Start
(mit Vollbild F11 am schönsten!)




Tomi Ungerer



Des plantes érotiques


Wir alle kennen ihn aus seinem wundervollen Liederbuch

Der Elsässer Ungerer (1931 - 2019) schafft während seines Lebens ein immenses Œuvre.
„Sicher ist er ein grandioser Karikaturist, aber letztlich ist er ein großer Künstler, und von der Fülle her ist er absolut einzigartig. so etwas kennen wir sonst nur von Picasso ...“
„Er probiert alles mit demselben Enthusiasmus, und das in jedem Medium: Bleistift, Buntstift, Zeichenkohle, Kreide, Filzstift, Tinte, Wasserfarben, Tempera, Ölfarben, Collage und Skulptur - er beherrscht sie alle.“
Geboren in Straßburg und gestorben in Irland, Grafiker, Schriftsteller und Illustrator von Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene. Ungerer versteht sich als Elsässer und überzeugter Europäer, wenn er auch skeptisch gegenüber der europäischen Bürokratie ist.
Tomi lernt den Vater nie richtig kennen, denn dieser stirbt 1935, als Tomi 4 ist. Später widmet Ungerer einige Bilderbücher ausdrücklich 4-jährigen Kindern.


„Ich bin wirklich aufgewachsen mit dem Respekt vor der Schönheit der Natur. Und das hat mich total geprägt, mein ganzes Leben. Wir hatten ein echtes altmodisches Familienwesen: Jeden Abend nach dem Essen wurde Karten gespielt, aus Büchern vorgelesen oder gesungen.“ Seine Bushaltestelle zur „Matthias Grünewald-Schule, Oberschule für Jungen“ in Colmar liegt vor dem Musée d’Unterlinden, in dem er sich immer bei Regen aufhält und oft Grünewalds Isenheimer Altar bewundert.


Einerseits hat er Respekt vor dem Bildungsgut des Bildungsbürgertums, andererseits hat er auch große Energie und Willenskraft, sich mit Neuem auseinanderzusetzen und Grenzen zu überwinden, was ihm auch die US-amerikanische Kultur in Straßburg näher bringt. Er entdeckt die Werke des Cartoonisten Saul Steinberg und des Zeichners James Thurber. Er lernte die amerikanische Studentin Nancy White kennen, mit der eine Europareise macht und sie heiratet.



1956 wandert er nach New York aus. 1957 gewinnt Tomi seinen ersten Preis für ein illustriertes Kinderbuch, "The Mellops go flying", das zum Bestseller wird. Er arbeitet gleichzeitig als Zeichner, Maler, Illustrator, Kinderbuchautor und Werbegrafiker.

In den 1960ern schockiert Ungerer mit den Cartoonbänden "Geheimes Skizzenbuch" und "The Party", die auf drastisch-satirische Weise die New Yorker Schickeria aufs Korn nehemen. Ungerers Kreativität kennt keine Genregrenzen mehr.

1969 erscheint "Fornicon", England verbietet das Buch als Pornografie.

Die Karikaturen stellen Potenzwahn, Sexismus und Gier bloß. Die Ironie der dargestellten sexuellen Praktiken basiert auf dem Prinzip der Übertreibung und dem Übermaß einer noch nie gesehenen Technisierung und Mechanisierung sexueller Wünsche.

Ungerer ist nicht nur mit der Prüderie in den USA und England konfrontiert, sondern später auch mit der Rachsucht der Ostküsten-High-Society.
Daneben zeichnet er Film-Plakate u. a. für die Star-Regisseure Stanley Kubrick und Otto Preminger.

In den USA stoßen seine satirischen und erotomanischen Zeichnungen auf immer mehr Kritik. Das FBI beobachtet und verhört ihn, man verbietet seine Kinderbücher.

Nach 14 Jahren verlässt Ungerer 1971 New York City und sucht mit seiner 3. Frau Yvonne Wright auf einer Farm im kanadischen Neuschottland ländliche Ruhe und Inspiration. Dort leben die vorherigen Großstädter autark. Nach der jahrelangen Arbeit an den Illustrationen für "Das Große Liederbuch" treibt ihn das Heimweh wieder zurück nach Europa.
Er startet die Anzeigenserie des legendären Bundestagswahlkampfes 1972 („Willy wählen“), bei der Willy Brandts SPD einen Sensationssieg mit 45,8 % erringt. In seinen letzten 40 Jahren bringt Ungerer rund 40.000 Zeichnungen zu Papier und veröffentlicht über 140 Bücher.
Vergleiche auch die ausgezeichnete Wüdigung in Wikipedia

Tomis Webseite