Die Ausgewanderten


7:

Ende 1970, kurz vor Antritt meiner
Stellung in der ostenglischen Stadt Norwich,
fuhr ich mit Clara auf Wohnungssuche nach
Hingham hinaus.



... geht die
8:
Straße an die fünfzehn Meilen durchs Land, bis endlich Hingham auftaucht...
Der weite Marktplatz war leer....
unweit der Kirche...
lag das Haus ... eines der größten am Ort in einer stil-
len Straße








14:
... zogen wir in Priors's Gate ein


23:
... habe er sich
wochenweise in Meiringen und Oberaar aufge-
halten... Überall sei er mit Naegeli
24:
gewesen, auf dem Zinggenstock, dem Scheuch-
zerhorn und dem Rosenhorn, dem Lauteraar-
horn, dem Schreckhorn und dem Ewigschnee-
horn...



29:
Mitte Mai 1971 sind wir aus Prior's Gate aus-
gezogen...


30:
... er sei im Alter von sieben Jah-
ren mit seiner Familie aus einem litauischen Dorf
in der Nähe von Grodno ausgewandert.

31:
Riga

32:
... London gelandet



In London also bin ich aufgewachsen,
... in Whitechapel, in der
Goulston Street



36:
... Ende Juli 1986 hielt ich mich einige Tage in
der Schweiz auf. Am Morgen des 23. fuhr ich mit
der Bahn von Zürich nach Lausanne



45:
Im Dezember 1952 sind wir aus dem Dorf W.
in die 19 Kilometer entfernte Kleinstadt S. über-
siedelt...

(S = Sonthofen )
W = Wertach )


Als wir zuletzt über die Achbrücke hineinrollten
nach S. ...



49:
Während der Londoner
Zeit des Fritz sind wir einander auch wiederbe-

gegnet, an einem Aprilmorgen des Jahres 1984 im
Lesesaal des British Museum...





58:
Der von Paul so genannte Anschauungsunter-
richt führte uns im Lauf der Zeit zu sämtlichen
aus dem einen oder anderen Grund bemerkens-
werten Plätzen in einem Umkreis von zirka
zwei Wegstunden. Wir waren auf der Burg Fluhen-
stein, in der Starzlachklamm, im Wasserhaus
oberhalb von Hofen und im Pulverturm auf dem
Kalvarienberg ...
den zerfallenen Stollen des nach
59:
dem Ersten Weltkrieg aufgelassenen Braunkoh-
lebergwerks am Straußberg ausfindig zu machen
und die Überreste der Seilbahn, mit der die Koh-
le vom Stolleneingang zum Altstätter Bahnhof
hinunterbefördert wurde.



63:
... war in
Yverdon zuhause, wo ich ... im zweiten Jahr nach dem Tod des Paul,
den ersten einer längeren Reihe von Besuchen
bei ihr machte



65:
sie habe damals...
auf einer Parkbank in der Promenade des Corde-
liers gesessen



98:
... entschwand der Onkel
Adelwarth, als er tags darauf mit dem Postauto
nach Immenstadt und von dort mit der Bahn...
in die Schweiz fuhr ...



100:
Als wir sie nach
München zurückbrachten, saß sie, während die
Alleebäume zwischen Kempten und Kaufbeuren
und zwischen Kaufbeuren und Buchloe in der Morgendämmerung
draußen vorbeiflogen...
über das Flugfeld von Riem...



103:
... bin ich
nach Newark geflogen...



104:
Vom Flughafen Newark aus bin ich also
105:
... auf dem New Jersey Turnpike nach
Süden in Richtung Lakehurst gefahren...
den ganzen Garden State Parkway entlang...
106:
erreichte ich ... die Altenkolonie Cedar Glen West.









108:
Zuerst habe ich in Bremerhaven ... mich eingeschifft



109:
einen Ausflug ... auf den Falkenstein





110:
mit ihr nach Klostertal (?) gefahren bin



...bei unserer Ankunft in New York
Ich wurde Erzieherin ... in Port Washington




111:
... in Gopprechts bei Kempten auf die Welt gekommen
... nach Immenstadt auf den Wochenmarkt...

112:
... nach Lindau gegangen, wo er im Bairischen Hof






113:
... im Grandhotel Eden in Montreux






114:
ging der Ambros ... nach London, wo er im .... Savoy Hotel






115:
... auf einer Reise per Schiff und per Bahn üb er Ko-
penhagen, Riga, St. Petersburg, Moskau und quer
durch Sibirien bis nach Japan ...
in der Nähe
von Kioto ein ... Wasserhaus
... an die zwei Jahre in diesem schwimmenden....
Haus verbracht




121:
... habe ich in der Lower East Side, in
der Bayard Street .... ein
Hinterzimmer genommen




122:
... an der Werk-
Bank gestanden, ...
nicht weit von der
der Auffahrt zur Brooklyn Bridge.




123:
Er
hat mir auch gleich die Anschrift gegeben - 500
West 187th Street corner Amsterdam Avenue...




126:
This ist Toms River, sagte er ...

127:
Von
Toms River führte die Straße hinab an die Bar-
negate Bay und über Pelican Island hinüber auf


die der Küste von New Jersey vorgelagerte, fünf-
zig Meilen lange, aber nirgends mehr als eine
Meile breite Landzunge.
... und gingen ...
den Strand entlang.




153:
Flug nach London


Erst im
Frühsommer 1984 bin ich schließlich in Ithaca
gewesen
Also bin ich wieder nach New York geflogen und von
dort aus am selben Tag noch mit einem Miet-
wagen nordwestwärts gefahren auf dem State
Highway 17, vorbei an allerhand mehr oder we-
niger ausgedehnten Ansiedlungen, die mir trotz
ihrer teilweise vertrauten Bezeichnungen im
Nirgendwo zu liegen schienen. Monroe, Monti-
cello, Middletown, Wurtsboro, Wawarsing, Col-
chester und Cadosia, Deposit, Delhi, Neversink
und Niniveh

154:
Ausfahrt nach Hurleyville

156:
In Owego, wo ich von dem State Highway ab-
biegen mußte, machte ich halt
Es war darum schon spät am
Abend, als ich in Ithaka ankam


157:

Ithaca Falls

Cayugasee

171:

Als ich Mitte September 1991 ... von England aus nach Deauville gefahren bin
172:
bei meinem ersten morgendlichen Spaziergang durch die Straßen von Deauville
in Deauville und jenseits des Flusses, in Trouville ...

188:
20. August 1913
daß Ambros und Cosmo Ende August mit einem Dampfsegler in Richtung Griechenland und Konstantinopel von Venedig abgegangen sind.

Früher Morgen, ich lange an Deck, Rückschau haltend. Die sich entfernenden Lichter der Stadt unter einem Regenschleier. Die Inseln in der Lagune wie Schatten. Mal du pays. Le navigateur ecrit son Journal à la vue de la terre qui s'éloigne.
Tags darauf: Vor der kroatischen Küste... Baumlose Berge... Nachmittags um drei so gut wie finster. Unwetter. Wir streichen die Segel. Um 7 Uhr abends der Sturm in voller Stärke. Wellen brechen über das Deck herein...
189:
Auf die stürmische Nacht folgt ein windstiller Tag. Unter Dampf gleichmäßig weiter nach Süden. ...am Fuß der schon ins Dunkel getauchten Insel ein Feuer. Es sind Fischer am Strand. Einer von ihnen schwenkt ein brennendes Holz. Wir fahren vorbei und laufen ein paar Stunden später in den Hafen von Kassiope an der Nordküste von Kerkyra ein.

Am Morgen an Bord der furchtbarste Lärm. Behebung eines Maschinenschadens. Mit Cosmo an Land. Steigen zu dem verfallenen Befestigungswerk hinauf.

190:
Und zugleich durchqueren zwei weiße Hochseejachten unter weißen Rauchfahnen das Bild, .. endlich verschwinden sie doch hinter der Seitenkulisse des dunkelgrün bewaldeten Caps Varvara

6. September: Von Kerkyra aus über Ithaka und Patras in den Golf von Korinth. In Itea beschlossen, das Schiff vorauszuschicken und selber auf dem Landweg nach Athen zu gehen. Jetzt im Gebirge von Delphi die Nacht bereits sehr kühl.

15. September
Gestern am Vormittag ab Piräus. Stille Meerfahrt. Ruhestunden unter dem Sonnensegel an Deck. Nie blaueres Wasser gesehen. Wirklich ultra marin. Heute morgen durch die Dardanellen. Am frühen Nachmittag weit voraus auftauchend die morgenländische Hauptstadt

201:

Die Route, welche die beiden von Konstantinopel aus genommen haben, läßt sich anhand der Agendanotizen mit einiger Sicherheit nachzeichnen. Mit der Bahn müssen sie durch die ganze Türkei bis hinab nach Adana und von dort nach Aleppo und Beirut gefahren sein, und an die vierzehn Tage scheinen sie sich im Libanon aufgehalten zu haben, denn erst unter dem 21. November findet sich
202:
der Eintrag Passage to Jaffa. In Jaffa wurden gleich am Ankunftstag ... zwei Pferde gemietet für den zwölfstündigen Ritt von der Küste hinauf nach Jerusalem.

Das Gepäck ging mit der Bahn voraus. Am frühen Morgen des 25. waren Cosmo und Ambros bereits unterwegs durch die Orangenhaine hinaus in südöstlicher Richtung über die Ebene von Sharon auf die judäischen Berge zu. ... Eine Stunde nach Anbruch der Nacht reiten wir in den Hof des Hotels Kaminitz in der Jaffa Road.
211:
16. Dezember:
Vor drei Tagen aus ... Jerusalem aufgebrochen
und hinabgeritten durch das Kedron-Tal in die
niedrigste Gegend der Welt. Sodann unterhalb
des Jeshimon-Gebirges den See entlang bis nach
212:
Ain Jidy gezogen.

214:
Der letzte Eintrag am Stephanstag:
Rückkehr nach Jerusalem


216:
... im Herbst 1966 entschloß, nach England
überzusiedeln
... Nachtflug von
Kloten nach Manchester
217:
... nachdem wir das in der Fin-
sternis versunkene Frankreich und den Ärmel-
kanal überquert hatten ...
...das von den
südlichsten Bezirken Londons bis weit ins engli-
sche MIttelland hinein sich erstreckende Lichter-
netz...
... Bergland im Osten von Manchester
... liefen die Ketten der Straßenleuchten
langsam in die Dunkelheit aus.


221:
... am Flughafen von Ringway


222:
... Wir fuhren also durch die ...
Vorstädte Gatley,
Northenden und Didsbury nach Manchester
hinein
In Moss Side und Hulme ...


... in eine von der Great Bridge-
water Street abgehende Seitengasse


231:
Royal Exchange, die Refuge Assu-
rance Company, der Grosvenor Picture Palace ...
Picadilly Plaza


Royal Exchange

Refuge Assurance Company


Grosvenor Picture Palace

Picadilly Plaza

247:
1943 ... Das einzig bemerkenswerte an seinem Aufenthalt in Manchester sei die Tatsache gewesen, ... daß er sein Logis damals in der


Palatine Road Nr. 104 hatte und somit in denmselben Haus, in dem 1908 ...
248:
der seinerzeit zwangzigjährige ... Ludwig Wittgenstein seine Wohnung gehabt habe.




Einweisung in ein im Palace Hotel in Buxton untergerachtes Rekonvaleszentenheim ...Mehr als ein halbes Jahr habe
249:
er ... in dem idyllischen Wasserkurort in Derbyshire ... zubringen müssen

Anfang 1945 habe er sich ... zu Fuß auf den Weg in das ungefähr fünfundzwanzig Meilen entfernte Manchester gemacht ...

252:
Nur einmal seit meiner Jugend habe ich eine Auslandsreise unternommen, im Sommer vor zwei Jahren, nach Colmar und von Colmar über Basel an den Genfer See... Vom Schiff aus zurückblickend auf die weißen Felsen von Dover, ... die Bahnfahrt durch Frankreich
253:





Gegen zehn oder elf Uhr abends kam ich in Colmar an, verbrachte eine gute Nacht im Hotel Terminus Bristol an der Place de la Gare und ging am nächsten Morgen unverzüglich in das Museum ...


257:

... fuhren wir mit dem Mietwagen von Montreux aus ein Stück in das Rhonetal hinein un bald schon rechts ab über eine enge und kurvenreiche Strecke hinauf bis zu einer Ortschaft mit dem ... Namen Miex. Von Miex aus waren es drei Wegstunden, vorbei am Lac de Tanay, bis zum Gipfel des Grammont.


266:

also fuhr ich ... nach Manchester, mit der Bahn sechs Stunden lang mehr
267:
oder weniger quer durch das Land, durch die Kiefernwälder und die wüste Heide um Thetford,
über die weiten, zur Winterszeit tiefschwarzen Niederungen der Isle of Ely,
sah draußen vorbeiziehen ... Ansiedlungen und Städte - March, Peterborough,
Loughborough, Nottingham, Alfreton, Sheffield,...
Am frühen Nachmittag langte ich in Manchester an und machte mich sogleich auf den Weg
westwärts durch die Stadt zum Hafen hinaus.


327:
...Ende Juni 1991 nach Kissingen und Steinach gefahren bin. Über Amster-
dam, Köln und Frankfurt reisend, erreichte ich
mein Ziel nach einigem Umsteigen und längeren
Aufenthalten in den Bahnhofswirtschaften von
Aschaffenburg und Gemünden.

Die Züge wur-
den von Mal zu Mal langsamer und kürzer, und
zuletzt, von Gemünden bis Kissingen, reiste ich
tatsächlich, was ich bis dahin nicht für möglich
328:
gehalten hätte, in einem Zug - falls das hier noch
die richtige Bezeichnung ist -, der nur mehr aus
einer Lokomotive und einem einzigen Waggon bestand...


Der Zug folgte den Schleifen des Fluß-
laufs durch das Wiesental.


329:
In Kissingen stand nur
ein einziges Taxi auf der menschenleeren Straße vor dem Bahnhof. ...
Das Hotel, in das sie mich führte, war soeben von Grund auf renoviert worden
330:
Den ersten Tag in Kissingen begann ich mit
einem Gang durch die Kuranlagen


331:
begab ich mich auf das Rathaus, wo ich, ... auf einen schreckhaften Be-
amten stieß, der mir, nachdem er etwas entgei-
stert mich angehört hatte, beschrieb, wo die Synagoge gestanden und wo der jüdische Fried-
hof zu finden war. Die das frühere Bethaus er-
setzende sogenannte Neue Synagoge, ein schwe-
rer, halb altdeutscher, halb byzantinischer Bau
aus der Zeit der Jahrhundertwende, war in der
332:
Kristallnacht demoliert und anschließend über
mehrere Wochen hinweg abgerissen worden. An
ihrer Statt in der Maxstraße, unmittelbar gegen-
über der rückwärtigen Einfahrt in den Rathaus-
hof, steht heute das Arbeitsamt. Was den Fried-
hof der Juden betrifft, so wurden mir von dem
Beamten nach einigem Suchen in einem an der
333:
Wand angebrachten Schlüsselkasten zwei ordent-
lich beschilderte Schlüssel ausgehändigt mit der
irgendwie seltsamen Erklärung, zum israeliti-
schen Friedhof gelange man, indem man vom
Rathaus aus in gerader Linie tausend Schritte
südwärts bis an das Ende der Bergmannstraße


gehe. Als ich vor dem Tor angelangt war, stellte es
334:
sich heraus, daß keiner der beiden Schlüssel in
das Schloß paßte. Ich kletterte also über die
Mauer.


337:
Bis in die Mittagsstunden bin ich auf dem
Judenfriedhof geblieben und bin herumge-
gangen zwischen den Reihen der Gräber ...










338:
Kurz berichten will ich zum Abschluß allerdings noch, wie ich mit dem Motorboot,
das am Rand des Kurparks seine Anlegestelle hat, zur Saline hinaufgefahren
bin. Es war gegen 13 Uhr am Tag vor meiner Abreise,



340:
Die Schiffspartie dauerte an die zwanzig Minuten...



Das Salinengebäu-
341
de, von dem ich bislang nur eine alte Fotografie gesehen hatte, stand ein kleines Stück flußauf-
wärts ein wenig seitab in den Wiesen. Es war eine schon auf den ersten Blick überwältigende Holz-
konstruktion, an die zweihundert Meter lang, ge-
342:
wiß zwanzig Meter hoch ...
Bündel aus Schwarzdornreisig, über die das von der gußei-
sernen Pumpstation nach oben gebrachte Mine-
ralwasser herunterrinnt, um sich zuletzt in dem Solegraben unter der Salinentenne zu sammeln.







345:
... kam aus
Manchester die Nachricht, daß Ferber ...
in das Withington Hospital eingeliefert worden sei.


346:
mich zu Fuß
auf den langen Weg machte zurück durch die
347:
südlichen Bezirke der Stadt, durch endlose Stra-
ßenzüge - Burton Road, Yew Tree Road, Clare-
mont Road, Upper Lloyd Street, Lloyd Street
North -, durch die menschenleeren Wohnviertel
von Hulme, die anfangs der siebziger Jahre neu
aufgebaut und inzwischen abermals dem Zerfall
überlassen worden sind. In der Higher Cam-
bridge Street ging ich an Lagerhäusern vorbei,
über deren zerschlagenen Fensterlöchern sich die
Ventilatoren noch drehten, mußte hindurch un-
ter Stadtautobahnen, hinweg über Kanalbrücken
und Trümmerfelder, bis zuletzt im schon schwin-
denden Tageslicht die an ein phantastisches Befe-
stigungswerk erinnernde Fassade des Midland
348:
Hotels vor mir auftauchte