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365 Vögel, alphabetisch

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Rabengeier - Coragyps atratus



Corax (gr. Rabe), Gyps (gr. Geier), atratus (lat. schwarz).
Eine in ganz Amerika weit verbreitete Art mit einer Flügelspannweite bis 160 cm. Aufgrund seiner eher kurzen und breiten Flügel fliegt der Rabengeier weniger majestätisch als andere Neuweltgeier.



Der Rabengeier ist gesellig und ernährt sich vorwiegend von Aas, macht aber bei Gelegenheit auch selbst Beute. Als Abfallfresser schätzt man ihn vielfach, Viehzüchter sehen ihn aber auch als Schädling, da er zuweilen neugeborenes Vieh erbeutet.





Rahmbauch-Mückenfänger - Polioptila lactea



polios (gr. grau), ptilon (gr. Feder), lac (lat. Milch)
Der cremigbauchige Mückenfänger ist eine Vogelart aus der Familie der Polioptilidae. Er ist in Argentinien, Brasilien und Paraguay beheimatet. Seine natürlichen Lebensräume sind subtropische oder tropische feuchte Tieflandwälder und stark degradierte ehemalige Wälder. Er ist vom Verlust des Lebensraums bedroht.





Raubwürger - Lanius excubitor



Früher hieß er 'Nördlicher Raubwürger', heute zählen wir 11 oder 12 Unterarten. Der Raubwürger ist die größte und schwerste auch in Mitteleuropa vorkommende Art.
Dieser wunderschöne schwarz-weiß gefärbte Vogel mit dem martialischen Namen ist zwar nur so groß wie eine Amsel, doch wie sein Verwandter der Neuntöter wirtschaftet auch der Raubwürger auf Vorrat. Er jagt Insekten, Mäuse, Kleinvögel, gelegentlich sogar Frösche und Eidechsen. Seine Beute spießt er auf Dornen oder klemmt sie in Ästen ein, um später darauf zurückgreifen zu können. Wer würde vermuten, dass sich hinter seinem Namen eine wahre Schönheit unserer heimischen Vogelwelt verbirgt, die zudem noch durch interessante Verhaltensweisen fasziniert. Sobald das Frühjahr naht, gibt es aber leider für diese anspruchsvolle Art in unserer ausgeräumten, intensiv genutzten Landschaft keinen Platz mehr.
Männchen und Weibchen sind einander sehr ähnlich. Name: Lanius (lat.: Fleischer) und excubitor (lat.: Wächter - Eigenschaft des Raubwürgers, seine Umgebung sehr sorgfältig zu beobachten und vor herannahenden, als Bedrohung empfundenen Eindringlingen zu warnen), die Engländer nennen den Würger u.a. Butcher-bird.
Außer in Europa ist die Art in Afrika, im Nahen- und Mittleren Osten und in Asien verbreitet.



Der Raubwürger ist Ansitzjäger, der von einer erhöhten Warte aus die Umgebung beobachtet und geeignete Beutetiere nach einem kurzen Gleitflug meist am Boden schlägt. So erbeutet er Großinsekten und unterschiedliche kleine Wirbeltiere. Das Beutetier tötet der Würger mit kräftigen Schnabelhieben oder durch Nackenbiss, die Beute spießt er häufig auf Dornen oder klemmt sie in eine Astgabel ein, was sowohl der Aufbewahrung und Vorratshaltung als auch der Fixierung der Beute dient, um bei ihrer stückweisen Zerlegung die ganze Kraft einsetzen zu können. Gefüllte Vorratskammern spielen auch bei der Partnerwahl eine Rolle.

Der Gesang des Raubwürgers, bei dem beide Geschlechter singen, besteht aus kurzen, wohltönend-flötend klingenden Strophen, die sehr variabel sind und die Raubwürger häufig Elemente anderer Vogelgesänge und Rufe einbetten.
In Mitteleuropa ist der Raubwürger aus sehr vielen Regionen verschwunden. In Deutschland brüten noch maximal 2000 Paare, die meisten von ihnen in Niedersachsen und Sachsen, in Bayern ist er vom Aussterben bedroht.





Rauchschwalbe - Hirundo rustica

Eine Fabel erzählt, wie ein Jüngling, der seine ganze Habe vertan hat, auch noch seinen Mantel verkauft, als er die erste Schwalbe heimkehren sieht, weil es nun schon Frühling sei. Danach aber kam noch einmal Kälte, sodass die Schwalbe erfror und der frierende Verschwender zornig über die Schwalbe schimpft. Aus dieser Fabel stammt das von Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik überlieferte geflügelte Wort: "Eine Schwalbe macht keinen Frühling", im Deutschen mit "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" zitiert. Das nicht, aber wenn ein Schwarm Rauchschwalben aus dem Süden, ihrem Winterquarter zurückkehrt, kommt es zum Frühlingserwachen.

Seit 1517 hat sie den Namen Rauchschwalbe. Ihr wissenschaftlicher Name 'Hirundo' (lat.: Schwalbe) 'rustica' (lat.: ländlich). Die Rauchschwalbe pflegt in Ställen, Scheunen und Wohnungen zu nisten, hat daher auch noch Namen wie Haus-, Küchen-, Schornstein-, Schlot-, Feuer-, Bauern-, Gabelschwalbe. Ihr Nest baut sie schalenförmig und nach oben hin offen aus Stroh und Schlamm.
Sie ist ein sehr schlanker Vogel mit charakteristischem tief gegabeltem Schwanz, blauschwarzem Rücken und weissem Bauch sowie brauner Kehle und ein sehr wendiger und schneller Flieger. Zugstrecken legt sie teilweise mit über 12.000 km nach Afrika (bis zu 300 km/Tag!) zurück. Rauchschwalben sind echte Luftakrobaten: Und, ein Mann hat bekanntermaßen mehr Erfolg bei Frauen, je länger seine Schwanzspitzen sind. Männer mit langen Schwänzen sind wahrscheinlich beweglicher und können daher mehr Insekten fangen. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus. Das Weibchen hat die kürzeren Schwanzspitzen.
1979 war sie Vogel des Jahres bei uns, 2004 in der Schweiz. Sie ist der Nationalvogel Estlands.

Die chinesische Fluggesellschaft China Eastern Airlines hat eine Rauchschwalbe in ihrem Emblem.
Und: Die Rauchschwalbe gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!





Raufußkauz - Aeolius funereus



Funereus (lat. zur Beerdigung gehörend, totbringend, unheilvoll), was den weit verbreiteten Volksaberglauben widerspiegelt, Eulen seien Ankünder eines nahen Todes.
'Rau' im Namen hat nichts mit unserem heutigen Adjektiv "rau" zu tun, es bedeutet vielmehr haarig, befiedert, pelzig. Im Märchen Allerleirauh trägt das Mädchen ein Gewand aus verschiedenartigen Pelzen.

Nur im Ausdruck 'Rauchwerk' für Pelzwaren sind Reste des Ausdrucks erhalten. Die Ornithologen verwenden die Bezeichnung noch immer für Arten, deren Läufe bis zu den Zehen befiedert sind, wie Raufußhühner, Raufußbussard usw.
Das griechisches Fremdwort in der latinisierten Form 'aegolius' verwendet Plinius in seiner "Naturalis Historia".
Der Raufußkauz ist eine kleine Eule aus der Gattung Aegolius, der drei weitere in Nord-, Mittel- und Südamerika beheimatete Arten angehören. Die streng nachtaktive Art bewohnt alte Nadelwälder oder nadelholzdominierte Mischwälder in Mittelgebirgs- und Gebirgslagen in Europa, Asien und Nordamerika. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Nagetieren, zu einem kleinen Teil aus Vögeln.
Auffallend ist der große Kopf mit dem hellen Gesichtsfeld und dem schwarz gerandeten Gesichtsschleier. Die Iris ist leuchtend gelb. Die kurzen Füße sind bis zu den Krallen weiß befiedert, daher der deutsche Name Raufußkauz.



Sein Gesang ist unverkennbar: 4 bis 10 sehr schnell gereihte Flötenelemente, die in der Höhe ansteigen, zaghaft beginnen und deutlich lauter werden und am Ende rein und tönend klingen; bei guten Bedingungen ist er bis zu 2 km weit zu hören und erinnert an den Klang einer Okarina. Der Raufußkauz ernährt sich ausschließlich animalisch. Seine Beute besteht aus kleinen Säugetieren, vor allem Nagetieren sowie aus Vögeln bis etwa Drosselgröße. Seine Beute ortet der Raufußkauz offenbar fast ausschließlich akustisch und schlägt sie nach einem Stoßflug am Boden.



Sein Feindverhalten besteht in erster Linie aus ausgeprägter Feindvermeidung.





Rebhuhn - Perdix perdix



perdix (gr. Rebhuhn)
Die Vogelart aus der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes) bewohnt Steppen- und Heidelandschaften in weiten Teilen Europas und Asiens und ernährt sich überwiegend von Sämereien, Wildkräutern und Getreidekörnern. Aus der Ferne wirken Rebhühner eintönig grau, was zu ihrer Tarnung beiträgt. Aus der Nähe ist der rötliche Kopf, der mit der grauen Färbung des Halses kontrastiert, gut erkennbar. Bei aufgerichteten Vögeln ist der dunkle hufeisenförmige Fleck auf dem vorderen Teil des Bauches gut sichtbar.
Der Bestand in Europa ist stark gefährdet, was insbesondere auf die Zerstörung intakter Lebensräume durch die Umwandlung der Agrarlandschaft in flurbereinigte und dann intensiv mit Großmaschinen bewirtschaftete Flächen zurückzuführen ist.
Der altgriechisch Name perdix bezieht sich auf die charakteristischen Laute des Vogels. Die deutsche Bezeichnung „Rebhuhn“ setzt sich aus dem Lautmalerischen „Repp“ und dem Wort „Huhn“ zusammengesetzt.

Ovid, Metamorphosen:
Links für das fliegende Paar, das Delos verlassen und Paros,
Rechts war Lebinthos vom Weg und die honigreiche Kalymne:
Als am verwegenen Flug sich der Knabe begann zu ergötzen,
Keck den Führer verließ und von Lust nach dem Himmel verleitet
Höheren Weg einschlug. Weich wird von der Nähe der heißen
Sonne das duftende Wachs, die bindende Fessel der Federn.
Weg war geschmolzen das Wachs: noch schwingt er die nackenden Arme,
Aber des Ruders beraubt kann Luft nicht weiter er fassen,
Und es empfängt den Mund, der schreiend den Namen des Vaters
Nannte, die bläuliche Flut, die drauf nach dem Knaben genannt ward.
"Ikaros, Ikaros, komm!", so ruft der bekümmerte Vater,
Nicht mehr Vater anjetzt. "Wo bist du? Wo soll ich dich suchen?
Ikaros!" schallt sein Ruf. Da sieht er im Wasser die Federn
Und er verwünscht die erfundene Kunst und bestattet den Leichnam,
Und vom bestatteten Leib ist der Name verliehen dem Eiland.
Während er barg im Hügel den Leib des bejammerten Sohnes,
Schaute vom schlammigen Graben ihm zu ein schreiendes Rebhuhn,
Schlug mit den Schwingen erfreut und bewies Frohlocken mit Krähen,
Einzig vorhanden zur Zeit und noch nie als Vogel gesehen,
Jüngst zum Geflügel gesellt, dir, Daidalos, ewig ein Vorwurf.
Denn ihm hatte den Sohn, des Geist zum Lernen begabt war,
Ohne zu ahnen sein Los, in die Lehre gegeben die Schwester,
Als zwölf Male bereits sich dem Knaben erneut der Geburtstag.
Dieser ersah nun auch als Muster das zackige Rückgrat,
Das er am Fisch bemerkt, und schnitt fortlaufende Zähne
Ein in die. Schärfe des Stahls und erfand die nützliche Säge,
Er auch war's, der in einem Gelenk zwei eiserne Arme
Fügte zuerst, dass, während sie schied gleichmäßiger Abstand,
Einer davon still stand, und einer im Kreise sich drehte
Daidalos sah es mit Neid und warf ihn hinunter von Pallas'
Heiliger Burg und log, er wäre gestürzt. Doch Minerva,
Schaffenden Geistern geneigt, fing schützend ihn auf und verlieh ihm
Vogelgestalt und umhüllt' ihn inmitten der Luft mit Gefieder.
Aber die strebende Kraft des zuvor so rührigen Geistes
Ging in Flügel und Fuß. Wie früher behielt er den Namen.
Hoch vom Boden jedoch kann nicht sich erheben der Vogel,
Noch auch baut er das Nest auf Zweigen und oben im Wipfel;
Nah an der Erde hin fliegt er und legt in Zäune die Eier;
Hohes vermeidet er bang, des früheren Falles gedenkend.


Angebrannte Rebhuhnfedern galten als magische Abwehrmittel gegen Dämonen, welche man für Hysterie verantwortlich machte.
In Ludwig Bechsteins Märchen "Das Rebhuhn" leitet der Schenk des Königs einen reichen Juden durch den Wald, ermordert ihn im Beisein eines aufgeflogenen Rebhuhns und raubt seinen Schatz. Als der Schenk ein Jahr später dem König Rebhühner serviert, muss er lachen. Er gibt dem König einen falsche Grund für sein Gelächter vor. 4 Wochen später lässt der König ein Gastmahl mit viel Wein auftragen, bei dem auch der Schenk in fröhlicher Stimmung betrunken wird. Der König fragt ihn erneut, was der eigentliche Grund für sein Lachen gewesen sei. Er erfährt, dass ein Rebhuhn aufgeflogen sei, als der Jude geschrien habe, die Vögel würden den verborgenen Mord offenbaren. Am nächsten Tag hält der König Rücksprache mit seinem Geheimrat und lässt den Schenken am Galgen aufhängen.
Anekdote "Luthers Widersacher": In jenen Tagen sitzen zu Mühlhausen zwei Prälaten beim Mahl. Als die Zungen vom Wein gelöst sind, kommen sie auf Luthers Sache zu reden und verhandeln besonders über die Frage, ob die neue Lehre auch in Mühlhausen einziehen werde. Und wie sie so ungeduldig auf die nächste Schüssel warten, zürnt der eine: „So wenig die drei Rebhühner davonfliegen, die man in der Küche eben am Spieße dreht, so wenig wird diese Ketzerei hier in unserer guten Stadt zur Macht gelangen!“ Aber siehe, kaum ist das hochfahrende Wort gesprochen, da kommt von der Küche her ein Flattern und Schnurren wie von aufgescheuchten Rebhühnern. Sie fliegen durchs offene Fenster, rasten auf einem Strebepfeiler der nahen Marienkirche und werden zum steinernen Wahrzeichen für alle Zeit.

Rebhühner gelten bei Gourmets sowohl wegen ihrer Eier als auch wegen ihres Fleisches als Delikatesse und sind eine beliebte Jagdbeute.







Reiherente - Aythya fuligula



Aithyia (gr. Wasservogel), fuligo (lat. Ruß)
Diese Ente, verhältnismäßig klein und kompakt gebaut, ist die häufigste Süßwassertauchente. Auffällig sind der kurze Schnabel und runde Kopf. Die Männchen haben am Hinterkopf einen langen, herabhängenden Schopf. Das Weibchen weist eine kurze Holle auf. Reiherenten sind überwiegend stumm. Erregte Männchen rufen gelegentlich ein gedämpftes, abfallendes Trillern, die Weibchen antworten darauf mit einem harten 'kröck'.



Die Reiherente gehört zu den Arten, deren Population ansteigt und sich zunehmend nach Westen ausbreitet. Wir Menschen pflegen die Reiherenten wegen ihres attraktiven Äußeren, ihrer Agilität und einfachen Haltung seit langem als Ziergeflügel. Bereits im 17. Jahrhundert halten die Fürsten sie auf den Teichen in den Parkanlagen rund um Versailles und in London. Schriftlich belegt ist ihre Erstzucht in erstmals 1848 im Londoner Zoo.
Auch die Reiherente hat Feinde: Plastikmüll, Wetter, Vogelgrippe, Mensch, Fuchs, Marder, Seeadler, Wanderfalke und Uhu.





Rhinozerosvogel - Buceros rhinoceros



buceros (gr. gehörnt), rhinoceros (Nashorn)



Der Vogel ist Wappenvogel des malaiischen Bundesstaates Sarawak, weil er in den Religionen einiger Volksgruppen dort eine Rolle spielt, bei den Iban sogar eine sehr zentrale. Sie bilden ihn auch häufig in Schnitzereien nach.
Die Dayak sammeln die langen Schwanzfedern für Kopfschmuck und verarbeiten sie in traditionellen Kleidungsstücken. Schädel und Hörner bewahrt man auf, oft bearbeitet durch Schnitzereien. Das auffällige Aggressionsverhalten des Rhinozerosvogels - nämlich Auf- und Abhüpfen auf einem Ast - greifen die Dayak in ihren Tänzen auf, und vereinzelt hält man den Vogel als Haustier.



Der Rhinozerosvogel aus Südostasien ist eine der größten Arten aus der Familie der Nashornvögel, die alle Höhlenbrüter sind. Das Weibchen verbringt bis zu 3 Monate eingemauert in einer Baumhöhle, währenddessen das Männchen sie und später auch die Jungevögel versorgt. Die Schnabellänge erreicht bis zu 34 cm. Der Rhinozerosvogel ist omnivor, den größten Teil des Nahrungsbedarfes deckt er mit Früchten.







Riesenalk - Pinguinus impennis



pen (walis. Kopf), gwyn (walis. weiß), pinguis (lat. fett)
Der ausgestorbene flugunfähige Seevogel war mit einer Körpergröße von bis zu 85 cm und einem Gewicht von etwa 5 kg der größte der Alkenvögel. Sein Gattungsname Pinguinus verrät, dass man ihn ursprünglich als Pinguin bezeichnete. Er kam auf Inseln im Nordatlantik vor. Auf Funk Island vor Neufundland brüteten zum Zeitpunkt des Eintreffens der ersten Europäer 100.000 Riesenalken.
Hungrige Matrosen plünderten die kanadischen Brutplätze, ab dem 18. Jahrhundert erschlugen die Siedler die Vögel mit Knüppeln und blanchierten sie, um ihre Daunen zu gewinnen. Die fetten Gebeine nutzten sie als Brennstoff. Durch ihre geringe Vermehrungsrate konnten sich die Bestände nicht erholen. 1808 sichtet man das letzte Exemplar auf den Färöern. Bei ihrer Hilflosigkeit auf dem Lande trieben Seefahrer die plumpen Vögel scharenweise in große, mit Steindämmen eingehegte Plätze und erschlugen sie zu Tausenden.
Die Seltenheit des Riesenalks und die damit hohen Preise für Sammlerexemplare besiegelten das Aussterben des Vogels. Tatsächlich vernichteten letztlich Ornithologen und Vogelbalgsammler die Art.

Bronzeskulptur des Künstlers Todd Mc Grain





Ringeltaube - Columba palumbus



Wir nennen diese größte Taubenart Mitteleuropas auch Wild- oder Waldtaube. Sie besiedelt weite Teile der Paläarktis von Nordafrika, Portugal und Irland nach Nordosten bis Westsibirien sowie nach Südosten über Kleinasien bis zum Tian Shan (Hochgebirge in Turkestan) und bis Kaschmir. Sie kommt in fast ganz Europa vor und fehlt hier nur im äußersten Norden ab 67°N. Die Geschlechter bei der Ringeltaube sind äußerlich sehr ähnlich.
Ihren Balzflug vollbringen die Tauben mit klatschenden Flügeldecken. Sie ruft dumpf und rhythmisch „ruhgu gugu” (was manche Menschen sehr nervt!) und ist sehr gesellig. Sie baut in hohen Bäumen ein einfaches Reisignest. Ihre Nestlinge füttert die Ringeltaube mit Kropfmilch, sie erhalten jedoch vom ersten Tag an auch pflanzliche Nahrung.



Europäische Vögel überwintern überwiegend im atlantisch geprägten Westeuropa sowie im Mittelmeerraum. In Europa ist der Randbereich des Überwinterungsgebietes nach Norden und Osten etwa durch die 0°C und die 2,5 °C Januar-Isothermen begrenzt, die Größe und die Verteilung der Winterbestände schwanken hier in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot und der Witterung erheblich. Der Heimzug beginnt im Februar, gleichzeitig mit Besetzung der Brutreviere.

Hauptfeind der Ringeltauben ist der Habicht, in Südeuropa auch der Habichtsadler. Unter den mitteleuropäischen Eulen frisst vor allem der Uhu regelmäßig Ringeltauben. Die Mortalität im ersten Lebensjahr beträgt in Großbritannien und den Niederlanden 46 bis 70 %, Hauptursache ist in weiten Teilen Europas die starke Bejagung. Die älteste beringte Ringeltaube war über 17 Jahre alt.
Europäer bejagen den Vogel intensiv, ab den 1970er Jahren erlegen sie jährlich mindestens 4 bis 5 Mio. Ringeltauben, trotzdem ist die Art weltweit ungefährdet.
Und: Die Ringeltaube gehört zu den 30 in unseren Gärten am häufigsten vorkommenden Vögeln!





Rodrigues-Sittich - Psittacula exsul



psittacula (lat. kleiner Papagei), exsul (lat. Verbannter)
Der ausgestorbene kleine Papagei (das letzte lebende Exemplar wird 1875 gesehen) aus der Gattung der Edelsittiche war endemisch in den Wäldern der Maskarenen-Insel Rodrigues.
François Leguat erwähnt ihn erstamals, der Anführer von 8 französischen Hugenotten, die die Insel 1691 bis 1693 kolonisieren. Er beschreibt den Vogel als häufig, gut essbar und in der Lage, Sprache zu imitieren. Ein gezähmter Vogel sprach französisch und flämisch, und die Hugenotten nehmen ihn mit, als sie schließlich die Insel in Richtung Mauritius verlassen.
"Exsul" bezieht sich auf den Flüchtling Leguat. Vermutlich verusacht die Kombination aus Lebensraumverlust und Bejagung als Getreideschädling und Nahrungsquelle das Aussterben der Art.





Rohrammer - Emberiza schoeniclus



emmeritz (schweiz. Ammer), skhoiniklos (gr. kleiner Wasservogel)
Rohrammer oder Rohrspatz, eine Vogelart aus der Familie der Ammern (Emberizidae), ist ein Brutvogel von Europa und Nordafrika bis Ostasien und fehlt nur auf einigen Mittelmeerinseln. Er ist besonders häufig in Schilf- und Seggengebieten anzutreffen und ernährt sich vorzugsweise von Grassamen und zusätzlich im Sommer von kleinen Insekten, Schnecken und Würmern. Er sucht überwiegend am Boden nach Nahrung und ist dann häufig in Röhrichtbeständen sowie auf feuchtem Grasland und Weiden zu beobachten.
Die Balz besteht größtenteils aus einer schnellen Verfolgungsjagd, die häufig in einer heftigen Balgerei endet. Um dem Weibchen zu imponieren, richtet das Männchen gelegentlich seinen auffallend weißen Kragen auf, der in starkem Kontrast zum schwarzen Kopf steht.
Um die Aufmerksamkeit von Fressfeinden von ihrem Nest abzulenken, verleiten Rohrammern d. h., sie flattern wie flügellahm am Boden entlang - eine Finte, die kleine, auf erhöhten Warten sitzende Vögel sonst üblicherweise nicht anwenden.







Rosalöffler - Platalea ajaja



platys (gr. flach, platt), ajaja (finn. reiten)
Die Vogelart aus der Gattung der Löffler (Platalea) aus der Familie der Ibisse und Löffler (Threskiornithidae) kommt vom Süden der USA bis weit nach Südamerika (Uruguay, Argentinien) vor. Rosalöffler bevorzugen warme, sonnige Feuchtgebiete, in Florida besonders die Everglades. Man kann ihn im selben Gebiet beobachten wie Alligatoren oder Floridapanther, zu deren Beutetieren er auch gehört. Florida's Rosalöffler überwintern in Südost-Mexiko, Chile oder Argentinien.
Rosalöffler leben in großen Kolonien. Vor hundert Jahren war dar Vogel am Rande der Ausrottung. Modeschöpfer verwendeten die Federn dieses schönen Tieres für ihre Kreationen und bezahlten das Dreifache des Goldwertes. Heute bedroht ihn Bejagung in seinen Winterquartieren, in den USA ist er geschützt.







Rosenbrust-Schnäpper - Petroica rodinogaster



petra (gr. Fesls, Gestein)
Der Rosenbrust-Schnäpper, zuweilen einfach Rosaschnäpper, ist ein ausschließlich in Australien und Tasmanien vorkommender Singvogel aus der Familie der Schnäpper (Petroicidae).
Lediglich bei den Männchen sind Kopf, Kehle und Rücken sowie die Flügel und Steuerfedern schwarz. Brust und Bauch sind magentafarben. Hauptlebensraum der Art sind Regenwaldgebiete und feuchte Eukalyptuswälder.







Rostbauchguan - Penelope purpurascens



Penelopa (gr. Frauenname - Gattin des Odysseus), purpurascere (lat. sich röten, dunkelrot werden)
Der Rostbauchguan, heute Haubenguan ist ein Hühnervogel aus der Familie der Hokkohühner (Cracidae) und Standvogel von Südmexiko bis zum äußersten Nordwesten Perus und bis Nordvenezuela. Das Verbreitungsgebiet umfasst baumbestandene Lebensräume aller Art, bevorzugt im Flachland, reicht von Meereshöhe bis zu 2000 bzw. 2500 m.
Der truthahngroße wiegt um die 2 kg. Die Art tritt meist in Paaren oder kleinen Gruppen auf, fast immer auf Bäumen, nur selten am Boden.







Rostbauchpitta - Pitta oatesi



Pitta (ostind. kleiner Vogel), Oates (Eugene, brit. Staatsbeamter in Indien)
Vogelart aus der Familie der Pittidae (Pittidae), heimisch in China, Laos, Malaysien, Myanmar, Thailand und Vietnam. Seine natürlichen Lebensräume sind subtropische oder tropische feuchte Tieflandwälder und subtropische, tropische feuchte Bergwälder und Bambuswälder.
Der spezifische Beiname ehrt den Amateurornithologen Eugene William Oates (1845-1911).





Rostbauch-Baumrutscher - Climacteris rufa
rufus (lat. fuchsrot)
Vogelart aus der Gattung Climacteris. Die Baumrutscher (Climacteridae) sind eine Familie in der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes), die in Australien und in den Bergen von Neuguinea vorkommen. Im Unterschied zu den Baumläufern benutzen die Baumrutscher beim Klettern an senkrechten Stämmen nicht ihren Schwanz als Stütze. Beine und Füße sind kräftig, letztere sind mit langen, deutlich gebogenen Krallen versehen.
Sie ernähren sich vor allem von Insekten, die sie mit ihrem spitzen, nach vorne gebogenen Schnabel in den Rindenspalten und unter den Rinden der Bäume suchen.





Rostkopf-Grundsänger - Robsonius rabori
Robonson (Herbert, brit. Ornithologe und Zoologe), Rabori (Dioscoro, philippinischer Ornothologe)
Die Grassänger (Locustellidae) sind eine Familie der Sperlingsvögeln (Passeriformes)

















Rotdrossel - Turdus iliacus



turdus (lat. Drossel), ilia (lat. Unterleib)
Eine Vogelart aus der Familie der Drosseln (Turdidae), die zur Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) gehört. In Mitteleuropa ist die Rotdrossel der kleinste Vertreter der echten Drosseln, früher auch Pfeifdrossel oder Weißdrossel.
Rotdrosseln brüten in Skandinavien, Schottland und Sibirien. Sie sind Zugvögel, die in Mittel-, vor allem jedoch in West- und Südeuropa überwintern. Im Baltikum und an den Küsten Islands und Norwegens sind sie manchmal auch Jahresvögel. Sie sind in Mitteleuropa deswegen vor allem zu den Zugzeiten im Frühjahr und Herbst zu beobachten. Sie halten sich dann vor allem in Parks, aufgelockerten Wald- und Buschlandschaften sowie an Waldrändern auf und sind häufig mit anderen Drosselarten vergesellschaftet, die sich im Winterhalbjahr gleichfalls von Beeren ernähren. Sie ernähren sich von Wirbellosen, Insekten und im Herbst und Winter vor allem von Beeren.







Rötelschwalbe - Cecropis daurica



Kekrops (attischer König, Gründer Athens)
Eine Art aus der Familie der Schwalben, deren Verbreitungsgebiet sich vom Maghreb über die Iberische Halbinsel entlang dem Nordrand des Mittelmeeres bis nach Israel und dem Norden Syriens und des Irak erstreckt. Über den Süden Irans reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Indien. Die indischen und afrikanischen Rötelschwalben sind Stand-, die europäischen und übrigen asiatischen Vögel Zugvögel. Die europäischen Brutvögel überwintern im Süden der Sahara.
Die Rötelschwalbe hält sich immer in Gewässernähe auf. Ihr Nest baut sie in Häusern, Gemäuern, Höhlen und unter Brücken.





Rotflügelstärling - Agelaius phoeniceus

agelaius (gr. gesellg)
Vogel aus der Familie der Stärlinge (Icteridae), einer der bestuntersuchten Singvögel in Nordamerika.
Der Rotflügelstärling ernährt sich im Sommer von Spinnen, Samen, Körner, Käfern, Schmetterlingen und anderen Insekten. Den Rotflügelstärling jagen u. a. Füchse, Eulen oder Habichte. Der anpassungsfähige Rotflügelstärling ist ein häufiger Bewohner der flussnahen Sumpfgebiete, nasstrockenen Wiesen, Weiden oder Felder in Nordamerika. Als Zugvogel verbringt er den Winter in Mittel- und Südnordamerika.
Einerseits vertilgt er große Mengen von schädlichen Insekten, auf der anderen Seite richtet er zum Ärger vieler Landwirte beträchtliche Schäden an Obstplantagen oder Getreidefeldern an. Deshalb töten die Landwirte viele Rotflügelstärlinge mit vergiftetem Reis, sie sterben nach zwei bis drei Tagen an der Zerstörung der Nieren.
Durch das rätselhaften Vogelsterben Winter 2010/11 in den USA erreichte die Art gewisse Bekanntheit. Rund 500 km nördlich von Pointe Coupee fielen nach der Silvesternacht am 1. Januar 2011 massenhaft Vögel tot vom Himmel, zumeist Rotflügelstärlinge. Eine Ornithologin sagte, die Rotflügelstärlinge hätten Anzeichen eines physischen Traumas aufgewiesen. Möglich sei auch, dass der Schwarm von einem Blitz oder Hagel in großer Höhe getroffen worden sei. Mindestens ein Teil der Vögel wurde durch vom US-Landwirtschaftsministerium ausgelegtes Gift getötet. Sie hatten durch Fraß und Kot Schäden an Futterstellen verursacht.





Rotfußseriema - Cariama cristata



Die Vogelart lebt im zentralen und östlichen Brasilien (nördlich bis zu den Bundesstaaten Tocantins und Piauí), im östlichen Bolivien, Paraguay, Uruguay und im zentralen, nördlichen Argentinien (südlich bis in den Norden der Provinz La Pampa). Die Höhenverbreitung reicht von nahezu Meeresspiegelniveau bis 2000 m in Argentinien und im südöstlichen Brasilien. Die Art ernährt sich vor allem von Gliederfüßern; dazu gehören Heuschrecken, Käfer, Ameisen, Insektenlarven und Spinnen aber auch kleinere Wirbeltiere, wie Amphibien, kleine Echsen und Schlangen, Küken und Jungvögel, sowie Eier, und kleine Nagetiere.
Die Rotfußseriema ist bis 90 cm groß.
Von der im Süden des Verbreitungsgebietes sympatrisch mit ihr vorkommenden Schwarzfußseriema (Chunga burmeisteri), der einzigen weiteren Seriemaart, ist die Rotfußseriema gut durch ihren auffälligen, aufrecht stehenden Federbüschel auf dem Vorderkopf zu unterscheiden.



Die Vögel rufen vor allem in der Dämmerung, manchmal auch zu anderen Tageszeiten, auch während der heißen Mittagsstunden. Ihr Ruf ist ein lautes Jaulen, das etwa wie kyup-kyup-kyup-kyup-kyupkyup-kyup-kypo-kyo-kyo-kyo... klingt. Es hört sich manchmal wie ein leicht hysterisches, allmählich verblassendes Geschnatter an und ertönt manchmal mehrere Minuten lang. Oft rufen die Vögel mit zurückgeworfenem Kopf von einer erhöhten Position.
Sehr schöne Nahaufnahmen





Rotkardinal - Cardinalis cardinalis



Der Vogel lebt in fast ganz Mexiko und in den östlichen Bundesstaaten der USA, in Guatemala und Belize, im Südosten von Kanada. Er gehört zu den auffälligsten Wildtieren der USA, besonders im Winter sind die leuchtend roten Tiere oft die einzigen Farbtupfen in einer weißen Landschaft. Die Nordamerikaner hielten ihn gerne – vergleichbar unserem Kanarienvogel – als Heimtier. In den USA und Kanada seit 1918 streng geschützt, in mehreren Bundesstaaten der USA (Illinois, Indiana, Kentucky, North Carolina, Ohio, Virginia und West Virginia) Staatsvogel, daneben auch beliebt als Wappentier und Namensgeber amerikanischer Sportmannschaften.



Der Rotkardinal oder Rote Kardinal - auch "Virginische Nachtigall" - zeigt eine Vorliebe für besiedeltes Gebiet. Er lebt in offenem Gelände mit reichlich Gebüsch und Hecken, in Parks, Gärten, an Waldrändern, in Waldlichtungen und in Auwäldern. Die beiden Geschlechter unterscheiden sich in der Färbung des Gefieders. Den ziemlich variablen Gesang tragen sie – oft im Duett – vor. Eine typische Strophe beginnt mit einigen räftigen Pfeif- und Flötentönen und wechselt dann zu einer schnellen, manchmal leise ausklingenden Tonfolge.





Rotkehlchen - Erithacus rubecula



Der heilige Vogel mit der roten Brust: Das Rotkehlchen ist stark mythisch geprägt. Schon sein Name ist ungeklärt. Plinius jedenfalls verwendet den Ausdruck Erithacus ohne nähere Erläuterung; 'Rubecula' (lat.: Rötchen).
Das Rotkehlchen ist inoffizieller Nationalvogel Großbritanniens, die Briten bringen es mit Weihnachten in Verbindung. Selma Lagerlöf erzählt in ihrer Legende "Das Rotkehlchen" davon, wie Jesus voll Schmerz und Pein am Kreuz hing und einen Vogel im Wald sah. Diesem rannen bittere Tränen aus den Augen, als er die scharfen, stacheligen Dornen sah, die Jesu Haupt durchbohrten. Daraufhin flog er zum Kreuz und löst einen Dorn aus der Krone. Dabei tropft ein Blutstropfen auf seine Brust.

Nach einer englischen Volkserzählung singt das Rotkehlchen dem am Kreuz sterbenden Jesus etwas vor, damit er das Leiden besser ertrage. Dabei wird es mit dem Blut der Wunden gekennzeichnet.
In Robin Redbreast’s Christmas Song, der schottischen Volkssage, heiraten Rotkehlchen und Zaunkönig.
Und bei Entdeckung und wissenschaftlicher Anerkennung des Magnetsinns spielte das Rotkehlchen eine wichtige Rolle.

Hier was für unsere Kids: Zeichenanleitung.
Rötele ist ein altes alemannisches Wort fürs Rotkehlchen. Man hört auch Rotkröpferl oder Rotbrüstle.
Das Rotkehlchen ist an seiner roten Brust und rundlichen Gestalt leicht zu erkennen. Es nistet in Bodennähe, und ist dabei anspruchslos, so dass es zu ungewöhnlichen Nestplätzen wie Briefkästen oder Türschmuck kommt. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
1992 Vogel des Jahres.
Die Gattung Ericthacus umfasst nur diese drei Arten: E. rubecula, E. akahig (Rostkehlnachtigal) und E. komadori (Samtkehlnachtigal)

PS
(Dreckiger Altherrenwitz: Was für ein Vogel ist 'Vagina menstrualis'? Antwort: Das Rotkehlchen.
Und was für ein Vogel ist 'Penis menstrualis'? Anwort: Das Rotschwänzchen ...)
Und: Das Rotkehlchen gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!





Rotkehl-Wendehals - Jynx ruficollis



jynx (gr. Wendehals), rufus (lat. fuchsrot), collum (lat. Hals, Kragen)
Beheimatet in Afrika und Vertreter der Gattung Jynx. Die Art ist von Nordwestafrika ostwärts in einem breiten Gürtel bis an die asiatische Pazifikküste verbreitet.




























Rotkopfwürger - Lanius senator



lanio (lat. Metzger)
Singvogel der Gattung Lanius aus der Familie der Würger (Laniidae), dessen Verbreitungsgebiet auf die Westpaläarktis beschränkt ist, wo er in vier Unterarten vorkommt. Die seit etwa 50 Jahren immer kleiner werdenden Brutvorkommen des Rotkopfwürgers in Mitteleuropa sind mittlerweile weitgehend erloschen.
Beide Geschlechter singen, oft im Duett. Der Rotkopfwürger ernährt sich im Unterschied zu den meisten anderen Lanius-Arten fast ausschließlich von größeren Insekten. Bei großem Mangel daran verzehren Rotkopfwürger auch Schnecken, Ringelwürmer, Tausendfüßer und Spinnen.
Gründe für den katastrophalen Zusammenbruch der mitteleuropäischen Brutvorkommen liegen weniger in den häufigen nasskalten Sommern, als in der weiträumigen Umwandlung alter Streuobstbestände in Niederstammkulturen und in einer Intensivierung der Insektenbekämpfung. Bestandsminimierend wirken sich nach wie vor die direkte Verfolgung der Art in vielen Mittelmeerländern sowie Habitatveränderungen in den Überwinterungsgebieten aus.







Rotmilan - Milvus milvus



Miluus (lat. Greifvogel)
Wappen der Gemeinde Hattorf am Harz: Der Rotmilan als Symbol für die Natur sitzt auf dem Zahnrad als Symbol für die Wirtschaft und drumherum die Ähren als Symbol für die Landwirtschaft (etwa all das gemeinsam Symbol für die Gefährdung unseres Greifvogels?).
2000 war er in Deutschland und Österreich Vogel des Jahres. Es sollte aufmerksam machen auf die Gefährdung durch Landwirtschaftsintensivierung und auf die besondere Verantwortung Deutschlands für Erhaltung der Art: Denn von weltweit über der Hälfte aller brütenden Rotmilane haben ihr Nest in Deutschland!
Rotmilane können sehr alt werden, ein in Freiheit gefundener Rotmilan war fast 30. Aber der Vogel leidet, häufigste Todesursachen des frühen Tods sind Nahrungsmangel, Abschuss, Kollision mit Hindernissen (Windparkanlagen) und Stromleitungen sowie Vergiftung.

Rotmilan, auch Roter Milan oder Gabelweihe oder Königsweihe, eine etwa mäusebussardgroße Greifvogelart, ist im Wesentlichen in Europa verbreitet, wo er vor allem in offenen, mit kleinen Wäldern oder Gehölzen durchsetzten Landschaften brütet. Über 50 % seines Gesamtbestandes, der sich vor allem von kleineren Säugetieren und Vögeln ernährt, brütet in Deutschland.

Rotmilane verhalten sich weitgehend stumm, sieht man von Nahrungsstreitigkeiten mit anderen Vögeln wie Krähen, Bussarden oder anderen Milanen ab, die sie meist sehr lautstark austragen.
Zum Jagen braucht er offenes Kulturland, Grasland und Viehweiden, umgepflügte Getreidefelder schließt er ebenso in die Nahrungssuche ein wie Autobahnen und Mülldeponien. Im Mittelalter scheint der Rotmilan auch in einigen europäischen Städten, so etwa in London, gebrütet zu haben. Er dürfte dort eine ähnliche Rolle als Abfallvertilger gespielt haben wie heute. Ein dicht besiedeltes Gebiet war der Hakel, ein etwa 13 km² großes, mit ausgedehnten Lichtungen durchsetztes Waldgebiet in der Magdeburger Börde, wo 1979 136 Rotmilanpaare brüteten. Auch in der Baar sowie im Eichsfeld kommen Rotmilane in hohen Bestandsdichten vor.



Der Rotmilan ist Nahrungsgeneralist und leistungsfähigerer, aktiver Jäger: Feldmäuse, Feldhamster, Maulwürfe, Star, Tauben, Rabenvögel, Drosseln, Amseln, Plötzen, Brachsen. Er erbeutet tote oder sterbende an der Wasseroberfläche treibende oder ans Ufer gespülte Fische. An Mülldeponien fängt er häufig Ratten, oder an Schlachthäusern oder Tierverwertungsanlagen tierische Abafälle.

Bei seiner Nahrungssuche erleidet er in Windparks große Schlagopfer: Zwischen 2002 und September 2019 500 in Deutschland, nur Mäusebussarde waren mit 602 Toten häufiger betroffen. Ungeklärt ist der negative Einfluss des aus Nordamerika eingewanderten Waschbären, der sich besonders in Hessen und Brandenburg stark verbreitet.





Rotnasen-Grüntaube - Treron calvus

Treron (dunkles graurün), calvus (lat. kahl)
Die Rotnasen-Grüntaube oder Nacktgesicht-Grüntaube ist eine Art der Grüntauben aus der Familie der Taubenvögel, die in zahlreichen Unterarten im subsaharischen Afrika vorkommt. Anders als die meisten der Wildtauben ist sie eine baumbewohnende Art, die nur sehr selten auf den Boden kommt. Rotnasen-Grüntauben sind im Afrika südlich der Sahara weit verbreitet. Rotnasen-Grüntauben sind sehr scheue Vögel, die in kleinen Trupps in dicht belaubten Wäldern vorkommen. Sie zeigen dabei Kletterkünste, die einige Ornithologen mit den Kletterfähigkeiten von Papageien vergleichen. Unter anderem sind sie in der Lage, kopfüber an den Zweigen zu hängen, um an Früchte zu gelangen. Ihr Nahrungsspektrum ist von ihrem jeweiligen Aufenthaltsort abhängig. Einen großen Anteil stellen wilde Feigen dar. Daneben fressen sie Mangrovensamen, Getreidekörner, Maulbeeren und Hirse.







Rotscheitellerche - Calandrella cinerea

Calandrella (lat. Lerche), cinereus (lat. grau)
Die Rotscheitellerche , auch Rotkappenlerche aus der der Familie der Lerchen kommt in ganz Afrika südlich der Sahara vor. Nur gelegentlich ist sie auch in Europa anzutreffen. Sie bewohnt offene steinige und sandige Ebenen. Sie ist meist zu Fuß am Boden unterwegs oder vollführt aus dem Stand bis zu 15 Meter hohe, wellenförmige Flüge, auf der Suche nach Samen oder Insekten. Bei Gefahr am Boden springt sie kurz auf und fliegt knapp über den Boden ein kurzes Stück und sprintet dann zu Fuß davon. Die Vögel ziehen außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen durch die Landschaft auf der Suche nach Nahrung und Wasser.





Rotschulterbussard - Buteo lineatus



Bueto (lat. Habicht) lineatus (lat. gestreift)



Er ist ein Vertreter der Gattung Echte Bussarde und kommt im Osten Nordamerikas vom Süden Kanadas bis nach Mexiko und in einem schmalen Streifen an der Westküste von Kalifornien und auf der Baja California, der Halbinsel im Norden von Mexiko, vor. Er lebt in feuchten Mischwäldern, oft in der Nähe von Gewässern, im Westen auch in trockeneren Wäldern. In Québec bevorzugt er die Amerikanische Buche und den Zucker-Ahorn als Nestbaum.
Der Vogel hat eine Spannweite 107 cm. Es gibt fünf Unterarten des Rotschulterbussards, die alle in Amerika vorkommen.





Rotschulter-Glanzstar - Lamprotornis nitens



lampros (gr. leuchtend), ornis (gr. Vogel), nitere (lat. glänzen, scheinen)
Der Rotschulter-Glanzstar aus der Gattung Eigentliche Glanzstare ist ein endemisch im südlichen Afrika weitverbreiteter Sperlingsvogel aus der Familie der Stare. Er hat ein stark metallisch glänzendes, irisierendes Federkleid in blauen bis violetten Farbtönen und gilt als monogam lebender Vogel. Er ernährt sich von verschiedensten Insekten und Früchten, aber auch von Essensresten der Menschen. Zur Gattung Eigentliche Glanzstare werden 22 Arten gezählt.
Sein Gefieder hat einheitlich stark irisierende metallisch glänzende Farben insbesondere auf der Oberseite. Es besitzt sogenannte Strukturfedern, die ihre Farben ohne Pigmente durch Lichtbrechung hervorrufen. Den besonderen Glanz rufen die in der Struktur der Federn eingebundenen Melanosome in den Melanozyten, die unter einem Keratinfilm liegen, hervor. Das Besondere dieser Melanosome sind ihre plättchenartige und innen hohle Form. Die Plättchen sind einfach und/oder vielfach geschichtet. Sie können dabei in ihrer Ordnung einheitlich oder auch alternierend (wechselweise) angeordnet sein. Der Name des Vogels kommt von den wenigen rötlich-violetten Federn an den Schultern, die oft kaum zu erkennen sind. Die Erscheinung der Farben hängt sehr stark von den Lichtverhältnissen ab. So kann ein und derselbe Vogel sehr unterschiedlich intensiv in seinen Farben und der Erscheinung wirken.
Bei adulten Rotschulter-Glanzstaren haben die Augen eine in gelblich/orangen Farbtönen schimmernde Iris. Typisch ist der strenge bis stechend wirkende Blick, den die überproportional großen Augen hervorrufen. Der gegenüber dem Menschen zusätzliche UV-Rezeptor lässt die Stare unsere Umwelt erheblich differenzierter bzw. anders wahrnehmen. So ist der Star in der Lage, mit Hilfe der UV-Rezeptoren Unterschiede bei den Artgenossen, den Reifegrad der Früchte oder Spuren, die wir nicht sehen, besser und einfacher zu erkennen.







Rotschultervanga - Calicalicus rufocarpalis



Es war der letzte Vogel, den Phoebe Snetsinger sah ... Und? Nur 8 Birder auf der ganzen Welt haben jemals mehr als 8.000 der rund 10.000 Vogelarten gesehen - Snetsinger aus Missouri ist eine von diesen 8!
Calicalicus beruht auf dem madegassischen Namen Calicalac, rufus (lat. fuchsrot).



Der Rotschultervanga, ein kleiner gedrungener Vangawürger, endemisch im Südwesten Madagaskars. Sein Lebensraum sind dichte Wolfsmilchgewächse im Kalkstein zwischen Toliara und Naturreservat Cap Sainte Marie, wo er sich von kleinen Insekten in dichtem Gebüsch ernährt.

Phoebe Snetsinger (1921 - 1999) Tochter Lyon Burnetts, des Werbefachmanns, der den Marlboro Man berühmt machte. Seine Erfolge und die daraus resultierende finanzielle Unabhängigkeit erlauben Phoebe, auf der Suche nach Vögeln durch die ganze Welt zu reisen. Als sie beginnt, eine Liste zu führen, gibt es 8.500 offiziell benannte Arten (heute rund 10.000). Ihre Liste von mehr als 2.000 Vogelgattungen übertraf diejenigen aller anderen Vogelbeobachter bei weitem, und sie interessiert sich besonders für monotypische Gattungen als solche, die nur eine einzige Vogelart enthielten. Sie notiert auch Unterarten und geographische Rassen, seitdem auf Artniveau gehoben.
Die Ehe mit David Snetzinger, einem Wissenschaftler und Verwaltungsbeamten, erweist sich für sie nicht als erfüllend. Sie schreibt düstere, verzweifelte Gedichte. Mit 34 verändert sich ihr Leben, es war der Anblick eines Fichtenwaldsängers.
Mit ihrem fotografischen Gedächtnis und dem festen willen, zu lernen, erweist sie sich als exzellenter Birder. 1981 bekommt sie die Diganose Hautkrebs im Endstadium, sie habe nur noch kurze Zeit zu leben. Sie lehnt jede Therapie ab und bricht auf die lang geplante Exkursion nach Alaska auf, ihre erste Fernreise – nur, um Vögel zu sehen. Sie ist 60.
"Meine Liebe zu Vögeln hat mit einem Todesurteil begonnen. Vogelbeobachtung bedeutet für jeden Menschen ganz anderes, doch für mich war sie stets eng mit Überleben verflochten." Nach der Diagnose verbringt sie mehr Zeit in den Wildnissen der Welt - Dschungel, Sümpfen, Wüsten - als zu Hause. Am wohlsten fühlt sie sich mit ihrem Feldstecher, ihrem Schlapphut und einem Notizbuch.
viele ihrer Vogelexkursionen kosten mehr als 5.000 $, doch sie hält dieses Reiseleben noch 18 Jahre nach ihrer Diagnose durch! Das Melanom kehrt etwa alle fünf Jahre zurück, geht aber immer wieder in Remission. Sie stirbt bei einem Autounfall auf einer Vogelexkursion nach Madagaskar, kurz nachdem sie den sehr seltenen Rotschultervanga gesehen hat.
Snetsingers Begeisterung und Ausdauer haben sie zu einer Kultperson unter Leuten gemacht, die Vögel um die Wette Vögel auflisten. Bei ihrem Tod ist sie ihrem schärfsten Rivalen um 2.000 Arten Voraus. Einige ihrer Abenteuer und Missgeschicke oder Tragödien wie das wiederholte Wiederaufflammen des Krebses, eine Gruppenvergewaltigung in Neuguinea, einen Schiffbruch, mehrere Erdbeben und politisch prekäre Situationen, schildert sie in ihrem Buch Birding on Borrwed Time von 2003.





Rotschwanzbussard - Buteo jamaicensis

buteo (lat. Habicht), jamaicensis (lat. auf Jamaica bezogen)
Vogelart aus der Gattung der Echten Bussarde (Buteo) in der Familie der Habichtartigen (Accipitridae), der häufigste Bussard in Nordamerika. Er ernährt sich von Nagern.







Rotstirn-Schnäpper - Petroica goodenovii

petroicus (gr. zum Fels gehörend)
Die ausschließlich in Australien vorkommende Vogelart der Gattung Petroica aus der Familie der Schnäpper (Petroicidae). Das Artepitheton ist dem britischen Botaniker und Bischof Samuel Goodenough gewidmet.
Die Vögel ernähren sich von Gliederfüßern (Arthropods), die sie am Erdboden oder in niedriger Vegetation suchen.





Rubingoldhähnchen - Regulus calendula

regulus (lat. Königlein), Calendae (lat. Kalenden, 1. Monatstag)
Der kleine amerikanische Singvogel aus der Gattung der Goldhähnchen (Regulus) brütet in den Nadelwäldern Alaskas, Kanadas, Neuenglands und den westlichen USA. In ein gut verborgenes Nest, das an einem Ast hängt, legt er bis zu 12 Eier. Die kalte Jahreszeit verbringt der Vogel in den südlichen USA und in Mexiko. Im Westen sind einige Populationen Standvögel. Das Rubingoldhähnchen sucht in Bäumen und im Gestrüpp nach kleinen Insekten und Spinnen. Beeren und Baumsäfte ergänzen die Nahrung.