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Das Foto von Orford in den Ringen des
Saturn stellt tatsächlich nicht(?) den Blick vom Orford Castle dar. Aber wir können sagen, ein Bild "good enogh". Mit den rau behauenen Steinen in der linken unteren Ecke überzeugt uns der Autor, dass er auf den Stufen der Burg stand. Wir haben keinen Grund, zu argwöhnen, es sei nicht Orford castle.
Durch Sebalds Schilderung entdecken wir das Bild neu, sehen uns eine Nasenlänge davor auf das Bild schielen und
die Leute auf den Bleichfeldern zählen. Kein Platz für Schlamperei. Aber gerade wie die visuellen Fehler unsere Aufmerksamkeit fesseln, könnte es sein, diese "good enough"-Bilder tun das ebenso, sprechen mit niederer Frequenz, lassen uns dadurch zweifeln, dass es mit rechten Dingen zugeht unter der Oberfläche, machen uns hinter dem ins Auge Fallenden Glauben, die Wahrheit sei nicht auf
diesem Bild vor uns zu finden - und zwar die, nach der wir suchen
in den Ringen des Saturn, sondern außerhalb
unserer (reinen) Sichtwiese, oder die, die wir dachten, gefunden zu haben
in einem seiner Bücher, aber jetzt nicht finden können, oder
die, die wir schon in der Zeitung gelesen zu haben glaubten, oder die
er in der Tasche gehabt haben muss, und die er, oh, soviel wir
auch trauern mögen, mit in sein Grab genommen hat. |
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Wir nannten die Datei "Sebald_s_Home.pict" und es war, als ob der Tastenklick uns daran erinnerte, dass Visionen nicht immer stumm sind, zum ersten Mal hörten wir die Sprache des Fetischisten in der Beschreibung Sebalds von Ruisdaels Malerei - den
riesigen, zwei Drittel des Bildes einnehmenden Wolkenhimmel, die Stadt, die bis auf die alle Häuser
überragende St. Bavokathedrale kaum mehr ist als eine
Art Ausfransung des Horizonts, die dunklen Buschen
und Gehölze, das Anwesen im Vordergrund und das lichte Feld, auf welchem die Bahnen der weißen Leinwand auf der Bleiche liegen und wo, soviel ich zählen
konnte, sieben oder acht kaum einen halben Zentimeter große Figuren bei ihrer Arbeit sind.
Wir stellen uns Sebald vor, wie er die Postkarte aus dem Mauritshaus-Gift-Shop studiert und jeden Zentimeter der Malerei Ruisdaels mit seinem Blick streichelt, wie er die meisterhafte Bildbeschreibung verfasst. Aber wir wissen jetzt auch, diese Beschreibung war nur ein Trick des Autors zusammen mit all den Fotos von der Insel und der irreführenden Ansicht von Orford castle, um den Screen zu erstellen. Sebald gab uns das "good enough"-Foto von Orford - eines, das aussah
wie es war, aber es war es nicht - geschossen von Orford castle, weil er das eigentliche Bild von Orford nie aus der Hand gab. |
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ICI RESEARCH TEAM
Siehe auch Ruisdael ![]() ![]() |