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August



Mit Vollbild (F11) noch schöner!








1. August

KLAUS M. RARISCH

MEMENTO MORI

Platen zu Ehren

Die grünen Hüpfer zahlen Alimente,
und sind sie pleite, na, dann zahlt der Staat.
Sie denken allenfalls: Ich bin auf Draht.
Es stimmt schon, daß ich früher mit ihr pennte,

doch gut nur, daß ich mich beizeiten trennte.
Den Löffel habe ich schon längst parat –
ich geb ihn ab, wird alles mir zu fad.
Und stetig schrumpft die kümmerliche Rente.

Die Älteren, von Wichtigkeit durchdrungen,
sie bleiben Futter für den finstren Feldherrn.
Die besten Taten sind noch stets mißlungen.

Zwei Sensenstreiche galten alten Eltern,
der dritte hat die junge Frau bezwungen.
Schwarz schäumt der Wein auf, den wir barfuß keltern.

Der Dichter merkt an:
Platens Sonett Nr. 74 ist eines der stärksten in deutscher Sprache. Mein Sonett »MEMENTO MORI« (Nr. 231) ist der Versuch, Platen zu huldigen. Mein Vers 11 zitiert Platens Vers 10 beinahe wörtlich.
Platen: »Vereitelt wurden eure besten Taten«
Rarisch: »Die besten Taten sind noch stets mißlungen«
Platen:
Huldigungen gerungen eingesungen geschwungen
Mit meinen Terzetten habe ich dem drei neue Reime hinzugefügt:
durchdrungen mißlungen bezwungen
Klaus M. Rarisch







2. August

HEL

Das war unsre erste türkin
Tut mir leid das mädchen stank
saß da wie ne graue schwester
auf der klassenaussatzbank

Hat nicht mitgespielt und schrieb nur
schrieb nur mit und sprach kein wort
schwarze haare auf den armen
und womöglich nicht nur dort

Und ich träumte jahre später
und der traum war ziemlich fies
wie ich ihr nen schnurrbart zwirble
Keiner weiß mehr wie sie hieß






3. August

WOLFGANG BÄCHLER

Die Erde bebt noch







Die Erde bebt noch von den Stiefeltritten.
Die Wiesen grünen wieder, Jahr für Jahr
Die Qualen bleiben, die wir einst erlitten.
ins Antlitz, in das Wesen eingeschnitten.
In unseren Träumen lebt noch oft, was war.

Das Blut versickerte, das wir vergossen
Die Narben brennen noch und sind noch rot.
Die Tränen trockneten, die um uns flossen.
In Lust und Fluch und Lächeln eingeschlossen
begleitet uns, vertraut für immer, nun der Tod.

Die Städte bröckeln noch in den Gewitternächten.
Der Wind weht Asche in den Blütenstaub
und das Geröchel der Erstickten aus den Schächten.
Doch auf den Märkten stehen schon die Selbstgerechten
und schreien unsere und ihre Ohren taub.

Die Sonne leuchtet wieder wie in Kindertagen.
Die Schatten fallen tief in uns hinein.
Sie überdunkeln unser helles Fragen.
Und auf den Hügeln, wo die Kreuze ragen,
wächst säfteschwer ein herber neuer Wein.






4. August

THOMAS BÖHME

Sperrzone

Die Scherengitter werfen Schattenrauten.
Das Licht streut Stäubchen durch das Birkenlaub.
Entrückte Schlangen unter den Betonarkaden.
Mondaugen, Malven, glitzernde Monaden.
Ein Elch betritt den Block. Er stakst den Flur entlang.
Der Kaffeelöffel auf dem Fensterbrett
glasiert vom Dauerbrand mit schwarzen Initialen.
Gesumm von Bienen und die Luft voll Pferdeatem.

Hier war die Post und hier der Pionierpalast.
Die Schule, wo der Zukunft Flügel wuchsen.
Ein eingeknicktes Fußballtor, ein Fahnenmast
an dem der Rost nagt und die Winde sägen.
Ein Brückenpfeiler ragt aus eingeschmolznen Sanden.
Im aufgeschäumten Wasser tanzen Bachforellen.
Ein Stern zerfällt mit langer Halbwertszeit.
Der Boden strotzt vor geiler Fruchtbarkeit










5. August

PAUL-HENRI CAMPBELL







6. August

STAN LAFLEUR

Whale Watching

Es war ein ganz normaler Tag
Bis ich dich traf
Plötzlich war da eine
die sprach von wilden Tieren
in die Wolken gemalt
von Opern aus Hirnfrequenzen

Du sagtest ich könne dir nichts vormachen
Sagtest der Wal in deinem Bauch
sehne sich ein wenig nach Tanz und Musik
du wusstest alles ganz ungenau
in etwa so wie deine locken fielen
oder wie viele Münzen man
in ein Glas Margarita schnipsen muss
bevor der Wal auftaucht
und seinen Dampf
in Lüfte und Herzen bläst
bevor dann nach Sonnenuntergang
seine ächzenden Gesänge in den Karaoke Bars
rauf und runter gespielt
die Mädchen schwängern







7. August

WILLY BARTOCK

Jan Steen: Sternsinger












8. August

FRANK SCHABLEWSKI

Feuermal








bei strenger Kälte über alle Köpfe hinweg
ziehende Eisdecken
zu Lichtmangeln ausgerollt
endlich außer Sicht
passieren Auszüge von Helligkeit
bis zum ersten Schimmer vom Feuermal
den Augenschein nach dem Laub Blatt
für Blatt eingeholt vom Herbst
Takeln ohne Schonung versengt

an Höhen
Zugwolken ohne viel Wind
aufgestiegen sich bezogen
vor Wärmegraten vereinzelt
an Widerstreben aus Stein
niedergeschlagen im Dunst
kreisend zu Rauchzeichen
abgeflaut vor winterhartem Licht
noch klirrend Sporen in die weichen
Gesichter eines Landes gedrückt







9. August

FRANZ FÜHMANN

Am Schneesee



Es war einmal ein See,
der war immer voll Schnee,
darum nannten ihn alle Leute nur Schneesee.
Um diesen Schneesee wuchs Klee,
der Schneeseeklee,
der wuchs rot und grün,
und darin äste ein Reh,
das Schneeseekleereh,
und dieses Schneeseekleereh
wurde von einer Fee geliebt,
die fast so schön war wie Scheherezade,
der überaus anmutigen Schneeseekleerehfee.

Diese Fee hatte,
wie alle Feen dieser Gegend,
sechsundsechzig Zehen,
fünfundsechzig zum Gehen
und einen zum Drehen,
und dieser sechsundsechzigste Zeh
war natürlich der Schneeseekleerehfeedrehzeh.
Zehendrehen macht schrecklich Spaß,
doch einmal drehte die Fee
im Übermut ihren Zeh
zu sehr, und da tat der Drehzeh schrecklich weh.

Zum Glück wohnte am Schneesee
eine weise Frau. Die weise Frau,
eine Heckenhexe mit zwei schrecklichen Hackenhaxen,
hockte grade vor einer Hucke Kräuter,
als die kleine Fee gehumpelt kam.
»Guten Tag, beste Heckenhexe mit den Hackenhaxen!«
»Guten Tag, nette Schneeseekleerehfee mit den sechsundsechzig Zehen!
Doch was sehe ich: Du humpelst? Was hast du denn?«
Da antwortete die Schneeseekleerehfee:
»Schneeseekleerehfeezehweh!«
»Gehzehweh oder Drehzehweh?«
»Drehzehweh! «
»Dann ist es nicht schlimm:
Gehzehweh ist zäh und hält sich,
doch Drehzehweh kommt und vergeht jäh -
und wodurch vergeht es?
Natürlich durch der Heckenhexe herrlichsten Tee,
den hellgelben Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehtee!
Und einen solchen hellgelben
Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehtee
werde ich dir jetzt brauen.«

Die Heckenhexe mit den Hackenhaxen
nahm Blätter von sieben mal sieben Bäumen
und Blüten aus sieben mal sieben Träumen
und brachte sie mit Milch aus sieben Eutern
und Wurzeln von sieben Kräutern
zum Schäumen, und als der Sud sich abgeklärt hatte,
wallte im Kessel der hellgelbe Tee.

Na, wenn der nicht bitter schmeckte!
»Trink das aus, nette Schneeseekleerehfee!«
»Auf einen Zug, beste Heckenhexe?«
»Auf einen Zug, nette Schneeseekleerehfee!«
Da trank die Schneeseekleerehfee auf einen Zug
den Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehteekessel aus,
und als der
Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehteekessel
ausgetrunken war,
hatte der hellgelbe
Schneeseekleerehfeedrehzehwehvergehtee
das Schneeseekleerehfeedrehzehweh
aus dem Schneeseekleerehfeedrehzeh
der Schneeseekleerehfee weggehext,
und da stieß die glückliche Fee ein lautes Juchhe aus,
das rings durch alle Wälder schallte.
»Ich danke dir, beste Heckenhexe!«
»Ist schon gut, du nette Schneeseekleerehfee.

Nun dreh aber nicht mehr so toll deinen kleinen Drehzeh!«
»Werd's bedenken, beste Heckenhexe.«
»Lerne, lerne, nette Rehfee! «
Und die Schneeseekleerehfee lief auf ihren
fünfundsechzig Schneeseekleerehfeegehzehen
von der Heckenhexe mit den Hackenhaxen
in der Hocke vor der Hucke in den Wald zurück
und freute sich ganz toll, dass das
brennende Schneeseekleerehfeedrehzehweh
durch den hellgelben Schneeseekleerehfeedrehzehwehtee
aus dem Schneeseekleerehfeedrehzeh weggehext war,
und sie lachte und klatschte in die Hände und
freute sich und streichelte sacht mit
ihrem sechsundsechzigsten Zeh,
dem Drehzeh, das Schneeseekleereh







10. August

WOLF WONDRATSCHEK

Lied von der Liebe

Corot: Les prés de la petite ferme







Wir lagen, faul vor Liebe,
noch im Gras, da färbten schon
sich über uns die Blätter.

Dann standen die Bäume kahl.
Ich sah den Himmel, mehr davon,
als mir lieb war.

Nein, mit der Liebe unten
hat der Himmel nichts zu tun.
Ich nahm eine Handvoll Erde.

Da hast du gesagt: das da
in deiner Hand, so will ich,
dass ich werde





11. August

BERND JENTZSCH

Die nichtverstandene Lektion

Heimlich, in der Dämmerstunde, schlich ich mich
Zu ihm, dem sonderbaren Alten, der
Von den Rätseln des Universums raunte
Und mich in dem Glauben ließ,
Dass ich sie verstehe.

Er züchtete wundersam funkelnde Steine
Und gab ihnen Unterschlupf in seiner Kammer,
Aufgereiht auf weißen Tüchern
Wie verlassene Bräute.

Er ging auf Reisen mit mir,
Von Ulm nach Metz, von Metz nach Mähren,
Den Finger auf der Landkarte,
Die Kuppe blau vom Wasser der Flüsse.

Er sagte: Schließ die Augen und beschreibe,
Was du siehst. Er sagte: Schließe sie fester.
Und ich sah am Horizont den Hafen von Marseille,
In die Nase stieg mir das Mittelmeer
Der Bouillabaisse.

Und ich ahnte nicht,
Was es war: das Training
Für die Haltung
Im Großen Käfig.











Max Slevogt: Zwei Leoparden im Käfig





12. August

WALLE SAYER

Milchhäusle

Sgraffito von Peter Jakob Schober am ehemaligen Milchhäusle in Beilstein-Billensbach




Luftlücke, prägend im Ortsbild, aufgelöst
in ein begrüntes Nichts, Phantomgebäude
angegrauter Kinder, wie sie gehen, daran
vorbei mit leeren Händen, mit der Leere
in den Händen, nur im Ohr das Klappern
viel zu schwerer Kannen, ferner Ton
aus einem leisen Abgesang.





13. August

FERIEDRICH CHRISTIAN DELIUS






Karl-Heinz Laval: Willy Brandt





14. August

UWE CLAUS











15. August

PETER WATERHOUSE








16. August

HANS THILL

Hälfte des Lebens

Er ging jetzt klirrend wie auf
Tassen kleidete sich bunt nach Art
der Steppentiere die in seinem Innern
reißaus nahmen

Seine Haut war trockener geworden
knarzte im Schritt. Essend füllte
er seine sandigen Eingeweide
während die Gürtellinie langsam

Richtung Kehlkopf stieg
ging er auseinander in zwei
gleichschwere Teile die sich in der
Mitte eines Längsschnitts trafen

Der eine knatternd und vollgetankt
der andere bereits ausgeräumt
wie ein Maul das im Schlaf
die eigenen Zähne frisst












17. August

MARA-DARIA COJOCARU

Liebe,

Liebe hero shrew, ich wäre gern so
Stark wie du. Nach jeder Katastrophe
Schmerzt nicht nur mein Rückgrat
Mich, auch bleib ich immer immer
Ich hätt so gern dein Herz
Zu springen ins punktierte

Gleichgewicht





18. August

REINHARD DÖHL

worthalten schweigen - Bildgedicht








19. August

HANS EICHHORN

Die geschrumpelten Zitronen sind das Reizwort

Die geschrumpelten Zitronen sind das Reizwort,
um kopfüber den beigen Kastenwagen aufzugreifen.

Was mag sich in seinem Laderaum befinden? Und
spielt nicht vielmehr sein unbekannter Inhalt zurück

in den Blick und zum Inbild der geschrumpelten Zitronen?
Bitte, lass mich das Ziel nicht aus den Augen verlieren!



Was für ein Ziel? Den Sprung kopfüber in den Vorrats-
speicher codierter Buchstaben, auf dass sie sich ein ums

andere Mal neu zusammensetzen mögen zu diesem
Wortlaut und zu jenem: Das Amen im Gebet: Die hin

und her huschenden Vögel im nackten Zwetschenbaum-
gezweig. Eine Evangelium schwanzwippender Begriffe.





20. August

ANTON G. LEITNER











21. August

MISCHA VETERE

z i e r d e
in favour of ezra pound

ziert sich mensch
in schicksal sein
oder nicht sein

wagen des prometheus
feder des ikarus
olymp des zeus

für die kartesianisch
suchenden genug der
fragen, dem VERGIL,
OVID, CATULL orientierten
ist es keine.





22. August

KURT AEBLI

Ein Ersatzlabyrinth und das
Gefühl festen Boden unter
den Füßen zu vergeuden von etwas
nicht piep Sagendem durchbohrt
überseeische Dinge ihm in die
Hand gedrückt hier geht's lang
zum Nebel undeutliches Gemurmel
ihm vorgesetzt am Tag an dem ich
von meinem hohen Markenzeichen
heruntersteige dachte er








23. August

HOLGER TESCHKE

An Conrads Grab

Grauer Schotter auf dem Friedhof von Canterbury
Das Rauschen der Autobahn nach London hinter den Kiefern
Eine Möwe kreist ruhelos über den Gräbern
Sleep after toyle Port after stormy seas
Ein vergilbter Brief in der Blumenschale aus Muschelkalk
Ease after war Death after life doth greatly please
Laub weht über sein Grab Stimmen im Wind
There are things in the world you find nothing about in books
Die Zeder am Weg wie ein uralter Mastbaum gen Himmel





24. August

PETER-PAUL ZAHL

innenwelt

zwanzig meter vor meinen augen
die außenmauer: sehr hoch sehr weiß
darüber ein leerer himmel
der wird nie richtig blau
davor der hohe drahtzaun
gekrönt von stacheldraht
und zwischen mir und dem zaun
ein stück wüste: der rasen
total verbrannt

aus allen fenstern
dröhnen die hysterischen stimmen
der reporter in montreal
die mit anabolika vollgestopfte
rennende stemmende schwimmende
springende androiden besingen

elf mal am tag die nachrichten:
in beirut
schlachten faschisten frauen
kinder und greise ab
verteidigen 650 fedajin
das lager tel zaatar
die waffen der faschisten kommen
aus israel das die grenze öffnet
zum süd-libanon hin
und pflaster klebt unter den salven
von blitzlichtern
sich feiern läßt
für diese wahrhaft humanitäre geste

in tel zaatar
krepieren menschen wie fliegen;
kein wasser keine ärzte
keine medikamente keine sanitäter
keine desinfektionsmittel
200 tote 500 tote 1000 tote
500 verwundete 1000 verwundete
5000 verwundete

ich weiß wie es ist
verwundet zu sein
ich weiß wie es ist
keine ärztliche versorgung zu erhalten
ich weiß wie es ist
nicht zu schreien
weil das grauen über das
was der mensch dem menschen anzutun
in der lage die lippen versiegelt
ich weiß wie es ist
angst zu haben und ohnmächtige wut
sich krepieren zu spüren
ich krepiere mit
in tel zaatar

in heidelberg rügt
ein kritiker meine gedichte
ihnen fehlt sagt er
„der pragmatische gestus
der neuen alltagslyrik“
und „das politische in den spezifischen
formen der poesie zu sagen“
„ihnen fehlt“ sagt er
die „sensibilisierung
für sprache gesellschaft
und innenwelt“









25. August

FRANTZ WITTKAMP

Wenn beide Eltern Enten sind,
ein ganz normaler Fall,
dann kriegen sie ein Entenkind
und keine Nachtigall.






26. August

OLAF VELTEN

Etwas will in die Welt
an einem Tag im März
das zweite Lamm
eine schwere Geburt
wenn ich sie alle hier habe
steht der Tag aufrecht
kalt
ist das Wasser
in dem ich meine Hand wasche
Frans van Severdonck: Schafe und Ziege in weiter Weidelandschaft






27. August

STEFAN DÖRING



V/8

je wohlhabender
ich mich wohlgehab
desto trostiger
suche ich trotz
unmittelbares los
in unbedürftigkeit
kurz, wer weiter
reicht länger
langt reicher
zu, es langt







28. August

RAPHAEL URWEIDER

ein reigen - norma

norma und ich das ist ein gedicht
ein textgeflecht ein dickicht in dem
nur norma und ich platz finden norma
und ich schlagen uns durch das gedicht
und errichten uns ein zelt in einer lichte
norma und ich schlafen eng unser
zelt ist aus worten die uns bedeuten







29. August



HANS-ULRICH TREICHEL

Schlimmstenfalls wird aufgeräumt
In Herz und Seele, Aug und Ohren

Schlimmstenfalls ist ausgeträumt
Was wir wollten längst verloren

Schlimmstenfalls geht alles schneller
Auf jeden Biss ein leerer Teller

Schlimmstenfalls fehlt uns der Mut
Schlimmstenfalls wird alles gut






30. August

KARIN FELLNER

Futter I

hüllen sie sich in stimmen / nieseln auf geköpfte
platanen über pfützen / geduckte passanten
sie sitzen

an der theke, pastis / mahlen maschinen francs
spannen gerüchte aus / steigen auf pyrenäen
schlürfen sie

kaffee, sind helden von
vagem mut, ziehen los.










31. August

ANONYM



Wusterhausen, 1998
Ein Spruch von der Mädelstoilette.