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Potsdam - 52°24'N 013°04'E

Hauptstadt Brandenburgs mit gut 180.000 Einwohnern an der Havel, grenzt an Berlin und und liegt im dortigen Ballungsraum mit rund 4,5 Mill. Einwohnern. Potsdam ist bekannt als ehemalige Residenzstadt der Könige von Preußen mit zahlreichen und einzigartigen Schloss- und Parkanlagen und einer bedeutenden bürgerlichen Kernstadt. Die UNESCO nimmt 1990 die Kulturlandschaften als größtes deutsches Ensemble in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit auf und seit 2019 ist Potsdam UNESCO-Filmstadt im Netzwerk der Creative Cities. Das in Potsdam 1912 gegründete Filmstudio Babelsberg zählt zu den modernsten Zentren der Film- und Fernsehproduktion in Europa. In der Stadt, einem europäischen Wissenschaftszentrum, sind drei öffentliche Hochschulen und mehr als 30 Forschungsinstitute ansässig.
In der Stadt befinden sich über 20 Gewässer. Die Potsdamer Havel verbindet viele der Seen.
1653, mit dem kurmärkischen Landtag, beginnt die absolutistische Zeit in Brandenburg. Die Regierungszeit des Große Kurfürsten Friedrich Wilhelm ist eine der einflussreichsten in der Geschichte Potsdams. Er baut die Stadt zu seiner zweiten Residenz neben Berlin aus. Die verfolgten, protestantischen Hugenotten aus Frankreich fliehen in den Schutz der brandenburgischen Gebiete und etwa 20.000 Menschen verhelfen der Wirtschaft mit ihrem Fachwissen zum Aufschwung.
Unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. wird Potsdamt ein wichtiger Garnisonsstandort. Garnisonkirche, St. Nikolai und die Heilig-Geist-Kirche prägen fortan das Stadtbild. Sein Sohn Friedrich II. der Große schätzt die Gedanken der Aufklärung und reformiert den preußischen Staat. Er entscheidet endgültig, Potsdam auch vom Stadtbild her zur Residenzstadt zu machen und veranlasst massive Umbauten an Straßen und Plätzen. Ab 1745 entsteht sein Sommersitz, Schloss Sanssouci. Es folgen das Neue Palais, Stadtschloss und der Lustgarten in der Stadtmitte. Nach der Besetzung durch Napoleon entwickelt Friedrich Wilhelm III. die Stadt ab 1815 zum Verwaltungszentrum.
1848 kämpft das Volk auf den Barrikaden in Berlin für eine liberale Verfassung. Preußischen Elitetruppen schlagen den Aufstand nieder.
1914 unterzeichnet der letzte preußische König und deutsche Kaiser Wilhelm II. im Neuen Palais die Kriegserklärung gegen die Entente-Mächte. Nach Ende des 1. Weltkriegs endet auch die Ära der Monarchie mit der Novemberrevolution. Potsdam verliert seinen Status als Residenzstadt. Das umfangreiche Eigentum der Hohenzollern geht zum größten Teil in Staatseigentum über. Im 1933 findet der Tag von Potsdam statt. Reichspräsident Paul von Hindenburg reicht dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand. Die konstituierende Sitzung des Reichstags findet ohne Sozialdemokraten und Kommunisten in der Garnisonkirche statt.
Im April 1945 nimmt die Rote Armee Potsdam ein. Die Stadt war Abwurfziel besonders vieler Bomben in Deutschland. Bis in die Gegenwart hinein entschärft man Blindgänger.
Im Schloss Cecilienhof findet im Juli/August die Potsdamer Konferenz der Siegermächte statt und endet mit dem Potsdamer Abkommen, das die Teilung und Besetzung Deutschlands in 4 Zonen besiegelt.
Die sozialistische DDR-Regierung hat ein gespaltenes Verhältnis zum Erbe Preußens. Mit dem Bau der Berliner Mauer verliert Potsdam 1961 den direkten Anschluss zur Nachbarstadt West-Berlin, die Mauer unterbricht auch in Potsdam das städtische Leben zu einem erheblichen Teil. Den Übergang an der Glienicker benutzen die Mächte während des Kalten Krieges zum Austausch von Spionen.







Parsberg - 49°10'N 011°43'E

Das Kennzeichen PAR gibt es seit 2013 als zusätzliches Kennzeichen für Parsberg zum allgemein gültigen NM.
Die Stadt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt im Tal der Schwarzen Laber hat gut 7.300 Einwohner und ein einzigartes Tuberkulosekrankenhaus mit ausbruchsicherer Isolierstation sdowie eine Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie und eine Fachklinik für Junge Drogenabhängige.







Paderborn - 51°43'N 008°45'E

Mit über 150.000 Einwohnern, Universität und Erzbistum, im östlichen Teil des Landes Nordrhein-Westfalen gelegen, ist sie Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. Sie liegt an der Pader, dem mit 4 km Länge kürzesten Fluss Deutschlands, die Stadtteil Schloß Neuhaus in die Lippe mündet, die dort auch die Alme aufnimmt.
799 trifft sich Papst Leo III., der vor einem Aufstand aus Rom geflüchtet ist, mit Karl dem Großen auf der Pfalz Paderborn, um dessen Hilfe zu erbitten. Gegenleistung ist die Zusage zur Krönung Karls zum Kaiser am 25. Dezember 800 in der Basilika St. Peter in Rom.
1614 gründen die Jesuiten eine Universität, bis zu ihrer Auflösung 1818 die älteste Universität Westfalens. 1630 schreibt Friedrich von Spee im Paderborner Jesuitenkolleg die "Cautio Criminalis" gegen den Hexenwahn.
1815 im Wiener Kongress kommt Paderborn endgültig zu Preußen und wird Garnisonsstadt.
1938 brennt die Synagoge. Über 100 Juden aus Paderborn kommen um. Ein Teil der jüdischen Bürger flieht ins Ausland.

Das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) ist das weltgrößte Computermuseum und zeigt 5.000 Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechniken. Paderborn verfügt über eine starke Industrie in den Bereichen Nahrungsmittel und Automobilzulieferer. Mit dem Computerpionier Heinz Nixdorf wächst seit den 1970ern die IT-Branche überdurchschnittlich. Ebenso expandiert der Dienstleistungssektor.







Peine - 52°19'N 010°14'E

Paane (nddt) in Niedersachsen mit etwa 50.000 Einwohnern ist Kreisstadt des Landkreises Peine, bekannt vor allem für ihre Stahlindustrie. Noch heute ist 'Peiner' oder 'Peiner Träger' in der Bauwirtschaft das Synonym für breitflanschige Stahlträger.
Die Stadt liegt in der Burgdorf-Peiner Geest an der Fuhse zwischen Hannover (40km) und Braunschweig (25km).
Ab 1803 preußisch, 1921 bis 1929 Bau des Mittellandkanals für den Kohletransport der Wirtschaft. 1938 brennt die Synagoge nieder, die Nazis schießen Hans Marburger, Sohn eines jüdischen Kaufmanns, nieder, er verbrennt.
In der Stahlkrise 1975 gehen etliche Industriebetriebe unter, von 23.000 Arbeitsplätzen gehen knapp die Hälfte verloren. 1994 baut die Salzgitter AG das Elektrostahlwerk zu einem der modernsten Europas um.

"Vor langer Zeit ließ sich eine Eule auf dem Wartturm der Vorburg nieder und fing an, unter dem Dache ein Nest zu bauen. Mit offenem Munde staunte die Besatzung das Tier an und geriet in Furcht angesichts des unbekannten und furchterregenden Wesens. Man sucht den ungebetenen Gast zu vertreiben, doch umsonst, er kommt immer wieder. Schließlich legt man Feuer in den Turm, die Eule jedoch fliegt zur Stadt hinüber. Die Peiner aber fürchten sich nicht, nehmen den Fremdling wohlgemut auf und verehren die Eule als einen Schutzgeist."
Deshalb nennt man Peine auch Eulenstadt, der Vogel ist noch heute beliebtes Symbol in Peine, sei es bei Veranstaltungen, an Häusern, in Form von Statuen oder Ähnlichem. Eulensymbole zieren die Häuser um den Marktplatz herum, aber auch die Jakobi-Kirche.







Pforzheim - 48°53'N 008°42'E

Die Großstadt mit etwa 130.000 Einwohnern im Nordwesten Baden-Württembergs am Nordrand des Schwarzwalds am Zusammenfluss von Enz, Nagold und Würm ist Sitz des Enzkreises, der das Stadtgebiet fast vollständig umschließt. Die Stadt ist Zentrum des Verdichtungsraums Karlsruhe/Pforzheim mit etwa 650.000 Einwohnern. Karlsruhe ist 25km, Stuttgart 37km entfernt. Pforzheim beherbergt eine Hochschule für angewandte Wissenschaft.
Die Römer gründen die Stadt. Ihr Name leitet sich von Portus (lat. Flusshafen oder Stapelplatz) ab. Der britische Luftangriff 1945 vernichtet 80 % des Stadtgebietes und fordert nahezu 18.000 Todesopfer.
Pforzheim ist durch seine Schmuck- und Uhrenindustrie weltbekannt, worauf der Beiname Gold- beziehungsweise Gold-, Schmuck- und Uhrenstadt beruht. Die Stadt produziert etwa 75% der deutschen Schmuckwaren und hier befindet sich die einzige Goldschmiede- mit Uhrmacherschule in Deutschland.
Man nennt Pforzheim auch Pforte zum Schwarzwald. Hier beginnen die Schwarzwald-Wanderwege nach Basel (Westweg), Waldshut (Mittelweg) und Schaffhausen (Ostweg) und der Ort ist Endpunkt der Bertha Benz Memorial Route.
Hier mischen sich schwäbische und südfränkische Dialekt-Merkmale. Die zahlreichen Wechselwirkungen zwischen heimischen und zugewanderten Mundarten prägen die Stadtmundart Pforzheims.
Während der Novemberpogrome 1938 schänden die Nazis die Alte Synagoge und beschädigen sie schwer. Sie zwingen die jüdische Gemeinde, die Kosten für den Abriss zu übernehmen. 1940 deportiert die Gestapo 186 Juden, nur wenige Überlebende kehren zurück.
1944 arbeiten etwa 19.000 Arbeitskräfte in 101 Betrieben , davon mindestens 10.000 in der Rüstungsindustrie.
Pforzheim verfügt in Baden-Württemberg über eine der höchsten Industriedichten des Landes. Das BIP pro Kopf liegt 2016 bei 40.227 € (Deutschland 38.180 €).
Klagen über das uneinheitliche, wenig attraktive Stadtbild beeinträchtigen bis in die Gegenwart das Image der Stadt. Das Fehlen einer klassischen repräsentativen Altstadt aufgrund der mehrfachen Stadtzerstörungen, Herrscherwechsel und internen Verschiebungen der Siedlungsschwerpunkte fällt in Pforzheim seit jeher auf.







Pinneberg - 53°40'N 009°48'E

Pinnbarg (nddt), Kreisstadt des gleichnamigen Kreises in Schleswig-Holstein mit etwa 45.000 Einwohnern, liegt etwa 18 km nordwestlich von Hamburg Mitte an der Mündung der Mühlenau in die Pinnau.
1875 Stadtrechte, obwohl hier schon seit 1640 der Sitz des dänischen Landdrosten und seit 1866 des preußischen Landrats war. Während der Belagerung Hamburgs im Kosakenwinter 1813/1814 befand sich das Hauptquartier der russischen Truppen unter General Bennigsen in Pinneberg.
1945 verdoppelt sich durch den Zustrom von Vertriebenen, überwiegend aus Ostpreußen, die Einwohnerzahl, im Gegensatz zu vielen anderen Städten Schleswig-Holsteins kann Pinneberg die neuen Einwohner dauerhaft halten.
Pinneberg ist durch seine unmittelbare Nähe zu Hamburg kulturell dorthin orientiert und eher eine Pendlerstadt.







Pirna - 50°57'N 013°56'E



Mit etwa 40.000 Einwohnern ist Pirna Verwaltungssitz des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Die Stadt liegt am Beginn der Elbtalweitung, wo Wesenitz und Gottleuba in die Elbe münden. Östlich durchquert die Elbe das Elbsandsteingebirge in einem Durchbruchstal, das bis in das Stadtgebiet hineinreicht. Man nennt die Stadt auch „Tor zur Sächsischen Schweiz“. Die Sächsische Weinstraße führt elbabwärts über Pillnitz, Dresden und Meißen bis Diesbar-Seußlitz.
Im Norden grenzt Pirna an Dresden.
Um 600 n. Chr. besiedeln slawische Sorben als Fischer und Bauern das Gebiet.


Merian: Pirna um 1630

Die Elbe ist wichtiger Handelsweg, und Pirna liegt an der wichtigen Handelsstraße nach Böhmen. Mit dem Aufkommen des Eisenerzbergbaus im Osterzgebirge Mitte des 15. Jahrhunderts wird die Stadt 1472 Sitz einer Eisenkammer. Ab 1670 Ausbau der Festung Sonnenstein im Barockstil.
1809 besetzen Österreicher die Stadt. 1811 eröffnet der Arzt Ernst Gottlob Pienitz eine Heilanstalt für Geisteskranke auf dem Sonnenstein, die durch die Erfolge ihrer reformpsychiatrischen Ansätze von sich reden machte. 1813 besetzen französische Truppen den Sonnenstein und erzwingen die Evakuierung der 275 Patienten. 1813 wohnt Kaiser Napoleon zeitweilig im Marienhaus am Markt und besucht Goethe Pirna.
1845 Sächsischen Sintflut: Dasd Hochwasser überflutet weite Teile der Altstadt.
1911 ertrinken elf Ulanen bei dem Versuch, zu Pferde die Elbe zu überqueren.
1923 marschiert die Reichswehr ein, um einen Streik von Arbeitern niederzuschlagen und erschießt zwei junge Männer.
1928 Berufung Paul Nitsches zum Direktor der auf über 700 Patienten angewachsenen Heilanstalt Sonnenstein.Die systematische Ausgrenzung der chronisch psychisch kranken Menschen beginnt. Als ausdrücklicher Befürworter der Vernichtung lebensunwerten Lebens und der Nazi-Rassenhygiene setzt er Zwangssterilisationen, fragwürdige Zwangsheilbehandlungen und Verpflegungssparrationierungen gegen "erbkranke" Patienten durch. 1939 Umwandlung der in Reservelazarett und Umsiedlerlager.



Berüchtigt ist die Anlage durch ihren Einsatz im Rahmen der Aktion T4, als der Arzt Horst Schumann in Pirna 1940/4113.720 Patienten sowie mehr als 1.000 KZ-Häftlinge vergasen lässt. Die meisten Euthanasie-Opfer stammen aus psychiatrischen Anstalten, Heimen für geistig behinderte Menschen sowie Alters- und Pflegeheimen. In Zeiten des Hochbetriebs vergasen die Täter zum Teil mehr als 200 Menschen pro Arbeitstag. Aus der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein sickern trotz strengster Geheimhaltung Gerüchte über die Krankenmorde durch. Dass die damalige Bevölkerung darüber schwieg, mag mit passiver Akzeptanz und diffuser Angst vor Sanktionen zusammenhängen. Die DDR thematisiert das Kapitel aufgrund der militär-industriellen Nach-Nutzung des Geländes nicht.
Die Nazis setzen 1945 1.000 Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg zur Zwangsarbeit für die Deutsche Gasolin beim Ausbau der Treibstofferzeugungsanlagen ein. 1945 Luftangriff von 115 B-17-Bomber mit 337 Tonnen Bombenlast, gezielt auf Elbbrücke und Eisenbahnanlagen.
Beim Volksentscheid in Sachsen 1946 zur Überführung von Betrieben in Volkseigentum stimmen im Landkreis Pirna gut 80% dafür.
1947 vor dem Dresdner Schwurgericht der Euthanasie-Prozess gegen Ärzte und Pfleger der Aktion T4. 3 Todesstrafen (u.a. Paul Nitsche) und einmal lebenslange Zuchthausstrafe.
Die beispiellose Deindustrialisierung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung idt prägend. Der unmittelbare Übergang zur Marktwirtschaft führt zur Stilllegung eines erheblichen Teils der strukturbestimmenden Industriebetriebe. Allein in den drei größten Werken Kunstseidenwerk, Strömungsmaschinenwerk und Zellstoffwerk fallen bis Mitte der 1990er über 5.000 Arbeitsplätze weg, was die Abwanderung insbesondere der jungen Bevölkerung gegünstigt., sodass die Einwohnerzahl in Verbindung mit den verzeichneten Geburtendefiziten schrumpft.
2002 erfasst das Elbhochwasser Pirna.2002 erfasst. Die Seidewitz und Gottleuba, sopäter die Elbe überfluten nahezu ohne Vorwarnung weite Teile der Innenstadt. Die Elbe erreicht einen Pegelhöchststand von 10,58 m – etwa 2 mMeter mehr als beim Extremhochwasser 1845. 12.500 Personen müssen evakuiert werden.
Ende der 1990er kommt Pirna mit rechtsextremistischen Aktionen und Übergriffen in die Schlagzeilen. Seit 2005 existiert im Landkreis mit der „Steuerungsgrupe Extremismus“ ein behördenübergreifendes Netzwerk, welches die Arbeit gegen rechtsextremistische Brennpunkte untereinander abstimmt.

2013 erreicht der Wasserstand der Elbe erreichte erneut eine Höhe von 9,66 m.



Größter Arbeitgeber der Stadt ist das Klinikum Pirna der Helios Kliniken (ehemals Rhön-Klinikum AG) mit ca. 750 Mitarbeitern.
Die Pirnesen sprechen eine spezifische Form des sächsischen Dialektes: „… Wennsch maa wieder nach heme kumm tu, muss’sch dr glei maa wieder mit an dn Girchblatz zr Girche guckn geh’n und an dr Gnabnschule e bissl Erlbetrwassr nibbm. An der Stelle muss’sch nu ooch maa orwähn, dass unterm Erlbetr een Spruch droffsteht: ‚Hasste kee Geld in deinr Dasche, dann drink mit mier aus meinr Flasche.’ Obwohl’sch euch nur e bissl orklärn wollte, is de Zeit vrgang’ wie vorrückt und schließlich is’ ooch mir ni vorborchn jebliem, dass se gorni mehr zuhörn’ wolln. …“







Pritzwalk - 53°09' N 012°11'E

Die Stadt an der Dömnitz, einem Nebenfluss der Stepenitz, im Landkreis Prignitz im Nordwesten Brandenburgs hat etwa 12.000 Einwohner.
Nach den Germanen siedelt hier der Kleinstamm der Brizanen. Im 14. Jahrhundert wird Pritzwalk Mitglied der Hanse und im 18. Jahrhundert ein Zentrum der Tuch- und Bierherstellung.
Ende des 2. Weltkriegs verhaftet der NKWD Jugendliche unter Werwolf-Vorwurf, ein Militärtribunal verurteilt sie, bei einem 18-Jährigen wird das Todesurteil sofort vollstreckt, fünf kommen im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen um. In den 1990ern rehabilitiert die russische Generalstaatsanwaltschaft die Täter.
1952 wird Pritzwalk Kreisstadt des gleichnamigen Kreises, 1993 kommt es zum Landkreis Prignitz.







Plön - 54°10'N 010°25'E



ein Film in der ARD vor der Kulisse des Schlosses Plön mit 44 Folgen und Mareike Carrière in der Hauptrolle. Das Internat heißt dort Schloß Lüttin.
Plöön (platt). die Kreisstadt des Kreises Plön in Schleswig-Holstein mit etwa 9.000 Einwohnern, ist Standort der Marine-unteroffizierschule und Sitz des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie.
Die Stadt liegt am Großen Plöner See, dem größten Binnensee Schleswig-Holsteins, eingebettet in die hügelige Seenlandschaft der Holsteinischen Schweiz.


Plöner Schloss: Wahrzeichen von Plön
1622 entsteht das Herzogtum Schleswig-Holstein-Plön. 1633 Errichtung des Plöner Schlosses anstelle der alten Burg 1633–1636 durch Herzog Joachim Ernst und Hauptstadt des kleinen Fürstentums. Bis 1864 gehört Plön zu Dänemark und dient zeitweilig dem dänischen König als Sommerresidenz. Die Hohenzollern-Prinzen erhalten ihre schulische Ausbildung zum Teil in Plön und die Prinzeninsel ist heute noch im Besitz des Hauses Hohenzollern. Ab 1868 ist das Schloss preußische Kadettenanstalt. Nach dem 1.Weltkrieg wird daraus ein Internat und 1933–1945 Nationalpolitische Erziehungsanstalt, ab 1946 wieder staatliches Internat.
Mitte April 1945 halten sich Teile der letzten Reichsregierung sowie der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Karl Dönitz im Barackenlager der Kaserne Stadtheide auf. Am 1. Mai verkündet Dönitz, Hitler sei gefallen und habe ihn zum Nachfolger bestimmt. Am nächsten Tag flieht die neue Reichsregierung vor den herannahenden britischen Truppen weiter in den Sonderbereich Mürwik. Am 4. Mai 1945 unterschreibt Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag von Dönitz die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark.
2001 schließt das Internat im Plöner Schloss, die Landesregierung verkauft es an den Optikkonzern Fielmann.
Sehenswert ist die Altstadt mit der Nikolaikirche, dem Kreismuseum, dem Rathaus und vielen Geschäften und Cafés.
Rochus von Liliencron: „Der romantische Zug war mir ja freilich durch die ganze Richtung der Zeit in die Wiege gelegt. Seine kräftige Entwickelung erhielt aber nicht am wenigsten Nahrung durch die romantische Schönheit Plöns und seiner Landschaft. Die kleine Stadt liegt, rings von Seen umgeben, auf einem schmalen Landstrich rings um den mäßigen Hügel herum, dessen Höhe das alte herzogliche Schloss einnimmt, von alten Bäumen, Alleen und terrassenartig abfallenden Gärten umringt. Um die weitgestreckten Wasserflächen der Seen, die man von oben mit einem Blicke überschaut, zieht sich über Hügelreihen ein Gürtel herrlicher Buchenwaldungen, dazwischen eine fruchtbar lachende Landschaft. Wenn am Abend des hellen Sommertags über die leise bewegte Welle des Wasserspiegels der Mond seine Strahlen warf, welch herrliche Dekoration, um auf den Terrassen und unter den alten Bäumen ein romantisches Herzensspiel zu treiben …“
Der Bahnhof Plön spielt 1943 im UFA-Film "Immensee" eine Rolle. Anfang der 1970er folgen die beiden ARD-Fernsehserien Kleinstadtbahnhof mit Heidi Kabel und Gustav Knuth in den Hauptrollen.







Potsdam-Mittelmark - 52°09'N 012°36'E

Der Landkreis im Westen Brandenburgs liegt westlich Potsdams, das von Nordosten in das östliche Kreisgebiet ragt und trotz des Namens nicht zum Landkreis gehört, im Nordwesten umschließt das Kreisgebiet die Stadt Brandenburg an der Havel fast vollständig.



Baruther Urstromtal, die Zauche und die Karower Platte, die Nuthe-Nieplitz-Niederung, Teile des mittleren Haveltales, der Hohe Fläming, die südlichen Ausläufer der Nauener Platte und der Westrand des Teltow prägen den Landkreis. Rund 42 % der Fläche sind bewaldet, fast 50 % landwirtschaftlich genutzt (beonders Obstbau und Spargel). Wichtige Flüsse und Bäche sind die Havel und deren Nebenflüsse Nieplitz, Nuthe, Emster, Plane und Buckau. Zu den bekanntesten Seen zählen der Große Zernsee, der Große Seddiner See, der Schwielowsee und der Templiner See.
Die Kreisstadt Bad Belzig mit etwa 11.000 Einwohnern ist Kurort und Zentrum der im Hohen Fläming entstehenden Touristenregion.
Wasserstraßen: Untere Havel-Wasserstraße mit Potsdamer Havel, Elbe-Havel-Kanal, Emster Kanal







Perleberg - 53°05'N 011°52'E

genannt Rolandstadt - Kreisstadt des Landkreises Prignitz in Brandenburg mit rund 12.000 Einwohnern und mehrfach Spielort von Filmen: 2010 Szenen der Filmbiografie Beate Uhse – Das Recht auf Liebe, Das weiße Band, Der Laden, Jerichow, Neger, Neger, Schornsteinfeger, Crazy Race und Die Frau des Frisörs
Perleberg liegt in der Prignitz am Fluss Stepenitz, der hinter Perleberg in das Elbe-Urstromtal fließt. Perleberg mittig zwischen Berlin und Hamburg.
Seine Geschichte ist eng mit der Prignitz verbunden. Von den slawischsprechender Stammesgruppen werden die Linonen 808 erstmals erwähnt.
Ab 1724 Garnison der preußischen Kavallerie, 1806 Einzug der Franzosen. 1809 verschwindet der britische Gesandte Benjamin Bathurst Dienstreise von Wien nach Hamburg auf bis heute ungeklärte Weise. 1817 Kreisstadt der Westprignitz.
In der Reichspogromnacht 1938 hält auf dem Markt der NSDAP-Ortsgruppenleiter eine Hetzrede, und mobilisert die Massen gegen die Juden. Doe Perleberger beginnen, die Juden auf das Schrecklichste zu demütigen, ihre Wohnungen zu zerstören, ihren Friedhof zu verwüsten und zu schänden.
Gegen Ende des 2. Welkriegs fliehen viele Einwohner gen Westen in der Hoffnung, dort von den Briten und Amerikanern milder empfangen zu werden als von den Russen.
Ab 1945 ist Perleberg Garnison der Sowjetarmee. Bis 1991 ist hier die 21. motorisierte Schützendivision stationiert. Auch die Unteroffiziersschule „Egon Schultz“ der Grenztruppen der DDR liegt in Perleberg. 1993 wird Perleberg Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Prignitz.

Der Roland

Was sagt das schmucke Rolandsbild
In vollem Bart, mit Schwert und Schild?
Der grünbemooste Roland spricht:
„Freund, um den Blutbann wach’ ich nicht!
„Der Blutbann längst schon hier bestand,
Als mich erschuf des Künstlers Hand.
„Doch wisse, daß zu dieser Frist
Das Landgericht creirt hier ist.
„Da sollt’ der Bauer Recht empfahn,
Das sonst die Kirche ihm gethan.
„Das Landgericht war Grund der Stadt,
Daß sie mich hier errichtet hat.
„Ich sollte zeugen weit und breit
Von Perleberger Herrlichkeit!
„Und als ich nun für schweres Geld
Hier auf dem Markt war aufgestellt,
„Wie tanzten sie um mich herum!
Verwundert sah ich’s, still und stumm.
„Ich hätte heut noch nichts gesagt
Wenn Du mich nicht so scharf befragt.“

Die 5,50 m hohe Rolandfigur aus Sandstein auf dem Großen Markt stellt einen Ritter mit einer verzierten Plattenrüstung dar, der in der rechten Hand ein Schwert hoch- und mit der linken Hand ein gegen das linke Bein gelehntes Schild festhält. Der Pfeiler an der Rückseite trägt die Jahreszahl 1546. Auf dem achteckigen Sockel sind Szenen aus der Herkulessage abgebildet. 1546 findet die Einrichtung des Landgerichts für die Prignitz in Perleberg statt und im selben Jahr wird Johannes Konow, ein sehr engagierter Bürgermeister, zum ersten Landrichter ernannt.







Prüm - 53°05'N 011°52'E

Prüm in Rheinland-Pfalz mit etwa 5.600 Einwohnern liegt an der Prüm, einem Nebenfluss der Sauer am Fuß des Schneifel-Höhenzuges zwischen Ardennen und Eifel. 1794 Auflösung der bekannten Abtei, 1815 kommt die Stadt ans Königreich Preußen. 1918 bis 1930 unter französischer Besatzung, in der Ardennenoffensiv zu 80 % zerstört. Prüm wird Kreisstadt des flächenmäßig größten Kreises in Deutschland, 1969/70 mit dem Landkreis Bitburg zum Landkreis Bitburg-Prüm zusammengelegt.







Pirmasens - 49°12'N 007°36'E

Bärmesens in Rheinland-Pfalz mit etwa 40.300 Einwohnern liegt am Westrand des Pfälzerwalds und ist Verwaltungssitz des Landkreises Südwestpfalz. Der Name geht auf den heiligen Pirminius zurück, der das Kloster im nahen Hornbach gründete.
Die Stadt ist komplett von ihrem Landkreis umschlossen. Am südlichen Stadtrand entspringt die Felsalb, die bereits kurze Zeit später von links den Erkelsbach aufnimmt, anschließend Niedersimten passiert, wo sie von links den Gersbach und danach von rechts den Großen sowie den Kleinen Littersbach aufnimmt; danach bildet sie die Grenze zu Vinningen.
Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt verleiht Piermasens 1763 die Stadtrechte und verlegt seine Residenz hierher. Die Stadt bekommt eine Stadtmauer, ein Schloss, einen Exerzierplatz und die nach der im russischen Sankt Petersburg größte Exerzierhalle Europas. 1793 fällt die Stadt an Frankreich, 1815 an Österreich, dann an Bayern.
Im 19. Jahrhundert gelangt es als deutsche Schuhmetropole zu wirtschaftlicher Blüte.
1938 Zerstörung der Synagoge während der Novemberpogrome.
1939 ist die Stadt Verwaltungssitz des Landkreises Pirmasens – ab 1997 des Landkreises Südwestpfalz.
1969 überträgt der in Pirmasens ansässige US-Sender bei der ersten Mondlandung die Signale von Apollo 11 nach Houston/Texas.
Heute gehört die Stadt gehört zu den strukturschwachen Regionen Deutschlands.







Pasewalk - 53°30'N 014°E

Der Name der Stadt setzt sich zusammen aus den Silben „Poz“ (slawisch für Ringwall) und „wolc“ (Wolf), also „Stadt des Wolfes“, Bezug nehmend auf den dänischen Fürsten Jarl Wolf, der um 1000 in diesem Gebiet eine Herrschaft gründet).
Die Stadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 10.000 Einwohnern ist Verwaltungssitz des Amtes Uecker-Randow-Tal für 15 umliegende Gemeinden; ihr Beinamen ist „Kürassierstadt Pasewalk“.
Pasewalk liegt am Ostufer der mittleren Uecker, 20 km östlich befinden sich Bahn- und Straßengrenzübergänge nach Polen.
1720 bis 1945 in der preußischen Provinz Pommern. 1720 Ansiedlung von Hugenotten, die zahlreiche neue Gewerbe einführen, inbesondere den bis dahin in der Region noch unbekannten Tabakanbau. Pasewalk entwickelt sich zum Hauptumschlagplatz für uckermärkischen Rohtabak.
1870 Gründung des Vaterländischen Frauenvereins, eines der ersten von einer Vielzahl gleichnamiger Vereine in ganz Deutschland und der älteste in Pommern, in dem sich in erster Linie die Ehefrauen und Töchter der gutsituierten Offiziers- und Beamtenfamilien um soziale Belange kümmern (Vorläufer des Deutschen Roten Kreuzes).
1918 wird Adolf Hitler als 29-jähriger Gefreiter nach einer Senfgasverletzung mit kurzzeitiger Erblindung in ein Reservelazarett in Pasewalk verlegt, wo er die Kapitulation Deutschlands erlebt. 1943 entsteht die These, dass Hitlers Sehstörung mit auffälligen psychischen Reaktionen einhergegangen sei, sodass er in Pasewalk dem Chefpsychiater Edmund Forster vorgestellt worden sei - Hitler selbst verbreitet in seinem Buch "Mein Kampf" die Legende, die Nachricht von der Revolution habe ihn bewogen, eine Rolle in der Politik zu übernehmen („Ich aber beschloß, Politiker zu werden“). Neueren Forschungen zufolge wollte Hitler die Tage in Pasewalk eher nachträglich zu einer Art „pseudoreligiösem Erweckungserlebnis“ stilisieren.
Horst Wessel beschreibt in seiner Autobiographie Politika eine „Propagandafahrt“ der Sturmabteilung nach Pasewalk im Sommer 1928, die in ein Gefecht ausartet, mehrere Polizisten verwundet und wofür er seinen ersten Eintrag ins Polizeiregister bekommt.
1933 während der Novemberpogrome Brand der Synagoge und Verwüstung des jüdischen Friedhofes. 1945 mit Offensive der Roten Armee schwere Zerstörungen, das Stadtzentrumweitgehend vernichtet.
1950 Verwaltungssitz des neu geschaffenen Kreises Pasewalk, 1994 – 2011 Verwaltungssitz des Landkreises Uecker-Randow, seit 2011 gehört Pasewalk zum Landkreis Vorpommern-Greifswald.