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Lexikon R

Raedwald [NN 93]
† um 617 König des angelsächsischen Königreichs East Anglia.
Sohn des Tyttla, dem er als König folgte. Regierungsbeginn um 593. Ihm gelingt es, seinem Königreich stärkere Stellung innerhalb der Heptarchie zu geben. In der Angelsächsischen Chronik als zweiter Bretwalda bezeichnet. Bei ihm sucht der aus Northumbria und später aus Gwynedd exilierte Edwin, der sich gegenüber Aethelfrith als rechtmäßigen Thronerben sieht, Schutz. Aethelfrith bietet hohe Summe, wenn Raedwald Edwin töten oder ausliefern würde. Raedwald ist nicht bereit, es kommt zum Krieg, Aethelfrith vernichtend geschlagen, Edwin zieht in Northumbria ein. Raedwald wohl im bekannten Schiffsgrab von Sutton Hoo begraben


Ramuz, Charles Ferdinand [RS 14f]
* Cully-sur-Lausanne 1878 † Pully 1947 Schweizer Schriftsteller, Lyriker, Essayist und Nationaldichter, bedeutendster Vertreter der Schweizer Literatur in französischer Sprache; ist auf der Zweihundert-Franken-Note abgebildet. Siehe Michael Parkinson : "The Rural Novel: Jeremias Gotthelf, Thomas Hardy, C.F. Ramuz" (1984). Zitat betr. Ramuz' 'Présence de la mort' (1922): "It is almost as if, by mentioning Ramuz in The Rings of Saturn, Sebald was very slyly creating his own literary genealogy by quietly indicating possible predecessors."


Ransmayr, Christoph [UH 16]
* 1954 österr. Schriftsteller, siehe wiki


Ravelin [AUS 21]
Im Graben vor einer Kurtine errichtetes selbstständiges Werk mit drei- oder fünfeckigem Grundriss, niedriger als die benachbarten Bastionen


Reblaus [LL 102]
Pflanzenlaus aus der Familie der Zwergläuse (Phylloxeridae), bedeutender Schädling im Weinbau.


Rebuffel, Adèle [SG. 27]
Liebhaberin Beyles


Rebus [RS 212]
Ein Bilderrätsel, größtenteils aus Zeichnungen bestehend: Eine Reihe von Bildern und Zeichen, deren Wortlaut durch Aneinanderfügung und Abstraktion einen oder mehrere neue Begriffe ergeben, die mit den Bildern in keinem sachlichen Zusammenhang stehen. Dabei kann der Austausch, der Wegfall oder die Hinzufügung einzelner Buchstaben verfügt werden. Ferner Bilderrätsel, bei denen die Aufgabe besteht, Unterschiede zwischen zwei auf den ersten Blick gleich aussehenden Bildern zu finden.


Redisfeder [SG. 273]
Schreibfeder: Gleichzugfeder oder Schnurzugfeder. Schreibwerkzeug, mit dem das Erlernen der üblichen Ausgangsschriften möglich. Die Feder hat kugeligen Kopf. Durch ihre Verwendung in der Schule heute meistverwendete Schreibfeder. Entwicklung von Soennecken.


reduit [AUS 22]
Rückzugswerk, üblicherweise innerhalb eines anderen Werkes errichtet, bildet nach dessen Erstürmung letzten Widerstandskern


Regel Detri [LL 18]

Abkürzung der lat. Worte "regula de tribus terminis", d. h. Regel von 3 Gliedern, ältere Bezeichnung für die Dreisatzrechnung, nämlich die Schlussrechnung von drei gegebenen Zahlen auf eine vierte. Beispiel: Wenn 5 kg Kartoffeln 3 € kosten, wie viel kosten dann 3 kg? Schlussweise: 1 kg kostet 3/5 €, 3 kg kosten 3 · 3/5 € = 1,80 €.


Regendach [AUS 92]
Übernahme von dem englischen "brolly" (Regendach), scherzhaft für Regenschirm gebraucht?


Regentenbau [AW 316]



zentrales Wahrzeichen der Kurstadt Bad Kissingen. Nach Plänen des Münchener Architekten Max Littmann im Baustil des Neobarock errichtetes Veranstaltungsgebäude, 1913 eingeweiht
Großer Max-Littmann-Saal als Festsaal, kleinere Säle als Gesellschaftsräume. Repräsentativste Gebäude Bad Kissingens, das außen mit korinthisierenden Doppelsäulen, innen mit toskanisierenden Erdgeschosspilastern unter ionischen Eckkapitellsäulen prangt



Regnitz in Bamberg [NN 72]




Regulierte Chorherren [NN 20]
Mitglieder eines Ordens (Regularkanoniker)


Reichelt, Heinrich [LL nach 16]
Maler


Reichsparteitagsfilm [AUS 243f]
1933 dreht Leni Riefenstahl Film über den 5. Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg mit bekannten Kameramännern, schneidet den Film selbst. Produzent Reichspropagandaministerium von Goebbel Premiere als „Sieg des Glaubens“ .Wegen Röhm-Putsch nach kurzer Zeit aus dem Verkehr gezogen. Im Auftrag von Hitler dreht Riefenstahl weiteren Reichsparteitagsfilm über 6. Reichsparteitag der NSADP. Arbeitet mit 170 Personen vom 4. bis zum 10. September 1934 in Nürnberg, benötigt sieben Monate für Schnitt und die Fertigstellung. Den in seiner Langfassung vier Stunden dauernden Film schneidet sie aus mehreren hundert Stunden Material zusammen, nutzt dabei innovative und suggestive Montagetechniken. 28. März 1935 Premiere von „Triumph des Willens“ in Berlin in Anwesenheit Hitlers. Analog zur perfektionierten choreographischen Selbstinszenierung der NSDAP inszeniert die Regisseurin mit filmischen Methoden stark verdichtetes Material, in dessen Mittelpunkt Hitler überlebensgroß als Führer stilisiert wird, umgeben von Gruppen uniformierter Anhänger. Das Dokument der Propagandaveranstaltung wird zum Instrument der Emotionalisierung des Publikums, zum Wunschbild nationalsozialistischer Massenverführung. Insbesondere die Szenen des Chors der Arbeitsfrontmänner und der Appell von SA und SS mit seiner monumentalen Massenchoreografie immer wieder zitiert, Inbegriffe faschistischer Selbstinszenierung. Riefenstahl erhält den Deutschen Filmpreis 1934/35, den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm bei der Biennale in Venedig 1935 und bei der Pariser Weltausstellung 1937 die Goldmedaille.
Der Film


Reichsschrifttumskammer [LK 123]
(RSK) eine von sieben Abteilungen der Reichskulturkammer. Ihrer Gründung vorausgegangen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933, die ankündigt, wie das Nazi-Regime sich die Freihaltung des Schrifttums von ungeeigneten und unzuverlässigen Elementen vorstellt. Gibt sich als Standesvertretung der Schriftsteller aus. Ab 1934 müssen alle Schriftsteller, die veröffentlichen wollen, bei der RSK Mitglied sein. Wer hierfür keinen Ariernachweis erbringen kann, wird entweder nicht aufgenommen oder ausgeschlossen, Berufsverbot gleichkommend, in erster Linie jüdische Schriftsteller, aber auch solche betreffend, deren Werke aus Sicht der Nationalsozialisten volksschädlich sind. Der Auftrag an die deutsche Literatur ist geistige Erneuerung, bedeutend, dass mit dem schriftstellerischen Schaffen die Ideologie der Nationalsozialisten uneingeschränkt zu unterstützen ist.
Präsidenten:
1933-1935: Hans Friedrich Blunck
1935-1945: Hanns Johst


reine Anschauung [AUS 7]
Kants Erkenntnistheorie unterscheidet zwischen empirischen Anschauungen (durch Sinnesorgane gegeben) und reinen Anschauungen (a priori vor jeder Erfahrung gegeben). Reine Anschauungen sind Raum und Zeit.


reines Denken [AUS 7]
David Hume: durch reines Denken ist überhaupt keine substanziellen Wahrheit über die Welt zu erkennen. A priori, lassen sich nur triviale Aussagen wie, dass alle Junggesellen unverheiratet sind, als wahr erweisen – Aussagen, deren Wahrheit sich allein aus der Bedeutung der in ihnen vorkommenden Begriffe ergibt.
Kant: Was ist a priori (durch reines Denken ohne Rückgriff auf Erfahrung) über die Welt heraus zu finden? Das reine Denken scheitert nur, wenn es um Gegenstände geht, die unsere Erfahrung grundsätzlich übersteigen (Gott, die Welt als Ganzes, das Ich). Über die Grundstrukturen der Erfahrungswelt sind durchaus a priori substanzielle Erkenntnisse zu gewinnen.
Die Welt und die in ihr vorkommenden Gegenstände müssen bestimmte Eigenschaften haben, damit sie überhaupt Gegenstände der Erfahrung sein können. Wenn etwas ein Gegenstand der Erfahrung ist, können wir daher a priori wissen, dass es mindestens über diese Eigenschaften verfügt. Kant spricht von den Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung und nennt die Philosophie, die diese Bedingungen analysiert, "Transzendentalphilosophie". (1) Gegenstände müssen räumlich und zeitlich geordnet sein (2) in unserer Erfahrungswelt gibt es Substanzen, Dinge, die im Laufe der Zeit bei allen Veränderungen, die sie erleiden, dieselben bleiben (3) alle Veränderungen in unserer Erfahrungswelt haben eine Ursache. Die Welt, so wie wir sie erfahren, ist die "Welt der Erscheinungen" (Phänomena). Von der Erscheinungswelt sind zu unterscheiden die Welt der Dinge an sich (Noumena). Erfahrungen kommen zustande, dass die Welt der Dinge an sich in uns Anschauungen hervorruft und der Verstand dann diese Anschauungen anhand der Anschauungsformen Raum und Zeit sowie der Kategorien (Substanz und Kausalität) so strukturiert, dass eine Welt erfahrbarer Gegenstände entsteht.
Hegels Lehre vom Sein bildet den Anfang seiner Logik. Hier bedeuten reines Denken, reiner Gedanke und reines Sein, dass sie bloße Form und absolut ohne Inhalt sind.


Reitz, Edgar [CS 172]
* 1932 deutscher Autor, Filmregisseur, Professor für Film.
Fast 60 Stunden umfassende Filmreihe "Heimat", sowohl bei den Zuschauern sehr erfolgreich als auch mit Kritikerlob und Preisen überhäuft. Hauptteile der als Trilogie angelegten Reihe erschienen 1984, 1992 sowie 2004. 2006 mit Epilog vollendet. Reitz gelingt mit diesem Langzeit- und Monumentalprojekt ganz neue Sichtweise, nämlich poetische wie realistische Annäherung an die deutsche Vergangenheit, wie sie sich in der Provinz abgespielt haben könnte.
2013 vierstündiger Film "Die andere Heimat"


Réjane [AW 181]
die Demimondäne (siehe ) Réjane stammt aus Sombart "Der moderne Kapitalismus" (Leipzig 1902 S. 337):
"... ein interessantes Kapitel: die Genesis der Pariser Mode, von dem ich nur einzelne wenige Stücke hier wiedergeben kann:
Bekannt auf der ganzen Erde als Gebilde ganz eigenartiger Natur sind die großen Geister der Schneiderkunst: die grands couturiers, die tapissiers des femmes, wie sie sich selbst lieber nennen hören, von denen Michelet sagen zu sollen glaubte: "pour un tailleur, qui sent modèle et rectifie la nature, je donnerais trois sculpteurs classiques." Ihre Zahl ist nicht gering. Selbst führende Häuser gibt es fast ein Dutzend, unter denen wiederum Rouff und Lafferière, Pingat und Worth, neuerdings vor allem Doeuillet und Doucet an Macht und Ansehn herrvorragen. Diese ganz Großen sind in der Kreierung der Mode fast autonom; ganz selten, daß sie sich einer 'Anregung' bedienen, die ihnen die vendeurs d'idées, die "dessinateurs de figurines", deren es etwa 12 in Paris gibt, gegen klingende Münze zukommen lassen. Nur in Ausnahmefällen auch folgen sie den Anweisungen ihrer Klientel
Diese ist im wesentlichen nur ihr Organ, ist nur das Instrument, auf dem sie spielen. Vor allem die großen tonangebenden Kokotten und nächst ihnen die Heldinnen der Bühne - ... heuer (1900) mit Vorliebe die Réjane ..."


Rembrandt [AW 269]
[RS 22f, 102]
Mann mit Lupe, ca. 1668
eigentlich Rembrandt Harmenszoon van Rijn * Leiden 1606 † Amsterdam 1669 bedeutendster niederländischer Künstler des Barock
Maler, Radierer, Zeichner, führt Werkstatt, bildet Künstler aus. Vater Müller, Mutter Bäckerstochter. Bricht Studium der Philosphie nach kurzer Zeit ab. Ausbildung zum Maler , geht nach Amsterdam. Porträtaufträge reicher Kaufleute. 1634 heiratet Rembrandt Saskia van Uylenburgh, die Nichte seines Kunsthändlers und Tochter eines wohlhabenden Patriziers. Neben künstlerischer Tätigkeit handelt Rembrandt mit Kunstwerken und baut eine Sammlung von historischen und wissenschaftlichen Objekten, Pflanzen und Tieren, sowie Exotika (Gegenständen aus fernen Ländern wie Indien) auf. 1642 verstirbt Saskia, bedeutet tiefen Einschnitt in Rembrandts Leben. Identifiziert sich stark mit seiner Vaterrolle. 1654 wird Hendrickje Stoffels vor den Amsterdamer Kirchenrat geladen, der sie wegen unzüchtigen Zusammenlebens mit Rembrandt rügt. Sie bringt die dritte Tochter Rembrandts, zur Welt. Er wird für zahlungsunfähig erklärt. Haus und Sammlung werden versteigert. Rembrandt zieht in die Rozengracht um, führt abgeschiedenes Leben unter mennonitischen und jüdischen Freunden. 1663 stirbt Hendrickje Stoffels, 1668 sein Sohn Titus
siehe auch Dr. Tulp


Remise [AUS 157]
Wirtschaftsgebäude in der Regel an der rückwärtigen Grundstücksgrenze für Fahrzeuge oder Geräte errichtet


Rempart [RS 339]
frz. Wall Bollwerk


Rendelsham, Wald von [RS 272]
wohl Druckfehler, siehe Rendlesham Forest


Rendlesham Forest [RS 272]
Der Wald von Rendlesham ist ein 1500ha Mischwald in Suffolk im Besitz der Forstverwaltung, mit Erholungsgebieten für Wanderer, Radfahrer und Camper.
Zitat aus einem Blog:"When I first moved to Suffolk in the mid-eighties, from the flatlands of Cambridgeshire, I found the area around Rendlesham, Eyke and Tunstall quite exotic. For a start, there were the forests, through which the roads cut and in which the villages hide. But mostly, it was the Americans that made it exotic. Woodbridge and Bentwaters were among the biggest American bases in Europe, and to drive along the perimeter fences, gazing in at the houses, bunkers and hangers, was to see a people in possession.
Above the entrance to the Bentwaters base was a banner reading PEACE THROUGH SUPERIOR FIREPOWER. It was from here that the American Airforce bombed Libya.
Well, the great storm of October 1987 destroyed a million trees in Suffolk, and was particularly cruel to the Rendlesham and Tunstall forests. And the Americans have gone now, leaving empty holes in this district.
Their absence is most striking from Wantisden church, where the great Bentwaters base stretches away to the horizon, abandoned and derelict.
St Gregory is set in the fields on the far side of the village from the air base, and you would not think that for more than 50 years this village was a virtual garrison town. And you'd think, now, that with the departure of the US Airforce, this area would be settling back down into sleep. But the opposite is true. The former base has been sold for housing, and the population of this village will increase greatly over the next ten years. The former base chapel, dedicated to St Felix, has been reopened as a second church for the parish. And, of course, sleepiness has never been a Rendlesham habit. Long before this church was built, this village was the site of the capital of Saxon East Anglia.


Rendlesham Hall [RS 265]
Gut in den "Sandlings", siehe


Repertorium [LW 30]
Verzeichnis der Archivalien eines Archivbestands, häufig als Findbuch bezeichnet. Im akademischen Sprachgebrauch auch 'umfassendes Verzeichnis', im 19. Jht gelegentlich als Zeitschriftentitel verwendet (zB 'Chemisch-technisches Repertorium')


Repetieruhr [SG 282]
Repetitionsuhr. Im Unterschied zum automatischen Schlagwerk, das selbsttätig in gewissen Intervallen schlägt, kann man bei der Repetieruhr die Zeit auf Wunsch abrufen (Rufschlagwerk). Es werden dabei die vorhergehende Stunde und meist auch noch kleinere Zeiteinheiten repetiert, d. h. mittels eines Schlagwerks wiederholt. Seit Anfang 19. Jh. besonders Taschenuhren mit einem Repetierwerk ausgestattet, um auch im Finstern die Zeit festzustellen


Republikanismus [UH 22][LL 97]
von res publica (lat. öffentliche Sache oder Gemeinwesen) Richtung der politischen Philosophie, für welche der demokratische Wille in einem öffentlichen Prozess auf der Grundlage von Bürgertugenden aktiv geformt wird. Die Regierenden werden für eine vorher festgelegte, unwiderrufliche Zeit in periodischen Abständen vom Volk oder deren Repräsentanten gewählt (legitimiert) und Bürger wirkt aktiv mit, damit sich die Souveränität nicht nur auf den kurzen Vorgang des Wählens reduziert (interaktive Demokratietheorie).
Willens- und Meinungsfreiheit sind elementar in republikanischen Verfassungen
Gruppierungen, die den Republikanismus förderten, entwickelten sich aus der Gegnerschaft zur Monarchie (besonders der erblichen) sowie aus der Befürwortung der bürgerlichen Verfassungsbewegung und bestanden bereits vereinzelt vor der Umsetzung der Idee von republikanischen Staatsformen. Als sich schließlich Staaten nach dem Muster einer Republik bilden wurden und das Volk sich am Entscheidungsprozess der politischen Gemeinschaft beteiligt, sind ihre Ziele zunehmend von sozialistischen Parteien einerseits und Volksparteien der rechten Mitte andererseits übernommen worden; beide Richtungen kennzeichnen Merkmale der sogenannten modernen Parteien, die sich in der Neuzeit entfaltet haben.


Rescript [LL 27]
oder Reskript (lat.: rescriptum Antwortschreiben), im römischen Recht Rechtsnorm zur Regelung von Rechtsfragen im Einzelfall, ähnelt einem einem Bescheid


Resilienz [CS 132]
auch "Stehauf-Prinzip" stammt aus dem englischen 'resilience' (Elastizität oder Spannkraft) : innere Widerstandsfähigkeit, die dazu befähigt, Krisen zu bewältigen und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Kinder, die sich trotz bestimmter Risikofaktoren gut entwickeln, werden als „resilient“ bezeichnet


Resnais, Alain [AUS 368]
* Vannes 1922 französischer Filmregisseur der Nouvelle Vague. Kurzfilme über berühmte Künstler wie Vincent van Gogh oder Paul Gauguin. 1959 Hiroshima, mon amour. Dessen literarisch höchst anspruchsvolles Drehbuch von Marguerite Duras, L'année dernière à Marienbad 1961, Drehbuch Alain Robbe Grillet.
Bibiothèque Nationale de France im Zentrum von Paris zu großen Teilen leer. 11 Etagen Magazin und ein großer historischer Lesesaal liegen brach. Diese Bibliothek war 1956 Schauplatz eines Films von Alain Resnais; in seinem 20-minütigen Dokumentarfilm „Toute la mémoire du monde“ zeigt Alain Resnais, wie die Bibliothek als Speicher allen Wissens dieser Welt funktionierte, wie an einem normalen Tag Bücher, Zeitschriften, Pläne und andere Schätze dort ankommen, katalogisiert werden und ihren Weg in die Archive finden, um von dort wieder dem Leser in den Lesesälen zur Verfügung gestellt werden zu können, die, wie er sagt, durch das Lesen der Bücher ein Stück des universellen Wissens verinnerlichen und somit einen „Schlüssel“ erhalten. Als wäre es der Überschuss übers bloß dokumentarische, verzeichnende Interesse am Gegenstand, sind die ersten Minuten fast durchweg Kamerabewegung, durch die Bibliothek hindurch, eine Balustrade außen entlang, Fahrten durch Räume, die auch einmal immer weiter auf die weiße Decke und die Deckenleuchten sich zu bewegen und im fast nur noch Weißen dieser Decke enden. In diesen Fahrten steckt ein Enthusiasmus, der in den Worten des Sprechers als Pathos weniger seine Verdopplung als Steigerung erfährt. Es gibt, scheinen die Bilder und Worte zu sagen, kaum einen großartigeren Ort als diesen hier, die Bibliothèque Nationale. Kamera in Bewegung: die im übrigen auch das Archiv als einen Ort ständiger Bewegtheit des Materials vom einen Ort zum anderen sichtbar werden lässt; Musik von Maurice Jarre: deren kühl treibende Rhythmen eher einem Kriminalfilm zuzugehören scheinen als dieser Belebung eines Hauses, dieser Feier der Vollständigkeit, die in einer enggeführten Bewegung von Text und Bild die Tatsache, dass niemand wissen kann, was einst bedeutend sein wird und dass daher alles, und zwar ausnahmslos, gesammelt werden muss, demonstriert, indem sie eine der eleganten Kamerafahrten auf dem Close-Up eines zu verzettelnden Dick-Tracy-Comics enden lässt. Nach zweiundzwanzig Minuten endet dieser Hymnus, eine Vorführung der, sei es höchst alteuropäischen, Darstellbarkeit: des Archivs, der Bibliothek, des Gedächtnisses der Welt.


Restitution [CS 240]
von lat. restitutio = Wiederherstellung. Wozu also Literatur? fragt Sebald (S. 247) und antwortet: Einzig vielleicht dazu, daß wir uns erinnern und daß wir begreifen lernen, daß es sonderbare, von keiner Kausallogik zu ergründende Zusammenhänge gibt und fährt fort: Es gibt viele Formen des Schreibens; einzig aber in der literarischen geht es, über die Registrierung der Tatsachen und über die Wissenschaft hinaus, um einen Versuch der Restitution. Wenn Literatur überhaupt so etwas wie eine Restitution leisten kann, dann tut sie dies in Zusammenhängen, die keiner kausalen Logik folgen. Und damit ist dieser Literaturbegriff nicht auf so etwas wie Erfolg aus; er ist lediglich „Versuch“ „der Restitution“, als solcher aber nicht im Reich des Wissens angesiedelt.


Reverbere [RS 202]
(französisch: réverbère) Reflektor einer Lampe, Straßenlaterne. Bei Leuchtfeuern Kombination einer Lichtquelle mit einem Parabolspiegel


Rheinischer Hausfreund [AW 56]
[LL 9]
siehe Hebel


Rheinstromdelta [RS 208]
Rhein-Maas-Delta (oder Rheindelta), bedeutendste naturräumliche Einheit der Niederlande. Bis zur Elisabethenflut 1421 fließt die Maas etwas südlich Richtung Nordsee und bildet mit Waal und Lek einen gemeinsamen, archipelartigen Mündungsbereich, dessen damaliger Zustand wegen zahlreicher Meeresbuchten, ästuarartig erweiterter Flussläufe, vieler Inseln sowie beständiger Küstenveränderungen heute schwer fassbar ist. Gezeitendelta, Sedimentation der Flüsse und Gezeitenströme bestimmen seine Gestalt. Gemeinsame holozäne Sedimentationsfläche an den Mündungen von Rhein und Maas, ein etwa seit 6000–7000 Jahren v. Chr. durch flächenhafte Flussablagerungen gebildetes Gebiet.


Rhonegletscher [LL 46]
Talgletscher im Quellgebiet der Rhone in den Zentralalpen der Schweiz. Knapp 10 km lang, durchschnittliche Breite 1 km. Vor allem im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund seiner damals noch weit ins Tal bei Gletsch hinunter reichenden Zunge grosse Touristenattraktion. Er schmilzt kontinuierlich, nach Experten bis 2100 vollständig verschwunden


Riccioli, Giovanni Battista [AUS 152] [RS, Titel ]
* Ferrara 1598 † Bologna 1671 ital. Theologe (Jesuit) und Astronom. Bekannt die Mondkarte, basierend auf Beobachtungen mit dem Teleskop. Beschreibt als erster einen optischen Doppelstern (Mizar und Alkor im Großen Wagen), macht Beobachtungen der Saturn-Ringe (ohne ihre wahre Natur zu erkennen). Ihm zu Ehren 'Riccioli Krater' und 'Riccioli Rillen (Rimae Riccioli)' auf dem Mond benannt


Richard, Timothy [RS 181]
* Wales 1845 + London 1919 Dr. Baptisten-Missionar in China, Aufstieg der Chinsesischen Republik beeinflusst, ab 1869 in der Provinz Shandong .Herausgeber der Monatsschrift "Wan Guo Gong Bao" (Review of the Times) bis 1907, von der gesagt wird: "...to have done more for reform than any other single agency in China." Werke u.a. Forty-five Years in China.1916


Riemenschneider, Tilman [NN 8]
* Heiligenstadt um 1460 † Würzburg 1531
Bildschnitzer und Bildhauer. Ihn soll Grünewald als Dionysius auf dem Lindenhardter Altar dargestellt haben:

bedeutendster Bildschnitzer und Bildhauer am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance um 1500. Bildhauer- und Bildschnitzerhandwerk wohl in Straßburg und Ulm erlernt. 1483 in der fürstbischöflichen Residenzstadt Würzburg aufgenommen. Durch starre Gildeordnung Ortsfremde keine andere Möglichkeit, in die Reihen der einheimischen Handwerksmeister aufgenommen als Meistertochter zu heiraten. 1497 zum zweiten Mal verheiratet, 1507 zum dritten und 1520 zum letzten Mal.
Betreibt Gewerbe mit Geschäftssinn und Kunstfertigkeit. Um 1500 als Künstler hervorragenden Ruf, wohlhabender Bürger. Besitzt mehrere Häuser, reichlich Grundbesitz mit eigenen Weinbergen und florierende Werkstatt ,1504 in den Rat der Stadt Würzburg berufen, 1520 bis 1524 Brgermeister. Zu dieser Zeit weht der Geist der Reformation durchs Land. Der Rat der Stadt führt längere politische Auseinandersetzungen mit dem mächtigen Fürstbischof, der als Landesherr in der Festung Marienberg direkt oberhalb der Stadt residiert. Der Streit eskaliert 1525 während des Bauernkriegs, als sich aufständische Bauern vor der Stadt sammeln und die Würzburger Bürger sich mit ihnen gegen den Bischof verbünden. Die Festung Marienberg hält der Belagerung und den Angriffen stand. Entscheidende Schlacht außerhalb der Stadt, wo die anrückenden Landsknechte des Georg Truchsess von Waldburg-Zeil das Bauernheer vernichten. Da die Bauern am Vortag von ihrem militärischen Führer Götz von Berlichingen verlassen werden, gehen sie führerlos in den Kampf und sind chancenlos. Innerhalb von zwei Stunden 8.000 Bauern getötet. Als die gut ausgerüsteten und kampferprobten Truppen des Bischofs zum Angriff auf die Stadt übergehen, endet auch der Aufstand der Bürger in ihrer totalen Niederlage und Unterwerfung.
Die Anführer des Aufstands – unter ihnen alle Ratsherren – in den Verliesen der Festung Marienberg eingekerkert, gefoltert und zum Teil grausam bestraft. Auch Tilman Riemenschneider war zwei Monate in Kerkerhaft und unterliegt der Folter. Lange hielt sich die Legende, dass dem Künstler, der sich in die Politik verstrickt hatte, im Kerker die Hände gebrochen werden und er danach nie mehr arbeiten kann, jedoch nicht erwiesen. Zusammen mit den anderen Ratsherren kommt er schließlich frei, wird mit der Einziehung großer Teile seines Vermögens bestraft. Die nachtragende Obrigkeit sorgt außerdem dafür, dass Tilman Riemenschneider bald in Vergessenheit gerät, erhält nie mehr einen größeren Auftrag.


Riese [BU 35] [SG 281]
auch Holzriese, rutschbahnartige hölzerne Rinne zum Abtransport geschlagener Baumstämme aus steilen Gebirgstälern. Verbreiteter Ausdruck im Alpenraum.


Rieter, Luise [LL 122]
(1828-1879)"Fräulein Rieter", in sie verliebt sich - unerwidert - Gottfried Keller
"Winterhurerin", Tochter des Kaufmanns Carl Friedrich Rieter-Schellenberg, der in Winterthur ein Kolonialwarengeschäft betreibt. Befasst sich mit Literatur und bildender Kunst, wirkt als Erzieherin im Hause eines Dubliner Arztes, lebt später zusammen mit ihrer Mutter in einem Thurgauer Dorf und verbringt die letzten Jahre bei Verwandten in Danzig.
Keller lernt Luise bei seinem Freund Wilhelm Schulz kennen, bei dem er 1847 nach dem Tod von dessen Frau eine Weile lebt. Luise ist vom Ehepaar Orelli-Breitinger, den Eigentümern des Hauses, während der Sommerferien eingeladen. Luise über ihre erste Begegnung mit Keller:
"Als wir nach Hause gekommen, kam bald Herr Daverio mit dem Dichter Keller, dieser spricht wenig und scheint eher phlegmatischen Temperaments zu sein. Er hat sehr kleine, kurze Beine, schade! denn sein Kopf wäre nicht übel, besonders zeichnet sich die außerordentlich hohe Stirne aus. Es war ihm nicht ganz wohl, hoffen wir, daß es nicht mich war, die ihm Weh verursachte und er verließ uns bald wieder."


Rigorosum [NN 39]
eine Form der mündlichen Promotionsprüfung an einer Hochschule


Roland der Riese [CS 241]
Bremer Roland, eine 1404 errichtete Rolandsstatue auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, Wahrzeichen Bremens. 5,47m hoch, von einem gotisch ornamentierten Baldachin gekrönt, größte freistehende Plastik des deutschen Mittelalters.
Dargestellt der aus Liedern und Epen (Rolandslied) bekannte Heerführer, angeblicher Neffe Karls des Großen. Roland steht auf dem Markt als Repräsentant des Kaisers, verkündet und garantiert die Marktrechte und Freiheiten, die der Stadt angeblich verliehen worden waren: „vryheit do ik ju openbar / d’ karl vnd menich vorst vorwar / desser stede ghegheuen hat / des danket god’ is mi radt “ „Freiheit tu ich euch öffentlich kund / die Karl und mancher Fürst fürwahr / dieser Stätte gegeben hat / dafür danket Gott, das ist mein Rat!“


Rosei, Peter [UH 16]
* 1946 österreichischer Romancier und Essayist, siehe wiki " target="_blank">


Rosenfeld, Jakob [AW 81]
Am 25. März 1934 ("Blutpalmsonntag") Pogrom in Gunzenhausen. Zwei Juden kommen ums Leben, der 65-jährige Privatier Max Rosenau und der 30-jährige Kaufmann Jakob Rosenfelder. Ableben der beiden bislang als Selbstmord bzw. ungeklärt dargestellt. Die Strafprozessakten zum Pogrom (19 SA-Männer werden zunächst zu Freiheitsstrafen verurteilt, später doppelt amnestiert: zuerst vom NS-Staat, dann in der Bundesrepublik) aufgefunden.
Max Rosenau
Vom Mob in den Tod getrieben. Als die Menge die Haustüre aufbricht, fügt er sich mit einem Messer fünf Stiche in die Herzgegend zu, sinkt zu Boden und stirbt.
Jakob Rosenfelder
Wird vom 33-jährigen NSDAP-Stadtrat und SS-Mann Max Halbig, Begründer des größten Autohauses der Stadt, sowie Max Barthel, SA-Mann und HJ-Wehrsportlehrer, angeblich tot und erhängt aufgefunden. Er hatte vor dem anstürmenden Mob im Schuppen der Bahnhofstraße 16 Zuflucht gesucht. Bewiesen, dass Rosenfelder zuerst erdrosselt und dann tot oder sterbend aufgehängt worden ist


Rosenhorn [AW 24]
siehe bei Zinggenstock


Rosenkönigin [AUS 263]
Die Rosenkönigin: phantastisches Ballet in drei Akten und fünf Tableaux von Ferraris/Gollinelli 1852, nach einem Märchen von Bechstein
oder
Die Rosenkönigin (La reginetta delle rose), Operette von Ruggero Leoncavallo, Libretto von Giovacchino Forzano


Rosenkranz [LW 12]
Perlenschnur, die katholischen Gläubigen als Zählkette für das Rosenkranzgebet dient, oder Bezeichnung für das Rosenkranzgebet selbst. Inspiriert durch Gebetsketten aus dem Orient, aus frühmittelalterlichen Mariengebeten entwickelt, bei denen das Ave Maria 150mal wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten verbunden ist. 2002 Apostolisches Schreiben Rosarium Virginis Mariae Papst Johannes Pauls II., in dem er die lichtreichen Geheimnisse einführt und das Jahr von Oktober 2002 bis Oktober 2003 zum „Jahr des Rosenkranzes“ ausruft.


Rosenkranzstunde [LW 12]
gemeinsames Beten des Rosenkranzes in der Kirche, siehe auch Epitaph


Rose von Jericho [AW 57]
Anastatica hierochuntica, die Echte Rose von Jericho, auch Wüstenrose. Beheimatet in den Wüstengebieten von Israel, Jordanien, auf dem Sinai und Teilen Nordafrikas. Nach Eintrocknen durch Winde aus ihrer schwach ausgeprägten Wurzelverankerung gerissen, rollt sie kilometerweit ("Chamaechorie"). Ins Wasser gestellt entfalten sich die trockenen, eingerollten Ästchen und Blätter und färben sich innerhalb eines Tages dunkeloliv.
Esoteriker schreiben der Pflanze übernatürliche Kräfte zu (wegen ihres angeblich Jahrhunderte langen Lebens), Pflanze auch in Zusammenhang mit der Wiederauferstehung Christi gebracht. Zum „Erblühen“ gebracht und neben ein Kindbett gestellt, soll sie die Geburt erleichtern und Kind und Mutter ein langes Leben verheißen. Man erhofft von ihr den Schutz des Anwesens, seiner Bewohner und der gesamten Stammlinie. Noch heute glaubt man, dass sie, unters Bett gestellt, das Einschlafen fördert. Nicht erwiesen, dass sie Schutz gegen Kleidermotten bietet oder Zigarettenrauch vertilgt.


rote Zeit [SG 256]
Zeit der Münchner Räterepublik vom 7. April bis zu ihrer gewaltsamen Niederschlagung am 2. Mai 1919. Nach den sich überschlagenden Ereignissen der Novemberrevolution in Bayern ab dem 7. November 1918 und der Ermordung des ersten Ministerpräsidenten der Republik Kurt Eisner am 21. Februar 1919 die zweite Revolutionsphase in München. Kurzlebiger Versuch, nach Ende des Ersten Weltkriegs einen sozialistischen Staat in Form einer Rätedemokratie in dem aus dem vormaligen Königreich Bayern entstandenen „Freistaat“ (der bayerischen Republik) zu schaffen.
Nachwirkender, relativ eigenständiger Teil der das ganze Deutsche Reich umfassenden Novemberrevolution. Nach dem bayerischen König waren auch alle weiteren Monarchen und regierenden Fürsten der deutschen Teilstaaten einschließlich des deutschen Kaisers Wilhelm II. gestürzt worden.
Die folgende Entwicklung führte nach bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Vertretern des Parlamentarismus und der Rätedemokratie bis Mitte 1919 zur Gründung der Weimarer Republik mit parlamentarisch-pluralistischen Strukturen im Reich und den deutschen Ländern, wobei sich Bayern in dieser ersten deutschen Republik nach der blutigen Niederschlagung der Revolution (zuletzt der Räterepublik in München) auf Seiten der Gegner der Revolution zu einer „Brutstätte“ des Nationalsozialismus entwickelte.
Die rote Zeit Gedichte von Albert Ehrenstein 1917


Roth, Gerhard [UH 14, 16]
* 1942 österreichischer Schriftsteller siehe wiki


Roth, Josef [UH 13f.]
Moses Joseph Roth 1894 - 1939 österreichischer Schriftsteller und Journalist. siehe wiki


Rothschild [AW 181]
Rothschilds, Stammreihe in Deutschland bis um 1500 urkundlich belegt, im 19. und 20. Jahrhundert eine Bankiersfamilie jüdischer Herkunft, deren Stammhaus M. A. Rothschild & Söhne in Frankfurt. Im 19. Jahrhundert die einflussreichsten Bankiers und wichtigsten Finanziers der europäischen Staaten. Noch heute mit Nachfolgeinstituten international bedeutende, hauptsächlich im Investmentbanking tätige Bank


Rottachtaler [CS 224]
Name (fiktiv?) einer Volksmusikgruppe


Rousseau, Jean Jaques [LL 5f, 47ff]
[Auf ungeheuer dünnem Eis 206]

* Genf 1712 † Ermenonville bei Paris 1778 Genfer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist der Aufklärung. Einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter der Französischen Revolution mit großem Einfluss auf Pädagogik und politische Theorien des 19./20. Jahrhunderts.
Vater Uhrmacher, Vorfahren wandern aus Glaubensgründen von Frankreich in die damals unabhängige Stadtrepublik Genf aus (Protestanten). Mutter stirbt neun Tage nach seiner Geburt, jüngere Schwester des Vaters übernimmt Haushalt. 1722 flüchet Vater nach Rauferei mit Offizier aus Genf. Rousseau zwei Jahre bei Pfarrer Lambercier in Bossey, leidet unter ungerechter Bestrafung und körperlicher Misshandlung. Vater heiratet 1726 zweites Mal in Nyon, wenig Interesse an Sohn.
1728 auf Wanderschaft. In Turin katholisch getauft, Sekretär in adeligen Turiner Häusern. Mit Lehrer nach Lyon, erneut auf Wanderschaft, in Paris Diener eines Schweizers. „Maman“ (Madame de Warens) führt ihren anfänglich widerstrebenden Jean-Jacques in die Liebeskunst ein, hat neben ihm noch weitere Liebhaber. 1737 Augenverletzung durch Explosionsunfall bei chemischen Experimenten, Hauslehrer Lyon. 1742 Paris, um ein von ihm entwickeltes, auf Zahlen basierendes Notensystem von der Académie des sciences patentieren zu lassen. Lernt den bekannten Komponisten Rameau kennen. 1743 Venedig 1744 wieder Paris. Seine Oper Les Muses galantes aufgeführt. Kontakte zu Denis Diderot und Jean le Rond d’Alembert, Herausgeber der Encyclopédie. Verhältnis mit der Wäscherin Thérèse Levasseur: sie übergibt die 1746, 1748 und 1751 geborenen Kinder einer Einrichtung für „Findelkinder“, wo ihre Überlebenschancen gering sind.
1752 Oper Le Devin du village („Der Dorfwahrsager“) großer Erfolg.
Beginn seiner fundamentalen Opposition. 1754 Genf, nimmt Staatsbürgerschaft der Republik wieder an, wird Protestant. 1755 mit "Discours sur l’origine et les fondements de l’inégalité parmi les hommes (Abhandlung über Ursprünge und Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen)" einer der Begründer des europäischen Sozialismus.
In Montmorency, wo er 1758 ein Häuschen mietet, innerhalb von sechs Jahren seine erfolgreichsten Werke: Julie oder Die neue Heloise, Émile, Du contrat social ou Principes du droit politique. Sorbonne verurteilt Émile, Parlement von Paris erläßt Haftbefehl. Calvinistischen Oberen in Genf verbieten das Buch, ebenfalls Haftbefehl. Rousseau flüchtet nach Bern, ausgewiesen. Friedrich der Große gewährt Asyl und Bürgerrecht. Kleidet sich in Môtiers als Armenier. 1765 6 Wochen auf der St.Petersinsel Bielersee 1766 und 1767 England, 1767 und 1768 Frankreich. Confessions („Bekenntnisse“), posthum publiziert.
Ängste, wahnhafte Züge. Rêveries du promeneur solitaire („Träumereien des einsamen Spaziergängers“). 1778 Einladung des Marquis de Girardin auf dessen Schlösschen Ermenonville, wo er stirbt, begraben auf der Île des peupliers („Insel der Pappeln“) im Schlosspark, 1794 ins Pariser Panthéon überführen.
Kernsatz: „Die Menschen sind böse; eine traurige und fortdauernde Erfahrung erübrigt den Beweis; jedoch, der Mensch ist von Natur aus gut, ich glaube, es nachgewiesen zu haben; man bewundere die menschliche Gesellschaft, soviel man will, es wird deshalb nicht weniger wahr sein, dass sie die Menschen notwendigerweise dazu bringt, sich in dem Maße zu hassen, in dem ihre Interessen sich kreuzen, außerdem sich wechselseitig scheinbare Dienste zu erweisen und in Wirklichkeit sich alle vorstellbaren Übel zuzufügen.“


Roué [AUS 288]
Playboy, veraltet. Marcello Mastroianni macht ihn in Fellinis Film "La Dolce Vita" unsterblich. Als Bonvivant ist er klassischer Rollentyp der Schauspielkunst. Als Beau oder Adonis ist er der Schönling, als Roué der Wüstling, als Filou der Nichtsnutz der Gesellschaft. Die französische Literatur kannte den Bel Ami (schöner Freund). Eine italienische Variante ist der vor allem an Badestränden ausländische Touristinnen umgarnende Papagallo.


Roulettespiel [AW 133]
Französisches R. wird klassisch an Doppeltischen gespielt: In der Mitte eines langen mit grünem Tuch (Tapis) bespannten Tisches ist der Roulettekessel (Cylindre) in einer Vertiefung eingelassen, links und rechts davon befinden sich die Einsatzfelder (Tableau). Jeder Tisch wird von acht Angestellten des Casinos betreut, der Zylinder befindet sich in der Mitte von vier Croupiers, an den beiden Kopfenden sitzt jeweils ein weiterer Croupier und für jede Tischhälfte ist ein eigener Chef de table zuständig.
Mithilfe einer aus Elfenbein gefertigten Kugel wird die Gewinnzahl ermittelt.
Ziel ist, in jedem einzelnen Spiel (Coup) zu erraten, auf welche Zahl die Kugel fallen wird.
- Plein: Man setzt auf eine der 37 Zahlen, die Auszahlungsquote beträgt 35 : 1.
- Cheval: Man setzt auf zwei auf dem Tableau benachbarte Zahlen, z. B. 0/2 oder 13/14 oder 27/30, die Auszahlungsquote beträgt 17 : 1. usw


Rudolfinische Repositorien [RS 322]
In seinem Vorwort zum Musæum Clausum erwähnt Browne u. a. ein Musaeum Aldrovandi, das Calceolarianum, die Casa Abellita in Loretto, den Kaiser von Wien...
Julius von Schlosser in "Die Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance" (Leipzig 1908):
Die Rudolfinische Kunstkammer war in vier gewölbten Räumen des Prager Schlosses sicher untergebracht; eine Reihe von Kästen, siebenunddreißig an der Zahl (im alten Inventar „Almare" geheißen) enthielt die kleineren Gegenstände, während eine lange Tafel in der Mitte die größeren Stücke, als Kabinette, Uhren u. dgl. trug, abgesehen von Truhen und Tischen, deren Schubläden mit dem buntesten Kleinkram vollgestopft waren. Auf den Kästen standen Bildwerke alter und neuer Zeit, die Wände waren mit seltenen Geweihen dekoriert, die Gemälde aber hier, wie in den übrigen Sälen und Zimmern, bis in des Kaisers Schreibgemach selbst hinein, ohne eine eigentliche geordnete Galerie auszumachen. Vieles lehnte, wie man das auch auf den Galeriebildern des Teniers sieht, an den Wänden, stand auf dem Fuß boden umher. Eine Aufzählung im einzelnen geht bei dieser Anordnung kaum an; es mag nur einiges allgemeinere hervorgehoben sein. Fast in allen Schränken Kuriositäten, daneben altägyptische Fayencen,... ... weiterhin seltsame Schachteln mit Magneten, Mißgeburten, ein Behältnis mit Alraunwurzeln, „fünf indianische" (wohl westafrikanische) „elfenbeinene Jägerhörner" u. s. f. Stark vertreten sind Wachsbossierungen, weiter Arbeiten in halbedlem Gestein, kostbar gefaßt - es ist bekannt, wie sehr der Kaiser dergleichen schätzte und wie treffliche Künstler er an sich zu ziehen suchte, gleich jenem Paul van Vianen, dessen schöne Jaspachatkanne jetzt noch eine Zierde des Wiener Hofmuseums ist - Mosaiklandschaften, Automaten und Uhren, von denen auch noch manch treffliches Stück übrig ist. Es wäre ermüdend und zwecklos, das weiter zu verfolgen ; in der allgemeinen Charakteristik der Kunstkammern wird noch von mancher Einzelheit die Rede sein.
Obwohl keine Kunstkammer im strengen Sinn des Wortes, muß doch hier die kaiserliche Schatzkammer zu Wien kurz erwähnt werden. Auf ihre früheren mannigfaltigen Geschicke, die vielfachen Trennungen und Zessionen soll nicht eingegangen werden; stabil erscheint sie ungefähr seit der Zeit Kaiser FerdinandsIl. Denk würdig ist die noch heute aufrecht erhaltene Trennung in eine geistliche und weltliche Schatzkammer, namentlich die letztere ist jedoch stets ein richtiges Kunst- und Wunderkabinett gewesen, wenn auch naturgemäß die Kleinodien des kaiserlichen Hauses und die Preziosen ihr eine bestimmte Physiognomie verliehen. Man braucht nicht nach dem hochkonservativen England zu blicke, um sich zu überzeugen, wie an solchen alten Höfen längst der Vergangenheit angehörende Formen sich bis in die Gegenwart vererbt haben; die Wiener Schatzkammer ist in der Tat bis zu der Organisierung der neuen Hofmuseen eines der besten Beispiele für ein fürstliches Privatmuseum mittelalterlicher Art geblieben. Es war kein Wunder, daß ihr Ruf von alters her wohlbegründet war, gehörte sie doch dem Geschlechte, das die vornehmste Krone unter den Fürstenhäusern Europas trug.

Dann zitiert Schlosser Neickelius' Museographie von 1772:
Nachdem ein ziemlicher Vorrat von allerhand Raritäten an einem Ort zusammengebracht worden, so erwähle man dazu ein Gemach, welches wegen der bequemen Luft gegen Süd-Ost gelegen, dessen Mauern trocken, der Boden gewölbt, das Tageslicht wohl ausgetheilet, und im übrigen vor allem Unfall wohl bewahret ist. Den Wänden der Mauern und Gewölbe gebe man keinen andern Zierrat, als eine weiße helle Farbe. Dieses von mir in Gedanken vorgestellte Raritätengemach ist ungefähr zweymal so lang als dessen Breite ist, und lieget gegen dem hellen Tag an, damit auch das Kleinste darinn mag wahrgenommen werden. Der Eingang zu demselbigen ist accurat in der Mitte, und beym ersten Eintritt siehet man darinn an beyden Seiten von unten bis oben Repositoria, auf Art der gewöhnlichen Bücher-Riolen oder Schräncke, deren Scheidungs-Bretter also eingerichtet, daß unten der größte Raum, z. E. 1 oder 1 '/„ Ellen hoch, nach gerade aber verkürtzet sich solche Höhe bis end- lich zu Oberst, da derselbige ohngefähr bis zu einer Spannen allgemach abgenommen: Solche Repositoria kan man nun hiernach mit einem zierlichen Altan oder Bogen von vornen umgeben, und mit einer artigen doch ehrbaren Farbe anmahlen lassen. Dergleiclien Repositorien siehet man 6 unterschiedliche, nemlich zu beyden Seiten der Thüre zwey, von 4 den Naturalibus oder natürlichen Raritäten gewidmet. In dem ersten und obersten siehet man lauter vierfüßige Thiere und Vögel, von welchen die grösten, welche etwa ausgestopffet seyn, unten in dem geraumsten Fache, die kleineren aber allgemach höher gesetzt seyn, bis zur obersten Reihe, woselbst die in Spirit. vini conservirte zur mehrern Sidierheit können gesetzt werden, doch also, daß sich alles beydes zugleich wohl praesentiret, und auch das Gemüth oder die Sinnen sich darob belustigen. In dem 2ten Repositorio siehet man aller Arten Fische, Schlangen, Eydexen etc. auf erstere Art angeordnet. Deßgleichen findet man auch in dem 3ten allerley Arten theils Vegetabilia, theils Mineralia oder Fossilia, unter welchen auch die grösten den unterstenRaum einnehmen, die kleineren Sachen aber nacli Proportion bis oben vertheilt werden; das 4te und letzte an dieser Seite begreiffet in sich allerhand See-Ge- wächse, Muscheln oder Schnecken etc., welche beydes zur Gemüths- und Augen - Ergötzung vernünfftig und zierlich dargelegt seyn. Nun haben wir noch auf beiden Seiten des Gemachs einen freyen Raum, woselbst die übrigen 2 Repositoria eines zu Oberst und das andre zu unterst des Gemachs stehn. In dem, welches oben an stehet, siehet man lauter Anatomische Sachen, vornehmlich von Menschen, als Mumien, kleine balsamirte item anatomirte Kinder, deren Gerippe, wie auch von vollkommen erwachsenen Personen, aufgesetzet seyn, nebst andern anatomirten und durch Balsam oder gewissen Vernis künstlich zubereiteten Theilen von Menschen und Viehe. In dem am andern Ende des Gemachs und diesem gegen über stehenden Repositorio findet man denn lauter Curiosa Artificialia, oder künstliche Sachen, unter welchen ein Haupt-Unterschied unter denen antiquen und modernen sonderlich muß gemacht, überhaupt aber also eingerichtet werden, daß sowohl die Kunst als die Absicht der Dinge daran kan wahrgenommen werden. Dieses mir im Sinne vorgebildete Gemach hat 4fache Fenster, nemlich neben jeden, von denen 4. ersten, an der Eingangs- Seite, erwähnten Repositoriis gegen über, folglich haben wir noch offenen Raum für die drey mauerne Pfeiler, zwischen besagten 4. Fenster-Fachen. Der mittelste unter diesen dreyen kommt nun gerade gegen den Eingang oder Thür über zu stehen; daselbst wolle ich entweder ein schön laquirtes oder sauber von Holtz ausgelegtes Münz- und Medaillen-Cabinet hinsetzen. Dieses solte aber so eingerichtet seyn, daß oben auf demselbigen noch ein anderes kleines Cabinetgen stehen könte, worinnen lauter kleine Schubläden seyn solten, darinnen die aller pretieusesten und kleinsten Sachen, welche sonst leichtlich könten von abhanden kommen und verlohren werden, aufbehalten wurden; gleichwol müste darunter auch eine Ordnung gehalten werden, und zu denen Naturalibus, als z. E. Bezoar, Pedro del Porco, Steine aus dem Testiculo castoris, Hirschzähren, item kostbaren Minera, Gold, Diamanten etc. ingleichen zu den Kunst-Sachen, die von hohem Werth, z. E. einen Ring mit einem künstlichen Schloß und Thürmen von Edelsteinen und dergleichen, zu soldien sage ich, mödite ungefähr zu beyden Theilen die Helffte des kleinern Cabinets genommen, und nach gut befindlicher Ordnung eingetheilet werden. Zu beyden Seiten dieses mittleren Mauer-Pfeilers hätten wir noch einen leeren an jeder Seite, diese beyde solten mit dergleichen Bücher, auf zierlichen dazu gemachten Riolen oder Repositoriis besetzt seyn, welche von Museis oder Raritäten-Behältnissen handelten, wozu der am Ende des 11. Theils angehängte Catalogus das seinige beytragen könte. Endlich und zum letzten könte sowol unter denen vier Fenster-Pfosten, als auch in der Mitte des Zimmers ein langer schmaler Tisch gesetzt werden, darauf man die etwa zur Speculation herunter gelangte Raritäten legen und besehen, oder auch in einem und andern Buche, was etwa verlangt würde, nachschlagen und überlesen könte. Diese Büdier könten zu desto besserer Parade allesamt in frantzösischen und wolvergüldeten Bänden eingebunden seyn, und solches um desto leichter, da ihre Zahl nur klein: an beyden Enden des Tisches könten ein Par große Globi, oben am Gewölbe aber einige ungeheuere große Thiere, zum Exempel ein Junger Wal- fisch, ein großer Crocodill, See-Hund, Schlange etc. aufgehangen, beym Eingange der Thüre aber zwey fürchterliche Löwen, Bären oder Tieger aus- gestopfft gesetzt werden. Was etwa über denen Fenstern oder Repositoriis für Raum noch übrig wäre, möchte man mit raren Gemählden von berühmten Meistern besetzen oder behängen. Und dieses wäre mein zwar im Geist und Gedanken aufgerichtetes Museum, so ich mich aber auch allemal in der That zu praestiren erbiete.


rue Richelieu [AUS 395]
Synonym für (alte, geschlossene) Nationalbibliothek von Paris , die dort ihren Sitz hatte


Ruff, Johannes [LL 97]
Schweizer Maler und Kupferstecher (1813 - 1886).

Aquarell 1845: Gottfried Keller als Tambour der Zürcher Freischärler, bezugnehmend auf seine Teilnahme an den Freischarenzügen von 1844 und 1855 (Karikatur).

Zürich vom See, 1880


rumfordische Suppensanstalt [LL 19]
Suppenküche (oder Volksküche), öffentliche Essensausgabe für Bedürftige, gratis oder gegen geringes Entgelt, vor allem Suppe oder Eintopf, daher der Name Suppenküche.
Bekannteste „Standardsuppe“ die Rumfordsuppe, deren Rezept 1790 Benjamin Thompson, Graf von Rumford, ersonnen hat. Zubereitung billig, gleichzeitig gilt sie als nahrhaft.


Rumpelstilzchen [CS 143]
Märchen in den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm von 1812


Ruse, Henrik [AUS 21]
* Runen/Provinz Drenthe 1624 † Sauwerd bei Groningen 1679 holländischer Festungsbaumeister. Wichtigster Mitbegründer der damals führenden niederländischen Festungstechnik. Aus ostfranzösischer Hugenottenfamilie stammend, Ausbildung als Festungsingenieur Amsterdam. 1646 Venedig, 1651 Amsterdam. 1658 beruft ihn Moritz von Nassau als kurfürstlichen Ingenieur nach Deutschland. Ausarbeitung von Plänen zur Befestigung von Kalkar (trotz Widerstands der Bürger 1667 vollendet, niemals in Betrieb, wenige Jahren später wieder abgetragen, kostet enorme Summen, Arbeiten ziehen sich endlos hin - „Instruction für den Statthalter“ 1664: dass „der Ingen. Ruse zur Vollendung der Citadelle in Calcar anzuhalten“ sei. Verzögerungen vermutlich deshalb, weil Ruse 1660 zusätzlich im Dienst König Friedrichs III. von Dänemark die Befestigung Kopenhagens leitet und künftig in dänischen Diensten als Generalmajor und Generalinspekteur der dänischen Festungen zu wirkt. 1673 durch König Christian V. für seine Verdienste der Titel „Baron von Rusenstein“), Zitadelle in Harburg im Auftrag von Herzog Christian Ludwig zu Braunschweig-Lüneburg (1660 Medaille mit Brustbild), 1669 bis 1673 Festung Rendsburgs und Lippstadt.
1654 Leitwerk Versterckte Vesting (Verstärkte Festung). 1671 Denkschrift über die Festungen Dänemarks (dt "Zurückweisung der Missverständnisse des G. Melder in seinen Instruktionen zur Fortifikation, in denen er die Ansichten von H. Ruse in der Verstärkung der heutzutage üblichen Fortifiktation zu widerlegen sucht").


Rusestein [AUS 21]
siehe Ruse


Russel, John [AUS 152]
* Guildford, Surrey 1745 + Hull 1806 engl.Maler, bekannt für seine Porträtmalerei (u.a. King George III, Queen Charlotte, Prince of Wales, Duke of York) in Öl und Pastell, und als Autor und Lehrer (Maltechnik). Auch an Astronomie interssiert (erfindet wiss. Apparat zur Herstellung genauer Mondkarten, deren bekannteste er 1795 zeichnet)



Ruzyně [AUS 207, 246, 254]
Flughafen Ruzyně, saatlicher internationaler Verkehrsflughafen der tschechischen Hauptstadt Prag, bei Ruzyně im 6. Prager Stadtbezirk, 15 km westlich des Stadtzentrums.
siehe bei Prag
1937 Aufnahme des Flugbetriebs. Am Tag, als das Protektorat Böhmen und Mähren ausgerufen wird, am 16.3.1939, besetzt die deutsche Wehrmacht den Flughafen und die erste Maschine der Luftwaffe landet. Die deutsche Armee übernimmt den Flughafen, Einrichtung einer Schule für Bomberpiloten. Die Zahl der deutschen Militäreinheiten am Flughafen während des Krieges ständig zunehmend, deshalb häufiger Bombenangriffe. Nur ein ziviler Linienflug: Berlin-Prag-Wien Deutsche Lufthansa. Die Deutschen verlassen den Flughafen in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 1945.
Nach 1948, in der Zeit der kommunistischen Alleinherrschaft, verschwinden vom Flughafen Ruzyně allmählich die Flugzeuge westlicher Bauart. Die tschechische Fluggesellschaft CSA orientiert sich immer mehr an sowjetischen Flugzeugmodellen. Schrittweise prägen Iljuschin und später Tupolew die Rollfelder des Flughafens. Ende der fünfziger Jahre ist die TU-104 das einzige Düsenpersonenflugzeug in regelmäßigem Verkehrsbetrieb auf der Welt. In den sechziger Jahren Ausbau und Erweiterung des Flughafenareals.


Ryland's Library Manchester [CS 171]

John Rylands Library (John Rylands Bibliothek) Teil der John Rylands University Library in Manchester. Von Enriqueta Augustina Rylands in Erinnerung an ihren Ehemann John Rylands (1801–1888) im Herzen des Stadtzentrum Manchesters gegründet Kern der Bibliothek Sammlung von 40.000 Büchern einschließlich vieler Raritäten, von George John Spencer gesammelt, 1892 von Mrs. Rylands gekauft. 1900 für die Leser geöffnet



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AUS: Austerlitz
AW: Die Ausgewanderten
BU: Beschreibung des Unglücks
CS: Campo Santo
LL: Logis in einem Landhaus
LK: Luftkrieg und Literatur
LW: Über das Land und das Wasser
NN: Nach der Natur
RS: Die Ringe des Saturn
SG: Schwindel.Gefühle
UH: Unheimliche Heimat