Neuf-Brisach [Austerlitz S. 23]
(deutsch Neubreisach, elsässisch (Neu-)Brisach) Gemeinde im gleichnamigen Kanton im Département Haut-Rhin/Frankreich. Stadt liegt etwa drei Kilometer westlich des Rheinseitenkanals und des Rheins, der hier die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland bildet, gegenüber der Stadt Breisach in Deutschland. Erbaut von Vauban , als Planstadt im Form eines Achtecks mit zentralem Exerzierplatz (heute Marktplatz) und schachbrettförmig angelegtem Straßennetz, Idealform einer Festungsstadt: Unterkünfte für Soldaten und Offiziere, Versorgungseinrichtungen, Kirche, Häuser für nicht-militärische Einwohner der verschiedenen Stände sowie eine beeindruckende Anlage aus Mauern, Gräben und Toren um die Stadt, in der Ebene angelegt, deshalb Idealform des Festungsbaus umzusetzbar, repräsentativ für die Militärarchitektur des Barock unter Ludwig XIV. Dieser
beauftragt seinen Festungsarchitekten Vauban mit dem Bau einer Gegenfestung zu Breisach. Vauban errichtet 1699 - 1703 die damals größte Befestigungsanlage nach dem Muster einer barocken Reißbrettsiedlung. Stadt durch Festungsanlagen und die Garnison mit ihren Kasernenbauten keine Entwicklungsmöglichkeiten. Straßen um ein Quadrat rechtwinklig angeordnet. Häuserblöcke (50 x 50 m) gleich groß, ein zentraler Platz von 2 x 2 Blocks als Exerzierplatz freigelassen. Alles, selbst die Kirche, der militärischen Absicht untergeordnet. Marktplatz mit Rathaus in Randlage zur Place d´Armes. Vier Tore an den vier von der Place d´Armes wegführenden Straßen.
Nikolayevsky Bahnhof [Über das Land und das Wasser S. 71]
Bahnhof in Moskau, später umbenannt in Leningrader Bahnhof von 1851(ältester Bahnhof Moskaus) Kopfbahnhof und Endpunkt der Bahnstrecke Sankt Petersburg-Moskau, oft mit historischem Namen Nikolaibahn genannt. 1855 nach dem Tod des Zaren Nikolaus I. zum Gedenken an ihn Nikolaibahnhof benannt.
Nimrod [Die Ringe des Saturn 36, 109]
altorientalischer in Bibel und Koran erwähnter Held und König, wohl Sagengestalt.
Nach jüdischer Überlieferung Gründer des assyrischen und babylonischen Reiches, gilt als derjenige, der den Turmbau zu Babel anregte, seine Frau Semiramis. In Genesis 10/9 Nimrod ein "gewaltiger Jäger vor dem Herrn", hier die Parallelen zum griechischen Orion .
Nithart, Mathis [Nach der Natur S. 17ff]
Maler
siehe Grünewald und Selbstbildnis eines unbekannten jungen Malers
Nocturama [Austerlitz S. 6ff]
Nachttierhaus
Nona [Die Ausgewanderten S. 355]
und Decuma (oder Decima) und Morta, die drei Parzen. In der römischen Mythologie die drei Schicksalsgöttinnen.
Sie können gemeinsam oder einzeln agieren. Eine spinnt den Schicksalsfaden der Menschen,
die zweite trennt ihn auf und die dritte schneidet ihn endgültig ab.
Bei Hesiod in der Theogonie entweder als Töchter der Nacht oder wie ihre Schwestern, die Horen, als Töchter von Zeus und Themis bezeichnet.
Norfolk [Über das Land und das Wasser S. 48]
[Die Ringe des Saturn S. 218]
Grafschaft in East Anglia im Osten von England. Norfolk grenzt an die Grafschaften Lincolnshire und Cambridgeshire im Westen und Südwesten und Suffolk im Süden. Das Gebiet wird im Norden und Osten von der Nordsee begrenzt. Das Gebiet von Salzmarschen zwischen den Grafschaften Norfolk und Lincolnshire heißt The Wash. Die Angeln, nach denen East Anglia und England selbst benannt wurden, siedelten hier seit dem fünften nachchristlichen Jahrhundert und wurden später zu dem "north folk" (den nördlichen Leuten) und dem "south folk" (den südlichen Leuten). Daraus entstanden "Norfolk" und "Suffolk."
Hauptstadt und Verwaltungssitz ist Norwich. Andere größere Städte sind King's Lynn und Great Yarmouth.
Norfolk & Norwich Hospital [Die Ringe des Saturn S. 19]
gegründet 1771 als gemeinnützige Einrichtung für die Betreuung der "Armen und Kranken", im Jahr 2003 endgültig geschlossen, nachdem die Einrichtungen zum Norfolk and Norwich University Hospital verlagert wurden
Nossack, Hans Erich [Campo Santo S. 72ff]
[Auf ungeheuer dünnem Eis S. 189]
* Hamburg 1901 + ebda 1977 ebd. deutscher Schriftsteller. Der Untergang(1948) thematisiert (einer der ersten Schriftsteller der deutschen Nachkriegsliteratur) die Schrecken des Bombenkriegs anhand der Zerstörung seiner Heimatstadt Hamburg. 1955 erfolgreichster Roman Spätestens im November
"Nothelfer, Vierzehn" [Nach der Natur S. 8]
Siehe
notig [Nach der Natur S. 30]
sehr arm, dürftig
Novelli, Gastone [Austerlitz S. 38ff]
* Wien 1925 + Mailand 1968. Italienischer Maler, Grafiker, Fotokünstler, Keramiker und Kunstdozent
Während des Krieges in der Resistenza, Oktober 1943 zum Tode verurteilt, 1944 befreit. 1947 und 1949 Zürich. 1950 bis 1954 Dozent Sao Paulo. Ab1955 Rom, 1967 Venedig. Werke nachhaltig von Klee beeinflusst. Malen ist zeichnen mit Zeichen
Novofastov [Die Ringe des Saturn S. 6]
(Nowofastow) Gut des Bruders Taddeus Bobowski der Mutter Ewelina Kozionowski Joseph Conrads , auf dem ihr gestattet wurde, drei Monate
während der Verbannung der Familie in Vologda zuzubringen
Nürnberger Gesetze [Campo Santo 158, 162]
auch Nürnberger Rassengesetze: 1935 anlässlich des 7. Reichsparteitags der NSDAP ("Reichsparteitag der Freiheit") in Nürnberg vom Reichstag angenommen; von Reichstagspräsident Hermann Göring feierlich verkündet. Reichstag eigens zu diesem Zweck telegrafisch nach Nürnberg einberufen, Gesetz einstimmig beschlossen. Hierduch antisemitische Ideologie auf juristischer Grundlage institutionalisiert.
Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (RGBl. I S. 1146) ("Blutschutzgesetz") und das Reichsbürgergesetz (RGBl. I S. 1146).
"Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" verbietet Eheschließung zwischen Juden und Nichtjuden sowie außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen ihnen. Es dient zur "Reinhaltung des deutschen Blutes", einem zentralen Bestandteil der nationalsozialistischen Rassenideologie. Verstöße gegen das Gesetz als "Rassenschande" bezeichnet, mit Gefängnis und Zuchthaus bedroht. Der außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden nur gegen Mann mit Strafe bedroht (Um Frau - kein Zeugnisverweigerungsrecht - als Zeugin zu haben). Juden untersagt, "deutschblütige" Dienstmädchen unter 45 Jahren zu beschäftigen (ideologische Unterstellung, "der Jude" würde sich an diesen vergehen.)
"Halbjuden" dürfen nur dann "Deutschblütige" oder "Vierteljuden" mit Genehmigung ehelichen. Tatsächlich Anträge auf Heiratsgenehmigung meist erfolglos.Ehen zwischen "Vierteljuden" sollten nicht geschlossen werden. "Vierteljuden" und "Deutschblütige" dagegen düfen heiraten. (Wahrung des "rassisch kostbaren arische Bluts", der geringe jüdische Blutsanteil verblasst im Laufe der Generationen. Eheverbot auf andere Gruppen ausgeweitet: "Zigeuner, Neger und ihre Bastarde"
Reichsbürgergesetz legt fest, dass nur "Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes" Reichsbürger sein konnten ("Reichsdeutsche"). Assimilierten "jüdischen Mischlingen" Wahlrecht und "vorläufige Reichsbürgerschaft" zugestanden.
Folge: kein Jude durfte mehr öffentliches Amt innehaben. Alle jüdischen Beamten, die bislang durch das so genannte Frontkämpferprivileg im Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 1933 von der Entlassung verschont geblieben waren, mussten zum 31. Dezember 1935 den Dienst quittieren. Außerdem verloren Juden das politische Wahlrecht. Jüdischen Ärzten und Rechtsanwälten die Zulassung entzogen, deutschen Juden Staatsangehörigkeit aberkannt, wenn sie ihren Wohnsitz im Ausland nahmen. Bei Deportation verloren Juden mit dem Grenzübertritt ihre Staatsangehörigkeit, zugleich ging ihr gesamtes Eigentum und Vermögen wie ihre Ansprüche aus Lebensversicherungen und Renten förmlich an den Staat über.
Durch alliiertes Kontrollratsgesetz 1945 aufgehoben.
1937 512 Männer (darunter 355 Juden), 1936 bis 1940 1.911 Männer wegen "Rassenschande" verurteilt.
Eine "Todesdrohung", wie Sebald formuliert, beinhalten die N.-Gesetze nicht
Nungesser, Charles [Unerzählt S. 21]
siehe bei Coli
Nymphenburg [Über das Land und über das Wasser S. 11]
Schloss N. bei München, zählt zu den großen Königsschlössern Europas, vielbesuchte Sehenswürdigkeit.
Sommerresidenz der Wittelsbacher. 1664 vom Kurfürsten Ferdinand Maria als Geschenk an seine Frau Adelheid von Savoyen in Auftrag gegeben,
holzvertäfeltes Vorzimmer (Sandel )