. wgsebald.de Im Sommer 1836 Chopin









Aufgrund der Unruhen in Polen in den 1830er Jahren siedelt Familie Wodzinski nach Dresden über.
Chopin , der sie dort besucht, verliebt sich in die damals 16jährige Tochter des Hauses: Komtessa Maria . Chopin widmet Maria den Walzer in As-Dur op. 69 Nr. 1 (Abschiedswalzer) sowie ein Blatt mit dem Anfang des Nocturnes in Es-Dur (op. 9 Nr. 2). 1837 kehrt die Familie Wodzinski überraschend und ohne Chopin davon zu unterrichten, nach Polen zurück.
Chopin, Komponist, Pianist und Pädagoge, einer der einflussreichsten und populärsten Klavierkomponisten des 19. Jahrhunderts, bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte Polens, damals 26 Jahre, wohnt 1836 in der zweiten Etage im "Haus zum Weißen Schwan" in Marienbad . Wie Goethe trifft er eine Geliebte im Heilbad . Und wie dieser hat auch er kein Glück, als er um die Hand der 16-jährigen Maria Wodzinska anhält, die aus einer alten polnischen Adelsfamilie stammt. Weil Musikus Chopin kränkelt, ist Marias Vater gegen eine Verbindung. Krank und und in tiefster Depression kehrt Chopin nach Paris zurück. Ob auch Goethe deshalb in eine so tiefe Lebenskrise wie Chopin gerät, ist eher unwahrscheinlich. Es ist die sechs Jahre ältere George Sand, die Chopin sein seelisches Gleichgewicht wiedergibt. Verwunderlich: Maria und George haben so gut wie nichts gemeinsam. Wodzinska durch und durch feminin, die Schriftstellerin Sand selbstbewusst, provozierend und antithetisch. Eine leidenschaftliche Frau, der zumeist jüngere Männer reihenweise verfallen. Zehn Jahre dauert diese intime Beziehung, das Paar hält sich abwechselnd in Paris und George Sands Landsitz in Nohant auf. Im November 1838 übersiedeln sie nach Mallorca. Chopin, zeitlebens an Tuberkulose leidend, erhofft sich eine Linderung durch das mildere Klima.
1847 verschlechtert sich Chopins Gesundheitszustand, 1849, im Alter von 39 Jahren stirbt er in Paris. Sein Herz - wie das Loewes - wird entnommen und in Warschau in der Heiligkreuzkirche beigesetzt.
Von der Verlobung Chopins mit Maria Wodzinski erfährt die Nachwelt erst durch Funde im Nachlass Chopins: ein Bündel Briefe Marias, Zeugnisse der Liebschaft, mit der Aufschrift Chopins: "Moja bieda (mein Leid, Unglück, Elend, meine Armut)".
Maria heiratet 1837 den reichen Kaufmann Graf Friedrich Skarbek (den Sohn des Paten Chopins!) und stirbt 1896.




Die drei berühmtesten Ärzte
der ganzen Insel haben mich untersucht;
der eine beschnupperte, was ich ausspuckte,
der zweite klopfte dort, von wo ich spuckte,
der dritte befühlte und horchte, wie ich spuckte.
Der eine sagte, ich sei krepiert,
der zweite meinte, dass ich krepiere,
der dritte, dass ich krepieren werde.



(Über das Land und das Wasser S. 96f)
Im Sommer 1836
sagt der Fremdenführer
wohnte Friedrich Chopin
hierorts im Hause zum
Weißen Schwan. Neun
Tage war er aus Paris
mit der Kutsche zu
seiner geliebten Marie
Wodzinska gereist. In



den Abendstunden
spielte er öfter für
eine kleine Gesellschaft
auf dem Klavier. Vor
dem Fenster immer
dunkler werden die
Kuppen der blauen
böhmischen Berge. Das
kühle Regenwetter liegt
ihm auf der Brust der
Arzt murmelt etwas von
beginnender Tuberkulose. Zu
Novemberbeginn zerbricht
die Beziehung an einem in
Dresden gesprochenen Macht
wort des Vaters. Dreizehn



Jahre darauf findet man in
der Wohnung des verstorbenen
Pianisten ein Päckchen
verblichener Briefe. Es
ist mit Bindfaden
verschnürt & trägt
die Aufschrift: Moja
Bieda - Mein Elend.








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