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(mit Vollbild F11 am schönsten!)




Georgia O’Keeffe

Black Iris III
Öl auf Leinwand

Das Bild von 1926 evoziert die Interpretation als verschleierte Darstellung der weiblichen Genitalien und gleichzeitig eine präzise Darstellung der Mitte einer Iris. O’Keeffe bestreitet stets die Gültigkeit der Freudschen Interpretationen ihrer Kunst, aber auch 100 Jahre später bewerten viele bekannte feministische Künstlerinnen ihre Arbeit ähnlich. Obwohl Feministinnen der 1970er Jahre O’Keeffe als Urheberin der "weiblichen" Ikonographie“ feiern, weist sie die Verherrlichung ihrer Arbeit zurück.
Georgia Totto O’Keeffe: eine der bekanntesten amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Häufige Motive ihrer an der Grenze zur gegenstandslosen Malerei angesiedelten und als Interpretation der Welt in weiblicher Begrifflichkeit verstandenen Werke sind Blumen, Flammen, Stadtansichten, Wüstenlandschaften oder Knochen. Zugleich nehmen wir in den reinen Bildlandschaften erotische Ausstrahlungen wahr.
Geboren als 2. von 7 sieben Kindern einer Farmerfamilie. Obwohl sie zahlreiche Geschwister hat, wächst Georgia recht isoliert auf. Sie zieht die Natur, die ihre Fantasie anregt, der Gesellschaft vor. 1905 bis 1906 Kunsthochschule am Art Institute of Chicago, aus finanziellen Gründen muss sie das Studium abbrechen.
1908 bis 1915 ist sie Gebrauchsgrafikerin und später Kunstlehrerin, am Ende in Columbia, South Carolina. Unter dem Eindruck einer Liebesbeziehung zu einem Kommilitonen in New York, zugleich gefangen von der Landschaft in der Umgebung ihres Arbeitsortes und abgesehen von brieflichen Kontakten zu ihrer Freundin Anita Pollitzer isoliert, gerät sie in eine Schaffenskrise, die zum Bruch mit fast allen ihren bisherigen Werken führt und sie zeichnet nur noch mit Kohlestiften auf Papier. Ihre Freundin bringt einige Arbeiten zu Stieglitz, der sogleich die herausragende künstlerische Qualität derselben erkennt und ausstellt. Trotz seines Rats, weiter in Schwarz-Weiß zu arbeiten, kehrt O’Keeffe zu farbigen Arbeiten zurück.

Ab 1918 malt O’Keeffe primär in Öl und wendet sich immer mehr dem Gegenständlichen zu.
Mitte der 1920er ist sie eine der bekanntesten amerikanischen Künstlerinnen, deren Arbeiten hohe Preise erzielen.
Sie ist regelmäßig rund die Hälfte jedes Jahres in New Mexico, sie sammelt in der Wüste Steine und Knochen und macht sie und die unverwechselbaren architektonischen und landschaftlichen Formen der Gegend zum Thema. Die verschiedenfarbigen Klippen der Gegend inspirieren einige ihrer berühmtesten Landschaftsbilder.

Summer Days, ein Gemälde, das einen mit verschiedenen Wildblumen geschmückten Hirschschädel darstellt, eines ihrer berühmtesten und bekanntesten Bilder.







Wolodymyr Orlowskyj

Sommertag
1884

Orlowskyj (1842 - 1914), ukrainischer Landschafts- und Genremaler des Realismus
Seine Bilder sind sowohl geographisch (von Finnland bis zur Krim) als auch inhaltlich (Tageszeit, Wetter, Jahreszeit etc.) sehr vielfältig. Er versteht es ausgezeichnet, den momentanen Zustand der Natur auf die Leinwand zu übertragen. Ende des 19. Jahrhunderts sind seine Bilder sehr beliebt und lassen sich sehr gut an Adel und Mitglieder der kaiserlichen Familie verkaufen. Seine Zeitgenossen nennen ihn den Künstler an der Spitze einer neuen realen Richtung der russischen Landschaftsmalerei.







Amédée Ozenfant



Nature morte au verre de vin rouge
1920/21

Der franzöische Maler (1886 - 1966) ist Purist.
Die Puristen sehen Farbe als zweitrangig gegenüber der Form an, was sich in der sorgfältigen Platzierung von Farben zeigt. In England verfeinert Ozenfant seine Vorstellungen von Farbe, er sieht sie nun als wesentliches Element der Architektur an. Ozenfant glaubt, dass Farbe immer die Form des Gebäudes verändert und mehr Aufmerksamkeit erhalten sollte.
Wir müssen uns bemühen, ein wenig Ordnung in dieses Geschäft zu bringen oder zumindest viel davon zu spüren. Aber was ist Sinn ohne Ordnung? Wir müssen versuchen, eine Methode zu finden, um zu einer Ordnung zu gelangen - eine, die es uns zumindest ermöglicht, dieser Unbestimmtheit in der Farbgestaltung zu entkommen.
Diese Gedanken sind auf Paul Signac und seine Theorien zum Divisionismus zurückzuführen. Signac behauptet, dass die neoimpressionistische Technik des Aufbringens von Pinselstrichen die maximale Helligkeit, Farbe und Harmonie erzielt. Im Gegensatz zu den Techniken, die die früheren Impressionisten verwendeten, bleiben Farbflecken unterschiedlich und verschmelzen, wenn man sie aus der Ferne betrachtet.