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Tirschenreuth - 49°53' N 012°20'E



Dirscharaad ist bayerische Kreisstadt des Landkreises Tirschenreuth mit knapp 9.000 Einwohnern in der Oberpfalz wenige km von der bayerisch-tschechischen Grenze entfernt, nahe einem der möglichen geographischen Mittelpunkte Europas. Lange Zeit dient Tirschenreuth dem Kloster Waldsassen als Ort der Teichwirtschaft, von der die Tirschenreuther Teichpfanne mit ihren Teichen rund um die Stadt zeugt. Später ist der Ort als Tuchmacherstädtchen bekannt, bevor Ende des 19. Jahrhunderts die Porzellanindustrie wichtigster Industriezweig wird.
Die Stadt ist Hauptort des Stiftlandes, des nördlichsten Zipfels Altbaierns. Weiden in der Oberpfalz ist 35 km, Marktredwitz und Cheb (Eger) sind 30 km entfernt. Südlich der Altstadt durchfließt die Waldnaab das Stadtgebiet. Der Landkreis Tirschenreuth ist neben der Vulkaneifel eines von zwei vulkanisch gefährdeten Gebieten in Deutschland.



1933 besteht der Stadtrat vollständig aus Nazis, während der Novemberpogrome 1938 verwüsten sie Geschäfte und Wohnungen jüdischer Geschäftsleute. Ende 1944 entgleist in der Nähe von Bayreuth ein Zug mit Häftlingen, die ins nahegelegene KZ Flossenbürg gebracht werden sollten. Die SA treibt sie nach Tirschenreuth und weiter nach Flossenbürg.
In den 1990ern schließt die Lorenz Hutschenreuther AG die Porzellanfabrik nach über 150 Jahren der Porzellanherstellung, die die Stadt bekannt gemacht hat.







Tönning - 54°19'N 008°57'E



Tönning mit knapp 5.000 Einwohnern, Bade- und Luftkurort im Kreis Nordfriesland Schleswig-Holstein, liegt an der Eider nahe deren Mündung in die Nordsee in der Nähe des Eidersperrwerks.
1784 öffnet sich der Eider-Kanal für Schiffe, der zwischen Rendsburg und Kiel gebaute Kanal verbindet über die Eider die Nordsee mit der Ostsee. Tönning als Binnenhafen vor der offenen Nordsee profitierte durch Schiffe, die hier anlegen, um sich für die weitere Fahrt durch die Nordsee oder durch den Kanal und die Ostsee auszurüsten. Unmittelbar im Anschluss an den Kanalbau entstehen eine Lohgerberei, eine Reepschlägerei, Stärkefabriken, zwei Brauereien und eine Ziegelei. Die Tönninger Händler selbst besitzen zwar keine Schiffe, sind aber erfolgreiche Schiffsaufkäufer und -makler.



Eine kurze Blüte erlebt die Tönning während der Elbblockade durch die Briten und der folgenden Kontinentalsperre Napoleons. Tönning im neutralen Dänemark ist von der Kontinentalsperre nicht betroffen. Zwischen 1803 und 1807 landet der gesamte für Hamburg bestimmte Handelsverkehr in Tönning, von wo ihn die Kaufleute über Land weitertransportieren. Ab 1805 nutzt auch die Niederländische Ostindien-Kompanie Kanal und Hafen für ihre Transporte nach Kopenhagen und in den Ostseeraum. Die Stadt selbst musste sich erst auf diesen Ansturm vorbereiten. Ein Zeitgnosse (1805): "Es fehlte an allem. Große Kosten wollte man für einen mutmaßlichen Augenblick nicht verwenden. Die Empfänger der Güter in Hamburg schrien laut über die Unordnung, Verwahrlosung und Verderb der Waren, Veruntreuung und Verschlimmbesserung des Transportes." Die Einwohnerzahl in Tönning verdreifacht sich in dieser Zeit.
Ein weiterer Aufschwung ergibt sich 1854 mit dem Bau der Bahnstrecke Flensburg–Tönning, auf der man Vieh zur Verladung nach England antransportiert und englische Kohle in Gegenrichtung mitnimmt. 1886 aber hat der Viehexport wegen der Maul- und Klauenseuche ein Ende.
Handelsherren aus ganz Europa kommen nach Tönning; der Hafen ist für wenige Jahre einer der wichtigsten Häfen an der kontinentaleuropäischen Nordseeküste. Das Packhaus, das zusammen mit dem Eiderkanal entstand, beherbergt heute unter anderem die umfangreiche historische Sammlung der Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte.
Tönnings Stellung als wichtiger Durchgangshafen endet abrupt 1895 mit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute: Nord-Ostsee-Kanal), der die Schiffe über die südlicher gelegene Elbe und nicht mehr über die Eider in die Nordsee führt.



Das Altkennzeichen TÖN gehörte zu Tönning als es Sitz des früheren Landkreises Eiderstedt ist, TÖN ist seit 1970 ausgelaufen.
Und mit Fertigstellung des Eidersperrwerks 1972 verliert auch der historische Hafen Tönning seine Bedeutung als Fischereihafen, da fast alle Fisch- und Krabbenkutter dorthin ziehen. Tourismus ist das neue ökonomische Standbein der Stadt.







Trier - 49°46'N 006°39'E

Hier ist er 1818 geboren, ihr berühmtester Sohn Karl Marx, dessen Vorfahren Rabbiner waren. Trier mit gut 110.000 Einwohnern im Westen von Rheinland-Pfalz beansprucht den Titel der ältesten Stadt Deutschlands für sich. Amphitheater, Barbarathermen, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Porta Nigra, Römerbrücke sowie die Igeler Säule in Igel erinnern an die Römer. Der im Kern romanische Dom und die frühgotische Liebfrauenkirche sind Weltkulturerbe.
Trier ist Sitz mehrerer Hochschulen, der Verwaltung des Landkreises Trier-Saarburg, von Dienststellen des Landesuntersuchungsamtes (LUA) und einer römisch-katholischen Diözese und des evangelischen Kirchenkreises Trier.



Trier liegt im mittleren Moseltals mit dem Hauptteil am rechten Ufer. Bewaldete und zum Teil mit Weinbergen besetzte Hänge steigen zu den Hochflächen des Hunsrücks im Südosten und der Eifel im Nordwesten an. Die Grenze zu Luxemburg ist 15 km entfernt.



16 v. Chr. gründen die Römer die Colonia Augusta Treverorum, deren Bauwerke von Reichtum und ihrer großen Bedeutung zeugen. 275 zerstören Alamannen die Stadt, die von 293 bis 392 nun Treveris heißt und eine der Residenzen der römischen Kaiser im Westen wird. Konstantin der Große (306–337) lässt die Stadt wieder aufbauen. 367 bis 392 ist sie erneut Regierungssitz des Römischen Reiches und gleichzeitig mit 80.000 bis 100.000 Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen. Um 475 nehmen die Franken die Stadt endgültig ein.
Ab 1801, nach dem Frieden von Lunéville gehören die linksrheinischen Gebiete zu Frankreich. Die Bewohner Triers werden französische Staatsbürger. Um die Jahrhundertwende heben die Franzosen fast alle der zahlreichen Klöster und Stifte auf. 1814 nehmen preußische Truppen die Stadt ein und im Wiener Kongress fällt Trier an Preußen. Die tiefkatholische Stadtbevölkerung und die protestantischen Herrscher stehen sich über Jahrzehnte mit wenig Sympathie gegenüber.
Nach dem 1. Weltkrieg sind wieder Franzosen Besatzer, bis 1930.
Vom Antisemitismus war in Trier kaum etwas zu spüren; zu sehr hatte sich der jüdische Bevölkerungsteil assimiliert und im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt integriert. Zur Zeit der NS-Machtübernahme leben in Trier knapp 800 Juden. 1933 setzt die SA setzte durch, jüdische Geschäfte für einen Tag zu schließen. Antisemitische Hetze beginnt; die Nazis boykottieren jüdische Geschäfte und verhaften führende jüdische Persönlichkeiten der Stadt. LKWs mit Plakaten fahren durch die Stadt: „Die Juden sind unser Unglück” und „Kauft nicht in jüdischen Warenhäusern”.
In den ersten 4 Jahren der NS-Herrschaft verlassen etwa 330 Juden Trier - begleitet von gehässigen Zeitungsartikeln. In der Pogromnacht 1938 demolieren Nazis die Inneneinrichtung der Synagoge und plündern; sie vewüsten zahlreiche jüdische Geschäfte und Wohnungen und nehmen mehr als 100 jüdische Männer in Haft. Ab 1941 deportieren und ermorden die Nazis mehr als 1.000 Juden, 40, die in „Judenhäusern“ zusammengepfercht leben müssen, wählen den Freitod.







Tübingen - 48°31'N 009° 03'E

Fast 1/3 der Einwohnerzahl der Stadt mit gut 91.500 Einwohner beträgt die Zahl der Studenten, die das städtische Leben in Diebenga stark prägen. Tübingen, 30 km südlich von Stuttgart, ist Sitz des gleichnamigen Landkreises und besitzt den niedrigsten Altersdurchschnitt aller Städte Deutschlands . Mit der 1477 gegründeten Universität gehört die Stadt zu den ältesten deutschen Universitätsstädten.


Im Wald Elysium liegt der geographische Landesmittelpunkt von Baden-Württemberg, den ein 3 t schwerer, kegelförmiger Stein aus dem Frankenjura symbolisiert.
1798 gründet Johann Friedrich Cotta, der Verleger deutscher Klassiker wie Goethe, Schiller, Herder und Wieland, die Allgemeine Zeitung, die in den folgenden Jahren zur führenden politischen Tageszeitung Deutschlands wird. 1807 bis 1843 lebt Friedrich Hölderlin in Pflege im Hölderlinturm am Neckar. Im Gôgenaufstand 1831 ziehen etwa 60 Handwerksburschen und Weingärtner als Protest gegen Polizeiwillkür durch die Stadt und singen das Schiller’sche Räuberlied.
Der Beginn der Nazizeit 1933 bdeutet das Ende des freien Volksstaates Württemberg. 1933 bis 1943 besteht eine Außendienststelle der Gestapo. Beim Novemberpogrom 1938 brennen SA-Leute die Synagoge nieder. Auf Initiative des Standortarztes Theodor Dobler ergibt sich die Stadt kampflos französischen Truppen.
1946 macht die französische Besatzungsmacht Tübingen zur Hauptstadt des neu einzurichtenden Landes Württemberg-Hohenzollern, bis dieses in Land Baden-Württemberg aufgeht. 1949 richtet die Justiz im Innenhof des Gefängnisses den Raubmörder Richard Schuh mit Guillotine hin, die letzte zivile Hinrichtung auf westdeutschem Gebiet. Bis in die 1990er ist Tübingen französische Garnisonsstadt.







Tuttlingen - 47°59'N 008° 49'E

Die Stadt im Süden Baden-Württembergs mit gut 36.000 Einwohnern, Kreisstadt des gleichnamigen Kreises - aufgrund hunderter Medizintechnikunternehmen oft als "Welthaupt-stadt der Medizintechnik" bezeichnt - liegt im Tal der Oberen Donau beidseits des noch jungen Flusses.
Wahrzeichen der Stadt ist Burg Honberg mit seinen zwei charakteristischen Türmen.
15 v. Chr. unterwerfen die Römer den Landstrich um Tuttlingen (vermutlich im Siedlungsgebiet der keltischen Tulinger) und romanisieren ihn. Als Teil der späteren römischen Provinz Obergermanien liegt die Gegend bis ungefähr 95 n. Chr. am Obergermanisch-Raetischen Limes auf der Donausüdstraße (via iuxta Danuvium). Nach dem Rückzug der römischen Legionen besiedeln die Sueben und/oder Alamannen das Gebiet.
Hauptereignis im Dreißigjährigen Krieg ist die Schlacht bei Tuttlingen, bei der die vereinigten kaiserlich-bayerischen Truppen untr Melchior Graf von Hatzfeldt, Franz von Mercy und Johann von Werth die gesamte französische Armee aufreiben.



1806 fällt Tuttlingen an das Großherzogtum Baden, aber kurze Zeit später wieder dem Königreich Württemberg zu. 1830 kommen die württembergischen Exklaven innerhalb Badens, Bruderhof und Hohentwiel, der Tuttlinger Stadtflur zugeordnet und gehören 1851 bis 1968 als Teilgemeinden zur Stadt Tuttlingen.
1947 kommt Tuttlingen zum Land Württemberg-Hohenzollern, 1952 zum Bundesland Baden-Württemberg. Der Hohentwiel, bis 1969 eine Tuttlinger Exklave, gehört heute zu Singen.



Die Großbruck, historischer Donauübergang in Tuttlingen

Tuttlingen liegt an etlichen Radfernwegen, unter anderem dem europäischen Radfernweg Flussroute EuroVelo EV6, welcher vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer verläuft, und dem Donauradweg.