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NJ 7
MIRACH [1h10m +35°37']
β Andromedae

Stern Mirach, 200 Lichtjahre entfernt und in der Mitte des Sternbilds Andromeda, ist auch Mitte der markanten Fünfsternreihe:
Mirfak (α Persei), Alamak (γ Andromedae), Mirach (β Andromedae), Sirrah (α Andromedae) und Scheat (β Pegasi). Am besten ist die Fünfsternreihe an Herbstabenden zu sehen, wo sie fast im Zenit steht. Im Winter und Frühjahr reicht sie von Zenitnähe bis fast zum West- und Nordwesthorizont, und am Sommerhimmel der zweiten Nachthälfte von Osten her in Richtung Zenit.
In der Mitte der Sternreihe findet man den Andromedanebel M 31 als kleines Wölkchen.





Konstantin Wecker singt in seinem Lied auf der Sterne-Startseite - hört es Euch an! - vom Bedürfnis des Menschen - und der Unmöglichkeit, die wundersamen Erscheinungen am Himmel zu begreifen.
Schon die frühen Hochkulturen nutzen die Sterne zur Zeitbestimmung. Über Jahrtausende richten die Menschen den Rhythmus ihres Lebens, religiöse Handlungen, Landwirtschaft oder Heilkunde nach den Sternen aus.
Heutige Astronomen blicken mit ihren Teleskopen Milliarden Lichtjahre weit ins All, spüren Kugelsternhaufen und Satellitengalaxien auf, jeden Tag Neues.
1515 erscheint die erste gedruckte Sternkarte: Zwei Holzschnitte Albrecht Dürers spiegeln den Stand der Wissenschaft an der Schwelle zur Neuzeit wider - das Fernglas ist noch nicht erfunden. Die Babylonier fassen die hellsten Lichtpunkte am Nachthimmel mit imaginären Linien zu Figuren oder Gegenständen zusammen, geben ihnen Namen. Griechen und Römern treiben die Katalogisierung weiter voran - sie hat bis heute Bestand: Die Gestalten der antiken Mythologie tummeln sich auch in der modernen Astronomie. In den Zwickeln seiner Nordkarte verewigt Dürer mit Aratos, Ptolemäus, Manilius und


as-Sufi

die Kronzeugen der Astronomie. Der persische Astronom as-Sufi überarbeitet und ergänzt im 10. Jahrhundert den Sternenkatalog des Ptolemäus in seinem "Buch der Fixsterne", versucht, die griechischen mit den arabischen Sternbildnamen in Beziehung zu setzen; er bechreibt auch den Andromedanebel.
Heute ist die kleine Wolke nördlich der Fünfsternereihe die am meisten untersuchte Galaxie außerhalb unseres Milchstraßensystems. Der Andromedanebel M 31 misst 200.000 Lichtjahre im Durchmesser, ist also doppelt so groß wie die Milchstraße. M 31 besitzt einen Doppelkern, Beweis dafür, dass er mit einer kleineren Galaxie kollidierte und sie aufgefressen hat.

doc schreibt:
Weiß die Menschheit eigentlich, wie rasend es auf die nächste insterstellare Katastrophe zugeht? Nämlich mit 540.000 km/h bewegt sich M 31 auf Andromeda zu, und auch unsere beiden Galaxien werden kollidieren, so genau wann, weiß niemand.
Dennoch sollten wir uns mehr mit den relevanten Dingen beschäftigen, als mit scheinbaren Realitäten unsere Zeit vergeuden.
Ich weiß, dass du Literatur sehr schätzt, aber ist sie wirklich relevant?
Da setzt sich einer hin, aus Langeweile, oder - sehr häufig, in maßloser Selbstüberschätzung - oder - am schlimmsten - zur Selbsttherapie, oder - kriminell - kupfert gnadenlos ab, sich berufen fühlend, seine wichtigen Gedanken und Ergüsse der gesamten Menschheit mitzuteilen (der Gipfel: websites von selbst ernannten Autoren und Großschriftstellern), schreibt nieder (oder beschreibt, wie und unter welchen Qualen er sich das Schreiben abringt), lässt in dieser Zeit andere - meist ein hausbackenen rücksichtsvolles Eheweib - sich um die niederen Dinge des Lebens kümmern - tintet Seite um Seite voll, und die Leser?
Schlagen mit Lesen die Zeit einer Bahnfahrt oder am Abend tot (wieder kümmern sich andere um Wichtigeres), langweilen sich beim Gelesenen, Kritiker langweilen sich, schreiben ein noch langweiligeres Buch darüber, oder verbreiten sich höchst wichtigtuerisch in Talkshows über die Bücher, mehr aber über menschliche Seiten und Schwächen, biografische Einzelheiten, Eitelkeiten und Eifersüchteleien der Autoren, auf neuen Medien werden Audio-Books gelasert, wo Sprecher das Geschriebene vorlesen, Knöpfchen drücken, aus.

Oder die Schreiberlinge reisen durch die Lande, signieren Bücher, schauen in gläubige Augen ehrfurchtsvoller Kenner, versuchen wichtige Kapitel vom selbst Verfassten mehr schlecht als recht und dialektgebunden vorzulesen. Lektüre, Lektionen, Lesungen, work-shops.
Und ein Heer von Übersetzern überträgt in die nächste Sprache, dichtet nach oder um oder interpretiert aufregend neu mit umfangreichen Anhang, Grafiker steuern berühmte Federzeichnungen bei und einer der wichtigsten Romane der Literaturgeschichte ist wieder mal geboren, nobelpreisverdächtig.







Aus as-Sufis "Buch der Fixterne"