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Leipzig - 51°20'N 012°22'E

Leibzsch ist Geburts- und Heimatstadt meiner Eltern, die bei Kriegsende ausgebombt wurden; mein Vater besuchte die Thomasschule. Leipzig hat etwa 590.000 Einwohner, ist größte Stadt im Freistaat Sachsen und im Ballungsraum Leipzig-Halle leben etwa 1,1 Millionen Menschen.



Leipzigs Tradition als eine der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück. Die Stadt ist historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Außerdem befinden sich in Leipzig eine der ältesten Universitäten sowie die ältesten Hochschulen sowohl für Handel als auch für Musik in Deutschland. Leipzig verfügt über eine große musikalische Tradition, die vor allem auf das Wirken Johann Sebastian Bachs und Felix Mendelssohn Bartholdys zurückgeht und sich unter anderem auf die Bedeutung des Gewandhausorchesters und des Thomanerchors stützt.
Wegen der Montagsdemonstrationen 1989, die entscheidenden Impuls für die Wende in der DDR geben, hat sie ihren Namen "Heldenstadt". Die informelle Auszeichnung für den so mutigen wie friedlichen Einsatz vieler Leipziger Bürger im Umfeld der Leipziger Nikolaikirche prägen den Ruf der Stadt. Darüber hinaus ist Leipzig für seinen Reichtum an aufwändig sanierten bzw. rekonstruierten Kulturdenkmalen und städtischen Kanälen, den artenreichen Zoo sowie das durch Rekultivierung ehemaliger Braunkohletagebaue entstehende Leipziger Neuseenland und den Bundesliga-Verein RB Leipzig bekannt. In Leipzig sitzt das Bundesverwaltungsgericht und der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes.
Leipzig liegt im Zentrum der Leipziger Tieflandsbucht, die den südlichsten Teil der Norddeutschen Tiefebene bildet, und am Zusammenfluss von Weißer Elster, Pleiße und Parthe. Die Flüsse sind im Stadtgebiet vielfach verzweigt und bilden so den Leipziger Gewässerknoten, von einem großen Auwaldgebiet begleitet.



Neben Gewässerverunreinigung brachten Braunkohlebefeuerung veralteter Industrieanlagen, teilweise noch Vorkriegsstandard, sowie häusliche Ofenheizungen eine sehr starke Luftverschmutzung mit sich. Die schwefel- und phenolhaltige Luft und der damit einhergehende saure Regen griffen Teile der Bausubstanz an, vor allem die aus Sandstein. In den 1970er und 1980er Jahren war Leipzig eine der mit Umweltgiften am meisten belasteten Großstädte Europas. Anfang der 1990er Stopp des Braunkohleabbaus, Rekultivierung der Tagebaurestlöcher und Renaturierung des Umfeldes. Kulkwitzer und Cospudener See sind gut erschlossene Naherholungsgebiete.
1929 ist Leipzig mit über 14.000 Mitgliedern eine der größten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Ab 1933 beginnen die Leipziger Nazis mit ihrer systematischen Auslöschung, Deportation und Ermordung fast aller Leipziger Juden.







Lauterbach (Hessen) - 50°38'N 009°24'E

Kreisstadt des mittelhessischen Vogelsbergkreises mit kanpp 14.000 Einwohnern, durch die die Lauter fließt, daher der Name. Sie liegt am nordöstlichen Rand des Vogelsbergs 25 km nordwestlich von Fulda. Seit 1806 gehört Lauterbach zum Großherzogtum Hessen und wird 1852 Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, der 1972 im Vogelsbergkreis aufgeht.

In der Lauter steht der "Lauterbacher Strolch". Ein lockiger Junge, unterwegs mit Regenschirm und nacktem Fuß. Der „Strolch“ verdankt seine Existenz dem Lauterbacher Strumpflied („In Lauterbach hab’ ich mein’ Strumpf verlor’n“).
Heute schmückt das Bild Käseprodukte.
Es war einmal ein junger Strumpfmacher, der sich zu Fuß aus Süddeutschland aufmacht, die Welt zu erkunden. Als der Winter hereinbricht, findet er in Lauterbach bei einem Strumpfmachermeister Arbeit und Quartier. Im folgenden Frühjahr macht er sich wieder auf den Weg, vergisst aber beim Packen den bekannten schicksalhaften Strumpf. Da es ihm in diesem Städtchen offensichtlich doch sehr gut gefallen hat, erzählt er seinem späteren Wandergenossen, einem fahrenden Musikanten, immer wieder vom schönen Lauterbach und dem vergessenen Strumpf. Dieser macht daraus natürlich ein Lied, was beide überall zum Besten geben.

Die 'Lauterrose' hat man 2006 zu Ehren der Stadt auf ihren Namen getauft. Und „Lauterbacher Bier“ wird seit 1527 als das älteste Bier Hessens gebraut.
Unter den örtlichen Unternehmen findet sich u. a. die älteste Hutfabrik Deutschlands.







Lauf an der Pegnitz - 49°31'N 011°17'E

Mein jüngerer Sohn besucht dort den von Eltern gegründeten weltsanschaulich neutralen Kindergarten und hat den ersten männlichen Kindergärtner Bayerns als Erzieher (der mir einen selbst verfassten Gedichtband mit Widmung schenkt).
Ich war dort königlich-bayerischer Amtsrichter und residierte wie Kaiser Karl IV. im Wenzelschloss auf der Pegnitzinsel (wenn der Landgerichtspräsident sich zur Dienstnachschau ankündigte, ließ ich die Zugbrücke hochziehen!) und hielt meine Sitzungen im schönsten Sitzungssaal Deutschlands, dem Wappensaal, ab. Der Platz des Staatsanwalts war in der Nische des kaiserlichen Abtritts über der Pegnitz, und wenn er eine besch... Anklage vortragen musste, ließ ich ihn einen Schritt zurücktreten.
Das Kennzeichen LAU führte ich nicht, sondern ERH, da ich im nahen Nachbarlandkreis in Eckenhaid wohnte.
Gegenüber des Amtsgerichts auf der anderen Seite der Pegnitz hatte "Fred Feuerstein der Dreiradfahrer" seine Kneipe namens "Lumpensammler", wo ich lebenslanges Recht auf Freibier habe (eines Verfahrens wegen, in dem ich Gnade vor Recht ergehen ließ - Story weiter unten...)
Laff an der Bengadz 17 km östlich von Nürnberg ist Kreisstadt des mittelfränkischen Landkreises Nürnberger Land und zählt etwa 28.000 Einwohner.
1355 erhebt Kaiser Karl IV. die im 11. Jahrhundert entstandene Siedlung als Teil seines neuböhmischen Territoriums zur Stadt und lässt auf der Pegnitzinsel das Wenzelschloss mit seinem einzigartigen Wappensaal an der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag erbauen. Er will damit der Freien Reichsstadt Nürnberg zeigen, dass seine böhmische Herrschaft bis kurz vor ihre Stadttore reicht.
1504 kommt Lauf unter die Herrschaft des Hauses Wittelsbach. 1806 wird die Stadt im neuen Königreich Bayern Sitz verschiedener Ämter und Gerichte und hat bereits in vorindustrieller Zeit wirtschaftliche Bedeutung (Mühlen, Hammerwerke, Fabriken). Bis 1972 ist Lauf an der Pegnitz Kreissitz des gleichnamigen Landkreises. In Lauf sind u. a. die Juden Martin und sein Cousin Hans Thurnauer ansässig. Martin Thurnauer ist seit 1921 Direktor im Keramikkonzern Firma Stemag, der Vorgängerfirma der heutigen Firma Ceramtec. 1933 verhaften die Nazis beide (sog."Schutzhaft"), enteignen und zwingen sie zur Emigration in die USA.
Im Ortsteil Dehnberg befindet sich in einem alten Hopfenbauerngehöft das Dehnberger Hof Theater, das in dem aufwändig sanierten Anwesen Eigenproduktionen und Gastspiele nationaler Bühnengrößen aufführt.



Wie die Lauterbacher ihren "Strolch", so haben die Laffer ihr Bimberla.
Sein wirklicher Name sowie seine Lebensdaten sind nicht eindeutig geklärt, genauso wenig, ob er "Bimbela", "Bimbala", "Bimbl", "Pimpela" oder gar "Pimperlein" heißt, und "das" oder "der" als Artikel führt.
Jedenfalls ist das Bimberla schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts fester Begriff und Bestandteil einer Redewendung in Lauf: "Da geht es zu wie bei dem Pimpela zu Laff".
Angeblich ist das Bimbela ein äußerst unordentlicher Mensch, dessen chaotische Lebensverhältnisse geradezu sprichwörtlich sind und als Redewendung dazu dienen, um allgemein eine besonders schlampige Lebens- oder Haushaltsführung zu beschreiben.
Der Laufer Kaminkehrermeister, Heimatdichter und Bürgermeister Hans Schmidt verfasst das Gedicht:

Es Gried vom Laffer Bimbela
göiht rum in ganz Land,
doch wöi der Bimbl wirkli woar,
des is fast net bekannt.
Drum will ich etz, wenns reecht Eich is,
vom Bimbl wos dazühln,
und dene, döi neigerich senn,
des wos ich waß enthilln.

Dou hout amoal a Hafner ghaust,
vuan Tuar, vuan obern drassn,
den hobn die Leit, net blouß in Laff,
in "Hafners Bimbl" ghassn.
Wos ba den fir a Ordnug woar
und wöis dua hout ausgseng,
des is vuaher und nouchdehänd,
ich glaab, nu net dougwen:

Ka gouter Zöigl woar am Dooch,
ka Schluuß in kanner Tiir,
und wenn wou woar a Fensterscheibn,
nou woar däi voa Papier.
Im Bochtroug, als möißt’s grod su sa,
die Mäis ganz hamle woan,
und drinna, die Tischschublod’n,
des woa da Gaaß iha Boan’n.

Houts grengt, senns krochn untern Tiisch,
damit kanns woan is nooß,
und in da Kuchn afm Head
is gwachs goa as Gros.
Die Sai, döi hom as Stubnrecht ghatt,
senn gloffn ei und aus,
a Stoll fir döi woar Uebafluß,
a Saustoll woars ganz Haus!

Drum - wenns heit wou recht drekke is
und schlambet hibsch obndraff,
nou haßt’s: Ba dennan sichts grod aus
wöi sunst ban Bimbela z’Laff.

Die "Laffer Bimberla" ertragen es übrigens mit Humor, ja sind in gewisser Weise stolz darauf, dass die originelle Gestalt als Ortsneckerei auf ihre Gesamtheit übertragen wird - sie verfügt ja durchaus auch über eine gewisse Bauernschläue, wenn es um eigene Interessen geht ...

"Fred Feuerstein" hatte seine Spitznamen von seiner Angwohnheit, als Kneipenwirt in seinem "Lumpensammler" (er öffnete erst 23h) wie sein Namensvetter als Alleinunerhalter hinter der Theke rumszuspringen. Ich bekam eine Anklage wegen einer Trunkenheitsfahrt auf meinen Tisch und beschloss, mir ein eigenes Bild vom Angeklagten zu machen und besuchte am Sonntag vor der Hauptverhandlung seine Kneipe. Ab 23h30 füllte sich langsam die Wirtsstube und dann hub Fred Feuerstein an, alle seine Stammgäste auf die tags darauf staffindende Show im benachbarten Gericht einzustimmen und einzuladen.
Freds Sachverhaltsdarstellung: Er sei sturzbetrunken aus Nürnberg mit seinem Auto nach Hause gefahren, unterwegs mit seinem rechten Vorderrad an einen Radabweiser geknallt, das Rad habe sich abgeschält und entsprechende Spuren auf der Straße hinterlassen. Dieser seien Polizeibeamte gefolgt, sie hätte direkt in seine Garage geführt und dann ...
Die Stimmung in der Kneipe steigt, ich lausche andächtig, und stelle knappe bewundernde Zwischenfragen und schließlich platziert Fred sich neben mich.
Die Hand der Polizeibeamten legte sich schwer auf die warme Kühlerhaube. Dann klingelten sie bei ihm, und als er geöffnet hatte, fragten sie: "Bist wieder besoffen gefahren?"
"Ich" sagte Fred Feuerstein "bin zwar gefahren, aber nicht besoffen. Ich fuhr nüchtern aus Nürnberg heim, sah den Schaden an meinem rechten Vorderrad und war so schockiert, dass ich erst einmal eine halbe Flasche Whisky zur Beruhigung trinken musste - dort (er zeigt auf seinen Nachttisch) steht die Flasch noch".
Er legt seinen Arm um meine Schultern - Beifall rauscht nach seiner Story auf - und fragt "Jezt bin ich nur gespannt, ob sie mir das bei Gericht glauben". Mein knappe Anwort: "ich auch", dann zahlte und ging ich.

Tags drauf habe ich um 8h eine Sitzung in anderen Sache - dabei füllt sich der Sitzungssaal mit den zwielichten Gästen des Lumpensammlers vom Vorabend. Punkt 9h springt die Tür auf, und Fred Feuerstein steht da, unter dem Gegrummel aller Zuhörer. Er sieht mich als Vorsitzenden und erstarrt. Ich lasse mir nichts anmerken, belehre ihn nach Anklageverlesung, er hebt kaum den Blick und murmelt: "ich bitte um gut Wetter". Im Saal Protest, er winkt mit der einen Hand hinter seinem Rücken immer ab, der Staatsanwalt beugt sich vor und flüstert: Ist der geständig? Ich zum Angeklagten: Es ist also alles richtig, was der Herr Staatsanwalt vorgelesen hat, besoffen gefahren?
Er bejaht. Der Staatsanwalt kann es nicht glauben, wir haben drei Sachverständige geladen: Einen für Alkohol, einen für Bausachen und einen für Kfz-Technik. Mehrere Zeugen. Ganztägige Sitzung. Dann: Verzicht auf Beweisaufnahme, nach 20 Minuten (sehr mildes) Urteil. Rechtsmittelverzicht. Unverständnis äußernd leert sich der Sitzungssaal, Stille. Ich sitze allein da, schreibe mein (abgekürztes) Urteil - plötzlich klopft es.
Fred Feuerstein tritt ein. "Herr Richter, ich danke. Sie haben bis ans Lebensende Freibier bei mir". Ich: "Das ist doch Bestechung ..." "Nein, nein, keinesfalls." Mein (abekürztes) Urteil hängt gerahmt in der Wirtsstube des "Lumensammlers" ...








Bad Lobenstein - 50°27'N 011°38'E



Bad Lobenstein, eine Kleinstadt mit knapp 6.000 Einwohnern im Saale-Orla-Kreis liegt im Thüringer Schiefergebirge zwischen den Ausläufern des Thüringer Waldes und des Frankenwaldes. Bis 1994 Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, durch Zusammenlegung der Landkreise Lobenstein, Pößneck und Schleiz entstand der thüringische Saale-Orla-Kreis (SOK).
Ein Bürger Lobensteins, Stadtschreiber Christian Gottlieb Reichard, ist wegen seiner außergewöhnlichen Geographiekenntnisse bis nach Paris bekannt. Napoleon forderte ihn auf, als Kartograph mit dem Heer zu ziehen. Reichard lehnte mit Hinweis auf seine Gesundheit ab und blieb im Bett.
Markt Höhler, ein 55 m langen Stollen und mit 20 großen Kammern informiert über die frühere Bierlagerung in der Stadt und den historischen Erzbergbau im Lobenstein-Hirschberger Gangrevier.

Im Turm des Lobensteiner Rathauses scheint eine Figur über einen Trichter in ein Fass zu urinieren und spritzt mehrmals direkt auf den Marktplatz. Der "Lommesteener Fässleseecher", Spitz- und Necknamen der Lobensteiner, die als sparsame Handwerksweber im 19. Jahrhundert den Ammoniak zu Herstellung der Appretur der Tuche aus menschlichem Urin gewinnen.







Luckau - 51°51'N 013°43'E

Die tschechischen Brüder Ctirad und Josef Mašín, Mitglieder einer antikommunistischen Widerstandsgruppe, verüben Anfang der 1950er Anschläge und Sabotageakte gegen das stalinistische Regime Klement Gottwalds. Internationales Aufsehen erregt ihre spektakuläre "Wild-West-Flucht" im Herbst 1953. Trotz eines Aufgebots von 1.000 Volkspolizisten und sowjetischen Soldaten schießt sich die Mašín-Gruppe den Weg durch den Eisernen Vorhang bis nach West-Berlin frei. In der Nacht zum 4. Oktober 1953 überschreiten die 5 Tschechen die DDR-Grenze, um sich nach West-Berlin durchzuschlagen. Bei einer nächtlichen Personenkontrolle auf dem Bahnhof Uckro bei Luckau eskaliert die Situation: Die Tschechen erschießen einen VoPo und verletzen zwei weitere schwer.
Der Zwischenfall löst eine der größten DDR-Fahndungen aus, an der auch Einheiten der Kasernierten Volkspolizei teilnehmen. Unerfahrene Polizisten schießen buchstäblich auf "alles, was sich bewegt", nehmen mehrfach Kollegen oder unbeteiligte Zivilisten unter Feuer. Drei getötete Volkspolizisten sind bekannt, drei weitere erschießen die Tschechen. Zbynek Janata, Václav Švéda und Ctibor Novák werden gestellt, in der Tschechoslowakei hingerichtet.
Heimliche Unterstützer aus der Bevölkerung und mehrere unglaubliche Zufälle helfen den Mašín-Brüdern und Milan Paumer, nach 31 Tagen erreichen sie den US-amerikanischen Sektor Berlins. Die DDR-Führung schweigt die Großaktion tot.
Die Flüchtlinge wandern in die USA aus, melden sich zur US-Armee. Als der Westen im Ungarischen Volksaufstand 1956 nicht eingreift, verlieren sie ihre Illusion vom "großen Krieg gegen den Kommunismus".
Milan Paumer arbeitet als Taxifahrer in Florida. Josef Mašín zieht in den 1960ern in die Bundesrepublik nach Köln. Der tschechoslowakische Geheimdienst versucht mehrmals, ihn zu entführen oder zu ermorden. Später geht er wieder nach Kalifornien. Die Brüder betreten nie wieder tschechischen Boden. Tschechoslowische Behörden verhaften ihre Mutter, verurteilen sie zu 25 Jahren; sie stirbt 1956 im Gefängnis.

Łukow (sorbisch) im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg mit knapp 10.000 Einwohnern zählt zu den flächengrößten Gemeinden in Deutschland. Berste und Wudritz, die beide in die Spree münden, durchfließen das Gebiet. Ausgekohlte Tagebaue erinnern an die Abbaugebiete im Lausitzer Braunkohlenrevier.
1813, während der Freiheitskriege, vereiteln im Gefecht bei Luckau russisch-preußische Truppen den Vormarsch französischer Verbände auf Berlin. Im Niederlausitz-Museum Luckau ist eine kupferne Wärmflasche zu besichtigen, die sich Napoleon in einer kalten Julinacht im Sommerhaus des stinkreichen Kaufmanns Vogt (er war so reich, dass sogar die Stadt sich von ihm Geld lieh) ins Bett bringen lässt.
1815 wird die Niederlausitz preußisch, Luckau der Provinz Brandenburg angeschlossen. Bis 1993 ist die Stadt Verwaltungssitz des Landkreises Luckau.
Zur Nazizeit liegt der Fliegerhorst Alteno auf dem Gemeindegebiet. Er diente der Ausbildung und später nutzen die Luftstreitkräfte der NVA ihn für das Jagdfliegergeschwader "Fritz Schmenkel".
Das ehemalige mittelalterliche Dominikanerkloster ist bis 2005 Sitze der JVA Luckau, wo 1916 bis 1918 Karl Liebknecht inhaftiert ist. In der Nazizeit sitzen hier etwa 1.000 zumeist politische Häftlinge ein, unter ihnen Günther Weisenborn.







Landau in der Pfalz - 49°12'N 008°07'E

Landaach, mit etwa 47.000 Einwohnern im südlichen Rheinland-Pfalz Verwaltungssitz des Landkreises Südliche Weinstraße. Die nächsten Großstädte sind Karlsruhe, Ludwigshafen am Rhein und Mannheim. Die Queich fließt durch Landau.
Infolge des Westfälischen Friedens gelangen 1648 weite Teile des Elsass an Frankreich, Landau und die anderen Städte des Elsass blieben formal deutsch, das Reich lässt die aber im Stich. Die Dekapolis ist zu schwach, um sich gegen den Sonnenkönig Ludwig XIV. zu behaupten. So gehört Landau ab 1680 wie das gesamte Elsass zu Frankreich. 1816 tritt Österreich die gesamte Pfalz an das Königreich Bayern ab.Nach dem 1. und 2. ist Landau wieder französische Garnisonsstadt, als Teil der Besetzung des Rheinlands bis 1930 und als Teil der französisch besetzten Zone nach 1945. Die Nazis vernichten seit dem Mittelalter bestehende Jüdische Gemeinde, eine der größten der Pfalz.
Seitdem 1990 die Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz in eine Universität umgewandelt wird, ist Landau eine der kleinsten Universitätsstädte in Deutschland. 1999 ziehen die letzten französischen Soldaten aus Landau ab.
Der Weinbau in der Pfalz prägt Landau, mit 2.039 ha bestockter Rebfläche die größte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz. Wichtiges am Ort vertretene Unternehmen: Michelin. In der Stadt befinden sich 68 Ölförderstellen des Landauer Ölfeldes. Unter der Erde lagert es in 500 bis 1.800 m Tiefe.
Seit 2007 produziert hier das erste funktionierende Erdwärmekraftwerk 3 Megawatt Strom.
Die Deutsche Weinstraße am Fuße des Pfälzerwaldes verläuft in unmittelbarer Nähe.







Lahn-Dill-Kreis - 50°34'N 008°30'E



Der Lahn-Dill-Kreis, gebildet in den 1970er Jahren, ist ein Landkreis in Hessen. Der Verwaltungssitz befindet sich in Wetzlar mit Nebenstellen in Dillenburg, Herborn und Haiger. Durch das Kreisgebiet fließen – in landschaftsprägenden Tälern – die Lahn und ihr rechter Zufluss Dill.
1816 entstehen die preußischen Kreise Wetzlar und Braunfels, 1822 zum Landkreis Wetzlar vereinigt, der bis 1932 als Exklave zur preußischen Rheinprovinz gehört.







Leonberg - 48°48'N 009°01'E

Die Stadt an der Glems 13 km westlich von Stuttgart im Landkreis Böblingen mit etwa 48.000 Einwohnern in der Mitte Baden-Württembergs ist bis 1973 Sitz des gleichnamigen Landkreises.
Während der Zeit der ergenen 8 Todesurteile gegen „überführte“ Hexen. Einer der bekanntesten württembergischen Hexenprozesse ist der von 1620 gegen Katharina Kepler, Mutter des Astronomen Johannes Kepler. Er endet mit dem Freispruch wegen des persönlichen und finanziellen Einsatzes von Johannes Kepler sowie der Standhaftigkeit der Angeklagten.



1846 entsteht die Hunderasse Leonberger aus Bernhardiner, Neufundländer und Pyrenäenberghund.
Nach 1933 kommt es immer häufiger zu teilweise blutigen Straßenschlachten zwischen zumeist Leonberger SA-Leuten, die in Eltingen auf KPD-Anhänger losgehen. In den Röhren des Engelbergtunnels produzieren bis zu 3.500 KZ-Häftlinge des KZ-Außenlagers Natzweiler-Struthof Flugzeugteile.
Sehenswert ist die mittelalterliche Altstadt. Am historischen Marktplatz sind zahlreiche Fachwerkhäuser zu bewundern. Eines davon ist das alte Rathaus, das zusammen mit dem Wasserturm auf dem Engelberg die Wahrzeichen der Stadt darstellen. Bemerkenswert sind zudem Schellings Geburtshaus.



Der Pomeranzengarten ist einziger in Deutschland erhaltene Terrassengarten aus der Zeit der Hochrenaissance, den 1609 Herzogin Sibylla von Württemberg anlegen lässt.







Leer (Ostfriesland) - 53°14'N 007°27'E



Das "Tor Ostfrieslands" und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Niedersachsen mit etwa 35.000 Einwohnern. In der ostfriesischen Stadt wohnen die Leeraner, auf Platt Leerders. Handel und Seefahrt prägen die Stadt seit Jahrhunderten, die einer der größten deutschen Reederei-Standorte ist. Leer gilt zudem als die wichtigste Einkaufsstadt Ostfrieslands und liegt an Kreuzungspunkten von Straße, Schiene und Fluss.



Ihre historischen Häuser samt 4 Burgen, zahlreichen Bürgerhäusern und Kirchen aus mehreren Jahrhunderten sind gut erhalten. In Leer befindet sich der 'Fachbereich Seefahrt' der Hochschule Emden/Leer.
Leer liegt im südlichen Ostfriesland an der Mündung der Leda in die Ems.



Die Seeschiffe erreichen den den Seehafen über Ems und die Leda sowie die Seeschleuse, die den Hafen schützt. Die Stadt befindet sich ungefähr auf halber Strecke zwischen Groningen und Oldenburg.
Hamburg will der in Ostfriesland weit verbreiteten Duldung der Seeräuber ein für alle Mal ein Ende bereiten und setzt daher auf einen starken Souverän in Ostfriesland. Damit ist der Grundstein für die nun bald folgende Herrschaft der Cirksena in Ostfriesland gelegt. Zur Absicherung der eigenen Interessen errichten die Hamburger an strategisch günstigen Stellen in Ostfriesland Burgen, so in Stickhausen und ab 1435 im Stadtteil Leerort. 1453 geht der gesamte Hamburger Besitz in Ostfriesland einschließlich der Festung Leerort gegen Zahlung an den Häuptling und späteren Grafen Ulrich Cirksena über. Das Amt Leerort umfasst Leer mit dem Moormerland, das westliche Overledingerland und das Oberrheiderland bis zur heutigen niederländischen Grenze.
1525 führt der in Münster abgesetzte und vertriebenen Prediger Lübbert Cansen die Reformation in der Stadt ein, was einen Bildersturm auslöst. Niederländische Mennoniten verbessern und vergrößern ab Mitte des 16. Jahrhunderts die seit langem betriebene Leinenweberei und den Handel. Die niederländischen Flüchtlinge sind es auch, die die Möglichkeiten des Hafens erkennen und diesen als Standort für ihre Reedereien und den Leinenhandel ausbauen.
1744 fällt Ostfriesland an Preußen. 1757 besetzen französische und österreichische Truppen Leer. Friedrich der Große fördert Leer, das vor allem mit der Textilwirtschaft floriert. Mit England entwickelt sich ein reger Butterhandel.
1806 ziehen niederländische Truppen in Leer ein. 1813 verlassen die Franzosen die Stadt, die Leerders bejubeln den Einzug der russischen Kosaken. Bis zum Wiener Kongress ist die Stadt preußisch und fällt dann an das Königreich Hannover.
Im Revolutionsjahr 1848 reicht Leer als erste ostfriesische Stadt eine politische Petition an den Hannoverschen König ein. "Nirgends ist es schlimmer als in Ostfriesland, wovon ich ständig Petitionen bekomme", so König Ernst August. "Leider ist die Stimmung in Ostfriesland beinah die aller schlechteste im ganzen Land, révolutionaire au possible." Nach dem Niedergang der Revolution gelten die Leeraner als ausgesprochen königstreu. Leer entwickelt sich zum wichtigsten Ausfuhrhafen Ostfrieslands für landwirtschaftliche Produkte, während gleichzeitig der Emder Hafen verschlammt. 1866 fällt Leer an Preußen zurück.
Bei der Kommunalwahl 1933 erhält die NSDAP 50 %., Bürgermeister vom Bruch erschießt sich. 1933 und 1934 verlassen die ersten Juden Leer. Bei den Novemberpogromen 1938 zerstören die Nazis die Synagoge und ermoden etwa 90 % der jüdischen Leeraner im Holocaust.
Die Gründung der ersten Reedereien in den 1980er-Jahren erweist sich als Grundlage für einen heute erfolgreichen Wirtschaftszweig in der Stadt.
Ein Teil des Hafens ist Museums- und Freizeithafen für die Sportschifffahrt.

Mein Ostfriesland, meine Heimat,
wo die hohen Deiche sind,
ist die Heimat meiner Ahnen,
ich bin ein Ostfriesenkind.

Wo die Harle fließt nach Norden,
wo die Mühlen dreh´n im Wind,
ist die Heimat meiner Ahnen,
ich bin ein Ostfriesenkind.

Bin ich einmal in der Fremde,
zieht es mich zur Heimat hin,
weil ich nur an Frieslands Küste
glücklich und zufrieden bin.

Alles ist noch so geblieben,
Dünensand und Nordseestrand,
ich bin aber alt geworden,
treu geblieben Heim und Land







Lüneburg - 53°15'N 010°25'E

Die Hansestadt Lüneburg (niederdeutsch Lünborg) mit etwa 78.000 Einwohnern im Nordosten Niedersachsens an der Ilmenau am Rande der Lüneburger Heide liegt 15 km südlich der Landesgrenzen zu Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. sowie Sitz der Leuphana Universität.



Südlich erstreckt sich die Lüneburger Heide, die Altstadt liegt über einem Salzstock, der den Reichtum der Stadt begründete und den der Sage nach vor mehr als 1.000 Jahren ein Jäger entdeckt, als er in einer erlegten weißen Wildsau Salzkristalle in ihrem Fell findet. Lüneburg ist frühes Mitglied der Hanse: Mit Lüneburger Salz pökelten die Fischer die in Ostsee und vor Norwegen gefangenen Heringe, um sie konserviert als Fastenspeise im Binnenland anzubieten.
In der Reformationszeit wird die Stadt protestantisch. 1810 annektiert Frankreich die Stadt. Heinrich Heine, dessen Eltern 1822 bis 1826 in Lüneburg leben, nennt es seine „Residenz der Langeweile“. Nach der Machtergreifung Hitlers vertreibt Lüneburg alle Juden, die Nazis ermorden sie im KZ. Die Kinderfachabteilung Lüneburg tötet vermutlich über 300 Kinder im Rahmen der „Kinder-Euthanasie“.
Beim Bahnhofsgelände befindet sich ein Massengrab von 256 KZ-Häftlingen, deren Transport aus einem Außenlager des KZ Neuengamme in Wilhelmshaven hier 1945 bombardiert wird. Marinesoldaten töten bei einem Massenmord bis zu 80 verletzte und geschwächte Häftlinge, die nicht weiter zu transportieren sind.
Am 4. Mai 1945 unterschreibt eine Delegation der Reichsregierung im Hauptquartier südlich von Lüneburg auf dem Timeloberg vor Feldmarschall Montgomery die Teilkapitulation der deutschen Truppen in Norddeutschland, Dänemark, Norwegen und den nördlichen Niederlanden. Kurz darauf folgt die Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Reichsführer SS Heinrich Himmler nimmt sich in Lüneburg in britischer Gefangenschaft das Leben, indem er eine Zyankali-Kapsel zerbeißt.
Noch vor dem Nürnberger Prozess beginnt in Lüneburg im September 1945 der erste Kriegsverbrecher-Prozess, der so genannte Bergen-Belsen-Prozess, wo 45 Menschen angeklagt sind.
1972 verliert Lüneburg den Status einer kreisfreien Stadt.







Lüdinghausen - 51°46'N 007°26'E

Lünkhusen oder Lünksel ist eine Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen südwestlich von Münster im Kreis Coesfeld am Dortmund-Ems-Kanal und an der Stever.
1507 Grundsteinlegung der Felizitaskirche mit den dicksten massiven Sandsteinsäulen Europas. 1624 richtet die Kirche in einer Hexenprozesswelle in wenigen Monaten mindestens 20 Personen hin. 1969 wird der Kreis Lüdinghausen aufgelöst.
Der Großteil der ortsansässigen Bevölkerung ist katholisch. Neben einem Provinzialatssitz der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe existiert auch eine Moschee.







Lingen (Ems) - 52°31'N 007°19'E

Stadt mit etwa 55.000 Einwohnern an der Ems im Süden des Landkreises Emsland im Westen von Niedersachsen, grenznah zu den Niederlanden. Laut Tacitus siedelt der germanische Stamm der Ampsivarier (germanisch Ems-Männer) im südlichen Emsland an der Ems. Lingen hat aufgrund seiner Lage an der Flämischen Straße von Zwolle nach Hamburg und an der Friesischen Straße von Münster nach Emden hohe militärische Bedeutung im 80-jährigen Krieg. 1713 preußisch, 1814 ins Königreich Hannover, 1866 preußisch. 1879 Ems-Vechte-Kanal, 1899 Dortmund-Ems-Kanal.
1938 zünden Nazis die Lingener Synagoge an. 1950 Bau der Erdöl-Raffinerie Emsland (größte Erdölvorkommen Deutschlands). 1977 Kreissitz verloren. 1988 Kernkraftwerk Emsland, 2002 in unmittelbarer Nähe Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente. 2010 Erdgaskraftwerk, die drei Kraftwerke liefern Strom für 6.000.000 Haushalte.







Lemgo - 52°02'N 008°55'E

Lemge oder Lemje, die Hochschulstadt mit etwa 43.000 Einwohnern liegt 25 km östlich von Bielefeld mitten in der Region Ostwestfalen-Lippe. Im Spätmittelalter Mitglied der Hanse, nennt sie sich daher auch Alte Hansestadt Lemgo. Bis 1973 Sitz der Verwaltung des Kreises Lemgo, der im Kreis Lippe aufging.
Lemgo ist Sitz der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL). Größte Erwerbszweige sind Metallverarbeitung, Fabrikation von Dentalinstrumenten, Maschinenbau, Industrieelektronik sowie Dienstleistungsbereich.
Die Stadt liegt im Lemgoer Talbecken, einer von der Bega entwässerten Niederung. Lemgo liegt im ländlich geprägten Lipperland; der größte Anteil des Stadtgebietes wird land- und forstwirtschaftlich genutzt.

Dieses schöne Bürgerhaus ist das Hexenbürgermeisterhaus und erinnert an die dunkelste Zeit in Lemgos Geschichte. Hier wohnt im 17. Jahrhundert Bürgermeister Hermann Cothmann. Er spielt eine führende Rolle bei der Hexenverfolgung und klagt zahlreiche unschuldige Frauen und Männer der Zauberei an. Sich gegen diesen Vorwurf zu wehren, ist praktisch unmöglich, denn unter Folter erzwingt man von jedem ein Geständnis und verbrennt die überführten Delinquenten auf dem Scheiterhaufen. Bis 1681 verlieren auf diese Weise 272 Frauen und Männer ihr Leben: Lemgo, das Hexennest.
In der Reichspogromnacht 1938 zünden Nazis die Synagoge an, zerstören Fotoatelier, schlagen Fensterscheiben ein, brechen Türen auf. "Sichergestellt wurden die schweren eisernen Tore des Judenfriedhofs auf Anordnung des Herrn Bürgermeisters", der alte jüdische Friedhof "geschleift", "auf dem neuen jüdischen Friedhof in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 sieben Denkmäler umgeworfen", die sogenannten "Volljuden" ins KZ Theresienstadt deportiert und ermordet.
Im 2.Weltkrieg soll die Stadt bis zum letzten Mann verteidigt werden. Fabrikant Lüpke und Bürgermeister Wilhelm Gräfer wollen mit den US-Truppen eine Übergabe der Stadt verhandeln. Bei der Rückkehr verhaftet sie Hauptmann Heckmann, Lüpke kann fliehen, Bürgermeister Gräfer stellt der Hauptmann vor ein Standgericht, General Goerbig verurteilt ihn zum Tode und am folgenden Morgen richten ihn SS-Soldaten auf dem Marktplatz hin.
Die heutige Kernstadt hat sich gemeinsam mit Brake zu einem Zentrum für Kultur und Wirtschaft entwickelt. Mit dem spätmittelalterlichen Stadtbild ist Lemgo das Ziel zahlreicher Touristen.







Lübbecke - 52°18'N 008°37'E

Die ostwestfälische Stadt Lübke mit rund 26.000 Einwohnern gehört zum Kreis Minden-Lübbecke. Die Wasserscheide des Wiehengebirges bildet die südliche Stadtgrenze. Die kurzen Gebirgsbäche fließen meist nach Norden, wie zum Beispiel die Ronceva, die vom „Lübbecker Berg“ her die Kernstadt (größtenteils verrohrt) durchquert und über die Flöthe und die Große Aue, die die Stadt im äußersten Westen streift, die Weser erreicht. Größtes Gewässer ist der Mittellandkanal. Das Gebiet der Stadt ist überwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Lübbecke gilt als Föhnhauptstadt in OWL. Das in Ostwestrichtung verlaufende zwar relativ niedrige Wiehengebirge sorgt aber dafür, dass bei Südwind dieses Wetterphänomen so deutlich auftritt, dass Menschen mit Föhnsensibilität vermehrt Symptome der Föhnkrankheit haben.
1813 wird Lübbecke preußisch. Textil- und Tabakindustrie sind bis heute in Lübbecke vertreten, wenngleich ihre Bedeutung mittlerweile hinter der Bedeutung Maschinenbau und anderer Industriezweige zurückbleibt.
1973 fusionieren die Kreise Minden und Lübbecke zum Kreis Minden-Lübbecke. Mit dem Mittellandkanal verfügt die Stadt über eine Anknüpfung an Rhein, Weser und Elbe.







Landsberg am Lech - 48°03'N 010°53'E

zählt zu den sonnigsten Städten Deutschlands, ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises in Oberbayern, liegt an der Romantischen Straße rund 55km westlich von München am Hochufer des Lechs und hat etwa 30.000 Enwohner.
Herzog Heinrich der Löwe verlegt 1158 die Salzstraße, wobei er bei Phetine eine Brücke über den Lech bauen lässt und zum Schutz der Brücke errichtet er das Castrum Landespurch. Im Schutz dieser Burg entsteht eine rasch wachsende Ansiedlung, genannt Landesperch.
Die katholischen Fürsten wollen nach der Reformation ein weiteres Vordringen des Protestantismus verhindern. Herzog Albrecht V. initiiert 1556 die Gründung des Landsberger Bundes, den Zusammenschluss überwiegend katholischer Territorien und Städte (Bayern, Ober- und Vorderösterreich, die seit 1525 lutherische Reichsstadt Nürnberg, Salzburg, die Hochstifte Augsburg, Bamberg und Würzburg)
Landsberg spielt, aufgrund der von Adolf Hitler hier verbüßten Haftzeit, eine besondere Rolle in der Nazizeit. 1924 schreibt er in Festungshaft sein Buch „Mein Kampf“. Von 1937 bis 1945 stilisiert sich Landsberg mit der Hitlerzelle, neben München und Nürnberg, als dritte zentrale Stätte des Nationalsozialismus. Es bekommt den Titel "Landsberg – Stadt der Jugend" verliehen.
1944 errichten die Nazis um Landsberg und Kaufering mit elf Standorten den größte KZ-komplex im Deutschen Reich. Im Juni 1944 trifft der Transport mit den ersten 1.000 Häftlingen aus Auschwitz in Kaufering ein. Sie sollen im Rahmen des Rüstungsprojekts „Ringeltaube“ drei gigantische unterirdische Bunker zur Produktion des neuen Düsenstrahljägers Messerschmitt Me 262 bauen. Wegen der menschenunwürdigen Unterbringung, aufgrund von Hunger, Kälte und Krankheiten, der Ausbeutung der Arbeitskraft bis zur Vernichtung, bezeichnen die Häftlinge die KZ-Lager als kalte Krematorien. Die Nazis schicken, wer nicht mehr arbeiten kann, zurück nach Auschwitz in die Gaskammern. Nachdem die Gaskammern demontiert sind, vergraben sie die Leichen in der Umgebung in Massengräber. Nur etwa 15.000 Häftlinge überstehen die letzte Phase der Judenvernichtung und erleben die Befreiung durch die US-Armee April 1945.



Zwischen 1945 und 1958 dient das Landsberger Gefängnis der amerikanischen Besatzungsmacht der Unterbringung deutscher Kriegsverbrecher. Sie richten bis 1951 etwa 300 hin. Im Januar 1951 demonstrieren in Landsberg ca. 4.000 Einwohner zugunsten der Begnadigung der NS-Verbrecher, was in eine antisemitische Kundgebung umschlägt. Uli Hoeneß ist dort von Juni 2014 bis Februar 2016 inhaftiert.









Irgendwo

hinter Türkenfeld
eine Fichtenschonung
ein Tümpel im
Moor in dem
langsam das
Märzeis zergeht


(Sebald, Gedichte aus dem Nachlass
S. 516)









Kalter Zug

Umgeben von deutschen
Müttern und eingezogenen
Söhnen mit der Bundesbahn
heimwärts. Das schiefe

Türmchen vor Landsberg
der Mord im Hotel Hahn
das Käsewerk Buchloe
die Irren von Kaufbeuren
die Fenster der Klosterschule
der Abgrund der Kindheit




Und im Finstern
die Röcke hebend
die heilige Elisabeth
vorsichtig über glühende
Pflugscharen schreitend

Sebald Über das Land und das Wasser
S. 37 W.G.Sebald Kalter Zug







Löbau - 51°06'N 014°40'E

Sie liegt 75 km östlich von Dresden im Landkreis Görlitz in der sächsischen Oberlausitz an der Einmündung der Seltenrein ins Löbauer Wasser, einem Zufluss der Spree und hat etwa 15.000 Einwohner.
Während der Hussitenkriege, die ab 1424 die Oberlausitz heimsuchen wird Löbau mehrmals belagert und erstürmt. Im 19. Jahrhundert dominiert die Textilindustrie. Bis ins frühe 20. Jahrhundert sprechen die Leute in den Dörfern westlich und nördlich der Stadt Löbauer Dialekt des Sorbischen, er ist mittlerweile ausgestorben.
Von 1914 bis 1991 wist Löbau Garnisonsstadt. Beginnend mit einer Jägerkaserne (1914) bis hin zu einer Offiziershochschule der Landstreitkräfte „Ernst Thälmann“ (1963). Nach 1945 wird Löbau Kreisstadt (Kreis Löbau). Die Stadt gehört zum sogenannten Tal der Ahnungslosen: dort können UKW-Radio- und Fernsehübertragungen aus Westfernsehen auch mit großem Aufwand terrestrisch nicht empfangen werden. Die Löbauer erhalten Informationen allein aus den zensierten DDR-Medien.







Lohr am Main - 50°N 009°35'E



Die Stadt mit gut 15.000 Einwohnern im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart liegt im Spaessart auf halber Strecke zwischen Würzburg und Aschaffenburg. Lohr liegt an der Flussbiegung des Mains nach Süden, wo das Mainviereck beginnt in dem der Spessarts liegt. In Lohr münden Lohr und Rechtenbach in den Main.
Zwischen 1611 und 1629 fallen etwa 70 Bürger in der Lohrer Region der Hexenverfolgung zum Opfer, die durch Folter zu Geständnissen gezwungen werden.
Durch die Pest verliert die Stadt mehr als die halbe Bürgerschaft. Mit Johann Jost Schleich und seiner Familie ist Lohr Zentrum des Orgelbaus, das den mainfränkischen Orgelbau des 17. und 18. Jahrhunderts entscheidend prägt. 1814 fällt Lohr an Bayern. Während der Novemberpogrome 1938 verwüsten die Nazis das Innere der Synagoge und verschiedener Häuser jüdischer Bürger. Aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt deportieren und ermorden die Ärzte im Rahmen der „Euthanasie“-Tötungsaktion 20 jüdische Patientinnen und Patienten und 451 Kinder, Frauen und Männer in den Tötungsanstalten Pirna-Sonnenstein und Grafeneck. 945 verhaftet die Gestapo den Arzt Carl Brand, der in Lohr zu tun hat, und erschießt ihn am gleichen Tage nach Standgerichtsurteil, weil er die Stadt den US-Truppen kampflos übergeben wollte.
1972 wird der Großteil des Landkreises Lohr Teil des neuen Landkreises Mittelmain, der 1973 seine heutige Bezeichnung erhält, und Karlstadt Kreissitz, was umfangreiche und scharfe Proteste einschließlich Prozessen zur Folge hat.
Wichtigster Arbeitgeber ist Bosch Rexroth AG mit ca. 5.400 Beschäftigten.
1985 finden ein Apotheker und zwei Stammtischfreunde im Märchen Schneewittchen Bezugspunkte zu ihrer Heimatstadt und deren Umgebung im Spessart. Sie stellen scherzhaft die These auf, dass, falls es ein historisches Vorbild für Schneewittchen gebe, dieses eine Lohrerin sein müsse. Die Stadt wirbt nun für Lohr als "Schneewittchenstadt"

Der Schneewittchen-Wanderweg entspricht dem von den Lohrer "Fabulologen" bestimmten Fluchtweg Schneewittchens über 7 im Spessart verortete Berge zu den 7 Zwergen im ehemaligen Bergbauort Bieber. Den Forschungen zufolge handelt es sich bei Schneewittchens Vorbild um die 1725 in Lohr geborene Maria Sophia Margaretha Catharina von Erthal, die kurz vor der Niederschrift des Märchens durch die Brüder Grimm stirbt. Ihr Vater, Philipp Christoph von und zu Erthal, ist 1719–1748 kurmainzischer Amtmann in Lohr und viel als Gesandter des Erzstifts unterwegs. Er verkehrt in dieser Funktion mit Kaisern und Königen in ganz Europa, wodurch die von Erthals auf die Lohrer wie eine königliche Familie wirken. Auf Grund ihrer rühmenswerten Eigenschaften verklären sie Sophia geradezu märchenhaft zum Idealbild eines Königskindes. Familiensitz ist das Lohrer Schloss. Nach dem Tod von Maria Sophias leiblicher Mutter 1738 heiratet der Vater 1743 Claudia Elisabeth Maria, verwitwete von Venningen, geb. Reichsgräfin von Reichenstein. Sie ist herrschsüchtig nutzt ihre Stellung – Philipp Christoph ist nur selten in Lohr – zum Vorteil ihrer Kinder aus erster Ehe aus. Die häufige Abwesenheit des Vaters auf Grund seiner vielen Auslandsreisen erklärt die „merkwürdig inaktive“ Rolle des Königs im Märchen.

Wichtigstes Indiz, dass Schneewittchen eine Lohrerin war, ist der ‚Sprechende Spiegel‘, ausgestellt im Spessartmuseum im Schloss, erzeugt in der Kurmainzischen Spiegelmanufaktur in Lohr, die als staatlicher Betrieb unter der Oberaufsicht von Philipp Christoph von und zu Erthal stand. Der Spiegel ist Geschenk an seine zweite Frau Claudia und ‚spricht‘ wie die meisten Lohrer Spiegel durch seine Sinnsprüche. Die rechte obere Ecke enthält einen Hinweis auf die Selbstliebe („Amour Propre“), eben die Eitelkeit der Stiefmutter im Märchen.
Der „wilde Wald“, in man Schneewittchen ausetzt, ist der Spessart, die „7 Zwerge, die nach Erz hackten und gruben“, sind die kleinwüchsigen Bergleute bzw. zur Arbeit eingesetzten Kinder in den Bergwerken. Der „durchsichtige Sarg von Glas“ und die „eisernen Pantoffel“, in denen die Stiefmutter tanzen musste, ließen sich in den Glashütten bzw. Eisenhämmern des Spessarts herstellen.







Lüdenscheid - 51°13'N 007°38'E



Lünsche, Kreisstadt des Märkischen Kreises mit gut 72.000 Einwohnern im Nordwesten des Sauerlandes in Nordrhein-Westfalen hat den Beinamen Bergstadt oder "Stadt des Lichts", was sich auf die Lüdenscheider Lampen- und Leuchtenindustrie bezieht, Wasserscheide zwischen Lenne und Volme.
Während des Siebenjährigen Krieges besetzen die Franzosen 5 Jahre die Stadt.



Am 30. Januar 1933, Hitlers Ernennung zum Reichskanzler, findet anstelle einer nationalsozialistischen Kundgebung eine kommunistische Demonstration gegen die faschistische Diktatur Hitler-Papen statt.
2005 erscheit Richard David Precht "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" wo der Autor seine Jugend in einem linken Elternhaus in Solingen schildert: "Nein, Lüdenscheid bleibt für mich immer verbunden mit der Weltrevolution und Lenin."
Lüdenscheid ist eine alte Industriestadt, in der die metallverarbeitende Industrie immer den Schwerpunkt gebildet hat.



Die Figur Müller-Lüdenscheidt aus dem Zeichentrick-Sketch Herren im Bad von Loriot trägt zur Bekanntheit der Stadt bei.







Bad Langensalza - 51°06'N 010°39'E

Die Rosen- und Kurstadt im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen mit gut 17.000 Einwohnern liegt an der Salza, die 2 km östlich der Stadt in die Unstrut mündet.
1525 beginnt ein Aufstand der Handwerker und Bauern im Zuge des Bauernkrieges. Die Aufständischen erzwingen zwölf Sitze im Stadtrat. 1700 wird die Fahrpostroute Leipzig–Kassel im Rahmen der Fernpostlinie Moskau–Amsterdam eingerichtet.
Nach dem Wiener Kongress kommt Langensalza 1815 zu Preußen.
1938 zeigen die Nazis im Reinhardbrunner Hof eine antisemitische Hetzausstellung, die einen propagandistischen Beitrag zur Verfolgung der Langensalzaer Juden liefert. Sinti- und Roma-Familien werden verfolgt, kommen ins KZ Langensalza, Außenlager des KZs Buchenwald. Dort müssen etwa 1.300 ausländische Frauen und Männer Zwangsarbeit für ein Projekt der Junkers verrichten.
1994 verliert die Stadt durch Zusammenlegung der Kreise Mühlhausen und Langensalza den Status einer Kreisstadt.







Ludwigshafen am Rhein - 49°29'N 008°27'E

Internationales Aufehen erregen 2016 zwei Anschlagsversuche auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt und am Rathausplatz. Ein 12-jähriger Junge, irakischer und deutscher Staatsbürgerschaft, versucht einen Anschlag zu verüben. Der IS soll den Jungen über Messenger-Dienste zum Bau der Bomben angeleitet haben. Noch nie war ein mutmaßlicher Attentäter so jung. Man findet einen selbstgebauten Sprengsatz aus Wunderkerzen und Feuerwerkskörpern, mit Nägeln präpariert. Der Zündmechanismus des Sprengsatzes ist defekt, sodass es zu keiner Explosion kommt. Am 5. Dezember 2016 wird am Rathausplatz ein Rucksack sichergestellt, der einen ähnlichen Sprengsatz enthält.
Die Stadt mit rund 172.000 Einwohnern in Rheinland-Pfalz liegt am linken Rheinufer gegenüber der baden-württembergischen Schwesterstadt Mannheim, bekannt vor allem als Hauptsitz der BASF sowie Heimatstadt von Helmut Kohl. Gegenüber mündet der Neckar in den Rhein. Ludwigshafen und Mannheim bilden ein zusammenhängendes Stadtgebiet und teilen sich u.a. Straßenbahn- und Telefonnetz (Vorwahl 0621). Ludwigshafen ist Verwaltungssitz des Rhein-Pfalz-Kreises. Mainz liegt 60 km nördlich, Karlsruhe etwa 50 km südlich.
1607 gründet Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz am Westufer des Rheins die Mannheimer Rheinschanze als Brückenkopf der Festung Mannheim, die 1720 nach Neugründung der Stadt Mannheim weiter ausgebaut und während der Franzosenzeit von französischen Truppen geschleift wird. 1811 entsteht an dieser Stelle ein privater Schiffslandeplatz. Nach dem Wiener Kongress kommt die links des Rheins gelegene Pfalz 1816 zu Bayern, die rechts des Rheins gelegene Kurpfalz bleibt bei Baden.
Den Schiffslandeplatz mit künstlichem Hafenbecken erwirbt Bayern und nennt ihn zu Ehren von König Ludwig I. von Bayern Ludwigshafen, 1859 zur Stadt erhoben und 1865 Konzession zur Ansiedelung der Firma BASF erteilt, später ein weltweit operierender Chemiekonzern, der Gesicht und Geschichte der Stadt bis heute nachhaltig prägt, weltweit arbeiten 120.000 "Aniliner" bei der "Anilin".
1921 kommen bei der Explosion des BASF-Stickstoffwerkes 561 Menschen ums Leben, mehr als 2.000 werden verletzt; 1948 explodiert in der BASF, ein Eisenbahnkesselwagen, 207 Todesopfer, fast 4.000 werden verletzt.
Im 2. Weltkrieg sind Ludwigshafen und Mannheim mit den kriegswichtigen Industrien einer der am meisten bombardierten Ballungsräume in Süddeutschland, zudem möglicherweise Ziele der USA für einen Atombombenabwurf. Ludwigshafen zieht etwa 50.000 ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit heran, die - ohnehin schon harten Arbeits- und Lebensbedingungen ausgesetzt – die besonders unter den Auswirkungen der Bombardements zu leiden haben.
Aufgrund des einfachen Stils beim Wiederaufbau fehlt es im Stadtbild fast überall an architektonisch hochwertiger Bebauung, an gelungenem und durchdachtem Städtebau.






Luckenwalde - 52°05'N 013°10'E

Niedersorbisch Łukowc, die Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming in Brandenburg an der Nuthe mit knapp 21.000 Einwohnern, 50 km südlich von Berlin, was der Merkspruch "Luckenwalde, Luckenkien, 50 Kilometer vor Berlin" ausgedrückt, liegt in einer Bucht des Baruther Urstromtals.
Durch die Stadt verläuft die Brandenburger Eisrandlage, was den weitesten Vorstoß des skandinavischen Inlandeises während der jüngsten Eiszeit nach Süden markiert. Wie der Beiname Luch im Walde andeutet, ist Luckenwalde schon immer von großen Waldgebieten umgeben. Die Laubwälder in der Umgebung gehen direkt in eines der größten Forstgebiete in Brandenburg über. Der Rote Milan, Wahrzeichen Brandenburgs, ist hier beheimatet.
Im Mittelalter ist die Nuthe - damals bis zu 40 m breit - mit Kähnen von Luckenwalde bis zur Mündung in die Havel schiffbar. Heute ist die Nuthe im Luckenwalder Stadtgebiet auf einen 2 m breiten und einen halben bis 1 Meter tiefen Fluss kanalisiert.



Seit dem späten 7. und 8. Jahrhundert siedeln aus Ostmitteleuropa eingewanderte Slawen in Brandenburg und der Niederlausitz. An der Stelle, wo heute Luckenwalde liegt, existiert der slawische Ort Lugkin, deutsch Luckenwalde. Dabei bedeutet Lug „Bucht“ oder „Biegung, Bogen“. Dies bezieht sich auf die Lage in einer Bucht des Baruther Urstromtals und auf den Flusslauf der Nuthe.
1285 kauft das Zisterzienserkloster Zinna den Ort, die Burg sowie weitere elf umliegende Dörfer. Luckenwalde liegt am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen. Der Salztransport aus Halle in Richtung Berlin lief über Luckenwalde. Daneben beginnt man in Luckenwalde verstärkt und erfolgreich, Bier zu brauen und zu verkaufen. Laut Theodor Fontane scheint das Nuthefließ nur dazu da zu sein, „um in die Bottiche und Braupfannen zu fließen“. Dies führt zu einer Beschwerde durch die Stadt Jüterbog, welche sich in ihren Stadtrechten beschnitten sieht. Der Streit um das Bier hat eine lange Fehde mit Jüterbog zur Folge, die man laut Fontane „am liebsten handfest auf allen Kirchweihen“ ausgeträgt und Jüterboger Spottverse hervorbringt wie: „Lieber die Rute, als Luckenwalde an der Nuthe.“
Auf Initiative Friedrichs II. siedeln sich zahlreiche Kolonisten aus Sachsen und Thüringen an, die zur Anwerbung zwei Groschen je Meile erhalten. In Luckenwalde angekommen stellt die Stadt ihnen ein Kolonistenhaus, einen Morgen Land sowie einen Morgen Wieswachs zur Verfügung. Außerdem sind sie für mehrere Jahre von der Steuer befreit. Nach dem großen Stadtbrand in Gera ziehen 1780 24 Tuchmacherfamilien nach Luckenwalde.
Von 1939 bis Kriegsende existiert ein Gefangenenlager mit Kriegsgefangenen aus 10 Ländern, mehr als 5.000 Gefangene sterben an Hunger und Krankheit.
1945 wird Luckenwalde Kreisstadt des Kreises Luckenwalde-Jüterbog. In der DDR behält Luckenwalde seine Stellung als wichtiger Industriestandort. Mit der Wende aber bricht die Produktion fast aller Betriebe 1990 zusammen, die Arbeitslosigkeit steigt 2005 auf 23,7 %. 1993 wird Luckenwalde Kreisstadt des aus den Kreisen Luckenwalde, Zossen und Jüterbog neugebildeten Kreises Teltow-Fläming .

Früher steht der Marktturm, das Luckenwalder Wahrzeichen auf dem Marktplatz, direkt bei der Kirche, er ist der Kirchturm. Die Jüterboger jedoch sind neidisch, und wollen den Kirchturm stehlen. Deshalb laden sie ihn bei Nacht auf einen großen Wagen. Sie kommen jedoch nicht weit, nach wenigen Metern zerbricht der Wagen, und der Turm landet wieder auf dem Boden. An dieser Stelle steht er bis heute.

Theodor Fontane widmet Luckenwalde in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" das Kapitel 'Luch im Wald'.







Ludwigslust - 53°19'N 011°30'E

2019 erklärt die Stadtvertretung als eine der ersten Städte Deutschlands den Klimanotstand (mit dem sie dartut, dass der Wandel des Klimas einer Krise entspricht und die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen, um diesen befriedigend zu begrenzen).
Abgekürzt Lulu - die Stadt mit etwa 12.000 Einwohnern im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, Verwaltungssitz des Amtes Ludwigslust-Land, mit dem einzigartigen Ensemble rund um das klassizistische Schloss Ludwigslust der Herzöge Mecklenburg-Schwerins, auch genannt „Versailles des Nordens“ liegt am Ludwigsluster Kanal, der künstlichen Wasserverbindung zwischen Störkanal und Rögnitz, 35 km südlich der Landeshauptstadt Schwerin.



1731 lässt Prinz Christian Ludwig ein einfaches Jagdschloss in Fachwerk erbauen. Herzog Friedrich (der Fromme) verlegt Residenz und Hofhaltung aus Schwerin hierher. Nach wohldurchdachten Plänen entsteht die Hauptresidenz von Mecklenburg-Schwerin.
1866 kämpft Mecklenburg im Deutschen Krieg auf Preußens Seite. 1945 entsteht das KZ Wöbbelin als Außenlager des KZs Hamburg-Neuengamme. 1945 machen die 7th Armored Division, die 8th Infantry Division und die 82nd Airborne Division das Schloss Ludwigslust zum Hauptquartier, bis 1992 ist Ludwigslust Garnison der Sowjetischen Streitkräfte. Nach der Wiedervereinigung ziehen sie ab.
1994 wird Ludwigslust Sitz des neuen Landkreises, der 2011 im Landkreis Ludwigslust-Parchim aufgeht.