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Ebern - 50°06'N 010°48'E

27 km nördlich von Bamberg liegt die Stadt mit 7.300 Einwohnern im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern. Große Teile ihrer starken mittelalterlichen Stadtbefestigung umgeben ihre gut erhaltene Altstadt.
Die uralte, von Bamberg nach Sachsen bzw. von Nürnberg nach Erfurt führende Handelsstraße durchquert die Stadt.
In den Bauernkriegen schlägt sich Ebern auf die Seite der Aufständischen, die 1525 die Katholischen in der Schlacht bei Königshofen an der Tauber vernichtend schlagen, der Erzbischof lässt 11 Rädelsführer des Eberner Haufens auf dem Marktplatz öffentlich enthaupten. Der Humanist Sebastian von Rotenhan, der den Bischof begleitet, versucht erfolglos besänftigend auf den Landesherrn einzuwirken. Seitdem 1676/77 kaiserliche Kroaten durch die Region zogen, hält sich das Schimpfwort „Kravatt“.
1802 wird Ebern bayerisch, im 2. Weltkrieg erschießen SS-Leute kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner 4 deutsche Deserteure standrechtlich.
Landkreis Ebern wird 1972 aufgelöst und dem neuen Landkreis Haßberge zugeordnet.
Der Jüdische Friedhof, zentrale Beerdigungsstätte der jüdischen Bevölkerung der umliegenden reichsritterschaftlichen Dörfer, belegt die einstige Bedeutung des Landjudentums (1.200 Grabsteine!) in den Haßbergen, 1912 letzte Beisetzung. Die letzten jüdischen Mitbürger des Landkreises fallen dem Nazi-Rassenwahn zum Opfer oder man zwingt sie zur Auswanderung.



Zwischen Ebern und Eyrichshof befindet sich die Zentrale der WEIGANG AG, eines der größten europäischen Hersteller von Planungs- und Visualisierungslösungen.







Ebermannstadt - 49°47'N 011°11'E




Wenn Ihr dorthin wollt, fragt nach "Ärmerschtoodt" und ihr gelangt in die Kleinstadt im oberfränkischen Landkreis Forchheim mit 7.000 Einwohnern, rund 35 km nördlich von Nürnberg und 25 km südöstlich von Bamberg im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst, im Tal der Wiesent - „das Herz der Fränkischen Schweiz“. 1862 bis 1972 ist Ebermannstadt Sitz des gleichnamigen Landkreises mit dem Kfz-Kennzeichen EBS. Die Wiesent teilt sich vor der Altstadt und umfließt sie in zwei Armen: Die Altstadt liegt somit auf einer Insel.
Ganz wichtig: Ein Streit um Braurechte mit dem benachbarten Pretzfeld führt 1510 zum Bierkrieg.
1981 feiert Ebermannstadt sein Millennium und nimmt zeitgleich den planmäßigen Bahnbetrieb auf der Wiesenttalbahn, der ältesten Museumsbahn Frankens, nach Behringersmühle als touristische Attraktion auf. Seit 2010 bietet die Sternwarte Feuerstein Erkundungen auf dem Planetenwanderweg. In klaren Nächten ist dank des für deutsche Verhältnisse dunklen Himmels von dem mehr als 200 m oberhalb der umliegenden Orte gelegenen Observatorium ein tiefer Blick in unser Universum keine Seltenheit.







Erding - 48°18'N 011°54'E


Die altbayerische Herzogstadt mit gut 36.000 Einwohnern 31km nördlich von München und 31 km südlich von Landshut liegt in einem der zukunftsträchtigsten Landkreise Deutschlands. Durch Erding fließt die Sempt, ein Nebenfluss der Isar.



Das Erdinger Weißbier gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Spezialitäten Bayerns.







Erfurt - 50°59'N 011°02'E


2002 gerät die Stadt in die interantionalen Schalgzeilen: im Gutenberggymnasium unternimmt ein 19jähriger Schüler den ersten Amoklauf in Deutschland, ermordet 11 Lehrer, eine Referendarin, eine Sekretärin, 2 Schüler und einen Polizisten, anschließend sich.



Landeshauptstadt des Freistaats Thüringen und mit knapp 215.000 Einwohnern dessen größte Stadt. Bundesarbeitsgericht, Universität (älteste Deutschlands, Martin Luther ihr bekanntester Student). Fachhochschule, katholisches Bistum, dessen Kathedrale der Erfurter Dom ist. Durch Erfurt fließt die Gera. Weimar, Gotha, Arnstadt, Sömmerda - jeweils etwa 20 km entfernt.
Herausragende Zeugnisse jüdischer Kultur des hohen und späten Mittelalters sind die Alte Synagoge, deren Bau 1094 beginnt, älteste erhaltene Synagoge Europas. 1998 Fund, der zu den bedeutendsten Zeugnissen jüdisch-mittelalterlicher Kultur in Europa zählt: Ein Schatz.
Mit dem Pestpogrom 1349 nimmt die erste jüdische Gemeinde ein jähes Ende. Erst im 19. Jahrhundert siedeln sich wieder Juden in der Stadt an. In der Reformationszeit wendet sich die Stadt mehrheitlich dem evangelischen Bekenntnis zu. 1683 erliegt über die Hälfte der Bevölkerung der Pest. 1526 bis 1705 Hexenverfolgungen, im letzten Jahr foltert die Kirche die 42-jährige Gänsehirtin Anna Martha Hausburg, enthauptet und verbrennt sie - ihre 7jährige Tochter muss zusehen.
1802 -1945 preußsich.
1933 übernimmt die NSDAP die Kontrolle, 1938 zählt Erfurt zu den größten Garnisonen des Deutschen Reiches. In der Reichspogromnacht brennt die SS die Große Synagoge nieder, und verschleppt etwa 800 jüdischen Bewohner. Nach schwersten Bombenangriffen und dem Einmarsch der Amerikaner übernimmt die Rote Armee die Stadt.
1970 findet im Erfurter Hof das erste deutsch-deutsche Gipfeltreffen zwischen Willy Brandt und Willi Stoph statt. 1975 kommt es bei Ausschreitungen in Erfurt zu den ersten pogromartigen Vorfällen nach 1945 gegen algerische Vertragsarbeiter, die die Deutschen mehrfach durch die Erfurter Innenstadt jagen und mit Eisenstangen und Holzlatten attackieren.
Seit der Wende hat sich das Bild der Stadt deutlich verändert, viele Gebäude der historischen Altstadt sind saniert.
Seit den 1990ern fassen mehrere Mafiagruppierungen Fuß, es kommt zu Überfällen, Brandanschlägen und Schießerei auf offener Straße. Auch die Rockergruppierung Hells Angels ist aktiv.
Im Archiv der Stasi-Unterlagen auf dem Petersberg befindet sich ein Informations- und Dokumentationszentrum, welches die Struktur und Arbeitsweise des MfS sowie dessen geschichtliche Entwicklung thematisiert.
Wegen seiner zahlreichen Kirchen und Klöster hat Erfurt im Mittelalter den Beinamen „Thüringisches Rom“.
Wahrzeichen der Stadt ist das einzigartige Ensemble von Dom und Severikirche auf dem Domplatz. Direkt daneben ragt der Petersberg empor, mit der alten Zitadelle, heute einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Europas.



Die bekannteste kulinarische Spezialität Erfurts sind Thüringer Rostbratwürste.









Eggenfelden - 48°24'N 012°46'E


Mit knapp 14.000 Einwohnern größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum des niederbayerischen Landkreises Rottal-Inn liegt die frühere Kreisstadt im Tal der Rott am Schnittpunkt der B 20 mit der B 388 und am Beginn der B 588 etwa 56 km südöstlich von Landshut, 60 km südlich von Straubing, 70 km südwestlich von Passau, 84 km nördlich von Salzburg und 110 km östlich von München.
Eggenfelden ist bis 1972 Kreisstadt.









Ehingen (Donau) - 48°17'N 009°43'E




Die Stadt mit gut 26.000 Einwohnern im Südosten Baden-Württembergs, 23 km südwestlich von Ulm und 67 km südöstlich von Stuttgart ist größte Stadt im Alb-Donau-Kreis, 1973 entstanden aus den ehemaligen Landkreisen Ulm und Ehingen sowie kleineren Gebieten. Kreissitz ist Ulm.
Ehingen liegt am Südrand der Mittleren Flächenalb am nördlichen Ufer der Donau in einer Flussschleife der Schmiech. Der kleine Fluss entspringt in den Lutherischen Bergen und mündet nach Durchquerung der Kernstadt südöstlich in die Donau.
In der Römerzeit ist Ehingen wichtiger Durchgangspunkt einer Heerstraße. Von 1346 bis 1805 gehören Stadt und Umland zu Vorderösterreich. Dann kommt Ehingen an das neu geschaffene Königreich Württemberg, ab 1945 wie der gesamte Landkreis Ehingen zur Französischen Besatzungszone und ab 1952 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern im neuen Bundesland Baden-Württemberg. Nach dem 2. Weltkrieg kommt es zum Aufstieg der Fa. Schlecker, die 1902 mit einer Metzgerei beginnt.

Ein Großteil der muslimischen Einwohner Ehingens hat Migrationshintergrund. In den 1960er Jahren wirbt die deutschte Wirtschaft Gastarbeiter an, vor allem aus der Türkei. Die meisten leben schon in dritter Generation in Ehingen. Fast alle Muslime sind Anhänger des sunnitischen Islam und feiern ihren Glauben in einer großen und zwei kleinerer Moscheen. Die große Mevlana-Moschee von 2003 mit einem 21 m hohen Minarett und einer Kuppel mit einem Durchmesser von 9 m hat einen Betsaal für 600 Gläubige. Sehenswert ist neben den Ornamentmalereien an den Wänden der 5 Meter hohe und 700 Kilogramm schwere Glaskristallleuchter mit einem Durchmesser von 2,5 m.









Eichstätt - 48°54'N 011°11'E




Die Stadt im Altmühltal und sein Hauptort mit knapp 14.000 Einwohnern ist Sitz des gleichnamigen Landkreises und der Verwaltung des Naturparks Altmühltal, Bischofssitz des Bistums Eichstätt und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und beinahe geographisches Zentrum Bayerns im Dreieck München/Nürnberg/Augsburg.
Vor 150 Mill. Jahren liegt hier der Strand des Jurameeres mit seinen Korallenriffen und Lagunen, das aus seinem Grund Kalk in Schichten als Plattenkalk ablagert. Eingeschlossene Tier- und Pflanzenreste sind als Fossilien erhalten, unter anderem


Juravenator und Archaeopteryx

Sie sind in Eichstätter Steinbrüchen zu finden. Nach Ende der Weichsel/Würm-Kaltzeit schafft die Urdonau oder Altmühldonau das Altmühltal. Versteinerte Korallenriffe als markante Steinformationen prägen die Jurahänge.
80 bis 260 n. Chr. ist Eichstätt Teil der Provinz Raetia und beherbergt eine kleine Römersiedlung (Villa rustica), nördlich verläuft der Limes. Die Alemannen stürmen ihn 213, 233 und 259, die Römer ziehen sich über die Donau zurück.
740 n. Chr. errichtet Winfried Bonifatius ein Kloster, überregional bekannt wird der Arzt Konrad von Eichstätt (1275 - 1342) mit seinem "Regimen sanitatis".
Stadt und Hochstift Eichstätt sind 1500 bis 1806 Teil des Fränkischen Reichskreises. Wie überall in Deutschland toben auch hier im frommen Hochstift die Hexenprozesse, denen 211 Frauen und 30 Männer zum Opfer fallen. Die Hauptphase dauert 1617 bis 1630, kontinuierlich jedes Jahr zwischen 4 und 25 Todesurteile, die letzte Hinrichtung 1723.
Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist Eichstätt „Hochburg des Katholizismus“. Mit der Säkularisation 1802/03 wird Eichstätt Teil des Kurfürstentums Salzburg, 1805 fällt die Stadt ans Königreich Bayern.
Der Eichstätter Bischof Konrad Graf von Preysing ist das einzige katholische Bistumsoberhaupt in Deutschland, das sich gegen das 1933 vom Heiligen Stuhl und der Reichsregierung vereinbarte Reichskonkordat wendet. Die Willibaldsburg ist 1944/1945 Außenlagers des KZs Flossenbürg.
1972 wechselt Eichstätt, seit 1838 zum Regierungsbezirk Mittelfranken gehörig, nach Oberbayern.
Die B 13 von Würzburg über Ansbach und das Fränkische Seenland nach München führt durch das Stadtgebiet.







Ennepe-Ruhr-Kreis - 51°21'N 007°19'E


Der Ennepe-Ruhr-Kreis in der Mitte Nordrhein-Westfalens umfasst 9 Städte mit insgesamt rund 324.000 Einwohnern, Kreisstadt ist Schwelm. Sein Name, 1929 entstanden, bezieht sich auf die Lage im Bereich der Flusstäler von Ennepe und Ruhr.
Man rechnet den Kreis an der Nahtstelle der Regionen Ruhrgebiet (im Norden), Sauerland (im Südosten) und Bergisches Land (im Südwesten) wegen seiner Mitgliedschaft im Regionalverband Ruhr und verstärkt seit Eingliederung der Ruhrstadt Witten meist zum Ruhrgebiet.

Die Städte, Wappen und ihre Einwohner:




Breckerfeld
8.938

Ennepetal
30.075

Gevelsberg
30.695

Hattingen
54.562

Herdecke
22.733

Schwelm
28.542

Sprockhövel
24.747

Wetter(Ruhr)
27.441

Witten
96.563

Das etwas kindlich anmutende Logo des Kreises von 2004 soll die 9 Gemeinden sowie die beiden Flüsse symbolisieren.

1907 bis 1813 während der französischen Besatzung liegt das heutige Kreisgebiet fast vollständig im Arrondissement Hagen, ab 1816 gehört es wieder zu Preußen und zur Provinz Westfalen. Der Ennepe-Ruhr-Kreis entsteht 1929 aus 5 Städten und 10 Ämtern, letzte Gebietsänderungen 1970 und 1975.





Durch den Ennepe-Ruhr-Kreis verlaufen die Bundesautobahnen 1, 43, 44 und 46; 2018 sind fast 195.000 Personenkraftwagen, 20.000 Motorräder sowie 14.000 Lastkraftwagen und Busse zugelassenen. Die Verkehrsunfallstatistik des Landes Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2004 belegt, dass zumindest damals pro Kreiseinwohner die wenigsten Unfälle passieren und die wenigsten Menschen im Verkehr verunglücken.
Bis heute ist der Kreis einer der am stärksten gewerblich-industriell geprägten Räume Nordrhein-Westfalens.







Erlangen - 49°36'N 011°E




Nicht nur der Betreiber der Webseite, auch viele viele andere gingen und gehen nach Erlangen, um den Dr.-Titel zu erlangen. Christian verstritt sich mit seinem (durch und durch konservativen) Dr.-Vater und wirft ihm die Dissertation (320 Seiten!) vor die Füße. Er ist aber letztlich froh, denn durch einen fränkischen Uradligen ist der Titel Dr. jur. in Verruf gekommen ... (Eine Kollegin erzählte mir neulich, dass ihre Doktorarbeit gecheckt wurde und ihr wahrscheinlich der Ttiel aberkannt wird: Sie hat es bei 21 Kommata unterlassen, die Fundstelle für das Satzzeichen zu zitieren!)
Erlangen, 112.000 Einwohner, fränkische Großstadt in Mittelfranken (Hymne auf das Gebiet: It's nice to be a breis, it's higher to be a byer, it's the highest rank to be a middlefrank)
Universitätsstadt und Sitz des Landkreises Erlangen-Höchstadt (1972 aus der Zusammenlegung der Landkreise Erlangen und Höchstadt an der Aisch entstanden), kleinste der 8 Großstädte Bayerns. Die Regnitz fließt durch die Stadt, parallel zu ihr verläuft der Main-Donau-Kanal. Im Norden mündet die Schwabach, im Süden die Mittlere Aurach in die Regnitz.
Bis heute spürt man das historisch weit zurückreichende Ereignis von 1685: nämlich Rücknahme des Edikts von Nantes, was einen großen Zuzug von Hugenotten zu Folge hat.



Die Stadt ist von Universität (Christian war Assistent am Lehrstuhl für Öffentliches und - man höre und staune! Kirchenrecht tätig) und Siemens geprägt.



Bis Nürnberg sind es 20, bis Würzburg 100 und bis München 190 km.
Nürnberg und Erlangen können sich bis heute nicht leiden. 1449: 1. Markgräflerkrieg Markgraf Albrecht Achilles greift Nürnberg an. Da Albrechts Heer die Reichsstadt nicht vollständig einschließen kann, brechen Nürnberger Truppen aus und verwüsten die markgräflichen Städte und Dörfer. Sie „…branten den markt am maisten zu Erlang und brochten ein grossen raub“. Dann greifen bayerische Truppen 1459 den Markgrafen an. Markgraf Albrecht Alkibiades löst 1552 den 2. Markgräflerkrieg aus, die Nürnberger überfallen und zerstören Erlangen wiederum. Kaiser Karl V. verhängt über Albrecht die Reichsacht, die Nürnberger gliedern Erlangen in ihr Hoheitsgebiet ein.


Markgraf Christian Ernst,

einer der ersten lutherischen Fürsten in Deutschland, der Calvinisten in sein Land aufnimmt und ihnen sogar freie Religionsausübung zusichert, bietet den Hugenotten die Ansiedlung in seinem an den Folgen des Dreißigjährigen Krieges leidenden Fürstentum an, um die Wirtschaft durch Ansiedlung neuer Gewerbe zu fördern. Er muss die Stadt vergrößern, die Erlanger Neustadt entsteht.
Sie liegt sehr günstig an einer der wichtigsten Handels- und Fernstraßen von und nach Nürnberg. Auf den ersten Blick einfach, tatsächlich aber außerordentlich differenziert und höchst anspruchsvoll ist der Grundriss unter Anwendung des „Goldenen Schnitts“ nach idealen Gesichtspunkten konstruiert.

Die als Symmetrieachse ausgebildete Hauptstraße charakterisiert die rechteckige Anlage. Es folgen zwei ungleich große Plätze, und die den inneren Kern umschließende „Grande Rue“, deren als rechte Winkel ausgebildete geschlossene Ecken wie Scharniere wirken, die der ganzen Anlage Festigkeit und Geschlossenheit verleihen. Wie der Plan zeigt, kommt es nicht auf die individuelle Gestaltung des einzelnen Gebäudes an, sondern auf die übergreifende Einheitlichkeit der ganzen Stadt. Noch heute wird der historische Kern von den einheitlichen, relativ schmucklosen Fassaden der zwei- und dreigeschossigen in schnurgeraden Reihen mit der Traufseite zur Straße stehenden Häuser geprägt.

1792 gelangt Erlangen mit dem Fürstentum Bayreuth zum Königreich Preußen, 1806 unter französische Herrschaft. Die Eröffnung des Ludwig-Donau-Main-Kanals und der Eisenbahnverbindungen sowie Garnison und Universität geben der Stadtentwicklung wichtige Impulse.
Ab 1929 beherrschen die Nazis die Studentenvertretung der Universität, die zu dieser Zeit Zentrum nationalistischer und antidemokratischer Gesinnung ist. Viele Studenten und Professoren sind die geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus.

Die Deutschen boykottieren jüdische Geschäfte, schänden und zerstören das dem jüdischen Professor und Erlanger Ehrenbürger Jakob Herz gewidmete Denkmal auf dem Hugenottenplatz. Hitler, Hindenburg und Streicher werden Ehrenbürger. 1944 deklariert man die Stadt als „judenfrei“. Die akademische Gemeinschaft unterstützt die NS-Politik massiv, aktiven Widerstand der Universität Fehlanzeige. In der Heil- und Pflegeanstalt zwangssterilisieren und morden Ärzte. 1944 machen Zwangsarbeiter 10 % der Erlanger Bevölkerung aus, Behandlung und Unterbringung in Barackenlagern sind menschenverachtend.
Als eine der ersten Städte beginnt Erlangen 1983 in einer Ausstellung mit der Aufarbeitung seiner Geschichte im Nationalsozialismus.
Die Studentenrevolte der 1960er Jahre kommt mit leichter Verspätung und deutlich abgeschwächt nach Erlangen.







Eisenach - 50°59'N 010°19'E




Eisenach liegt an der Hörsel am Nordrand des Thüringer Waldes. Eisenach ist eine von den Lutherstädten, bekannt durch die oberhalb der Stadt gelegene Wartburg, wo Martin Luther 1521 das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt. 1817 findet dort das Wartburgfest statt, wohl das wichtigsten Ereignis des Vormärz.
1685 wird Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren.
Ab 1896 existiert die Fahrzeugfabrik Eisenach, die ab 1928 zu BMW gehört, später den Wartburg baut und ab 1990 den Opel. Automobilindustrie und Bosch beschäftigen über 4.000 Mitarbeiter, was Eisenach mit gut 42.000 Einwohnern zu einem Industriezentrum Thüringens macht.









Euskirchen - 50°40N 006°47'E




Die mittelgroße Stadt (über 56.000 Einwohner) im Rheinland, Kreisstadt, seit 1827 Verwaltungssitz des Kreises im Südwesten von Nordrhein-Westfalen.
Muttersprache gebürtiger Euskirchener ist das Eifeler Platt.







Eutin - 54°08'N 010°37'E




Kreisstadt des Kreises Ostholstein (Kennzeichen OH) im Osten Schleswig-Holsteins im Naturpark Holsteinische Schweiz zwischen Großem Eutiner See, Kleinem Eutiner See, Kellersee und Ukleisee.
1770 begleitet Johann Gottfried Herder als Reiseprediger den Eutiner Erbprinzen Peter Friedrich Wilhelm. Zwischen 1776 und 1829 erlebt Eutin eine kulturelle Blüte, was der Stadt die Ehrenbezeichnung "Weimar des Nordens" einbringt: Sturm-und-Drang-Lyriker Friedrich Leopold zu Stolberg, Dichter und Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß, Dramatiker Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi und andere weithin bekannte Schriftsteller, sie alle hier lebend, bilden den Eutiner Kreis. Matthias Claudius, Friedrich Gottlieb Klopstock, Wilhelm von Humboldt sowie andere bedeutende Persönlichkeiten kommen nach Eutin und suchen den Gedankenaustausch mit ihnen. Carl Maria von Weber wird 1786 hier geboren. Der Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein lebt und wirkt seit 1808 bis zu seinem Tode 1829 in der Stadt.
1803 wird Eutin als Fürstentum Lübeck Teil des Großherzogtums Oldenburg, ab 1913 ist Eutin Garnisonsstadt. Schon in der Weimarer Republik wird Eutin Hochburg der Nazis. 1931 stirbt ein Nazi unter ungeklärten Umständen, die NSDAP veranstaltet damit einen Märtyrerkult. Ab 1936 versucht der Eutiner Dichterkreis unter Nazi-Vorzeichen an die Tradition des historischen Kreises anzuknüpfen. Der Almanach enthält vor allem Heimatkunst und stellt sich in den Dienst der Blut-und-Boden-Ideologie, was ihn in dieser Zeit zu einer bedeutenden literarischen Gruppe macht.
Nach Kriegsende wird Eutin dem Land Schleswig-Holstein zugeordnet. Der Kirchenkreis Eutin nimmt ideologisch belastete Pastoren auf, erst 2017 verabschiedet die Synode Ostholstein eine Distanzierung.









Eberswalde - 52°50'N 013°48'E





Traurige Berühmtheit erlangt die Stadt, als 50 Neonazis Amadeu Antonio Kiowa (siehe dort), einen aus Angola stammenden Arbeiter, 1990 ermorden.
Der Name Eberswalde geht auf das männliche Wildschwein zurück, er bedeutet Waldsiedlung eines Eber. Zahlreiche Publikationen und Postkarten des 19. und 20. Jahrhunderts verwenden den Namen "Waldstadt", denn rings um Eberswalde dehnen sich riesige Waldgebiete aus - südlich der Naturpark Barnim, nördlich das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit dem Totalreservat Plagefenn.
Bis zur Wende bestimmt vielfältige Industrie (Kran- und Rohrleitungsbau, Walzwerke und andere Großbetriebe) den Charakter von Eberswalde, der Kreisstadt des Landkreises Barnim im Nordosten des Landes Brandenburg mit gut 40.000 Einwohnern ca. 50 km nordöstlich von Berlin.


Durch das Stadtzentrum führt der Finowkanal.


Unmittelbar nördlich der Stadt verläuft der Oder-Havel-Kanal.

1970 bis 1993 hießt der Ort Eberswalde-Finow. Die Furt durch die Finow besitzt bereits in ur- und vorgeschichtlicher Zeit große Bedeutung und Anziehungskraft.

Der in der Bronzezeit entstandene Eberswalder Goldschatz zählt zu den bedeutendsten seiner Art in Mitteleuropa.


Während der Nazizeit organisieren zwei Kommunisten in den Rüstungsbetrieben den Widerstand, Kollegen verraten sie, im August 1941 erschlagen die Nazis den einen, der andere begeht Suizid. 1944 entsteht ein Außenlager des KZs Ravensbrück, etwa 1.000 weibliche Häftlinge müssen in den Ardelt-Werken arbeiten. 1944 sind unter 7.000 Mitarbeitern 3.000 Zwangsarbeiter. Als es am 20. April 1945 den ersten Panzeralarm gibt, verlässt Hermann Göring sein Anwesen Carinhall in der Schorfheide Richtung Obersalzberg. Eine SS-Sondereinheit sprengt alle Brücken.
Seit 1993 gibt es den Landkreis Barnim mit Eberswalde als Kreisstadt. Sie setzt nach dem Niedergang der großen Industriebetriebe und Forschungszentren als Verwaltungszentrum auf die Förderung des Mittelstandes und Wiederbelebung als Erholungs- und Freizeitzentrum.





Bereits in ur- und vorgeschichtlicher Zeit besitzt die Furt durch die Finow große Bedeutung und Anziehungskraft.
Zwischen 1743 und 1755 wandern Scheren- und Messerschmiede, Schlosser und Feilenhauer aus Thüringen und dem Rheinland mit ihren Familien ein. Der einsetzende wirtschaftliche Aufschwung führt 1743 bis 1746 zum Ausbau des Finowkanals, der sowohl als Verkehrsweg wie auch als Energiequelle große Bedeutung für die Stadt und die Industrie gewinnt. Mit dem Kanal entsteht ein Wasser- und Schifffahrtsamt. Handwerker stellen auf dem Kupferhammer der Stadt den Kessel für die erste 1785 in Deutschland in Betrieb genommene Dampfmaschine her.
1920, während des Kapp-Putsches, beteiligt sich die Arbeiterschaft im Finowtal nahezu vollständig am Generalstreik zur Abwehr des Putsches. Am Bahnhof kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Besatzung eines Panzerzuges und Eberswalder Arbeitern.
In der Zeit vor der Wende sind in Eberswalde rund 30.000 Soldaten der Sowjetarmee stationiert, inklusive Zivilbeschäftigten und Kindern sind in Eberswalde etwa so viele Sowjetbürger wie Deutsche wohnhaft. Nach der Wende verliert die Stadt durch Abwanderung und Geburtenrückgang ein Viertel ihrer Einwohner.