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Cochem-Zell - 50°08'N 007°11'E

Der Landkreis Cochem-Zell in der nördlichen Mitte des Landes Rheinland-Pfalz mit etwa 61.000 Einwohnern hat seinen Sitz in Cochem, Deutschlands kleinster Kreisstadt. Dafür hat der mit dem Kaiser-Wilhelm-Tunnel einen der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands zwischen Cochem und Ediger-Eller, einzige Glaubersalztherme Deutschlands in Bad Bertrich und den steilsten Weinberg Europas am Calmont nahe der Ortsgemeinde Bremm. An der Mosel, die mittig durch das Kreisgebiet fließt, wachsen hervorragende Weine. Berühmt ist die „Zeller Schwarze Katz“ aus der Gemarkung Zell.
Nördlich der Mosel befindet sich die Eifel, südlich der Hunsrück.
Im Moseltal entstehen durch zahlreiche tiefeingeschnittene, enge und bewaldete Kerbtäler sowie durch teilweise sehr steile Talhänge besondere klimatische Bedingungen. Diese führen zu einzigartigen Biotopen mit zum Teil mediterraner Flora (z. B. Buchsbaum). Es ergeben sich zudem gute Bedingungen für den Qualitätsweinbau. In den kleinräumig wechselnden und auch großflächigen Trockenbiotopstandorten siedeln wärme- und trockenheitsliebende Arten, die zum Teil stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind. Hierzu gehören die Zippammer, die Smaragdeidechse oder der Moselapollofalter, der in dieser speziellen Unterart weltweit nur an der Untermosel zu finden ist.
1816 entstehen die Kreise Cochem und Zell in Preußen im Regierungsbezirk Coblenz, 1968 wird aus Cochem und dem wesentlichen Teil des Landkreises Zell der heutige Landkreis Cochem-Zell. ZEL ist seit 2015 wieder erhältlich.







Zossen - 52°13'N 013°27'E



Die Stadt im Landkreis Teltow-Fläming mit etwa 20.000 Einwohnern 20 km südlich der Berliner Stadtgrenze liegt am Nottekanal, der mitten durch das Stadtgebiet verläuft, seit 1952 Kreisstadt des neu gebildeten Kreises Zossen im DDR-Bezirk Potsdam, den die DDR 1994 auflöst, seither gehört die Stadt zum Landkreis Teltow-Fläming.

2013 erregt Zossen bundesweit Aufmerksamkeit, als das ZDF (Sendereihe 37°) über die Arbeit einer dortigen Bürgerinitiative gegen Rechtsextremismus berichtet:
2008 greift ein Holocaustleugner in der Berliner Straße 11 einen städtischen Mitarbeiter tätlich an, der Stolpersteine zum Gedenken an die während der Nazizeit ermordeten Bewohner verlegt, der Holocaustleugner betreibt in diesem Haus ein Geschäft. 2010 begeht ein jugendlicher Rechtsextremer Brandstiftung am Haus der Demokratie des Vereins „Zossen zeigt Gesicht“ (gegen rechtsextreme Umtriebe in der Stadt engagiert), es brennt ab. Das Gericht spricht den Täter wgen mangelnder Reife frei. Daniel T., der den Jugendlichen angestiftet hat, verurteilt es wegen Anstiftung zur Brandstiftung und Volksverhetzung zu 3 Jahren und 8 Monaten Gefängnis (siehe Berliner Zeitung


Ab 1910 entstand zwischen Zossen und Wünsdorf ein großes Militärgebiet. Im 1.Weltkrieg sind hier im „Halbmondlager“ muslimische Kriegsgefangene untergebracht, die bei der russischen, britischen und französischen Armee gekämpft hatten. Für errichtete man eine Moschee aus Holz, um die Gefangenen durch gute Behandlung und propagandistische Beeinflussung für die deutsche Seite einnehmen. Fernziel war auch, in der moslemischen Welt Aufstände gegen Deutschlands Kriegsgegner auszulösen.
Die Nazis inhaftieren 60 Sozialdemokraten und Kommunisten inhaftiert. 32 von ihnen kommen ins KZ Oranienburg.
Im Ortsteil Wünsdorf bringt die Wehrmacht 1939 bis 1945 in der Bunkeranlage „Maybach I“ den Großteil des Oberkommandos des Heeres (OKH) unter, direkt neben dem Bunker „Maybach II“ und dem Bunker „Zeppelin“, der militärischen Nachrichtenzentrale mit dem postalischen Decknamen „Amt 500“. Bei Kriegsende übernimmt die Rote Armee die Anlagen und stationiert 1954 dort das Oberkommando der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD), wo etwa 60.000 Soldaten und Zivilisten leben, die größte Garnison der Roten Armee außerhalb der Sowjetunion.







Zweibrücken - 49°15'N 007°22'E

Pfälzisch klingt die Stadt so: Zweebrigge. Zweibrücken liegt in Rheinland-Pfalz, hat etwa 34.000 Einwohner (damit die kleinste kreisfreie Stadt Deutschlands) und ist Sitz des Pfälzischen Oberlandesgerichts. Zweibrücken in der Westpfalz auf der Westricher Hochfläche, unmittelbar an der Grenze zum Saarland hat nach Pirmasens, das am Westrand des Pfälzerwaldes liegt, 26 km, nach Saarbrücken 40 km und nach Kaiserslautern 55 km. Durch die Stadt fließen der Schwarzbach, der westlich von Zweibrücken bei Einöd in die Blies einmündet, sowie der Hornbach, der bei Bitsch entspringt und im Stadtgebiet in den Schwarzbach mündet.
Im Mittelalter überquert eine alte Salzstraße hier den Schwarzbach, bewacht von einer Burg der Grafen von Saarbrücken. Die Fürsten von Pfalz-Zweibrücken sind der evangelische Bewegung aufgeschlossen, seit den 1520ern predigen die Pfarrer deutsch.
Nach 1792 besetzen französischen Revolutionstruppen das gesamte linke Rheinufer, Zweibrücken wird chef-lieu (Hauptort) eines Arrondissements sowie eines Kantons und gehört bis 1814 zum Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg). Im Wiener Kongress kommt Saarbrücken zu Österreich, es tritt den Rheinkreis an das Königreich Bayern ab. Im Vormärz 1832 nimmt Zweibrücken eine wichtige Rolle in der deutschen Demokratiebewegung ein, u. a. organisiert der Deutsche Preß- und Vaterlandsverein das Hambacher Fest.
1914 weiht Prinzessin Hildegard von Bayern den Zweibrücker Rosengartens ein. Zwischen 1918 und 1930 besetzen französische Truppen die Stadt. In der Reichspogromnacht zerstören Nazis die Synagoge, 1940 verschleppen sie Juden im Rahmen der "Wagner-Bürckel-Aktion", der ersten groß angelegten Deportationsmaßnahme im Dritten Reich, ins Lager Gurs in Südfrankreich.
1939–1940 und 1944 wird die Zivilbevölkerung evakuiert. Am 14. März 1945 bombardieren Royal Air Force und Royal Canadian Air Force Zweibrückeng, es ist mit 80% eine der am stärksten zerstörten Städte Deutschlands.
1986 kollidieren über Rimschweiler zwei Jets der US Air Force, ein Pilot und ein Dorfbewohner kommen ums Leben.
1990 ziehen die Amerikaner ab, ein Militärgelände, das insgesamt einem Drittel der gesamten Stadtfläche entspricht, wird frei. Durch die Arbeitsplatzverluste erhöht sich die Arbeitslosenquote auf 21 %, was zu einem Rückgang der Nachfrage im Einzelhandel von ca. 25 % führt.