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Schwäbisch Hall - 49°07'N 009°44'E



Umgangssprachlich Hall, die Stadt mit gut 40.000 Einwohnern im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs 60 km nordöstlich von Stuttgart ist Kreissitz und größte Stadt des Landkreises Schwäbisch Hall.
1280 erlangt Hall bis 1802 den Status einer Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich.

Bekannt ist die Stadt durch den nach ihr benannten Heller, die Salzsieder, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die Freilichtspiele auf der großen Treppe vor St. Michael.
Schwäbisch Hall liegt an einer Salzquelle im schroff eingeschnittenen Kochertal, sein Stadtgebiet hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge, Kocher-Jagst-Ebene und Hohenloher-Haller Ebene. Die Stadt erlangt im Mittelalter eine bedeutende Position in Politik und Wirtschaft. Während für ihre Wirtschaft im ausgehenden Mittelalter auch noch andere Gewerbe bedeutsam sind (unter anderem mit Tuchmachern und Lederern), konzentriert sie sich ökonomisch zunehmend auf ihre Salzquelle, welche für Jahrhunderte für Wohlstand sorgt.
Die 1933 121 Menschen umfassende jüdische Gemeinde löschen die Nazis durch Flucht ihrer Mitglieder sowie Deportation und Ermordung der hier gebliebenen Juden aus. Ebenso die Steinbacher Synagoge und im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“ transportieren sie 270 Insassen des Behindertenheims der Diakonissenanstalt ab und ermorden sie größtenteils. Weitere Opfer fordert der Hessentaler Todesmarsch in das Außenlager Allach des KZs Dachau.
Heute ist Schwäbisch Hall Bildungs-, Dienstleistungs- und kulturelles Zentrum der Region und Standort einiger mittelständischer Unternehmen. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verleiht 2015 Schwäbisch Hall den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“.







Suhl - 50°37'N 010°42'E



Im fränkisch geprägten Süden des Freistaats Thüringen liegt die Stadt mit knapp 37.000 Einwohnern am Südhang des Thüringer Waldes im Tal von Lauter und Hasel. Obwohl der Stadtrat 1991 Suhl zur "Stadt des Friedens" erklärt, bezeichnet sie sich wegen der Jagdwaffenherstellung 2005 als "Waffenstadt Suhl".
Mit dem Wiener Kongress fällt Suhl 1815 ans Königreich Preußen. Während der Industrialisierung entwickeltn sich bedeutende Waffenfabriken, 1840 startet in Suhl eine Lehranstalt für Militärbüchsenmacher. 1861 bis 1930 bedeutende Porzellanherstellung. 1896 beginnen die Simson-Werke mit der Produktion von Fahrrädern, 1906 von Autos, die schnell hervorragenden Ruf erhält.
In den 1920er und 1930er Jahren rüstet sich die Reichswehr mit Suhler Waffen aus.
1935 „arisieren“ die Nazis jüdischen Besitz. Die Suhler Synagoge fällt 1938 den Novemberpogromen zum Opfer. 1940 eröffnet eine Fliegerschule, in ihren Gebäuden sitzt 1951 bis 1989 die Bezirksverwaltung der Stasi. Im Zweiten Weltkrieg stellt die Industrie vollständig auf Waffen- und Kriegsproduktion um, auf 20.000 Einwohner kommen etwa 10.000 Zwangsarbeiter, die Maschinenpistolen und -gewehre sowie Messleiteinrichtungen für die V-Waffen-Produktion in hohen Stückzahlen herstellen.
1952 bis 1990 ist Suhl Bezirkshauptstadt. Die Verwaltung bricht den historisch gewachsenen Stadtkern ab und gestaltet ihn zu großen Teilen unter Federführung der Bauakademie der DDR sozialistisch um. 1984 eröffnet eine Offiziershochschule der DDR-Grenztruppen.
Nach der Wende beginnen Umstrukturierung der Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Bevölkerungsschwund. Seit 1990 findet in Suhl der mit Abstand größte Bevölkerungsrückgäng unter allen Städten Deutschlands mit knapp 40 % statt.







Sigmaringen - 48°05'N 009°13'E



Die baden-württembergische Kreisstadt an der oberen Donau mit gut 17.000 Einwohnern Sigmaringen an der Hohenzollernstraße und Oberschwäbischen Barockstraße am südlichen Rand der Schwäbischen Alb liegt rund 40 km nördlich des Bodensees.
Von 50 bis 80 n. Chr. bildet die Donau die Grenze des Römischen Reiches. Zu dieser Zeit führt eine Römerstraße vom Bodensee Richtung Winterlingen und Burladingen, eine andere von Singen über Vilsingen Richtung Bingen. Sie gehen durch die Furt unterhalb des Donauwehres in Laiz, wo man bei der Donauregulierung 1975 Reste einer Holzbrücke findet. Viele Funde und Ausgrabungen von römischen Gutshöfen weisen auf die Bedeutung Sigmaringens als Agrarregion in römischer Zeit hin.
Im 11. Jahrhundert entsteht die erste Burganlage auf dem talabriegelnden Felsen. 1540 geht Sigmaringen endgültig an das Haus Hohenzollern. 1801 bis 1806 kann Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg, die zu jener Zeit in Paris lebende Ehefrau des Erbprinzen Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen, dank ihrer Beziehungen zu Joséphine de Beauharnais die Mediatisierung von Hohenzollern-Sigmaringen abwenden. Das Fürstentum Hohenzollern bleibt im Gegensatz zu vielen anderen kleinen Fürstentümern als souveräne Herrschaft erhalten. Sigmaringen ist 1806 bis 1849 Hauptstadt und Residenz des souveränen Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen, das die Stadt in prägnanter Form ausbaut.



1849 verzichten die Fürsten auf ihre Herrschaft, wodurch ihre Fürstentümer an Preußen fallen. Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen ist 1858 bis 1862 preußischer Ministerpräsident. In der Naziszeit gibt es eine eigene Gestapodienststelle. 1934 bis 1942 zwangssterilisieren Naziärzte mehr als 100 vorgeblich „erbkranke“ Männer aus ganz Hohenzollern und angrenzenden Orten. 1940 ermorden sie 71 geistig behinderte und psychisch kranke Patienten. Die Deportation in grauen Bussen führt mit Sigmaringen als einzige psychiatrische Einrichtung in Hohenzollern in die Tötungsanstalt Schloss Grafeneck, wo man die als „lebensunwert“ bezeichneten Frauen und Männer ermordet, von 213 deportierten Patienten 90.
1944 bis April 1945 ist Sigmaringen Sitz der zusammen mit Hunderten von Franzosen geflohenen französischen Vichy-Regierung. Staatschef Marschall Pétain und Ministerpräsident Pierre Laval verweigern die weitere Zusammenarbeit mit den Nazis. Ihr Regierungssitz ist das Sigmaringer Schloss. Im April 1945 fliehen sie, 500 Angehörige der Milice française und 700 französische Soldaten befinden sich in der Stadt. Kreisleiter Härlin ordnet die Sprengung der Donaubrücken in Laiz und Sigmaringen an (und schleicht sich am gleichen Tag aus der Stadt!).



Das Hohenzollernschloss zeigt mit seinem heutigen Ausbau die geschichtliche Entwicklung von einer mittelalterlichen Burg zu einem fürstlichen Residenzschloss. 1077 als Burg erbaut erhält es seine heutige Form als Residenzschloss der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen erst nach Fertigstellung 1908. Es ist seit 1535 Sitz der Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Sehenswert sind die prunkvollen Säle, reich ausgestattete Räume, die fürstlichen Sammlungen, die größte private Waffensammlung Europas mit rund 3.000 Objekten, kostbare Gobelins und zahlreiche Jagdtrophäen. Es besitzt zudem ein Marstall- und Kutschenmuseum, ein Museum für höfische Fahrkultur mit Schlitten und Sänften.







Simmern - 49°59'N 007°31'E

Simmern/Hunsrück, Kreisstadt des Rhein-Hunsrück-Kreises mit knapp 8.000 Einwohnern liegt, tangiert vom 50. Breitengrad, in der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks in der sogenannten Simmerner Mulde. Der alte Stadtkern befindet sich in der Tallage des Simmerbachs, die neueren Stadtteile breiten sich auf den umliegenden Höhen aus. Der Külzbach mündet am westlichen Stadtrand in den Simmerbach. Östlich der Stadt findet man ein Naherholungsgebiet mit dem künstlich angelegten Simmersee. Südlich der Stadt beginnen die Erhebungen des Soonwaldes mit einem Teil des Simmerner Stadtwaldes.



1794, nach Besetzung des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen, gehört der Ort bis 1814 zum Rhein-Mosel-Departement. Bei den regelmäßigen Patrouillen der neu gegründeten Nationalgendarmerie fängt sie Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“, er verbringt ein halbes Jahr im heutigen Schinderhannes-Turm in Simmern, von wo ihm aber die Flucht gelingt. Mit dem Wiener Kongress kommt die Region zum Königreich Preußen. Nach 1845 (Kartoffelfäule und Missernten) wandern viele Bewohner nach Amerika aus.
Seit 1946 gehört Simmern dem Land Rheinland-Pfalz an.
1920 fallen in der Umgebung von Simmern drei Bruchstücke eines Meteoriten, die insgesamt ca. 1 kg wiegen.





Schleswig - 54°31'N 009°34'E

Die Einheimischen sagen zu ihrer Stadt Sleswig, sie hat gut 25.000 Einwohner, ist eine Mittelstadt in Schleswig-Holstein an der Meeresbucht Schlei und Kreisstadt des Kreises Schleswig-Flensburg, ehemals Hauptstadt des Herzogtums Schleswig; man bezeichnet sie auch als Justizhauptstadt des Landes, da sie Sitz des Landesverfassungsgerichts, sowie dreier weiterer Obergerichte und der Generalstaatsanwaltschaft ist.



Im 13. Jahrhundert muss Schleswig seine Rolle als überregionale Handelsmetropole des Nordens an Lübeck abtreten und für die damaligen Handelsschiffe ist die Schlei vielfach nicht mehr tief genug.
Nach der Reformation verschwinden bis auf wenige Ausnahmen nahezu alle der vielen Kirchen und Klöster der Stadt. Zahlreiche Adelspalais entstehen, in denen die hohen Beamten des aufblühenden Herzogtums residieren. Bei Hexenverfolgungen 1548–1551 richtet die Kirche mindestens 38 Frauen hin. Da der Herzog von Schleswig als dänischer König meist in Kopenhagen weilt, setzt er Statthalter auf Gottorf ein. Unter Statthalter Landgraf Carl von Hessen (1744–1836) erlebt Schleswig eine kulturelle Blütezeit.
In der "Osterschlacht" von 1848 vertreibt man die dänischen Truppen aus der Stadt, doch 1851 siegt das Königreichs Dänemark. Nach dem Deutschen Krieg (1866) annektiert Preußen die Herzotümer. Schleswig löst 1879 bis 1917 Kiel als Sitz des Oberpräsidenten ab, ist bis 1945 Hauptstadt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein und Garnisonsstadt.
Während der Weimarer Republik wird der Schleswiger Graf Ulrich von Brockdorff-Rantzau der erste Außenminister der jungen Deutschen Republik. Die NSDAP verfügt in Schleswig schon früh über eine starke Basis. Bei der Reichstagswahl 1932 erhalten die Nazis mit 50,7 % mehr Stimmen als alle anderen politischen Gruppen zusammen. Ende 1932 hat die NSDAP-Ortsgruppe 700 Mitglieder. Eine Ursache ist auch im örtlichen Zeitungsmarkt begründet. Seit 1930 entwickelte sich die Schleswiger Zeitung zu einem Sprachrohr der NSDAP und trägt dazu bei, die Nazis mehrheitsfähig zu machen.
Während der 12 Jahre „Drittes Reiche“ sind rund 4.000 Schleswiger Mitglied der NSDAP.
Die Nazis verfolgen Kommunisten, Sozialdemokraten und Juden, deportieren sie in Konzentrations- oder Vernichtungslager und ermorden mehrere Hundert Patienten der Heilanstalten Hesterberg und Stadtfeld, darunter über 200 Kinder, im Rahmen des Euthanasie-Programms.
Am 4. Mai 1945 unterschreibt Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag des letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz, der sich zuvor mit der letzten Reichsregierung nach Flensburg-Mürwik abgesetzt hat, die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark.
Als die Angehörigen der dänischen Minderheit Lebensmittelhilfen aus Skandinavien erhalten, verdächtigen die Deutschen, die, die sich nach Ende des Nationalsozialismus zur dänischen Minderheit bekennen, aus rein materiellen Motiven zu handeln und beschimpfen sie als „Speckdänen“.
1946 wird Kiel Landeshauptstadt.







Saalfeld/Saale - 50°39'N 011°21'E

Die Stadt mit gut 29.000 Einwohnern in Thüringen ist Kreisstadt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt. Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg kooperieren im „Städtedreieck Saalebogen“ miteinander. Saalfeld liegt an der Saale in der Mitte des Saalebogens. Südwestlich beginnt das Thüringer Schiefergebirge. Bekannteste Sehenswürdigkeit sind die Feengrotten.



Im Süden der Stadt liegt das Tal der Saale bzw. ihrer Nebenflüsse Loquitz und Sormitz. Die tiefen, engen Täler sind landschaftlich sehr reizvoll. Im Südosten der Stadt das erstreckt sich das Talsperrensystem „Saalekaskade“ entlang der Saale bis nach Bad Lobenstein, mit der Bleilochtalsperre und der Talsperre Hohenwarte die größten Talsperren Thüringens und zwei der größten Talsperren Deutschlands.



Im Osten der Stadt beginnt die Orlasenke, eine fruchtbare, breite Talsenke, die sich bis zur 35 Kilometer östlich gelegenen Stadt Triptis erstreckt. Nördlich von Saalfeld auf dem hohen Kulm, dem Hausberg der Stadt mit 481 m steht ein Stahlfachwerkaussichtsturm.

Der Ortsteil Gorndorf mit dem Plattenbaugebiet der Stadt galt nach der Wende als unattraktiv und sozialer Brennpunkt, Saalfeld hat es mittels eines eigenen Stadtentwicklungskonzeptes geschafft, diesen Stadtteil erheblich aufzuwerten.
Das Benediktinerkloster von 1071 (bis 1526) leitet die Christianisierung und Besiedlung der Umgebung ein.
1806 siegen im Gefecht bei Saalfeld 14.000 französische Soldaten über das 9.000 Mann starke Heer der Preußen, Prinz Louis Ferdinand kommt ums Leben. Dann beginnt die Industrialisierung in Saalfeld, aus dem seit dem Mittelalter betriebenen Saalfelder Bergbau entwickelt die Maxhütte Unterwellenborn, ein 1872 gegründetes Zweigwerk der Oberpfälzer Maxhütte den Bergbau. Die seit dem Mittelalter betriebene Saaleflößerei endet 1938 mit dem Bau der Saalekaskade.



Nach dem Ersten Weltkrieg im neue Freistaat Thüringen wird Saalfeld Kreisstadt des Landkreises Saalfeld, der bis 1994 besteht.
Die Nazis zwangssterilisieren 571 Personen, drängen jüdischen Bürger in die Emigration und ab in Ghettos oder Vernichtungslager. 1.491 Kriegsgefangene, Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern müssen Zwangsarbeit verrichten.
Im April 1945 sprengt die Wehrmacht alle Saalebrücken der Stadt und Umgebung, am 13. April übergibt der Bürgermeister die Stadt den Amerikanern.
1951 stürmt eine große Anzahl aufgebrachter Wismut-Bergarbeiter das Gefängnis und das Polizeirevier der Stadt und verlangt die Freilassung inhaftierter Kumpel. Hintergrund ist die Unzufriedenheit mit den schlechten sozialen Bedingungen, die der rasche Zuzug vieler Bergleute zur Forcierung des Uranerz-Abbaus für das sowjetische Atomwaffen-Programm mit sich brachte. 1952 verurteilt das Staatsgericht 12 vermeintliche Rädelsführer zu 8 bis 15 Jahren Haft. Der Abbau von Uranerz in der Umgebung von Saalfeld erweist sich als nicht lohnend und wird eingestellt.



Bedeutendste Sehenswürdigkeit sind die Feengrotten, ein ehemaliges Alaunschieferbergwerk, in dem die Natur ein faszinierendes Wunderwerk aus Tropfsteinen und vielfarbigen Mineralen schuf. Durch die nachträgliche Anlage von kleinen Wasserbecken in der Grotte wirken die Farben und Spiegelungen besonders effektvoll. Im Guinness-Buch der Rekorde sind sie als farbenreichste Schaugrotten der Welt vermerkt.







Saulgau - 48°01'N 009°30'E

Die Kur- und Bäderstadt Bad Saulgau mit gut 17.000 Einwohnern liegt im Zentrum Oberschwabens und ist größte Stadt im Landkreis Sigmaringen. Die Stadt ist 1949 bis 1972 Kreisstadt des damaligen Landkreises Saulgau.



Die Stadt liegt nördlich des bewaldeten Höhenzugs Wagenhart und zwischen Donau und Bodensee am Donauzufluss Schwarzach. Durch den Ortsteil Lampertsweiler verläuft die Europäische Hauptwasserscheide, die das Einzugsgebiet von Rhein und Donau trennt. Das Wasser südwärts fließender Gewässer mündet in den Rhein, das der nordwärts gerichteten in Donau. Die Stadt liegt an der Schwäbischen Bäderstraße, der Mühlenstraße Oberschwaben und der Oberschwäbischen Barockstraße.
Besonders bekannt sind die Hexenprozesse gegen Anna Persauter 1666 und 1672, die mit Folter und Enthauptung enden. Das jüngste Opfer der Hexenverfolgungen ist Maria Eichel, die bei ihrer Hinrichtung 1674 erst 15 Jahre alt ist.
1805, mit dem Frieden von Pressburg, kommt Saulgau an das Königreich Württemberg. 1935 erschüttert ein Erdbeben die Stadt und richtet schwere Schäden an. Im 2. Weltkrieg unterhält die Zeppelin GmbH bis 1945 am südöstlichen Ortsrand ein Außenlager des KZ Dachau, wo bis zu 400 Häftlinge Einzelteile der V2 produzieren, wobei 43 zu Tode kommen.
1973 kommt Saulgau zum Landkreis Sigmaringen.









Saarlouis - 49°19'N 006°45'E

Die Stadt mit rund 35.000 Einwohnern ist Verwaltungssitz des Landkreises Saarlouis und gilt als Schul- und Handelszentrum. Wirtschaftlicher Schwerpunkt ist die Automobilindustrie.



Saarlouis liegt geographisch in einem Abschnitt des mittleren Saartales, in dem der Fluss durch Erosion ein weiträumiges ovales Becken geschaffen hat, seine Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 15km, die West-Ost-Ausdehnung 9 km. Der Große Markt mit der Ludwigskirche bildet in etwa das Zentrum des Saarlouiser Beckens und liegt ganz auf der Niederterrasse der Saar in einer Höhe von ca. 181 m über Normalnull.



Durch das Gebiet führte entlang der Saar ein damals bedeutender Handelsweg, die Flandrisch-Lampartische Straße, die man durch die Anlage der Festung kontrollierte, die Lage garantierte gute militärtechnische Verbindung ins französische Hinterland.
Die Saar sorgt im Laufe der Stadtgeschichte immer wieder zu verheerenden Überschwemmungen, die man durch die Abtrennung des Flusses von der Innenstadt und seine Verlegung verhindert. Dadurch kam es allerdings im Gebiet des Stadtzentrums zu Grundwasserabsenkungen, die den Untergrund der Stadt schwächten und Gebäude schädigten.
Mit dem Frieden von Nimwegen 1679 fällt Lothringen an Frankreich. 1680 lässt der französische König Ludwig XIV. Saarlouis (ursprünglich Sarre-Louis) zum Schutz der neuen Ostgrenze sowie der Festung Metz errichten. Vauban entwirft die Festungsstadt symmetrisch in Sternform mit sechs Bastionen, die zur Aufstellung von Kanonen dienen. Ein wichtiges Element der Verteidigungsanlagen ist die Schleusenbrücke, mit der man nach dem Prinzip einer Überschwemmungsfestung die durch die Stadt fließende Saar mittels eingelegter Balken aufstaute, um so das Umland zu überfluten.




Die ehemalige Festung bestimmt auch heute noch den sechseckigen Grundriss der Innenstadt. Von der 1887 geschleiften Festung finden sich noch Wälle und Gräben der Festung, die die Gastronomie unter dem Namen Kasematten nutzt, während die wassergefüllten Gräben in die städtischen Grünanlagen integriert sind. (Die ebenfalls von Vauban erbaute und im Elsass gelegene Festungsstadt Neuf-Brisach weist in Konstruktion und Lage hohe Ähnlichkeiten mit Saarlouis auf und ist bis heute größtenteils in ihrem Originalzustand erhalten).
Mit dem Wiener Kongress 1815 kommt Saarlouis an das Königreich Preußen und nach Ende des 1. Weltkriegs besetzt Frankreich die Stadt. Mit der Volksabstimmung 1935 wird das Saargebiet wieder Teil des Deutschen Reichs. Aus Angst vor Verfolgung im Dritten Reich flüchten um dieselbe Zeit viele der 364 Saarlouiser Bürger jüdischen Glaubens ins Ausland. Etwa 100 von ihnen ermorden die Nazis, die Synagoge nutzen sie nach der Reichskristallnacht als Lager und Schreinerei.
1942 verwechselt die Royal Air Force (RAF) bei einem nächtlichen Luftangriff Saarlouis mit Saarbrücken. Zwischen Dezember 1944 und März 1945 finden zahlreiche Gefechte zwischen Deutschen und Amerikanern statt, Artilleriebeschuss zerstört große Teile der historischen Innenstadt, der Häuserkampf tut sein Übriges.
1968 zieht das letzte französische Truppenkontingent ab. Seit 1972 ist Saarlouis Garnisonsstadt der Bundeswehr. In der Graf-Werder-Kaserne sind der Stab sowie weitere Teile der Luftlandebrigade 1 („Saarland-Brigade“) stationiert.









Schlüchtern - 50°21'N 009°32'E



Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis im Südosten Hessens mit knapp 16.000 Einwohnern, ungefähr 30 km südwestlich von Fulda liegt an der Kinzig, die in Sinntal-Sterbfritz entspringt und in Hanau in den Main mündet.
Die Nazis berauben die nach den Nürnberger Gesetzen als jüdisch eingestuften Eigentümer der Schlüchterner und Steinauer Seifenfabriken ihrer Fabriken und ihrer Heimat. Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt Schlüchtern zum Land Hessen. 1874 wird der Landkreis Schlüchtern Teil des neu entstandenen Main-Kinzig-Kreises und Schlüchtern verliert den Sitz der Kreisverwaltung.





Bad Salzungen - 50°49'N 010°14'E



Die Kurstadt in Thüringen, Kreisstadt des Wartburgkreises mit gut 20.000 Einwohnern liegt am Mittellauf der Werra, zwischen dem Thüringer Wald im Norden und der Rhön im Süden.
1868 geht das Amt Salzungen im Landkreis Meiningen auf und ist, mit diesem Erbe, auch Teil des historischen Henneberger Landes. 1950 wird Bad Salzungen Kreisstadt des Kreises Bad Salzungen und danach des Wartburgkreises.
Die schon in frühgeschichtlicher Zeit betriebene Salzgewinnung ist bereits im 14. Jahrhundert so einträglich, dass es seit 1321 eine privilegierte wohlhabende Pfännerschaft gibt, die der sogenannte Salzgraf leitet, jährlich gewählt. Im 19. Jahrhundert nutzt man die heilende Wirkung der Sole aus, es entwickelt sich umfangreicher Kurbetrieb:





Schwerin - 53°38'N 011°25'E



Schwerin, die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern mit gut 95.500 Einwohner ist kleinste aller Landeshauptstädte Deutschlands. Innerhalb des Stadtgebiets gibt es 12 Seen. Das Wahrzeichen der Stadt, das Schweriner Schloss, befindet sich auf einer Insel zwischen Schweriner See und Burgsee. Es ist bis 1918 Hauptresidenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge und Machtzentrum des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin und seit 1990 Sitz des Landtags.
Wirtschaftlich dominieren Technologieunternehmen, Behörden, Bahn, Maschinenbau und Materialverarbeitung, Konsumproduktion, Gesundheitswirtschaft und Kliniken, Dienstleistungsbetriebe, zunehmend auch Tourismus und Kultur- und Kreativwirtschaft. Zudem ist Schwerin Hochschulstandort.

Die Einwohner bezeichnen Schwerin gerne als die "Stadt der sieben Seen und Wälder". Die nächsten größeren Städte sind Lübeck 54 km im Norden, Rostock 70 km nordöstlich und Hamburg rund 94 km westlich.
Zwischen 1560 und 1700 klagen die Behörden im protestantischen Mecklenburg, einer Kernzone der Hexenverfolgung, rund 4.000 Menschen wegen Hexerei an und richtet etwa die Hälfte hin. Die Verhöre finden im Rathaus am Markt, im Schloss und im Haus des Scharfrichters in der Burgstraße statt. Allein zwischen 1665 und 1669 19 Verhaftungen angeblicher Hexen, die fast alle nach kurzen, aber äußerst brutalen Verhören und derart erzwungenen Geständnissen hingerichtet und verbrannt werden. Da die gequälten Frauen dem Gericht auch die Namen weiterer Hexen nennen, entwickeln sich regelrechte Kettenprozesse. Auch Kinder zählen zu den Opfern. 1642 peitschen die Henker die 8jährige Hans Donken (Hans Douke) wegen Zauberei aus und enthaupten Asmut Veith 14 Jahren.
Infolge der Bestimmungen des Versailler Vertrages verlässt der Flugzeugproduzent Fokker 1919 seinen Firmenstandort Schwerin. 1932 erreicht die NSDAP bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Schwerin eine knappe absolute Mehrheit und stellte fortan die Landesregierung. 1933 verfolgen und verhaften die Nazis SPD- und KPD-Funktionäre. 1935 entsteht eine Gauführerschule. Die Reaktionen der Schweriner auf die Naziideologie und -diktatur reichen von Begeisterung bis zur stillschweigenden Zurückhaltung. Im Juli und November 1942, sowie zuletzt noch im November 1944 werden Juden aus Schwerin deportiert.
Ein Todesmarsch von Häftlingen des KZs Sachsenhausen endet in der Nähe von Schwerin, etwa 18.000 Gefangene überlebten. Amerikanische Truppen besetzen am 2. Mai 1945 die Stadt kampflos, anschließend besetzt die Rote Armee dei Stadt.
Am Demmlerplatz befindt sich die Dienststelle der sowjetischen Geheimpolizei NKWD, die zahlreiche, oft unschuldige Personen aus ganz Mecklenburg inhaftiert und willkürlich zu harten Strafen verurteilt. 1954 übernahm die Bezirksdienststelle der Stasi den Komplex und nutzt ihn weiter als Haftort.
1986 stürzt ein Passagierflugzeug auf dem Weg von Minsk kurz vor der Landung in Berlin-Schönefeld ab. Es sterben 72 Personen, darunter 20 Schulkinder einer 10. Klasse der einer Schweriner Schule.
1993 verlassen die letzten russischen Besatzungstruppen die Stadt.





Sinsheim - 49°15'N 008°53'E



Sinsheim im Nordwesten Baden-Württembergs, bekannt durch das Technik Museum Sinsheim, hat gut 35.000 Einwohner und liegt etwa 22 km südöstlich von Heidelberg an der Elsenz. Bis 1973 ist Sinsheim Sitz des gleichnamigen Landkreises mit dem Kfz-Kennzeichen SNH. Die Elsenz ist ein linker Nebenfluss des Neckars, der bei Neckargemünd mündet.
Der spektakulärste und älteste Fund aus der Umgebung datiert etwa 600.000 Jahre vor unserer Zeit: der Unterkiefer von Mauer, das bis heute älteste Fossil eines Vertreters der Gattung Homo in Deutschland.
Spätestens 98, mit der Vorverlegung der Reichsgrenze an Odenwald und Neckar unter Kaiser Trajan, wird der Raum Teil des Römischen Reichs. Das heutige Sinsheim liegt inmitten des damals neu besetzten Gebietes, des so genannten Dekumatlandes (agri decumates). Von den Römern zeugt die größte jemals in Süddeutschland gefundene Jupitergigantensäule.
Die Niederschlagung des Heckeraufstandes intensiviert in ganz Baden die begonnene Auswanderungswelle in die Vereinigten Staaten, wo viele Badener als so genannte Forty-Eighters in der Nordstaatenarmee kämpfen oder sich anderweitig demokratisch engagieren. Aus Amerika kommen dafür in den 1870er-Jahren die Reblaus und andere Weinberg-Schädlinge, so dass der seit dem 16. Jahrhundert in und um Sinsheim betriebene Weinbau binnen weniger Jahre praktisch zum Erliegen kommt.
Im Gefolge der Reichspogromnacht kommt es 1938 zu Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Der Sinsheimer Bürgermeister und NSDAP-Ortsgruppenleiters lässt in allen 53 Gemeinden jüdische Einrichtungen wie Synagogen, Friedhöfe und Geschäfte zerstören.
Ein Wahrzeichen der Stadt ist die Burg Steinsberg, eine Stauferburg mit achteckigem Bergfried auf einem Basaltkegel im Stadtteil Weiler.







Schrobenhausen - 48°34'N 011°16'E



Schrobenhausen im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mit gut 17.000 Einwohnern liegt an der Mündung der Weilach in die Paar. Ingolstadt ist 30, Augsburg 45 und München 60 km entfernt.
1808 kommt Schrobenhausen zum Lechkreis, 1810 zum Isarkreis, 1817 zum Oberdonaukreis und 1837 schließlich zu Oberbayern. Einen Wachstumsschub bringt nach 1945 die Zuwanderung von Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten. 1972 entsteht der neue Landkreis Neuburg an der Donau. Die örtliche Arbeitslosenquote ist sehr gering.







Schongau - 47°49'N 010°54'E



Schoaga, die Stadt mit gut 12.000 Einwohnern an der Romantischen Straße im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau liegt am Westufer des Lechs im Pfaffenwinkel. Die gut erhaltene Altstadt verfügt über eine fast vollständig erhaltene Stadtmauer. Schongau ist die am westlichsten gelegene Stadt des Regierungsbezirks Oberbayern. Östlich des Lech beginnt ein dialektaler Übergangsraum zwischen dem bairischen und schwäbischen Sprachgebiet, in dem man Lechrainer Dialekt spricht. Den ovalen Hügel, genannt Lechumlaufberg, umringt von der Stadtmauer, umfloss früher der Lech.
Schongau liegt ganz in der Nähe der ehemaligen Römerstraße nach Augsburg, der Via Claudia Augusta und verdankt ihren Ursprung den Römern. Im Mittelalter ist sie bedeutsamer Knotenpunkt und wichtiger Handelsplatz auf der Verkehrslinie Verona–Augsburg–Nürnberg und auf der Salzstraße vom Berchtesgadener Land ins Allgäu.
Während des Hexenwahns kommt es 1589 in Schongau zu einem der größten Hexenprozesse im süddeutschen Raum mit 63 Opfern.
Früher Kreisstadt verschmilzt Schongau 1972 mit dem Landkreis Weilheim zum heutigen Landkreis Weilheim-Schongau.







Sömmerda - 51°10'N 011°07'E



Sömmerda, Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Thüringen mit knapp 19.000 Einwohnern liegt 20 km nördlich von Erfurt im Thüringer Becken an der mittleren Unstrut.
1802 bis 1952 gehört es zu Preußen zum Landkreis Weißensee. Der in Sömmerda geborene Erfinder des Zündnadelgewehrs Johann Nicolaus Dreyse gründet 1817 die Metallwarenfabrik Dreyse & Collenbusch, die den Beginn der Industrialisierung markiert. 1858 Gründung einer Handstrichziegelei, die sich zur größten und modernsten Ziegelei des Deutschen Reiches entwickelt.
Während des Zweiten Weltkrieges sind in Sömmerda bis zu 14.600 Menschen beschäftigt, davon rund 6.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die in zahlreichen Außenlagern des KZ Buchenwald in und um Sömmerda untergebracht sind.
1952 Sitz des neugebildeten Kreises Sömmerda, der zum Bezirk Erfurt gehört.
Sömmerda ist einer der Schwerpunkte des Aufstands vom 17. Juni 1953 im Bezirk Erfurt. Aus Streiks in den Großbetrieben entwickeln sich Demonstrationen auf dem Marktplatz mit 10.000 Teilnehmern. Die Bürger verlangen den Rücktritt der Regierung, freie Wahlen, die Beseitigung der innerdeutschen Grenze und singen das Deutschlandlied. 300 Bauern verlangen die Senkung des Abgabesolls, Rückgabe enteigneter Betriebe. Die sowjetische Besatzungsmacht ruft den Ausnahmezustand aus und beendet das Aufbegehren.
Aus dem zu DDR-Zeiten gegründeten Elektrotechnik-Kombinat Robotron entwickelt sich das heutige Computerfertigungswerk von Fujitsu Technology Solutions.







Soltau - 52°59'N 009° 51'E

Die niedersächsische Mittelstadt im Landkreis Heidekreis an den Flüssen Böhme und Soltau mit gut 21.000 Einwohnern liegt zentral in der Lüneburger Heide und ist insbesondere durch touristische Attraktionen bekannt. Bremen im Westen, Hamburg im Norden und Hannover im Süden sind jeweils rund 65 bis 70 km entfernt.
1803 besetzen Napoleons Truppen die Stadt und machen sie 1810 zur französischen Grenzstadt zum Königreich Westphalen. 1813 beenden Lützower Jäger und Kosaken die zehnjährige "Franzosenzeit".
1914 errichten die Deutschen das Lager Soltau, das größte Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges.
Im 2. Welkrieg verläuft die Front zeitweise durch Soltau. Nach starkem Artilleriebeschuss besetzen britische Truppen die Stadt. Zuvor versuchen Wehrmachttruppen erbittert, ihren Vormarsch an der Aller zu stoppen. Die Angriffe treffen um ein Vielfaches mehr Zivilisten als Soldaten.
Kurz vor dem Einmarsch der Alliierten im April 1945 befreien sich KZ-Häftlinge aus einem zerbombten Güterzug. Wehrmachtsangehörige, SS, die örtlichen Hitlerjugend sowie Soltauer Bürger jagen über 100 von ihnen, fangen sie ein, erschlagen oder erschießen sie an Ort und Stelle oder Sammelplätzen im Stadtgebiet. Unter Lebensgefahr unterstützen einige wenige Bürger Geflohene mit Nahrungsmitteln und Kleidung. Gerichtsverfahren in der Nachkriegszeit enden mit Freisprüchen aus Mangel an Beweisen.
1977 verliert Soltau den Kreissitz.







Speyer - 49°19'N 008°26'E

Speyer, kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz mit gut 50.500 Einwohnern, als römische Gründung Noviomagus oder Civitas Nemetum eine der ältesten Städte Deutschlands und im Mittelalter als freie Reichsstadt eine der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Zwischen 1816 und 1945 Sitz der bayrischen Verwaltung der Pfalz. Der Kaiser- und Mariendom ist die weltweit größte noch erhaltene romanische Kirche.



Die Stadt liegt in der Oberrheinischen Tiefebene an der Mündung des Speyerbachs in den Rhein, knapp 20 km südlich von Ludwigshafen am Rhein/Mannheim und 34 km nördlich von Karlsruhe. Der Rhein bildet die östliche Grenze der Stadt und gleichzeitig die Grenze von Rheinland-Pfalz zu Baden-Württemberg. In der Rheinniederung nordwestlich des Stadtgebietes entstanden durch Sand- und Kiesabbau zahlreiche Baggerseen. Bis zu seiner Regulierung und Begradigung im frühen 19. Jahrhundert mäandert der Rhein in unzähligen Schleifen und Schlingen und ändert über die Jahrtausende beständig seinen Lauf. Die zahlreichen noch vorhandenen bzw. wieder ausgekiesten Altrheinarme prägen danach die Landschaft am Rhein auch dort, wo sich keine Wasserflächen mehr befinden und lassen ehemalige Rheinarme am Bewuchs, Zuschnitt der Flure und am Verlauf der Niederterrassen erkennen.
50 v. Chr. unterwerfen die Römer Gallien, der Rhein, auch wenn das Gebiet noch außerhalb des militärischen Geschehens lag, wird Teil der Grenze des Römischen Reiches. Um 150 erscheint Speyer unter dem keltischen Namen Noviomagus (Neufeld oder Neumarkt) in der Weltkarte von Ptolemaios. Ab 260 können die Römer die Alamannen nicht mehr abwehren, die römische Reichsgrenze zieht sich an den Rhein zurück, Speyer ist wieder Grenzstadt. 406 setzen Sueben, Vandalen und sarmatische Alanen auf Druck nachrückender Hunnen über den Rhein und überrennen auf ihrem Weg ins innere Gallien auch Speyer.
Die Franken besiegen unter Chlodwig die Alamannen und 505 wird Speyer Teil des fränkischen Königreiches.
1792 erobern französische Revolutionstruppen Speyer, das bis 1814 unter französischer Herrschaft bleibt.

1815 treffen sich

Zar Alexander von Russland

Kaiser Franz I. von Österreich und

Preußens König Friedrich Wilhelm III.

im alliierten Hauptquartier in Speyer. 1816 wird Speyer Kreishauptstadt des Rheinkreises. Dieser fällt im Wiener Kongress dem Königreich Bayern als Ausgleich für das an Österreich abgetretene Salzburg zu.
Einmal mehr bemühen die konservativen Monarchen die "göttliche Vorsehung", die so oft zur Rechtfertigung von Herrschaftsansprüchen herhalten muss. Die Heilige Allianz ist jedoch nicht von langer Dauer. Der protestantische König von Preußen Friedrich Wilhelm III., der orthodoxe Zar von Russland Alexander I. und der katholische Kaiser von Österreich Franz II./I. reichen sich „im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit“ die Hände: Unter diesem Motto rufen die konservativen christlichen Monarchen Europas in Paris die "Heilige Allianz" ins Leben. Ziel ist, die Verbreitung der Ideen der Aufklärung einzudämmen, die christliche Religion zur Grundlage der Politik zu machen und das monarchische Prinzip, also die Herrschaftsansprüche der jeweiligen Dynastien, aufrecht zu erhalten. Dass sie diese Allianz als „heilig“ bezeichnen, spiegelt das Selbstverständnis der Monarchen als von Gott legitimiert wider: Sie sehen sich als Herrscher „von Gottes Gnaden“: das "Gottesgnadentum". Für die Habsburger ist diese Betonung von Religiosität nichts Ungewöhnliches: Man schreibt den Mitgliedern der habsburgischen Dynastie – wie anderen christlichen Dynastien zu dieser Zeit – die besondere Frömmigkeit sogar als typische Familieneigenschaft zu.
In konsequenter Folge des Wiener Kongresses soll die Heilige Allianz der Aufrechterhaltung der bestehenden Ordnung der europäischen Staaten mit militärischen Interventionen dienen. Jeder revolutionäre oder nationalistische Aufruhr ist im Keim zu ersticken. Interventionen finden etwa in Italien (Neapel), Spanien und Portugal statt. Den griechischen Freiheitskampf gegen das Osmanische Reich in den 1820ern unterstützen - gegen Metternichs Einwände - Großbritannien, Frankreich und Russland - die Solidarität der Allianzmächte zerbricht damit relativ rasch.
Mit Ende des 1. Weltkrieges zieht 1918 erneut die französische Armee bis 1930 in Speyer ein.
1938 im Novemberpogromen brennen die Nazis die Synagoge nieder, das NS-Regime betreibt die beispiellose Ausrottung der Juden in Europa. Die Nazis bringen mehr als 100 Juden aus Speyer und Umgebung um, denen die Flucht nicht mehr gelingt. 1945 sprengen deutsche Truppen die Rheinbrücke.
1946 ordnet die französische Militärregierung die Errichtung des Landes Rheinland-Pfalz als letztes Land in den westlichen Besatzungszonen an, das Besatzungsregime endet 1955, in den 1990ern ziehen die letzten Franzosen ab.







Springe - 52°13'N 009°33'E



Springe, eine Stadt mit knapp 30.000 Einwohnern in der Region Hannover, liegt an der Deisterpforte, einem flachen Talpass zwischen den südlichen Ausläufern des Deisters und dem Kleinen Deister. Hier entspringt der Fluss Haller, der der Stadt ihren mittelalterlichen Namen Hallerspring gab.
Die beiden Quellen der Haller liefern das Trinkwasser der Stadt.
Eine stetige Entwicklung zu einer Mittelstadt setzt nach Beendigung des 1. und des 2. Weltkriegs ein. Bis 1974 ist Springe die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Bis 2004 gehört es zum Regierungsbezirk Hannover, der wie alle niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst ist.
Am Rande des Sauparks steht das Jagdschloss Springe, Ausgangspunkt für herrschaftliche Jagden des hannoverschen Königshauses. 1965 gelangen die Bauten in den Besitz der niedersächsischen Landesforstverwaltung. Im Erdgeschoss beherbergt das Schloss ein Jagdmuseum, in den Obergeschossen ist eine Ausbildungsstätte der Landesjägerschaft Niedersachsen untergebracht.







Stade - 53°36'N 009°28'E

Stood ist die Kreisstadt des Landkreises Stade in Niedersachsen mit etwa 50.000 Einwohnern am südwestlichen Ufer der Unterelbe, 45 km westlich von Hamburg und 60 km östlich von Cuxhaven, am Rande des Alten Landes. Durch das Stadtgebiet fließt die Schwinge, die etwa 4 km nordöstlich bei Stadersand in die Elbe mündet.
1715 kommt Stade zum Kurfürstentums Hannover. Zwischen 1803 und 1806 erlebt sie die Eroberung durch die Franzosen und den nachfolgenden Abzug verschiedener europäische Besatzungstruppen. Bis 1810 befindet sich in Stade die Präfektur des Departements der Elbe- und Weser-Mündung, das zum Königreich Westphalen gehört. Anschließend gehört die Stadt bis 1813 zum französischen Kaiserreich und danach wieder zum Königreich Hannover, ab 1866 zu Preußen und ist 1946 bis 1978 Sitz des niedersächsischen Regierungsbezirks Stade.



Trotz Ausschlusses aus der Hanse von 1601 beteiligt sich Stade seit den 1980ern Jahren am Hansetag. Ab 2009 darf sie wegen ihres Charakters als Seehafenstadt nach mehr als 400 Jahren offiziell wieder den Titel einer Hansestadt führen.
Nach der Kommunalwahl 1933 kommt die NSDAP in Stade auf fast 41 %. Die Nazis verhaften SPD-Funktionäre, verbieten die KPD, heben die demokratische Gemeindeverfassung auf, deportieren Juden, Zeugen Jehovas und Sinti und ermorden sie in Konzentrations- oder Vernichtungslagern, zwangssterilisieren Behinderte oder psychisch kranke Erwachsene in den Rotenburger Anstalten, töten Minderjährige im Rahmen der Kinder-Euthanasie im Landeskrankenhaus Lüneburg.
Mit Beginn des 2. Weltkriegs leisten polnische und sowjetische Gefangene Zwangsarbeit, die Nazis bringen ab 1943 Kleinkinder der Zwangsarbeiterinnen in „fremdvölkischen Kinderheimen“ unter, wo 65 von ihnen durch Unterernährung und bewusste Vernachlässigung ums Leben kommen.
Bezirksregierung und Militär prägen das soziale Leben Stades als Verwaltungs- und Garnisonsstadt bis zur Ansiedlung der Großindustrie Anfang der 1970er. Der in den 1930ern errichtete Fliegerhorst Stade-Agathenburg wird 1956 bis 1994 wieder militärisch genutzt. 1962 stürzt ein belgischer Jagdbomber vom Typ F-84 Thunderstreak unmittelbar neben der Horstsiedlung in die Schwinge. Dem Piloten, der ums Leben kommt, hält man zugute, dass er sein Flugzeug vom besiedelten Gebiet wegsteuert und deshalb seinen Schleudersitz zu spät auslöst.







Stadthagen - 52°19'N 009°12'E

Kreisstadt des Landkreises Schaumburg in Niedersachsen mit gut 22.000 Einwohnern, 40 km westlich von Hannover. Stadthagen liegt an der B 65. Im Süden erhebt sich der Bückeberg, ein Ausläufer des Weserberglandes, im Nordwesten liegt der Schaumburger Wald.
1938 stecken Nazis die Synagoge in Brand gesteckt, voraus geht der Reichspogromnacht die Verdrängung der jüdischen Mitbürger aus dem öffentlichen und gesellschaftlichen Leben. 1945 nehmen amerikanische Truppen die Stadt ohne Gegenwehr ein.
1948 wird Stadthagen Kreisstadt des neu gegründeten Landkreises Schaumburg-Lippe und 1977 des Landkreises Schaumburg.







Stollberg/Erzgeb. - 50°42'N 012°47'E

Stollberg Erzgebirgskreis in Sachsen mit gut 11.000 Einwohnern Stollberg liegt 20 km südwestlich von Chemnitz am Nordrand des Erzgebirges. Im Gebiet der Stadt Stollberg befindet sich die Talsperre Stollberg, die durch den Unteren Querenbach aufgestaut wird.
Erste Besitzer der Stollberer Burg und der dazu gehörigen Herrschaft Stollberg sind die Erkenbertinger, die aus Mainfranken bei Würzburg stammen. Sie verkaufen das Gebiet 1367 an König Wenzel von Böhmen, das 1564 an die Wettiner Herrschaft geht. In der Nähe der einstigen Furt durch den Fluss Gablenz kreuzten sich zwei wichtige Handelsstraßen. Der Böhmische Steig führte von Altenburg nach Prag. Die Chemnitzer Straße verlief zwischen der gleichnamigen Stadt und Dresden. Häufig kommen Handels- und Fuhrleute in die Stadt, "Kärrner" genannt. An sie erinnert die Sage vom „Kärrner von Stollberg“.



Im 17. Jahrhundert nutzt man Schloss Stollberg als Untersuchungsgefängnis, wo 1862 die Strafanstalt Hoheneck öffnet. Am Ende des 2. Weltkreigs verhindern 4 Einwohner die gewaltsame Einnahme der Stadt durch US-Truppen, indem sie das Hissen von weißen Fahnen organisieren, den stellvertretende Bürgermeister Johannes Friedrich erschießen deshalb Wehrmachtssoldaten. 1950 kommt Stollberg an den Landkreis Chemnitz, dann wird es Kreisstadt des neu gebildeten Kreises Stollberg im Bezirk Karl-Marx-Stadt, 2008 verliert Stollberg seinen Kreissitz und gehört seitdem zum Erzgebirgskreis. 2001 schließt die JVA Hoheneck.
Der Name „Hoheneckerinnen“ wird Synonym für die aus politischen Gründen inhaftierten Frauen in der DDR. Ca. 25.000 Frauen waren dort inhaftiert, etwa 8.000 davon politische Häftlinge, wo es Zellen für Isolationshaft und Dunkelhaft gab. Unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges sind im Zentralen Frauengefängnis der DDR anfangs Angehörige des Volkssturms und des Werwolfs inhaftiert, und durch die Sowjetische Militäradministration Aufgegriffene, die wegen kleinerer Delikte oft ohne ordentliches Verfahren nach Hoheneck kommen. Die Versorgung der Gefangenen ist katastrophal, Seuchen und Hunger dezimieren die Zahl der Insassen oder führen zu vorzeitigen Entlassungen wegen Haftunfähigkeit, um zuhause sterben zu können.



1950 verlegen sowjetische Militärtribunale 1.119 Frauen aus den Speziallagern Bautzen und Sachsenhausen nach Hoheneck. Das für maximal 600 Häftlinge ausgelegte Zuchthaus ist überbelegt. Hoheneck wird zum Gefängnis für aus politischen Gründen inhaftierte Frauen. Es befinden sich dort auch jeweils um die 30 im Lager geborene Säuglinge, die man wenige Wochen nach der Geburt als „Kinder der Landesregierung“ auf Kinderheime der DDR verteilt.
1953 wollen inhaftierte Frauen mit einem Hungerstreik bessere Bedingungen und eine Überprüfung ihrer Verurteilungen erreichen, was teilweise gelingt, man entlässt einige Frauen, die man unter Androhung von Strafen zum Schweigen über die Zeit der Inhaftierung verpflichtet. Im Gefängnis müssen die Frauen im Dreischichtsystem arbeiten, so in der Bettwäsche- und Strumpfproduktion für den Westexport.



In den 1970ern sind bis zu 1.600 Frauen in Hoheneck eingesperrt, von denen manche auf dem Boden schlafen müssen. Üblich sind militärischer Drill, Schläge und Schikanen. Die Strafen in Hoheneck sind drakonisch, Arrest in der Dunkelzelle gibt es für geringste Vergehen. Strafverschärfend ist das Zusammenlegen von politischen Häftlingen (mehrfache Ausreiseanträge, versuchter „ungesetzlicher Grenzübertritt“) mit Gewaltverbrecherinnen, auch Mörderinnen, man will sie gezielt einschüchtern. Im Zuge der Bestrebungen für internationale Anerkennung der DDR ändern sich ab 1983 nach Besichtigungen durch UN-Kommissionen in den DDR-Haftanstalten die Haftbedingungen grundlegend. Noch bis 1989 sind jährlich 400 Frauen gefangen, davon etwa 30 % politische Gefangene. Über Hoheneckt leitet die DDR alle für den Freikauf vorgesehenen Frauen in den Westen, was eine gefängniseigene Außenstelle des Stasiministeriums nötig macht.



Walter Kempowski schildert in "Ein Kapitel für sich" die Gefangenschaft seiner Mutter im Knast Hoheneck ab 1955.
Im November 1989 nach dem Mauefall amnestiert man die letzten politischen Häftlinge und nach einem Gefangenenaufstand im Dezember 1989 auch einen Teil der kriminellen Straftäterinnen.
1990 bis 2001 ist Hoheneck einziges Frauengefängnis Sachsens.







Stockach - 50°42'N 012°47'E



Stockach, eine Stadt im Landkreis Konstanz mit gut 17.000 Einwohnern im Süden Baden-Württembergs, 1939 bis 1973 Kreisstadt des damaligen gleichnamigen Landkreises, liegt im Hegau, fünf km nordwestlich des Bodensees im Tal der Stockacher Aach im Stadtwald „Schnaidt“
Roland, ein gehörnter Ehemann zu Stockach: In so ein Kaff ist meine Frau hin gezogen wegen so ein Kerl da möchte ich nicht begraben sein
1886 kommt es zu einer von Südost nach Nordwest fortschreitenden wellenförmigen Erdbewegung: die sogenannten Stockacher Verwerfung, ein lokales Erdbeben. 1911 bebt die Erde erneut: eines der bedeutendsten Beben in Mitteleuropa seit langer Zeit, und ein drittes Mal 1961.
1799 kommt es zur Schlacht bei Stockach, in deren Verlauf die Österreicher die Franzosen besiegen. 1805 aber besiegelt Napoleon die österreichischen Herrschaft in Süddeutschland, der Reformator Europas, belohnt seine Kriegspartner mit den ehemals schwäbisch-österreichischen Gebieten. Stockach fällt an Württemberg. 1848 ruft Joseph Fickler, der Redakteur der Konstanzer Seeblätter, vor 6000 begeisterten Männern aus dem ganzen Seekreis im Zuge der bürgerlich-revolutionären Erhebung zum ersten Mal in Deutschland vom Dandler-Balkon in Stockach die Deutsche Republik aus und hält eine flammende Rede. Bayrische, württembergische und preußische Truppen ersticken die revolutionäre Stimmung bald, 1851 ziehen die letzten Besatzungstruppen ab.
1945 nimmt die Französische Armee unter General Jean de Lattre de Tassigny Stockach ein, es kommt zu 50 bis 60 Vergewaltigungen.







Siegburg - 50°48' N 007°12'E

Die Kreisstadt im Süden Nordrhein-Westfalens mit gut 41.500 Einwohnern liegt etwa 8 km östlich des Rheins an der Mündung der Agger. Namensgeber der Stadt ist die Sieg, die westlich von Siegburg in den Rhein mündet. Wahrzeichen Siegburgs ist der Michaelsberg, ein erloschener Vulkun, gekrönt von der ehemaligen Benediktinerabtei St. Michael.



Kurz vor Christi Geburt kommen die Römer an den Rhein. Der Rhein wird für einige 100 Jahre Grenze zwischen dem Römischen Reich auf dem linken Ufer und den keltischen und germanischen Stämmen auf der rechten Seite.
3 Institutionen prägen das politische Leben des mittelalterlichen Siegburg: Der Abt ist Oberhaupt der Abtei und Stadt - ein Vogt ist für Rechtsprechung und militärischen Schutz verantwortlich - und der Rat der Stadt als Vertretung der Bürgerschaft.
Von 1636 bis 1638 toben sich die Hexenkommissare Franz Buirmann und Kaspar Lieblar aus, eie ermorden 32 Frauen und 5 Männer.
1803 kommen die Franzosen als Besatzer und säkularisieren die Abtei nach fast 750 Jahren Bestand. Im Wiener Kongress kommt das Rheinland und damit auch Siegburg zum Königreich Preußen. 1816 wird Siegburg Kreisstadt des gleichnamigen Kreises, nach der Zusammenlegung mit dem Kreis Uckerath 1825 umbenannt in Siegkreis.
Mit der Machtübernahme der NSDAP ab 1933 beginnt die Gleichschaltung. Die Nazis überführen aus Siegburg und Umgebung zahlreiche politische Gegner (Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter u. a.) zur Schutzhaft ins Zuchthaus Siegburg. Im Zuge des Novemberpogroms 1938 zerstören sie die Synagoge und deportieren bis 1942 ca. 400 Juden in die Konzentrationslager im Osten zur Ermordung.
1939 bis Kriegsende sind mehrere 1.000 ausländische Zwangsarbeiter in Siegburger Groß- und Kleinbetrieben eingesetzt, von denen mehr als 400 sterben. 1941 vertreibt die SS die Mönche der Abtei.
Ab 1944 richten Bombenangriffe schwere Schäden an und fordern viele Tote.
Im Zuge der Nachkriegszeit wird aus der preußischen Industriestadt ein Verwaltungs-, Dienstleistungs- und Handelszentrum und 1969 wird Siegburg Kreisstadt des neuen Rhein-Sieg-Kreises.





Syke - 52°55'N 008°49'E

Die niedersächsische Stadt im Landkreis Diepholz mit gut 24.000 Einwohnern liegt im Osten des Naturparks Wildeshauser Geest, 19 km südlich von Bremen. Die Hache durchfließt die Stadt und große Staatsforsten prägen die "Stadt im Grünen".
[Hinweis: Die Einheimischen sagen Sieke mit langem „ie“ und nicht "Süke", was im Plattdeutschen Seuche oder Krankheit bedeutet.]



2011, vor dem Bau der Erdgasleitung, finden die Archäologen im Ortsteil Gessel einen bronzezeitliche Goldhort, einen der größten in Mitteleuropa.
1866 wird Syke preußisch als Teil der Provinz Hannover. 1932 bis 1977 ist Syke Kreisstadt des Landkreises Grafschaft Hoya, enstanden aus der Zusammenlegung des Landkreises Hoya und des Landkreises Syke mit dem Kfz-Kennzeichen SY. 1977 wird er unter den Landkreisen Nienburg, Oldenburg und Diepholz aufgeteilt.