Oder denken wir bloß an die einschichtigen Schweizerfräulein,
von denen,
wie wir etwa aus den autobiographischen Schriften Conrads oder Nabokovs wissen,
viele eine Anstellung nur finden konnten als Gouvernanten und Hauslehrerinnen
in weit entfernten Ländern.

François Hollande Wladimir Wladimirowitsch Putin David Cameron Donald Tusk Matteo Renzi Hillary Clinton Kim Jong-un Benjamin Netanjahu Angela Merkel Recep Tayyip Erdogan Jean-Claude Juncker Alexis Tsipras



Wladimir Wladimirowitsch Nabokow (1899 - 1977)


[AW 27, 65, 170, 259, 319] [Auf ungeheuer dünnem Eis 98, 107f., 120] [AUS 122ff, 348ff]
[BU 88] [CS 184ff] [LL 109] [SG 60, 109]







Sebald: Schamane, Reisender in die Vergangenheit

Wahres Alter Ego: der Schmetterlingsfanatiker Wladimir Nabokov, wie Sebald Schriftsteller und Lehrender an einer Universität, Emigrant ...
Nabokov unfreiwillig, für alle Zeiten an einem ritorno in patria verhindert ...

Kein anderes Foto eines Knaben erinnert eindringlicher an Nabokovs selbstbewusste Erscheinung als das Titelfoto von Austerlitz. In Traumtexturen versucht Sebald aufs Delikateste, die Umrisse einer schattenhaften Person nachzuzeichnen, als berühre er nur mit Worten den Staub auf den Flügeln eines Falters. ln ihren empfindlichen Mustern gibt sich die jeweilige Spezies der Schmetterlinge zu erkennen. Ihrer Zeichensprache widmet sich Nabokov als Spezialist dieser esoterischen Wissenschaft.

Nabokov ist für Sebald Geisterseher, den nichts mehr beschäftigt als die Geisterkunde, von der seine bekanntere Passion, die Wissenschaft von den Nachtfaltern und Schmetterlingen, für ihn wahrscheinlich nur ein Seitenzweig gewesen ist. Antwort auf die Frage eines Handelsreisender an den Emigranten Nabokov, worin er denn reise:


In der Vergangenheit.

Ein Reisender in der Vergangenheit muss mit dem Scharfblick und der Hellsicht eines Schamanen ausgestattet sein, um abwesende Dinge zu beschwören.
Es liegt nicht nur an der Ähnlichkeit der zwei Fotografien, dass man auf eine untergründige Verwandtschaft zu stoßen glaubt. Das Gemeinsame ist kaum dingfest zu machen, es ähnelt den farbigen Schuppen auf den Flügeln der Falter; sobald man sie berührt, sind sie auch schon zerstört. Nur der kundige Zeichner und Kenner vermag die Rorschach-Flecken zu lesen und ihre Geheimschrift zu deuten. Sie setzt sich aus den Chiffren ihrer Elemente zusammen, und ihre Botschaft bleibt immer Bruchstück. Weder Herkunft noch Zugehörigkeit liegen endgültig fest, sie vagieren wie Gespenster durch Räume und Zeiten.

Wir kennen das Bild, das aus der Schmetterlingssammlung des Naturkundemuseums im heutigen St. Petersburg stammt: Große Falter hinter einer gesprungenen Glasscheibe in Reih und Glied aufgespießt. Verblasst in schwarz-weiß finden wir es wieder im Vaterhaus des Jugendfreundes von Austerlitz. Langer Exkurs zur Geschichte der Familie, gespalten in einen katholisch-gläubigen und einen naturwissenschaftlich orientierten Zweig, Beschreibung der Nachtfalter und Motten, deren Zeichnung sich durch einen schier unerdenklichen Reichtum auszeichnet. Beschreibung der Landpartie und Entdeckung eines verlassenen Hauses, in den Kriegsjahren Verwundetenhospiz, bevor es gänzlich verfällt ...

Wir denken an Turner. Der gleichzeitige Tod zweier Familienmitglieder ruft seine Skizze eines Leichenzuges in Lausanne ins Gedächtnis, der Maler muss es ganz aus der Erinnerung gemalt haben. Eine Kaskade von Beziehungen, meist indirekter Art, führt uns von Ort zu Ort und von Bild zu Bild, deren Gegenstände mehr und mehr ihre Umrisse und Details verlieren, um sich schließlich ganz in Dunst aufzulösen. Das Verschwinden der Welt aus den Bildern beschreibt die generelle Wetterlage von Sebalds Erzählungen. Sie laufen mit nachtwandlerischer Bewegung auf ihr eigenes Ende zu ...





Ein paarmal sah man auch Edward mit Feldstecher und Botanisiertrommel oder Dr. Selwyn in knielangen Shorts, mit Umhängetasche und Schmetterlingsnetz. Eine der Aufnahmen glich bis in Einzelheiten einem in den Bergen oberhalb von Gstaad gemachten Foto von Nabokov, das ich ein paar Tage zuvor aus einer Schweizer Zeitschrift ausgeschnitten hatte.






Dieser Eröffnung war ein längeres Schweigen gefolgt, ehe Mme. Landau hinzufügte, sie habe damals, in der Autobiographie Nabokovs lesend, auf einer Parkbank in der Promenade des Cordeliers gesessen, und dort habe der Paul, nachdem er zweimal bereits an ihr vorübergegangen war, sie mit einer ans Extravagante grenzenden Höflichkeit auf diese ihre Lektüre hin angesprochen und von da an den ganzen Nachmittag sowie die ganzen folgenden Wochen hindurch in seinem ein wenig altmodischen, aber überaus korrekten Französisch die einnehmendste Konversation mit ihr gemacht.






Auf meine Frage, weshalb er nicht wie sonst zum vereinbarten Zeitpunkt sich eingefunden habe, erwiderte er - ich entsinne mich genau seines Wortlauts -: It must have slipped my mind whilst I was waiting for the butterfly man. Ambrose hat sich nach dieser rätselhaften Bemerkung sogleich mit mir zu Fahnstock in den Behandlungsraum begeben und hat dort so widerstandslos wie immer alle vorbereitenden Maßnahmen über sich ergehen lassen.






Diese ebenso nahe wie unerreichbar in die Ferne gerückte Welt, sagte Ferber, habe mit solcher Macht ihn angezogen, daß er befürchtete, sich in sie hineinstürzen zu müssen, und dies vielleicht tatsächlich getan hätte, wäre nicht auf einmal - like someone who’s popped out of the bloody ground - ein um die sechzig Jahre alter Mensch mit einem großen Schmetterlingsnetz aus weißer Gaze vor ihm gestanden und hätte in einem geradeso vornehmen wie letztlich unidentifizierbaren Englisch gesagt, es sei jetzt an der Zeit, an den Abstieg zu denken, wenn man in Montreux noch zum Nachtmahl zurechtkommen wolle. Er könne sich aber, sagte Ferber, nicht mehr erinnern, mit dem Schmetterlingsmenschen zusammen den Abstieg gemacht zu haben; überhaupt sei der Abstieg vom Grammont gänzlich aus seinem Gedächtnis verschwunden und ebenso die letzten Tage im Palace und die Rückreise nach England. Aus welchem Grund genau und wie weit die Lagune der Erinnerungslosigkeit in ihm sich ausgebreitet habe, das sei ihm trotz angestrengtesten Nachdenkens darüber ein Rätsel geblieben. Wenn er versuche, sich in die fragliche Zeit zurückzuversetzen, so sehe er sich erst in seinem Studio wieder bei der mit geringen Unterbrechungen über nahezu ein Jahr sich hinziehenden schweren Arbeit an dem gesichtslosen Porträt Man with a Butterfly Net, das er für eines seiner verfehltesten Werke halte, weil es, seines Erachtens, keinen auch annähernd nur zureichenden Begriff gebe von der Seltsamkeit der Erscheinung, auf die es sich beziehe. Die Arbeit an dem Bild des Schnretterlingsfängers habe ihn ärger hergenommen als jede andere Arbeit zuvor, denn als er es nach Verfertigung zahlloser Vorstudien angegangen sei, habe er es nicht nur wieder und wieder übermalt, sondern er habe es, wenn die Leinwand der Beanspruchung durch das dauernde Herunterkratzen und Neuauftragen der Farbe nicht mehr standhielt, mehrmals völlig zerstört und verbrannt.

Aber daß die Felder blühten zu beiden Seiten des Weges und daß ich glücklich gewesen bin, das erinnere ich noch, und seltsamerweise auch, daß wir unweit des Ortsrands, dort, wo das Schild Nach Bodenlaube steht, zwei sehr vornehme russische Herren einholten, von denen der eine, der ein besonders majestätisches Ansehen hatte, gerade ein ernstes Wort sprach mit einem vielleicht zehnjährigen Knaben, der, mit der Schmetterlingsjagd beschäftigt, so weit zurückgeblieben war, daß man auf ihn hatte warten müssen. Die Mahnung verschlug aber wohl nicht viel, denn als wir uns gelegentlich wieder umwandten, sahen wir den Knaben genauso wie zuvor mit erhobenem Kescher weit abseits durch den Wiesengrund laufen.






In his essay “Dream Textures: A Brief Note on Nabokov,” W. G. Sebald (1944–2001) comments on the metaphysical quality of the work of Vladimir Nabokov (1899–1977): the observance of unusual phenomena; the mysterious coincidences and chance meetings that occur; and especially, the invisible observers that haunt his narratives - “fleeting, transparent beings of uncertain provenance and purpose” (Campo Santo 147). The invisible observer in Nabokov’s fiction, Sebald writes, may be an emissary of some other world, and appears to have a better view not only than the characters in the narrative but than the narrator and the author who guides the narrator’s pen. It is curious, then, and quite revealing, that Sebald should employ a similar figure in his second work of prose fiction, Die Ausgewanderten and that this figure should prove to be Nabokov himself, who turns up in the guise of the “man with the butterfly net” - a spectral, rather than an invisible, observer. Sebald’s text is composed of four tales, each of which depicts the life of an émigré who has been affected in some way by the calamities of the Second World War. The Emigrants, like Sebald’s other work, problematizes the concept of genre by blurring the lines between fiction, biography, travelogue, memoir, intellectual speculation on history and architecture, and photographic journal.
The characters whose lives Sebald documents in each of the four stories - the retired country doctor, Henry Selwyn; the schoolteacher, Paul Bereyter; the butler and valet, Ambros Adelwarth; and Max Ferber, the exiled Jewish-German painter - are all based on real life people, only Sebald has intervened in the telling of the tales and has subtly altered the details. Into this intricate arrangement of the fictional and the factual flits the man with the butterfly net, who crosses paths with two of the characters and touches their lives. Sebald’s narrator does not question the recurrence of this enigmatic figure, but leaves the reader to deliberate over it. Is it a simple homage on Sebald’s part? An example of postmodern irony? Or is there perhaps something more that we can infer from the presence of Nabokov in The Emigrants, something that binds the two authors together and is informed by their respective artistic projects?





Vor ein paar Tagen erst habe ich wieder die Passage nachgeschlagen bei Darwin, die er mir einmal gezeigt hat, wo ein zehn Meilen vor der südamerikanischen Küste mehrere Stunden lang ohne Unterbrechung dahinziehender Schmetterlingsschwarm beschrieben wird, bei dem es sogar mit dem Fernrohr unmöglich war, irgendwo einen Flecken leere Fuft zwischen den taumelnden Faltern zu erkennen.



Und es ist im Schlaf gewesen, während draußen alles längst in die Dunkelheit eingetaucht war, daß ich ein mir seither unvergeßliches Landschaftsbild gesehen habe. Der untere Teil dieses Bildes war nahezu überzogen von der kommenden Nacht. Eine Frau schob auf einem Feldweg einen Kinderwagen auf ein paar Häuser zu, von denen eines, eine ramponierte Gastwirtschaft, in großen Buchstaben den Namen Josef Jelinek unter dem Giebel stehen hatte. Über den Dächern erhoben sich dunkel bewaldete Kogel, die schwarzgezackte Höhenlinie wie ausgeschnitten aus dem Gegenschein des Abendlichts.

Jelinek, der Maler? Der Entomologe?

Gleich zu Beginn der Autobiographie Nabokovs. die den programmatischen Titel Erinnerung, sprich trägt, wird die Geschichte erzählt von einem, wie wir annehmen müssen, noch sehr jungen Menschen, der einen Anfall von Panik erleidet, als er zum ersten Mal einen wenige Wochen vor seiner Geburt in seinem Elternhaus aufgenommenen Film zu Gesicht bekommt. Jedes der auf der Leinwand zitternden Bilder ist ihm vertraut, alles erkennt er wieder, alles hat seine Richtigkeit, bis auf die ihn zutiefst beunruhigende Tatsache, daß er selber dort, wo er bisher immer gewesen ist, fehlt und daß seine Abwesenheit für die anderen Personen im Haus anscheinend kein Grund ist zur Trauer. Wie die Mutter aus einem der Fenster des oberen Stocks herauswinkt, wird das von dem verstörten Zuschauer empfunden als eine Geste des Abschieds, und vollends fährt ihm der Schreck in die Glieder beim Anblick des neuen Kinderwagens, der auf der Veranda steht - seltsam aufdringlich, wie ein Sarg, und leer, als hätten sich in dem rückläufigen Schauspiel sogar die Knochen dessen, für den dieses ominöse Gehäuse bestimmt war, aufgelöst ins reine Nichts. Die von Nabokov hier gesetzten Signale verweisen auf eine in der Erinnerung an die Vorzeit vorweggenommene Todeserfahrung, die den Betrachter zu einer Art von Gespenst macht unter den Seinen.

Und dasselbe Gefährt taucht in einem Interview mit dem Autor von 1993 auf:
Ich schaue mir ein Familienalbum an aus jener Zeit, wo ich in einem Kinderwagen liege, meine Mutter schiebt mich durch die blühenden Voralpenfelder, und man schreibt Mai 1945… Inzwischen weiß ich ja, was damals anderswo alles stattgefunden hat. Dazu dieser Kontrast zwischen meiner irgendwie privilegierten Babyposition in diesem süddeutschen Dorf, wohin der Krieg überhaupt nicht gekommen ist, und der gleichzeitigen Verheerung dieses Landes und allen anderen, mit den letzten Kriegsjahren zusammenhängenden Grauenhaftigkeiten.



In dem zweiten Buch Die Ausgewanderten, mit diesen vier langen Erzählungen, ist es Nabokov, der entweder als Person auftritt oder indirekt mit einem Hotel, in dem er gewohnt hat. Also eine unendliche Fülle von Querverweisen für Insider, die das entschlüsseln oder auch nicht entschlüsseln. Also es ist ja doch noch einmal etwas anderes, als Anspielungen oder als ein Verweischarakter in der Malerei.
SEBALD: Ja, es hat sicher eine ganze Menge von Funktionen, unter anderem die Funktion der Legitimation, daß man sich auf andere Dinge beruft, mit denen man sich irgendwie in Übereinstimmung wähnt. Dann ist das Fälschungsmotiv natürlich damit verbunden. Und außerdem, glaube ich, lebt ein Text davon, daß er möglichst viel Echos hat. Und es ist gar nicht wichtig, daß man diese Echos jetzt alle entschlüsselt, daß man also unbedingt Nabokov gelesen hat oder so. Sondern vielleicht sogar besser, wenn man das nicht weiß und wenn dieser Schmetterlingsmann in diesem Text der Schmetterlingsmann bleibt und daß er so eine mysteriöse Präsenz hat, weil, glaube ich, jede Fiktion, wenn sie nicht platt sein will, irgendwo so am Rande in die Phantastik und ins Mysteriöse übergehen muß. Davon lebt sie letzten Endes. Also Realismus, dem ich ja sehr verhaftet bin, einerseits, reicht nicht aus, man muß ihn immer an bestimmten Punkten übertreten. Und da sind solche Wiedergänger natürlich manchmal sehr nützlich.

In allen vier Erzählungen taucht der Schriftsteller Vladimir Nabokov auf.
Der Schmetterlingskundler Nabokov erscheint als »butterfly man«, sein Altersruhesitz in Montreux wird genannt, Ithaca (der Ort, an dem Nabokov Literatur lehrte) wird zum Sterbeplatz des Ambras Adelwarth. Stellt Nabokov, der in Sankt Petersburg geboren wurde und nach Berlin und Paris, in die USA und die Schweiz wanderte, für Sie den idealtypischen Ausgewanderten dar?

SEBALD: Er ist nicht deshalb in den Erzählungen, obwohl das natürlich eine naheliegende Vermutung ist. Der Grund liegt vielmehr darin, daß ich ein maßloser Bewunderer seiner Autobiographie bin, vor allem dieser ersten einhundert Seiten der vorrevolutionären Kindheit in Sankt Petersburg. Wie er dort auf dem Terrain der Erinnerung Türen aufmacht, das hatte ich zuvor noch nie gelesen. Die Nabokov-Auftritte haben aber auch mit meinem Literaturverständnis zu tun. Bei den Texten handelt es sich im Grunde um Realismus. Ich glaube allerdings, daß Realismus nur dann wirklich funktioniert, wenn er stellenweise über sich selbst hinausgeht - das heißt, wenn der Text mysteriöse Facetten hat, die in einem realistischen Text eigentlich nichts zu suchen hätten. Zudem glaube ich, daß der realistische Text sich ansatzweise in allegorisches Erzählen vorwagen darf, sich ansatzweise in Allegorien verdichten muß. Daher muß es solche halb greifbaren, halb abstrakten Figuren geben (wie den Schmetterlingsfänger), die eine bestimmte, nicht ganz zu durchschauende Funktion haben.

Es ist ein langwieriger Prozeß. Aber mir macht das Recherchieren und das Herumreisen sehr viel Spaß. Man hat mich schon gefragt, ob das denn alles einfach so abgeschrieben sei. Das ist es beileibe nicht. Der Vorgang ist eine ziemlich komplizierte Destillationsarbeit gewesen: Ich brauche ungefähr zwanzig Seiten, um eine herauszuarbeiten. Wenn man dann daran feilt, stellen sich Figuren wie Nabokov von allein ein - die warten am Spielfeldrand und fragen: »Könnten wir nicht auch mal mitspielen?« An diesem Punkt setzt dann das Fiktive ein. Das sind die schönen Momente beim Schreiben, wenn man ein wenig Deus ex machina spielen darf.

Außerdem dürften Sie zu den wenigen Autoren - wie etwa Joseph Conrad - gehören, die sich in zwei Sprachen literarisch ausdrücken können. Spüren Sie, daß Ihnen das Englische selbstverständlicher wird, vielleicht auch als originäre Literatursprache?
SEBALD: Eigentlich nein, da muß man ganz ehrlich sein. Ich bin nun nicht Nabokov oder Beckett, und das sind die einzigen, die gut in zwei Sprachen gearbeitet haben. Andere haben bloß in zwei Sprachen dilettiert. Ich war im vergangenen Jahr zum ersten Mal damit beschäftigt, weil ich die englische Übersetzung der Ausgewanderten stark überarbeiten mußte. Die Übersetzung war nicht schlecht gemacht, aber es hat mir nicht gereicht — es waren Ausrutscher drin, auch lange Passagen, bei denen ich den Duktus ändern mußte. Da mußte ich also zum ersten Mal ziemlich viel Englisch schreiben, allerdings ausgehend von einem bereits existierenden englischen Text. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß ich da überwechsle.



Traumtexturen

Um etwas derartig Schönes ins Werk zu setzen, dazu bedarf es, nach Nabokov und nach der messianischen Theorie der Erlösung, nicht einer großen Veranstaltung, sondern nur eines winzigen geistigen Rucks, der unsere in unseren Köpfen eingesperrten und dauernd im Kreis gehenden Gedanken entläßt in ein Universum, in dem, wie in einem ordentlichen Satz, alles am rechten Ort und gut aufgehoben ist. Die Winkelzüge, die der Schriftsteller bei der Verfertigung eines solchen Satzes machen muß, hat Nabokov verglichen mit denen eines Schachspiels, in dem die Spieler selber Figuren sind in einer Partie, die gelenkt wird von einer unsichtbaren Hand. Ein Dampfer bewegt sich von der Reede Sebastopols langsam auf das Wasser hinaus. Vom Ufer herüber dringt noch der Lärm der bolschewistischen Revolution - Gewehrsalven und Geschrei. Aber an Deck des Schiffs sitzen sich Vater und Sohn an einem Schachbrett gegenüber, vertieft bereits in die von der weißen Königin beherrschte Spiegelglaswelt des Exils, in der einem vor lauter Rückwärtsleben leicht schwindlig wird.

Gewiß hätte Nabokov den Ewigkeitszug unterschrieben, der zum Ausdruck kommt in diesem von


Edward FitzGerald,

einem seiner entfernten Vorfahren im Trinity College, übersetzten Versen aus dem persischen 11. Jahrhundert. Nicht umsonst hat er seit dem Zeitpunkt seiner Exilierung nirgendwo auf der Erde mehr einen richtigen Wohnsitz gehabt, weder während der englischen noch während der Berliner Jahre, noch auch in Ithaca, wo er bekanntlich nur zur Miete wohnte und in einem fort umgezogen ist. Die Residenz, in der er zuletzt lebte in Montreux und wo er von seinem Logenplatz im obersten Stock des


Palace Hotels

über jedes irdische Hindernis hinweg hineinsehen konnte in die Wolken und in die über dem See untergehende Sonne, ist ihm, seit dem Kindheitsdomizil Wyra, sicher die angemessenste und liebste Behausung gewesen, ebenso wie ihm, nach einer am 3. Februar 1972 einer Besucherin namens Simona Marini gegebenen Auskunft, die Seilbahn, insbesondere der Sessellift, das liebste Beförderungsmittel war. »Berückend und im besten Sinne des Wortes traumhaft finde ich es, in der Morgensonne auf diesem Zaubersitz zwischen Tal und Baumgrenze zu schweben und aus der Höhe meinen Schatten zu beobachten, wie er in Sitzhaltung - ein geisterhaftes Schmetterlingsnetz in der Geisterfaust - drunten als Scherenschnitt in Seitenansicht zwischen tanzenden Mohren- und Perlmuttfaltern sachte über den beblümten Hang hinanwandert. Eines Tages«, so fügt Nabokov noch an, »wird dem Schmetterlingsjäger noch subtilerer Traumstoff begegnen, wenn er aufrecht über Gebirge hinweggleitet, getragen von einer auf seinem Rücken festgeschnallten Kleinstrakete.«



Vertigo

Vladimir Nabokov, 1899 als ältestes von fünf Kindern in St. Petersburg in kosmopolitsiche Familie der reichen aristokratischen Oberschicht des zaristischen Rußlands geboren. Vater erfolgreicher Jurist, gerät als Liberaler zunehmend in Opposition zur zaristischen Regierung. Englische, französische und russische Gouvernanten und Privatlehrer erziehen Vladimir. Die Familie lebt mit großer Dienerschaft im Stadthaus, im Sommer auf dem Landsitz Wyra. Ferienreisen führen nach Berlin und Paris, nach Biarritz, an die Côte d`Azur, die Adria und noch weiter. Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie über Jalta nach England, später nach Berlin. Vladimir studiert in Cambridge russische und französische Literatur. Im Trinity College ist er in politischer Hinsicht unter seinen Komilitonen allein: Die Studenten sympathisieren mit der Sowjet-Republik und sehen in ihm den gönnerhaft überheblichen, verblendeten Weißrussen; die russischen Kommilitonen leiden unter dem Verlust ihrer materiellen Ressourcen und Privilegien, was Nabokov entschieden ablehnt. 1922 erschießen russische Faschisten den Vater in Berlin, Vladimir und Bruder Sergej bringen ihr Studium mit Auszeichnung zu Ende. Die Familie Nabokov geht auseinander: Die Mutter siedelt sich mit den drei jüngeren Kindern in Prag an, Sergej in Paris, und Vladimir in Berlin, wo er sich seinen Unterhalt mit Englisch-Unterricht, Tennis-Stunden und als Komparse verdient.

1925 heiratet er die Jüdin Véra Jewsejewna Slonim, 1934 wird Sohn Dmitri geboren. Nabokov publiziert einen Großteil seiner Gedichte anonym in Zeitschriften der exilrussischen Gemeinde. 1937 verlässt er mit seiner Familie Nazideutschland, lebt und arbeitet bis 1940 in Paris und Südfrankreich, versucht in eine andere Sprache zu wechseln, experimentiert mit Französisch und Englisch, die er seit seiner Kinderzeit beherrscht, schreibt im Badezimmer einer Pariser Einzimmerwohnung seinen ersten englischsprachigen Roman, dem neun russische vorausgegangen sind: The Real Life of Sebastian Knight (1938). Nach erneuter Flucht lebt er in den USA, lehrt Russisch und Lepidopterologie.
1945 stirbt sein jüngerer Bruder Sergej im KZ Neuengamme.
1955 erscheint "Lolita", die amerikanische Ausgabe macht Nabukov weltberühmt und wohlhabend. 1948 - 59 Dozent in Ithaca, New York, 1961 Übersiedelung nach Montreux, wo die Nabukovs eine Suite im Palace Hotel bewohnen, 1977 Tod.




Matt in 3 Zügen

Wladimir Nabokov fängt nicht nur Schmetterlinge, er widmet sich ebenso wie W. G. Sebald der Schachspielkunst
In Erinnerung, sprich klagt er, diese Tätigkeit fasziniere ihn, koste ihm aber sehr viel Zeit. Nach Nabukovs Meinung erfordern Schachkomponisten gleiche Anforderungen wie die Schöpfung anderer Kunstwerke. Sein Buch Poems and problems (1970) enthält 53 Gedichte und 18 Schachprobleme.
Die Komposition eines Zweizügers versetzen ihn nach eigener Aussage in eine „Ohnmacht konzentrierter Schachgrübelei“.







Verwandlungen in Die Ausgewanderten

... geistert die Figur Vladimir Nabokovs wie ein Leitmotiv durch Die Ausgewanderten: Sein Foto taucht in der Geschichte Henry Selwyns auf, Lucy Landau liest ihn in Paul Bereyter, Ambros Adelwarth sieht ihn in der Nervenheilanstalt von Ithaca mit einem Schmetterlingsnetz durch den Park laufen, und nicht nur Max Aurach, sondern viele Jahre vor ihm auch seine Mutter begegnet ihm bei Wanderungen. Das Buch, das hier offensichtlich den Subtext abgibt, ist Nabokovs Autobiographie Erinnerung, sprich. Gerade dieses Buch ist es, in dem Lucy Landau liest, als sie Bereyters Bekanntschaft macht, und aus diesem Buch stammt auch jene Szene, die Aurachs Mutter fast wörtlich in ihrem Tagebuch beschreibt:

Bald fand ich heraus, dass ein Lepidopterologe, der seiner stillen Suche nachgeht, in anderen Wesen leicht seltsame Reaktionen auslöst. Wie oft, wenn es zu einem Picknick ging und ich verlegen versuchte, meine bescheidenen Gerätschaften unbemerkt in den nach Teer riechenden Char-à-Bancs (ein Teerpräparat sollte die Fliegen von den Pferden fernhalten) oder in das nach Teer riechende Opel-Cabriolet (so roch Benzin vor vierzig Jahren) hineinzuschmuggeln, bemerkte irgendeine Cousine oder Tante: "Musst du dieses Netz da wirklich mitnehmen? Kannst du dich nicht wie ein normaler Junge beschäftigen? Findest du nicht, dass du allen den Spaß verdirbst?" Gerade als ich im Begriffe stand, in der Nähe eines Wegweisers NACH BODENLAUBE bei Bad Kissingen in Bayern meinen Vater und den majestätischen alten Muromzew (der vier Jahre vorher, 1906, Präsident des ersten russischen Parlaments gewesen war) auf einen langen Spaziergang zu begleiten, wandte dieser mir, einem verletzlichen Elfjährigen, sein marmornes Haupt zu und sagte mit seiner berühmten Feierlichkeit: "Komm auf jeden Fall mit, aber jage keine Schmetterlinge, Kind. Es stört den Rhythmus des Spaziergangs."

So wie bei Aurach mehrere Gesichter in dem einen, nur quasi-‘endgültigen’ Porträt herumgeistern, versucht Sebald über mehrere unterschiedliche Biographien gleichsam einer Wahrheit näher zu kommen, die all diesen gerecht werden könnte. Und auch innerhalb der vier Erzählungen tauchen unverhofft weitere Biographien auf. In Paul Bereyters Lebenslauf etwa klingen Details aus Ludwig Wittgensteins Volksschullehrerkarriere ebenso wie Bruchstücke aus Jean Amérys Biographie an. Aussagen Sebalds ist ferner zu entnehmen, dass die Max Aurach-Erzählung nicht nur auf dem Lebenslauf des deutsch-englischen Künstlers Frank Auerbach, sondern auch auf dem von Sebalds erstem Manchester Hauswirt basiert. Und hinter allen vier Erzählungen stehen die Figur und das Werk Vladimir Nabokovs.

Der Schmetterling nämlich taucht auch in jener Erzählung auf, die für Schwindel.Gefühle dieselbe Rolle spielt wie Nabokovs Text für die Ausgewanderten: Franz Kafkas Der Jäger Gracchus. Der unheimliche Jäger, der als lebender Toter über die Gewässer der Erde schweift, erzählt dem Bürgermeister von Riva von ihrem Schicksal. Und dort taucht unvermittelt das Bild auf, das sozusagen die verborgene Scharnierstelle zwischen Sebalds Büchern enthält:
‘Und Sie haben keinen Teil am Jenseits?’ fragte der Bürgermeister mit gerunzelter Stirne.
‘Ich bin’, antwortete der Jäger, ‘immer auf der großen Treppe, die hinaufführt. Auf dieser unendlich weiten Freitreppe treibe ich mich herum, bald oben, bald unten, bald rechts, bald links, immer in Bewegung. Aus dem Jäger ist ein Schmetterling geworden.’

Jan Ceuppens
Im zerschundenen Papier herumgeisternde Gesichter





NETTING THE BUTTERFLY MAN:

As he did with Adelwarth, the butterfly man tantalizes Max Ferber with a sense of unreality or otherworldliness that is in sharp contrast to his everyday concerns. Nabokov makes something of a deus ex machina appearance in this story, stepping in to save the life of Max Ferber, and in orchestrating this, Sebald brings to the fore the artifice of his own text. Indeed, there are narrative designs at work in the story of Max Ferber that have not received comment, particularly in relation to the references to Nabokov, and perhaps this is because the fictional properties of the Sebald text — its artful nature — are not always fully recognized. By exploring the narrative design of The Emigrants, we may realize a dimension of it that has a significant bearing on the act of reading and remembering: vital components for a literature of memorialization. The narrative of Max Ferber links back to that of Ambros Adelwarth.

Muriel Pic: L’Image Papillon suivi de W.G. Sebald: L’Art de Voler.

Fluttering image and slow motion: Literary montage in the Work of W.G. Sebald

In the narrative works of W.G. Sebald, especially Austerlitz and Die Ringe des Saturn, the butterfly is a metaphor of the image itself. As in a childhood memory of Walter Benjamin, it is fascinating that its hunter, a child, a spectator, becomes the object of the chase; the spirit of he who was doomed to die penetrated the hunter:
“When in this way a vanessa or sphinx moth (which I should have been able to overtake easily) made a fool of me through its hesitations, vacillations, and delays, I would gladly have been dissolved into light and air, merely in order to approach my prey unnoticed and be able to subdue it. And so close to fulfillment was this desire of mine, that every quiver of palpitation of the wings I burned for grazed me with its puff or ripple. Between us, now, the old law of the hunt took hold: the more I strove to conform, in all the fibers of my being, to the animal – the more butterfly-like I became in my heart and soul – the more this butterfly itself, in everything it did, took on the color of human volition; and in the end, it was as if its capture was the price I had to pay to regain my human existence.” [1]

The image catches our looking instead of being caught by the “hunter’s image”. From the cinematic image to entomologist’s plates to phantom apparitions and intertextuality – with Vladimir Nabokov, Franz Kafka and Virginia Woolf – the butterfly and the hunter are at the heart of Sebald’s work. For this author, the writing is an artistic and literary enterprise of montage whose kinetic strength is that of recollecting. Sebald is watching the imago which is taking him down an especially terrible path of memory.
Pinning down a wing that flutters.
In the novel Austerlitz, the butterfly is the metaphor for an image impossible to catch, the epitome of a moving, cinematic image. On a quest to discover his past, Jacques Austerlitz finds out that his mother, the actress Agàta, lived at the Theresienstadt ghetto near Prague, with numerous other Czech artists and intellectuals, before being deported. Thanks to the work of a survivor of the ghetto, the author H.G. Adler, Jacques discovers that a Nazi propaganda film was made at Theresienstadt
Aber nichts von all diesen Bildern ging mir zunächst in den Kopf, sondern sie flimmerten mir bloß vor den Augen in einer Art von kontinuierlicher Irritation, die sich noch verstärkte, als es sich zu meinem Schrecken erwies, daß es sich bei der Berliner Kassette, die beschriftet war mit dem Originaltitel »Der Führer schenkt den Juden eine Stadt«, nur um ein zusammengeklittertes Werk von zirka vierzehn Minuten Länge handelte, das kaum über den Anfang hinausreichte und in welchem ich, anders als ich gehofft hatte, nirgends die Agàta sehen konnte, so oft ich den Streifen auch anschaute und so sehr ich mich mühte, sie unter den flüchtigen Gesichtern ausfindig zu machen.
Between this stream of cinematic images and the hurrying of memory wanting to recollect, the images pass too quickly, like a futile butterfly hunt.
Die Unmöglichkeit, genauer in die gewissermaßen im Aufscheinen schon vergehenden Bilder hineinblicken zu können, sagte Austerlitz, brachte mich endlich auf den Gedanken, eine Zeitlupenkopie desTheresienstädter Fragments anfertigen zu lassen, die es ausdehnte auf eine ganze Stunde, und tatsächlich sind in diesem um ein Vierfaches verlängerten Dokument, das ich seither immer wieder von neuem mir angesehen habe, Dinge und Personen sichtbar geworden, die mir bis dahin verborgen geblieben waren.
...
Im Verlauf der Aufführung sucht die Kamera in Nahaufnahmen einzelne Personen heraus, unter anderen auch einen alten Herrn, dessen kurz geschorenes graues Haupt die rechte Hälfte des Bildes ausfüllt, während in der linken Hälfte, etwas zurückgesetzt und mehr gegen den oberen Rand, das Gesicht einer jüngeren Frau

erscheint, fast ununterschieden von dem schwarzen Schatten, der es umgibt, weshalb ich es auch zunächst gar nicht bemerkte.
Finally caught, the image of the face of Agàta is carefully pinned between the pages of the novel.
Now, the metaphor of the butterfly no longer refers only to the cinematic image, impossible to catch, but also to memory: memory that preserves documents, as the entomologist preserves specimens in his Natural History cabinet.
Sebald gives us a long description of this topic of memory in Austerlitz, accompanied by a photograph of a collection of butterflies:
Im übrigen, fuhr Austerlitz fort, fand sich fast in jedem der Räume von Andromeda Lodge irgendein Naturalienkabinett, Kästen mit zahlreichen, zum Teil verglasten Schubladen, in denen die ziemlich kugeligen Eier der Papageien zu Hunderten aufrangiert waren, Muschel-, Mineralien-, Käfer- und Schmetterlings-sammlungen, in Formaldehyd

eingelegte Blindschleichen, Nattern und Echsen, Schneckenhäuser und Seesterne, Krebse und Krabben und große Herbarien mit Baumblättern, Blüten und Gräsern. In the Natural History cabinet, where flora and fauna, aquatic and earth-bound life-forms are collected, each specimen is accompanied by its “obituary”. Stuffed by a conscientious taxidermist, a parrot offers ein weißliches, wie man denken konnte, von tiefer Trauer gezeichnetes Gesicht. Here a Natural History is built from stills, taken live, a perfect foundation for the “illusion of a universality, a total and definitive reality” manipulated by the Nazis, whose archives supposedly preserved historical and racial truth. And in the photograph of Andromeda Lodge’s butterfly collection, the reader will perhaps notice that the glass is cracked. The long line of a shock which perhaps let a butterfly escape from its name, far out of sight of the entomologist, crossing in its flight before the eyes of the writer.

[1] Walter Benjamin, Selected writings, vol. 3, 350-351.
[2] See Oliver Still, “Aus dem Jäger ist ein Schmetterling geworden” – Textbeziehungen zwischen Werken von W.G. Sebald, Franz Kafka und Vladimir Nabokov, in Poetica. Zeitschrift für Sprach- und Literaturwissenschaft, n° 29,1997: 596-623. Adrian Curtin, Maxim Shrayer, Netting the Butterfly Man: The Significance of Vladimir Nabokov in W. G. Sebald’s The Emigrants, in Religion and the Arts, Volume 9, Numbers 3-4, 2005, 258-283(26). R.J.A. Kilborn, in W.G. Sebald, History – Memory – Trauma, éd. Scott Denham, Mark McCulloh, Berlin/New York, Walter de Gruyter, 2006.
Schamane: Kurt W. Forster Bausteine 1 in 'Wandernde Schatten' S. 95f



Matt in 3 Zügen:
1. h3
1. ... Kh6; 2. h4, g5; 3. hxg5#
1. ... Kh4; 2. T:g6, gxh3; 3. Lf6#
1. ... h4; 2. Th7, hxg3; 3. h4#
Die Verführung 1. Kg1 Kh6; 2. h4, gxh3 3. Txg6# scheitert an 1. ... h4.



Jedenfalls erwecken die glänzendsten Stellen seiner Prosa oft den Eindruck,
unser weltliches Treiben würde verfolgt von einer auswärtigen,
in keiner Taxonomie noch verzeichneten Spezies,
deren Emissäre gelegentlich eine Gastrolle spielten
in dem von den Lebendigen aufgeführten Theater.
So wie sie uns,
erscheinen wir ihnen dann,
nach Nabokovs Konjektur,
als flüchtige, transparente Wesen
von unsicherer Provenienz und Bestimmung.





Nabokov im Literarischen Quartett 1989 (ab 47:26)


Lolita, my most difficult book





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