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Mannheim - 49 29'N 008°28'E

Mannem oder Monnem, Universitätsstadt in Baden-Württemberg, ehemalige Residenzstadt der Kurpfalz mit Barockschloss, eine der größten Schlossanlagen der Welt, mit knapp 310.000 Einwohnern bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar mit 2,35 Millionen Einwohnern. Mannheim liegt im Dreiländereck von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen bildet mit seiner rheinland-pfälzischen Schwesterstadt Ludwigshafen am Rhein gegenüber ein zusammenhängendes Stadtgebiet.
Das mit der Festung Friedrichsburg angelegte gitterförmige Straßennetz mit Häuserblöcken statt Straßenzügen ist bis heute erhalten, worauf die Bezeichnung "Quadratestadt" beruht. Die bedeutende Industrie- und Handelsstadt ist wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt am Main und Stuttgart mit einem der bedeutendsten Binnenhäfen Europas.
All das wurde hier erfunden:
1817 das erste Zweirad
1880 der erste elektrische Aufzug
1886 das erste Automobil
1921 der Lanz Bulldog
Schillerbühne, Kunsthalle, Museen, Popakademie bereichern die deutsche Kulturszene.
Mannheim liegt an der Burgenstraße und Straße der Demokratie.



Die Mannheimer Naziverwaltung deportiert fast 2.000 Juden. In der Stadt gibt es rund 140 Stellen, wo Zwangsarbeiter untergebracht waren, viele in Nähe der großen Unternehmen. Im Stadtteil Sandhofen existierten Außenlager der KZs Natzweiler-Struthof und Hinzert.





Marienberg - 50°39'N 013°10'E

Ein Ortsteil hat den schönen Namen Pobershau und dort im schönen Erzgebirge wandert jemand defintiv:



Gegen Ende des 2. Weltkriegs ermorden SS-Leute 154 KZ-Häftlinge eines Außenlagers vom KZ Buchenwald. Sie waren bei Tieffliegerangriffen im April 1945 aus Transportzügen auf den Bahnhöfen Gelobtland und Reitzenhain in die umliegenden Wälder geflohen.
Aufgrund eines Eisenbahnunfalls im Hüttengrund, bei dem 18 Rotarmisten ihr Leben verlieren, richtet das sowjetischen Militärtribunal 1945 4 deutsche Reichsbahner hinrichten.
Die Bergstadt im sächsischen Erzgebirgskreis südöstlich von Chemnitz mit knapp 17.000 Einwohnern liegt im Mittleren Erzgebirge.
Der historische Stadtkern gehört seines wertvollen städtebaulichen Ensembles wegen zum UNESCO-Welterbe der Montanregion Ezgebirge/Krušnohoří.
In Anlehnung an die italienische Renaissance ist die Innenstadt rechtwinklig angelegt, vom 10.000 qm großen quadratischen Marktplatz führt ein rechtwinkliges Straßennetz nach allen Seiten, früheste symmetrische Stadtanlage nördlich der Alpen.
Herzog Heinrich lässt die Bergstadt 1521 anlegen und gibt ihr den Namen Marienberg mit dem Wunsch, dass sie unter dem Schutz der Mutter Maria wachse, blühe und gedeihe. Das jetzige Gemeindegebiet erstreckt sich über mehrere Täler mit Zuflüssen der Flöha. Der tiefste Punkt liegt im Tal der Schwarzen Pockau auf 460 m, der höchste auf 900 m südlich Satzung auf der Grenze zu Tschechien am Nordhang des Jelení hora (Haßberg).
Clemens Schiffel macht 1519 die ersten Silberfunde im Tal des Schlettenbaches. Bergbauliche Erschließungen der Umgegend verursachen großen Zustrom von Bergleuten. Seine höchste Blüte erlebt der Bergbau 1540, 1555 gibt es mehr als 1.000 Zechen im Marienberger Revier. Nach Ende des Silberbergbaues beginnt 1612 der Kupfer- und Zinnbergbau. Zur Verbesserung der Ernährungslage der Bergleute lässt Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra bis 1809 ein Bergmagazin erbauen, 1813 ist Marienberg Etappenort der gegen Napoleon verbündeten Armeen.



Der Kreis Marienberg geht 1994 im Mittleren Erzgebirgskreis und 2008, wobei Marienberg die Funktion der Kreisstadt verliert, im Erzgebirgskreis auf.
In der „Erzgebirgskaserne“ am Rand der Altstadt ist das Panzergrenadierbataillon 371 stationiert, dem der Stadtrat die Ehrenbezeichnung „Marienberger Jäger“ verleiht. Das Bataillon ist der NATO Response Force bzw. Very High Readiness Joint Task Force zugeordnet.







Mainburg - 48°39N 011°47'E

Das Herz der Hallertau, die Stadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim mit gut 15.000 Einwohnern, liegt am Flüsschen Abens im Zentrum der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt.
1945 wird der Versuch des katholischen Pfarrers Wagner von Ebrantshausen, mit einer weißen Fahne an der Kirche den US-Truppen den Ort kampflos zu überlassen, zum Verhängnis. Man denunziert ihn, die Waffen-SS erschießt ihn, an der Mordstelle steht eine Kapelle.
1972 büßt Mainburg seinen Status als Kreisstadt ein.







Mallersdorf - 48°39N 011°47'E



Mallersdorf mit knapp 2.000 Einwohnern an der Kleinen Laber ist ein Ortsteil des Marktes Mallersdorf-Pfaffenberg im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.



Einst htte das Kloster Mallersdorf eine große Blüte, es trug sogar den Titel „sedes sapientiae“, Sitz der Weisheit. Als um 1600 das Kloster auszusterben droht, bringen die heimatlos gewordenen Benediktiner von Ebersberg neues Leben nach Mallersdorf. Die Säkularisation löst 1803 die Benediktinerabtei auf und das Dorf wird - selten der Fall - Kreissitz. 1869 kaufen die Schwestern der Armen Franziskanerinnen von der Hl. Familie das Kloster und beziehen es als Mutterhaus, sie heißen auch Mallersdorfer Schwestern.
1972 Zusammenlegung mit dem Markt Pfaffenberg und den umliegenden Orten zum Markt Mallersdorf-Pfaffenberg, Landkreis Mallersdorf aufgelöst, Mallersdorf verliert sämtliche Ämter und Behörden.







Marktheidenfeld - 49°51'N 009°36'E

Die Stadt zwischen Aschaffenburg und Würzburg mit gut 11.000 Einwohnern im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart liegt am Mainviereck, an der Ostseite des Spessarts; sie kommt 1972 mit der Auflösung des Landkreises Marktheidenfeld in den neu gebildeten Landkreis.

1814 endgültig an Bayern gefallen. 1975 gründen Naturschützer den BUND. 1984 demonstrieren etwa 1000 Leute gegen die Traditionstreffen der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division in der Stadt. Seit Ende der 1950er unterstützt die Stadt dieses Treffen (mit etwa 400 Teilnehmern!). Über 800 Menschen verlangen per Unterschrift ein Ende des offiziellen Status des Treffens; es ist eingestellt.







Malchin - 53°44'N 012°46'E



Die Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern im Nordwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte mit gut 7.000 Einwohnern liegt in einer Senke an der Malchiner Peene zwischen dem Malchiner See, mit dem die Stadt über den Dahmer Kanal verbunden ist, und dem von der Stadt über den Peenekanal erreichbaren Kummerower See östlich der waldreichen Mecklenburgischen Schweiz.



1764 wird in Malchin eine Synagoge gebaut, 1925 löst sich die jüdische Gemeinde auf.
Den Kries Malchin gibt es ab 1933. Während des 2. Weltkriegs müssen hunderte Kriegsgefangene in Malchin und Umgebung Zwangsarbeit verrichten, wobei viele sterben. Nach dem Einmarsch der Roten Armee am 30. April 1945 wird etwa 3/4 des alten Häuserbestandes der Innenstadt durch Brandstiftung zerstört, etwa 500 Menschen sterben durch Suizid. Bis 1994 ist Malchin Kreisstadt, seit 2011 liegt Malchin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.



Nicht weit von Malchin liegt Demmin. Am 8. Mai, an dem der 2. Weltkrieg endet, marschieren Hunderte Rechte durch das Städtchen und lassen Trauerkränze ins Flüsschen dort hinab.
Es sind viele Frauen, die sich dort selbst und ihren Kindern im Frühjahr 1945 das Leben nehmen. Furcht und Schrecken angesichts der einmarschierenden Roten Armee treiben sie in den Selbstmord. Überall im Land kommt es damals zu Selbsttötungen, oft sind es NS-Funktionäre, die sich im Angesicht der Niederlage umbringen. Eine so hohe Zahl von Suiziden in so kurzer Zeit an einem einzigen Ort, begangen von so unterschiedlichen Menschen, ist beispiellos.
Wer die Möglichkeit hat, erschießt sich oder nimmt Gift. Die meisten jedoch ertränken oder erhängen sich, erst ihre Kinder, dann sich selbst. Mütter binden sich mit Steinen gefüllte Rucksäcke, schwere Pelzmäntel und ihre Kinder an den Leib und gehen in die umliegenden Flüsse, die alles andere als tief und reißend sind.
In der Nacht zum 1. Mai 1945 sind einzigen Detonationen, die die Demminer hören, jene, als deutsche Soldaten hinter sich alle Brücken sprengen, die Brücken nach Westen – die Fluchtwege, die letzte Hoffnung der Menschen dort. Die Sowjets kommen vorerst nicht hinein, die Demminer aber auch nicht mehr hinaus.
Si sind eingekesselt, fühlen sich verraten und den sowjetischen Soldaten ausgeliefert, hören die Panzerketten der Rotarmisten immer näher rasseln. Die Angst ist groß, die Goebbels und seine Propagandamaschine geschürt haben. Am Nachmittag des 30. April ist Demmin von den sowjetischen Truppen besetzt. Die Demminer hängen weiße Bettlaken aus ihren Fenstern. Viele der Frauen – die Männer, die noch in der Stadt sind, sind alt oder versehrt – beschmieren ihre Gesichter mit Ruß, machen sich hässlich und hoffen, so getarnt, davonzukommen. Auch zu ihnen ist durchgedrungen, welche Art von Krieg die Deutschen in der Sowjetunion geführt haben – und was oft der Preis des siegreichen sowjetischen Vormarschs ist.
Die Demminer erfahren die brutale Härte dieses Krieges. Die sowjetischen Soldaten bennen die Häuser nieder und vergewaltigen Frauen. Tagelang sind sie dem Gewaltrausch wehrlos ausgeliefert. All das führt zum massenhaften Suizid in Demmin. Noch Wochen und Monate später findet man Leichen in den Wäldern und Wasserläufen des Dreistromlandes.
Nur allmählich dringt das Drama ins Bewusstsein der Gegenwart. Viele Jahrzehnte lang passt es nicht ins Bild: Marodierende Sowjetsoldaten und tausend Selbstmorde unter ihrer Besatzung, das ist in der DDR kein Stoff für Dokumentationen. Zur Wahrheit von Demmin gehört auch, dass dort bei der Reichtagswahl 1933 der Stimmenanteil für die NSDAP höher war als im Rest des Landes. Auch in Demmin gab es NS-Terror und Judenverfolgung.





Melsungen - 51°08'N 009°33'E

Die im Kern mittelalterliche Kleinstadt mit knapp 14.000 Einwohnern im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis liegt am Einfluss des Kehrenbachs in die Fulda. Die nächsten größeren Städte sind Kassel 21 km nördlich und Bad Hersfeld 32 km südsüdöstlich. Der Ort war von besonderer Bedeutung, weil er an einer Kreuzung dreier wichtiger Handelsrouten lag: Sälzerweg (West-Ost), Nürnberger Straße (Nord-Süd) und "Durch die langen Hessen".
Während des 2. Weltkriegs befindet sich im Schloss ein Gefangenenlager für britische Offiziere. Von 1821 bis 1974 ist Melsungen Verwaltungssitz des Landkreises. Durch Zusammenlegung der Landkreise Melsungen, Fritzlar-Homberg und Ziegenhain 1974 zum Schwalm-Eder-Kreis ist der Verwaltungssitz in der Stadt Homberg (Efze).





Meißen - 51°10'N 013°29'E



2015 Brandanschlag auf eine geplante Asylbewerberunterkunft, Besitzer erhält Morddrohungen, die Täter in der rechtsextremen Szene vermutet
Mišno (sorbisch), die Kreisstadt des Landkreises Meißen im Freistaat Sachsen mit mehr als 28.000 Einwohnern, berühmt als Stadt des Meißner Porzellans (als erstes europäisches Porzellan 1708 hergestellt), liegt 25 km nordwestlich von Dresden an der Elbe und deren Nebenfluss, der Triebisch.



Seit 1543 Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra, Dom und Albrechtsburg auf dem linkselbischen Burgberg prägen die Silhouette der Stadt. 1710 bis Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Burg Sitz der Meißner Porzellanmanufaktur.

1905–1906 unter über 200 Kindern Zitterepidemie, eine Art Massenhysterie.
Während der Nazizeit vertreibt die Stadt jüdische Familien aus dem Land oder deportiert sie in Vernichtungslager, Kaufhaus der Schocken-Kette 1938 "arisiert". Am 3. Oktober 1990 gründet sich der Freistaat Sachsen auf der Albrechtsburg neu.





Meppen - 52°42'N 007°18'E



Die Kreisstadt des Landkreises Emsland liegt im Westen Niedersachsens, nahe der Grenze zu den Niederlanden im Zentrum des Emslandes an der Mündung der Hase in die Ems. Etwa einen halben Kilometer vor ihrer Mündung in die Ems nimmt die Hase den Dortmund-Ems-Kanal auf, der südlich von Meppen verläuft. Nördlich von Meppen nutzt der Kanal größtenteils den ausgebauten Flusslauf der Ems.

1803 im Reichsdeputationshauptschlusses Hauptstadt des Herzogtums Arenberg-Meppen. Ab 1811 Frankreich, 1813 bis 1814 preußisch. Im Wiener Kongress dem Königreich Hannover zugeteilt. Ab 1946 Niedersachsen. 1977 die ehemaligen Landkreise Lingen, Meppen und Aschendorf-Hümmling zum Landkreis Emsland vereinigt, Meppen Sitz der Kreisverwaltung.
Verwaltungs- und Handelsstadt, im 19. Jahrhundert Eisenhütte, die bis heute besteht, zunächst das Raseneisenerz der Umgebung verarbeitet, dann Schießplatz der Firma Krupp sowie Eisenbahn- und Wasserbaubehörden. Am größten der Dienstleistungssektor, Logistikunternehmen Lanfer Logistik zählt zu den größten Tanklogistik-Dienstleistern Deutschlands.



Meiningen - 50°34'N 010°25'E

Die Kreisstadt mit knapp 25.000 Einwohnern im fränkisch geprägten Süden Thüringens liegt an der Werra. Von mittelalterlichen Wassergräben der einstigen Stadtbefestigung umschlossen, prägen ein eklektizistisches Stadtviertel und Fachwerkbauten die historische Altstadt.
Ab 1680 Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Meiningen am Ostrand der Rhön im Dreiländereck von Thüringen, Bayern und Hessen ist rund 25 km von Hessen, 80 km von Erfurt und 100 km von Würzburg entfernt.
Nach der Novemberrevolution ist Meiningen von 1918 bis 1920 Hauptstadt des Freistaates Sachsen-Meiningen, 1920 kommt es zu Thüringen. Die Meininger Nazis plündern und verwüsten 1938 die Synagoge. Von 1952 bis 1990 gehört Meiningen als Kreisstadt des gleichnamigen Kreises zum Bezirk Suhl. 1990 kommt Meiningen zu Thüringen. 1994 wird Meiningen Kreisstadt des neugebildeten Landkreises Schmalkalden-Meiningen.







Minden - 52°17'N 008°55'E



Die Stadt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen und Sitz des ostwestfälischen Kreises Minden-Lübbecke mit rund 84.000 Einwohnern liegt an der Weser. In preußischer Zeit Verwaltungssitz des Fürstentums Minden, heute Wasserstraßenkreuz, wo sich Mittellandkanal und Weser kreuzen - architektonisches Wahrzeichen der Dom.

Die Stadt, die 40 km nordöstlich von Bielefeld, 55 km westlich von Hannover, 100 km südlich von Bremen und 60 km östlich von Osnabrück liegt, bildet das historische und politische Zentrum des Mindener Lands.



Bis heute feiern britische Regimenter weltweit den „Minden Day“. Französische Truppen nehmen im Siebenjährigen Krieg 1759 die Stadt ein, am 1. August 1759 findet die Schlacht bei Minden statt: Die Festung fällt endgültig an die alliierten Streitkräfte.
1813, nach der Völkerschlacht bei Leipzig, verlassen die französischen Truppen das Land, Minden ist wieder preußisch.
Zwischen Reichsgründung und 1. Weltkrieg gründen sich zahlreiche neue Unternehmen, u.a. eine Zündschnurfabrik. 1915 eröffnet das Wasserstraßenkreuz, damals das größte seiner Art in Deutschland. Im 1. Weltkrieg besteht ein Kriegsgefangenenlager mit 25.000 Gefangenen. Die Arbeitskommandos müssen beim Bau des Mittellandkanals, im Ruhrgebiet und Rheinland schuften.
1922 demonstrieren etwa 15.000 Mindener für die Republik - gegen Kapp-Putsch-Leute. Nach der Kundgebung ziehen zahlreiche Demonstranten durch die Stadt, durchsuchen Wohnungen, Geschäfte und Gaststätten von „Reaktionären“ und nationalistisch eingestellten Leuten, zertrümmern und verbrennen zahlreiche Kaiserbüsten- und Bilder sowie schwarz-weiß-rote Fahnen. Mindener Zeitung: "russische Zustände“.
Während des 2. Weltkriegs lassen die Nazis unterirdische Fabriken errichten, in denen KZ-Zwangsarbeiter Waffen und andere kriegswichtige Güter herstellen.

Die NSDAP und Mindener verfolgen systematisch jüdische Bürger. Ein Obersekundaner muss separat von anderen Schülern allein in der Bank sitzen, der Klassenlehrer hetzt gegen Juden, schikaniert und isoliert ihn durch Sprechverbot, und schließlich legt der Direktor dem Vater nahe, den Sohn von der Schule zu nehmen, da die Schulleitung weder für die körperliche Sicherheit noch das seelische Wohlbefinden des Jungen die Garantie übernehmen könne. Die NS-Verwaltung deportiert größtenteils jüdische Bürger und enteignet sie, etwa ein Zehntel der Gemeindemitglieder überlebt Deportationen und Zwangsmaßnahmen.
1946 setzt die britische Militärregierung in Minden den deutsche Wirtschaftsrat, Vorläufer für den bizonalen Wirtschaftsrat ein.
Auch nach dem Krieg ist Minden Ort bedeutender Firmengründungen und nach der Wiedervereinigung zieht sich die Britische Rheinarmee aus Minden bis 1994 zurück.





Memmingen - 47°59'N 010°11'E

Es erlangt in der deutschen Rechtsgeschichte in den 1980er Jahren mit dem größten Abtreibungsprozess gegen einen örtlichen Gynäkologen Berühmtheit: "Kreuzzug von Memmingen" oder "Die Hexenprozesse von Memmingen" (Der Spiegel).
Die frühere Reichsstadt mit etwa 44.000 Einwohnern im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben hat mehrere Beinamen: „Tor zum Allgäu“ - „Stadt mit Perspektiven“ - „Stadt der Menschenrechte“ - „Wallensteins Memmingen“. Der Spitznamen als Maustadt beruht auf der bekanntesten Memminger Schildbürger-Story.
Die Altstadt mit ihren vielen Plätzen, Bürger- und Patrizierhäusern, Palästen und der Stadtbefestigung zählt zu den am besten erhaltenen Städten Süddeutschlands. Memmingen an der Iller, nahe der bayerischen Grenze zu Baden-Württemberg, 50 km südlich von Ulm und 115 km südwestlich von München im Memminger Trockental, ist die Stadt dem Bereich Oberschwaben zuzurechnen, wenn auch die Stadtverwaltung aus touristischen Gründen meint, sie liege im Allgäu.



Als Handelsposten an der Salzstraße von Böhmen, Österreich und München nach Lindau und der Straße von Norddeutschland in die Schweiz und nach Italien wächst Memmingen zur Stadt heran. Im Streit mit den Welfen brennt 1130 Staufer Friedrich von Schwaben Memmingen bis auf die Grundmauern nieder. 1158 erhebt Herzog Welf VI. Memmingen zur Stadt. Als Konradin von Hohenstaufen 1268 in Neapel stirbt, fällt die Stadt ans Reich zurück und König Rudolf I. von Habsburg erklärt sie 1286 zur Freien Reichsstadt.
Kaiser Maximilian I. nennt die Stadt seine "Ruh- und Schlafzell" und den größten Künstler der Stadt, Bernhard Strigel, erwählt er zu seinem Haus- und Hofmaler, der ihn und seine Familie mehrfach porträtiert.

Und ein Gymnasium nennt sich nach dem Maler:



Die rege Handelstätigkeit der städtischen Patrizierfamilien lässt die Stadt reich werden. Bereits 1505/06 unternimmt die Große Deutsche Kompagnie die erste Handelsfahrt von Portugal nach Indien. Die Vöhlin aus Memmingen, neben den Welsern aus Augsburg die zweiten Teilhaber der Kompagnie, finanzieren zwei Schiffe dieser Kompanie.
Ab 1525 verbündet sich die Bevölkerung mit den aufständischen Bauern. Die oberschwäbischen Bauernhaufen halten ihre Versammlung in Memmingen ab und gründen ihre Christliche Vereinigung. Im Februar/März 1525 verfassen Memminger die Zwölf Artikel: Beschwerdeschrift, Reformprogramm und politisches Manifest, wohl eine erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden.



Bundespräsident Johannes Rau nennt die Zwölf Artikel „im Kern die Überzeugung von der Universalität der Menschenrechte. Mit dieser Überzeugung weisen sie weit über ihre Zeit hinaus. Als die Mütter und Väter GG Artikel 1 formuliert haben – «Die Würde des Menschen ist unantastbar» –, war das auch ein fernes Echo der Bauernartikel.“
Als Generalissimus Wallenstein 1639 im 30-jährigen Krieg in die Stadt einzieht und für einige Wochen Ruhe in den Wirren der Zeit einkehrt, rückt die Stadt wieder in den Blickpunkt europäischer Politik. Schwedenkönig Gustav Adolf weilt 1632 in der Reichsstadt. Drei Jahre später belagern die kaiserlichen Truppen die Stadt und nehmen sie ein.
1803 fällt die Stadt an Bayern. 1834 findet vor 20.000 Schaulustigen in Memmingen die letzte öffentliche Exekution einer Giftmörderin statt.
In den Novemberpogromen 1938 zerstören Nazis die Synagoge, deportieren die jüdischen Bürger und ermorden die meisten in den Vernichtungslagern.
Seit dem 2. Weltkrieg ist Memmingen eine prosperierende Stadt, deren Wirtschaftswachstum über dem bayerischen Durchschnitt liegt.
Das verstehen wohl nur Memminger:
I fahr heit no z’Memminga nei, geit’s sofort oin, Augschburg, D’Maschke.

Dr Fischrdag gaut mit em Mau,
durch alle Generationa,
ond sott ehm je a Feind entschtau,
dau schiaß mer mit Kanona!

Dr ‚Hoha Wacht‘ em Südschtadteck,
reißt ma jetzt bald Garascha weg,
dia sent ja wirklich grad koi Schmuck.
Ettle sent scho arg vrkomma,
dank am Raut der sich agnomma,
dr Maur geit ihr Würde zruck.


Der Memminger Mau:
Gehen einstmals in klarer Vollmondnacht ein paar Memminger aus dem "Goldenen Löwen" heimwärts. Auf einmal sehen sie, wie sich der Mond, hierorts Mau genannt, in einem der großen Zuber spiegelt, die unter den Dachtraufen der Häuser zu Feuerlöschzwecken stehen. Da kommt einem plötzlich der geniale Gedanke, den Mond doch gleich herauszufischen, damit die Stadt zu beliebiger Zeit über sein Licht verfügen könne. Schnell ist der Stadtfischer geholt, der rückt mit Netzen aller Art und seinen Knechten an und beginnt sein Werk. Von den Fenstern ringsum schauen aufgeschreckte Bürger herunter, was sich da unten abspielt, und selbst aus den Nebengassen kommen sie hergelaufen, aber…
Die Geschichte endet hiermit. Nahe Verwandtschaft mit den Schildbürgern?
Einen neuen Mau gibt es seit der ersten Mondlandung. Oberbürgermeister Bauer schickt der NASA scherzhalber einen Brief, in dem er bemängelt, dass man die Memminger ruhig erst hätte fragen können, ob man auf IHREM Mau herumspazieren dürfe. Die NASA antwortet prompt mit der Bitte um nachträgliche Erlaubnis und verspricht Mondgestein, von dem allerdings bis heute nichts angekommen ist.
Keine Legende ist, dass der Mondkrater Walther nach dem Memminger Astronomen Bernhard Walther benannt ist.







Mindelheim - 48°03'N 010°29'E



Kreisstadt des Landkreises Unterallgäu in Mittelschwaben. Die Besitzer der Stadt wechseln: Georg von Frundsberg, Fugger, 1606 bayerische Exklave im schwäbischen Territorium, 1705 bis 1714 John Churchill, 1. Duke of Marlborough usw. Mit gut 15.000 Einwohnern, 25 km östlich von Memmingen und 90 km westlich von München, liegt Mindelheim an der Mindel, einem rechten Nebenfluss der Donau, am sogenannten Riedelrücken im bayerischen Alpenvorland.
Das ehemalige Jesuitenkolleg beheimatet ein Schwerpunktmuseum des Bezirks Schwaben mit 4 Museen völlig unterschiedlicher Ausrichtung:
- Archäologiemuseum
- Schwäbisches Krippenmuseum
- Textilmuseum
Landschaftsmaler Carl Millner (1825–1895), geboren in Mindelheim geboren, spezialisiert sich im Umfeld der Münchner Spätromantik bzw. Chiemseemaler auf Alpenlandschaften, vor allem Bayerns.



Der Wahlspruch "Viel Feind’, viel Ehr’!" (auch meiner) stammt von Ritter Georg von Frundsberg, geboren 1473 in Mindelheim, wichtigster deutscher Infanterietaktiker und Kriegsunternehmer der Frühen Neuzeit, verwickelt in die langwierigen Kämpfe der Habsburger Kaiser Maximilian I. und Karl V. um die Vorherrschaft in Oberitalien. Ein anderer seiner überlieferten Sprüche (vom Reichstag zu Worms) gegenüber Martin Luther: "Mönchlein, Mönchlein, du gehst einen schweren Gang!" Theologische Spitzfindigkeiten sind ihm fremd, er schließt sich Luthers Glaubenslehre an, als er mit der päpstlichen Politik, hinter den Kulissen gegen den Kaiser gerichtet, unzufrieden ist.
Seine Untergebenen redet Frundsberg stets als „Söhne“ oder „Brüder“ an, und sie sehen in ihm den „Vater der Landsknechte“. Beim „Sacco di Roma“ lassen diee Landsknechte ihrem Zorn freien Lauf.
Frundsbergs Resümee: Drei Dinge, sollten jedermann vom Krieg abschrecken: Die Verderbung und Unterdrückung der armen, unschuldigen Leute, das unordentliche und sträfliche Leben der Kriegsknechte und die Undankbarkeit der Fürsten.


Alle 3 Jahre findet in der Mindelheimer Altstadt das 10-tägige Frundsbergfest statt, eines der größten Historienfeste Deutschlands. Die Mindelheimer feiern ihren Ritter Georg von Frundsberg, der seinen Sitz auf der Mindelburg hatte.







Moers - 51°27'N 006°38'E

oder Meurs oder Mörs am unteren Niederrhein mit 104.000 Einwohnern am westlichen Rand des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen, genannt "Drehscheibe am Niederrhein", Deutschlands größte Stadt, die weder kreisfrei noch Sitz eines Kreises ist, 7 km westlich der Ruhrmündung in Duisburg und 13 km nördlich von Krefeld.
2009 erschüttert ein Erdbeben mit Epizentrum in Moers-Repelen die Region, das stärkste seit Beginn der Aufzeichnungen, zurückzuführen auf den Steinkohleabbau.
Auf dem Gebiet des Asberg gründet Drusus, Stiefsohn des Augustus, 12 v. Chr. das Lager Asciburgium, das Bataver Iulius Civilis 69 n. Chr. niederbremmt, um 85 als Kastell endgültig aufgegeben. Die Römerstraße von Köln nach Xanten durchquert Moers.

Moritz der Oranier besetzt Moers und die Oranier üben bis in die Zeit von Wilhelm III. – gleichzeitig König von England – die Landeshoheit bis nach 1700 aus. Noch heute ist die Struktur der nach niederländischem Vorbild angelegten Festungsanlage im Stadtbild zu erkennen. Unter dem Schutz der Niederländer entgeht die Stadt weitgehend den Wirren und Unruhen des 30-jährigen Krieges.
1706 preußisches Fürstentum. 1794 unter französischer Herrschaft, auf dem Wiener Kongress 1815 wieder dem Königreich Preußen zugeschlagen. Der Beginn des 20. Jahrhunderts steht ganz im Zeichen des Bergbaus. 1904 bis 1913 für rund 10.000 Zuwanderer Errichtung der Zechen- und Arbeitersiedlung Meerbeck-Hochstraß. Nach dem 1. Weltkrieg sind bis 1926 belgische Truppen stationiert. Das politische Leben ist gespalten. Eine stark konservativ national orientierte bürgerliche Gesellschaft in der alten Stadt einerseits und eine nahezu geschlossene linke Arbeiterschaft in den Siedlungen Meerbeck, Hochstraß und der Matthek andererseits bilden unabhängige Blöcke.
1930 spektakulärer Erfolg der NSDAP, mit 28 % stärkste Partei. 1933 hat die Partei 3.000 Mitglieder. Aus Meerbeck stammt Johann Esser, der Dichter des Moorsoldatenlieds. In der Reichspogromnacht demolieren Nazis die Synagoge, die Deportationen nach Riga und Theresienstadt beginnen, bis auf wenige Ausnahmen sehen die Moerser unbeteiligt zu.
Etwa 1.000 Kriegsgefangene aus Russland, Polen und der Ukraine müssen als verschleppte Zwangsarbeiter im Bergbau, auf Bauernhöfen, in Industrie- und Bauunternehmen unter grausamen Lebensbedingungen schuften, viele sterben an Unterernährung und Entkräftung und Gewaltauswirkungen. Während der Bombardierungen dürfen sie nicht mit in die Bunker.
1945 nehmen US-Truppen die Stadt ein. 1990 und 1993 Schließung der Moerser Schachtanlagen. 2012 dürfen die Moersener wieder das Kennzeichen „MO“ an ihrem Auto anbringen.







Marktoberdorf - 47°47'N 010°37'E

Obrdoarf, höchstgelegene Kreisstadt Deutschlands mit rund 18.500 Einwohnern, liegt im Allgäuer Alpenvorland im Landkreis Ostallgäu. 100 km südwestlich von München fließen im Westen die Wertach und im Osten die Geltnach, die unterhalb der Stadt in die Wertach mündet. Das Gebiet ist landschaftlich geprägt durch die reizvolle Mischung aus Wiesen, Wäldern, Hügeln und etwa einem Dutzend kleiner Seen und Weiher.



Entstanden aus einem fränkischen Königshof bis 1803 als Pflegamt Oberdorf zum Hochstift Augsburg gehörig, dann bayrisch. Bis 1972 Sitz der Verwaltung des Landkreises Marktoberdorf, seit Zusammenlegung mit den Altlandkreisen Füssen und Kaufbeuren auch des neuen Landkreises Ostallgäu
Das ehemalige Fürstbischöfliche Schloss mit einer 2 km langen Lindenallee aus dem 18. Jahrhundert, der sogenannten Kurfürstenallee, zum Aussichtspunkt Tempel war ein Jagdschloss der Augsburger Fürstbischöfe und zuletzt der Sommersitz des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen.







Mosbach - 49°21' N 009°09'E

Die Stadt im Norden Baden-Württembergs mit etwa 23.000 Einwohnern, 24 km nördlich von Heilbronn und 35 km östlich von Heidelberg ist Sitz einer Dualen Hochschule. Mosbach liegt an den südlichen Ausläufern des Odenwaldes im Tal der Elz, eines rechten Nebenflusses des Neckars, kurz vor deren Mündung.



1986 finden die Mosbacher eine Jupitergigantensäule aus der Römerzeit. In der Nähe verlief der Neckar-Odenwald-Limes, 2 Kastelle und eine „Villa rustica“ sind freigelegt.
4 Benediktinerklöster haben die Aufgabe, den unbesiedelten Odenwald zu erschließen, Lorsch, Fulda, Amorbach und Mosbach.
1806 kommt Mosbach an das Großherzogtum Baden. Beim Novemberpogrom 1938 zerstören Nazis die Synagoge und verbrennen das Inventar auf dem Marktplatz, an der Stelle der Synagoge stehen 2 Garagen, heute eine Gedenkstätte. Gleichfalls schwer geschändet haben Mosbacher Nazis den jüdischen Friedhof. 1943 deportieren Kripo und Polizisten 53 Sinti in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, auch Kinder. In Neckarelz befindet sich 1944 bis 1945 ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof. In der unterirdischen Bomberflugzeugmotorenfabrik in Obrigheim arbeiten fast 10.000 Menschen, Gefangene verschiedener Art, als Hauptgruppe 5.000 KZ-Häftlinge.
262 Patienten der Johannes-Anstalten fallen der „Euthanasie“-Tötungsaktion in Grafeneck zum Opfer.
Nach dem Krieg ist Mosbach Teil der Amerikanischen Besatzungszone Württemberg-Baden.
1973 wird der Landkreis mit dem Landkreis Buchen und einigen Gemeinden zum neuen Neckar-Odenwald-Kreis vereinigt und Mosbach Kreisstadt.





Marburg an der Lahn - 50° 48' N 008°46'E

Die Kreisstadt des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf mit gut 76.000 Einwohnern liegt beidseits der Lahn. Die 1527 gegründeten Philipps-Universität ist älteste noch existierende protestantisch gegründete Universität der Welt. Elisabethkirche, Alte Universität, Landgrafenschloss und Oberstadt sind besuchenswerte Sehenswürdigkeiten. Marburg liegt im Marburger Bergland in der Mitte zwischen Frankfurt am Main und Kassel, jeweils rund 77 km entfernt.
Über die nur 24jährig verstorbene Landgräfin Elisabeth von Thüringen, die Marburg 1228 als Witwensitz wählt, erzählen die Marburger viele Legenden. 1235 heiliggesprochen, baut der Deutsche Orden über ihrem Grab die Elisabethkirche, den ersten rein gotischen Kirchbau in Deutschland. Pilger aus ganz Europa pilgern zu ihrem Grab.
Mit der Annexion durch Preußen 1866 prosperiert die Stadt.
1933 erringt die NSDAP 57,6 % (Reichsdurchschnitt 43,9 %), die Nazis schalten alles gleich. Die Marburger SA-Leute brennen die Synagoge nieder, verhaften 31 Juden , misshandeln und bringen sie ins KZ Buchenwald. 1943 deportieren die Marburger Sinti und Roma ins KZ.
Nach wie vor ist die Universität mit über 3.900 Beschäftigten und mehr als 21.000 Studierenden wichtigster Wirtschaftsfaktor der Stadt. Das Universitätsklinikum (privatisiert) beschäftigt über 4.200 Mitarbeiter.







Münster - 51°58'N 007°38'E

2018 rast ein Amokfahrer durch das Zentrum der Stadt und tötet vier Personen, der Fahrer nimmt sich das Leben.
Mönster, Munster oder Múnster in Nordrhein-Westfalen an der Münsterschen Aa zwischen Dortmund und Osnabrück im Zentrum des Münsterlandes, Sitz mehrerer Hochschulen, des Verfassungsgerichtshof und eines katholischen Bischofs hat knapp 316.000 Einwohner und 65.000 Studenten. Münster ist als Fahrradstadt bekannt.



793 gründet der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster, lateinisch "monasterium", das der Stadt ihren Namen gibt. Ab 1358 Mitglied der Hanse. 1534 beginnt die dramatische Episode des Täuferreichs von Münster, in der sich Jan van Leyden als König des Königreichs Zion proklamiert. 1535 nehmen Truppen des Bischofs Franz von Waldeck die Stadt ein, foltern die Anführer der Täufer, richten sie hin und hängen sie in drei eisernen Körben an der Lambertikirche zur Abschreckung auf. 1648 endet in Münster und Osnabrück der 30-jährige Krieg, als der Westfälische Friede geschlossen wird - Kriege und Pogrome finden weiter statt.



Während der Nazizeit ist Münster Sitz einer Gauleitung und der Ordnungspolizei, die den Massenmord an Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen u. a. organisiert. In der Reichspogromnacht 1938 setzen Nazis die Synagoge in Brand und zerstören sie. Von 708 Juden deportiert Münster 299 in KZs, von denen nur 24 überleben; 280 emigrieren ins Ausland, 7 begehen Selbstmord und 4 überleben im Untergrund. Heute leben wieder 800 Juden in der Stadt. Herausragender Widerstandskämpfer gegen die Nazis ist Clemens August Graf von Galen, der gegen die Willkür der Gestapo und das menschenverachtende Euthanasieprogramm kämpft, genannt "Der Löwe von Münster".
1806 nehmen die Truppen Napoleons die Stadt ein, 1807 wird Stadt und Umland Teil des Großherzogtums Berg. Seit dem Wiener Kongress gehört Münster zum Königreich Preußen.
1990 empfangen die Münsteraner Eduard Schewardnadse begeistert, der sichtlich gerührt ist: Er und Hans-Dietrich Genscher bereiten im historischen Rathaus die Zwei-plus-Vier-Gespräche vor, die den Weg zur Wiedervereinigung ebnen.
Der Einzelhandel ist tragende Säule der münsterischen Wirtschaft. Die Stadt weist überdurchschnittliche, einzelhandelsrelevante Kaufkraft-, Zentralitäts- und Umsatzkennziffern aus, wodurch sie zu den stärksten Standorten in Deutschland zählt. Im gesamten Einzugsbereich Münsters leben zirka 1,5 Mill. Menschen, die jährlich für Umsätze in Millionenhöhe sorgen.







Montabaur - 50°26' N 007° 50'E

De Kreisstadt des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz hat etwa 14.000 Einwohner. Das Schloss Montabaur ist heute im Besitz der Akademie Deutscher Genossenschaften, die es als Tagungshotel und Schulungszentrum der Raiffeisen- und Volksbanken ausgebaut hat. Es liegt in der Stadtmitte auf dem Schlossberg und ist Wahrzeichen und Namensgeber der Stadt ("Mons Tabor") Montabaur.



Die nukleare Sondermunition der Amerikander lagerte im Sondermunitionslager Horressen und Bellersdorf.







Main-Taunus-Kreis - 50°05'N 008°27'E

MTK, flächenmäßig der kleinste Landkreis (aber knapp 240.000 Einwohner!) Deutschlands im Regierungsbezirk Darmstadt im Kern des Rhein-Main-Gebiets, er liegt im westlichen Vorortbereich von Frankfurt am Main. Kreisstadt ist seit 1987 Hofheim am Taunus, davor war die Kreisverwaltung in Frankfurt-Höchst ansässig, bis 1928 Kreisstadt des Kreises Höchst am Main. MTK ist bekannt für seine Immobilien mit gehobenem Mietniveau.
Die Bevölkerung stammt aus 154 Nationen, 2.300 Koreaner bilden die größte koreanische Gemeinde Deutschlands.
Der östliche Teil des Kreises ist extrem dicht besiedelt, in Deutschland gibt es nur wenige ähnlich großstädtisch geprägte Landkreise - über 1.000/qkm Einwohner! MTK gehört zu den wohlhabendsten Regionen der Bundesrepublik und nimmt den bundesweiten Spitzenplatz ein, die höchste Kaufkraft besitzen die Bewohner Bad Sodens.
MTK ruft im Oktober 2015 wegen der kurzfristigen Aufnahme von bis zu 1.000 Flüchtlingen den Katastrophenfall aus, was nach Meinung des hessischen Innenministeriums nicht nötig war.







Müllheim - 47°48' N 007 38'E

Mille, auch Mülle, eine Stadt im Markgräflerland im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg mit etwa 19.000 Einwohnern, deren Namen sich von den Wassermühlen entlang des Klemmbachs herleitet, liegt zwischen Freiburg und Basel unterhalb des Blauenmassivs.
Um 70 n. Chr. erobern die Römer das Gebiet, legen den Ort Aqua Villae (Badenweiler) an und führen die Reb- und Weinkultur ein. Ab 230 ziehen sie sich auf das linksrheinische Ufer hinter den Donau-Iller-Rhein-Limes zurück.
1806 wird das Markgräflerland und mit ihm Müllheim Teil des Großherzogtums Baden, nach dem 1. Weltkrieg liegt die Stadt in der entmilitarisierten Zone entlang des Rheins, die 1935 die Wehrmacht besetzt. Die Novemberpogrome 1938 wüten in Müllheim besonders grausam. Der Nazimob zerstört die Inneneinrichtung der Synagoge komplet und 42 jüdische Geschäfte, inhaftiert ihre Besitzer und Bewohner und deportiert sie zur Ermordung in KZs. 1940 gibt es keine Juden mehr in der Stadt. Im April 1945 beschießt die deutsche Wehrmacht die eigene Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs verschleppen die Müllheimer ca. 780 Menschen verschiedener Nationen und zwingen sie zur Zwangsarbeit.
Bis 1973 ist Müllheim Sitz des gleichnamigen Landkreises. Heute ist Müllheim Standort der Deutsch-Französischen Brigade und des Deutsch-Französischen Versorgungsbataillons (ca 1.700 Personen, Soldaten mit Familien).







Münsingen - 48°25'N 009°30'E

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1957 zerstören mehrere Dutzend Magolsheimer in gemeinschaftlicher Aktion ein Wohnhaus, in dem am nächsten Tag eine Sinti-Familie einziehen wollte. Zuvor hat die Gemeinde Magolsheim über alle möglichen Wege versucht, den Zuzug dieser Familie zu verhindern. Als dies nicht gelang, greifen die Einheimischen zur Selbstjustiz und schleifen das zweigeschossige Haus bis auf die Grundmauern. Das Gericht vereurteilt 31 Personen wegen Landfriedensbruchs und der Zerstörung von Bauwerken zu Gefängnisstrafen auf Bewährung, in der Einschätzung weiter Teile der Öffentlichkeit sind sie jedoch moralisch im Recht. Diese Affäre Magolsheim ist eines der deutlichsten Zeichen eines immer noch weit verbreiteten Antiziganismus in Deutschland.



Die Stadt im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg mit rund 14.000 Einwohnern zwischen Reutlingen und Ulm liegt auf der Schwäbischen Alb, früher eines der bedeutendsten Abbaugebiete für Onyxmarmor in Europa.



Der Anteil jüdischer Familien im Ortsteil Buttenhausen war sehr hoch, ebenso ihre Integration in der Bevölkerung. Beim Novemberpogrom 1938 muss der angerückte SA-Trupp erst den Bürgermeister festnehmen, der sich hartnäckig gegen die Schändung der Synagoge wehrt. Dann brennt der SA-Mob das Gotteshaus nieder, und die noch verbliebenen Familien deportieren die Deutschen in Vernichtungslager und und ermorden sie.

1973, nach Auflösung des Landkreises Münsingen, fällt die Stadt an den Landkreis Reutlingen.
Heute gibt es in Münsingen eine Moschee, die Gemeinde hat ca. 70 Mitglieder.

Die kopflose Frau von Münsingen





Mayen - 50°20'N 007°13'E

Seit 2013 ist das MY-Kennzeichen wieder erhältlich, bis Dezember 2017 sind bereits 50.000 zugelassen.
"Mayen, das Tor zur Eifel" mit knapp 20.000 Einwohnern größte Stadt der rheinland-pfälzischen Eifel im Landkreis Mayen-Koblenz in der Vulkaneifel, bis 1970 Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises. Von der Eifel kommend durchfließt die Nette die Stadt in Richtung Weißenthurm am Rhein.
Zur Zeitenwende liegt Mayen an der wichtigen Römerstraße Trier-Andernach. In der Spätantike besteht auf dem nahen Katzenberg eine spätrömische Höhenbefestigung.
Während des Pestpogroms von 1348/1349 ermorden die christlichen Stadtbewohner die Juden Mayens, um 1900 leben wieder etwa 300 Juden in der Stadt, die ihren Lebensunterhalt vor allem im Einzelhandel verdienen. Auch jüdische Viehhändler, im ländlichen Umland von Eifel und Hunsrück unterwegs, wohnen in Mayen.
1794 besetzen französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer. Im Wiener Kongress wird Mayen preußischer Kreissitz. Der "Eifel"-Dichter Philipp Gottfried Maler schreibt über die Stadtt um 1900 den Schlüsselroman "Philipp zwischen Gestern und Morgen" und erzählt von der Orientierungslosigkeit der Jugend in der Zeit vor und während des 1. Weltkriegs.
Ab 1933 schüchtern die Nazis "arische" Käufer ein und entziehen den jüdischen Geschäften so ihre Wirtschaftsgrundlagen.
Der Landrat:
" ... Die Juden haben immer noch einen viel zu großen Einfluß auf die Bevölkerung, der sich wirtschaftlich und ideel auswirkt. Die Schuld daran liegt an der Bevölkerung selbst, von der ein Teil für die andauernden Aufklärungen über die Judenfrage fast unempfänglich zu sein scheint. So werden immer noch weiter Geschäfte mit Juden gemacht ... Die betreffenden Leute sind von früher her noch so an den einzelnen Juden gewöhnt und sehen nicht, daß im Verfolg der großen Weltpolitik es nur der Jude ist, der mit seiner internationalen Idee und seinem Gelde die Welt in Unordnung bringt. ... Im übrigen hält die Abwanderung der Juden an. Die Reiseziele sind meist Amerika und Palästina.”
1938 zerstören SA-Angehörige die Mayener Synagoge, zerschlagen die Inneneinrichtung und legen Feuer, das Gebäude brennt - unter den Augen der Feuerwehr - völlig aus. Sie demütigen und schlagen jüdische Familien. Der Bürgermeister lässt alle Juden in die alte Turnhalle bringen. Bis zu Beginn des Weltkriegs haben die meisten Juden Mayen verlassen, die Mayener deportieren 1942 die zurückgebliebenen ca. 70 Juden - nach vorübergehender Zwangskasernierung auf der Reiffsmühle im Nettetal - in die Ghetto- und Vernichtungslager Osteuropas.

Zum Gedenken an die Juden aus Mayen. Einst Mitbürger, dann verfolgt, vertrieben, vernichtet.

Im 2. Weltkrieg zerstören Luftangriffe 90 % der Stadt.







Merzig-Wadern - 49°30'N 006°41'E

Die Kreisverwaltung des saarländischen Landkreises Merzig-Wadern, westlichster und flächengrößter Landkreis des Saarlandes (sowie der mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte), genannt der "grüne Landkreis", was auf seiner großen Waldfläche beruht, sitzt in Merzig. Der Landkreis umfasst drei Landschaften: den Saargau entlang der Saar, die von Saarlouis kommend das westliche Kreisgebiet in Richtung Trier durchfließt.

Die berühmte Saarschleife bei Mettlach

Da sind weiter die Ausläufer des Hunsrück im Norden und das zum Saar-Nahe-Bergland im Osten gehörende Prims-Blies-Hügelland.
Im Wiener Kongress 1815 kommt das Gebiet unter preußische Verwaltung. Nach dem Friedensvertrag von Versailles 1919 kommt das Saargebeit bis 1935 unter Völkerbundsverwaltung. Unter den Nazis kommt es zur massiven Verfolgung von Oppositionellen und Bürgern jüdischen Glaubens, etwa 300 Juden fliehen ins Ausland, circa 100 werden ermordet.
Mittelständisches Handwerk und Dienstleistungsgewerbe überwiegen im Landkreis, der industrielle Bereich konzentriert sich auf keramische und pharmazeutische Industrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau. Der Keramikhersteller Villeroy & Boch ist einer der größten Arbeitgeber an der unteren Saar.