... mit welchen Fernweh ich ...
über meinen Atlas gebeugt gesessen bin...




Orte

F





Felixstowe [RS 268, 274]
Stadt in Suffolk an der Küste, Lage siehe Orford


Flossenbürg [CS 247]
Gemeinde in Bayern.
Hier befindet sich von 1938 bis 1945 das KZ Flossenbürg, ein deutsches Konzentrationslager zur Ausbeutung von Zwangsarbeitern, ein Lager zur „Vernichtung durch Arbeit“. In dem ersten Lager einer neuen – der 2. Generation von Konzentrationslagern richtet sich der Terror nicht mehr nur gegen die politischen Gegner der Nazis, sondern gesellschaftliche Außenseiter sollen durch brutale Zwangsarbeit entweder brauchbare Glieder der Volksgemeinschaft, das heißt, willfährige Helfer werden, oder der Vernichtung durch Arbeit zum Opfer fallen. Geeignete Standorte: Steinbrüche (neben Flossenbürg Mauthausen und Natzweiler ) oder Ziegeleien mit Lehmgruben (wie Neuengamme). Folge davon, dass SS zeitgleich beginnt, eigene wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Billigste rechtlose Arbeitskräfte will die SS profitabel in den eigens zu diesem Zweck gegründeten Deutschen Erd- und Steinwerken (DESt) ausgebeuten. Das Regime steigert den Terror zu einer absoluten und perfektionierten, bisher unbekannten Macht, die durch Arbeit, Hunger, Willkür und Schikane die Vernichtung menschlichen Lebens einplant und später mechanisiert – und das durchaus nicht im Geheimen, denn Terror wirkt durch weitestmögliche Einschüchterung. Infolgedessen Bau des Konzentrationslagers vor der Bevölkerung nicht geheim gehalten. Von Anfang an waren sind der Erstellung der benötigten Infrastruktur sowie am Lageraufbau öffentliche Verwaltungen und Privatfirmen beteiligt. Auch die Lieferung von Lebensmitteln für die Gefangenen sowie den SS-Totenkopfverband übernimmt die private Wirtschaft.
Zwischen 1938 und 1945 insgesamt 85.000 Inhaftierte
Außenlage: Pottenstein, Litomerice (unterirdische Fabrik zur Herstellung von Teilen der V-1 und V-2 Rakete. Leitung Baustab, Stellvertr.: spätere Bundespräsident Heinrich Lübke)


Filitosa [Aufzeichnungen aus Korsika 143]

kleines Dorf im Gemeindegebiet von Sollacaro auf Korsika, einer der Schlüsselorte zur korsischen Vorgeschichte.
Spuren ab der Jungsteinzeit (ab 6.000 v. Chr.), besonders aus der Megalithkultur (3.500 – 1.600 v. Chr.), aus der torreanischen (1.600 - 800 v. Chr.) und der römischen Epoche. An derselben Stätte die Statuenmenhire der Megalither und die Torren der Torreaner. 60 korsische Statuenmenhire erhalten - die meisten davon in Filitosa







Fozzano [Aufzeichnungen aus Korsika 143]

Dorf auf Korsika ca. 200 Einw., hier steht die Colomba Carabelli, Modell für Prosper Mérimées Novelle Colomba



Frankfurt am Main [NN 12 ff., 97]
[CS 245]



Freiburg [LW 70.]

im Breisgau, mit 220.000 Ein. viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg, südlichste Großstadt Deutschlands. Albert-Ludwigs-Universität eine der ältesten und renommiertesten Hochschulen Deutschlands (Sebald studiert hier 1963-65 Germatistik)


Friedland [CS 199]
[Aufzeichnungen aus Korsika 148]


tsch. Frytland. Frühgotische Burg aus 2. Hälfte des 13. Jht., im 16. Jht. um Renaissanceschloss erweitert. Zur Zeit von Albrecht von Wallenstein 1624 Herrschaft von Friedland zum erblichen Fürstentum erhoben. Schiller dient der Heerführer als Vorlage für sein Werk Wallenstein. Eines der ältesten europäischen Schlossmuseen, 1801 eröffnet. Möglicherweise Kulisse für Kafkas Roman Das Schloss
Aus Kafkas Tagebuch Febraur 1911:
Kaiserpanorama. Einzige Vergnügung in Friedland. Habe keine rechte Bequemlichkeit darin, weil ich mich einer solchen schönen Einrichtung wie ich sie dort antraf, nicht versehen hatte, mit schneebehängten Stiefeln eingetreten war und nun vor den Gläsern sitzend nur mit den Fußspitzen den Teppich berührte. Ich hatte die Einrichtung der Panoramas vergessen und fürchtete einen Augenblick lang von einem Sessel zum andern gehn zu müssen. Ein alter Mann bei einem beleuchteten Tischchen, der einen Band illustrierte Welt liest, führt das ganze. Läßt nach einer Weile für mich ein Ariston spielen. Später kommen noch 2 alte Damen, setzen sich rechts von mir, dann noch eine links. Brescia, Kremona, Verona. Menschen drin wie Wachspuppen an den Sohlen im Boden im Pflaster befestigt.
In der Schlacht bei Friedland am 13. Juni 1807, der letzten Schlacht im 4. Koalitionskrieg, schlägt eine 80.000 Mann starke französische Armee unter Napoleon das 60.000 Mann starke russisch-preußische Heer unter General Levin August von Bennigsen


Frongastell [AUS 79]




Fürth [NN 74]




Fulda [CS 245]








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AUS: Austerlitz
AW: Die Ausgewanderten
BU: Beschreibung des Unglücks
CS: Campo Santo
LL: Logis in einem Landhaus
LK: Luftkrieg und Literatur
LW: Über das Land und das Wasser
NN: Nach der Natur
RS: Die Ringe des Saturn
SG: Schwindel.Gefühle
UH: Unheimliche Heimat