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365 Vögel, alphabetisch

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Aas- oder Raben- oder Nebelkrähe - Corvus corone





Corvus (lat. Rabe), korax (gr. Rabe)
Normal nennen wir sie Rabe, Krähe oder (der Bayer) Kroha
Die einen sind komplett schwarz, die anderen haben größtenteils graues Gefieder: Bei uns in Europa ist die Krähenpopulation klar geteilt. Im Westen brüten die tiefschwarzen Rabenkrähen, im Osten die hellgrau-schwarz gekleideten Nebelkrähen. Noch aber gehören beide zur gleichen Art. Warum sich beide Populationen trotzdem kaum vermischen, haben nun Forscher anhand von Genvergleichen untersucht.
Krähen und Raben spielen weltweit viele Rollen in Sagen und Märchen. Alte Götter und Könige nutzen ihre Weisheit, Intelligenz und Flugfähigkeit. Auch im Volks- und Aberglauben sind sie präsent, in vielen Märchen etwa ist die Rede vom weisen Wanderer "röiven", der verirrten Wandersleuten den richtigen Weg weist (und oft ein paar Tipps mit auf die Reise gibt). Bekannt sind die Grimmschen Märchen 'Die sieben Raben' oder 'Die Rabe'. Während der Sintflut lässt Noah einen Raben fliegen. Die Leichen von Erhängten beerdigte man lange nicht, und Raben saßen darauf und wurden so zum "Galgenvogel".
Bis heute sind Raben und Krähen häufige Symbole in Literatur, Film und Lebensart. Wilhelm Raabe (so ein Vogel!) schreibt im Roman 'Das Odfeld' von einer Rabenschlacht. In Wilhelm Buschs Bildergeschichte Hans Huckebein hat der Unglücksrabe die Gestalt eines Raben.

Ein Unglücksrabe nämlich ist ein Menschen, der fortwährend Pech hat.
Seit dem 19. Jahrhundert verfolgen die Menschen Europas die Krähe als Landwirtschaftsschädling und Nesträuber. Sie schossen die Vögel ab, vergifteten sie mit Ködern, zerstörten ihre Gelege. Dennoch starb der Vogel nicht aus. Im 20. Jahrhundert führte vor allem Flurbereinigung zu Habitatsverlusten in einigen europäischen Gebieten, außerdem machte die Belastung durch Pestizide und Schwermetalle ihm zu schaffen.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts lässt der Jagddruck nach, was regional zu Bestandserholungen führt. Gleichzeitig fasst die Aaskrähe in vielen Städten als Kulturfolger Fuß und breitet sich dort erfolgreich aus.
Krähen leiden unter schlechtem Ruf, weil sie Eier von anderen Singvögeln fressen.
Die grau-schwarze Mophe ist die Nebelkrähe und die vollständig schwarze die Rabenkrähe.
Die nächste Verwandten der Aaskrähe ist die Amerikanerkrähe und die Sundkrähe aus Nordamerika.

Die Rufe der Raben sind sehr charakteristisch und über weite Entfernungen zu hören.

Vincent van Gogh: Weizenfeld mit Raben 1890

Die Krähe ist nahezu weltweit zuhause. Ihr erreichbares Höchstalter liegt bei über 19 Jahren.
Raben stehen zurecht im Ruf, hochintelligente Vögel zu sein. Sie stellen Werkzeuge hier, spielen Spiele, erlernen Wörter, finden versteckte Gegenstände, lassen Nüsse auf die Straße fallen, damit Autos sie knacken, ködern Fische mit Brotkrumen und können menschliche Gesichter auseinanderhalten. Die Geradschnabekrähe, intelligenteste Vogelart überhaupt, benutzt Werkzeuge und kann einen Haken herstellen (um Insekten, Früchte oder Nüsse aus Spalten zu angeln), was selbst unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, nicht fertigbringen.

Ein weiterer Grund für ihren Erfolg ist die Ernährung. Sie fressen fast alles, Tier oder Pflanze, lebendig oder tot. Sie sind Omnivoren: Allesfresser. Zudem tolerieren sie die meisten menschlichen Aktivitäten problemlos und sind gelegentlich Getreideschädlinge, was die Erfindung der Vogelscheuche vor mehr als 300 Jahren angeregt haben soll. Einem englischen Aberglaube zufolge stürzt die Monarchie, wenn die Raben den Tower von London verlassen, daher halten Majestät dort sechs Raben, gepflegt von den Yeoman Warders.

Matthias Grünewald:
Hat ein Rabe dem Einsiedler in der Wüste Brot gebracht?

Mathhias Grünewald Isenheimer Altar




  Wichtige Arten
- Aaskrähe
- Amerikanerkrähe
- Banggaikrähe
- Bennettkrähe
- Borstrenrabe
-
Buntschnabelkrähe

- Dickschnabelkrähe
- Dohle
- Elsterdohle
-
Erzrabe
- Fischkrähe
- Geierrabe
- Geradschnabelkrähe
- Gesellschaftskrähe
- Glanzkrähe
- Guamkrähe
- Hawaiikrähe
- Kolkrabe
- Neuhollandkrähe
- Saatkrähe
- Salvadorikrähe
- Schildrabe
- Tasmankrähe
- Weißhalsrabe
- Wüstenrabe



Hochinteressante Doku Rabenvögel auf ARTE

Raben und Krähen zählen zu den größten Arten der Sperlingsvögel: Die beiden größten Vertreter der Gattung sind Erz- und Kolkrabe, die größten Sperlingsvögel überhaupt. Die Vögel werden alt, z. B. Dohlen 29, Kolkraben 28 Jahre!
Und: Rabe oder Krähe gehört zu den 30 am häufigsten in unseren Gärten vorkommenden Vögeln!



Und: Der Rabe ist auch im Weltall Sternbild zu sehen: Als Sternbild!







Abendkernbeißer - Hesperiphona vespertina, Syn: Coccothraustes vespertinus

hesperus (gr. Abendstern), phone (gr. Ton), vespertinus (lat. abendlich), kokkos (gr. Kern), thrauein (gr. zerbrechen)



Die Namen des Kernbeißers weisen fast alle auf seine charakteristischen Eigenschaften hin, also den großen Kegelschnabel und die Fähigkeit, Obstkerne zu knacken. Neben der Bezeichnung „Kernbeißer“ ist besonders „Kirschkernbeißer“ gebräuchlich. Weitere Namen sind Kirschfink, Kirschvogel, Kirschen-knipper, Kirschbeerfink, Kirschknacker, Steinbeißer und Knospenbeißer oder gar Finkenkönig, weil er der größte und kräftigste unter den europäischen Finkenvögeln ist

Der Abendkernbeißer, ein amerikanischer Singvogel aus der Finkengattung (Fringillidae), brütet in der Nadelwaldzone von Südkanada über die westlichen USA bis südlich nach Mexiko. Der Vogel sucht hoch oben in Bäumen nach Früchten und Samen. In der Brutzeit ergänzen Insekten die Nahrung. Mit seinem kräftigen Schnabel kann der Vogel sogar Kirschkerne knacken.
Wegen seiner Zutraulichkeit halten die Menschen ihn gern als Käfigvogel. In Deutschland sind Wildfänge verboten, darf nur in Gefangenschaft nachgezüchtete Tiere sind erlaubt.
In Gefangenschaft ahmen Kernbeißer die Gesänge anderer Vögel nach.







Afrikanisches Schwarzkehlchen - Saxicola torquata

saxum (lat. Fels), incola (lat. Einwohner), torquatus (lat. mit Halskette geschmückt)

Das Afrikanische Schwarzkehlchen zählt in der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae) zur Wiesenschmätzergattung (Saxicola) und ist in weiten Teilen Afrikas verstreut. Es ist ausgesprochen reviertreu und kommt jährlich in sein angestammtes Revier zurück. Markante Punkte im Revier nutzen Männchen als Ansitz für ihren Gesang.
Bei uns ist sein Nächstverwandter, das Europäische Schwarzkehlchen, regional stark gefährdet.







Ährenträgerpfau - Pavo muticus



Pavo (lat. Pfau), muticus (lat. umgekippt, unbewehrt)
Der Ährenträgerpfau, auch Grüner Pfau, enger Verwandter des Blauen Pfaus und mit diesem auch kreuzbar (es entsteht dann ein 'Spaldingpfau'), kommt in der Natur nur noch in kleinen Teilen Südostasiens vor, und zwar in 3 Unterarten, die sich in Färbung der Schwingen und Grünton des Körpergefieders unterscheiden.



Chinesen und Japan halten den Ährenträgerpfau als Ziervogel, in der traditionellen Kunst beider Länder ist er oft ein Motiv, und ein japanischer Kaiser soll dem Papst ein solches Bild geschenkt haben.
Sein Bestand ist stark rückläufig, denn man jagt ihn wegen seines Fleisches und seiner Federn.



Thailand und China stufen ihn als landwirtschaftlichen Schädling ein und vergiften ihn.







Alpendohle - Pyrrhocorax graculus



purrhos (gr. feuerfarben), korax (gr. Rabe), graculus (lat. Dohle)
Allen Berggängern treuer Begleiter, die mit ihren beeindruckenden Flugkünsten mühelos um die höchsten Gipfel segelt und allen Winden trotzt. Ihr erlaubt der ganzjährige Tourismusbetrieb, auch im Winter in Höhen über 3.000 m auszuharren. In der Nähe von Bergrestaurants und Picknickplätzen legen die Alpendohlen jede Scheu vor Menschen ab und lassen sich von Touristen kulinarisch verwöhnen. Bei Schlechtwettereinbrüchen fliegen die Alpendohlenschwärme auch im Sommer in die Tallagen, wo sie typischerweise über den Dörfern kreisen und als Vorboten für frühe Schneefälle gelten. Alpendohlen leben wie viele Rabenvögel in monogamer Dauerehe. Eine Partnertreue über acht Jahre ist schon nachgewiesen.



Die Alpendohle gehört zur Familie der Rabenvögel (Corvidae) in der Gattung der Bergkrähen (Pyrrhocorax). Ihr lückenhaftes Verbreitungsgebiet umfasst die Hochgebirge der südlichen Paläarktis, wo sie montane Höhenlagen mit freiliegenden Felsen bewohnt. Die Nahrung der Tiere besteht zum Großteil aus Beeren und Wirbellosen, bei Gelegenheit fressen sie aber auch kleine Wirbeltiere, Vogeleier oder menschliche Abfälle. Alpendohlen leben sehr gesellig, sie bewegen sich in Schwärmen und brüten gelegentlich in Kolonien.







Alpenschneehuhn - Lagopus muta



Lagos (gr. Hase), pous (gr. Fuß)
Das Alpenschneehuhn ist vor allem in der Tundrenzone der gesamten Holarktis (größte biogeographische Region, die den Großteil der nördlichen Hemisphäre umfasst) vertreten. In Mitteleuropa ist es ein Eiszeitrelikt, das in einem eng umgrenzten Gebiet der Alpinstufe ein häufiger Brut- und Jahresvogel ist. Unterhalb der Baumgrenze ist das Alpenschneehuhn nur ausnahmsweise und in tieferen Stufen überhaupt nicht anzutreffen. Alpenschneehühner sind etwas kleiner als die nahe verwandten Moorschneehühner, die Flügelspannweite beträgt bis 60 cm.
Alpenschneehühner verlassen sich auf ihre hervorragende Tarnung. Wenn Wanderer sich nähern, bleiben sie so lange sitzen, bis man fast auf sie tritt, um dann mit lautem Flügelburren aufzufliegen.
In Europa kommt es in Island, im Norden Skandinaviens, im Norden Großbritanniens sowie in den Pyrenäen und Alpen vor. Lebensraum sind Zwergstrauchheiden, trockene Gebirgsrasen und Almwiesen, Moränen- und Gerölllandgebiete sowie Schneetäler. Während der kalten Jahreszeit hält sich das Alpenschneehuhn vor allem an exponierten Hängen auf, die früher abtauen. Alpenschneehühner bleiben fast nur am Boden. In steinigem Gelände mit wenig Vegetation oberhalb der Baumgrenze oder im Winter sind sie auch in den lichten Weiden- und Birkenwäldchen an der Baumgrenze zu finden.



Ihre Winternahrung besteht aus Endtrieben und Knospen sowie Blättern von Pflanzen wie der Krähenbeere und Gämsheide. Wichtige Nahrungspflanzen sind Weiden und Birken. Während des Sommerhalbjahrs fressen sie Samen, Blätter und Blüten sowie Beeren. Wichtige Nahrungspflanzen sind Gämsheide, Rosmarienheide, Trunkelbeere und Heidelbeere. Eine Rolle spielen aber auch Blätter und junge Triebe von Weiden, Samen von Felsenblumen und Zwergbirke.
Das Nest ist eine kaum ausgepolsterte flache Mulde zwischen Steinen oder unter Sträuchern. Ende August, Anfang September schließen sich die Familienverbände wieder zu Scharen zusammen. In den Herbstmonaten können diese Trupps sehr groß sein und aus bis zu 300 Vögeln bestehen. In den Wintermonaten lösen sich diese sehr großen Verbände jedoch wieder in kleinere Trupps auf, die sich über eine weite Fläche verteilen.
Die Schweizer jagen das Alpenschneehuhn in vier Kantonen, zwischen 2013 und 2015 haben sie jährlich etwa 400 bis 550 Schneehühner abgeschossen. Auch die Österreicher bejagen es in Vorarlberg und Tirol.





Amerikanerkrähe - Corvus brachyrhynchos



Corvus (lat. Rabe), brachyrhynchos (gr. Kurzschnabel).

Verbreitet von British Columbia bis Neufundland und im Süden von Kalifornien bis nach Florida. Der Vogel lebt in Prärien, in lichten Wäldern, auf Äckern, an Stadträndern und in Stadtgebieten. Aus dem nördlichen Verbreitungsgebiet zieht er im Winter südwärts.



Auf Müllhalden geht die Amerikanerkrähe in großen Schwärmen auf Futtersuche. Außerhalb der Brutsaison finden sich am Abend manchmal Millionen von Vögeln ein und zerstreuen sich am Morgen, um Futter zu suchen. Sie verfügen über eine gut entwickelte Sozialstruktur und ausgeprägte Kommunikationsstrategien, mit denen sie Artgenossen Futterplätze beschreiben oder vor Gefahren warnen können.
Es existieren 4 Unterarten von ihr.





Amerikascherenschnabel - Rynchops niger



rhynchos (gr. Schnabel), ops (gr. Gesicht), niger (lat. schwarz) Amerikascherenschnabel, oder Schwarzmantel-Scherenschnabel oder Amerikanischer Scherenschnabel, ein amerikanischer Vogel aus der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes), ein großer möwenähnlicher Vogel mit großem Kopf, langen Flügeln, kurzem Schwanz, roten Beinen und sehr langem, schwarzen Schnabel mit roter Basis, ernährt sich hauptsächlich von Fisch, den er – dicht über dem Wasser fliegend – mit dem Unterschnabel im Wasser herauszufangen sucht.







Amethystkolibri - Calliphlox amethystina



kalli- (gr. Vorsilbe schön-), phlox (lat. Glanz, Feuer), amethystinus (lat. amethystfarben, violett)
Der Amethystkolibri oder Amethyststernkolibri mit einer Körperlänge von 6 bis 8 Zentimetern ist einer der kleineren Vertreter aus der Familie der Kolibris. Die Männchen haben eine rötlich gefärbte Kehle, während diese beim Weibchen weiß ist. Die Vögel leben die meiste Zeit des Jahres als Einzelgänger und suchen die Blüten der Bäume und Sträucher nach Nektar und Insekten ab, von denen sie sich ernähren. Durch ihre sehr schnellen Flügelschläge bis zu 80 pro Sekunde erzeugen sie ein insektenähnliches Brummgeräusch. Der Amethystkolibri bewohnt die Tropenwälder, Savannen und Strauchgebiete östlich der Anden vom südlichen Peru, den Großteil Brasiliens, Venezuelas, Guyanas bis nach Nordargentinien.







Amharazistensänger - Cisticola robustus



cistula (lat. Kistchen), colere (lat. bewohnen), robustus (lat. stark, kräftig)
Vogelart aus der Familie der Cisticolidae, die in in Afrika in hochliegendem Grasland verbreitet ist.





Amsel - Turdus merula



Turdus (lat. Drossel), merula (alt. Amsel). Die Amsel oder Schwarzdrossel ist in Europa einer der am weitesten verbreiteten Vögel und bekanntesten überhaupt. In ihren Lauten ist sie besonders kreativ was Erfindung, Kombination und Variation von Motiven betrifft, ihre melodiösen Strophen klingen für menschliche Ohren eingängig und gefällig, ganz im Gegensatz zu dem - von beiden Geschlechtern - bei Erregung zu hörendem Zetern.
Ursprünglich Vogel des Waldes beginnt sie im 19. Jahrhundert bis in die Stadtzentren vorzudringen und ist zum Kulturfolger geworden.

Verschiedene Falkenarten, Sperber, Habicht, Mäusebussard oder Rotmilan sind bei der Jagd auf Amseln erfolgreich. Rabenvögel erbeuten ihre Eier und Jungvögel, auch Marder, Füchse, Hauskatzen, Wanderratten sowie Eichhörnchen kommen als Fressfeinde in Betracht. Der Straßenverkehr erfordert zahlreiche Opfer unter den Amseln. In Deutschland ist die Amsel mit etwa 7 Millionen Brutpaaren nach Spatz und Buchfink der dritthäufigste Brutvogel.

Amsel, Drossel, Fink und Star
und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr,
lauter Heil und Segen.

Was sie uns verkünden nun,
nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein,
lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein,
singen, springen, scherzen.

Die Trivialnamen einiger Sprachen nehmen Bezug auf die schwarze Gefiederfärbung der Männchen, so beispielsweise 'Blackbird' im Englischen oder 'Merle noir' im Französischen. Der Landesname Kosovo geht aufs Amselfeld (Kosovo polje) zurück, nach einer Legende hätten sich die dort gefallenen serbischen Helden in Amseln verwandelt. Bereits die Römer mästeten sie, denn Amselfleisch galt als sehr schmackhaft. Zur traditionellen korsischen Küche gehört Pâté de Merle, eine Amselpastete. Sehr beliebt sind Amseln wegen ihres Gesangs auch als Stubenvögel.
Wegen ihrer mit Trauer assoziierten Färbung und ihres einsamen Waldlebens bringt christliche Symbolik Amseln oft mit frommen Einsiedlern in Verbindung. Die Legende vom Heiligen Kevin besagt, dass ihm eine Amsel in der Fastenzeit Eier in die zum Gebet emporgestreckten Hände legte. Kevin sei dann in der Gebetshaltung geblieben, bis das Ei ausgebrütet war und das Junge davonfliegen konnte. Er soll sich unter Tieren wohler gefühlt haben als unter Menschen.

Kevin ist auch Patron der Amseln, da er sich ein Leben im Einklang mit der Natur wünschte und ihn daher angeblich oft Vögel begleiteten.
Abergläubische schreiben der Amsel magische Kräfte zu, etwa soll in ein Haus, in dem eine Amsel weilt, der Blitz nicht einschlagen.

Lyrik erwähnt Amseln oft. Musil schrieb "Die Amsel". Bekannte Volkslieder sind "Vogelhochzeit" und "Alle Vögel sind schon da". Richard Strauss fängt im "Rosenkavalier" Amselgesang naturgetreu ein, Paul McCartney mischt dem Song Blackbird am Ende Originalamselgesang (1:37) bei.
Ihr wisst: Amsel auf Englisch heißt Blackbird. Wisst Ihr auch, was das Schreckliches ist: "Blcakbirding"?
Lest den Artikel in Wikipedia durch, es wird einem schlecht, wie die Engländer auf den Salomoninseln gewütet haben ...

Das wird der armen Amsel ewig anhängen.
Und: Sie gehört zu den 30 in unseren Gärten am häufigsten vorkommenden Vögeln!


Amurfalke - Falco amurensis

männlich

falco (lat. Falke), amurensis (lat. aus dem Amurland, Südostsibirien)

Der Amurfalke, kleiner Falke aus der Unterfamilie der Eigentlichen Falken der ostasiatische Art mit dem Kernverbreitungsgebiet am Mittellauf des Amur ist ein extremer Fernzieher, der auf seinem Zug weite Strecken übers offene Meer zurücklegt. Das Winterhalbjahr verbringt er im südöstlichen Afrika. Amurfalken brüten vor allem in verlassenen Krähennestern und ernähren sich vornehmlich von Insekten, kleinen Wirbeltieren und Vögeln.
Die Oberseite der männlichen Amurfalken ist zeichnungslos dunkel schiefergrau, die Unterflügeldecken weiß, die Oberseite der Weibchen (links) ist dunkel schiefergrau mit undeutlicher dunklerer Wellenzeichnung.
Seine Brutgebiete beginnen östlich des Baikalsees und erstrecken sich bis an den Pazifik. Die Kerngebiete der Verbreitung liegen nördlich und südlich des Amur, in der Nordostmongolei südwärts bis in die chinesischen Provinzen Shaanxi und Anhui und ostwärts bis ins Ussurigebiet. Südöstlich erreichen die Brutgebiete die nördlichen Landesteile Nordkoreas. Völlig disloziert davon bestanden (bestehen?) Brutvorkommen im Bundesstaat Assam in Nordostindien.
In den Überwinterungsgebieten, die im südöstlichen Afrika liegen, führt der Amurfalke ein nomadisches Leben in großen Gemeinschaften. Er folgt dabei großräumig Heuschreckenschwärmen, Regenfronten und Steppen-bränden.



Beim Flug ins Winterquartier legt der Vogel Zugdistanzen über 11.000 km zurück, mehr als die Hälfte davon übers offene Meer. Andere kleine Falken oder Racken begleiten ihre großen Zuggemeinschaften. Die Brutgebiete verlässt die Art Ende August in südwestlicher Richtung und überfliegt den Himalaya an seinem Ostrand, noch immer in Höhen bis zu 5.000 m. Für den Flug übr den Oezan warten die Falken Wetterperioden mit starkem Rückenwind ab, sodass sie die Strecke in etwa 3 Tagen zurücklegen können. Die Winterquartiere verlassen sie Ende Februar.
In Nagaland (dem indischen Bundesstaat) werden jährlich tausende Amurfalken auf dem Herbstzug lebend gefangen und zu Nahrungszwecken verkauft. Es laufen internationale Bestrebungen, das einzudämmen oder abzustellen. Für einen so extremen Langstreckenzieher ist der Zug selbst mit einem sehr hohen Risiko verbunden; in den Überwinterungsgebieten hat vor allem die intensive Bekämpfung der Heuschreckenschwärme zu einer Verschlechterung der Nahrungsgrundlage geführt.

Die Gattung Falco umfasst 37 Arten; ihr Name leitet sich vom lateinischen falco (gebogene Klinge, Sichel) ab und könnte sich auf die Fänge, den Hakenschnabel oder auf die Form der ausgebreiteten Schwingen beziehen. Habichte und Falken teilen einige Merkmale, gehören aber verschiedenen Familien an: Habichte und Adler zählen zur Familie Accipitridae, Falken zur Familie Falconiden. Falken sind oft kleiner als Habichte, ihre Flügel schmäler und länger und sie besitzen einen typischen "Falkenzahn" am Schnabel.

Falken fangen ihre Beute gewöhnlich in der Luft, Habichte am Boden. Der Wanderfalke erreicht im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h und hat das größte Verbreitungsgebiet; man findet ihn praktisch überall zwischen den Polarregionen mit Ausnahme von Hochgebirgen, Wüsten und tropischen Regionen.
Die Turmfalken gehören einer anderen Gruppe an und sind kleiner als Wanderfalken. Sie stehen im Rüttelflug in der Luft und stürzen sich dann im Sturzflug auf ihre Säugerbeute. Wie bei den meisten Greifvögeln sind die Weibchen größer als die Männchen. Sie legen Eier, aus denen die Jungen asynchronen schlüpfen, daher sind die Geschwister im Nest unterschiedlich groß. Bei Nahrungsmangel überleben die zuerst geschlüpften Küken, weil sie größer sind und heftiger um Futter betteln können.







Andenfelsenhahn - Rupicola peruvianus





rupes (lat. Fels), colere (lat. wohnen), peruvianus (lat. peruanisch)
Rupicola peruvianus - der Nationalvogel von Peru. Der Andenfelsenhahn, Andenklippenvogel oder Roter Felsenhahn, eine südamerikanische Vogelart aus der Familie der Schmuckvögel (Cotingidae) hat eine gedrungene Gestalt mit starken Füßen. Das Männchen der Unterart Rupicola peruvianus aequatorialis ist tief orange gefärbt, der weibliche Vogel orange-braun, Männchen von Rupicola peruvianus sanguiolenta sind scharlachrot, die Weibchen dunkel kastanienrot.
Der Vogel lebt in tropischen und subtropischen Höhenlagen der Anden von Venezuela bis Bolivien und ernährt sich von Früchten, Insekten und kleinen Wirbeltieren. Zur Brutzeit treffen sich bis zu 50 Männchen auf einer Lichtung zur Gruppenbalz. Das Männchen sitzt auf einem Ast oder einem Felsvorsprung und wirbt mit dem Aufstellen der Federnhaube und lautem Rufen um Weibchen.







Annakolibri - Calypte anna



kalypto (gr. verschleiern, verbergen), anna (gewidmet Anna Debelle Masséna, Prinzessin von Essling und Herzogin von Rivoli)
Die wohl schnellsten Wirbeltiere der Welt: Bezogen auf ihre Körpergröße erreichen Annakolibris bei ihren Balzflügen Geschwindigkeiten von 385 Körperlängen pro Sekunde (98 km/h), bei Beschleunigungswerten von etwa dem Zehnfachen der Erdbeschleunigung. Zum Vergleich: Wanderfalken kommen im Sturzflug auf Geschwindigkeiten von bis zu 200 Körperlängen pro Sekunde, Kampfjets, wie zum Beispiel die MiG-25 erreichen dagegen maximal nur das rund 40-fache ihrer Gesamtlänge.
Der Annakolibri gehört zur Familie der Trochilidae, er wird rund 10 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 11,4 bis 12,1 cm. Das Gefieder schimmert bei den Männchen und Weibchen metallisch grün. Jungvögel und Weibchen erkennt man an der grauen Kehle und dem grünen Oberkopf. Die Kehle des Weibchens ist rot markiert. Beim Männchen sind Oberkopf und Kehle rot.

Calypte anna lebt im westlichen Nordamerika an der Pazifikküste in den Staaten Britisch-Kolumbien, Arizona und New-Mexico. Sie bevorzugt dichte Vegetation wie Hecken und Büsche. Die Vögel besiedeln aber auch Parks, Gärten und offene Wälder. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Blütennektar und Pollen. Den Nektar nimmt sie im Flug aus den Blüten auf, Insekten frisst sie, um eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß sicherzustellen.
Bei der Balz machen die Männchen Sturzflüge aus bis zu 30m Höhe und erzeugen dabei eine Reihe von Geräuschen, deren lautestes und markantestes an der tiefsten Stelle des Fluges erklingt, bevor es wieder an Höhe gewinnt. Forscher haben herausgefunden, dass die Innenseiten der äußersten Schwanzfedern zu vibrieren beginnen, wenn das Männchen beim Sturzflug die Geschwindigkeit von 23 m/sec überschreitet. Die Schwanzfedern schwingen dabei ähnlich wie das Rohrblatt im Mundstück einer Klarinette. Der Ton klingt dann wie ein Zirpen. Das Männchen begattet häufig mehrere Weibchen, trennt sich danach aber jeweils sofort von ihnen. Nach der Begattung baut das Weibchen in niedriger Höhe ein kleines Nest aus Spinnweben, Pflanzenwolle, Flechten oder Moos, die Jungvögel schlüpfen nach einer Brutzeit von 14 bis 19 Tagen.
Neben dem Menschen, der den Lebensraum des Kolibris zerstört und Teile des Vogels zu Schmuck verarbeitet, haben die Kolibris auch natürliche Feinde wie Schlangen, Katzen und Greifvögel.
Der Name könnte laut Elliott Coues (US Army-Chirurg, Historiker, Ornithologe, Autor und Theosoph - bekannt aus der Affäre um die "Meister der Weisheit") sich auch auf Kalypso aus der griechischen Mythologie beziehen.







Azurbischof - Passerina caerulea



passerina (lat. Diminutiv von passer, Sperling), caeruleus (lat. blau)
Der Azurbischof oder Hellblauer Bischof, ist eine amerikanische Vogelart aus der Familie der Kardinäle (Cardinalidae). Sie weist einen ausgeprägten Geschlechts-dimorphismus auf. Das dunkelblaue Männchen hat braune Flügelbinden, ein schwarzes Gesicht und einen kegelförmigen Schnabel, das Weibchen ist auf der Oberseite dunkelbraun, auf der Unterseite blasser und hat cremefarbene Flügelbinden.
Der Azurbischof brütet in den gemäßigten Regionen Nordamerikas, zieht dann aber nach Süden und verbringt den größten Teil des Jahres in Mexiko, Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik.
In der Paarungszeit singt das Männchen von einem erhöhten Platz aus. Mit lauten, trillernden Rufen grenzt es sein Revier ab und versucht ein Weibchen anzulocken. Das Weibchen baut alleine ein Nest in einem Busch oder niedrigen Baum und legt 3 – 4 Eier. Das Weibchen brütet sie aus und füttert die Jungen. Sobald diese flügge sind, übernimmt das Männchen die weitere Betreuung. Das Weibchen brütet noch ein zweites Mal. Der Braunkopf-Kuhstärling versucht oft, dem Azurbischof Eier unterzuschieben. Der Azurbischof baut dann manchmal eine zweite Etage über das Nest und zieht die eigenen Jungen und die des Brutparasiten gleichzeitig aufzieht.