Mit Vollbild (F11) schöner!





Bad Fallingsbostel - 52°52'N 009°42'E



Wer mit dem Zug dort ankommt, passiert dieses Schild. Stalag ein Kriegsgefangenenlager, legt die deutsche Wehrmacht 1939 in Oerbke an, einem Dorf gegenüber Fallingbostel, wo im Dezember 1944 81.780 Gefangene - hauptsächlich aus der Sowjetunion - untergebracht sind. Ein Amerikaner erinnert sich an den Todesmarsch vom 6. Februar 1945, der im Stalag Luft IV in Groß Tychow in Polen beginnt und nach 86 Tagen in Oerbke endet.
2015 treffen die ersten Flüchtlinge in der neuen Notunterkunft in Oerbke ein, die Platz für mehr als 1.000 Menschen bietet, neuer "Verteilknoten" für Flüchtlinge in Norddeutschland.
Bad Fallingbostel, Kreisstadt des Heidekreises (Kfz-Kennzeichen HK) mit knapp 12.000 Einwohnern in Niedersachsen. Seit 2002 führt sie die Bezeichnung Bad, obwohl ihr ein Ministerium die Anerkennung als Heilbad strich, nachdem die Stadt kein Geld in diesem Bereich investieren will. Der Namenszusatz „Bad“ bleibt aus Bestandsschutzgründen erhalten. Bad Fallingbostel liegt am Fluss Böhme in der südlichen Lüneburger Heide zwischen Soltau und Walsrode in der Heidmark.
In der Nachbarschaft liegt Europas größter Truppenübungsplatz der NATO: Bergen.









Friedberg - 51°56'N 008°53'E


Das Autokennzeichen FB steht seit 1972 für den Wetteraukreis. Büdingen, Friedberg (Hessen), Karben und Nidda verwenden es. Namensgebend die nördlich von Frankfurt am Main gelegene Landschaft Wetterau, eine der ertragreichsten Ackerlandschaften Hessens, benannt nach der Wetter. Kreisstadt ist Friedberg mit gut 29.000 Einwohnern.

Friedberg, ehemalige Freie Reichsstadt und Messestadt gehört im Mittelalter zu den wichtigsten Städten im heutigen Hessen. Seine reiche Vergangenheit lässt sich am gut erhaltenen Stadtbild ablesen. Reichsburg, gotische Stadtkirche und die mittelalterliche Mikwe (Judenbad) sind Sehenswürigkeiten. Friedberg liegt oberhalb der Einmündung der Usa in die Wetter.
Am Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr. befindet sich in der Gegend ein römisches Militärlager, möglicherweise im Rahmen der Germanicus-Feldzüge (14 bis 16 n. Chr.) errichtet. Kaiser Vespasian lässt 69–79 auf dem Burgberg wieder ein Kastell errichten, das die Römer beim Rückzug auf die Rheingrenze um 260 n. Chr. aufgeben. Westlich des Kastells betreiben die Römer gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. eine kleinere Militärziegelei, in der sie auch Gefäße brennen.

In der Judengasse befindet sich ein monumentales unterirdisches Ritualbad/Mikwe von ca. 25 m Tiefe, das tiefste in Deutschland.
1958 bis 1960 ist Elvis Presley in Friedberg stationiert. Rund um den Elvis-Presley-Platz gibt es drei Elvis-Fußgängerampeln. Das rote Licht zeigt den Sänger stehend am Mikro, das grüne Signal beim berühmten Hüftschwung.









Fulda - 50°33'N 009°41'E


Kreisstadt des Landkreises Fulda mit knapp 69.000 Einwohnern am gleichnamigen Fluss. War Sitz eines Klosters und ist heute Hochschul-, Barock- und Bischofsstadt, Wahrzeichen der Dom.









Friedberg (Bayern) - 48°21'N 010°59'E




Friedberg mit knapp 30.000 Einwohnern gehört zum bayerisch-schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg, dessen Verwaltungssitz Aichach mit dem Autokennzeichen AIC ist.

1568 erkürt die bayerische Herzogin Christine von Lothringen die Friedberger Burg zu ihrem Witwensitz, was die Stadt in einen Mittelpunkt des bayerischen Hoflebens verwandelt. Diese blühenden Zeit beendet 1599 die furchtbar in der Stadt wütende Pest jäh. Bis zur Auflösung des Landkreises Friedberg 1972 ist Friedberg die Kreisstadt.









Freudenstadt - 48°21'N 010°59'E



Sitz des Landkreises Freudenstadt mit gut 23.000 Einwohnern im Regierungsbezirk Karlsruhe in Baden-Württemberg, traditionell beliebter Urlaubsort und heilklimatischer Kneippkurort.









Feuchtwangen - 49°10'N 010°19'E


Die Feuchtwanger nennen ihre Stadt Feichtwang. Andere verspotten die Feuchtwanger als „Zeiselesfänger“ - udn zwar deshalb: In der Biedermeierzeit entkommt der Bürgermeistersgattin ihr Zeisig aus dem Käfig, ihr Ehegatte trifft auf ihre dringliche Forderung, „doch etwas zu tun“, die Anordnung, die Stadttore zu schließen. Alles macht Jagd auf den Vogel, dieser aber fliegt über die Stadtmauer davon, und die „klugen Feuchtwanger“ haben das Nachsehn.
Fuechtwangen liegt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach an der Romantischen Straße auf der Frankenhöhe im Tal der Sulzach und hat gut 12.000 Einwohner. Bis 1972 ist sie Kreisstadt. Das weitläufige Stadtgebiet umfasst auch Teile des Wörnitztals.
Im März 1933 erzielen die Nazis 77 % der Stimmen, 1938 brennen SA-Männer beim Novemberpogrom die Synagoge nieder.
Seit 1948 finden die Kreuzgangspiele, professionelles Freilichttheater, statt.

2000 eröffnet das Spielkasino, 2005 die am besten besuchte und umsatzstärkste aller bayerischen Spielbanken.









Fürstenfeldbruck - 48°11'N 011°15'E




Die Kreisstadt mit knapp 38.000 Einowhnern, durch die die Amper fließt, liegt 25 Kilometer westlich Münchens. Der Name ist die Anreihung der Wort Fürstenfeld und Bruck. Bruck, eine Siedlung auf der anderen Seite der Amper, und die Brücke gehörte zu der damals bedeutenden Salzstraße. Unter Elektropionier und Vater des Deutschen Museums Oskar von Miller geht 1892 das erste gemeindliche Elektrizitätswerk Bayerns ans Netz.
1936 ist der Fliegerhorst fertig. Auf seinem Gelände missglückt 1972 während der Olympischen Spiele die Befreiung israelischer Olympiateilnehmer aus der Gewalt palästinensischer Terroristen.
Die Schwerpunkte des Stadtmuseums auf dem Areal des ehemaligen Zisterzienserklosters sind die Epoche der römischen Herrschaft im Umkreis, die Geschichte des Klosters sowie das bürgerliche Leben in Bruck zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende.







Freiberg - 50°55'N 013°21'E


Der historische Stadtkern Freibergs, der unter Denkmalschutz steht, gehört mit Denkmälern der Bergbaugeschichte seit 2019 zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. Bis 1969 prägen rund 800 Jahre Bergbau und Hüttenindustrie die Stadt. In den letzten Jahrzehnten findet ein Strukturwandel zum Hochtechnologiestandort im Bereich der Halbleiterfertigung und der Solartechnik statt, womit Freiberg zum Silicon Saxony gehört.



Die Universitäts- und Bergstadt mit gut 39.000 Einwohnern etwa in der Mitte Sachsens zwischen Dresden und Chemnitz ist Verwaltungssitz des 2008 gebildeten Landkreises Mittelsachsen - mit der 1765 gegründeten Bergakademie Freiberg Sitz der ältesten noch bestehenden technisch-montanwissenschaftlichen Universität der Welt.
Mit über 3.500 Exponaten eine der größten Mineralienausstellungen der Welt ist "terra mineralia" im Schloss Freudenstein.











Flensburg - 54°47'N 009°26'E




Kennt Ihr Angeln, habt Ihr Punkte in Flensburg?
Sie speichert das dortige Kraftfahrt-Bundesamt. Historisch interessant ist die Stadt als Sitz der letzten deutschen Reichsregierung 1945 unter Dönitz.
Von den knapp 100.000 Einwohnern der Stadt spricht ein nicht geringer Anteil außer Deutsch und Dänisch noch Plattdeutsch und Petuh. Seit 1955 nimmt Flensburg mit den Bonn-Kopenhagener Erklärungen eine Vorreiterrolle bei der Anerkennung nationaler Minderheiten ein.
Flensburg ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands, drittgrößte Stadt des Bundeslands Schleswig-Holstein (nach Kiel und Lübeck) am Ende der Flensburger Förde, dem westlichsten Punkt der Ostsee, an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln.









Forchheim - 49°43'N 011°03'E


Gut 32.000 Einwohner hat die fränkische Kreisstadt im Süden Oberfrankens am Main-Donau-Kanal.
In diesem Ort beginnt Jahre 911 die eigenständige deutsche Geschichte mit der Wahl Konrads I. zum ersten ostfränkischen König nach der Fränkischen Reichsteilung. „Eingangstor zur Fränkischen Schweiz“ heißt die Stadt für den Tourismus. Mit „Kaiserpfalz“, Archäologiemuseum und Rathausplatz mit dem Fachwerk-Ensemble verfügt sie über einen gut erhaltenen historischen Kern.









Freiburg i. Br. - 48°N 007°51'E




Friburg im Brisgau sagen die Alemannen zu ihrer Großstadt mit gut 230.000 Einwohnern an der Dreisam in Baden-Württemberg, die 1945 bis 1952 Landeshauptadt von Baden (Südbaden) ist, südlichste Großstadt Deutschlands und Sitz des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, der sie fast vollständig umschließt.
Mit der 1457 gegründeten Albert-Ludwigs-Universität zählt Freiburg zu den klassischen deutschen Universitätsstädten, wo auch der große W. G. Sebald - und der Betreiber der Webseite - studierten.









Landkreis Friesland - 53°31'N 007°59'E




Gut 98.000 Einwohner hat der Landkreis im Nordwesten von Niedersachsen, Sitz der Kreisverwaltung ist Jever. Er liegt im traditionellen Siedlungsgebiet der Friesen in Ost-Friesland, der Halbinsel zwischen Ems und Jadebusen. Zum Kreisgebiet gehören die ostfriesische Insel Wangerooge und die Minsener Oog.



Vorwiegender Landschaftstyp ist die Marsch (Schwemmland), gefolgt von Geest und Moor. Weit verbreitet in der Landschaft sind Wallhecken in Form von Wällen, bewachsen mit Bäumen oder Sträuchern, einst Abgrenzung der Grundstücke, heute Windschutz und ökologische Kleingebiete. Besondere Attraktion für Urlauber ist die 9 km lange Insel Wangerooge im Wattenmeer.



Der Landkreis ist die erste Kommune Deutschlands, wo sich Bürger über LiquidFriesland aktiv online beteiligen können.







Freising - 48°24'N 011°45'E






1976: Entführungsfall Richard Oetker. Erpresser entführen den Industriellensohn. Nach Zahlung von 21 Millionen DM Lösegeld lassen sie ihn - schwer verletzt - 2 Tage später frei.
2002: Amoklauf in Eching und Freising. Schüler tötet den Schulleiter, 2 weitere Menschen und verletzt einen Menschen schwer.
Kreis- und Universitätsstadt an der Isar 30 km nördlich von München mit gut 50.000 Einwohnern war Herzogssitz, Bischofssitz, Zentrum eines Hochstifts, heute Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises. Direkt vor den Toren der Stadt im Erdinger Moos liegt der Flughafen München. Seit 1040 befindet sich am Berg Weihenstephan die älteste Brauerei der Welt.


Bischof Otto von Freising (1112–1158)

Abt im Zisterzienserkloster Morimond, einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters, verfasst 1143 seine berühmte Weltchronik Chronica sive Historia de duabus civitatibus, er ist auch Chronist Kaiser Friedrichs I.
In der Reichspogromnacht 1938 ziehen etwa 3.000 Leute durch die Innenstadt und fordern die jüdischen Einwohner auf, die Stadt zu verlassen. Die SA führt die Tochter eines Kaufhausbesitzers zum Anschauen herum und nimmt anschließend sie und ihren Vater in Schutzhaft. Den Anwalt und späteren Oberbürgermeister der Stadt Max Lehner, obwohl kein Jude, verprügeln sie und treiben ihn mit einem Schild "Juda verrecke" durch die Stadt.
Große städtebauliche Veränderungen und einen massiven Zuwachs an Einwohnern erfährt Freising seit 1980 mit dem Bau des Flughafens München, 5 km vom Zentrum und 3 km vom Stadtteil Lerchenfeld entfernt. Den geplanten Bau der 3. Start- und Landebahn sehen die Freisinger sehr kritisch. Überregionale Bekanntheit erlangt Freising 2009 als Sitz des buddhistisches Kloster Bodhi Vihara auf dem Domberg.
Bis zur Säkularisation gibt es in und um Freising eine Vielzahl von Klöstern und Stiften. Größter Arbeitgeber der Region ist der Flughafen München mit den auf dem Flughafengelände angesiedelten Firmen. Weiterer wichtiger Arbeitgeber ist Texas Instruments mit seinem europäischen Konzernsitz.



Touristische Anziehungspunkte sind die historische Altstadt, Domberg und Dom. Freising liegt am Isar-Radweg und ist Endpunkt der Deutschen Hopfenstraße durch die Hallertau. Beim Besucherpark des Flughafens mit Besucherhügel und Ausstellung historischer Flugzeuge starten Besucherrundfahrten über das Flughafengelände.









Frankenthal (Pfalz) - 49°32'N 008°21'E




Ob die Schilderung August von Platens von 1815, Frankenthal sei ein „gar so schöngebautes Städtchen, eines der schönsten in der ganzen Pfalz“, heute noch zutrifft, schaut es Euch an!
Die kreisfreie Stadt mit nahezu 49.000 Einwohnern zwischen Worms und Ludwigshafen liegt in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen dem Pfälzerwald im Westen und dem Odenwald im Osten an der Isenach, die 6 km weiter in den Rhein mündet. 1961 entdeckt man Mammutknochen und menschliche Schädelfragmente, etwa 25.000 Jahre alt, aus der Steinzeit, dem Homo heidelbergensis zugeordnet. Ein bronzezeitliches Gräberfeld aus der Zeit zwischen 1800 und 1200 v. Chr. mit reichhaltigen Beigaben, darunter eine Prunkaxt, ordnet man dem keltischen Volk der Mediomatriker zu.
Während des 2. Weltkriegs betreibt die SS ein Zwangsarbeitslager, dessen Häftlinge sie beim Autobahnbau der heutige A 6 einsetzt.
1980 Blowout-Ereignis: 15 Tage lang strömen unkontrolliert 15 Mill. Kubikmeter Erdgas aus einem Speicher der Firma Saar-Ferngas aus, bis der amerikanische Feuerwehrmann„Red“ Adair das defekte Bohrloch mithilfe eines Blowout-Preventers schließt (Versuche, das Leck mit 1.000 t Beton abzudichten, sind vorher gescheitert).
Seit dem 425-jährige Stadtjubiläum 2002 säumen 149 Löwensskulpturen das Stadtbild.









Freital - 51°N 013°39'E




Schlagzeilen 2015: Fremdenfeindliche Proteste in Freital, unter anderem unter der Bezeichnung „Frigida“, gegen die Umfunktionierung eines ehemaligen Hotels zu einem Flüchtlingsheim, Aufrufe zu Gewalt, Anschläge und Gewalttaten gegen Flüchtlinge. Rechtsextremisten, „vereint mit ‚besorgten Bürgern‘“ machen über mehrere Wochen gegen die Unterkunft, die Asylbewerber und engagierte Flüchtlingshelfer im Ort mobil. Der Tagesspiegel wirft Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) vor, in diesem Zusammenhang den Integrationswillen und die Hilfsbedürftigkeit der Flüchtlinge zu bezweifeln, die er mit „Glücksrittern, die nach Deutschland kommen, um auf Kosten der Gemeinschaft ein sorgloses Leben ohne Gegenleistung zu führen“ vergleicht.
2016 Festnahme einer Gruppe mutmaßlicher Rechtsterroristen aus der Region festgenommen. Die Staatsawaltschaft wirft der „Gruppe Freital“ Sprengstoffanschläge und gewaltsame Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, Flüchtlingshelfer, ein Parteibüro der Linken und ein Wohnhaus in Dresden vorgeworfen. Die Mitglieder der Gruppierung äußern sich in Chats rassistisch und posieren für ein Foto vermummt hinter einer Hakenkreuzfahne, die Arme zum Hitlergruß erhoben. Die Gerichte verurteilen 7 Männer und eine Frau wegen versuchten Mordes und der Bildung einer terroristischen Vereinigung u. a. 2018 zu mehrjährigen Haftstrafen.



Bildete die in Freital herrschende Verharmlosung der rechtsterroristischen Gruppe und ihrer Taten den Nährboden für die Radikalisierung der „Gruppe Freital“?
Bis 1994 ist die Stadt mit knapp 40.000 Einwohnern 9 km von Dresden und an die Landeshauptstadt angenzend Kresisstadt des Kreises Freital (ab da Dippoldiswalde). Freital liegt im Döhlener Becken, im Nordwesten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, das zentrale Stadtgebiet liegt auf dem Breitengrad 51 Nord. Im Stadtteil Hainsberg fließen Rote und Wilde Weißeritz zusammen und bilden die Vereinigte Weißeritz, in Dresden in die Elbe mündend.

Die Gegend ist reich an Bodenschätzen, abgebaut seit dem 16. Jahrhundert, die Kohle aus über 500 Schächten, der König-Georg-Schacht bis in eine Teufe von 575 m! Der Steinkohlenabbau ist seit 1967 eingestellt, der Abbau von uranhaltigen Brandschiefern und Kohlen 1989. Bei der Schlagwetterexplosion 1869 kommen im Segen-Gottes- und Neuhoffnungsschacht (half der Segen und wurde die Hoffnung enttäuscht?) 276 Bergleute um.



Bis in die Weimarer Zeit entwickelt sich die Stadt zur Hochburg der Sozialdemokratie. Freital ist die einzige Stadt in Sachsen mit einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister, da hier die Kommunisten nicht so stark wie im übrigen Sachsen vertreten sind. Fast jeder 10. Bürger ist Mitglied der SPD, die Freital zu einer „Wohlfahrtsinsel im trüben kapitalistischen Gewässer der Weimarer Republik“ macht. Heil-, Fürsorge- und Wohlfahrtswesen ist vollständig in städtischer Hand, alle Leistungen sind kostenlos. Die Stadt baut viele Sozialwohnungen – teils genossenschaftlich, teils in eigenem Besitz. Diese konzeptionelle Vorstellung von Sozialismus mit dem Spitznamen „Rotes Wien in Sachsen“ führt 1927 zu einem Besuch der Delegation des Genfer Völkerbundes, die das Konzept am praktischen Beispiel Freitals studieren will.
Was sagen die heutigen SPD-Chargen dazu? Alles vergessen?
Die Nazis richten 1943 bis 1945 Zwangsarbeiterlager für 4000 bis 5000 Häftlinge (aus den von Deutschland besetzten Ländern verschleppt) ein, ein Drittel davon Frauen, die in den Gussstahlwerken des Flick-Konzerns Zwangsarbeit verrichten müssen. 1968 übernimmt die Sowjeitsch-Deutsche Wismut AG die Anlagen des Steinkohlenwerks und fördert bis 1989 Erzkohle zur Urangewinnung. Aufgrund der ungenügenden Abgasbehandlung in den zahlreichen Freitaler Industriebetrieben müssen die Einwohner 1950 bis 1990 sehr oft starke Luftschadstoffbelastungen hinnehmen, deren Ausmaß man offiziell verschweigt, die Bergbau- und Stahlwerkdeponien führen zu starken Naturhaushaltsbelastungen.
So ändern sich die Zeiten ...
Die SED-Herrschaft hat die Erinnerung an die sozialdemokratische Anfangszeit der Stadt vollständig überlagert, von der durch Arbeitervereine geprägten Freizeitkultur ist nichts mehr verblieben.

2002 Hochwasser der Weißeritz: Die „Jahrhundertflut“ zerstört große Teile der Infrastruktur und Bebauung im engen Tal und fordert sogar Menschenleben. Die Bewohner müssen viele der verwüsteten Häuser abreißen.

Muntunter ist von der „Wilhelmine-Reichard-Stadt“ zu hören, wenn von Freital die Rede ist. Es existieren Heißluftballons, die ihr Porträt und ihren Namen tragen. Wilhelmine Reichard (1788–1848) lebt von 1814 bis zu ihrem Tod in Freital. Jean Paul erfindet eine Story über einen Luftschiffer , Minna Reichard schreibt ihre wahren Erlebnisse als erste Ballonfahrerin 1818 auf: "Geschichte meiner Luftreise." Sie wächst in Braunschweig auf, heiratet 1806 den Aeronauten Gottfried Reichard, Professor für Physik in Braunschweig, mit dem sie 8 Kinder hat. Beide teilen die Leidenschaft für die Luftschifffahrt und bauen zusammen einen Gasballon, mit dem sie 1010 gemeinsam in Berlin starten. Minna unternimmt ein Jahr später ihre erste Alleinfahrt von Berlin nach Genshagen. Bei ihrer dritten Fahrt von Dresden aus erreicht sie eine Höhe von 7.000 m. Einmal steigt sie so hoch, dass sie wegen Sauerstoffmangels bewusstlos wird, der Ballon platzt, er stürzt ab, bleibt in jungen Fichten hängen. Die Pilotin überlebt mit einigen Verletzungen und steigt 5 Jahre später erneut auf. Ihre letzte Fahrt findet zum 10. Oktoberfest in München statt.









Fürth - 49°29'N 010°59'E




Ab den 1950er-Jahren, mit Beginn der Wirtschaftswunderjahre, kennt jedes Kind in Deutschland die Stadt Fürth zumindest dem Namen nach, aus der zu jeder Jahreszeit der Quelle-Katalog des Großversandhauses in den Briefasten jeder Familie flattert. Trauriges Ende: Das Versandhaus in Fürth steht leer, alle Angestellten entlassen. Das Familienunternehmen fusioniert 1999 mit Karstadt, mit Insolvenz der Arcandor (bis 2007 KarstadtQuelle AG) Versandunternehmen Quelle aufgelöst.

Und natürlich Grundig, das deutsche Traditionsunternehmen, das mit Radios und Fernsehern Weltruhm erlangt. Trauriges Ende: Der größte Rundfunkgerätehersteller Europas muss 2003 Insolvenz anmelden.



Ein "Färdder" sagt "Färdd" zu seiner Stadt, die knapp 128.000 Einwohner hat und mit den mittelfränkischen Städten Nürnberg und Erlangen Städtedreieck bildet, das Kerngebiet des Ballungsraums Nürnberg, zu dem auch Schwabach zählt. Fürths historischer Stadtkern liegt östlich und südlich der Rednitz und Pegnitz, die nordwestlich der Altstadt zur Regnitz zusammenfließen. Westlich der Stadt der Main-Donau-Kanal und der der Fürther Stadtwald an. Nördlich dehnt sich das fruchtbare, teilweise zum Stadtgebiet gehörende Knoblauchsland aus.
Und wenn ein "Närmbercher" einem Autokennzeichen Fü begegnet, murmelt er: "De Färdder kärn vernichded", und meint damit nicht ihre Ausrottung, sondern den Sieg der Fußballer des Clubs über Greuther Fürth ...



Im 17. Jahrhundert herrschen in wechselnden Ausgestaltungen das Bamberger Domstift, das Fürstentum Ansbach und die Reichsstadt Nürnberg über Fürth. 1835 fährt mit dem "Adler" die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth (Ludwigseisenbahn).

Lange dikutiert man über eine Zusammenlegung Fürths mit Nürnberg, was die großen Mehrheit der Bevölkerung in einer Volksabstimmung 1922 ablehnt.

Früher abfällig „Bayrisches Jerusalem“, seit den 1880er Jahren aufgrund der von Juden gefühlten Toleranz und Freiheit positiv als „Fränkisches Jerusalem“ bezeichnet.
„Kleeblattstadt“ erinnert an das Fürther Stadtwappen.
2011 sind 37,1 % der Fürther evangelisch, 24,8 % römisch-katholisch und 38,1 % konfessionslos oder gehören zu anderen Religionsgemeinschaften.
Im 17. Jahrhundert gibt es eine Gemeinde-Talmudschule, die hohes Ansehen genießt. 1607 erster jüdischer Friedhof, 1617 Synagoge, 1653 erstes jüdisches Krankenhaus Deutschlands. 1807 Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung 19 %, 1824 schließen die bayerischen Behörden die Talmudschule. 1880 etwa 3.300 Juden in Fürth, die höchste Zahl. 1938 zerstören deutsche Nazis bei den Novemberpogromen die Synagoge, die Behörden deportieren ab 1941 den trotz der Repressionen verbliebenen Teil der jüdischen Bevölkerung in Vernichtungslager.
Die heutige Israelitische Kultusgemeinde hat etwa 475 Mitglieder, überwiegend Juden aus den ehemaligen GUS-Staaten.


Hotelpyramide mit gläsernen Außenfassade am Main-Donau-Kanal auf dem Gelände der EuromedClinic

Gebürtige Fürther

Ludwig Erhard
(1897-1977)
Bundeskanzler

Max Grundig
(1908-1989)
Unternehmer

Wilhelm Löhe
(1808-1872)
"Diakonissenvater"

Gustav und Grete Schickedanz
(1895-1977,1911-1994)
Fabrikant, Unternehmer

Henry Kissinger
(1923-)
Außenminister

Leopold Ullstein
(1826-1899)
Verleger

Jakob Wassermann
(1873-1934)
Schriftsteller










Domstadt Fürstenwalde/Spree - 52°22'N 014°04'E


Bekannt ist der "falsche Woldemar", der 1348 in die Mark zieht und versucht, die Städte für sich zu gewinnen. Der Bischof von Lebus spricht sich für ihn aus. Mehrere Städte, darunter Fürstenwalde, widersetzen sich dem Bischof und halten weiter zum wittelsbachischen Markgrafen Ludwig, der in den folgenden Auseinandersetzungen den Kürzeren zieht und Fürstenwalde muss Woldemar „ansehnliche Lieferungen“ leisten. Aber Ludwig erobert Fürstenwalde zurück und bestätigt der Stadt ihre alten Rechte und Privilegien.
Der Dom mit seinem 68 Meter hohen Turm als stadtbildprägendes Wahrzeichen im Zentrum der Stadt im Landkreis Oder-Spree im Osten Brandenburgs mit 32.000 Einwohnern verschafft der "Grünen Stadt an der Spree" den offiziellen Namenszusatz.

Fürstenwalde liegt 50 Kilometer von Berlin und 30 Kilometer von Frankfurt (Oder) entfernt. Fürstenwalde liegt an einer Engstelle des Berliner Urstromtales an der Spree. Südlich der Stadt erheben sich recht markant die Rauener Berge.
Den Aufstieg der Stadt zu einer der wohlhabendsten der Mark Brandenburg verdankt sie der Tatsache, dass die Spree ab hier in Richtung Osten nicht mehr schiffbar ist. Die Waren sind von und zur Oder, der nächsten Wasserstraße auf dem Landweg zu verbringen. Die Händler, verpflichtet, die Waren vor Ort anzubieten, dürfen sie erst dann umschlagen und weitertransportieren.
1373 erwirbt Kaiser Karl IV. Brandenburg von den Wittelsbachern, ab da ist Fürstenwalde neben Brandenburg an der Havel und Havelberg dritte märkische Domstadt.



1945 richtet der sowjetische Geheimdienst NKWD das Speziallager Ketschendorf ein und belegt es mit bis zu 18.000 Häftlingen, deutsche Zivilisten und Kriegsgefangene der Russischen Befreiungsarmee (ROA), darunter neben früheren NSDAP-Mitgliedern auch bürgerliche Oppositionelle zur sowjetischen Besatzungspolitik, und mehr als 1.600 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, denen die Sowjets unterstellen, als Partisanen der früheren Hitler-Jugend, sogenannte Werwölfe, gegen die Besatzungsmacht kämpfen zu wollen. Über 4.600 Internierte sterben unter unmenschlichen Bedingungen, etwa Unterernährung oder Tuberkulose; man verscharrt sie zwischen dem Lager und der Autobahn in Massengräbern, bei Ausschachtungsarbeiten für Wohnhäuser findet man 1952 mehrere tausend Leichen. Auf Initiative eines Pfarrers verbringt das MfS unter strenger Geheimhaltung die sterblichen Überreste auf 30 Lastwagen nach Halbe verbracht und bestattet sie dort. Dem Pfarrer untersagt die Behörde, Namen oder Anzahl der Verstorbenen auf Grabsteinen zu nennen, zu DDR-Zeiten gelten sie als „unbekannt“.









Fritzlar - 51°08'N 009°16'E


Früher hieß die Stadt Friedeslar, „Ort des Friedens“.
Weniger friedlich geht es 1943 zu.
Am 17./18. Mai bombardiert die Royal Airforce die Edertalsperre, in den Flutwellen der auslaufenden Stauseen von Eder und Möhne kommen zwischen 1.300 und 2.400 Menschen ums Leben, davon ein erheblicher Anteil Zwangsarbeiterinnen und alliierte Soldaten in Kriegsgefangenenlagern. Der militärische Nutzen der Operation ist innerhalb des britischen Militärs umstritten.

Feritzlar, eine Kleinstadt mit knapp 15.000 Einwohnern am Nordufer der Eder liegt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis. Die Dom- und Kaiserstadt gilt als der Ort, an dem sowohl die Christianisierung Mittel- und Norddeutschlands (mit dem Fällen der Donareiche um 723 durch Bonifatius) als auch das mittelalterliche Deutsche Reich (mit der Wahl von Heinrich I. zum König der Deutschen auf dem Reichstag von 919) ihren Anfang nehmen. Die strategisch wichtige Lage der Stadt, im Grenzbereich zwischen fränkischem und sächsischem Siedlungsgebiet und an einem Kreuzungspunkt wichtiger frühmittelalterlicher Straßen aus verschiedenen Richtungen, macht Fritzlar zu einem bevorzugten Aufenthaltsort der deutschen Könige und Kaiser in Hessen, insbesondere im 10. und 11. Jahrhundert.
1400 streift die Reichspolitik Fritzlar noch einmal. Auf dem Fürstentag in Frankfurt wird Herzog Friedrich von Braunschweig und Lüneburg als Gegenkönig zu Wenzel von Luxemburg vorgeschlagen, aber Erzbischof Johann II. von Mainz favorisiert stattdessen den Pfalzgrafen Ruprecht, so dass die beiden Parteien im Unfrieden aus Frankfurt abreisen. Graf Heinrich VII. von Waldeck und dessen Kumpanen Friedrich III. von Hertingshausen und Konrad (Kunzmann) von Falkenberg ermorden Friedrich auf seiner Heimreise bei Fritzlar. Wenzel setzt man ab, Ruprecht wird Kaiser.
1974 werden die Kreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain im neuen Schwalm-Eder-Kreis zusammengefasst, dessen Verwaltungssitz nach Homberg kommt (Autokennzeichen HR).