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In der Nacht auf den 28. flogen 582 Maschinen einen Angriff auf Nürnberg. Die Mutter, die am anderen Morgen nachhause ins Allgäu zurückfahren wollte, ist mit der Bahn bloß bis nach Fürth gekommen. Von dort aus sah sie Nürnberg in Flammen stehn, weiß aber heut nicht mehr, wie die brennende Stadt aussah und was für Gefühle sie bei ihrem Anblick bewegten. Sie sei, so erzählte sie neulich, von Fürth aus am selben Tag noch nach Windsheim zu einer Bekannten gefahren, wo sie das Schlimmste abgewartet und gemerkt habe, daß sie schwanger geworden sei. |
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Der Gegenstand - bis in unsere Tage (Dix hat das brennende Dresden als Hintergrund, vgl. "Nach der Natur" S.73!) Thema von Kunstdarstellungen, in seinem Realitätsgehalt eher zweifelhaft - stammt aus der Bibel, 1. Mose Kap. 19: |
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Altdorfer stellt den greisenhaften Vater mit begehrlichem Blick und lüsternem Grinsen dar,
wie er seine nackte, weißhäutige Tochter auf seinen ebenfalls nackten Leib zieht,
während im Hintergrund die andere Tochter auf grüner Wiese vor der Kulisse
des brennenden Sodom und Gomorrha mit ihren langen Haaren beschäftigt ist. |
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Was die brennende Stadt betrifft, so hängt im kunsthistorischen Museum in Wien ein Bild Altdorfers, auf dem Lot dargestellt ist mit seinen Töchtern. Am Horizont lodert ein furchtbares Feuer, das eine große Stadt verdirbt. Rauch steigt auf aus der Gegend, an den Himmel schlagen die Flammen, und im blutroten Widerschein sieht man die dunklen Fassaden der Häuser. Im Mittelgrund ist ein Stück grüne idyllische Landschaft, und dem Beschauer zunächst wird das neue Geschlecht der Moabiter gezeugt. Als ich dieses Gemälde im vorvergangenen Jahr zum erstenmal sah, war es mir, seltsamerweise, als hätte ich all das zuvor schon einmal gesehen, und wenig später hätte ich bei einem Gang über die Friedensbrücke fast den Verstand verloren. |
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