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ADHIL [1h22m 45°32'N]
ξ Andromedae

Adhil ist ein Stern im Sternbild Andromeda, er ist etwa 214 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Adhil stammt aus der arabischen Sprache (Schleppe).
Kassiopeia (auch ein Sternbild), Gemahlin des äthiopischen Königs Kepheus und Mutter der Andromeda, sehr eitel, zieht sich den Zorn der Götter zu mit ihrer Beleidigung, schöner zu sein als die Nereiden, Töchter von Meeresgott Nereus. Poseidon sendet ein schreckliches Meeresungeheuer (auch ein Sternbild: Walfisch) aus, die Gestade des Landes zu verwüsten. Das Land ist vom Fluch nur zu befreien, wenn Andromeda, einziges Kind des Königspaares, dem Ungeheuer geopfert wird. An an einen Felsen gekettet erwartet Andromeda ihr grausames Schicksal. Im letzten Augenblick eilt aber Held Perseus (auch ein Sternbild) herbei und tötet das Untier.



Θαλαττα - Θαλαττα!!

Am fünften Tag kamen sie zu dem Berg Theches. Als die Ersten oben angekommen waren, erhob sich ein lautes Geschrei.
Xenophon und die Soldaten der Nachhut hörten es und glaubten, nun griffen auch noch Feinde von vorne an. Als jedoch die Rufe immer lauter wurden und die Nachrückenden einstimmten, da meinte Xenophon, es müsse sich um etwas Entscheidendes handeln.
Er sprang aufs Pferd und wollte mit einer Abteilung Reitern den anderen zu Hilfe eilen. Doch alsbald hörten sie, wie die Soldaten riefen:

Thálatta, thálatta, das Meer, das Meer!

und wie einer dem anderen den Ruf weitergab. Jetzt kam alles ins Rennen, auch die Nachhut, selbst die Zugtiere und die Pferde mussten mit. Als alle den Gipfel erreicht hatten, da fielen sie einander in die Arme, auch die Obersten und die Hauptleute, und die Tränen liefen ihnen herunter.

So das Ende der "Anabasis", der Beschreibung des Feldzuges des jüngeren Kyros gegen Artaxerxes II., wo Xenophon von der Rückführung der etwa 10.000 griechischen führerlosen Soldaten durch ihn nach der Schlacht bei Kunaxa 401 v. Chr. ans Schwarze Meer erzählt.

Thalatta! Thalatta!
Sei mir gegrüßt, du ewiges Meer!
Sei mir gegrüßt zehntausendmal,
Aus jauchzendem Herzen,
Wie einst dich begrüßten
Zehntausend Griechenherzen,
Unglückbekämpfende, heimatverlangende,
Weltberühmte Griechenherzen.

(Heinrich Heine)

Thálatta! Thálatta! - Das Meer! Das Meer!
Meer kann ohne Insel sein, aber keine Insel ohne Meer. Eine chinesische Weisheit: Das Wasser kann ohne Fische auskommen, aber kein Fisch ohne Wasser .
In der christlichen und islamischen Mystik versinnbildlicht das Bild des Tropfens die im Unendlichen, im Meer des Göttlichen aufgehende menschliche Seele.
1. Buch Mose: Die Erde war aber wüst und öde, und Finsternis lag auf der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
Als Gott die Verderbnis der Menschen sah, reute es ihn, dass er sie geschaffen hatte, und beschloss, sie durch eine Sintflut vom Erdboden zu vertilgen. Am siebzehnten Tage des zweiten Monats brachen alle Brunnen der großen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich. Und der Regen strömte auf die Erde, vierzig Tage und vierzig Nächte lang.
Der griechische Okeanos ist Vater der Götter und Ursprung aller Götter und Göttinnen des Wassers. Heilige Quellen nährten das Orakel von Delphi, Euphrat und Tigris, der Nil und der Jordan sind heilig. Brunnen und Bad dienen der körperlichen, seelischen und geistigen, der heilenden und lebensverlängernden Reinigung.
Homers Odyssee, Platons Atlantis, Sindbad in 1001 Nacht, Melvilles Kapitän Ahab, Daniel Defoes Robinson, Jule Vernes Kapitän Nemo, Joseph Conrads Lord Jim, Stevensons Long John Silver und Käpt´n Flint, B. Travens Totenschiff, Shakespeares Böhmen am Meer, Hemingways Der alte Mann und das Meer,


Caspar David Friedrichs Mönch am Meer

Händels Wassermusik, Charles Trenets La Mer, Stings Love Is The Seventh Wave

Thálatta, Thálatta!, und Land in Sicht! ist der heraklitsche Streit, die Dialektik von Bewegung und Ruhe, das Eine nicht ohne das Andere. Aber Land ist Land, Küste ist Küste, Insel ist Insel, weil Wasser sie dazu macht - Land frei lässt, Insel schafft.