... mit welchen Fernweh ich ...
über meinen Atlas gebeugt gesessen bin...




Orte

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Danzig [NN 39]

Hafen- Hansestadt, heute Polen mit 450.000 Einwohnern. An der Weichselmündung in der historischen Landschaft Pommerellen. Zusammen mit Elbing und Thorn führende preußische Hansestadt. Im Polnischen Erbfolgekrieg (Krieg um die Thronfolge Polens nach dem Tod Augusts II. des Starken, † 1733) unterstützen Österreich und Russland August des Starken Sohn Friedrich August II., Frankreich will den früheren polnischen König Stanislaus I. Leszczynski als Nachfolger einsetzen. Der gewählte Stanislaus Leszczynski flieht nach Danzig, das daraufhin 1734 von russischen und sächsischen Truppen belagert und eingenommen wird.


Deauville [AW 133, 135, 171ff]
[Aufzeichungen aus Korsika S. 146]

französisches Seebad mit ca. 4000 Einw. Département Calvados in der Region Basse-Normandie, bedeutender Yachthafen, Pferderennbahn, prächtiger Villen und Hotels, Casino sowie breiter Sandstrand und seine Promenade sind Ursache, dass Deauville als eines der elegantesten normannischen Seebäder angesehen wird. Bedeutendes Bauwerk Kirche St. Laurent mit mittelalterlichem Hagioskop (Lepraspalte). Beliebtes Motiv der Impressionisten. Im Zentrum der Normandie, in jeweils gleicher Entfernung zwischen den drei regionalen Metropolen Caen, Rouen und Le Havre am linken Ufer der Mündung der Touques in den Ärmelkanal, gegenüber von Trouville-sur-Mer. Die Küste um Deauville und Cabourg trägt den Namen Côte Fleurie (Blumenküste) und öffnet sich zu Pays d'Auge. Durch den Tourismus wächst die Population an den Wochenenden und in den Schulferien um das Zehnfache.
Einst kleines Bauerndorf. 1858 hat Charles de Morny, Halbbruder Napoléons III., die Idee, auf dieser Ebene aus Sand und Sumpf „ein Königreich der Eleganz“ in der Nähe von Paris zu errichten. Morny erschafft in vier Jahren eine Stadt, die bald durch ihre Villen im neonormannischen Stil, durch die Pferderennbahn und die Eisenbahnanbindung an Paris aristokratische Gäste aus Frankreich und der ganzen Welt anzieht. 1911 Casino, Luxushotels. In den Folgejahren Künstler, Politiker und Geschäftsleute regelmäßige Besucher: Josephine Baker, Maurice Chevalier, Sacha Guitry, Tristan Bernerd, Gustave Flaubert, André Citroën und Coco Chanel, Eugène Boudin, Raoul Dufy, Camille Saint-Saëns, Yves Saint Laurent bis hin zu Arthur Rubinstein, sie alle gingen die 643 Meter lange Promenade von Deauville auf und ab. In den 1960er Jahren beginnt Ferientourismus. Angetrieben durch Michel d’Ornano, den Bürgermeister, und Lucien Barrière, den Besitzer des Casinos und der Luxushotels, wird Deauville zu einer internationalen Destination ausgebaut.
Zwischen 1860 und 1866 wurde das „Gezeitenbassin“ erbaut. Im Folgenden entwickelte sich der Hafen von Deauville zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des Ersten Weltkrieges immer weiter und wurde schon bald sowohl zum Wirtschaftshafen als auch zum Hafen für Freizeitboote und –yachten. Schließlich wurde der damals einzige Hafen der Stadt zu klein und das ansteigende Aufkommen an Booten und Schiffen jeder Art erforderte die Entwicklung und den Neubau weiterer Hafenanlagen. Hierzu der äußere Hafen der Stadt geschlossen und später im Jahre 1930 deutlich vergrößert wiedereröffnet.
Der Flughafen mit 2.550 Metern Piste ist für den Verkehr fast aller Flugzeuge auf Linien- oder Charterflügen eingerichtet.
Casino, Pferderennbahnen, 4 Golfplätze, ein Reiterzentrum, Wassersportzentrum, Tennisplätze, Segelschule, Kinder- und Jugendclubs, Freizeitpark. Boutiquen, langer Sandstrand, gesäumt von der berühmten Promenade „Les Planches“ lockt mit bunten Sonnenschirmen und Liegestühlen.
Casino, das viertgrößte Frankreichs, 320 Glücksspielautomaten und die ganzen Palette an Tischspielen. 1864 eröffnet, 1912 Neubau, inspiriert von Bauwerken des 18. Jahrhunderts





Als einzige drei-disziplinarische Pferderennbahn der normannischen Küste empfängt die



Rennbahn von Deauville-Clairefontaine die Wettbewerber im Traben, Hindernislauf und Springreiten. Die Rennbahn befindet sich zwischen den Gemeinden Bénerville und Tourgéville, rund 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Angesichts der stetig wachsenden Wichtigkeit der Pferderennen kauft die Stadt 1924 das Gebiet Clairefontaine in Tourgéville und errichtet dort Tribünen, Boxen und Zimmer für die Pfleger. Die Pferderennbahn der Gemeinde war geboren: “Das kleine Clairefontaine”, offiziell 1928 eröffnet.
Jeden August kommen seit 100 Jahren die besten Polospieler der ganzen Welt nach Deauville, um beim Deauville Gold Cup zu siegen, und an 15 Tagen im Oktober feiern die Equi’Days die Pferde sowie den Reitsport in Calvados. Die erfolgreichsten Gestüte der Region öffnen ihre Türen für Besucher, während Deauville spezielle Pferderennen und Auktionen organisiert. Gleichzeitig findet jedes Jahr der traditionelle Wettkampf der Pferde-Gespanne statt, für welchen 30 Teams von der ganzen Welt anreisen, um ihre schönsten altmodischen Gespanne zu präsentieren.
Jede der am Ende des 19. Jahrhunderts entlang der Seefront entstandenen Villen hat ihren ganz eigenen architektonischen Ausdruck in Profil und Zusammensetzung des Gebäudes, seiner Accessoires und seiner prachtvollen Verzierungen. Egal ob Ziegel, Steine, Holz, Gießbeton oder Metalle, jede denkbaren und verfügbaren Materialien wurden von den Bauherren genutzt, um sich ihre eigene neue Villa ganz ihrem Geschmack nach zu gestalten.
In der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges wurden diese Villen schon bald als Symbol für überschwänglichen Reichtum und Luxus angesehen. Viele von ihnen sind daher mit der Zeit nach und nach verschwunden und wurden durch neumodischere, aber trotzdem dem architektonischen Stil des Pays d‘Auge (regionale Gegend im Département Calvados) entsprechenden Blockbauten, die nun meist von Parisern mit Zweit-/Wochenendwohnsitz in Deauville angemietet werden, ersetzt. In Deauville finden seit vielen Jahren regelmäßig große Ereignisse statt. Neben den Pferdesportveranstaltungen sind das Osterfestival mit klassischer Musik im April, die Internationale Segelwoche im Juni, das Jazzfestival Swing'In Deauville im Juli, die Austragung des Lucien Barrière Deauville Polo Cup im August sowie das Festival des amerikanischen Films Anfang September zu nennen.


Delphi [AW 190]

Delphi "Nabel der Welt", am Hang des mythenumwobenen Parnaß.


Denbigh [Austerlitz S. 96]




Deventer [RS 229]

Stadt in den Niederlanden


Ditchingham [RS 7, 308ff]

Dorf in der Grafschaft Norfolk am Waveney nahe dem "The Broads National Park". Das meiste des umliegenden Landes gehört zum Gut Ditchingham Hall, Sitz des Earl Ferrers. Der jetzige Eigentümer ist Robert Shirley, 13th Earl Ferrers, früherer Chef der Konservativen im House of Lords.
'Capability' Brownist hat es als Landschaftspark des 18. Jhts entworfen mit See und Wald, insgesamt 48ha.
Ditchingham Hall ist ca. 1710 gebaut und umgeben von einem ausgedehnten Park mit Terrassengärten und Alleen. 1778 kam ein schöner Garten mit einem ausgedehnten Serpentinensee hinzu. Bilder siehe


Dole [AW 68]



Dolgellau [AUS 114ff]
Siehe bei Barmouth


Drancy [AUS 403]

Stadt 20 km nordöstlich von Paris im Département Seine-Saint-Denis

1941 bis 1944 "Sammellager Drancy", berüchtigtes Gefangenenlager, Ort der Shoa in Frankreich, von wo ca. 65.000 hauptsächlich französische Juden mit Eisenbahntransporten in die deutschen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau u.a. abgingen. Anfangs unter französischer Leitung übernimmt am 2. Juli 1943 Alois Brunner das Kommando, assistiert von vier SS-Offizieren, sie setzen Gefangene als Lagerpolizei ein ("Membres du Service d’Ordre"). Ca. 63.000 dort ermordet oder zuvor an den katastrophalen Umständen des Transports, der Unterbringung oder Behandlung gestorben, darunter ca. 6.000 Kinder. Nur 1.467 Überlebende durch schwedischen Gesandten und Repräsentanten des Roten Kreuzes gemeinsam mit den Alliierten Streitkräften am 18. August 1944 befreit.
Außenlager ("Austerlitz", "Lévitan" und "Bassano") siehe bei Lager


Dresden [NN 73]
[CS 249]

Leichenfelder siehe


Dunwich [RS 186ff]

There's a lot of nonsense talked about Dunwich. In some books, it seems to have taken on the proportions of some mythical lost city of Atlantis. One imagines something like Manhattan, slowly sinking beneath the waves. One book ... suggests that medieval Dunwich had 50 churches! It wasn't that big, only the same size as several other East Anglian towns of the time
Dunwich/County Suffolk/England. Naturhafen in der Mündung der Flüsse Blyth River und Dunwich River. Überreste eines ehemals wohlhabenden Seehafens und Zentrums des Wollhandels im frühen Mittelalter (größte Hafenstadt von East Anglia). Exportgüter: Wolle, Getreide, Importgüter: Fisch, Pelz und Bauholz aus Island und dem Baltikum, Tuch aus den Niederlanden und Wein aus Frankreich. Erste urkundliche Nennung 632 (Missionar aus Burgund, St. Felix gründet ersten Bischofssitz in East Anglia). 1086 ca. 3000 Einwohnern, acht Kirchen (All Saints, St Martin, St Leonard, St Nicholas, St John the Baptist, St Peter. Zwei Kapellen St Bartholomew und St Michael und eine Kreuzritterkirche), Benediktinerabtei, zwei Klöster. Im 13. Jahrhundert achtzehn Kirchen und Klöster (zweitgrößte Stadt nach Norwich in East Anglia). 1286 spült heftiger Sturm große Teile der Stadt ins Meer, Mündung des Dunwich River versandet, 1328 erneute Sturmflut, ein Viertel der Stadt Dunwich versinkt im Meer. In den folgenden drei Jahrhunderten Küstenerosion. Heutige Häuser direkt am Kliff damals zwei Kilometer im Landesinneren. Nahezu alle Gebäude einschließlich der acht Kirchen im Meer versunken, Reste der Kirche All Saints stürzen 1904 und 1919 ins Meer. Reste eines Franziskanerklosters und Leprakrankenhauses stehen. Der Legende nach hört man bei Sturmflut im Getöse der Wellen Glocken läuten. Umgebung: Dingle Marshes (verlandete Mündung des Dunwich River) im Norden, Dunwich Heath (Heideflächen mit Erika, Stechginster, Baum- und Strauchgruppen, ehemaliges Weideland) im Süden. Vogelreservat Minsmere in ausgedehntem Schilfgebiet.







Dux [AUS 288]

Duchcov (deutsch Dux) Stadt in Tschechien (9000 Einwohner) im Okres Teplice in der nordtschechischen Region Ústecký kraj am Fuß des Erzgebirges, acht Kilometer südwestlich von Teplice. Der gebildete Josef Karl Emanuel von Waldstein umgibt sich gerne mit Künstlern und Wissenschaftlern. 1785 bringt er den Philosophen, Weltenbummler und Abenteurer Giacomo Casanova auf das Schloss. Dieser verbringt 13 Jahre als Schlossbibliothekar bis zu seinem Tod 1798 in Dux.



Casanova auf Schloß Dux (ab 11:44) --->






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