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(mit Vollbild F11 am schönsten!)




Francis Campbell Boileau Cadell

The Interior, the red Chair
1922

Der schottische Maler (1883 - 1937) des Kolorismus ist für seine Darstellungen der eleganten Innenräume der New Town seiner Heimatstadt Edinburgh und für seine Arbeiten auf der Insel Iona bekannt.



Staffa and Rhum from Iona

Während seines Aufenthalts in Frankreich hat Matisse den nachhaltigsten Einfluss.
Cadell verbringt einen Großteil seines Erwachsenenlebens in Schottland und hat wenig direkten Kontakt zu vielen der neuen Ideen, die das Ausland entwickelt. Er verwendet Themen und Umgebungen, die ihm am nächsten liegen - Landschaften, Interieurs von modischen Häusern in Edinburgh, Stillleben und Figuren, sowohl in Öl als auch in Aquarell. Er ist besonders für seine Porträts glamouröser Frauen bekannt, die er in einer lockeren, impressionistischen Art und Weise malt, wobei er seine Motive mit lebhaften Farbwellen darstellt. Die Landschaft der Insel Iona spielt in seinem Werk eine wichtige Rolle








Canaletto



Festung Königstein
1886



Der venezianische Maler Canaletto (1722 - 1780) bringt in die zahlreichen Veduten und Ansichten der Stadt Dresden einige künstlerische Freiheiten ein. Manche Gebäude malt er in vollendetem Zustand, obwohl sie in Wirklichkeit noch im Bau sind. Das berühmte Panorama des Zentrums der Stadt, das bis heute in uns allen die Vorstelllung vom alten Dresden prägt, mit den im Fluss sich widerspiegelnden Gebäuden, ist genau wiedergegeben.
Fünf Veduten der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge kann er nur nach eigenen, 1755/1756 entstandenen, Zeichnungen in den Jahren 1757/58 vollenden. Der 7-jährige Krieg beginnt. Pirna und Königstein Hauptkampfgebiete, die Preußen besetzen Sachsen. Der König im Exil. Vermutlich fürchtet Canaletto um die Bezahlung seiner Arbeiten, er verkauft sie kurz nach ihrer Entstehung an Kunsthändler, die sie an englische Adelsfamilien veräußern. Der Künstler muss auf Wanderschaft gehen und landet schließlich in Warschau.
In Wien erhält Canaletto 1760 Nachricht von der Zerstörung seines Hauses und der Vernichtung eines Teils seiner Kunstwerke durch preußisches Bombardement, Schaden durch Vernichtung der Kunstwerke und Druckplatten 50.000 Taler.



Der Geschmack des neuen polnischen Königs, Stanislaw II. August noch barock geprägt, er verehrt die venezianische Malerei, ist hochgebildet und spricht mehrere Sprachen, darunter italienisch. An seinem Hofe hat er eine ganze Kolonie italienischer Künstler versammelt, was dem sprachlich völlig unbegabten Italiener entgegenkommt. Canaletto wird am Warschauer Hof zwar nicht, arbeitet aber mit anderen Künstlern im sogenannten „Kunstdepartement“ zusammen.
Die Hauptaufgaben am Hofe sind Modernisierung des königlichen Schlosses in Warschau.
Auf den Warschauer Veduten widmet Bellotto der Staffage viel mehr Aufmerksamkeit als in Dresden. Man schätzt, dass circa 3.000 Personen auf den Warschauer Bildern dargestellt sind, davon etwa die Hälfte nach Stand und Beruf eindeutig identifizierbar.
Bei Anfertigung einer Vedute geht Canaletto stets ähnlich vor. Zunächst kleine und mittlere Zeichnungen mit Hilfe einer camera obscura, dann in einer großen, endgültigen Zeichnung verarbeitet. Diese mit Lineal sehr genau angefertigte Zeichnung wird quadriert, d. h. mit einem Liniengitter versehen, und mit Hilfe dieser Quadrate dann vergrößert auf die Leinwand übertragen. Ergänzend fertigt er auch Skizzen architektonischer Details und freie Skizzen der Staffagefiguren im Maßstab des Gemäldes an.

Pirna

Die vorgeleimte Leinwand zunächst rot mit bolo veneziano, dann noch zweimal grundiert. Auf die fertige Grundierung zeichnet er nun ein Gitternetz entsprechend der Quadrierung auf der Zeichnung, in das er die entsprechenden Quadrate der Zeichnung mit dunkelbraunem Pinselstrich überträgt. Manche Kompositionslinien und architektonische Details zieht er mit dem Lineal nach, sie sind oft noch mit bloßem Auge erkennbar.
Die Schattenpartien sind mit lasierender Farbe aufgetragen, die die Grundierung durchscheinen lässt. Die gröberen Partien führt er in Ölfarbe aus. Für feine Linien verwendet er Tempera. Manche Linien betont er durch Einritzung in die frische Farbe. Zuletzt trägt er die Staffagefiguren auf.
Nach dem 2. Weltkrieg reokonstruieren die Warschauer große Teile ihrer Stadt mit Hilfe Canalettos Ansichten der Warschauer Altstadt.








Caravaggio



Judith und Holofernes
1598/99

2014 öffnen die Besitzer eines Hauses nahe Toulouse nach einem Wasserschaden einen Verschlag im Dachboden und finden dort ein Bild. Ein Auktionshaus beauftragt Eric Turquin mit einem Gutachten. Beim Bild handle sich um einen echten Caravaggio (bedeutender italienischer Maler des Frühbarocks, eigentlich Michelangelo Merisi oder Michael Angelo Merigi, 1571 - 1610), sagt der französische Gutachter.
"Dieses Licht, diese für Caravaggio typische Energie, keine Korrekturen, die sichere Hand und das Bildmaterial zeigen, dass dieses Gemälde echt ist", (das ein anonymer Sammler zwischenzeitlich erworben hat).
Das auf die Zeit 1600 bis 1610 datierte Ölgemälde schildert, wie die biblische Heldin Judith den assyrischen Feldherren Holofernes enthauptet. Experten sind geteilter Meinung, ob das gefundene Gemälde wirklich von Caravaggio stammt. Es wäre nicht das einzige Caravaggio-Gemälde mit dem im Barock sehr beliebten Motiv, das den Triumph der katholischen Kirche gegen ihre Feinde in der Gegenreformation symbolisiert.



Das Gemälde von 1598 zeigt die gleiche Gruppe inklusive des roten gefalteten Vorhanges im oberen Bereich. Die Plätze der alte Dienerin, die Judith bei der Tat hilft, und Judith selbst sind allerdings vertauscht. Als weitere Ähnlichkeit fällt das Gesicht der Judith auf - im Bild von 1598 handelt es sich um ein von Caravaggio öfter abgebildetes Modell.
Holofernes, General des babylonischen Königs Nebukadnezar II. ist mit seinem Heer ausgezogen, die Staaten zwischen Mittel- und Rotem Meer zu unterwerfen als Rache dafür, dass keines der Völker Nebukadnezar im Krieg gegen König Arphaxad unterstützt hat. Holofernes belagert die an einem Pass des judäischen Berglandes gelegene Stadt Betulia. Da es an Wasser fehlt, wollen die Einwohner sich ergeben. Einige wollen noch fünf Tagen abwarten, in der Gott sie retten kann. Judith, eine fromme jüdische Witwe von erheblichem Reiz und ebenso erheblichem Reichtum, entschließt sich, ihre Stadt zu retten. Sie geht mit ihrer Magd und Weinkrügen ins Lager der Holofernes-Truppen, wo es der Frau ihrer Schönheit wegen ohne weiteres gelingt, das Zelt von Holofernes zu erreichen. Betört von der Schönheit und Weisheit Judiths lädt der Feldherr sie zu einem Gelage ein, im Verlaufe dessen sich die Diener diskret aus dem Zelt zurückziehen, um bei der erwarteten Liebesnacht nicht zu stören. Judit macht Holfoernes mit dem schweren Wein betrunken, enthauptet ihn gemeinsm mit ihrer Magd und kehrt mit dem abgeschlagenen Kopf nach Betulia zurück. Als die Soldaten morgens den gemeuchelten Feldherrn entdecken, ergreifen sie in Panik die Flucht, die Juden können die verbliebenen Angreifer besiegen. So geschrieben im Alten Testament Buch Judith.
Caravaggio zeigt als erster in aller Drastik, wie die schöne Witwe Judith den schlafenden Holofernes enthauptet. In der Regel bildeten die Maler Judith mit dem bereits abgetrennten Kopf des Holofernes ab, der Trophäe ihrer Entschlossenheit und ihres Mutes, so etwa Lucas Cranach, Tintoretto oder Giorgione.

Caravaggio zwingt uns zur Nahsicht auf das gewaltsame Geschehen, als sei er Zeuge im selben finsteren Raum wie die im Bild agierenden Personen. Die Szene spielt sich vor einem fast schwarzen Hintergrund ohne räumliche Tiefe ab, in den aus unsichtbarer Quelle von links scheinwerferartiges Licht auf die Figuren fällt. Judith, ihre Magd Abra und Holofernes nebeneinander in der vorderen Bildebene, alle drei Figuren wirken eigentümlich erstarrt und wie in einem schicksalhaften Entscheidungsmoment stillgestellt.
Das Gemälde ist in zwei Hälften geteilt. Die linke Seite des Holofernes - beherrscht von Aufruhr und blutigem Rot. Das unruhige Spiel von Licht und Schatten auf dem Körper des Feldherrn setzt sich auf dem Vorhang hinter ihm fort: Durch die Drapierung wechseln sich hier tief dunkle und leuchtend rote Zonen ab. Die rechte Bildseite mit den beiden Frauen - sehr viel gleichmäßiger ausgeleuchtet, besonders die Gestalt Judiths. Ihre parallel geführten Arme verbinden beide Bildhälften.

Mit dem ausgestrecktem linken Arm hält Judith den Kopf des Holofernes am Haupthaar fest, während sie mit der anderen Hand das Schwert führt. Psychologisch genau beobachtet ist die Mischung aus Entschiedenheit und Ekel, die sich in ihren Zügen spiegelt. Vor allem die steile Falte zwischen den Augenbrauen markiert dabei körperliche Anstrengung und Konzentration wie Abscheu vor der eigenen Tat. Judiths Körper ist leicht nach hinten gebogen, um gleichsam auf Abstand zu ihrem Opfer zu bleiben.



Caravaggios Heldin führt mit dem Schwert keinen kräftigen Hieb aus, sondern tranchiert den Kopf, als handele es sich um einen Quarkkäse. Das ist nun alles andere als realistisch. Anatomisch betrachtet, wird Judith mit ihrem gestreckten rechten Arm wohl kaum die Wirbelsäule des Holofernes durchtrennen können, zumal sie als Schneidewerkzeug ein flach geschliffenes, altertümliches Türkenschwert benutzt, also eine klassische Hieb- und Stichwaffe. Allerdings gelingt es Caravaggio auf diese Weise, die ansonsten sekundenschnelle Enthauptung zu verlangsamen; der Zuschauer kann alles genau beobachten.
Ebenso unrealistisch wie das mühelose Durchtrennen des Halses ist der dekorative und geordnete Blutschwall. An der Halsschlagader wird keine Blutfontäne in die Höhe gepumpt, wie man es erwarten würde, einzig ein mehrstrahliges, opakes Rinnsal fließt in geraden Bahnen über Kopfkissen und Laken. Die hervorquellenden Augen und der aufgerissene Mund des Heerführers zeugen eher von jähem Schrecken als von einem dramatischen Todeskampf. Holofernes stirbt, ohne vielleicht zu wissen, wie ihm geschieht. Mit der rechten Hand stützt er sich ab, um den muskulösen Oberkörper aufzurichten; seinen Unterleib bedeckt ein anthrazitfarbenes Tuch.

Der ungerührte Blick der Dienerin wiederum scheint sich über das, was sich hier gerade ereignet, nicht im mindesten zu wundern. Wer zuerst auf die Bildmitte mit dem noch halb lebenden, schreienden Holofernes blickt und dann über Judiths Arme nach links zur Hauptakteurin schweift, wird am rechten Bildrand von diesem funkelnden Blick wieder zum Ausgangspunkt zurückgeworfen, in einer Endlosschleife wiederholten Betrachtens, die kein Entrinnen zulässt. In den Händen hält die Alte den Sack, der für das Haupt des Holofernes vorgesehen ist.

Dass es in Caravaggios Gemälde nicht nur um drastische Gewalt, sondern auch um Erotik geht, verdeutlicht Judiths Bekleidung. Ihr Kleid öffnet sich vom Nabel aufwärts und zeigt den Oberkörper von einem sehr dünnen Stoff umhüllt, unter dem die Brüste deutlich durchscheinen; die Brustwarzen stehen sichtbar vor. Der weiße Stoff des Hemds ist mit den Tönen des Inkarnats durchsetzt. In diesem Bereich wird der Stoff nur von quer verlaufenden Schnüren gehalten, die die Brüste zusätzlich betonen. An der Achsel münden die Schnüre in einer Schleife, die dem Betrachter nahelegt, dass ein winziger Handgriff zur Enthüllung genügt. Caravaggio lädt die blutige Szene mit erotischer Spannung auf, die darauf verweist, dass Holofernes ein Opfer weiblicher Reize ist. Judith hat sich Holofernes als sexueller Köder dargeboten, aber sie stellt unmissverständlich klar: Zwar hat ihn mein Anblick verführt und in das Verderben gestürzt, aber er hat mich durch keine Sünde befleckt oder geschändet. In Caravaggios Bild treten die patrotische Heldentat und deren religiöse Aspekte in den Hintergrund - den Maler interessiert weit mehr das reißerische Potenzial der Geschichte: Sex and Crime im Schlafgemach. Im Bild fehlt ein Hinweis auf den Sinn der Tat - die Rettung des jüdischen Volkes. Damit tritt automatisch ein Subthema der biblischen Geschichte in den Vordergrund, nämlich der Antagonismus der Geschlechter, und durch die Hand einer schwachen Frau zu fallen, ist eine zusätzliche Demütigung des männlichen Opfers.

Die Schleife des Perlenohrrings findet in der Hemdschleife an der Achsel ihe Wiederholung, um Judiths Blickrichtung zu unterstützen.
Caravaggio ästhetisiert die grausige Hinrichtung regelrecht. Der Gesichtsausdruck des Holofernes gibt eine stilisierte Grimasse des Schreckens wieder und der unrealistische Blutstrahl besudelt nichts und niemanden. Auf diese Weise senkt Caravaggio im Betrachter die Mitleidsgefühle und damit auch die Barrieren für einen ästhetischen Genuss der Grausamkeit.







Giuseppe Casciaro



Ansicht von Nusco
Mischtechnik auf Papier, 1902

Der italienische Maler Giuseppe Casciaro (1861 - 1941) gewinnt zahlreiche Preise. Er emtwickelt eine besondere Kompetenz für Landschaftszeichnungen in Pastell, obwohl er auch ein paar Ölgemälde schafft. Wohl einer der besten Pastellmaler, lässt er sich auf dem Vomero (bekanntes Hügelviertel in Neapel nieder) und teilt sich ein Atelier mit dem Maler Attilio Pratella.


Ansicht einer Bucht mit hellblauem Meer







Emiliano Di Cavalcanti

Mulatas


Emiliano Augusto Cavalcanti de Albuquerque Melo, brasilianischer Maler, Illustrator und Karikaturist (1897 - 1976), will eine Form brasilianischer Kunst ohne erkennbare europäische Einflüsse herstellen. Seine Frau, die Malerin Noêmia Mourão ist in den späten 1930ern Inspiration für seine Werke.
In Rio de Janeiro aufgewachsen, beeinflussen Di Cavalcanti Intellektuelle, die er im Haus seines Onkels, Figur der abolitionistischen Bewegung, kennenlernt. Nach abgebrochenem Jurastudium schließt er sich in Sao Paulo 1918 einer Gruppe von Intellektuellen und Künstlern an, deren Hauptinteresse die Befreiung der brasilianischen Kunst von europäischen Einflüssen ist. Di Cavalcanti lebt 1923 bis 1925 in Paris und Montparnasse, wo er Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Braque und Fernand Léger kennen lernt.
NachRückkehr aus Europa tritt er der brasilianischen Kommunistischen Partei bei. Di Cavalcanti verkörpert die problematische Tendenz der brasilianischen Modernisten in eine von zwei verschiedene Richtungen gezogen zu werden: sein Thema besteht aus besonders brasilianischen Themen (meist Mulattinnen), aber sein künstlerischen Einflüsse sind dennoch die europäischen Modernisten und Pablo Picasso.
Wegen seiner kommunistischen Überzeugungen und Bindungen zweimal inhaftiert. Heirat mit der Malerin Noêmia Mourão (zuvor 1921 mit seiner Cousine Maria verheiratet), sie wird seine Reisepartnerin, bis sie beide 1936 inhaftiert werden.
1937 Paris, um dort bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs Anfang 1940 zu bleiben. Nach Rückkehr nationalistische Gefühle stärker, wie Darstellungen von Mulattenfrauen, Karnevalen, Negern, verlassenen Gassen und tropischen Landschaften zeigen Themen, die im brasilianischen Alltag und nicht in Europa zu finden sind. Di Cavalcanti, früher Kommunist und Atheist, konvertiert zum römischen Katholizismus.
Di Cavalcanti ist vom weiblichen Körper besessen.







Ali Cavanaugh



Essence


Künstlerische Sensation: Aquarell in Wasserfarben ...
Seit ihrem 2. zweiten Lebensjahr ist die amerikanische Künstlerin (geboren St. Louis 1973) schwerhörig. Doch das schätzt sie mittlerweile als gar nicht so schlimm ein, weil sie sich mehr auf das Visuelle in der Welt fokussiert. Ihre Porträts und gemalten Figuren finden bei Tausenden von Anhängern und Fans Resonanz.
"Ich habe von 1995 bis 2005 hauptsächlich in Öl gemalt. In einer Ausstellung habe ich ein paar Aquarelle aufgenommen. Dabei habe ich ein paar Ölgemälde verkauft, aber zu meiner Überraschung wollten alle über die Aquarellbilder sprechen, so dass ich mich entschied, meine künstlerische Reise ins Aquarell zu unternehmen. Ich hatte noch nie eine formelle Ausbildung oder Unterricht mit dem Medium. Aquarell hat mich gefunden.
Schon früh hat mich Andy Warhol beeinflusst. Ich liebte seine furchtlosen Kompositionen und seinen einzigartigen Geist. John Singer Sargent war schon immer ein Favorit mit seinem Genie im Realismus und der Art und Weise, wie er das Gesehene und Unsichtbare in den Menschen einfing, die er malte.



Ich habe eine Faszination sowohl für das Gesehene als auch für das Unsichtbare. Die Zweiteilung des Gesehenen und Unsichtbaren in der menschlichen Existenz war für den größten Teil meiner Karriere als figurativer Künstler ein konzeptioneller Eckpfeiler. Ich bin von der externen Person inspiriert; die Kompositionen in Bewegung, die Texturen von Haar, Haut und Stoff - die Elemente des Designs und der äußeren visuellen Struktur, aber ich bin genauso inspiriert vom eigenen Geist. Es gibt eine interne einzigartige Präsenz, die ich immer einfangen möchte. Es kommt in einem sehr subtilen äußeren Ausdruck durch. Es gibt eine Dualität in unserer Existenz, was mich extrem daran interessiert, die Figur zu malen.
Ich arbeite nur mit eigenen Fotos. Der Hyperrealismus erfordert das Arbeiten mit Fotos auf eine sehr wörtliche Weise. Meine Pinselstriche sind absichtlich, mühsam und akribisch. Die Kreativität kommt in der Fotoshooting- und Planungsphase. Sobald ich mein Foto habe und arbeite, sind hauptsächlich Fähigkeiten und Ausdauer erforderlich, um das Bild fertigzustellen.



Bei meiner Immerse-Serie gieße ich Farbe ein, lasse sie trocknen und dann spricht sie mich an. Ich antworte, indem ich Farbe addiere oder subtrahiere. Es ist eher wie ein Gespräch. Ich habe eine allgemeine Vorstellung davon, was ich vorhabe, wenn ich mit dem Malen beginne, bin mir aber nie sicher, wo es enden wird. Mit dem Hyperrealismus kann ich Kinder um mich herum spielen lassen und alle möglichen Ablenkungen, aber mit der Immerse-Arbeit muss ich mich konzentrieren und in Stille malen. Das Bild und ich gehen hin und her, so dass es meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es scheint das Gegenteil zu sein, aber wenn ich Realismus male, bin ich Autopilot.
Die Gesten und Kompositionen der Figuren in meinen Gemälden sind absolut meine erste (und wichtigste) Überlegung. Ich muss ein kraftvolles Bild als Grundlage schaffen. Wenn ich keine starke Komposition habe, habe ich mit dem falschen Fuß angefangen."



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Paul Cézanne



Montagne Sainte-Victoire, von der Umgebung bei Gardanne aus gesehen
1886–90

Paul Cézanne, franzöischer Maler (1839 - 1906).
Die Gegend um das Gebirge zählt zu einem der wichtigsten Themenkreise der späten Jahre. Von einem Aussichtspunkt oberhalb seines Ateliers aus, später Terrain des Paintres genannt, malt er mehrere Ansichten des Berges. Eine genaue Naturbeobachtung ist Voraussetzung für Cézannes Malerei: „Um eine Landschaft richtig zu malen, muß ich auch zuerst die geologische Schichtung erkennen.“ Insgesamt malt er mehr als 30 Ölbilder sowie 45 Aquarelle des Gebirges, und ist stets darauf bedacht, „Konstruktionen und Harmonien parallel zur Natur“ zu finden.
Vor allem in seinem Spätwerk befasst er sich mit der Aquarellmalerei, da ihm klar geworden ist, dass die spezifische Anwendung seiner Mittel in diesem Medium besonders offenkundig darzulegen ist. Die späten Aquarelle wirken auch auf seine Ölmalerei zurück.
Ernst Gombrich:„Er sah seine Aufgabe darin, nach der Natur zu malen, das heißt sich der Entdeckungen der Impressionisten zu bedienen und dennoch gleichzeitig die innere Gesetzmäßigkeit und Notwendigkeit wiederzugewinnen, die die Kunst Poussins ausgezeichnet hatte.“


Äpfel und Kekse


FF 100 Banknote mit Ausschnitten aus Cézannes Gemälden




Die Kartenspieler

„Eine Art lieber Gott der Malerei.“ (Henri Matisse)
In der Rezeption der Werke und der vermeintlichen Absichten Cézannes liegen viele „produktive“ Missverständnisse verborgen, die auf den weiteren Verlauf und die Entwicklung der modernen Kunst erheblichen Einfluss nehmen. So zeigt die Liste jener Künstler, die sich mehr oder weniger berechtigt auf ihn berufen und einzelne Elemente aus der Fülle seiner gestalterischen Ansätze für eigene Bildfindungen ummünzen, eine nahezu lückenlose Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Schon Apollinaire stellt 1910 fest, dass „die meisten der neuen Maler behaupten, Nachfolger dieses ernsten, nur an der Kunst interessierten Malers zu sein“.



Unmittelbar nach Cézannes Tod im Jahr 1906 beginnt, angeregt durch umfassende Ausstellungen, eine lebhafte Auseinandersetzung mit seinem Werk. Unter den jungen französischen Künstlern sind zuerst Matisse und Derain von der Leidenschaft für Cézanne ergriffen, es folgen Picasso, Fernand Léger, Georges Braque, Marcel Duchamp und Piet Mondrian. Diese Begeisterung ist dauerhaft, so äußert noch der 80-jährige Matisse 1949, dass er der Kunst Cézannes am meisten verdanke. Ferner bezeichnet Braque den Einfluss Cézannes auf seine Kunst als „Initiation“ und äußert (1961): „Cézanne war der erste, der sich von der gelehrten mechanisierten Perspektive abwandte.“ Picasso gesteht, „er war für mich der einzige Meister …, er war eine Vaterfigur für uns: er war es, der uns Schutz bot.“
Rainer Maria Rilke:
„Wenn ich mich erinnere, wie befremdet und unsicher man die ersten Sachen sah, ... lange nichts und plötzlich hat man die richtigen Augen.“ Rilke verdeutlicht sein großes Interesse an der Malerei, von der er sich Lösungen für seine schriftstellerischen Probleme erhofft: „Es ist gar nicht die Malerei, die ich studiere, es ist die Wendung in dieser Malerei, die ich erkannte, weil ich sie selbst eben in meiner Arbeit erreicht hatte.“ Bei Cézanne sieht er, wie die „Stimmungsmalerei“ zu überwinden ist. Dies entspricht seiner Auffassung vom Dichten, die er in den Neuen Gedichten schon umsetzt. Nach der Ausstellung setzt er 'Der Neuen Gedichte anderer Teil' fort, in denen er die Anwendung des Prinzips vom „sachlichen Sagen“ deutlich macht. Ein Bespiel:

Dass Rilke nicht der einzige modernistische Autor ist, für den die Frage nach den unterschiedlichen Formen und Funktionen von Bildern und Bildlichkeit in der Literatur zentrale Bedeutung erlangt, wird unter anderem auch in der Auswirkung auf die Literatur um 1900 beispielsweise in den Werken Hugo von Hofmannsthals mit dem „Eindringen der Farbe in die Sprache“ deutlich.
Peter Handke in "Die Lehre der Sainte-Victoire": „Ja, dem Maler Paul Cézanne verdanke ich es, dass ich an jener freien Stelle zwischen Aix-en-Provence und dem Dorf Le Tholonet in den Farben stand und sogar die asphaltierte Straße mir als Farbsubstanz erschien... so habe ich Bilder wohl von Anfang an als bloßes Zubehör gesehen und mir von ihnen lange nichts Entscheidendes erwartet.“







Marc Chagall



Der Tote
1908

Chagall, französisch-russischer Maler jüdischen Glaubens (1887 - 1985), besteht die Aufnahmeprüfung für die Kunstakademie Sankt Petersburg nicht. Er lässt sich an der Schule der Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste ausbilden und malt das berühmte schwarz-weiße Bild "Der Tote".
Eine erste eigene Form entwickelt er mit "Meiner Braut gewidmet (1911)", dessen sexuelles Bildmotiv - man erachtet es als pornografisch (?) - dazu führt, dass der Künstler es erst 1912 auf dem Pariser Frühjahrssalon ausstellen kann.



In Polen spürt Chagall zum ersten Mal die vom Dritten Reich ausgehende Bedrohung für die jüdische Welt. Er ist tief erschüttert, als er Augenzeuge wird, wie ein Pole seinen Freund Dubnow auf offener Straße als „Drecksjude“ beschimpft. 1938 erneuert er seine Beschäftigung mit dem Thema der Kreuzigung, die ihm als höchstes Symbol für Leiden gilt.

"Die weiße Kreuzigung" drückt sein Entsetzen über die Judenverfolgung und den in Frankreich entflammten Antisemitismus aus.







Théodore Chassériau



Nymphe neben einer Quelle
Öl auf Leinen 1850

Der auf Santo Domingo geborene Maler des romantischen Klassizismus (1819 - 1856), kommt 1822 nach Paris. Schon mit 11 studiert er in einem Atelier, später beeinflussen ihn Paul Delaroche und Eugène Delacroix.







Chu Teh-Chun



Abstraktion


Chu Te Chun (1920 - 2014), französisch-chinesischer Künstler, dessen Werk an vorderster Front bei der Integration traditioneller chinesischer Malstile in die Abstraktion des Westens im 20. Jahrhundert steht.
Aufgewachsen in der östlichen Provinz von Anhui, eine Region, die sich Hunderte km nördlich des Jangtse erstreckt und Heimat der berühmten Gelben Berge ist. Inspiriert von seinem Großvater, der Kunst und Poesie sammelt, und von seiner Familie, die in der traditionellen Kalligraphie und Malerei mit Tinte verwurzelt ist, wird er ermutigt, den Pinsel als das zu betrachten, mit dem er sein Leben führen wird.
Chus Vater erkennt sein Talent zum Malen und überzeugt ihn, kein Turner zu werden, sondern die Schönen Künste zu studieren. Das hat er dann in der Schule Lin Fengmians getan, ein visionärer Künstler mit panasiatischer expansionistischer Ästhetik, der traditionelle chinesische Kunst mit der westlichen Moderne in Einklang bringen will.





Composition n°62

Sein persönlicher Rekord: 2013 Versteigerung in Hongkong eines 1963 gemalten Diptychons ohne Titel in Öl auf Leinwand für 9,1 Mill. USD.







Winston Churchill



Ansicht von Tinherir


Dieses selbst geschaffene Gemälde (2006 kauft es ein Sammler für 612.800 Pfund!) schenkt der frühere Kriegspremier Winston Churchill (1874 - 1965), ab 1955 Sonntagsmaler, 1953 dem amerikanischen Außenminister Marshall. George C. Marshall ist im 2. Weltkrieg General of the Army und als Außenminister 1947 bis 1950 Architekt des nach ihm benannten Planes zum wirtschaftlichen Wiederaufbau des in Trümmern liegenden Europas, den Churchill als „den besten Römer unter allen“ wertschätzt (in Anlehnung an Antonius' Würdigung des Brutus in Shakespeares „Julius Cäsar“). Die Landschaft ist auch Symbol für das enge Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA, für die Churchill, selbst halber Amerikaner, 1946 den Begriff „Sonderbeziehung“ prägt.
Churchill und Marshall nehmen im Januar 1943 an der Konferenz von Casablanca teil, an deren Ende die Alliierten erstmals ihre offiziellen Kriegsziele mitteilen, nämlich bedingungslose Kapitulation Deutschlands, Italiens und Japans. Churchill betrachtet Marrakesch als das „Paris der Sahara“.

Gegen Ende des Jahres 1950 hält sich Churchill wieder dort auf, um an seiner Geschichte des Zweiten Weltkriegs zu schreiben und zu malen. 1953 gemalt, ist die Ansicht der Oase an der Biegung eines Flusses das Jahr, in dem George C. Marshall und Churchill den Nobelpreise erhalten, Churchill für Literatur und Marshall für Frieden. Marshalls Enkelin, die Schauspielerin Kitty Winn, erzählt, das Gemälde habe an herausgehobener Stelle im Wohnzimmer ihrer Großeltern gehangen.







Guglielmo Ciardi



La gondola
1881

Der italienische Maler aus Venedig (1842 bis 1917) schreibt sich 1861 an der Akademie der bildenden Künste ein, wo er bei Domenico Bresolin Landschafts- und Seestücke studiert und 1894 dessen Lehramt übernimmt. 1868 Florenz, Freundschaften mit Macchiaioli-Malern, in Neapel Kontakt mit den Künstlern der Resina-Schule. 1915 auf der Ausstellung in San Francisco, zu der auch seine Kinder Beppe und Emma gehören. Gelähmt, stirbt 2 Jahre später.







George Clausen



Youth Mourning


Clausen ist offizieller Kriegskünstler während des 1. Weltkriegs, in dem der Verlobte seiner Tochter fällt; das Ereignis könnte sein Gemälde "Jugendtrauern" inspiriert haben, das eine verzweifelte junge Frau zeigt, die in einer öden Landschaft trauert.
Sir George Clausen RA (1852 - 1944), der britische Künstler, der in Öl und Aquarell, Radierung, Mezzotinta, Trockenspitze und Lithografie arbeitet, ist Sohn eines Dekorationskünstlers dänischer Herkunft. Geboren in London, er besucht die Designklassen an den South Kensington Schools in London. In Paris bewundert er den Naturalismus von Jules Bastien-Lepage, über den er 1888 bis 1892 schreibt.
Clausen entwickelt sich zu einem der bedeutendsten modernen Maler der Landschaft und des bäuerlichen Lebens, der von den Impressionisten beeinflusst ist, mit denen er die Ansicht teilt, dass Licht das eigentliche Thema der Landschaftskunst ist. Seine Bilder zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Aussehen von Dingen unter fleckigem Sonnenlicht im Freien oder im schattigen Schutz einer Scheune oder eines Stalls wiedergeben.
Clausen ist 1886 Gründungsmitglied des New English Art Club. Ab 1906 hält er als Professor für Malerei an der Royal Academy eine denkwürdige Reihe von Vorlesungen, die er als "Sechs Vorlesungen über Malerei" und "Ziele und Ideale in der Kunst" veröffentlicht.







Nicolas Cluzel



La maja vêtue
Acryl auf Leinwand 2018

Hijacking und Mise en Abyme vor "La maja vêtue" von Francisco des Goya



Mise en abyme (XII) 2019

Hijacking und Mise en Abyme vor "Olympia" von Edouard Manet



Eine hemmungslose Malerei, die mit den Codes der klassischen Malerei spielt und eine Darstellung bietet, bei der Humor einen herausragenden Platz einnimmt.
Der französische Maler Nicolas Cluzel, geboren 1987, konzentriert sich auf das "Ausleihen" aus der Kunstgeschichte, interpretiert oder lenkt von berühmten Gemälden ab, um deren Bedeutung zu aktualisieren. Er weiß sehr wohl, dass die Themen in der Malerei begrenzt sind und dass das Ziel der Malerei darin besteht, sich mithilfe dieser Themen in seine Zeit einzufügen. Die Bedeutungserneuerung, die er in seinen Werken vorschlägt, überwiegt dann weitgehend das, was summarisch als Kunst des Zitierens verstanden werden könnte.
Während viele die Einwirkung der Zeit auf die Transformation von Körpern malen oder formen, egal welcher Art, misst Nicolas Cluzel die Veränderungen, die diese Zeit einführt, auf der Ebene von Konzepten, Ideologien, Überzeugungen, Lebensweisen, beim Lesen derselben Tatsachen einige Jahrhunderte später. Seine Malerei ist die Interpretation einer Realität und nicht ihre bloße Reproduktion. Er instrumentalisiert diese Interpretation mit einem bemerkenswerten Wissen um die Techniken und physikalischen Eigenschaften der Malerei. Unvollkommene Nachahmung, die willkürliche Wahl der Farben unter Berücksichtigung der Fließfähigkeit der Farbe und der Effekte, die daraus gezogen werden können, verwendet er, um der endgültigen Kreation eine eigene Persönlichkeit zu verleihen. Und machen wir es zu einem interessanten Objekt oder mit anderen Worten zu einem Werk.
In diesem Land der grimassierenden und krampfhaften Kunst breitet sich überall die schroffe Heiterkeit schöner Sakrilegien und die Schärfe von Blasphemien aus, die wissen, wie man ungehorsam ist, wenn es nicht nötig ist, und verrenken den quälenden Hals trauriger Anstandsregeln. Und es brüllt in den hohen Mündern, und es verwüstet die riesigen Kehlen, die wie Folter bluten, offen wie Höhlen.






Frank Coburn



Rainy Night


Frank Coburn (1862 – 1938) Amerikanischer Maler, der am Zeitgeist teilnimmt, indem er sich in die Natur hinauswagt, um Landschaften von südkalifornischer Schönheit zu malen - nur eine Facette seines Werks.
Der Künstler malt auch stoische Porträts von amerikanischen und hispanischen Ureinwohnern, einsame Gestalten, die sich ihren Weg durch Stadtlandschaften bahnen, die sommerliche Regenstürme heimsuchen, und Szenen aus seinem eigenen Leben.

Künstler aus Südkalifornien malen selten Selbstporträts. Hier das einzige von Frank Coburn.
Eine Kritikerin des Los Angeles Herald 1911: "Coburns Gemälde sind eine Mischung aus Realismus und poetischem Gefühl". Und genau das finden wir auch in diesem Selbstporträt. Wir sehen den Künstler mit einem traurigen, wissenden Blick in den Augen, als wolle er sich an seinem Hosenboden hochziehen und verschwinden. Wie auch im Porträt seiner Mutter ist er als Subjekt das einzige definierte Element der Szene. Dieses Werk scheint auf einen zukünftigen Coburn hinzudeuten, der einsame Tage in "El Vagabundo", dem aus einem Bus umgebauten mobilen Atelier verbringen wird. Während viele der anderen Künstler in der engen Gemeinschaft von Laguna Beach Beziehungen untereinander knüpfen, sind die gleichen Bindungen, die Coburn mit seinen Zeitgenossen und seiner Frau gehabt haben muss, fast gänzlich undokumentiert.

Coburns Mutter in einem Moment nachdenklicher Betrachtung. Die Szene ist eine interessante Mischung aus verschiedenen Elementen. Das Gesicht ungewöhnlich realistisch, aber diese Qualität löst sich auf, wenn wir uns von diesem Brennpunkt entfernen. Hände und Hintergrund lösen sich in Abstraktion auf, vielleicht Hinweis auf einen kognitiven Verlust seiner Mutter, vielleicht aber auch als Anspielung auf den amerikanischen impressionistischen Maler James Whistler. Coburns Gemälde ist eine Wiederaufnahme von dessen Arrangements. Viele seine Werke sind vom Tonalismus beeinflusst, den Whistler begründet. Es ist möglich, dass der Pinsel auf der Leinwand seine Liebe zu den greifbaren und abstrakten Figuren in seinem Leben prägte.
In Bezug auf seine Arbeit ist Coburn sehr sentimental. Aspekte des eigenen Lebens - und möglicherweise auch seine Ängste - fließen in seine Gemälde ein.



















Alix Colmant



Elle seule et rien d'autre
2018

"Im Alter von 5 Jahren verkündete ich mit Überzeugung, dass ich Malerin werden wollte. Ich wusste intuitiv, dass mein Platz in der Kunst war, dass der kreative Ausdruck die Grundlage meiner Persönlichkeit bildete."
Alix Colmant, Pseudonym Alixire, geboren 1963 in der Nähe von Paris, engagierte französische Künstlerin, schafft auf der Suche nach Emotionen und nicht nach einem Bild oder einer Idee seltsame, temperamentvolle Zeichnungen und Gemälde voller wirbelnder Strukturen, faszinierender Ausdrücke und Stempel des Surrealismus.
Nach ihrer ersten erfolgreichen Ausstellung 2001 verfolgt sie ihren künstlerischen Weg, indem sie ihre beiden Lieblingsthemen Natur und Weiblichkeit vor allem durch Zeichnungen, Skulpturen und Landart erkundet und dabei die Volute als künstlerische Signatur unendlich variiert. Die Zeichnung ist ihre erste Liebe: Mit Bleistift, Feder, Filzstift und Kugelschreiber, auf Papier, Textilien und Leinwand zeichnet Alixire Traum- und Fantasiewelten nach. Sie widmet sich auch dem Anderen in seiner unreduzierbaren Andersartigkeit durch das Porträt. Ihre sorgfältige Zeichentechnik ermöglicht es ihr, in die Physiognomie des Modells zu reisen und seine wahren Züge zu reproduzieren, durch die sich die Seele ausdrückt. Die Malerei kommt wie eine materialistische Verlängerung ihrer grafischen Forschung. Ihre Skulpturen können aus Holz, Pappmaché oder auch aus durchscheinenden und grazilen Flügelspitzen bestehen, die von den Windungen eines Lufthauchs bewegt werden. Die Landart schließlich ermöglicht es ihr, außerhalb des Rahmens zu zeichnen und sich physisch mit der Natur zu messen. Als waches und anspruchsvolles Wesen, das sich in jedem kreativen Akt neu erfindet, strebt Alixire nach ihrem absoluten Ziel: der ästhetischen Emotion.







Stephen Conroy

Self-Portrait I
Conte auf Papier 2006

Der bei Glasgow lebende Künstler malt und zeichnet immer offensiver sein Gesicht. Es ist überwiegend ernst und streng charakterisiert, so als ob er sich den Satz des englischen Geschichtsphilosophen Arnold Joseph Toynbee zu eigen gemacht hätte, dass der eigentliche Weg nach innen führt. Der Ernst, mit dem er diese Selbstansichten vorträgt, hat die Tendenz zur Melancholie und zur Schwermut. Aber keine, die Mitleid erheischen will, keine die sich selbst zur tragischen Rolle stilisiert. Dem Künstler Conroy ist klar geworden, dass Nachdenklichkeit, dass Innehalten die eigentlichen Quellen für Selbsterfahrung sind und damit bereichernd wirken können.



Conroy knüpft an Künstler wie Rembrandt und van Gogh an, denen es um ähnlich subjektive Überprüfung ging - dass das Selbstbildnis mit der zusätzlichen Schwierigkeit zu kämpfen hat, dass man sich nicht selbst »richtig« sehen kann, sondern nur intuitiv, weil der zu Hilfe genommene Spiegel die Seiten vertauscht. Dies erhöht den Anspruch und vermehrt die Spannung. Für den Künstler ist damit die Unsicherheit verbunden, die das Dilemma verstärkt, dass ein Selbstporträt zwischen seitenverkehrtem Sehen und vom Anderen anders Gesehenwerden liegt. Niemand kann das auflösen, und jedes Resultat bleibt in geheimnisvoller Schwebe zwischen beiden Polen. Darin liegt die Ambivalenz der Darstellung, ihre auch uns bewegende Faszination, weil der Künstler sich natürlich auch mit den Augen des Anderen sehen möchte und es doch nicht kann.

Fallen

Stephen Conroy, der schottische Maler wird 1964 in Helensburgh geboren, studiert bis 1987 an der Glasgow School of Art und ernet im United Kingdom und international viel Anerkennung und Lob. Der Künstler bleibt in Schottland.
Er ist für seine kühne Figurensprache bekannt. Grundsätzlich steht die männliche Figur in seinen Bildern im Mittelpunkt seiner Kompositionen, mit besonderer Konzentration auf deren geistige und psychische Verfassung. Es sind reale Darstellungen, herausgelöst aus jeglichem räumlichen Zusammenhang, um die ganze Aufmerksamkeit auf die Gemütslage, die seelische Spannung, zu legen. Mit diesem Sujet und der ungeschönten Intensität seiner Porträts, steht Stephen Conroy in der Tradition der britischen Figurenmalerei eines Francis Bacon und Lucian Freud.







John Constable



The White Horse
1819

Constables Werk lebt aus der Spannung zwischen genauer Naturbeobachtung (z. B. Himmels- und Wolkenstudien) und der Vernachlässigung der Linie zugunsten der Farbwirkung. 'The White Horse' markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Karriere des Künstlers. Es ist das erste einer Reihe von sechs sogenannten "Six-Footers", die Szenen auf dem Fluss Stour zeigen, einschließlich seines berühmten Werks 'The Hay Wain'. Motiv des Gemäldes ist ein Schlepppferd, das in Flatford, direkt unterhalb der Schleuse, an einer Stelle, an der der Schlepppfad die Ufer wechselt, über den Fluss gefahren wird. Der Bischof von Salisbury Fisher kauft es für100 Guineen , es ist eines von Constables Lieblingsgemälden:
"Es gibt im Allgemeinen im Leben eines Künstlers vielleicht ein, zwei oder drei Bilder, an denen mehr als das übliche Interesse hängt - das ist meins." 1830 - Fisher ist hoch verschuldet - kauft Constable das Gemälde zurück, ebenfalls für 100 Guineen und behält es den Rest seines Lebens.



'The Hay Wain' - Der Heukarren - von 1821 zeigt eine ländliche Szene am River Stour in Suffolk. Heute hängt es in der National Gallery in London und gilt als eines der beliebtesten Gemälde der britischen Öffentlichkeit.
In der Bildmitte zeigt es ein Paar Zugpferde, die einen Heuwagen durch den Fluss ziehen. Auf der linken Bildseite erkennen wir eine Hütte (auch in 'Willy Lott's Cottage' dargestellt). Die Stelle liegt in der Nähe von Flatford Mill, das linke Ufer liegt in Suffolk, das rechte in Essex.

Die Hütte links gehörte dem Nachbarn von Constables Vater, Willy Lott, einem Pächter, von dem man erzählt, er sei in dem Haus geboren und habe es während seiner gesamten Lebenszeit nie länger als vier Tage verlassen. Das Haus besteht in fast unveränderter Form bis heute.









Lovis Corinth



Selbstporträt mit Skelett 1896




Corinths Anwort auf Arnold Böcklins "Selbstbildnis mit fiedelndem Tod" von 1872, das zu diesem Zeitpunkt in Deutschland die Runde macht. Böcklins geigendes Skelett ist sehr lebendig, der Künstler lauscht. Beides sind in diesem Kontext seit dem Mittelalter häufig genutzte Motive.

Auch Hans Thoma greift sie 1875 auf („Selbstbildnis“). Der mit Lorbeerkranz geschmückte skelettierte Schädel schaut dem malenden Künstler über Schulter und Kopf und im Baumgeäst sitzt Gott Amor und krault dem Maler die Haare ...

Bei Corinth vollkommen anders: Sein am Eisenständer erhängtes Skelett verwenden Mdeiziner als Lehrmodell für anatomische Demonstrationen – eine mausetote unlebendige Sache, der alle Bedrohlichkeit und Symbolkraft fehlt. Die qualmenden Schlote der Großstadtkulisse verstärken den Realitätsbezug, der durch das Fenster in den hell erleuchteten Raum dringt: Eine klare und natürliche Finalisierung Lebens durch den Tod, jede Mystik fehlt.

Im Hintergrund scheint das Panorama der Stadt München auf, das wir durch das breite Atelierfenster sehen. Das Bild schneidet die Körper in Brusthöhe ab und stellt entsprechend nur Oberkörper und Köpfe dar. Nach dem Werkverzeichnis von Charlotte Berend-Corinth zeigt das Bild „Corinth vor einem großen Atelierfenster, in einem blaßblauen karierten Hemd. Durchblick auf München in Rosa und Violett.“

Corinth stellt sich selbst kaum oder gar nicht idealisiert dar. Er trägt Schnurrbart und kurze dunkle Haare mit Geheimratsecken und ein kariertes helles Hemd mit dunkler Krawatte.
Am rechten oberen Bildrand findet sich die Signatur Corinths in feinen Buchstaben, somit für ihn untypisch. In einer Kartusche schreibt er: Das „J.“ steht für Jahr und gibt sein Alter an, das „a.“ für anno und bezeichnet das Jahr. Die Signatur ist Hinweis aufs Vorbild: das frontale „Selbstbildnis“ Albrecht Dürers (um 1500).
Das Selbstporträt mit Skelett gehört zu den bekanntesten der zahlreichen Selbstporträts, die der Maler anfertigt. Das Gemälde entsteht, als Corinth noch nicht auf dem Höhepunkt seiner Popularität steht, einige Jahre vor dem Umzug von München nach Berlin.
Corinth malt seit 1886 in regelmäßigen Abständen Selbstporträts, das Motiv des aufgehängten Skeletts mit ihm auf einem Bild greift er 1916 in „Der Künstler und der Tod“ nochmals auf, diesmal ohne Atelierfenster und stattdessen mit einem Ziegenschädel in Form einer an die Wand gehängten Trophäe im Hintergrund.

In seinen späteren Graphiken und Zeichnungen, die nach Schlaganfall 1911 und Kriegsverlust entstehen, ist der Tod in Form eines Totenschädels allerdings sehr häufig zu finden. Hier verleiht er dem Tod allerdings wieder seine bedrohliche Symbolik, die er in diesem Gemälde vermissen lässt.

Manfred Bluth greift 1984 das Selbstporträt in seiner bildlichen Konzeption ähnlich auf. Er stellt den Künstlerkollegen Johannes Grützke vor einem Atelierfenster neben aufgehängtem Skelett dar.

1917 Porträt des Großadmirals Alfred von Tirpitz. Nach dem Ende der Monarchie sieht Corinth sich in seinem Glauben an die deutsche Malerei erschüttert: „So ist der Hohenzollernstaat mit Stumpf und Stiel einstweilen ausgerottet. Ich fühle mich als Preuße und kaiserlicher Deutscher.“







Dean Cornwell



Romantic Couple Seated by Piano
1922
Auf dem Höhepunkt seiner Popularität "Dekan der Illustratoren" genannt, erscheinen Cornwells Ölgemälde (meist als literarische Illustrationen, Anzeigen und Plakate zur Förderung der Kriegsanstrengungen in der Zeit des 1. Weltkriegs) in populären Magazinen und Büchern wie Pearl S. Buck, Lloyd Douglas, Edna Ferber, Ernest Hemingway, W. Somerset Maugham und Owen Wister. Er malt aber auch viele populäre Wandbilder, etwa am New England Telephone-Hauptgebäude in Boston, oder am Center William Rappard in Genf. Sein Wandbild für die Los Angeles Public Library ist eine Darstellung der Geschichte Kaliforniens. Sein Cover eines Flussboots verarbeitet die US-Post 2001 zu einer Briefmarke.

1922 bis 1926 ist Cornwell Präsident der Society of Illustrators, 1959 in Hall of Fame gewählt.







Jean-Baptiste Camille Corot

Brücke von Narni - Augustusbrücke über die Nera
1826

Die Ponte d’Augusto ist eine römische Bogenbrücke in der italienischen Stadt Narni, Region Umbrien, die dort den Fluss Nera überspannt. Von den einst vier Bögen der etwa 160 m langen Brücke ist heute noch der südlichste Bogen erhalten.
Der rund 30 Meter hoch aufragende Bau ist eine der größten von den Römern erbauten Brücken. Alle Romreisenden haben über Jahrhunderte die unter Augustus um 27 v. Chr. aus Travertinblöcken erbaute Brücke passoert, sie war Teil und Engpass der Via Flaminia. Feldweiten der wahrscheinlich insgesamt vier Bögen: 19,20 m, 32,10 m, 18,00 m und 16,00 m, wobei der erste, südliche Bogen erhalten ist.
Corot ist einer der Hauptvertreter der Schule von Barbizon. Seine frühesten Werke sind kleinformatige Landschaftsbilder (um 1822). Seine wohl bedeutendsten Schüler sind Berthe Morisot und Camille Pissarro.
In Italien findet Corot zu seiner Landschaftsmalerei mit freier, aber straffer Komposition und gedämpfter Farbigkeit, die er nach 1850 zu einer reinen Stimmungsmalerei weiterentwickelt.Zur Schule von Barbizon gehören u. a. auch Théodore Rousseau, Charles-François Daubigny und Jean-François Millet an. In seinen späten Jahren ist er als "Père Corot" die Vaterfigur der Pariser Kunstszene, er gilt als der führende Landschaftsmaler Frankreichs. Zu seinen Zeitgenossen zählen William Turner und John Constable. Neben der Landschaftsmalerei, die oft verblüffende Ähnlichkeiten mit der später aufkommenden Fotografie gemein hat, schafft Corot auch Frauenbildnisse. center>

Corot beeinflusst die Entwicklung des Impressionismus entscheidend. Etliche bekannte Maler berufen sich auf ihn oder bezeichnen sich als seine Schüler, etwa Eugène Boudin, Stanislas Lépine, Antoine Chintreuil, François-Louis Français, Berthe Morisot, Charles Le Roux und Barthélemy Menn.
Camille Corot gehört zu den weltweit am meisten gefälschten Künstlern. Dies liegt zum einen an seiner Großzügigkeit: Er verschenkt und vererbt viele seiner Bilder, ohne Aufzeichnungen darüber anzufertigen. Einige Bilder überlässt er auch befreundeten Künstlern, denen er erlaubt, Kopien davon anzufertigen. In seinen späten Jahren, zu Ruhm gekommen, versammeln sich arme Künstlerfreunde um ihn, denen er zu Hilfe kommt, indem er in seinem Atelier Variationen ein und desselben Motivs anfertigen lässt. Auch mit seinen Signaturen nimmt er es nicht immer genau. So lässt er eigene Werke unsigniert, überarbeitet Werke von Kollegen und zeichnet sie auf deren Bitten hin mit seiner Signatur. Fernand Léger hat gestanden, um Geld zu verdienen, „fünfundzwanzig falsche Corots“ gemalt zu haben. Corot soll einmal gespottet haben: „Von 1.500 Bildern, die ich gemalt habe, befinden sich 3.000 in Amerika.“
Corots enorme Produktivität und die Vielfalt seines Stils tragen dazu bei, dass Fälschungen mitunter schwer zu erkennen sind.







Édouard-Léon Cortès



Cortès malt überwiegend Pariser Straßenszenen; oft nutzt er dieselben Motive zu verschiedenen Jahres- oder Tageszeiten. Dabei vermag er es insbesondere mit dem Einsatz von Licht und den daraus entstehenden Hell-Dunkel-Effekten sowie dem Kontrast zwischen kalten und warmen Farbtönen, seinen Werken eine dichte Atmosphäre zu verschaffen.
Immer wieder betont der Künstler seine Unabhängigkeit. Als ihn ein Journalist fragte, ob er ein Schüler von Luigi Loir sei: "Non, elève de lui tout seul."



Der 1882 in Lagny-sur-Marne geborene französische Maler des Spätimpressionismus ist Sohn des spanischen Malers Antonio Cortès, der ihm die ersten Zeichenstunden gibt. Sein Vater ist es auch, der ihm eindringlich Fortsetzung des Studiums in Paris rät. 1899 studiert Édouard an der renommierten École des Beaux-Arts die klassischen Genres und den impressionistischen Kunststil.
1914 Heirat mit Fernande Joyeuse, eine Tochter. Obwohl Pazifist, meldet sich Cortès, als der Krieg in der Nähe seiner Heimatstadt wütet, mit 32 bei der französischen Infanterie. Ein Bajonett verletzt ihn. Er soll seine Fähigkeiten für staatliche Interessen einsetzen, was er verweigert, ebenso die Annahme des Ordens der Ehrenlegion. Bei Kriegsende stirbt seine Frau, er heiratet seine Schwägerin Lucienne Joyeuse. 1969 stirbt er in Lagny.
Auf Kunstauktionen bei Sotheby’s und Christie’s erzielen seine Bilder hohe Preise.







John Sell Cotman



Entmastete Brigg
Wasserfarbe, ca. 1823

Der englische Maler der Romantik, 1782 in Norwich geboren und 1842 in London gestorben, studiert bei einem Aquarellmaler. Zahlreiche Reisen führen ihn durch die Landschaften Großbritanniens, fortan sein Hauptthema. Sein Geld verdient Cotman als Zeichenlehrer, zunächst in Norwich, später dann am King’s College London. 1809 Heirat mit Ann Miles, 4 Söhne und eine Tochter. Stark prägen ihn 3 Reisen in die Normandie 1817 bis 1820, die Skizzenbücher veröffentlicht er 1822. 1834 wird er Professor für Malerei am King's College.
Seine Landschaftsbilder erinnern in ihrem flächigen Aneinandersetzen von nicht hellen und dunklen Farbflächen an japanische Holzschnittarbeiten und nehmen die moderne Malerei des 20. Jahrhunderts vorweg.







Janus la Cour



Sømærketræerne ved Moesgård strand
1892

La Cours Motive sind Landschaften, Salzwiesen mit Blick auf einen Fjord oder eine Bucht und Hänge entlang des Strandes, die er zu verschiedenen Jahreszeiten und in verschiedenen Lichtverhältnissen schafft. Seine Bilder zeigen Landschaften ohne Menschen.
Fertigt im Sommer Skizzen und Farbmuster an und arbeitet sie im Winter im Studio aus. Manchmal wirkt das überarbeitet und tot. Er zeichnet für ein einziges Gemälde etwa 60 Skizzen. Das elegische Element, das in den meisten seiner Gemälde zum Ausdruck kommt, von den großen klassischen Landschaftsmalern wie Ruysdael oder Claude Lorrain inspiriert.







Gustave Courbet



Selbstbildnis als Verzweifelter
1844/45

„Le Désespéré“ gehört zu den aufsehenerregenden Selbstbildnissen des jungen, ambitionierten Künstlers. Mit ihnen versucht er am Salon zu reüssieren. Blicke regeln in diesem ikonischen Porträt den Bezug zur Welt und dem Inneren: Er inszeniert die Verzweiflung und den Wahnsinn als Abgrund, in den er hinabzustürzen droht.
Der Ursprung der Welt:



Courbets umstrittensten Werk: „L´Origine du monde“. Auf einer Seite führen dunkle Höhlen auf den Venushügel zu, während auf der anderen Seie Blumenstillleben und erotisch inszenierte Frauenbilder hängen. Courbet malt das Bild für Kahlil-Bey, den türkischen Botschafter am Hof von St. Petersburg, Moslem, hochgebildeter Lebemann und Sammler erotischer Kunst, der in Paris weilt, um sich von Syphilis heilen zu lassen, womit das Gemälde auch als Ex voto verstanden werden könnte. Der weibliche Unterleib gehört Constance Quéniaux, der Geliebten des Kahli-Bey. Kein historischer oder literarischer Kunstgriff lenkt von der quasi anatomischen Darstellung des weiblichen Geschlechts ab. Courbets meisterhafter Kunst, seiner feinen bernsteinfarbenen Farbskala ist es zu verdanken, dass es nichts von einem pornografischen Bild hat. Aber gerade das scheint auch der Grund zu sein, dass man es der Öffentlichkeit viele Jahrzehnte vorenthält.

1871, während der Pariser Kommune, spricht sich Courbet, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Säule wohnt, für die Versetzung der Colonne Vendôme vor das Hôtel des Invalides ein. Unter Courbets Leitung wird ein Holzgerüst angebracht, die Säule in mehrere Segmente zersägt und der Platz vor der Säule, auf den die Überreste fallen sollen, mit Stroh bzw. Mist ausgelegt. Mit Hilfe von Seilen und einer Winde wird vor vielen Schaulustigen die Säule umgerissen, nachdem zuvor zwei Mal das Seil reißt. Courbet wird bestraft. Nach dem Ende der Kommune lässt 1873 der Präsident der neuen Republik die Colonne Vendôme wieder errichten. Bis Zum Zeitpunkt seines Todes kann Courbet den enormen Schadensersatz nicht abbezahlen.







Thomas Couture



Die Römer der Verfallszeit
1847

Er braucht 3 Jahre, um das virtuose Gemälde zu realisieren. In der Tradition der alten griechischen Meister, der Renaissance und der flämischen Schule soll das Bild eine neue Blütezeit der französischen Malerei einleiten. Es gehört zur Historienmalerei, die im 19. Jahrhundert als erhabenste Kunstgattung gilt: Sie dient der Darstellung menschlichen Handelns und der daraus resultierenden moralischen Botschaft. Couture selbst gibt uns die Erklärung, er zitiert Juvenal: Grausamer als der Krieg hat sich das Laster auf Rom gestürzt und rächt das besiegte Universum.
In der Mitte des Bildes eine Gruppe von Figuren, die - ihrer Ausschweifungen überdrüssig - erschöpft daliegen oder noch trinken und tanzen. Drei Männer im Vordergrund halten sich fern: der links auf einer Säule sitzende melancholische Jüngling und zwei fremde Besucher auf der rechten Seite, die die Szene missbilligend beobachten. Die antiken Statuen oberhalb der Szene scheinen die Orgie gleichfalls zu verurteilen.
Das Gemälde ist Illustration eines alten Textes und Anspielung auf die seinerzeitige französische Gesellschaft. Als republikanischer, kirchenfeindlicher Jakobiner kritisiert Couture den moralischen Verfall der Julimonarchie Frankreichs, deren Machthaber aufgrund verschiedener Skandale in Misskredit geraten. Die Kunstkritiker sehen in den Römern dieser realistischen Allegorie die Dekadenz der Franzosen.





Lukas Cranach d. Ä.



Die Fabel vom Mund der Wahrheit
1534

Eine des Ehebruchs angeklagte Frau rechtfertigt sich wahrheitsgemäß und betrügerisch zugleich in Gegenwart des Richters, ihres Ehemannes und anderer Zeugen. Indem sie ihre rechte Hand in den Löwenrachen (Mund der Wahrheit) steckt, bekennt sie, dass sie in keines anderen Mannes Armen gelegen hätte, als in denen ihres Ehemannes und des sie umfassenden Narren - ihres verkleideten Liebhabers. Der Narr wird nicht ernst genommen und bleibt unerkannt, der Löwe beißt nicht zu. Die seit dem Spätmittelalter häufig thematisierte "Weiberlist". Die Szene spielt auf die römische Steinmaske "bocca della veritá" an, die der Legende nach jedem Lügner die Hand abbeißt.


Kurfürst Friedrich III. der Weise von Sachsen (1463-1525)


Venus mit Amor als Honigdieb

Zu den berühmtesten Motiven zählen sicherlich Cranachs Darstellungen von Venus mit Amor als Honigdieb. Mehr als 20 Gemälde-Fassungen sind erhalten. Cranach zeigt die antike Göttin der Liebe als überschlanke, sich grazil zur Schau stellende Jungmädchen-Frau mit einem feinen, den Körper eher enthüllenden als verbergenden Schleier. Zu ihren Füßen steht ihr Sohn Amor, der beim Versuch, eine Bienenwabe zu stehlen, gestochen wurde und nun verlegen seinen Finger betrachtet. Ein Text erklärt, dass uns in gleicher Weise die kurze, vergängliche Wollust verletze: Auch sie sei mit herbem Schmerz verbunden.
Cranachs Venus-Darstellungen sind neu und ungewöhnlich. Sie orientieren sich weniger am Vorbild der Antike, sondern erwecken vielmehr das seit der Mitte des 15. Jahrhunderts vertraute Schönheitsideal zu neuem Leben. Der elegante Frauentypus traf offenbar genau den Geschmack einer Zeit, die in Vorbereitung des Manierismus mit Natur und Antike eine neue Sinnlichkeit und stilisierte Künstlichkeit anstrebt.


Das ungleiche Paar

Für den Konflikt zwischen altgläubigen Katholiken und reformatorischen Protestanten stehen Kardinal Albrecht von Brandenburg und Martin Luther - dazwischen der Künstler Lucas Cranach. Dieser macht aus seiner Sympathie für Luther und die Reformation kein Geheimnis, und obwohl Cranachs Grafiken an der Verbreitung reformatorischen Gedankengutes entscheidenden Anteil hatten (1522 erscheint Luthers Bibelübersetzung mit den Illustrationen Cranachs), arbeitet er immer auch - mit Erfolg - für katholische Auftraggeber. Pecunia non olet.


Sie ist nach jahrelanger Odyssee zurückgekehrt: Die Cranach-Prachtbibel
Die private Lutherbibel von Fürst Georg III. von Anhalt-Dessau, „dem Gottseeligen“, Reformator und persönlicher Freund Martin Luthers, muss was ganz Besonderes sein: Der Wittenberger Drucker Hans Lufft druckt sie 1541 nicht wie die meisten anderen Exemplare auf Papier, sondern auf ungleich teureres Pergament. Über 100 detailreiche Holzschnitte der Cranachwerkstatt schmücken das Fürstenexemplar in Großfolio. Die Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. koloriert sie zusätzlich und versieht sie mit Goldhöhungen.
Die bibliophil ausgestattete Prachtbibel atmet wie nur wenige andere Schriften den Geist der Reformation. Cranach ergänzt den Druck noch mit zusätzlichen Porträts der beiden Reformatoren Luther und Melanchthon sowie aufwendig ornamentierten Wappentafeln. Georg III. bernutzt die Bibel mit großer Sorgfalt: Die Pergamentseiten mit den leuchtend kolorierten Holzschnitten sind bestens erhalten.
Mitarbeiter der Landesbibliothek können bei Kriegsende nur noch Band 3 und zwei aus dem ersten Band herausgerissene Blätter bergen. Band 1 gelangt in die Hand eines russischen Offiziers, der damit eine deutsche Familie für ihr von Soldaten der Roten Armee entwendetes Auto entschädigt. Band 2 gelangt an einen GI, der ihn kurz vor Ausschiffung einem Antiquar in Arnheim verkauft.



Dieser Band 2 landet bereits 1996 in der Anhaltischen Landesbibliothek. Seine Odyssee: Aus dem Antiquar-Nachlass 1979 in Amsterdamer Auktionshaus. Unternehmer kauft den Band bei Schwarzgeldgeschäften und wift ihn „achtlos auf die Hutablage seines Mercedes“. Während bereits Ermittlungen der Steuerfahndung laufen, bietet er den Band aus der Schweiz zum Kauf an. Plan 1989/90, den in Dessau fehlenden Prachtband als Gastgeschenk durch Helmut Kohl an den Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, Hans Modrow, zu überreichen, scheitert, als die Verstrickung des Eigentümers in Waffenhandel und Steuerstrafsachen bekannt wird. der Band der Familie, die ihn im Austausch gegen ihr Auto erhalten hat, taucht in Münchner Auktionshaus auf - Sicherstellung scheitert, der Band gelangt in private Hände, verloren. Das Rechtsamt der Stadt Dessau gibt jedoch den Kampf um Rückführung der Cranachbibel nicht auf. Band 1 erhält Eintrag in der Datenbank „Lost Art“. Interpol und Reportagen berichteten. Parallel gelingt es Land Sachsen-Anhalt, den Band weit unter Marktwert zu erwerben.
Erstmals seit über 60 Jahren sind nun die drei Teilbände der Prachtbibel wieder vereint. Selbst die zwei 1945 herausgetrennten Seiten sind eingefügt. Bald werden sie der Öffentlichkeit präsentiert.
Für katholische Auftraggeber, etwa den albertinischen Herzog Georg den Bärtigen stellt die Cranach-Werkstatt für die neue Stiftskirche Albrechts in dessen Lieblingsresidenz in Halle den umfangreichsten Gemäldezyklus der deutschen Kunstgeschichtein fertig.
Schon seine Zeitgenossen sind verblüfft von der Produktivität Cranachs. Nach dem Muster italienischer Kollegen baut er eine sehr gut organisierte Werkstatt auf, in der erfolgreiche Muster aufgehoben und für spätere Aufträge weitergenutzt werden. Für verschiedene Fürsten- und Reformatorenporträts werden Vorlagen verwendet, die dann in der über Jahre wiederholten Malerei dem gealterten Aussehen der Dargestellten (z. B. Georg der Bärtige, Friedrich der Weise, Martin Luther) durch veränderte Bartlängen oder ergraute Haare angepasst wurden. Für Altarwerke sind zahlreiche kleinmaßstäbliche Entwurfszeichnungen erhalten, die bei der Konzeption eines Altars baukastenartig auszutauschen sind. Seine zahlreichen Lehrlinge und Gesellen sind strenger Disziplin unterworfen. Dies führt zu einem genormten Stil, der eine Händescheidung zwischen ihm, seinen Söhnen und Mitarbeitern sowie Nachahmern erschwert.
Sie auch Herderkirche Weimar


Martin Luther als Augustinermönch


Salome mit Kopf Johannes des Täufers







Lukas Cranach d. Jüngere

Dessauer Abendmahl
1565
Das Abendmahlgemälde stiften die Fürsten Joachim Ernst und Bernhard als Epitaph für ihren Onkel, den Dessauer Fürsten Joachim (1509 - 1561). Anstelle der Apostel stellt der Maler evangelische Theologen dar und der Mundchenk ist möglicherweise er selbst, sein Siegelring zeigt die geflügelte Schlange, die das Wappen der Malerfamilie ziert und als deren Signatur fungiert.
Auf dem etwa 2,5 × 2 m großen Ta-felgemälde sind die wichtigsten Refor-matoren sowie verschiedene Mit-glieder des Für-stenhauses Anhalt an der gedeckten Tafel um Gottes Sohn versammelt. Der verstorbene Fürst Joachim kniet links im Vorder-grund, rechts vorne reicht ein Mundschenk Getränke an. Als Szenerie dient ein geschlossener Raum mit Kassettendecke, Wandvertäfelungen, korbbogigen Fenster-öffnungen, die eine starke Betonung der Raumperspektive erlauben. Im Hintergrund des Raumes befinden sich verschiedene Nebenfiguren.
Zentral in der Bildmitte, betont durch die Symmetrie der Bildkomposition wie die auf ihn zulaufende Säule, sitzt Christus im Kreis seiner Anhänger. Links von ihm der anhaltinische Fürst Georg III., unter dem Dessau eine wichtige Stätte für die Ausbreitung der lutherischen Reformation ist. Daran an schließen sich nach links die Reformatoren Martin Luther, Justus Jonas, Johannes Bugenhagen und Kaspar Cruciger. Rechts von Christus sitzen Philipp Melanchthon, Johann Forster, Johann Pfeffinger, Bartholomäus Bernhardi und Georg Major.
Das Bild betont die Rolle Melanchthons, der direkt neben Christus sitzt, während Luther nur in der zweiten Reihe erscheint. Im isoliert sitzenden Judas mit dem Geldbeutel, der gegenüber Melanchthon erscheint, lässt sich Melanchthons Widersacher Matthias Flacius Illyricus ausmachen.
Die Personen im Hintergrund links an der Wand sind die fünf anhaltinischen Fürsten Wolfgang, Johann IV., Carl, Joachim Ernst und Bernhard. Die Diener im Torbogen hinten rechts lassen sich plausibel als die obersten Bediensteten des verstorbenen Fürsten Joachim identifizieren: Kanzler Johann Ripsch als Koch und Rat Hans von Heinitz als Essensträger.



Wer ist dieser Lucas Cranach d. J.? Immer im Schatten seines Vaters ...
2015 erstes Jubiläumsjahr, das Lucas Cranach dem Jüngeren gewidmet ist. Denn alle Cranach-Jubiläen zuvor, alle Cranach-Briefmarken, ­Gedenkmünzen und ­Denkmäler feiern den Vater. Er überstrahlt den Sohn so sehr, dass nicht einmal ein Porträt vom jüngeren Cranach überliefert ist. So wie Luther über Jahrhunderte im ausschließlichen Zentrum der Beschäftigung steht und wir erst allmählich die Reformation als Teamwork, als ein Miteinander vielfältiger Begabungen (z. B. Melanchthon, Bugenhagen u.a.) begreifen, so dominiert auch Cranach der Ältere die wissenschaftliche Aufmerksamkeit, so dass der Werkstattbetrieb als ein Zusammenspiel vieler Kompetenzen unbeachtet bleibt. „Cranach“ war und ist eine Marke, die auch nach Weggang und Tod des Vaters überaus produktiv bleibt.

1515 als 2. Sohn eines erfolgreichen Hofkünstlers in eine dynamische Familie hineingeboren, kommt auch er durch die Malerwerkstatt, durchs Apothekenprivileg und die Druckerei zu Wohlstand und zu großem Immobilienbesitz in Wittenberg. Zusammen mit 4 Geschwistern wächst er auf – in einem Haushalt, in dem nicht nur Katharina von Bora nach der Flucht aus dem Kloster unterkommt (und hier höchstwahrscheinlich auch Luther, ihren künftigen Mann, kennenlernt), sondern auch vornehme Gäste wie der dänische König Christian II., der während seines Exils viele Monate bei Cranachs lebt, ein- und ausgehen.
Der zwei Jahre älterer Bruder Hans ist als Nachfolger Vaters auserkoren, wird in Italien ausgebildet. 1537 schrecklicher Schicksalsschlag: Hans stirbt in Bologna am Fieber. Luther, Melanchthon und viele andere trösten den erschütterten Vater. Bruder Lucas ist gerade 22 Jahre alt und steht auf einmal in besonderer Verantwortung, denn nun ist die Reihe an ihm, die erfolgreiche Werkstatt später einmal fortzuführen.
Für die Zeit, in der Vater und Sohn gemeinsam künstlerisch arbeiten, ist es schwierig, ihnen Bilder sicher zuzuschreiben. Hier können Infrarot-Untersuchungen helfen, durch die man die Unterzeichnung, so vorhanden, mit dem persönlichen Pinselstrich des Künstlers erkennen kann. Bilder, die nachweislich von Cranach d. J. gemalt wurden, zeigen einen eher feinen, spröden Strich, während Cranach d. Ä. schwungvoll mit dem Pinsel arbeitet.


Kurfürst Moritz von Sachsen



Mehr als 7 Jahre dauern die Restaurierungsarbeiten an der Schlosskirche von Augustusburg. Cranach-Altar und -Kanzel erstrahlen wieder in ursprünglicher Farbigkeit. Das imposante Sakralbild von Lucas Cranach dem Jüngeren ist von unschätzbarem historischem Wert für Sachsen - einzig erhaltenes Bildnis, das die kurfürstliche Familie im zeitgemäßen Habitus der Renaissance zeigt.



Die Restaurationsarbeiten an Malerei, Rahmen und Konstruktion von Altar und Kanzel finden direkt vor Ort statt. Eine besondere Herausforderung ist die Sicherung der Risse, die Verstärkung der nur noch 1,15 cm dicken Lindenholztafeln sowie die Installation einer Klimakammer. Messfühler zeichnen nun jede Veränderung von Klima und Holz auf. Denn vor allem die stark schwankenden Temperaturen in der spätmittelalterlichen Schlosskirche (zwischen 1,5 und 27,6°C) machten dem Altarbild zu schaffen.
Es ist Kurfürst August selbst, der Altarbild und Kanzel in der damals weit bekannten Werkstatt von Lucas Cranach d. J. im sächsisch-anhaltinischen Wittenberg bestellt. In einem Brief bittet der Künstler Kurfürstin Anna um ein Verzeichnis ihrer Kinder mit Altersangabe und Bildnis. Aus dem Schriftwechsel wird deutlich, welche logistischen Herausforderungen Ende des 16. Jahrhunderts der Transport eines mehr als 3*2 m großen Altars sowie der Kanzel mit sich zieht. Um 1572 schließlich bringt ein Schiff Altar und Kanzel per Schiff nach Dresden und per „eigener Fuhre nach Augustusburg“.



Als Vertreter einer neuen Generation wählt Lucas Cranach d. J. mit Vorliebe figurenreiche, aufwendige Darstellungen. Dabei sind die ordnungslos anmutenden Kompositionen von überraschender Schönheit und die farbige Behandlung reichhaltiger als die Arbeiten des Vaters. Im Schaffensprogramm Lucas Cranach des Jüngeren ist er Schöpfer des neuen Bildprogramms der Protestanten. Bei ihm blickt die Gottesmutter Maria nicht keusch zu Boden, sondern direkt in die Augen des Betrachters.


Der auferstandene Jesus

Das Bild zeigt den auferstandenen Christus mit einer Spenderfamilie, wahrscheinlich Familie Michael Teuber im himmlischen Jerusalem
Die in der Vergangenheit geäußerten Mutmaßungen, dass der jüngere Lucas Cranach eine untergeordnete Rolle im Schaffen der Renaissance hat, sind definitiv falsch. Sie haben ihre Ursache darin, dass zum Zeitpunkt ihres Aufkommens nicht alle Werke des jüngeren Cranachs bekannt sind und ihm erst im Rahmen intensiver modernerer Forschungen zuzuorden sind. Er nimmt unter den deutschen Porträtisten der Spätrenaissance und des Manierismus eine hervorragende Rolle ein. Umfangreiche Holzschnittarbeiten erweitern das Schaffen des Künstlers als Maler der Reformation.
Jesus segnet die Kindlein:



Eine eigene leseswerte Geschichte ist die Herderkirche in Weimar, für die der jüngere Cranach das Altarbild schafft und des Gekreuzigten Blut auf seines Vaters Kopf spritzen lässt ...





Fred Cuming



Winter Sea


Er malt nicht nur italienische Szenen einschließlich Venedig, sondern widmet sich oft der Landschaft der südenglischen Küste, einschließlich Hastings und Rye. Seine Kunst hat impressionistische Qualität, die "die flüchtigen Eindrücke seiner Umgebung" einfängt. Während seiner Evakuierung als Kind begegnet er erstmals diesen Landschaften während des "Blitzkriegs". Der starke Kontrast zu seinem Zuhause in London erzeugt dauerhafte Liebe für sie. Er lebt in Rye.