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1. Oktober

Mozart KV 492 La nozze di Figaro: Terzett Cosa sento!
Chor Contadine e Contadine

Odyssee 18, 206 - 242


Penelope kommt aus ihren Gemächern zu den Freiern.

Als diese sie sehen, schlägt ihnen allen das Herz im Leibe, jeder wünscht sie als Gattin. Die Königin wendet sich an Telemach ihren Sohn, macht ihm Vorwürfe, welche Tat er im Saale begehen ließ?
"Das muss uns ja vor allen Menschen Schande bringen!"
Telemach: "Ich verarge dir deinen Eifer nicht, aber diese feindseligen Männer, betäuben mich ganz."
Der Kampf des Fremden mit Iros sei nicht so ausgegangen, wie die Freier es wünschten.

Auch in der Oper von der Hochzeit des Figaro wird es dramatisch ...
7. Terzett: „Cosa sento! Tosto andate, e scacciate il seduttor“ – „Wie? Was hör' ich? Unverzüglich geh' und jage den Bösewicht gleich fort“: Als der Graf und Basilio auftreten, versteckt sich Cherubino und Susanna täuscht eine Ohnmacht vor; in dem Durcheinander springt der Page auf einen Stuhl und verbirgt sich unter einem Kleid.

8. Chor: „Giovani liete, fiori spargete“ – „Muntere Jugend, streue ihm Blumen“: Der von Susanna bisher abgewiesene Graf entdeckt ihn, und er wird nur durch den Auftritt der Landleute von einer Bestrafung des eifersüchtigen Schlossherrn verschont.

KV 492 Terzett 19:10, Chor 24:33





No. 7. Terzetto
CONTE
Cosa sento! tosto andate,
E scacciate il scduttor.
BASILIO
In mal punto son qui giunto!
Perdonate, o mio signor.
SUSANNA
Che ruina, me meschina!
Son oppressa dal dolor.
BASILIO E CONTE
Ah, già svien la poverina!
Come, oh Dio! le batte il cor!
BASILIO
Pian pianin: suquestoseggio.
SUSANNA
Dove sono? cosa veggio?
Che insolenza, andate fuor.
CONTE
Siamo qui per aiutarti,
Non turbarti, o mio tesor.
BASILIO
Siamo qui per aiutarvi,
È sicuro il vostro onor.
Ah del paggio quel ch’ho detto
Era solo un mio sospetto!
SUSANNA
E un’insidia, una perfidia,
Non credete all'impostor.
CONTE
Parta, parta il damérino!
SUSANNA E BASILIO
Poverino!
CONTE
Poverino!
Ma da me sorpreso ancor.
SUSANNA
Come!
BASILIO
Che!
CONTE
Da tua cugina
L’uscio ier trovai rinchiuso,
Picchio, m’apre Barbarina
Paurosa fuor dell’uso.
Io dal muso insospettito, Guardo, cerco in ogni sito,
Ed alzando pian pianino
Il tappeto al tavolino,
Vedo il paggio!
Ah, cosa veggio!
SUSANNA
Ah, crude stelle!
BASILIO
Ah, meglio ancora!
CONTE
Onestissima signora!
Or capisco come va.
SUSANNA
Accader non può di peggio;
Giusti Dei! che mai sarà?
BASILIO
Cosi fan tutte le belle!
Non c’è alcuna novità.

Nr. 7 Terzett
GRAF Was hör ich! Geht sofort. Und jagt den Verführer davon. BASILIO Zur Unzeit kam ich. Verzeiht, mein Herr. SUSANNA
Welch’ Unglück, ich Arme! Mich überwältigt der Schmerz. BASILIO UND GRAF Oh, schon wird die Arme ohnmächtig! O Gott, wie schlägt ihr Herz. BASILIO Vorsichtig, auf diesen Sitz. SUSANNA Wo bin ich? Was seh’ ich? Welche Frechheit, geht hinaus. GRAF Wir wollen dir helfen, Nicht dich erschrecken, mein Schatz. BASILIO Wir wollen dir helfen, Eure Ehre ist ungefährdet. Was ich über den Pagen sagte, War nur ein Verdacht! SUSANNA Es ist eine Falle, eine Gemeinheit, Glaubt dem Lügner nicht. GRAF Der lose Jüngling soll gehen. SUSANNA UND BASILIO Der Arme! GRAF Der Arme! Ich habe ihn schon wieder ertappt. SUSANNA Wie! BASILIO Was! GRAF Deiner Kusine Tür Fand ich gestern verschlossen. Ich klopfte, Barbarina öffnet mir Besonders ängstlich. Dies Benehmen ließ mich argwöhnen, Ich schaue, ich suche in jedem Winkel, Ganz vorsichtig lüft’ich Das Tuch am Tische Und sehe den Pagen! Oh, was seh’ich! SUSANNA Oh, grausamer Himmel! BASILIO Oh, noch besser! GRAF Tugendreichste Dame! Nun versteh' ich, was man spielt. SUSANNA Schlimmeres konnte nicht geschehen; Gerechte Götter! Was wird nun werden? BASILIO So machen es alle Schönen! Das ist nicht neu.

N. 8. Coro
CONTADINI E CONTADINE
Giovani liete,
Fiori spargete
Davanti al nobile
Nostro signor.
II suogran core
Vi serba intatto
D’un più bel fiore
L’almocandor.

Nr. 8 Chor BURSCHEN UND MÄDCHEN Fröhliche Jugend, Streut Blumen Vor unserem Edlen Herrn. Sein großes Herz Läßt unberührt Der schönsten Blume Göttliche Reinheit.

2. Oktober

Mozart KV 492 Le nozze di Figaro: Cavatina Porgi amor qualche ristoro
Arie Venite, inginocchiatevi

Odyssee 18, 243 - 280


Penelope bei den Freiern.

Eurymachos, trunken vom Anblick der reizenden Königin:
"Ikarios' Tochter, wenn dich alle Achaier in ganz Griechenland sehen könnten, wahrhaftig, es erschienen morgen noch viel mehr Freier zum Schmause: so weit übertriffst du alle Weiber an Gestalt und Geist!"
"Ach, Eurymachos, meine Schönheit ist dahin, seit mein Gemahl mit den Griechen gen Troja fuhr! Als Odysseus das Ufer verließ und mir zuletzt die Hand reichte, da sprach er: ›Liebes Weib, die Griechen werden, denk ich, wohl nicht alle gesund von Troja heimkehren: die Trojaner sollen des Streites kundige Männer sein, treffliche Speerschleuderer, Bogenschützen, Wagenlenker. Wenn dein Sohn herangewachsen ist und ich nicht mehr heimkehre, dann magst du dich vermählen.‹
Weh mir, der entsetzliche Tag der Hochzeit naht heran, und unter welchem Kummer gehe ich ihm entgegen! Denn diese Freier sind furchtbar. Wenn andere eines ansehnlichen Mannes Tochter zum Weibe begehren, so bringen sie Rinder und Schafe zum Schmause mit und Geschenke für die Braut und verprassen nicht fremdes Gut ohne alle Entschädigung!"

Tu den Affektthemen Rache und Sehnsucht nach erfüllter Liebe in der Odyssee kommt in Mozarts Oper 'Le nozze di Figaro' ein weiteres hinzu: das Erwachen erotischen Verlangens. Um alle drei Themen drehen sich die meisten Arien. Revolutionär ist "Figaro" an unscheinbaren Stellen, so im 2. Akt in der Cavatina der Contessa (Nr. 10 "Porgi amor") und in der Arie der Susanna (Nr. 12 "Venite, inginocchiatevi"). Letztere charakterisiert sowohl Susannas patente Geschäftigkeit, als auch kommt in ihr die Einzigartigkeit Amadés zum Vorschein, einzelne Affekte oder Emotionen und rein physisches Agieren und Interagieren zu beschreiben.
Und könnte die Aria Susannas (Nr. 13) nicht auch von Penelopes Lippen klingen?

Ungewöhnlich ist, dass im "Figaro" ein Finale zweimal vorkommt. Das erste, quasi vorläufige Finale schließt den zweiten Akt ab, das zweite, endgültige, folgt nach dem vierten Akt.

Inhalt 2. Akt:
Zimmer der Gräfin. Sie drückt ihren Schmerz über die Untreue des Gatten aus. Mit Susanna und Figaro werden Pläne erwogen, dem Grafen die Einwilligung zur Hochzeit von Figaro und Susanna abzulisten und ihm selber einen Denkzettel für seine Untreue zu verpassen. Figaro wird ihm ein Briefchen zuspielen, mit dem er auf ein Stelldichein der Gräfin hingewiesen wird. Gleichzeitig soll Cherubino, der noch immer im Schloss weilt, als Susanna verkleidet den Grafen im Garten treffen. Cherubino darf der Gräfin seine Kanzone vortragen; dann wird seine Verkleidung ausprobiert. Plötzlich verlangt der Graf Einlass ins Zimmer. Cherubino schlüpft eilig ins Kabinett. Während der Graf mit der Gräfin fortgeht, um Werkzeug zu holen, mit dem er die Türe des Kabinetts aufbrechen will, springt Cherubino aus dem Fenster in den Garten, wobei er sein Offizierspatent verliert, und Susanna, die sich währenddessen im Alkoven versteckt gehalten hatte, geht für ihn ins Kabinett. Dort findet sie der Graf anstelle des Cherubino. Almaviva entschuldigt sich, bekommt aber schon bald heraus, dass das Briefchen für das Stelldichein von Figaro stammt. Gerade versucht dieser, die prekäre Situation zu meistern, als der Gärtner Antonio berichtet, er habe jemanden aus dem Fenster springen sehen. Figaro behauptet, er sei es gewesen und habe dabei auch das Offizierspatent Cherubinos verloren, auf dem noch das Siegel fehlt. Der Graf scheint überlistet. Als Bartolo und Marcellina erscheinen und die Erfüllung des Hciratsversprcchens fordern, schiebt der Graf bis zur Klärung der Angelegenheit die Hochzeit weiter hinaus.
Arie: „Porgi, amor, qualche ristoro“ – „Heil'ge Quelle reiner Triebe“: Zimmer der Gräfin. Die Gräfin beklagt des Grafen Untreue.
Arie (Susanna) : „Venite, inginocchiatevi“ – „Komm näher, kniet vor mir“: Sie frisieren Haare.
Die Aufnahme der Oper in Prag ist von Begeisterung getragen. Sie trifft auf ein revolutionäres Bewusstsein, das sich hier im ständigen Kampf gegen deine Feudalherrschaft herausgebildet hat, die ihre ökonmische Macht noch tief bis 18. Jahrhundert hinein mittels Leibeigenschaft aufrechterhält. Und seit dem 30jährigen Krieg ist das Verhältnis zu Wien getrübt. Adel und Bürgertum haben im engen Verbund mit der Kirche eine eigene Kultur entwickelt, die die tschechische Metropole zu einer europäischen von Geiseswissenschaften und Musik werden ließ.

KV 492 Nr. 10 29:14, Nr. 12 Nr. 12 34:51



10. Cavatina
LA CONTESSA
Porgi amor, qualche ristoro
al mio duolo, a'miei sospiri:
O mi rendi il mio tesoro,
O mi lascia almen morir.

GRÄFIN Gewähr, Amor, einigen Trost! Meinem Schmerz, meinen Seufzern: Gib mir meinen Liebsten zurück Oder lass mich sterben.

12. Aria
SUSANNA
Venite... inginocchiatevi...
Restate fermo li...
Pian piano, or via giratevi...
Bravo... va ben cosi.
La faccia ora volgetemi,
Olà! quegli occhi a me...
Drittissimo... guardatemi...
Madamaqui non è.
Più alto quel colletto,
Quel ciglio un po’più basso
Le mani sotto il petto ...
Vedremo poscia il passo
Quando sarete in pie.
Mirate il bricconcello,
Mirate quanto è bello,
Che furba guardatura.
Che vezzo, che figura!
Se l’amano le femmine,
Han certo il lor perché.

SUSANNA Kommt her... kniet nieder... Bleibt dort... Langsam nun dreht Euch ... Ausgezeichnet... so geht ’s gut. Zeigt mir das Gesicht, Holla! Die Augen zu mir... Ganz gerade... schaut mich an ... Die Herrin ist nicht hier. Den Kragen etwas höher, Die Brauen etwas tiefer. Die Hände unter die Brust... Wir sehen, wie Ihr schreitet, Wenn Ihr Euch erhebt. Bewundert den Schelm, Staunt, wie schön er ist, Welch kecker Blick, Wie zart, welche Figur! Wenn die Frauen ihn lieben, So wissen sie warum.


3. Oktober

Mozart KV 495 Konzert Nr. 4 Es-Dur für Horn und Orchester

Odyssee 18, 281 - 311


Mit Freude hört Odysseus die Worte, die Penelope den Feiern sagt.

Antinoos: "Edle Königin, gern wird dir jeder von uns die köstlichsten Gaben darbringen, und wir bitten dich, entziehe dich unsern Geschenken nicht. Aber in unsere Heimat kehren wir nicht zurück, bis du dir den Bräutigam aus unserer Mitte auserkoren hast."
Diener bringen Geschenke. Antinoos ein gewirktes buntes Gewand mit 12 goldenen Spangen; Eurymachos ein kunstvolles goldenes Brustgeschmeide; Eurydamas ein Paar Ohrringe, jeder in drei Diamanten spielend; Peisander ein Halsband voll der köstlichsten Kleinode.
Penelope steigt mit ihren Geschenken und den Dienerinnen wieder in den Söller empor.
Die Freier vergnügen sich im Reihentanz, als es dunkelt, stellen die Mägde drei Feuerlampen zur Beleuchtung im Saale umher und legen getrocknete Scheiter, mit Kienspänen gemischt, hinein.

Das Figaro-Jahr 1786 wird zum Umbuchjahr in Mozarts Leben. Die Adeligen Wiens wollen nichts mehr mit Mozart, der lange genug sich erfrechte, ihr Geld und ihre Gunst in Anspruch zu nehmen; so manche Rechnung ist offen geblieben als Folge seines aufwändigen Lebensstils. Der Aufmarsch der Gläubiger beginnt. Joseph Leutgeb aber spielt unverdrossen zum Tanz der Freier mit seinem Horn auf.
Die Musik des befreundeten Hornisten inspiriert Amadé zur Komposition einer - im Vergleich zu anderen Blasinstrumenten - recht hohen Zahl konzertanter Werke für Horn. Mozart folgt einem schematischen Formaufbau: In KV 495 von 1786 schließt sich einem knappen Sonatensatz eine Kantilene an; der Finalsatz, in Rondoform, ist geprägt von Jagdassoziationen.
Der erste Satz des Konzertes Es-dur KV 495 erinnert an die Kantate "Die Mauerfreude" KV 471; der Finalsatz ähnelt dem des Hornkonzertes KV 417.

KV 495




4. Oktober

Mozart KV 496 Klaviertrio G-Dur

Odyssee 18, 311 - 342


Odysseus gesellt sich zu den Mägden, schickt sie zu ihrer Herrin, die Spindel zu drehen und Wolle zu kämmen. Für das Feuer im Saale will er sorgen.
Die Mägde sehen einander an und lachen laut auf.
Melantho, welche Penelope wie ein Kind aufzog, jetzt die Geliebte von Eurymachos:
"Du elender Bettler, du bist ein rechter Narr, sprichst du im Rausche oder schwindelt dir, weil du den Iros besiegt hast?"
"Hündin, ich gehe, deine frechen Worte dem Telemach zu melden, dass er dich in Stücke zerhaue!"
Die Mägde glauben, er meine das ernst, sie fliehen mit bebenden Knien aus dem Saal.

Die mit diesem "Terzett" von 1786 (ein Begriff aus der Vokalmusik), dem Klaviertrio G-dur KV 496 beginnende Werkserie Mozarts wird gegenüber dem Divertimento anspruchsvoller. Er lässt das Violoncello etwas mehr aus seiner rein begleitenden Rolle herausreten, während das Klavier nach wie vor dominiert, wie das ausgedehnte Klaviersolo zu Beginn zeigt. Amadé durchbricht hier das übliche dreisätzige Schema: Statt eines Schlussrondos schreibt er einen Variationssatz, in dessen vierter Variation das Violoncello die melodische Führung übernimmt.
Im Privatleben Mozarts wird des dunkler. Sein drittes - wie sein erstes - Kind ist kurz nach der Geburt gestorben. Das Gefühl, als Komponist unterschätzt zu sein, fördert seine Gereiztheit - hin bis zur Menschenverachtung. Er gerät mehr und mehr ins gesellschaftliche Abseits, muss befürchten, sich selbst an die stets wiederkehrenden Depressionen zu verlieren.

KV 496






5. Oktober

Mozart KV 497 Sonate zu vier Händen F-dur

Odyssee 18, 343 - 375


Odysseus hängt bei den Feuerschalen im Saal seinen Rachegedanken nach. Eurymachos höhnt ihn:
"Der Mann ist wahrhaftig als eine lebendige Leuchte von einem Gott in diesen Saal geschickt worden: schimmert nicht sein Kahlkopf, auf dem auch kein einziges Härchen mehr zu erblicken ist, gerade wie eine Fackel? Hör, Bursche, hättest du nicht Lust, dich mir zum Knechte zu verdingen, mir auf meinen Gütern die Dornzäune zu flechten und Bäume zu pflanzen? Aber du bettelst lieber und füllst dir deinen Bauch mit Almosen, was keinen Schweiß kostet."
"Eurymachos, ich wollte, es wäre Frühling und wir mähten miteinander in die Wette Gras auf der Wiese; du hieltest die Sense und ich hielte sie und beide müssten wir nüchtern bis spät in die Nacht arbeiten: es sollte sich zeigen, wer es länger aushielte! Oder ich wollte, wir ständen beide an der Pflugschar: du solltest sehen, wie ich die Furche in einem Zuge durchschnitte!"

Wegen der zu Mozarts Zeiten kürzeren Tasten, war vierhändiges Klavierspiel eine Seltenheit. Die Geschwister Mozart hatten es auf ihren frühen Konzertreisen mit dem Vater verstanden, bevorteilt durch ihre Kinderhände, publikumswirksam als Duo an einem Instrument aufzutreten. So hat Amadé in dieser Gattung schon als Kind Erfahrung gesammelt, er kultiviert sie später als Pionier.
Die Sonate KV 497 ist - wie auch die vierhändige C-Dur Sonate KV 521 - für das Zusammenspiel mit Mozarts Wiener Schülerinnen bestimmt und entsteht 1786. Die langsame Einleitung des 1. Satzes ist damals für Klavierwerke unüblich und eher in Sinfonien zu finden. Auch das in dieser Zeit bei Mozart vermehrte Aufkommen polyphoner Techniken, inspiriert durch Händel und J. S. Bach, fällt auf und weist diese Sonate als gleichwertiges Pendant zu seinen zweihändigen Werken aus.

KV 497



6. Oktober

Mozart KV 497a (KV 357) Sonate F-Dur für Klavier zu vier Händen G-dur

Odyssee 18, 376 - 404


Odysseus legt sich mit Eurymachos an.

"Elender, empfang auf der Stelle den Lohn für deine trunkenen Reden!" Mit diesem Zuruf schleudert er einen Fußschemel nach Odysseus, dieser aber duckt sich hinter Amphinomos nieder, dass der Schemel über ihn den Mundschenken an der rechten Hand trifft, die Weinkanne rollt auf den Boden, der Mundschenk fällt rückwärts zu Boden.
Die Freier verfluchen den Fremdling, der solche Störung in ihre Freuden bringe.

Sie sind Fragment geblieben, die beiden Sätze KV 497a. Fraglich ist, ob sie der Beginn einer geplanten Sonate sind - es würde in diese Zeit passen, wo Amadé mit vierhändigen Sonaten experimentiert ...
Beide Bruchstücke von 1786 - dennoch immer wieder wunderschön (das Allegro endet neun Takte nach Beginn des 2. Teils, das Andante nach 160 Takten) - hat Julius André bei ihrer Erstveröffentlichung 1853 komplettiert.

KV 497a Allegro



Satz 2




7. Oktober

Mozart KV 498 Trio Es-Dur für Klavier, Klarinette und Viola, "Kegelstatt-Trio"

Odyssee 18, 405 - Schluss


Odysseus im Streit mit den Freiern.

Telemach fordert höflich, aber bestimmt seine Gäste auf, sich zur Nachtruhe zu begeben.
Amphinomos: "Ihr habt billige Worte vernommen, meine Freunde, widersetzet euch nicht; auch den Fremdling soll niemand hinfort, weder ihr noch ein Diener im Palaste, mit Wort oder Werken kränken! Füllet die Becher noch einmal zur Opferspende, und dann lasst uns nach Hause wandeln. Der Fremdling aber bleibe hier unter dem Schutze des Telemach, an dessen Herd er sich geflüchtet hat."
So geschieht es.

Nicht mit einer Opferspende für die Götter, sondern mit dem Trio KV 498 für seine Lieblingsschülerin

Franziska von Jacquin

hat Amadé 1786 eine Kegelpartie beendet, weshalb es den Beinamen "Kegelstatt-Trio" trägt.
Die ungewöhnliche Besetzung für Klavier, Klarinette und Viola geht vermutlich auf Mozarts Bekanntschaft mit dem Klarinettisten Anton Stadler zurück, der wohl auch für den Klarinettenpart dieses Werkes vorgesehen war. Bemerkenswert ist vor allem die eigenwillige Form des Trios: Ein Andante und ein rondoförmiges Allegretto umschließen ein Menuett mit Trio. Immer wieder zeigt sich die Gleichberechtigung der Instrumente, wenn beispielsweise die Klarinette das zweite Thema des ersten Satzes in der Exposition spielt und in der Reprise es die Viola wiederholt oder im Finalsatz der dialogische Wettstreit der Melodieinstrumente das in früheren Trios dominierende Klavier mehr und mehr in den Hintergrund drängt.

KV 498 1. Andante



KV 498 2. Menuetto



KV 498 3. Rondo Allegretto