... mit welchen Fernweh ich ...
über meinen Atlas gebeugt gesessen bin...




Orte

V





Venedig [SG 47]
[AW 188]

Route von Ambros und Cosmo siehe bei Griechenland


Vero [Aufzeichnungen aus Korsika 141]


Ort auf Korsika ca. 470 Einw, größter Hochseilgarten Korsikas




Verona [SG 83 ff] [CS 199]





Chiesa San' Anastasia Pisanello-Fresco

Siehe auch Friedland
Am 6. September 1913 fährt Kafka mit seinem Dienstvorgesetzten Direktor Marschner zum "Internationalen Kongreß für Rettungswesen und Unfallverhütung" nach Wien, wo er auch den XI. Zionisten-Kongreß besucht. Am 14. des Monats reist er über Triest für einige Tage nach Venedig, von dort über Verona und Desenzano (Lago di Garda) ins Sanatorium Dr. von Hartungen, wo er vom 22. September bis zum 13. Oktober bleibt.
Aus "Genanzino: Die Unberechenbarkeit der Worte": Am 6. November 1913 schrieb Kafka an Felice Bauer: »Tagebuch führe ich überhaupt keines, ich wüßte nicht, warum ich es führen sollte, mir begegnet nichts, was mich im Innersten bewegt. Das gilt auch wenn ich weine wie gestern in einem Kinematographentheater in Verona. Das Genießen menschlicher Beziehungen ist mir gegeben, ihr Erleben nicht.«
Wenn ich richtig gezählt habe, stecken in diesen fünf Druckzeilen sechs mehr oder weniger auffällige Schwindeleien. Die erste (»Tagebuch führe ich überhaupt keines«) ist am leichtesten zu erkennen. Das uns heute vorliegende Tagebuch Kafkas gehört zu den eindrucksvollsten Dokumenten aller Zeiten. Zur Entlarvung der zweiten Schwindelei (»Ich wüßte nicht, warum ich es führen sollte«) genügt es, wenn wir einen einzigen Satz aus diesem von Kafka geleugneten Tagebuch hier einflechten. Er lautet: »Die Festigkeit aber,die das geringste Schreiben mir verursacht, ist zweifellos und wunderbar.« Die dritte Lüge (»Mir begegnet nichts, was mich im Innersten bewegt«) ist für jeden Kenner von Kafkas Biographie so dreist, daß sich eine Richtigstellung von selbst erübrigt. Das Gegenteil war der Fall. Es ist Kafka viel zuviel passiert, was ihn im Innersten bewegte, und er hat von diesem Übermaß oft gesprochen. Die vierte Lüge (»Das gilt auch wenn ich weine wie gestern in einem Kinematographentheater in Verona«) ist nichts weiter als eine Steigerung der dritten Lüge; das Weinen ist ja gerade das Zeichen für ein Zuviel an Bewegtheit. Die fünfte Lüge (»Das Genießen menschlicher Beziehungen ist mir gegeben«) und die sechste (»ihr Erleben nicht«) sind die leicht durchschaubaren Flunkermanöver eines Melancholikers, der längst erkannt hat, daß ihm seine enorme masochistische Energie alles mögliche erlaubt haben mag, das »Genießen menschlicher Beziehungen« aber mit Sicherheit nicht.



Vologda [RS 6, 128]
siehe Wologda



Volterra [SG 25]







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AUS: Austerlitz
AW: Die Ausgewanderten
BU: Beschreibung des Unglücks
CS: Campo Santo
LL: Logis in einem Landhaus
LK: Luftkrieg und Literatur
LW: Über das Land und das Wasser
NN: Nach der Natur
RS: Die Ringe des Saturn
SG: Schwindel.Gefühle
UH: Unheimliche Heimat