... mit welchen Fernweh ich ...
über meinen Atlas gebeugt gesessen bin...




Orte

J





Jaffa [AW 201, 209]
Siehe Adana


Jakutsk [NN 46]



Jasenovac [RS 120]
Gemeinde in Zentralkroatien in unmittelbarer Nähe des Zusammenflusses von Una und Save . Hier befand sich während des Zweiten Weltkrieges das größte Konzentrationslager auf dem Balkan, das von der kroatischen Ustascha geführt wurde, das KZ Jasenovac


Jehol [RS 173]
Siehe Chengde


Jerusalem [AW 202ff]

Jerusalem eine der ältesten Städte der Welt, seit 5000 Jahren durchgehend bewohnt. Der Gegensatz zwischen Antike und Moderne in dieser Stadt mit ihrer multikulturellen und multiethnischen Bevölkerung besonders sichtbar. Die Altstadt ist von einer Mauer umgeben und hat vier Teile: das jüdische, christliche, armenische und muslimische Viertel.
Der Bibel nach erobert König David Jerusalem um 997 v. Chr. und macht sie zur „Davidsstadt“, zum politischen und religiösen Mittelpunkt des Israelitenreiches. Für die jüdische Religion und Kultur ist Jerusalem seitdem Zentrum und Hauptstadt. Sein Sohn, König Salomo (um 969–930), soll einen Palast und einen ersten Tempel für Jahwe erbaut haben, auf dem Tempelberg die sogenannten Ställe Salomos. Nach der Spaltung des Königreichs in die Staaten Juda (Süden) und Israel (Norden) wird Jerusalem die Hauptstadt des Südreiches. Königin Atalja (845–840) entweiht den Tempel (Baalskult), unter König Ahas (741–725) werden auch assyrische Götter verehrt. Hiskia (725–697) reinigt den Tempel, sichert die Stadt durch Mauern und einen Tunnel zur Wasserversorgung. Joschija macht 628 v. Chr. Jerusalem zur alleinigen legitimen israelitischen Kultstätte.
Nebukadnezar II. erobert Jerusalem zweimal (605 v. Chr. und 597 v. Chr.), führt die jüdische Oberschicht in die Gefangenschaft. 586 oder 607 v. Chr. wird Jerusalem von den Babyloniern eingenommen und zerstört.
Ab 538 v. Chr. Stadt und Tempel wieder aufgebaut.
Unter römischer Herrschaft wird der Tempel im Jahre 70 n. Chr. durch Titus zerstört. Hadrian verbietet nach dem Bar-Kochba-Aufstand Juden den Zutritt zur Stadt, benennt sie in Aelia Capitolina um. Auf dem Tempelberg wird ein römischer Tempel errichtet. Konstantin erklärt Jerusalem zur christlichen Stadt (Bau der Grabeskirche, des größten Heiligtums der Christenheit).
Nach kurzer Besetzung durch die Perser (614–628) und ihre jüdischen Verbündeten kommt die Stadt nach dem Sieg des oströmischen Kaisers Herakleios an Byzanz zurück. 637 erobern Araber, während der Kreuzzüge die Kreuzritter unter Gottfried von Bouillon 1099 die Stadt, die ein Blutbad anrichten (innerhalb dreier Tage 20.000 Bewohner getötet). Das Königreich Jerusalem entsteht. 1187 erobert Saladin, kurdischstämmiger Sultan von Ägypten, Jerusalem. 1229 bis 1244 herrscht Kaiser Friedrich II. hier.
1244 besetzen Mamluken, eine türkische Söldnerschicht, die nach Saladins Tod die Herrschaft in Ägypten übernommen hat, die Stadt. Bis 1517 wechsen sich Tartaren, Mamluken, Mongolen usw. in der Herrschaft ab. Jerusalem hat weniger als 10.000 Einwohner und ist ohne politische Bedeutung. Vollgültige Bürger sind allein Muslime. Christen und Juden müssen sich durch ihre Kleidung kenntlich machen, sie dürfen ihre Religion ausüben, sind aber rechtlich diskriminiert. Es existiert ein christliches und jüdisches Viertel und ein ständiger Strom christlicher und jüdischer Besucher und Pilger.
1516 gewinnen osmanische Türken die Oberherrschaft über Ägypten, Arabien und Syrien. Jerusalem wird Verwaltungssitz eines Regierungsbezirks, was deutlichen Aufschwung bringt. 1535 Befestigungen der Stadt neu errichtet, wie sie gegenwärtig zu sehen sind und Altstadt erhält ihre heutige Struktur.
Die osmanische Verwaltung schwankt zwischen Gewaltherrschaft und erkaufter Toleranz.
Verarmte Juden und Christen leben überwiegend vom Pilgergewerbe. Ab 1860 kommen immer mehr Juden, erste Wohngebiete werden außerhalb der Stadtmauern gegründet. Jerusalem bleibt osmanisch, bis es 1917 von britischen Truppen besetzt wird.


Junghlolz [CS 241]
siehe bei Kranzegg









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