, ist die Tatsache, dass man in Deutschland dann rund 130 Jahre später dasselbe noch einmal versucht hat, mit noch brachialeren Methoden, diese Idee einer deutschen Hegemonie, die sich von Wilhelm II. bis in die Jahre 1939/40/41 zieht. Schauen Sie sich doch die Europakarte von 1941/42 an: Da ist sozusagen alles Deutschland, mit Satelliten.


Nationalbibliothek Frankreichs (Bibliothèque nationale de France) [Austerlitz S. 366ff, 387ff]

Bibliothèque nationale de France (BnF) öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in Paris. Aufgabe, Schriften zu sammeln, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Früher königliche, dann kaiserliche Nationalbibliothek, eine der reichsten der Welt, bis 1996 in der rue de Richelieu, dort noch die kostbarsten Gegenstände aus dem Fundus der BnF, insbesondere Manuskripte, Kupferstiche, Karten und Pläne, Fotografien, Münzen und Medaillen (Cabinet des Médailles) sowie Dokumente der Musikgeschichte, alle sonstigen gedruckten Werke, Tonträger, Videomaterialien usw. in das neue Gebäude im Osten der Stadt umgezogen.









Die neue Bibliothèque nationale de France (Site François-Mitterrand) Architekt: Dominique Perrault.
Baubeginn 1990, abgeschlossen 1996. Trägt zu Ehren ihres Initiators den Namen „Bibliothèque nationale François Mitterrand“. In der Mitte des 60.000 m² großen rechteckigen Areals 12.000 m² großer Garten. Die vier Ecken des Gebäudes je ein 79 m hoher Turm mit durchgehender Glasfront, L-förmig, symbolisieren aufgeschlagenes Buch:
T1 Tour du temps (Turm der Zeit)
T2 Tour des lois (Turm der Gesetze)
T3 Tour des nombres (Turm der Zahlen)
T4 Tour des lettres (Turm der Buchstaben bzw. Briefe)
Aufgrund Fehlplanungen und zahlreicher Bauverzögerungen lange umstritten. Über die Métrostation Bibliothèque François Mitterrand erreichbar.




siehe auch

siehe Resnais-Film
zum Lager in der Besatzungszeit siehe
Blick vom Südostturm siehe


Nationalgalerie [Schwindel. Gefühle. S. 292] [Logis in einem Landhaus S. 187]
National Gallery London: Kunstmuseum am nördlichen Ende des Trafalgar Squares, gilt als eines der umfassendsten und bedeutendsten der Welt. Gemäldesammlung umfasst rund 2300 Werke vom 13. bis zum 19. Jahrhundert.


nature morte [Campo Santo S. 244]
In der Vernetzung anscheinend weit auseinander liegender Dinge in der Manier der nature morte, sei, so Sebald in einem Versuch einer Restitution, die Verfahrensart seines Schreibens - zurückgehend auf den Stich Tripps
des kopfkranken Schreber. "nature morte" bedeutet Stilleben, vgl.


Nervatur [Nach der Natur S. 71]
Begriff aus der Biologie: Gesamtheit der Nerven. Zoologie: Aderung der Insektenflügel. Botanik: Blattrippen, Blattadern oder Blattnerven der Pflanzenblätter


Neuf-Brisach [Austerlitz S. 23]
(deutsch Neubreisach, elsässisch (Neu-)Brisach) Gemeinde im gleichnamigen Kanton im Département Haut-Rhin/Frankreich. Stadt liegt etwa drei Kilometer westlich des Rheinseitenkanals und des Rheins, der hier die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland bildet, gegenüber der Stadt Breisach in Deutschland. Erbaut von Vauban
, als Planstadt im Form eines Achtecks mit zentralem Exerzierplatz (heute Marktplatz) und schachbrettförmig angelegtem Straßennetz, Idealform einer Festungsstadt: Unterkünfte für Soldaten und Offiziere, Versorgungseinrichtungen, Kirche, Häuser für nicht-militärische Einwohner der verschiedenen Stände sowie eine beeindruckende Anlage aus Mauern, Gräben und Toren um die Stadt, in der Ebene angelegt, deshalb Idealform des Festungsbaus umzusetzbar, repräsentativ für die Militärarchitektur des Barock unter Ludwig XIV. Dieser beauftragt seinen Festungsarchitekten Vauban mit dem Bau einer Gegenfestung zu Breisach. Vauban errichtet 1699 - 1703 die damals größte Befestigungsanlage nach dem Muster einer barocken Reißbrettsiedlung.
Stadt durch Festungsanlagen und die Garnison mit ihren Kasernenbauten keine Entwicklungsmöglichkeiten. Straßen um ein Quadrat rechtwinklig angeordnet. Häuserblöcke (50 x 50 m) gleich groß, ein zentraler Platz von 2 x 2 Blocks als Exerzierplatz freigelassen. Alles, selbst die Kirche, der militärischen Absicht untergeordnet. Marktplatz mit Rathaus in Randlage zur Place d´Armes. Vier Tore an den vier von der Place d´Armes wegführenden Straßen.



Ney, Michel [Austerlitz S. 108]
Herzog von Elchingen, Fürst von der Moskwa
* Saarlouis 1769 + Paris 1815 Marschall von Frankreich. Napoléon nannte ihn 'le brave des braves' (der Tapferste der Tapferen).


Nibelungenfilm [Austerlitz S. 10]
siehe bei Fritz Lang


Niederland, William [Campo Santo S. 153ff.]
* Ostpreußen 1934 in die USA emigriert. Deutsch-amerikanischer Psychiater und Psychoanalytiker.
In den sechziger Jahren Gutachter des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in New York, wo er im Rahmen von Wiedergutmachungsanträgen viele Hunderte - meistens jüdische - traumatisierte Überlebende der Nazi-Verfolgung untersucht. Er prägt den Begriff Überlebenden-Syndrom (Survivor-Syndrom), auch KZ- oder Holocaust-Syndrom. Form der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). In der ursprünglichen, engen Verwendung handelt es sich bei den betroffenen Menschen um Überlebende des Holocaust. In einer weitergefassten Verwendung des Begriffs heute Personen bzw. Personengruppen, die Formen von Völkermord und Lagerhaft körperlich überstanden, durch die Erlebnisse jedoch seelisch traumatisiert sind.
Buch: Folgen der Verfolgung: Das Überlebenden-Syndrom - Seelenmord Niederland kritisiert, dass die meisten deutschen Gutachter der Nachkriegszeit nicht die Belastungen des Überlebende-Syndroms erkannten. Die deutschen Vertreter der klassischen Psychiatrie seien sich einig gewesen, dass seelische Belastungen und Erschütterungen unmittelbar nach der Verfolgung abklingen. Es "mute geradezu grotesk an, wenn man das Überleben in einem Vernichtungslager in einem vertrauensärztlichen Gutachten als Unannehmlichkeiten des Konzentrationslagers beschrieben findet und damit der Wiedergutmachungsantrag eines so geschädigten Menschen abgelehnt wird. Die psychologische Stumpfheit eines derartigen Gutachters erscheint selbst bei Hinnahme des bereits geschilderten Konservativismus der deutschen Psychiatrie unüberbietbar."


Nikolayevsky Bahnhof [Über das Land und das Wasser S. 71]

Bahnhof in Moskau, später umbenannt in Leningrader Bahnhof von 1851(ältester Bahnhof Moskaus) Kopfbahnhof und Endpunkt der Bahnstrecke Sankt Petersburg-Moskau, oft mit historischem Namen Nikolaibahn genannt. 1855 nach dem Tod des Zaren Nikolaus I. zum Gedenken an ihn Nikolaibahnhof benannt.


Nimrod [Die Ringe des Saturn 36, 109]
altorientalischer in Bibel und Koran erwähnter Held und König, wohl Sagengestalt. Nach jüdischer Überlieferung Gründer des assyrischen und babylonischen Reiches, gilt als derjenige, der den Turmbau zu Babel anregte, seine Frau Semiramis. In Genesis 10/9 Nimrod ein "gewaltiger Jäger vor dem Herrn", hier die Parallelen zum griechischen Orion .


Nithart, Mathis [Nach der Natur S. 17ff]
Maler
siehe Grünewald und Selbstbildnis eines unbekannten jungen Malers


Nocturama [Austerlitz S. 6ff]
Nachttierhaus


Nona [Die Ausgewanderten S. 355]
und Decuma (oder Decima) und Morta, die drei Parzen. In der römischen Mythologie die drei Schicksalsgöttinnen. Sie können gemeinsam oder einzeln agieren. Eine spinnt den Schicksalsfaden der Menschen, die zweite trennt ihn auf und die dritte schneidet ihn endgültig ab. Bei Hesiod in der Theogonie entweder als Töchter der Nacht oder wie ihre Schwestern, die Horen, als Töchter von Zeus und Themis bezeichnet.


Norfolk [Über das Land und das Wasser S. 48]
[Die Ringe des Saturn S. 218]

Grafschaft in East Anglia im Osten von England. Norfolk grenzt an die Grafschaften Lincolnshire und Cambridgeshire im Westen und Südwesten und Suffolk im Süden. Das Gebiet wird im Norden und Osten von der Nordsee begrenzt. Das Gebiet von Salzmarschen zwischen den Grafschaften Norfolk und Lincolnshire heißt The Wash. Die Angeln, nach denen East Anglia und England selbst benannt wurden, siedelten hier seit dem fünften nachchristlichen Jahrhundert und wurden später zu dem "north folk" (den nördlichen Leuten) und dem "south folk" (den südlichen Leuten). Daraus entstanden "Norfolk" und "Suffolk."
Hauptstadt und Verwaltungssitz ist Norwich. Andere größere Städte sind King's Lynn und Great Yarmouth.


Norfolk & Norwich Hospital [Die Ringe des Saturn S. 19]
gegründet 1771 als gemeinnützige Einrichtung für die Betreuung der "Armen und Kranken", im Jahr 2003 endgültig geschlossen, nachdem die Einrichtungen zum Norfolk and Norwich University Hospital verlagert wurden


Nossack, Hans Erich [Campo Santo S. 72ff]
[Auf ungeheuer dünnem Eis S. 189]
* Hamburg 1901 + ebda 1977 ebd. deutscher Schriftsteller.
Der Untergang (1948) thematisiert (einer der ersten Schriftsteller der deutschen Nachkriegsliteratur) die Schrecken des Bombenkriegs anhand der Zerstörung seiner Heimatstadt Hamburg. 1955 erfolgreichster Roman Spätestens im November


"Nothelfer, Vierzehn" [Nach der Natur S. 8]
Siehe


notig [Nach der Natur S. 30]
sehr arm, dürftig


Novelli, Gastone [Austerlitz S. 38ff]
* Wien 1925 + Mailand 1968. Italienischer Maler, Grafiker, Fotokünstler, Keramiker und Kunstdozent Während des Krieges in der Resistenza, Oktober 1943 zum Tode verurteilt, 1944 befreit. 1947 und 1949 Zürich. 1950 bis 1954 Dozent Sao Paulo. Ab1955 Rom, 1967 Venedig. Werke nachhaltig von Klee beeinflusst. Malen ist zeichnen mit Zeichen


Novofastov [Die Ringe des Saturn S. 6]
(Nowofastow) Gut des Bruders Taddeus Bobowski der Mutter Ewelina Kozionowski Joseph Conrads , auf dem ihr gestattet wurde, drei Monate während der Verbannung der Familie in Vologda zuzubringen


Nürnberger Gesetze [Campo Santo 158, 162]
auch Nürnberger Rassengesetze: 1935 anlässlich des 7. Reichsparteitags der NSDAP ("Reichsparteitag der Freiheit") in Nürnberg vom Reichstag angenommen; von Reichstagspräsident Hermann Göring feierlich verkündet. Reichstag eigens zu diesem Zweck telegrafisch nach Nürnberg einberufen, Gesetz einstimmig beschlossen. Hierduch antisemitische Ideologie auf juristischer Grundlage institutionalisiert. Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (RGBl. I S. 1146) ("Blutschutzgesetz") und das Reichsbürgergesetz (RGBl. I S. 1146).
"Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" verbietet Eheschließung zwischen Juden und Nichtjuden sowie außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen ihnen. Es dient zur "Reinhaltung des deutschen Blutes", einem zentralen Bestandteil der nationalsozialistischen Rassenideologie. Verstöße gegen das Gesetz als "Rassenschande" bezeichnet, mit Gefängnis und Zuchthaus bedroht. Der außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden nur gegen Mann mit Strafe bedroht (Um Frau - kein Zeugnisverweigerungsrecht - als Zeugin zu haben). Juden untersagt, "deutschblütige" Dienstmädchen unter 45 Jahren zu beschäftigen (ideologische Unterstellung, "der Jude" würde sich an diesen vergehen.) "Halbjuden" dürfen nur dann "Deutschblütige" oder "Vierteljuden" mit Genehmigung ehelichen. Tatsächlich Anträge auf Heiratsgenehmigung meist erfolglos.Ehen zwischen "Vierteljuden" sollten nicht geschlossen werden. "Vierteljuden" und "Deutschblütige" dagegen düfen heiraten. (Wahrung des "rassisch kostbaren arische Bluts", der geringe jüdische Blutsanteil verblasst im Laufe der Generationen. Eheverbot auf andere Gruppen ausgeweitet: "Zigeuner, Neger und ihre Bastarde"
Reichsbürgergesetz legt fest, dass nur "Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes" Reichsbürger sein konnten ("Reichsdeutsche"). Assimilierten "jüdischen Mischlingen" Wahlrecht und "vorläufige Reichsbürgerschaft" zugestanden. Folge: kein Jude durfte mehr öffentliches Amt innehaben. Alle jüdischen Beamten, die bislang durch das so genannte Frontkämpferprivileg im Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 1933 von der Entlassung verschont geblieben waren, mussten zum 31. Dezember 1935 den Dienst quittieren. Außerdem verloren Juden das politische Wahlrecht. Jüdischen Ärzten und Rechtsanwälten die Zulassung entzogen, deutschen Juden Staatsangehörigkeit aberkannt, wenn sie ihren Wohnsitz im Ausland nahmen. Bei Deportation verloren Juden mit dem Grenzübertritt ihre Staatsangehörigkeit, zugleich ging ihr gesamtes Eigentum und Vermögen wie ihre Ansprüche aus Lebensversicherungen und Renten förmlich an den Staat über.
Durch alliiertes Kontrollratsgesetz 1945 aufgehoben.
1937 512 Männer (darunter 355 Juden), 1936 bis 1940 1.911 Männer wegen "Rassenschande" verurteilt.
Eine "Todesdrohung", wie Sebald formuliert, beinhalten die N.-Gesetze nicht


Nungesser, Charles [Unerzählt S. 21]
siehe bei Coli


Nymphenburg [Über das Land und über das Wasser S. 11]
Schloss N. bei München, zählt zu den großen Königsschlössern Europas, vielbesuchte Sehenswürdigkeit. Sommerresidenz der Wittelsbacher. 1664 vom Kurfürsten Ferdinand Maria als Geschenk an seine Frau Adelheid von Savoyen in Auftrag gegeben, holzvertäfeltes Vorzimmer (Sandel )








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