im Februar 1939
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ca. 1948
|
* Prag 1934, aufgewachsen als Dafydd Elias in Bala/Wales
im Haus der Zieheltern Emyr Elias (Prediger) und Gwendolyn NN, Herbst 1946 Privatschule namens Stower Grange bei
Oswestry
. Erfährt 1947 seinen wahren Namen. Studiert am Oriel College/Oxford, beinahe 30 Jahre Dozent am kunsthistorischen Institut in Bloomsbury/London. 1991 Ruhestand. Geht nach Frankreich. Kehrt zurück und kauft Haus in der Alderney Street/London.
In Art und Aussehen Doppelgänger Ludwig Wittgensteins
.
Der Icherzähler begegnet ihm erstmals Juni 1967 im Antwerpener Zentralbahnhof und danach wiederholt bis 1996 an verschiedenen Orten;
siehe auch Astair
.
Sebald: Es stecken zweieinhalb Lebensgeschichten in ihm, Biografien, denen ich nachgegangen bin.
Im einen Fall handelt es sich um einen Kollegen von mir, einen Gelehrten, der wie mein Held Baugeschichtler
war und in London unterrichtet hat. Das ist ein etwas exzentrischer Mensch gewesen, der früh in den Ruhestand geschickt wurde,
wie das in den letzten Jahren an den englischen Universitäten üblich war, und in eine tiefe Lebenskrise geriet.
Er begann im Alter von ungefähr 60 Jahren damit, seine eigene Herkunft zu erforschen, so gut er konnte.
Durch diese Forschungsarbeit, die etwas völlig anderes war als alles, was er bisher getan hatte,
kam er in eine völlig neue innere Verfassung. Er begriff Dinge, die er sein ganzes Leben lang nicht hatte begreifen wollen.
... das andere Vorbild. Vor einigen Jahren lief im englischen Fernsehen eine Sendung über den Lebensweg einer Frau,
die im Alter von zweieinhalb Jahren mit ihrer Zwillingsschwester aus einem Münchner jüdischen Waisenhaus
oder Kinderheim nach England gekommen war. Und die dann, genau so wie im Buch beschrieben,
bei einem walisischen, fundamentalistischen Pfarrer aufgewachsen ist.
Sie hat schließlich einen Engländer geheiratet, war in der anglikanischen Kirche und hat ihr Leben l
ang tatsächlich nichts über ihre Herkunft gewusst. Sie wusste nur, dass sie einen anderen Namen hatte.
Das war ihr - wie Austerlitz - in der Schule gesagt worden. Aber sie hat nie weiter danach gefragt.
Sie wollte das nicht wissen.
Bild des Knaben auf dem Buchumschlag ... ist das authentische Kinderbild des Londoner Baugeschichtlers.
Namen Austerlitz ... war ... wesentlicher Impuls, das Buch zu schreiben ... wegen Fred Astaire. Ich habe einmal im
Radio gehört, dass Astaire mit bürgerlichem Namen Austerlitz hieß, was mir zunächst unwahrscheinlich
vorkam. Man kennt ja diese Fred-Astaire-Filme, wo man ihn herumsteppen sieht - der letzte Gedanke,
der mir dabei gekommen wäre, ist der, dass er einer jüdischen Familie entstammte: Austerlitz ist ja ein jüdischer Name.
Man findet ihn (den Namen) im Londoner oder New Yorker Telefonbuch höchstens ein- oder zweimal. In Prag freilich häufiger.
In der Zeit, von der in meinem Buch die Rede ist, in den dreißiger Jahren, gab es dort ungefähr ein
Dutzend Familien Austerlitz. Unter anderem jenen Herrn, den Kafka in seinen Tagebüchern
namentlich erwähnt und der gekommen war, um Kafkas Neffen zu beschneiden. Fasziniert hat mich natürlich auch,
dass der Name so viel Resonanz hat, zivilisationsgeschichtlich gesehen: durch die Art, in der sich der Name
einer Schlacht auf die Pariser Stadtlandschaft gelegt hat. Es gibt ja nicht nur den Bahnhof gleichen Namens,
sondern im Viertel um die neue Bibliothek herum auch jede Menge Austerlitz-Brücken, -Straßen, -Gassen und -Cafés.
... reale jüdische Biografien benutzen, um sein ästhetisches Spiel zu treiben?
Diese Frage war mir von Anfang an bewusst. Meine Überlegung dazu war, dass das, was
von deutschen Autoren nichtjüdischer Herkunft über dieses Thema der Verfolgung und der versuchten Ausrottung des jüdischen Volks geschrieben worden ist,
im Allgemeinen unzulänglich ist und über weite Strecken aus Peinlichkeiten besteht, auch aus Usurpationen.
Das Paradebeispiel ist für mich Alfred Anderschs Roman "Efraim". Da versuchte ein Autor, eine Art von - sei es ästhetischem, sei es realem - Kapital aus diesem Thema zu schlagen.
Man geht selbst dann noch auf Eis, wenn man mit den Überlebenden ausführlich spricht, sich erzählen lässt. Man muss sich der Tatsache bewusst sein, dass es bei solchen Begegnungen bestimmte Grenzen gibt, dass die Redezeit begrenzt ist, dass man wiederkommen muss, dass man das Vertrauen dieser Personen gewinnen muss. Und das Vertrauen muss so weit gehen, dass der Text letztlich vor diesen Personen bestehen kann.
Susi Bechhöfer
Austerlitz, Jeroným [Austerlitz S. 215]
im Staatsarchiv Prag registriert 1934 bis 1939
Austerlitz [Austerlitz S. 239 ff]
Großvater Austerlitz'
mütterlichseits. Gründet Fez- und Pantoffelmanufaktur
in Sternberg (später "arisiert"), Mussolini-Leute tragen die halb morgenländischen Kopfbedeckungen.
Austerlitz, Leopold [Austerlitz S. 215]
im Staatsarchiv Prag registriert 1934 bis 1939
Austerlitz, Tomáš [Austerlitz S. 215]
im Staatsarchiv Prag registriert 1934 bis 1939
Austerlitz, Viktor [Austerlitz S. 215]
im Staatsarchiv Prag registriert 1934 bis 1939
Austerlitzová, Agáta [Austerlitz S. 216ff]
Mutter Austerlitz'
. Zieht im Mai 1933 in Haus Nr. 12 Prag Sporkova ein. Lebt mit M. Aychenwald
zusammen. Bewundert Jacques Offenbach über alles - daher Austerlitz' Vorname. Mitte Dezember 1942 nach Terezín
deportiert.
Aychenwald, Maximilian [Austerlitz S. 221]
Vater Austerlitz', aus Petersburg stammend, wo sein Vater bis 1918 einen
Gewürzhandel betrieb. Einer der aktivsten Funktionäre in der tschechoslowakischen sozialdemokratischen
Partei. Lernt die um 15 Jahre jüngere Agáta
in Nikolsburg kennen
Bader Köpf [Schwindel, Gefühle S. 276f]
siehe Köpf
Balbina [Die Ausgewanderten S. 147]

Schwester des Onkel Adelwarth
Baldanders [Die Ringe des Saturn. S. 34]
literarische Fabelgestalt
.
Auch Jorge Luis Borges
führt in dem von ihm 1974 herausgegeben Bestiarium El libro de los seres imaginarios einen Baldanders auf.
Barnett, Dick [Luftkrieg und Literatur S. 136]
Dick Barnett, Ingenieur in Anderschs Kirschen der Freiheit ohne direkten Bezug zur Handlung. Konstruiert bei Lockheed Aircraft Corp. in Kalifornien den Düsenjäger "F 94"
Bein, Salomon [Die Ausgewanderten S. 317]
Jüdischer Lehrer in Steinach
Vorbild: Moritz Bein, jüdischer Lehrer in Steinach, Sohn: Alex Bein/Aleksander Bayn, israelischer Archivar und Historiker (Alex Bein "Hier kannst dunicht jeden grüßen" Hildesheim Zürich New York 1996)Vater: Salomon Bein
Benedetti [Campo Santo S. 52]
Lehrer von S. Aquaviva
in Porto Vecchio, ehemaliger Husar
Benedikt [Austerlitz S. 37]
Metzger in W.
, der mit einem dicken Gummischlauch am Mittag die
Kacheln abspritzt, an dem der Icherzähler auf seinem Schulweg vorbeimusste.
Bereyter, Amschel [Die Ausgewanderten S. 75]
Großvater Paul Bereyters
Jude, Krämer in Gunzenhausen
Ehelicht über 50jährig seine christliche Dienstmagd Rosina, ca. 25 Jahre.
Einziger Sohn: Theo Bereyter
Bereyter, Paul [Die Ausgewanderten S. 41ff]
[Campo Santo S. 226]

Lehrer der Icherzähler, "Dreiviertelarier"
* S.
23. Dezember 1909 + ebda. 30. Dezember 1983
Vater Theo
,
Mutter Thekla
,
Aufgewachsen in S., in der Nachbarschaft der Gärtnerei Lerchenmüller,
Lehrerseminar Lauingen, 1934/35 Probejahr in S.,
lernt Helen Hollaender
kennen.
In den darauf folgenden Monaten Tod des Vaters und der Mutter, die Liebste wird deportiert. Erste Stelle in W.
.
Kurz darauf - kaum dass er die Namen der Kinder sich eingeprägt hat - wegen seiner jüdischen Vorfahren 1935 aus Dienst entfernt (Gesetz zur Wiederherstellung
des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 § 3 (1) Beamte,
die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand ... zu versetzen)
B. flüchtet nach Frankreich, Herbst 1935 bis Anfang 1939 in Besancon,
dann Dole (bei einer Familie Passagrin) als Hauslehrer tätig, kehrt 1939 nach Deutschland zurück,
Bürokraft Autowerkstatt in Oranienburg, nach wenigen Monaten Gestellungsbefehl,
6 Jahre in Polen, Belgien, Frankreich, auf dem Balkan, Rußland,
am Mittelmeer bei der Artillerie. Nach dem Krieg wieder in S., wohnt im 1. Stock der Gärtnerei Lerchenmüller,
später in Mietshaus auf Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Lerchenmüller,
unterrichtet ab 1946 an der örtlichen Schule,
vorzeitig Ruhestand (Angstattacken, Suizidversuch),
entwickelt Obsession für das Eisenbahnwesen, häufig Besuche in Frankreich.
1975 am grauen Star in Bern operiert. Die letzten 12 Jahre überwiegend in Yverdon bei Mme
Landau
. Selbstmord,
indem er Kopf auf Eisenbahnschienen bei S. legt.
Vorbild: Sebalds geliebter Volksschullehrer Armin Müller

Siehe
Bereyter, Thekla [Die Ausgewanderten S. 75ff]
+ 1936 Ehefrau Theo Bereyters
und Mutter Paul Bereyters
,
gestorben ein paar Wochen nach ihrem Ehemann an Depression, nachdem Familienbesitz "arisiert"
Bereyter, Theo [Die Ausgewanderten S. 75ff]
"Halbjude"
* Gunzenhausen
+ S.
1936
Vater Paul Bereyters
,
Ehefrau Thekla
.
Vater
jüdischer Krämer in Gunzenhausen, Handelslehre Augsburg,
Anstellung Nürnberg, 1900 Eröffnung eines Emporiums
in S.,
fährt Mitte der 20er Jahre einen Dürkopp
, mit dem er Aufsehen in Tirol,
Ulm und am Bodensee erregt. Stirbt am Palmsonntag, genau 2 Jahre nach den
schweren Ausschreitungen gegen Juden in Gunzenhausen an Wut und Angst.
Berganza[Über das Land und das Wasser S.77]
poetischer sprechender Hund. Erstmals 1613 bei Cervantes (Zwiegespräch der Hunde in „Exemplarische Novellen")
E.T.A.Hoffmann, romatischer Dichter, Komponist weilt 1808-13 in Bamberg Er läßt in mondheller Nacht den verzweifelten Hund von einem Spaziergänger auffinden, einem, der gerade in der Hoffnung sich gewogen hatte, etwas Besonderes könne ihm begegnen. Bei Hoffmann berichtet Berganza dem ahnungsvollen Ich-Erzähler von seinen aufregenden Erlebnissen und Beobachtungen, er debattiert mit ihm über Gesellschaft und Liebe, Literatur und Geschichte, schimpft gegen die falschen Propheten. Am Morgen jedoch springt der Hund davon, sein Weg geht weiter, den Menschen überfällt ein Grauen ("Nachricht von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza")
Berger, Guiseppe[Schwindel.Gefühle S.124]
Großonkel mütterlicherseits des Icherzählers; war in den neunziger Jahren des (vor)letzten Jahrhunderts eine Zeilang Buchhalter in Oberitalien
und besaß das Buch "Beredter Italiener".
Exlibris:

Binswanger, Fritz[Die Ausgewanderten S. 46]
Mitschüler des Icherzählers seit 1952 in S.
"unverbesserlich schweinische Handschrift" - wie der Icherzähler. Aus einer vielköpfigen Kleinhäuslerfamilie,
die im Schwarzenbach wohnt, stammend, "keinen richtigen Vater", höchstes Interesse an Viktualien. Wird Koch von
Weltrenommée, vervollkommnet seine Kochkunst im Grandhotel Dolder in Zürich und im Victoria Jungfrau in Interlaken, gefragt in New York, Madrid, London.
Icherzähler und er begegnen sich 1984 in London im Lesesaal des British Museum, wo B. Kochbücher aus dem 18. Jhdt.
studiert.
Bleston [Über das Land und das Wasser S. 22ff]
fiktive englische Stadt, in der Jacques Revel, ein Franzose in Michel Butors Roman L´Emploi du temps
zeitlich genau situierte Aufzeichnungen macht, um sich über seinen Hass auf die ihn aufsaugende fremde Stadt, sich selbst und ihre makabren Geheimnisse Klarheit zu verschaffen. Revel ist Praktikant für ein Jahr bei einer Exportfirma, Akt des Schreibens zentrale Rolle des Romans (Sebalds Bleston=Manchester
(Mancunian Cantical)
Le meurtre de Bleston ist aber auch die Kriminalgeschichte von George Hamilton, die Jacques Revel
als Wegweiser durch die fremde Stadt dient (Die Erlebnisses des Ich-Erzählers von den Schwindelgefühlen in Norditalien lassen grüßen!)
Bleyberg, Saly [Austerlitz S. 245]
Wiener, Vertriebener aus der "Ostmark"
Wird gezwungen, sein Geschäft an einen gewissen Haselberger zu überschreiben
Bovary, Emma [Nach der Natur S. 81] [Die Ringe des Saturn S. 17]
Hauptperson in Madame Bovary, Roman von Flaubert
1856. Eines der großen Werke der Weltliteratur.
Emma lebt nach Tod der Mutter allein mit ihrem Vater auf dessen Hof. Heiratet den Landarzt Charles Bovary, der die schöne, gebildete Frau verehrt. Verspricht sich von der Heirat gesellschaftlich aufregenderes Leben, ist dann aber rasch von dem Dorfalltag und ihrem eher einfach strukturierten Mann gelangweilt. Drängt ihn, einträgliche Praxis aufzugeben, um in größere Ortschaft umzuziehen. In Yonville freunden sich beide mit Apotheker Homais und dessen Familie an. In Homais’ Haus lebt Kanzlist Léon, mit dem Emma eine Art Seelenverwandtschaft, begründet in ihrer beider Interesse für Literatur und Musik, verbindet.
Auch Geburt der Tochter Berthe ändert nichts daran, dass Emma zunehmend unzufrieden, unter Depression und Stimmungsschwankungen leidet. Als Léon nach Paris umzieht, trauert sie hinterher wie einer verlorenen Liebe, steigert sich, um den Verlust zu kompensieren, in Luxussucht, verschuldet sich beim Händler Lheureux.
Lernt den Grundbesitzer Rodolphe kennen, der Diener von Charles behandeln lässt. Bei Ausritt lässt sie sich verführen. Steigert sich in kopflose Liebe zu Rodolphe, der lediglich nette Abwechslung sieht. Teure Geschenke für ihn, und luxuriöse Kleidung und Einrichtungsgegenstände lassen Emma samt Familie immer mehr verschulden, auch diesbezüglich hintergeht sie Charles. Plant Flucht mit Rodolphe, dieser verlässt sie kurz vorher, Emma erkrankt. Sie erholt sich, Charles fährt mit ihr zur Abwechslung ins Theater nach Rouen, wo sie Léon treffen. Emma beginnt Affäre, lügt Charles vor, Klavierstunden zu nehmen, um Geliebten zu treffen.
Händler Lheureux hat die zahlreichen Wechsel weitergegeben, Pfändung droht, Emma belügt Charles noch immer, bittet Léon um, der ihr nicht helfen kann. Sie beitet sich Rodolphe an, auch er kann und will ihr nicht helfen. Sie schluckt Arsen, stirbt nach grauenvollemTodeskampf.
Charles kommt nicht darüber hinweg, die Forderungen und Pfändungen lassen bald ihn und Tochter Berthe in Schmutz und Armut leben. Als er die Briefe Léons und Rodolphes findet, ist er endgültig ein gebrochener Mann und stirbt kurze Zeit später. Die Tochter zur Großmutter, die bald stirbt, landet bei verarmter Tante, wird in Baumwollspinnerei geschickt.
Anklänge in Nach der Natur: Prosa aus dem letzten Jahrhundert, der hilflose Pfarrer, Emmas Brautkleid verfängt sich in den Disteln, Emma verbrennt Hochzeitsstrauß, Leo zerreißt seinen Brief, Emma hält sich länger am Fenster auf, Kind Bertha stürzt und blutet, armer Landarzt träumt von posthumer Verführung
Brandeis [Die Ausgewanderten S.62]
hochtalentierter (studiert Geige auf dem Konservatorium) Sohn des Organisten in S.
Buchner, Peter [Campo Santo S. 229]
Schüler von Chorregent Zobel
bucklige Männlein [Über das Land und das Wasser S. 76f]
Das bucklige Männlein aus "Des Knaben Wunderhorn" von Achim von Arnim und
Clemens Brentano
Will ich in mein Gärtlein gehn,
Will mein Zwieblein gießen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Fängt gleich an zu niesen.
Will ich in mein Küchel gehen,
Will mein Süpplein kochen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Hat mein Töpflein brochen.
Will ich auf mein Boden gehn,
Will mein Hölzlein holen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Hat mir's halber g'stohlen.
Will ich auf mein Keller gehn,
Will mein Weinlein zapfen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Tut mir'n Krug wegschnappen.
Setz ich mich ans Rädlein hin,
Will mein Fädlein drehen,
Steht ein bucklig Männlein da,
Läßt das Rad nicht gehen.
Will ich an mein Bänklein knie'n,
Will ein bischen beten,
Steht ein bucklig Männlein da,
Fängt gleich an zu reden:
"Liebes Kindlein, ach, ich bitt',
Bet' für's bucklig Männlein mit".
Catharina von Siena [Die Ringe des Saturn S. 264]
Figur im gleichnamigen Stück von J.M.R. Lenz
Clara [Die Ausgewanderten S. 7, Die Ringe des Saturn. S. 310, 349f]
Frau/Begleiterin des Ich-Erzählers, der - nachdem er zuhause angerufen, auf sie wartet in der Bar Mermaid in Hedenham
und deren Vater am 13. April 1995 im Coburger Hospital verstirbt
Colo [Die Ausgewanderten S. 55]
Schuhmacher in S.
, Philosoph und Atheist.
Spielt mit Bereyter
am Sonntag Schach
Colonel Chabert [Austerlitz S. 260, 365ff]
Novelle von Balzac
zur Frage: Was macht ein ehrenwerter Mann in Zeiten, in denen die Ehrlosigkeit vorherrscht? Wie soll ein mutiger und selbstaufopfernder Mensch leben, wenn solche Eigenschaften verschmäht werden, ja wenn man nur dank Korruption, Rücksichtslosigkeit und Geld zu Macht und sozial geachteter Stellung gelangen kann?
1817, ein unbekannter Mann im Anwaltsbüro des Herrn Derville sucht um einen Termin nach - offensichtlich schon zum fünften Mal. Mit seinem altmodischen Mantel und seiner schmutzigen Krawatte, bleich und hungrig, gleicht er mehr einem Toten als einem lebenden Mann. Wenn er seinen Hut lüftet, fällt die fettige Perücke ab und entblößt einen kahlen Schädel, gespalten durch eine fürchterliche Narbe vom Hinterkopf quer über den Schädel bis zum rechten Auge.
Er wird gehänselt und wie ein unliebsamer Bettler behandelt. Er solle doch um 1 Uhr morgens wiederkommen, sagt ihm der Sekretär, und als er den Raum verläßt, fragt er ihn noch nach seinem Namen.
"Chabert", antwortet der Mann.
"Der bei Eylau gefallene Oberst?" fragt einer der Schreiber spöttisch, der sich an den berühmten Namen erinnert.
"Derselbe, mein Herr", antwortet Chabert und geht.
Zum Erstaunen des ersten Schreibers taucht in den frühen Morgenstunden, als er die Rechtsfälle für den nächsten Tag bereitlegt, dieselbe makabre Figur tatsächlich wieder im Anwaltsbüro auf. Der junge und brillante Rechtsanwalt Derville kehrt von einem gesellschaftlichen Abend in sein Büro zurück. Er trägt noch seinen Abendanzug. Wie der Autor Balzac will Derville die Nacht nutzen, um besonders konzentriert zu arbeiten. Hier im Halbdunkel wartet ein Mann, so still wie der Tod, seine Gestalt im Halbdunkel verborgen, sein Kopf scheinbar verrückt - "wie ein Rembrandtbild ohne Rahmen". Derville ist bereit, die Geschichte des Mannes anzuhören, der sich als Oberst Chabert beschreibt, den vor etwa zehn Jahren "bei Eylau gefallenen".
Der berühmte Oberst Chabert war einst Napoleons beliebtester Kommandeur, der Retter der Schlacht von Eylau in Ostpreußen im Jahre 1807. Chaberts Regiment führte eine Kavallerieattacke gegen den russischen Vormarsch und konnte das Blatt für Napoleon wenden. Chabert selbst wurde mit einem Säbel auf den Kopf getroffen und unter seinem Pferd begraben, während 1.500 französische Kavalleristen unter dem Kommando von Murat über seinen Körper hinwegdonnerten. Man begrub ihn zusammen mit Tausenden weiterer Gefallener dieser blutigen Schlacht in einem Massengrab. Die bekannte Geschichte dieses Helden ist in den Chroniken der französischen Bürgerkriege und Revolutionen von 1792 bis 1815, den berühmten Victoires et Conquetes, festgehalten worden.
In Wirklichkeit, so der Überlebende, war Chabert aber nicht gestorben. Begraben tief unten in dem Massengrab, erlangte er sein Bewußtsein wieder und fand sich umgeben von Finsternis und Stille, die hin und wieder vom Stöhnen noch lebender Toter unterbrochen wurde. Er griff nach einem Armknochen und arbeitete sich langsam und qualvoll durch die verwesenden Körper nach oben, bis er schließlich nackt auf ein verschneites und verlassenes Schlachtfeld gelangte. Nach seiner Rettung durch eine arme Bauernfamilie, schwebte er monatelang zwischen Tod und Leben, Bewußtsein und Bewußtlosigkeit.
Als er wieder im Vollbesitz seiner Sinne war, beschloß er, im fernen Frankreich seine Todesanzeige rückgängig zu machen und seinen Namen und Eigentum zurückzufordern. Aber die offizielle Gesellschaft hatte keinen Bedarf für einen toten Soldaten. Nur die armen und früheren Kameraden halfen ihm, als er ohne einen Sou und namenlos herumirrte.
Wie Odysseus wanderte er zehn Jahre lang umher. Aber anders als Odysseus' Frau Penelope war Chaberts Frau ihm nicht treu geblieben.
Sie ließ seine Briefe zurückgehen, bezeichnete sie als gefälscht und ihn als Betrüger. Graf Chabert hatte die ehemalige Straßendirne in den Status einer Gräfin gehoben, und als er tot gemeldet wurde, nutzte sie sein Vermögen und seine Ländereien, um in die Aristokratie einzuheiraten. Sie wurde dazu von Napoleon ermutigt, der an einer Versöhnung zwischen den neuen Elementen, die die Revolution nach oben gebracht hatte, und der alten Aristokratie interessiert war.
Nach einem zweijährigen Aufenthalt in einer Anstalt für Geisteskranke in Stuttgart traf Chabert seinen ehemaligen Sergeanten Boutin, der inzwischen selbst zu den Ausgestoßenen gehörte. Boutin war gerade aus China zurückgekehrt, wohin er sich geflüchtet hatte, nachdem er im Gefolge von Napoleons fürchterlicher Rußlandinvasion in einem sibirischen Gefängnis gelandet war. Boutin ging nach Paris, um mit der Gräfin Chabert Kontakt aufzunehmen, fiel aber in der letzten Schlacht Napoleons 1815 bei Waterloo.
Diese Soldaten der unteren Klassen waren die menschliche Kraft, auf deren Opfer sich die Revolution in Frankreich und in ganz Europa gestützt hatte. Nachdem sie das feudale System zerstört und der neuen Ordnung den Weg geebnet hatten, wurden sie nun abgeschoben auf die Friedhöfe Europas und in die Slums von Paris, verstümmelt und verschmäht, die Vorboten des künftigen Jean Val Jean von Victor Hugos Die Elenden.
"Da waren wir nun, zwei merkwürdige Überbleibsel, ... die der Sturm von einem Ufer zum andern trägt. Wir beide zusammen hatten Ägypten, Syrien, Spanien, Rußland, Holland, Deutschland, Italien, Dalmatien, England, China, die Tartarei und Sibirien gesehen; es fehlten uns nur noch Indien und Amerika", sagte Chabert zu Derville. "Aber was hilft es! Unsere Sonne ist untergegangen, und wir müssen jetzt alle frieren."
Derville ist der erste der nach-napoleonischen Gesellschaft, der es wagt, den Oberst offiziell anzuerkennen. Chabert ist von seiner Sympathie überwältigt. Es ist, als ob er zum zweiten Mal aus dem Grab entsteigt!
"Ich war unter Toten begraben, jetzt aber bin ich unter Lebenden begraben, unter Urkunden, unter Tatsachen, unter der ganzen Gesellschaft, die mich wieder in die Erde zurückstoßen will."
In einer der bewegendsten Szenen des Buchs wagt sich der Anwalt Derville in die Slums von Saint Marceau, das ärmste Viertel am Rande von Paris. Er fährt mit seiner Kutsche durch die schmutzigen, holprigen Straßen und kommt an einem baufälligen Gebäude an, vollständig zusammengezimmert aus Baumaterial, das man anderswo in der Stadt abgetragen hat. Hier haust Chabert zusammen mit Kühen, Ziegen, Kaninchen und einer verarmten Familie eines früheren Regimentssoldaten mit dem Namen Vergniaud, der nun Milchmann ist. Der Oberst lebt in einem einzelnen Zimmer mit schmutzigem Boden und Strohbett. Eine Pfeife und eine Kopie der Soldatenzeitung "Les Bulletins de la Grande Armée", dies sind seine einzigen Einrichtungsgegenstände.
Derville ist schockiert. Wie kann Chabert - der Mann, der den Sieg der Schlacht von Eylau entschieden hat - so leben? Vergniaud ist ein "alter Ägypter", erklärt Chabert, ein Veteran der ägyptischen Feldzüge Napoleons. "Nicht nur daß alle, die von dort zurückgekommen sind, so etwas wie Brüder sind: Vergniaud gehörte damals zu meinem Regiment, wir haben in der Wüste das Wasser miteinander geteilt."
"Ich habe niemandem Unrecht getan, habe niemals jemanden von mir gewiesen und schlafe ruhig", so Chabert.
Als Derville gehen will, bittet ihn Vergniaud um eine kleine Anleihe, um Chabert Kleidung und Möbel kaufen zu können. "Eher würde ich mich selbst verkaufen als ihn ohne Zigarren sehen zu wollen", ruft Vergniaud aus. Wenig später erfahren wir, dass Vergniaud bankrott gegangen ist, sein Haus verloren hat und sich selbst als armer Droschkenkutscher verdingen muss.
Derville verabschiedet sich und fährt zum feinen aristokratischen Bezirk Faubourg Saint-Germain, wo sich der Graf und die Gräfin Ferraud mit Chaberts Vermögen ein luxuriöses Haus gebaut haben.
Die dort wohnende gesellschaftliche Schicht ist das genaue Gegenteil der Bewohner des soeben verlassenen Quartiers. Balzacs sorgfältige Beschreibung würde auch auf heutige Luxusviertel zutreffen. Wen hat nicht schon einmal der krasse Gegensatz zwischen den innerstädtischen Slums und den reichen Vororten in den Großstädten schockiert?
Nach dem Tod ihres Ehemanns war die Gräfin reich geworden. Nachdem Napoleon ihr eine stattliche Pension zukommen ließ, brachte sie es in kurzer Zeit auf ein Einkommen von 40.000 Pfund im Jahr. Nach Napoleons Niederlage 1815 wurde ihr neuer Ehegatte von der Aristokratie umworben und sie in der oberen Gesellschaft glanzvoll aufgenommen. "Neben ihren Gefühlen fand ihre ganze Eitelkeit in dieser Heirat Erfüllung. Sie würde eine Frau ‚comme il faut‘ werden!"
Unter den neuen Gesetzen erhielt ihr zweiter Mann seine ertragreichen Ländereien zurück, die in der Revolution konfisziert worden waren. Sein ganzer Ehrgeiz richtete sich nun darauf, die höchste Position des Landadels, die eines Pairs von Frankreich, zu erlangen.
Um die Karriereleiter hochsteigen zu können, engagiert Graf Ferraud einen korrupten Sekretär namens Delbecq, einen früheren Anwalt, versiert in kriminellen Aktivitäten. Die Gräfin lässt den Sekretär ihres Mannes nicht aus dem Auge. Skrupellos hat dieser Schurke die Schwankungen an der Börse und die steigenden Vermögenswerte in Paris während der Restauration ausgenutzt und war damit in der Lage, das Vermögen der Gräfin innerhalb von drei Jahren zu verdreifachen. Als Gegenleistung erhält Delbecq eine offizielle Position in einer Provinzstadt, die ihm ermöglicht, eine reiche Erbin zu heiraten und auf diese Weise sein eigenes Vermögen und seine politische Karriere zu sichern.
Doch nun, inmitten ihres Triumphes, hat die Gräfin ein moralisches Leiden überfallen. All ihr Reichtum kann die Tatsache nicht verdecken, dass sie keinen sozialen Status hat. Ihre niedere Herkunft steht dem Pairsrang für ihren Gatten im Wege. In einer verhüllten Drohung spricht Graf Ferraud über die Scheidung zwischen Talleyrand und seiner Geliebten, die der berühmte Minister 1802 auf Geheiß von Napoleon geheiratet hatte. Welche Frau könnte solch einen Ausdruck des Bedauerns verzeihen, der den Keim ihrer eigenen Zurückweisung in sich trägt?
Und wenn nun bekannt würde, dass der erste Mann der Gräfin noch am Leben ist? Sie muss ihn um jeden Preis besiegen! Es gibt viele Frauen der höheren Gesellschaft in Paris, wie Balzac erklärt, die in ähnlicher Weise ihre dunklen und monströsen Geheimnisse tief in ihren Herzen begraben und ihr scheinbar amüsantes Leben fortsetzen.
Balzac verleiht Derville die Rolle eines Kommentators und Schlichters der neuen Gesellschaft. Obwohl Derville Teil dieser neuen Gesellschaft ist, steht er ihr kritisch gegenüber und ist in der Lage, die Ehrenhaftigkeit des alten Soldaten zu bewundern. Obwohl er der Anwalt der Gräfin ist, versucht er, einen vorteilhaften Vergleich für Chabert auszuhandeln und schießt ihm sogar Geld vor.
Seine intime Kenntnis der sozialen Positionen des Grafen und der Gräfin Ferraud erlaubt ihm, ihre Schwächen als Verhandlungsmasse einzusetzen. "Sind nicht Anwälte in mancher Hinsicht Politikern vergleichbar, nur daß sie private Angelegenheiten zu regeln haben?" fragt Balzac in seinen Betrachtungen über Derville.
Balzac hatte eine Ausbildung als Anwaltsgehilfe und bereitete sich auf eine Karriere in der Justiz vor. In seinen Geschichten wimmelt es von guten und schlechten Anwälten. Abgesehen von den Juristen als Romangestalten bildet die Justiz auch den Rahmen, innerhalb dessen die neue Gesellschaft verstanden werden kann. Menschliche Beziehungen werden durch Gesetze, Verträge und unmenschliche Bindungen ersetzt, und Gerechtigkeit für die Armen besteht in Kriminalisierung und ständiger Gefangenschaft.
Im Verlauf der Geschichte wird der Wunsch nach Rehabilitierung seitens des Obersten durch grausame Intrigen der Gräfin zerstört. Sie fühlt, dass der Oberst sie immer noch liebt, und lotst ihn in ihren Landsitz, umsorgt ihn dort liebevoll, erweicht sein Herz mit der Anwesenheit ihrer kleinen Kinder und versucht, mit Hilfe ihres Sekretärs Delbecq einen Unterschrift unter Papiere zu erschleichen, in den der Oberst auf seinen Namen Chabert verzichtet.
Am Ende revoltiert Chabert und rennt mit Verachtung fort, ohne die falschen Papiere unterzeichnet zu haben, aber auch ohne einen einzigen Pfennig seines Vermögens von seiner Frau zurückzuerhalten.
Er verschwindet und fällt "gleich einem in den Abgrund geschleuderten Stein von Sturz zu Sturz immer tiefer in den Morast von Verkommenheit hinab, der in den Straßen von Paris so üppig wuchert." Als Vagabund wird er in das ständige Gefängnis für Landstreicher Saint Denis eingeliefert, aber einige Zeit später trifft Derville Chabert noch einmal.
"Wie", sagt Derville überrascht, "haben Sie nicht eine Rente für sich ausbedungen?" "Ich bin unversehens von einer Krankheit befallen worden, dem Ekel vor der Menschheit", antwortet Chabert. "Wenn ich denke, daß Napoleon auf Sankt Helena ist, so ist mir alles hier gleichgültig."
Zwanzig Jahre später, in der Nähe des schrecklichen Altersheims von Bicêtre, in dem geisteskranke, straffällig gewordene und verarmte alte Leute unter fürchterlichen Bedingungen des Hungers zusammengepfercht werden, trifft Derville erneut den früheren Obersten Chabert, inzwischen ein gebrochener und geistig verwirrter alter Mann.
"Nicht Chabert, nicht Chabert", ruft der Mann. "Ich heiße Hyazinth. Ich bin kein Mensch mehr, ich bin Nummer 164, siebenter Saal."
"Was für ein Schicksal", sagt Derville, der inzwischen Richter ist. "Aus dem Findelhaus hervorgegangen, endet er im Altersheim, nachdem er zwischendurch Napoleon geholfen hat, Ägypten und Europa zu erobern."
Selbst vom Ekel vor der Gesellschaft ergriffen, entscheidet Derville, sich mit seiner Frau auf das Land zurückzuziehen.
Ein spannended Verwirrspiel um Schein und Sein, Lüge und Wahrhaftigkeit.
Corradi [Die Ausgewanderten S. 58]
Büchsenmacher in S.
Creuve, Serge [Über das Land und das Wasser S. 14]
Kunstmaler, zeichnet Kinder reicher Leute mit Rötel auf raues Papier,
hat einmaliges WC - gemeint (oder Schreibfehler) Serge Creuz
D. [Nach der Natur S. 88f]
Ingenieur, lebt in Zürich. Hat Glauben an Wissenschaft verloren und liest
Naturbeschreibungen des 18. Jhrts.
de Jong, Cornelis [Die Ringe des Saturn S. 229f]
Holländer, dem der Icherzähler im Crown Hotel in Southwold begegnet.
Aufgewachsen auf einer Zuckerplantage in der Nähe von Surabaya, Studium der
Landwirtschaft in Wageningen, Zuckerrübenbauer in der Gegend von Deventer.
Beabsichtigt Landkauf in East Anglia.
Deutsch [Nach der Natur S. 87]
Jude aus Kufstein. 1938 als Kind nach England. Des Englischen nicht
mächtig geworden. Icherzähler berichtet ihm in den 60er Jahren
seine Erlebnisse in Manchester.
Vorbild: wohl Sebalds Vermieter in Manchester
Dincklage, Joseph [Luftkrieg und Literatur S. 143ff]
Hauptfigur in Anderschs Roman Winterspelt von 1974. Alterswerk, handelt von fiktiven Ereignissen kurz vor der Ardennen-Offensive im Winter 1944–1945 in der Umgebung von Winterspelt. Der deutsche Kommandeur Dincklage (seit 1938 an verschiedenen Kriegsschulen, bei Ausbruch des Kriegs Fähnrich, im Frühjahr 1940 Leutnant (0berrheinfront), 1941/42 Oberleutnant und Hauptmann (Afrika), 1943 Ritterkreuz und Ernennung zum Major (Sizilien), vom Herbst 1943 bis Herbst 1944 bei der Besatzung in Paris und Dänemark), betreibt, angesichts der Sinnlosigkeit weiterer Kämpfe, die Übergabe seines Truppenteils an den amerikanischen Gegner. Eingeweiht in seinen Plan ist Käthe Lenk, eine gradsinnige Dame und Schullehrerin, die Dincklage - "obwohl sie den Krieg haßte" - wegen seines Ritterkreuzes bewundert.
Der Botschafter Schefold wird im Niemandsland erschossen von dem verbiesterten Soldaten Reidel.
Dunja [Über das Land und das Wasser S. 14]
Ehefreu des Serge Creuve
Ebentheuer [Schwindel.Gefühle S. 265f]
Uhrmacher in in W. , Sohn Eustach hat Wasserkopf
Efraim [Luftkrieg und Literatur S. 140ff]
Efraim Roman von Andersch. Chefredakteur Horne schickt seinen Korrespondenten George
Efraim
nach Berlin, mit dem offiziellen Auftrag, über die Kuba-Krise zu berichten, und der privaten Bitte, nach seiner Tochter Esther Bloch zu forschen, die 1938 verschwunden ist. Efraims Reise wird zur Reise in die eigene Vergangenheit.
Einsiedler [Die Ausgewanderten S. 48f]
Inhaber der Südfrüchtehalle Einsiedler in S.
. Choleriker,
schenkt dem Icherzähler und Binswanger
je eine Kaiserbirne
Elias, Emyr[Austerlitz S. 65ff]
+ Anfang 1954 augewachsen in Llandwddyn (im Stausee von Vrnwy untergegangene Gemeinde),
calvinistischer Prediger, ehemals Missionar. Pflegevater Austerlitz'. Verkraftet Tod seiner Frau Gwendolyn
nicht und wird geistesgestört 1947 ins Denbigh Mental
eingeliefert. Angelehnt an Susi Bechhöfer
Ellis, Edward [Die Ausgewanderten S. 20 ff]
Freund von Dr. Selwyn
Elvira[Campo Santo S. 233]
Figur aus der Oper Ernani
Emma [Nach der Natur S. 81]
siehe Emma Bovary
Empyrum [Campo Santo S. 175 f]
Ungeborenes Fabeltier Herbecks
zum Thema "Das Embryo"
Engelwirt [Schwindel.Gefühle S. 286]
Gastwirtschaft in W.
Engelwirt, alter [Schwindel.Gefühle S. 264]
in W. Hat eine offene und immer größer werdende Brandwunde.
Engelwirt Sallaba [Schwindel.Gefühle S. 272]
zerstört in der Nacht, in der Icherzähler Ramona und den Jäger Schlag beim Geschlechtsverkehr beobachetet, die gesamte Einrichtung der
Gaststube