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Landkreis Villingen - 48°05'N 008°25'E

Der Landkreis Villingen im Südwesten Baden-Württembergs, später Villingen-Schwenningen geht im Schwarzwald-Baar-Kreis auf. Geografisch hatte der Landkreis Villingen fast ausschließlich Anteil am Schwarzwald. Das südliche Kreisgebiet zählte zur Landschaft Baar. Die Kreisstadt Villingen im Schwarzwald (heute Villingen-Schwenningen) lag im Süden des Kreisgebiets.
Das Gebiet des späteren Landkreises Villingen gehört vor 1800 zu verschiedenen Herrschaften, darunter Vorderösterreich und Fürstenberg. 1803 kommt das Gebiet an Kurbaden. Nach Bildung Baden-Württemberg 1952 gehört der Landkreis Villingen zum Regierungsbezirk Südbaden. 1972 wird die Kreisstadt Villingen mit der Stadt Schwenningen am Neckar, die dem Landkreis Rottweil angehört hatte, zur neuen Stadt Villingen-Schwenningen vereinigt und der Kreis in Landkreis Villingen-Schwenningen umbenannt und 1973 aufgelöst.
1956 wird dem Landkreis das Unterscheidungszeichen VL zugewiesen und bis 1971 ausgegeben, der neu gebildete Landkreis Villingen-Schwenningen erhält VS, das im Schwarzwald-Baar-Kreis bis heute gilt.









Vilshofen an der Donau - 48°38'N 013°11'E


Die Stadt mit knapp 17.000 Einwohnern ist bis 1972 Kreisstadt des Landkreises Vilshofen.



Vilshofen liegt an den Einmündungen der Vils, Pfudrach und Wolfach, südlich des Bayerischen Waldes, 20 km flussaufwärts von Passau. Sie heißt auch "die kleine Drei-Flüsse-Stadt".
Das „Vilshofener Zollhaus“ am Donauufer erinnert daran, dass Herzog Otto II. von Bayern nach Erbstreitigkeiten im Hause Ortenburg 1241 die Stadt gewaltsam in Besitz nimmt, wodurch sie Grenzstadt zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Fürstbistum Passau wird.
1842 zapft ein großer Sohn der Stadt, Braumeister Josef Groll, das erste Pilsener Bier in Pilsen und geht als dessen Erfinder in die Geschichte ein.
In der Reichspogromnacht 1938 zertrümmern Nazis die Schaufenster der jüdischen Läden zertrümmert. Sie zerren alle 12 zwölf hier lebenden Juden aus ihren Häusern und bringen sie unter Schlägen in das Passauer Gefängnis, verwüsten ihre Wohnungen, bestehlen sie, verbieten ihnen jeglichen Aufenthalt in der Stadt.
Erst 1965 entschädigt der deutsche Staat einen der NS-Verfolgten. Das Nazi-Vokabular der Beamten der Wiedergutmachungs-Behörde und Richter ist beleidigend: Volljüdin, Halbjude.

Von Chefarzt Dr. Heinrich Schnabelmeier, Chirurg und Gynäkologe, verlangt NSDAP-Landrat Grosch ultimativ die Scheidung von seiner jüdischen Frau - vergeblich. 1939 beschließt der Kreistag Vilshofen einstimmig: Jüdische oder jüdisch versippte Ärzte können mit sofortiger Wirkung in den Bezirkskrankenhäusern Vilshofen und Osterhofen keinerlei ärztliche Tätigkeit mehr ausüben. Der Vertrag mit Dr. Schnabelmaier, pr. Arzt in Vilshofen… ist daher sofort zu kündigen.
Kaum ist der Chefarzt gefeuert, sieht sich die Familie isoliert. Der Arzt verliert seine Approbation, beim Jahreseinkommen stürzt er auf Null ab! Dankbare Patienten bleiben ihm treu. Ungewollt gefährden sie mit nächtlichen Besuchen den Ex-Arzt, seine verfolgte Frau und den laut den Nürnberger Gesetzen als „Halbjude“ bedrohten Sohn Heinz.
1964 berichtet dieser:
„Etwa ab 1940 begann die Serie der Haus(durch)suchungen. In meiner Erinnerung weiß ich genau, daß es meinem Vater weit weniger ausmachte, daß man Radioapparate, Wäsche, Nahrungsmittel usw. usf. beschlagnahmte, als vielmehr die Tatsache, in ständiger Bedrohung zu leben. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, daß diese Haussuchungen schrecklich aufregend waren. Gelegentlich war mein Vater nicht anwesend, so daß ich es war, der den Landrat, der gelegentlich höchstpersönlich die Durchsuchungen ausführte, durch die Räume meines Elternhauses begleitete. Meine Mutter versperrte sich aus Furcht und Aufregung und schließlich auch, um sich nicht infamen Beleidigungen aussetzen zu müssen, meist in ein Nebenzimmer und ließ sich als krank ausgeben. Das Entsetzliche an diesen Haussuchungen war – gleich ob mein Vater oder ob ich den Landrat herumführten – die Tatsache, daß man niemals wußte, ob Gegenstände abgeholt wurden, oder ob es nicht diesmal ein Mitglied der Familie wäre. Am 28. Oktober 1944, dem 50. Geburtstag meines Vaters, wurde dieser verhaftet und zum Zweck der Untersuchung für die Einziehung zur Organisation Todt beim Amtsarzt vorgeführt. Als mein Vater nach langen Stunden zurückkehrte, klagte er erstmals über ein Druckgefühl in der Herzgegend…“ [Zu weiteren Einzelheiten siehe: https://www.hagalil.com/2020/01/schnabelmaier/]
Vor der kampflose Übergabe der Stadt 1945 an die U.S. Army sprengt die Waffen-SS die Donaubrücke. Bis 1950 - Eröffnung der neuen Donaubrücke - sezten Fähren über. 1972 wird der Landkreis Vilshofen aufgelöst, sein Gebiet den Landkreisen Deggendorf und Passau zugeschlagen.
1989 rückt Vilshofen in den internationalen medialen Fokus, als eine große Zahl von DDR-Flüchtlingen über Ungarn in den Westen fliehen. Etwa 1.400 Menschen kommen im damals größten Erstaufnahmelager für Übersiedler im Regierungsbezirk Niederbayern an. Der Flüchtlingsstrom löst eine bemerkenswerte Welle der Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung aus.
2002 entsteht eine Anlegemöglichkeit für Donau-Kreuzfahrtschiffe, sie verschaffte Vilshofen viele Touristen.







Landkreis Vorpommern-Rügen - 54°15'N 013°01'E

Der Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 225.000 Einwohnern besteht seit 2011 und umfasst den nördlichen Teil Vorpommerns und einen kleinen Teil Mecklenburgs westlich von Recknitz und Trebel. Kreisstadt ist die Hansestadt Stralsund. In Bergen auf Rügen, Grimmen, Ribnitz-Damgarten und Barth befinden sich Außenstellen der Kreisverwaltung. Wichtigste Flüsse sind die Recknitz, die Trebel und die Barthe. Zum Kreisgebiet gehören die Inseln Rügen (größte Insel Deutschlands), Hiddensee und Ummanz und die Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst südlich der Ostsee, bedeutendes Tourismusgebiet.
Der Kreis in seiner Ausdehnung hat große Ähnlichkeit mit dem slawischen Fürstentum Rügen, zumeist lehensabhängig von Dänemark und seit 1325 dem Herzogtum Pommern zugehörig.
Das bedeutendste Verkehrsbauwerk ist seit 2007 die Rügenbrücke über den Strelasund, die den alten Rügendamm entlasten soll.



Stralsund hat einen Stadthafen, mehrere Yachthäfen und einen Seehafen für Frachtschiffe.
Der Radwanderweg entlang der Deutschen Alleenstraße und der internationale Ostseeküsten-Radweg verlaufen an Stralsund vorbei.







Aber vergesst nicht, wenn die Chinesen Rügen kaufen, denkt an Friedrich Christian Delius