... mit welchen Fernweh ich ...
über meinen Atlas gebeugt gesessen bin...




Orte

M





Magglingen [LL 159]


franz. Macolin, zweisprachiger Ort im bernischen Seeland in der Gemeinde Leubringen (franz. Evilard)/Schweiz oberhalb des Bielersees am Jurasüdfuss, genauer am Südosthang des Magglingerbergs.


Mailand [SG 14] [CS 181]



Mainstone [RS 220]



Mainz [Nach der Natur S. 11]



Manchester [NN 83ff][LW 22ff] [RS 220f.] [AW 269][LL 5]

Stadt im Nordwesten Englands.
Mit einer Bevölkerung von 486.000 (City) bzw. Metropolitan Area 2,6 Mio. konkurriert M. mit Birmingham um den Rang der zweitwichtigsten Stadt Großbritanniens. Im Zentrum des Metropolitan County Greater Manchester, ist M. eine der größten Agglomerationen im Land. Die Bewohner heißen "Mancunians" oder "Mancs".
M. spielt Schlüsselrolle in der Industriellen Revolution. Zahlreichen Bäche , in der Nähe entspringend, sind ideal für die Errichtung von Baumwollspinnereien, durch Wasserkraft angetrieben. Die Stadt profitiert außerdem vom nahen Hafen Liverpool.
Nach Erfindung der Dampfmaschine sind Baumwollspinnereien nicht mehr auf Wasserkraft angewiesen, es entstehen noch größere Betriebe in der Stadt. Viele Bewohner ländlicher Gegenden ziehen auf der Suche nach Arbeit hierher. Innerhalb weniger Jahrzehnte steigt die Bevölkerungszahl um ein Vielfaches an, M. wird wichtigstes industrielles Zentrum der Welt.
Das Bevölkerungswachstum bringt die Stadt an die Grenzen der Belastbarkeit. Die meisten Arbeiter sind zu Hungerlöhnen angestellt und in erbärmlichen Zuständen. 1797 kommt es zu Aufständen und Plünderungen.
1819 Peterloo-Massaker. M. wird bedeutendes Zentrum für radikale politische Ideen (Friedrich Engels, Richard Cobden). Bau von Eisenbahnen und Kanälen. Der Amerikanische Bürgerkrieg 1861 hat sofortige Verknappung der Baumwolle zur Folge, Textilindustrie stürzt in tiefe Krise.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verändert sich die Wirtschaftsstruktur. 1910 wird Trafford Park eröffnet, die erste eigens geschaffene Industriezone der Welt (Ford Motor Company, Westinghouse Electric Corp). 1931 höchste Bevölkerungszahl erreicht (766.311). Die Weltwirtschaftskrise trifft die Stadt hart, Textilindustrie fast bedeutungslos. Während des Zweiten Weltkriegs in M. Bau der Avro-Flugzeuge, Ziel von Luftangriffen.
Nach dem Krieg erneut Führungsrolle (Informatik, Filmstudio Mancunian Films), Bevölkerungszahl 1971 543.868, 2001 422.302. In den 1950ern und 1960ern werden alte, überbevölkerte Viertel großflächig abgerissen, durch Hochhaussiedlungen ersetzt, seit den späten 80igern zu einem Großteil wieder abgerissen.
Während der Ära Margaret Thatchers, als die britische Kommunalpolitik quasi privatisiert wird, schlägt M. den Weg der Koalition, Liverpool den Pfad der Opposition ein. Resultat, dass M. die Krise weit besser als Liverpool meistert, wenngleich die Zeichen der Schrumpfung - das heißt Leerstand, Armut, zerstörte Gegenden, tägliches Verbrechen - in beiden Städten noch zum Greifen nahe liegen.
Bedeutende Kanäle treffen sich in M: in der Vergangenheit wichtige Transportwege, kaum mehr befahren, Freizeitboote einzige namhafteBenutzer.
W. G. Sebald lebt von 1966 bis 1970 (mit Unterbrechungen) in M.


Marengo [SG 21ff]



Marienbad [LW 65ff, S. 79ff, S. 96] [AUS 293ff]


tsch. Mariánské Lázne Stadt im Okres Cheb des Karlovarský kraj. 14.300 Einw. 630m hoch in einem milden, nach Süden hin offenen Tal.



Im 14. Jht die durch die Pest völlig entvölkerte Gegend erneut von Deutschen besiedelt. Die Chorherren entdecken im Mittelalter erste Heilquellen. Im 17. Jahrhundert baden bereits Kranke aus der Umgebung in dem als heilend geltenden Schlamm und trinken das Wasser der bekannten „Auschowitzer Quellen“. Klosterarzt Dr. Johann Josef Nehr läßt 1807 und 1808 die ersten Badehäuser neben den Quellen errichten. Abt Reitenberger verwendet Teil des Klostervermögens für den Aufbau des Badeortes. Kritik von Seiten des Ordens: das Geld des Klosters werde in den Sumpf geworfen, seines Amtes enthoben, geht ins Stift Wilten bei Innsbruck. 1879 Denkmal auf der Kreuzbrunnenpromenade. 1824 besteht Marienbad aus 40 Gebäuden, besitzt bereits gewissen Ruf als Kurort. Johann Wolfgang von Goethe 1820 zum ersten Mal hier. Richard Wagner entwirft hier zwei seiner wichtigsten Werke: Lohengrin und Die Meistersinger von Nürnberg. Aufschwung des Kurbetriebs ab 1872 mit dem Anschluss an die Eisenbahn, direkte Verbindung nach Wien, Prag und Karlsbad. 1897 König Edward VII. England zum ersten Mal zur Kur. 1904 besucht ihn der österreichische Kaiser Franz Joseph Blütezeit des Bades. Die Saison vom 1. Mai bis 30. September.Jährliche Frequenz 25.000 Patienten, ungefähr doppelt soviel Besucher. Erster Weltkrieg Einschnitt, ab 1920 – Gründung Tschechoslowakei – lebt Kur wieder auf, 1929 Rekordzahl 41.000 Kurgäste. Zäsur Zweiter Weltkrieg, vorläufiges Ende des internationalen Besucherzuspruchs. 1945 am Marienbader Bahnhof 1000 jüdische KZ-Häftlinge durch Beschuss aus sowjetischen Flugzeugen und unter Beteiligung der einheimischen Bevölkerung ums Leben gekkommen.
1930 7202, 1947 6027 Einw. Gesamte deutschsprachige Bevölkerung durch Tschechen, hauptsächlich aus Zentralböhmen ausgetauscht. Aufgrund der Beneš-Dekrete Deutsche enteignet und vertrieben. Kureinrichtungen verstaatlicht; Kurort für sozialistische Arbeiter. Seit 1989 Beginn Sanierung und Restaurierung wichtiger Gebäude. Heute setzt man stark auf ausländische Kurgäste. Viele sehenswerte Bauten und Kuranlagen. Ältester Golfplatz Tschechiens in Parklandschaft, umgeben von Fichtenwäldern.
Berühmte Kurgäste: Anton Bruckner, Frédéric Chopin, Antonín Dvorák, Thomas Alva Edison, König Edward VII., Kaiser Franz Joseph I., Sigmund Freud, Maxim Gorki, Johann Wolfgang von Goethe, Henrik Ibsen, Franz Kafka, Theodor Lessing (1933 hier ermordet), Gustav Mahler, Friedrich Nietzsche, Alfred Nobel, Zar Nikolaus II., Adalbert Stifter, Johann Strauß, Mark Twain, Richard Wagner, Karl Maria von Weber, Stefan Zweig

Zum Steichholzspiel 'Marienbad' siehe


Martigny [SG 7]



Maynz [NN 11]
siehe Mainz


Mechelen [AUS 29]




Meiringen [AW 23f]




Meran [LW 14]



Merton [RS 245]



Middleton [RS 208, 215f., 224-229]

ca. 5 km von der Nordseeküste im berühmten Suffolk-Heritage-Coastal-Gebiet. Die Gemeinde besteht aus drei unterschiedlichen Gebieten, das Hauptdorf entlang der 5m-Linie nahe am Fluss und bei den Marschen; Middleton Moor mehr nach Nordwesten und Westen gelegen und Fordley, noch weiter westlich. Ca. 300 Einwohner, etwa 170 Häuser, ca. 10 % als Ferienhaus genutzt oder leerstehend.
Die Dorfkiche zur Heiligen Dreieinigkeit immer noch zentraler Schwerpunkt, zusammen mit der Grundschule. Im Norden dominiert der Minsmere River. Der alte Römerhafen von Dunwich liegt im Meer versunken, dorthin ist es nicht weit.





Morges [AUS 159]



Moskau [SG 28]



Myslowitz [RS 215]


poln. Myslowice, Stadt an der Przemsa in der Woiwodschaft Schlesien in Polen etwa 9 km östlich von Kattowitz an der Mündung der Weißen in die Schwarze Przemsa am so genannten Dreikaisereck mit ca. 75.000 Einw.
Im Polenfeldzug 1939 von der deutschen Wehrmacht besetzt und wieder dem Deutschen Reich angeschlossen, kurz darauf die Synagoge zerstört. Zwischen 1943 und 1945 in Fürstengrube (heute Stadtteil Wesola) KZ Fürstengrube, Außenlager des KZ Auschwitz, 1945 mit dem KZ Fürstengrube-Todesmarsch vor der heranrückenden Roten Armee evakuiert





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