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Die Erinnerung ... macht einen schweren, schwindligen Kopf,
als blickte man nicht zurück durch die Fluchten der Zeit,
sondern aus großer Höhe auf die Erde hinab von einem jener Türme,
die sich im Himmel verlieren.
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Notwendige Vorbemerkung: Sollen Sebalds Figuren "entlarvt" und ihnen ihr wunderbares Schweben zwischen Realität und Fiktion genommen werden? Stehlen wir dadurch Sebalds Schreiben seinen Reiz, dem Autor die Glaubwürdigkeit? An der "Enthüllung" seiner Fremdmaterialen
arbeiten nicht wenige, nicht zuletzt dieses Forum.
Sein Betreiber meint, dass jedes Erzählen von Schriftstellern nichtauthentisch ist, die Frage der Historiker, Soziologen oder gar Juristen nach Wahrheit - weder im formellen noch materiellen Sinn - stellt sich nicht. Es spielt keine Rolle, ob die Personen und Geschichten wahr sind, "denn Sebald hat es auf wunderbare Weise geschafft, daß ihr Leben wahr und glaubhaft erscheint" (Vourvoulias). Und jeder noch so akribische Vergleich von Material und Fiktion mindert nicht etwa Sebalds literarische Leistung, sondern läßt sie um so einzigartiger werden. Im künstlerischen Umformen entfaltet er vor dem Leser sein grandioses Universum, seine individuelle Sicht der Dinge. Und dies wiederum führt zur Frage nach der "Objektivität" von Geschichtserzählungen zurück, zur Frage des Spaziergängers vor dem Palais des Gouverneurs Johann Maurits, der den Reiher lautlos wie einen Schatten unbeirrt mit gleichmäßigem Schwingenschlag fliegen sieht knapp über der blanken Fläche des Wassers: Wer weiß, wie es vor Zeiten wirklich gewesen ist?
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