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365 Vögel



Thema

Warum sind so viele Vögel nach antiken Sagengestalten benannt? Warum heißen Würger auch "Metzgervögel"? In dem Buch Latein für Vogelbeobachter erfahrt Ihr mehr. Es stellt über 3000 vogelkundliche Begriffe dar, erklärt Herkunft und Bedeutung, über ein Dutzend Gattungen im Detail, charakteristische Merkmale wie Vogelfärbung,
-gesang und Federn. Die Autoren porträtieren außer-gewöhnliche Ornithologen wie den Verhaltensforscher Konrad Lorenz oder Vogelkundler James Bond (der Ian Fleming als Vorbild für seinen Agenten 007 dient).

Meine 365 Vögel sind alphabetisch auf der Hauptseite geordnet. Um den Umfang der Webseite nicht sprengen, lasse ich oft Einzelheiten wie Gewicht, Lebenserwartung, Spannweite, Nahrung usw. weg (in Wikipedia u.a. findet Ihr umfangreiches Material!). Auch Details zum Äußeren der Vögel seht Ihr auf den Bildern und Videos, und ihre Stimme erschallt dort oder auf speziellen Tonaufnahmen. Wenn sich Männchen und Weibchen voneinander im Aussehen deutlich unterscheiden, erscheinen beide.

Viele aufschlussreiche Hinweise verdanke ich auch dem tollen Buch von Wember, braucht ein Birder unbedingt!



Was überhaupt sind Vögel?

Vögel sind sehr leicht zu erkennen: Wenn ein Tier Flügel trägt und homoiotherm (gleichwarm) ist, ist es ein Vogel. Vor etwa 150 Mill. Jahren lebte der Urvogel 'Archeopterix', desssen Fossilien man in Solnhofner Plattenkalken entdeckte.

Er besaß Zähne, einen langen knöchernen Schwanz, bekrallte Finger und Federn.
Sie dienten ursprünglich nicht dem Fliegen, sondern der Wärmeisolation. Im Verlauf der Evolution erlangten die Tiere die Fähigkeit, ihre Körpertemperatur präzise zu regulieren - sie wurden gleichwarm. Sehr viel später waren die Federn so lang, dass sie den Vögeln Gleit- und Schlagflug ermöglichten.

Im Verlauf der Evolution differenzierten sich die Federn in verschiedenen Formen, die unterschiedlichen Zwecken dienten. Die Dunen - oder Flaumfedern - übernehmen die Aufgabe der Wärmeisolierung. Die Schwungfedern der Hand liefern den nötigen Vortrieb zum Fliegen in der Luft (oder zum Schwimmen im Wasser), die Vögel führen sie, von der Seite gesehen, in einer Achterfigur. Die am Arm ansetzenden Federn liefern wie die Tragfläche eines Flugzeugs den nötigen Auftrieb, die Schwanzfedern dienen der Steuerung und dem Bremsen.
Die Konturfedern bedecken den Körper und verleihen ihm eine glatte strömungsgünstige Kontur. Halbdunen helfen, das Wasser abzustoßen und verleihen dem Vogel ein aerodynamisches Profil.
Der Pflege all dieser Federn dient das Bürzelfett. Federn übernehmen auch Aufgaben bei Tarnung und Balz. Das Gefieder kann bis zu 20 % des Körpergewichts ausmachen - viele lateinische und griechische Vor- und Nachsilben beziehen sich hierauf.


Willkommen in der Welt der Astro-Navigation->, wo sich Sailors, Birder und Zugvögel treffen!
Seit Ende des 19. Jahrhunderts erforschen Ornithologen den Vogelzug systematisch, heute mit kleinen Sendern, um die Vögel mithilfe von Radio- und Satellitentelemetrie zu verfolgen, und über Radar folgen sie großen Vogelschwärmen.
Zugvögel besitzen Navigationsmechanismen, um ihren Weg von einem Teil der Welt zum anderen zu finden. Sie sind in der Lage, Landmarken wie Seen, Flüsse und Gebirgszüge als Leitlinien zu nutzen. Segler nennen das terrestrische Navigation. Damit nicht genug: Es gibt sogar Pfuhlschnepfen, die jedes Jahr nonstop 10.000 km über das Meer von Neuseeland nach China ziehen. Vögel bedienen sich ferner - wie wir Hochseesegler - der Astronavigation und des Magnetkompasses.



Position von Sonne, Mond und Sternen weisen ihen ebenso den richtigen Kurs wie magnetische Feldlinien, die sie über ihren Augen und Teilen des Schnabels wahrnehmen. Trotzdem können sie sich (wie auch wir Segler) gelegentlich verirren oder durch Stürme vom Weg abkommen. Auf diese Weise besiedelten sie Inseln: Ein Sturm driftete einen Trupp Wachholderdrosseln nach Grönland, der sich dort ansiedelte.
Bei Vögeln sind diese jährlichen Wanderungen wie bei keiner anderen Tiergruppe Teil des Lebenszyklus. Vögel verlassen ihr Brutgebiet in erster Linie, um sich in wärmeren Winterquartieren mit guter Nahrung zu versorgen. Den Zeitpunkt bestimmen genetische Faktoren, Hormone und insbesondere die Photoperiode (Tageslänge).
Bei ihren Zügen folgen die Vögel acht "Haupt-Flyways": Quer durch Nordamerika nach Zentral- und Südamerika, quer durch Europa nach Afrika usw. Die Küstenseeschwalbe bewältigt die längste Wanderung: Sie folgt dem Küstenverlauf in der Arktis in die Antarktis und retour und legt dabei jährlich etwa 73.000 km zurück.









Live->


Die Seetaucher (Gaviiformes, Gaviidae, Gavia) sind eine Ordnung, Familie und Gattung der Vögel. Oben im Bild der Eistaucher, die häufigste und am weitesten verbreitete nordamerikanische Seetaucherart. Mitte links der Sterntaucher-> , Mitte rechts der Gelbschnabeltaucher-> und unten der Weißnackentaucher.

Seetaucher kommen nur in Nordamerika und Eurasien vor ihr. Der Name geht darauf zurück, dass sie ihre Beute ertauchen. Diese Beute besteht weitgehend aus Fischen, aber auch Frosch und Krebs stehen auf ihrem Speiseplan. Da sie auf Sicht jagen, findet man sie nur in klaren Seen. Bei Verfolgung der Beute tauchen sie bis zu 60 m tief. Dabei helfen ihnen die weit hinten ansetzenden, seitlich abgeflachten Beine und die mit Schwimmhäuten versehenen Füße und ihre dichten Knochen, die nicht hohl wie die der meisten anderen Vögel sind. Zudem können sie ihr Gefieder abflachen, um Luftblasen auszutreiben und ihren Auftrieb so regulieren, dass nur ihr Kopf über Wasser bleibt. Zur Förderung der Verdauung schlucken sie kleine Steine, Gastrolithen, die bei der Verkleinerung der Nahrung im Magen helfen. Die schweren Vögel brauchen einen langen Weg über Wasser, um den Abflug zu schaffen. Um Fressfeinden zu entkommen, tauchen sie lieber als dass sie auffliegen. Gegen Ende des Winters oder zu Beginn des Frühjahrs sind die meisten Seetaucher in der Mauser und dann mehrere Wochen nicht in der Lage, zu fliegen, bis die neuen Federn nachgewachsen sind.