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Hochsschulstadt Gera - 50°53'N 012°05'E

Gersche (echte Geraer) heißen „Gersche Fettguschen“, eine Anspielung auf den meist leicht fettigen Rand um den Mund, der entsteht, wenn man herzhaft in die Gersche Fettbemme beißt.



Die Stadt im Osten Thüringens mit gut 94.000 Einwohnern liegt im Norden des Vogtlands an der Weißen Elster im ostthüringischen Hügelland. Bis Leipzig sind es 60, Erfurt 80 und Chemnitz 70 km.
Gera ist bis 1918 Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie sowie bis 1920 des Volksstaates Reuß. Mit dem Einsetzen der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt die Stadt ein großes Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, zur Blütezeit der Stoff- und Tuchindustrie ist sie eine der reichsten Städte in Deutschland, wovon noch über 100 zum Teil sehr bedeutende Stadtvillen zeugen. Auch heute können sich Kinder reicher Eltern in der privaten SRH Hochschule für Gesundheit , dem großen Netwzerk einschreiben und coachen lassen, um später im Wachstumsmarkt Gesundheit Geld zu machen.
Gera ist ein Schwerpunkt des Volksaufstands am 17. Juni 1953, den sowjetischer Panzer niederwerfen. In der DDR-Zeit wird Gera durch den Uranerzbergbau bei Ronneburg zur Großstadt und erreicht 1989 mit etwa 135.000 Menschen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte. Nach der Wende sinkt die Einwohnerzahl rapide und liegt wieder weit unter 100.00.
Gera ist das Zentrum des „thüringischen Schwarzbierlands“ und hat mit der Köstritzer Brauerei im Nachbarort Bad Köstritz die größte und bedeutendste deutsche Schwarzbierbrauerei. Typisch sind ferner die Roster sowie die Thüringer Klöße. Wirklich typisch für Gera aber ist die Gersche Fettbemme - eine Bemme, bestrichen mit Schmalz.

Dass man den Adel nicht abschafft ...
Seine Durchlaucht Heinrich XIV. Fürst Reuß lebt standesgemäß mit Familie auf Schloss Ernstbrunn in Niederösterreich nahe Wien, seit 1822 in Familienbesitz. Er erzielt über die Rückgabe von Gütern (die in Vorzeiten seine Vorfahren den Leibeigenen entrissen) aufgrund angeblich verbotswidriger Enteignung als österreichischer Staatsangehöriger, einen Vergleich mit der Restitutionsbehörde, aufgrund dessen dem Armen der Staat einen Land- und Forstwirtschaftsbetrieb in Gera-Aga sowie in Bad Lobenstein zurücküberträgt.
Im August 2015 schauen viele Besucher des Fürstlich Greizer Parks neidvoll auf eine Gesellschaft, die man sonst nur in "Welt der Frau" oder im Fernsehen zu sehen bekommt. Vor dem Sommerpalais findet ein großer Sektempfang statt, zu dem Heinrich XIV. Fürst Reuß etwa 200 Gäste europäischer Fürsten- und Königshäuser geladen hat. Anlass des großen Festwochenendes, das man u.a. in Aga feiert, sind 4 Jubiläen:
1) Sein 60. Geburtstag
2) das 25-jährige Bestehen des Agaer Gutes
3) der 18. Geburtstag seines Sohnes Heinrich XXIX.
4) sein 20. Hochzeitstag.
Die Dynastie Reuß regiert in diversen Linien und Unterlinien verschiedene, zerteilte Gebiete bis zur Novemberrevolution 1918, wo als souveräne Bundesstaaten des Deutschen Kaiserreichs das Fürstentum Reuß älterer Linie mit der Landeshauptstadt Greiz und das Fürstentum Reuß jüngerer Linie mit der Landeshauptstadt Gera exisitieren. Die Linien erlöschen im Mannesstamm (die ältere in Greiz 1927, die jüngere in Gera 1945, ihn verschleppt das sowjetische Militär und er kommt vermutlich im Internierungslager Buchenwald ums Leben); von letzterer spaltet sich 1692 die nicht-regierende Nebenlinie Reuß-Köstritz ab, die als derzeitiges Haus Reuß existiert.
Der Volksstaat Reuß schließt 1919 einen Vergleich mit dem letzten regierenden Fürsten Heinrich XXVII. Reuß, wonach ihm geschätzte Werte von 34 Millionen Mark verbleiben, etwa der Jüngeren Linie


Schloss Osterstein

der Küchengarten in Gera, Schloss Ebersdorf, das Münzkabinett und die Waffensammlung, die Schlossbibliotheken in Schleiz und Osterstein, Nutzungsrechte am Schleizer Schloss und 5.285 ha Wald. Der älteren Linie verbleiben Kammergut, Forstrevier und Schloss Burgk mit 1.500 ha Fläche sowie Nutzungsrechte am Schloss Greiz.
Der 1945 umgekommene Heinrich XLV. adoptiert 1935 Heinrich I. Prinz Reuß aus der Nebenlinie Reuß-Köstritz. Woizlawa-Feodora Prinzessin Reuß (1918-2019), dessen Witwe, prozessiert seit Anfang der 1990er Jahre um die Rückübertragung von Eigentum des Hauses Reuß jüngerer Linie, insbesondere mit der Argumentation, dass Erbprinz Heinrich XLV. (ein bedeutender Förderer des Theaterwesens, der jedoch auch Mitglied der NSDAP war und bis 1944 in der Wehrmacht diente), auch einen britischen Pass hatte, also nicht enteignet werden durfte. Über den Rückgabeanspruch auf Mobilien (Kunstschätze) gibt es 1998 einen Vergleich mit der Stadt Gera, hinsichtlich der Immobilien sind viele Verfahren noch anhängig. Erfolgreich ist die Prinzessin hingegen mit ihrem Rückübertragungsantrag für Schloss Thallwitz, das das Gericht der Familie 2008 in einem Vergleich zuspricht, auch das Jagdschloss Waidmannsheil in Saaldorf ist wieder im Familienbesitz.

Der Name der Reußen lebt noch heute im ältesten Geraer Gymnasiums als Rutheneum und in der "Reußischen Fürstenstraße" fort. Und auch sonst verehren die Gerschen ihre alten Herrscher ...
Woizlawa Feodora Prinzessin Reuß feiert am 20. Dezember 2018 im Geraer Theater ihren 100. Geburtstag. Der Oberbürgermeister gratuliert ihr und mehrere Hundert Gäste sind im Konzertsaal des Geraer Theaters anwesend, um dem Geburtstagskonzert der Prinzessin beizuwohnen. Das Reußische Kammerorchester und der Konzertchor des Gymasiums Rutheneum sorgen für die musikalische Untermalung.
Gera ist Teil der 113 km langen „Reußische Fürstenstraße“ von Bad Köstritz bis Bad Lobenstein durchs Thüringer Vogtland, das Haus Reuß beherrschte.
Gera war einer der beiden Stammsitze dieser Fürstenfamilie. Hoch über der Stadt zeugt das bereits im 12. Jahrhundert gegründete Schloss Osterstein vom Wohlstand der Reichsfürsten. 1945 bombardieren es alliierte Bomber. Die Schlossanlage wird 1962 gesprengt. Im "Nationalen Aufbauwerk" entsteht aus den Trümmern das heutige Terrassencafè Osterstein unterhalb des erhaltenen Burgturms.

Seit über 800 Jahren steht die Osterburg über der ostthüringischen Stadt Weida. Diese Burg geht auf die Vögte von Weida als Vorfahren der Reußen zurück, befindet sich aber später im Besitz der Wettiner. Bis 1985 als Jugendherberge genutzt, danach saniert und seitdem weitgehend ungenutzt.

Das beeindruckende Untere Schloss in Greiz war, wie Gera, über Jahrhunderte hinweg Residenz des Fürstenhauses Reuß. Heinrich der Älteren lässt es im 16. Jahrhundert errichten. Von der Burg Lobenstein hingegen findet sich heute nur noch eine Ruine.





Bad Gandersheim - 51°52'N 010°02'E

„Roswithastadt“ - nach der Dichterin Roswitha von Gandersheim, die im 10. Jahrhundert dort lebt.



Die Kurstadt mit knapp 10.000 Einwohnern im Landkreis Northeim in Niedersachsen liegt westlich des Harzes zwischen Leinebergland, Weserbergland und Harzvorland im Flusstal der Gande, in die im Stadtgebiet die Eterna mündet.
1833 bis 1977 besteht der Landkreis Gandersheim, danach auf die Landkreise Goslar und Northeim aufgeteilt.
Der französische Schriftsteller Robert Antelme ist im KZ Bad Gandersheim (Außenlager des KZs Buchenwald im ehemaligen Kloster Brunshausen) interniert. Er schildert Leben und Sterben dort eindringlich in "Das Menschengeschlecht".







Schwäbisch Gmünd - 48°48'N 009°48'E

Kinder in Schwäbisch Gmünd gehen im Bud-Spencer-Freibad schwimmen, der Hollywoodschauspieler hat es auf seinen Namen getauft. Warum das? Weil er dort in den 1950er Jahren als junger Mann einen Schwimmwettkampf gewonnen hat.
Die frühere Reichsstadt mit gut 61.000 Einwohnern im Osten Baden-Württembergs etwa 50 km von Stuttgart entfernt im Remstal heißt bis 1934 Gmünd, was sich vom Zusammenfluss („Gemünde“) vieler Bäche mit der Rems ableitet.



Das größte Gewässer ist die Rems.
Als die Römer zur Sicherung des Limes Miltärlager aufbauen, entsteht auf dem heutigen Stadtgebiet das Kastell Schirenhof. Nach dem Rückzug der römischen Truppen hinter die Donau um 260/270 lassen sich die germanischen Eroberer in den aufgegebenen Grenzgebieten nieder. Schwäbisch Gmünd bezeichnet sich als „älteste Stauferstadt“, weil die erste überlieferte Erwähnung von Gmünd als Stadt von 1162 datiert - früher als bei jeder anderen Stadt der Staufer.
Die Gmünder Kaiserchronik, ein um 1400 entstandenes Geschichtswerk, behandelt die Historie der Kaiser seit Karl dem Großen. 1501 vertreiben die Gmünder die ansässigen Juden und lassen sich 1529 von Kaiser Karl V. das „Privileg“ erteilen, keine Juden mehr aufnehmen zu müssen, was bis 1803 bestehen bleibt.
1933 richten die Nazis im ehemaligen Kloster Gotteszell das erste Frauen-KZ in Württemberg ein. SA-Männer verwüsten 1936, also schon zwei Jahre vor dem Novemberpogrom 1938, die Synagoge der jüdischen Gemeinde.

Haben die Gmünder etwas gelernt?
1948 wählen sie den Nazi Franz Konrad mit einer Zweidrittelmehrheit, ihn haben die Nazis schon 1934 als Bürgermeister eingesetzt, er war Mitglied in der NSDAP. In der Nacht nach der Wahl werden zwei Schaufenster des Süßwarengeschäfts Czisch eingeworfen, auf den Marktplatz wird ein Judenstern mit der Inschrift “Nie Czisch” (der halbjüdische Gegenmkandiat Konrads) gemalt. Der von den Amerikanern eingesetzte Sonderprüfungsausschuss kommt zum Ergebnis, dass Konrad das Amt des Oberbürgermeisters nicht annehmen dürfe: ".. dass Wahlplakate für Czisch zerstört und beschädigt wurden, dass Judensterne und antisemitische Schlagworte auf Bürgersteige der Stadt aufgemalt wurden, dass nach der Wahl Anhänger Konrads Nazi-Begrüßungen austauschten und das Horst-Wessel-Lied sangen, dass Fensterscheiben des Czisch gehörenden Ladens eingeschlagen und sein Auto gestohlen wurde, dass während des Wahlkampfes Czisch-Anhänger von Personen, die mit Konrad sympathisierten, eingeschüchtert wurden."
1954 wählen die Bürger Schwäbisch Gmünds Konrad erneut zum Oberbürgermeister!






Schwäbisch Gmünd ist über Jahrhunderte streng katholisch, man nennt die Stadt oft „Schwäbisch Nazareth“. Als sich in der Reformationszeit Bürger den reformatorischen Täufern anschließen, werden 1528 40 verhaftet, 7 gefoltert und hingerichtet.
Schwäbisch Gmünd ist eine Stadt der Klöster und im Stadtgebiet gibt es drei Wallfahrtsstätten. Das ehemalige Kloster Gotteszell beherbergt eine Frauenjustizvollzugsanstalt.
Die römischen Ausgrabungen sind sehenswert. Der Remstalradweg begleitet die Rems bis zu ihrer Mündung in den Neckar. Der Deutsche Limes-Radweg folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.
In der Wirtschaft dominieren Automobilzulieferung, Designbüros und Schmuckhandwerk. Schwäbisch Gmünd hat die höchste Dichte an Designern in Europa und schmückt sich mit dem Titel Gold- und Silberstadt.
So schwätzet ma in Gmünd:







Gemünden am Main - 50°03'N 009°42'E

Wir sind in der „Drei-Flüsse-Stadt“ oder „fränkischen Dreiflüssestadt“, die 40 km mainabwärts von Würzburg am Mein liegt. Der Main ändert hier seine Richtung, um vom Maindreieck ins Mainviereck bei Lohr am Main überzugehen. In der Stadt mündet die Sinn in die Fränkische Saale und diese in den Main und im Stadtteil Wernfeld das Flüsschen Wern in den Main.
Die Stadt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart mit gut 10.000 Einwohnern ist staatlich anerkannter Erholungsort. Im Osten liegt das Fränkische Weinland, im Westen der Spessart und im Norden die Rhön.



Gemünden liegt an der Birkenhainer Straße, einem uralten Handelsweg von Unterfranken ins heutige Rhein-Main-Gebiet und am Fränkischen Marienweg.
1818 entsteht die heutige Gemeinde. In der Nazizeit während des Novemberpogroms 1938 zerstören SA-Männer die Synagoge der Jüdischen Gemeinde und zahlreiche sowjetische Kriegsgefangene müssen in kriegswichtigen Anlagen Zwangsarbeit verrichten. Bei Kriegsende vernichten amerikanische Jagdbomber und Artillerie zwei Drittel der Stadt. 1972 wird der Landkreis Gemünden am Main aufgelöst.
Treffpunkt für Radler und Wanderer: Mehrere überregionale Radwege (Main-Radweg, Main-Tauber-Fränkischer Rad-Achter, Rhön-Sinntal-Radweg, der Wern-Radweg einige Kilometer südlich in Wernfeld) sowie Fernwanderwege (Maintalhöhenringweg, Birkenhainer Straße) laufen hier zusammen.
Weithin sichtbar ist die imposante Klosteranlage der barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz. Die aus Böhmen vertriebenen Provinzschwestern erbauen 1947 ihr neues Provinzhaus Bayern.
In Gemünden am Main existieren 266 Betriebe mit 2849 Arbeitsplätzen, Schiffe könenn am Hafen anlegen.







Gerolzhofen - 49°54'N 010°21'E

Die Stadt im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt hat knapp 7.000 Einwohner. Die ehemalige Kreisstadt des 1972 aufgelösten Landkreises Gerolzhofen liegt am nordwestlichen Rand des Steigerwaldes, auf Sichtweite 18 km von Schweinfurt.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung evangelisch. Der Würzburger Bischof Julius Echter von Mespelbrunn geht im Jahr 1586 rigide konfessionspolitisch vor. Wendepunkt in der Konfessionsgeschichte Gerolzhofens: Die überwiegende Mehrheit der Stadtbewohner wird katholisch oder verlässt die Stadt.



Der Würzburger Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg lässt über 900 der Hexerei angeklagte Menschen foltern und hinrichten, Gerolzhofen ist Hauptgerichtsplatz, 1615 bis 1619 261 Personen, viele starben vor ihrer Verurteilung an den Folgen der Folter im Hexenturm und Centgefängnis. Die Gerolzhofener errichten Scheiterhaufen zur Verbrennung der meisten der Verurteilten, zeitweilig sind so viele Menschen Opfer der Hexenprozesse, dass die Wirtschaft ernsthaft gefährdet ist.







Germersheim - 49°13'N 008°22'E



Die Pfälzer sagen "Germersche". Germersheim am Rhein mit knapp 21.000 Einwohnern in Rheinland-Pfalz ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und insbesondere als Militärstadt bedeutsam. Die Stadt liegt in der Rheinebene am linken Rheinufer zwischen Ludwigshafen und Karlsruhe, ca. 13 km südlich von Speyer. Gegenüber auf der anderen Rheinseite liegt Philippsburg. Der im Süden anschließende Stadtteil Sondernheim kommt 1972 hinzu.
Die Stadt liegt mitten im Rheingraben zwischen Pfälzer Wald und Odenwald. Als Caesar Gallien erobert, leben hier die Triboker oder Wangionen. Nach der Eroberung durch die Römer bildet die Provinz Germania superior mit dem Rhein die Grenze des Römischen Reiches gegen Germanien. Nachdem immer mehr fränkische und alemannische Stämme die Gebiete bedrängen, geben sie die Römer 275/276 auf und verlegen den Limes an den Rhein zurück. Vermutlich errichten sie am Ort des heutigen Germersheim ein befestigtes Soldatenlager namens Vicus Julius und unterhalten es bis ins 4. Jahrhundert. Nachdem 405 die Ostgoten in Italien eingefallen sind, ziehen 406 die römischen Truppen aus der Pfalz ab.
Nach den großen Katastrophen des ausgehenden Mittelalters, Pest und 30jähriger Krieg, ist die Bevölkerung auf wenige Familien geschrumpft. 1699 siedeln sich Franziskaner an und bleiben bis 1793. 1797 bis 1814 ist Germersheim Teil des Département du Mont-Tonnerre und kommt nach dem Wiener Kongress 1815 zu Österreich, 1816 bis 1946 ist die Stadt bayerisch.

Bis 1930 sind als Siegermächte des 1. Weltkriegs französische Truppen in Germersheim stationiert, was Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung auslöst. 1926 kommt es zu einem Mordfall. Am 27. September erschießt der französische Unterleutnant Rouzier den 21jährigen Emil Müller, was im Deutschen Reich und in Frankreich Aufsehen erregt. Nach einem Wirtshausstreit zwischen Deutschen und französische Soldaten und Alkoholkonsum kommt es auf der Straße erneut zu Gerangel. Rouzier gibt am frühen Morgen drei Schüsse ab und tötet den nationalsozialistisch gesonnenen Müller, nachdem er zwei weitere Bürger vorher angeschossen hat. Im Prozess vor dem französischen Militärgericht in Landau gegen Rouzier (wegen Mordes und zweifacher Körperverletzung) und gegen weitere Beteiligte (wegen Beleidigung, Provokation und Bedrohung) sind die widersprüchliche Aussagen nicht aufzuklären. Rouzier wird freigesprochen, die deutschen Angeklagten erhalten Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und zwei Jahren.
Deutsche Medien: „Der Mörder wird freigesprochen, die Zeugen werden verurteilt“, der deutsche Botschafter in Paris nimmt Gespräche mit der französischen Regierung auf, Präsident Gaston Doumergue begnadigt die deutschen Verurteilten. 1930 setzt die NSDAP auf dem Grab Müllers einen Stein mit der Inschrift: „Hier ruht in Gott Emil Müller geb. am 10. 12. 1905 erschossen am 27. 9. 1926 von franz. Mörderhand im 8. Jahre der Besatzung. Er starb fürs Vaterland.“ Die Polizei untersagt der aufmarschierenden SA das Tragen der Uniform. Gauleiter der Rheinpfalz Josef Bürckel lässt daraufhin die SA-Leute mit nacktem Oberkörper weiterlaufen. Noch im Januar 1940 ziehen deutsche Medien den Fall Rouzier als Rechtfertigung für die Kriegspolitik der Nazi-Regierung und damit für den 2. Weltkrieg heran.
Bei den Reichstagswahlen vom 5. März 1933 erhält im Landkreis Germersheim die NSDAP 43,5 %. Im Zuge der Aufrüstung wird Germersheim wieder Garnison. Als US-Panzerdivisionen gegen Germersheim vorrücken, sprengen die Nazs die Rheinbrücke.
Nach dem Krieg sind in Germersheim wieder Truppen stationiert, zuerst amerikanische, später die Bundeswehr. Bei den Soldaten ist die Stationierung wegen der in großen Mengen vorkommenden "Schnooke" (Stechmücken) sehr unbeliebt.
1972 sorgt das 2. British Rock Meeting für Aufruhr. Erst nach Anlaufen des Kartenvorverkaufes erfährt die Stadtverwaltung vom Festival und verbietet es umgehend. Da der Ansturm der Besucher nicht mehr zu bremsen ist, hebt sie das Verbot auf. Über 70.000 Besucher hören Pink Floyd, Status Quo, Spencer Davis Group, Uriah Heep, Kinks u. v. m.
2006 verhindert die Bevölkerung den Bau eines Kohlekraftwerks durch den baden-württembergische Energiekonzern EnBW.





Gifhorn - 52°29'N 010°33'E



Die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises am Rande der Lüneburger Heide im Osten Niedersachsens mit fast 43.000 Einwohnern ist geprägt durch die nahen Industrie- und Handelszentren Braunschweig und Wolfsburg. Die Stadt liegt am Kreuzungspunkt der B 4 und 188. Im Stadtgebiet mündet die Ise in die Aller.
Schon im Mittelalter kreuzen sich zwei bedeutende Handelswege: Die südliche Verlängerung der Alten Salzstraße von Lüneburg nach Braunschweig und die Kornstraße von Magdeburg nach Celle. Während des 30jährigen, des 7jährigen Krieges und der Napoleonischen Feldzüge werden die Handelswege nun auch zu Heerstraßen.
Die Industrialisierung Gifhorns beginnt mit der großflächigen Torfgewinnung aus den umliegenden Moorgebieten, wie dem Großen Moor. Der Rohstoff liefert zunächst die Energie für eine mechanische Wollspinnerei, zwei Zichorienfabriken und eine Ziegelei.
Beim Eisenbahnunfall 1941 sterben 122 Menschen, meist Belgier, als ein Güterzug ungebremst auf einen Zug im Bahnhof auffährt. Mit dem außerplanmäßigen Zug sollen rund 1.000 belgische Kriegsgefangene von Ostpreußen in ihre belgische Heimat nach Antwerpen zurückgebracht werden. Der Zug ohne festen Fahrplan kommt früh morgens zum Stehen. Es ist dunkel, nebelig und schneit. Vermutlich übersieht der Lokomotivführer des Güterzugs wegen der wetterbedingt schlechten Sicht das Einfahrsignal des Bahnhofs und fährt von hinten ungebremst auf den Personenzug auf.
Seit den 1960ern ziehen Arbeitskräfte aus südeuropäischen Ländern mit ihren Familien in das Wolfsburger Umland und nach Gifhorn. Wolfsburg dominieren Italiener, in Gifhorn bilden Griechen die mit Abstand stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe. Noch heute gibt es im Gifhorner Raum - inzwischen in der 3. Generation - eine ungewöhnlich starke griechische Gemeinde mit eigenen kulturellen und kirchlichen Aktivitäten.
Nach Wiedervereinigung und politischen Umbrüchen in den Ostblockstaaten ziehen in den 1990ern viele Russlanddeutsche aus der ehemaligen Sowjetunion in die Stadt. Sie stellen gegenwärtig etwa ein Zehntel der Gifhorner Bevölkerung.
Der Heidesee, auf natürliche Weise während der Eiszeit entstanden, kommt in den Geschichten und Gedichten des Heidedichters Hermann Löns vor. Auch die Heidegegend der „Gifhorner Schweiz“ ist durch ihn bekannt.





Geithain - 51°03'N 012°41'E







Sachsen sagen Geidn zu Geithain, der Stadt mit knapp 7.000 Einwohnern im Süden des Landkreises Leipzig, die im Sächsischen Hügelland liegt, an dem im nahegelegenen Waldstück Wickershain der Bach Eula entspringt.
Bis 1856 gehört die Stadt zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Rochlitz, ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna. Am 14. April 1945 endet für Geithain mit dem Einzug der amerikanischen Truppen der 2. Weltkrieg. 1952 wird Geithain Kreisstadt des gleichnamigen Kreises.
1953 verhaftet das NKWD in Espenhain Eberhard von Cancrin, geb. 1910, an seiner Arbeitsstelle , um ihn in der folgenden Nacht zu erschießen. Cancrin war mit seinen Eltern nach Chile ausgewandert und 1939 nach Deutschland zurückgekehrt, hat bei den Heinkel-Flugzeugwerken in Rostock gearbeitet, wo er seine Frau kennenlernt. Sie heiraten 1940 und ziehen nach Schlesien, wo ein Jahr später eine Tochter geboren wird. Nach Kriegsende arbeitet er in der Brikettfabrik Espenhain, einer Sowjetischen Aktiengesellschaft (SAG), 1950 wird die zweite Tochter geboren.
Am faglichen 17. Juni streikt Leipzig schon seit den Morgenstunden. In der Brikettfabrik trifft man sich nach Schichtbeginn zu einer Gewerkschaftsversammlung, die den Funktionären zunehmend aus dem Ruder läuft. Forderungen der ganzen DDR: Solidarität mit den Streikenden, Sturz der Regierung und freie Wahlen, Freilassung der politisch Inhaftierten, Senkung der HO-Preise. Etwa 100 Mitarbeiter unterschreiben eine entsprechende Resolution, zu einem Streik kommt es im streng überwachten SAG-Betrieb Espenhain aber nicht. Auf dieser Gewerkschaftsversammlung meldet sich auch Cancrin zu Wort. Zusammen mit sieben anderen sogenannten "Rädelsführern" führen ihn die sowjetischen Wachmannschaften ab. Während die anderen bis Anfang Juli wieder zu ihren Familien zurückkehren, ist Cancrin verschollen. Sein Frau bekommt keinerlei Auskunft. Erst am 8. August erhält sie eine Urne mit Asche, er sei am 18. Juni verstorben. Die Umstände des Todes sind noch immer ungeklärt. Bittere Ironie der Geschichte: Ein Vorfahre folgte dem Ruf Katharinas II. von Russland, um die Saline von Staraja Russa zu leiten. Er stirbt in Petersburg. Sein Sohn, Georg Graf von Cancrin ist 1844 Finanzminister des russischen Zaren.
1994 verliert Geithain mit Schaffung des Landkreises Leipziger Land den Status als Kreisstadt.

So Spielt man in Geithain:







Gräfenhainichen - 51°44'N 012°27'E



Stadt im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit knapp 12.000 Einwohnern. Sie liegt 20 km südwestlich von Wittenberg am Rande der Dübener Heide. In der Nähe Ferropolis - das Industriedenkmal am Gremminer See auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus.
1607 wird Paul Gerhardt in Grünhainichen geboren. Nach dem Wiener Kongresses kommt der Ort 1816 bis 1944 zum Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen. Ab 1890 beginnt im Tiefbau, später im Tagebau die Braunkohleförderung. Während des Zweiten Weltkrieges müssen viele Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den besetzten Ländern in der Elektrowerke AG und in der Grube Golpa Zwangsarbeit verrichten.
1952 bis 1994 ist Gräfenhainichen Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Bezirk Halle.





Gießen - 50°35'N 008°40'E



Die mittelhessische Universitätsstadt an der Lahn mit knapp 89.000 Einwohnern ist Sitz des gleichnamigen Landkreises, bedeutender Verkehrsknotenpunkt und mit dem 10 km westlich gelegenen Wetzlar ein Agglomerationsraum mit etwa 200.000 Einwohnern. In der Stadt befinden sich die Justus-Liebig-Universität, mehrere Bereiche der Technischen Hochschule Mittelhessen, eine Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, die Freie Theologische Hochschule Gießen und eine Abteilung der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung sowie die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.
Nach Frankfurt am Main sind des 70 km.
1803 wird Gießen Hauptstadt der neuen Provinz Oberhessen im Großherzogtum Hessen. 1824 bis 1852 lehrt Justus Liebig an der Universität Gießen.
In den 1950er und Anfang der 60er Jahre prägen US-Armee und deren Angehörige stark Stadtbild, Sozialstruktur und besonders die Gastronomie der Stadt. Kurz nach Kriegsende blühen im Gießener Bahnhofsviertel Schwarzmarkt und -handel, besonders mit Zigaretten und ausgemusterten - auch neuen - Uniformteilen (Hosen, Jacken, Parka) der Amerikaner. „Ami-Zigaretten“ sind in dieser Zeit Zahlungsmittel. Sie sind so beliebt, dass Raucher sogar weggeworfene Kippen auflesen, sie weiterrauchen oder mit deren Tabak neuen Zigaretten drehen. „Kippenstecher“ bringen sich nadelförmige Stifte am Schuhabsatz an und spießen Kippen auf. Andere haben an Spazierstöcken Nadeln. Manche GIs werfen angrauchte Zigaretten absichtlich weg, um sich danach über die „Kippenleser“ lustig zu machen. Aus dieser Zeit stammt der Gießener

Kippenleser-Blues (nach der Melodie „In the Mood“).
Babbe gugg, do unne laid en Kippe,
vo e'r gure Chesterfield,
heeb en off, da hu m'r aut ze räche,
so eh gure Chesterfield …

Der Abzug der Amerikaner in Gießen bringt einen hohen Verlust an Arbeitsplätzen mit sich.





Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg - 50°58'N 006°07'E





Der Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg war ein Landkreis im ehemaligen Regierungsbezirk Aachen. Mit diesem gehört er zunächst zur Rheinprovinz und seit 1946 zu Nordrhein-Westfalen mit Verwaltungssitz in Geilenkirchen.
1956 weist man diesem damaligen Kreis das Kfz-Kennzeichen GK zu und gibt es bis 1971 aus. Seit 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung wieder im Kreis Heinsberg erhältlich.
Dass Ihr bei dem Namen Geilenkirchen an was anderes denkt, ist klar. Aber es hat damit nichts zu tun und die Kirche (es sei denn kath. Jugendmönche?) schon gar nicht ... Vielmehr hat ein Franke namens Gelo dort eine Holzkirche errichtet.
Wenn wir schon beim Thema sind: Kennt jemand den Zipfelbund"? Oder den „Preis der Deutschen Zipfel“, dessen erster Träger 2008 Jörg Kachelmann ist?

Im äußersten Westen Deutschlands liegt die Landschaft Selfkant (niederländisch Zelfkant). Die Geografen bezeichnen ihn als Haupteinheit 570, die von der niederländischen Grenze und den jeweils rechten Ufern der Flüsse Wurm und Rur umschlossen ist. Nordwestlich von Isenbruch befindet sich des Selfkants westlichster Punkt, zugleich der westlichste Punkt Deutschlands. Der Selfkant ist flächenmäßig größtenteils deckungsgleich mit dem heutigen Kreis Heinsberg, der ab 1951 Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg heißt, wobei sich die Landschaft Selfkant über die Landesgrenze hinaus auch auf Teile der angrenzenden niederländischen Provinz Limburg erstreckt.

Die Gemeinde Selfkant ist Mitglied im Zipfelbund, einer Vereinigung der vier in der jeweiligen Haupthimmelsrichtung am äußersten Rand Deutschlands gelegenen Kommunen.

Der Selfkant ist eine von der letzten Kaltzeit und dem Holozän geprägte Landschaft und topografisch als Teil der Niederrhein-Maasebene anzusehen. Fruchtbarer Lehm bedeckt den größeren Teil des Selfkants.

Bewegte Geschichte am Ende des 2. Weltkriegs:
Als die Alliierten die Dörfer Millen, Tüddern, Wehr, Süsterseel und Hillensberg besetzen, steht den Bewohnern eine Prüfung besonderer Art bevor. Am 11. November 1944 lösen Truppen der britischen 2. Armee die Verbände der amerikanischen 1. Armee ab. Wenn die US-Amerikaner ein Verbleiben der Zivilbevölkerung geduldet haben, so ordnen die englischen Truppen die sofortige Evakuierung der gesamten Bevölkerung an. Alles Vieh wird nach Holland abgetrieben, die Meschen mit Lastkraftwagen in das Camp Vught (nördlich von Eindhoven) transportiert. Sie dürfen nur Handgepäck mit der notwendigsten Kleidung und einige Lebensmittel mitnehmen. Alles andere müssen sie zurück- und einem ungewissen Schicksal überlassen. Wertsachen vergraben sie in aller Eile in Truhen, Kisten und Waschkesseln. Möbel und Hausrat müssen sie in einem Raum aufstellen und die Schlüssel bei der Militärkommandantur abgeben. Besonders ältere Menschen, jäh aus ihrer gewohnten und vertrauten Umgebung gerissenen, leiden besonders schwer darunter.

Vught, ehemaliges deutsches KZ, von Wassergräben und doppeltem Stacheldrahtzaun umgeben, die Unterkünfte Holzbaracken, in den Schlafräumen 200 Eisenbetten in 6 Reihen zu zweien übereinander. Es grassieren Ruhr und Typhus. Die Verpflegung ist ausgesprochen katastrophal. Man vermutet, dass die Lagerleitung die Internierten für die Rundstedt-Offensive büßen lassen will. Folgen der schlechten Ernährung sind Entkräftung, Krankheiten nehmen zu, Sterbefälle sind hoch.
Ferngelenkte V1-Geschosse überfliegen regelmäßig in mehreren Bahnen das Lager. Ende 1944 explodiert ein solches V1-Geschoß nahe beim Lager. Man verspricht, dass die Internierung zu Ende sei, wenn sich die Front weiter ins deutsche Landesinnere verlagert habe. Fehlanzeige. Die meisten Campbewohner können erst einige Wochen nach Kriegsende heimkehren.
Die Heimat: Verwüstete und zerstörte Häuser und Straßen, von Bomben- und Granattrichtern übersäte und stark verminte Wiesen und Felder, Drahtverhaue, Erdbunker, Schützengräben. Alle Wohnungen geplündert, vieles mutwillig zerstört. Große Teile des Selfkants minenverseucht, überall Munition und Blindgänger. Viele Tote, vor allem junge Menschen.

"Deutsches Geld, deutsche Unterschriften, deutsche Versprechen sind wertlos. Für unsere abgesoffenen Polder, zerstörten Häfen, Eisenbahnen und Städte verlangt das Niederländische Volk deutsches Territorium ohne Deutsche." (Schreibung "Duitsch" veraltet, heute "Duits").

Die Niederlande fordern Ersatz für die Kriegsschäden. Als Faustpfand dient der Selfkant. Die Siegermächte stellen in der Londoner Deutschland-Konferenz 1949 Teile des Selfkants unter niederländische Auftragsverwaltung. Die Geilen-kirchener Kreisbahnen müssen ihren Betrieb einstellen, der Gulden ersetzt die Mark, Amtssprache ist Niederländisch, im Rathaus hängen die Bürgermeister das Bild von

Königin Juliana an die Wand.

Die Niederländer investieren, z. B. in den Bau von Wohnungen und Straßen. Die 6 Gemeinden Havert, Höngen, Millen, Saeffelen, Tüddern und Wehr sind der niederländischen Verwaltung unterstellt.

1960 Einigung: Deutschland zahlt ans Königreich der Niederlande 280 Mill. DM und alle von den Niederlanden annektierten Gebiete gehören wieder uneingeschränkt zur Bundesrepublik. So geschehen 1963. Es auferstehen die alten Gemeinden, sie bilden zusammen das Amt Selfkant.

Im Jahre 1951 nennen die Deutschen den Kreis Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg, um offiziell zu dokumentieren, dass man die niederländische Besetzung des Selfkants seit dem Zweiten Weltkrieg nicht als dauerhaft akzeptieren werde.

Die Stadt Heinsberg mit etwa 42.000 Einwohnern ist heute Kreisstadt des gleichnmaigen Kreises. 1794 gelangt Heinsberg wie das gesamte linke Rheinufer unter französische Herrschaft, bis es im Winer Kongress 1816 zu Preußen kommt. Auch nach dem 1.Ersten Weltkrieg ist bis 1919 zunächst französisches, anschließend bis 1926 belgisches Militär in Heinsberg stationiert (Alliierte Rheinlandbesetzung). Heinsberg ist bekannt als nördliches Ende des Westwalls. Der Luftangriff der Royal Air Force am 16. November 1944 zerstört die Stadt.



Teil 2 des schönen Films ...





Bergisch Gladbach - 51°N 007°08'E



Seit 2019 bundesweit Thema in den Medien, nachdem der sexuelle Missbrauch von mindestens 21 Kindern zwischen 11 Monaten und 14 Jahren mit Produktion von kinderpornografischem Material bekannt wird. Von 31 Tatverdächtigen sitzen 10 in Untersuchungshaft.
Die kreisangehörige Stadt 19 km östlich des Rheins mit 112.000 Einwohnern im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen, Kreisstdt des Rheinisch-Bergischen Kreises, genzt unmittelbar an Köln und Leverkusen. Seit 1975 sind Bergisch Gladbach, Bensberg und Schildgen zur neuen Stadt Bergisch Gladbach vereinigt.



1808 kommt die Stadt an Preußen, ab 1863 trägt sie, insbesondere zur Unterscheidung von Mönchengladbach, den Namenszusatz Bergisch.

   

2015 wandelt man die früheren Städte Gladbach und Bensberg in Stadtteile um.
Die Einheimischen nennen das Rathaus im Stadtteil Bensberg, dessen Neubau in die alte Burganlage integriert ist, „Affenfelsen“.



1774 besucht Goethe mit seinem Begleiter Jacobi Schloss Bensberg.
Jacobi: „Schloss und Dorf liegen auf einem hohen Berge, von dem man viele Meilen voll Wälder, Äcker und Heiden, in der Ferne eine Strecke des Rheines und die berühmten Sieben Berge sieht. Ich glaube, dass die Götter dann und wann auf einer silbernen Wolke so ihren Nektar trinken und die Hälfte der Erde übersehen!“
Goethe:
„Deutlicher ist mir eine Fahrt nach dem Jagdschloß Bensberg, das auf der rechten Seite des Rheins gelegen, der herrlichsten Aussicht genoß. Was mich daselbst über alle Maßen entzückte, waren die Wandverzierungen durch Weenix…“
1703 gibt Kurfürst Johann Wilhelm II., liebevoll Jan Wellem genannt, das Prunkhaus nach den architektonischen Vorbildern Versailles und Winchester Castle in Auftrag, gedacht als repräsentatives Jagdschloss für seine zweite Frau. Der Kurfürst stirbt 1716, Witwe Anna Maria Luisa de Medici, Prinzessin von Toskana (1667 – 1743) kehrt samt Gefolge nach Italien zurück, das Gebäude bleibt unvollendet. Im Lauf der Jahrhunderte dient es unter anderem als Lazarett, Kadettenhaus oder Internat. 1997 kauft es die AachenMünchener Lebensversicherung und lässt es für 75 Mill. € zu einem Grandhotel der Luxusklasse umbauen.



Im Ortsteil Haus Lerbach im Stadtteil Sand steht das Schloss Lerbach im Neorenaissancestil. 1893 kaufen Papierfabrikant Richard Zanders und seine Ehefrau Anna, Tochter von Werner von Siemens den Grund und lassen das Herrenhaus bis 1898 samt weiträumigen Englsichen Landschaftspark mit zahlreiche Ökonomiegebäuden, Verwalter- und Pförtnerhäusern und einer Reithalle als ihren Wohnsitz errichten. 1988 dient es als Kulisse für die Fernsehserie "Forstinspektor Buchholz". Dann ist dort ein Gourmet-Restaurant beheimatet, seit 2015 sind Hotel und Restaurant geschlossen.







Gladbeck - 51°34'N 007°E

Am 16. August 1988 überfallen zwei Männer eine Bank in Gladbeck. Ihre Flucht wird als Geiselnahme von Gladbeck zum Medienereignis.



Die Stadt mit knapp 76.000 Einwohnern im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen liegt im Kreis Recklinghausen. Ursprünglich eine kleine ländliche Gemeinde, bis Ende des 19. Jahrhunderts der Abbau von Kohle beginnt und sie sich zu einer typischen Bergarbeiterstadt entwickelt. In den 1960er-Jahren Krise des Kohlebergbaus, die letzte Zeche in Gladbeck schließt 1971. 1976 kommt die Stadt zum Kreis Recklinghausen.







Gummersbach - 51°02'N 007°34'E

Gummersbach kennt jeder wegen seines berühmten Handball-Bundesligavereins, den VfL Gummersbach.
Weil Lindenbäume seine Hauptstraße säumten, hieß die Kreisstadt des Oberbergischen Kreises mit knapp 51.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen auch "Lindenstadt" oder in die 1920er Jahren "Klein-Paris".



Gummersbach ist die einzige Stadt Deutschlands mit einem Partnerland, seit 2012 mit Lesotho.
Fast 70 % der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor. Zur Jahrtausenwende geht die Fa. Steinmüller, bedeutendes international tätiges Unernehmen und größter Arbeitgeber in der Stadt, in Konkurs.





Gelnhausen - 50°12'N 009°12'E

Die Barbarossastadt ist Kreisstadt des Main-Kinzig-Kreises im Südosten Hessens. Die ehemalige Reichsstadt liegt auf halber Strecke zwischen Frankfurt am Main und Fulda. Die Kinzig, im Mittelalter ab Gelnhausen schiffbar, durchfließt den südlichen Rand des Stadtgebiets. Kaiser Friedrich I. gründet die Stadt 1170, was ihr den Beinamen einbringt.2 2005 wird die Verwaltung des Main-Kinzig-Kreises aus Hanau hierhin verlegt, der Kreis erhält anstelle von HU das Kennzeichen MKK, und seit 2013 können díe Gelnhausener Lokalpatrioten ihr alte Kennzeichen GN wieder erhalten.
Grimmelshausen und Telefonerfinder Philipp Reis sind hier geboren und im Museum kann man sonntags um 14 Uhr ein Ohr begehen.

Heinrich der Löwe, der Bayer, der den Norden geprägt hat. Auf der Burg Dankwarderode, in Lübeck, Ratzeburg, Schwerin und in Goslar finden wir den bronzenen Löwen, das das Wappentier der Welfen aus dem Süden, Zeichen der Macht Heinrich des Löwen.
Der um Jahr 1129 geborene Herzog von Bayern und Sachsen ist der Rivale des Staufers Friedrich Barbarossa, seit 1155 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Heinrich der Löwe versucht Zeit seines Lebens, die welfischen Ländereien und seine Macht zu vergrößern. Seine Residenz ist ab 1142 Braunschweig. Besonders auf Norddeutschland hat er es abgesehen. 1147 beteiligt er sich deshalb am Wendenkreuzzug, aufgerufen vom Papst und Bernhard von Clairvaux zur Christianisierung der Slawenstämme. Heinrich unterwirft Teile des slawischen Obotriten-Reiches. Weil der Kriegszug zeitgleich mit dem 2. Kreuzzug stattfindet, müssen Heinrich und seine Ritter dem Kaiser nicht ins Heilige Land folgen und er kann seine Macht in Norddeutschland ungestört ausbauen. 1160 endlich gelingt ihm zusammen mit König Waldemar I. von Dänemark die vollständige Eroberung des Obotriten-Reiches. Der Sohn des slawische Fürsten Pribislaw lässt sich taufen und erhält die verlorenen Gebiete 1167 von Heinrich als Lehen zurück - das Geschlecht der Herzöge von Mecklenburg ist geboren.



1159 gründet Heinrich das durch ein Feuer zerstörte Lübeck neu. Durch geschickte Verträge mit Schweden, Gotland und dem russischen Nowgorod sichert er der Hansestadt die Vormachtstellung im Ostseehandel und damit großen Reichtum - er selbst profitiert vom wirtschaftlichen Erfolg der Lübecker. Die reichen Kaufleute leisten ihm hohe Abgaben. Über Jahrhunderte gehört die Stadt an der Trave zu den wichtigsten Handelszentren in ganz Nordeuropa.
Nun, auf dem Zenit seiner Macht, probt Heinrich der Löwe 1176 den Aufstand gegen Kaiser Friedrich Barbarossa. Für seine Gefolgschaft beim Feldzug gegen den lombardischen Städtebund fordert der Welfe als Gegenleistung die Stadt Goslar, durch Silberbergbau zu großem Reichtum gelangt. Der Kaiser lehnt ab. Nach der Rückkehr von seinem Feldzug verbündet sich Barbarossa mit Heinrichs Gegnern unter den Reichsfürsten. Auf mehreren Reichstagen erheben diese Anklage gegen den Herzog. Heinrich der Löwe antwortet mit Gegenklagen, erscheint aber niemals selbst zu den Verhandlungen. Friedrich Barbarossa verhängt 1180 beim Reichstag in Gelnhausen die Reichsacht über den Welfen und verteilt seine Herzogtümer als Lehen an seine fürstlichen Rivalen. Zudem zieht er mit dem Reichsheer gegen den Geächteten zu Felde.
Heinrich der Löwe geht nach England ins Exil, begibt sich unter den Schutz von König Heinrich II., seinem Schwiegervater. 1189 kehrt er zurück und erhält auf Vermittlung der Erzbischöfe von Mainz und Köln kleine Teile seines Besitzes zurück. 1194 wird er rehabilitiert und schließt Frieden mit Barbarossas Nachfolger, Kaiser Heinrich VI., die Ländereien um Braunschweig gehen wieder in seinen Besitz über.
Heinrichs dritter Sohn, der unter der Obhut seines Onkels - des legendären englischen Königs Richard Löwenherz - in England aufwächst, besteigt 1209 als Otto IV. den deutschen Kaiser-Thron. 1215 löst ihn der Staufer Friedrich II. als Kaiser ab.



Die Kaiserpfalz in Gelnhausen ist die besterhaltene der Stauferzeit und dort eine Sehenswürdigkeit. Ihre Steinmetzarbeiten sind herausragend für die damalige Zeit. Als Fundament für ihren Bau dienen etwa 12.000 Baumstämme.







Sankt Goar - 50°09'N 007°43'E



Die Stadt im Rhein-Hunsrück-Kreis/Rheinland-Pfalz mit 2.800 Einwohnern am linken Rheinufer ist bekannt durch ihre zentrale Lage im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Oberhalb der Stadt befindet sich Burg Rheinfels, gegenüber die Burgen Katz und Maus und der Loreleyfelsen. Bis 1969 führt sie das Kennzeichen GOA, mit dem eigenen Kreis verschwand auch das eigene Kennzeichen, seit 2012 ist es wieder zu haben.
Das Mittelrheintal ist der enge Durchbruch des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge. Das linksrheinische Tal gehört zum Hunsrück, das rechtsrheinische zum Taunus. Die nächsten größeren Städte sind Koblenz und Bingen am Rhein, Luftlinie jeweils etwa 25 km. Die Schwesterstadt Sankt Goarshausen auf der rechten Rheinseite ist mit der Fähre zu erreichen, der Rhein ist da 250 m breit.
Der Name der Stadt geht auf den Heiligen Goar zurück, un dessen Gestalt sich viele Legenden ranken. Er kommt als junger aus Aquitanien und lebt als Einsiedler in einer Felsenhöhle am Rhein. Bekannt für seine große Gastfreundschaft, insbesondere gegenüber den Rheinschiffern, errichtet er ein Hospiz und eine Kapelle. Nach seinem Tod um 575 wird sein Grab zur Wallfahrtsstätte.
1815 wird Sankt Goar preußisch, 1825 beginnt die Dampfschifffahrt, die Vergrößerung des Rheinhafens und der Bau der Eisenbahn 1857 bis 1859 bringen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach dem 1. Weltkrieg ist die Stadt französisch besetzt. In dieser Zeit ereignet sich 1923 ein schwerer Eisenbahnunfall, bei dem ein Personenzug entgleist und in den Rhein stürzt, wobei mindestens 29 Menschen ertrinken.
Seit 1946 ist die Stadt Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Sankt Goar ist an den Rheinradweg angeschlossen, welcher als eine der europäischen EuroVelo-Routen von der Quelle bis zur Mündung des Rheins verläuft.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin;
ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
und ruhig fließt der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar;
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame,
gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht die Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn;
und das hat mit ihrem Singen
die Lore-Ley getan.


Ganze Bibliotheken haben die Interpretatoren von Heines Gedicht voll gepinselt.
Viele wollen mit Blick auf die verschmähte Liebe autobiographische Komponenten erkennen; das Kämmen mit dem goldenen Kamm deuten sie als narzisstische Geste. Oder sie sehen eine Auseinandersetzung Heines mit der romantischen Poesie, verkörpert in der Lore-Ley-Gestalt. Er ironisiere Motive und Darstellungsmittel der Romantik und des Volkslieds, indem er durch Akkumulation, Übertreibung und übersteigertes Pathos sich davon distanziere. Die Verbindung von Eitelkeit, Verführbarkeit und Vergänglichkeit weise auf die Wiederbelebung der Vanitas-Motive in der Romantik hin. Endlich behaupten sie, das Lied als bekanntes Volkslied sei so populär, dass selbst die Nazis nicht gewagt hätten, es aus Anthologien zu entfernen, obwohl der Jude Heine zu den Dichtern zählte, deren Werke sie verboten und verbrannten. Die Nazis hätten Heines Urheberschaft einfach unterschlagen.
Warum aber denkt niemand an die nächstliegende Analogie? Der Skipper auf dem Rhein und Odysseus bei den Sirenen!
Über 40 Liedfassungen des wunderbaren Textes existieren!
Vergesst das alles und genießt Lyrik und Lied!







Göttingen - 51°32'N 009°56'E



Die Universitätsstadt in Südniedersachsen mit 135.000 Einwohnern hat einen Anteil von rund 20 % Studenten. Bildungs- und Forschungsbetrieb der Georg-August-Universität und zwei weitere Hochschulen prägen Göttingen. Die Stadt liegt an der Leine, den nördlichen Stadtteil Weende durchfließt die Weende, mehrere nordöstliche Stadtgebiete die Lutter und mehrere westliche Stadtbereiche die Grone.
Im Spätmittelalter wächst die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt, was auf der verkehrsgünstigen Lage im Leinetal an einem alten und wichtigen Nord-Süd-Handelsweg beruht. Er begünstigt die Wollweberei. Neben den Leinenwebern siedeln sich Wollenweber an. Die Wolle liefern bis zu 3.000 Schafe und 1.500 Lämmer aus der Stadtumgebung. Die Wolltücher exportiert man erfolgreich bis nach Holland und über Lübeck. Wegen der billigen englischen Tücher geht das Göttinger Tuchmachergewerbe zurück. Die Kaufleute profitieren von der guten Verkehrslage zwischen den bedeutenden Handelsstädten Lübeck und Frankfurt und häufen große Vermögen an. 1351 bis 1572 gehört Göttingen der Hanse an.
1807 kommt Göttingen zum Königreich Westphalen mit der Residenz Kassel unter Napoléons Bruder Jérôme Bonaparte. Die französischen Herrschaft dauert nur bis 1813. Ab 1807 ist Carl Friedrich Gauß Leiter der Sternwarte der Universität; er zählt bis heute zu den weltweit angesehensten Mathematikern und Physikern.
1831: Göttinger Revolution. Privatdozent Johann Ernst Arminius von Rauschenplatt bildet einen Revolutionsrat und löst den Magistrat der Stadt auf. Vom König verlangt er eine freie Verfassung und den Sturz der Regierung. Die Regierung sendet Truppen, die Aufrührer kapitulieren und werden zu drakonischen Strafen verurteilt.



Otto von Bismarck ist 1832 bis 1833 an der Georgia Augusta immatrikuliert, deshalb entwickeln die Göttinger Begeisterung für Preußen. Den 1. Weltkrieg begrüßen sie enthusiastisch. Bald tritt Ernüchterung ein. 1918 heißt ein Arbeiter auf dem Rathaus die rote Fahne. In den unruhigen Jahren der Weimarer Republik fasst die NSDAP schnell Fuß. Schlägereien zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten sind an der Tagesordnung. 1933 wählen 51 % der Göttinger (in ganz Deutschland 37 %) die Nazis, Hitlers Ernennung zum Reichskanzler feiern sie mit einem großen Fackelzug. Die Bücherverbrennung, bei der Studenten die Werke als „undeutsch“ bezeichneter Autoren öffentlich verbrennen, eröffnet der Rektor der Universität Friedrich Neumann. Während der Novemberpogrome 1938 verbrennen SA- und SS-Angehörige und Pöbel die Synagoge. 1940 führen die Heil- und Pflegeanstalten die Aktion T4 - „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ - durch. Die letzten 140 Mitglieder der jüdischen Gemeinde deportiert die SS 1942 in die Vernichtungslager.
1957 Göttinger Erklärung: 18 deutsche Atom- und Kernphysiker, darunter Nobelpreisträger wie Max Born, Otto Hahn, Werner Heisenberg und Max von Laue warnen unter der Federführung von Carl Friedrich von Weizsäcker vor der Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen, wie sie Kanzler Adenauer ins Gespräch bringt.
Mit der Wiedereinigung 1990 verliert Göttingen seine Randlage und liegt verkehrsgünstig mitten in Deutschland.
Anfang der 1990er-Jahre gerät Göttingen wegen der „Scherbendemos“ der Autonomen Antifa sowie der spektakulären Bündnisdemonstrationen gegen Rechtsextremismus unter Beteiligung des linksradikalen schwarzen Blockes, dessen Teilnehmer vermummt an der Spitze der bis ins bürgerliche Spektrum reichenden Demonstrationen auftreten, in die Schlagzeilen. Seit 1990 fast durchgängig bis heute gibt es aus dieser linksradikalen Bewegung zahlreiche Aktionen, die ein bundesweites Medienecho auf sich ziehen.
2020 Corona-Krise - Schlagzeilen Göttingen: Im Iduna-Zentrum, nur noch „Corona-Block“ genannt, feiern mehrere Großfamilien das muslimische Zuckerfest auf engem Raum und ohne die Abstandsregelungen einzuhalten: 120 Infizierte. Sie rauchen alle aus einer einzigen Wasserpfeife ... In der ganzen Stadt muss das öffentliche Leben eingeschränkt werden, Schulen und Kindergärten geschließen.







Bad Griesbach im Rottal - 48°27'N 013°12'E

Der Kurort mit gut 9.000 Einwohnern im Landkreis Passau liegt im Niederbayerischen Bäderdreieck 25 km südwestlich von Passau.
1778/79 besetzen die Österreicher den Ort, 1806 wird er Teil des Kurfürstentums Bayern, 1972 Verlust des Landratsamts. 1973 Ausweisung als Luftkurort, 1979 staatliche Anerkennung der drei Thermalquellen, den Namensgebern des Dreiquellenbades. Die Quellen Nikolaus-, Marien- und Karlsquelle sind bis zu 60 °C warm und kommen aus bis zu 1522 Metern Tiefe. Es sind natürliche, fluoridhaltige Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Quellen.
Der Golf Club Sagmühle und das Hartl Golf Resort weisen gemeinsam sechs 18-Loch-Meisterschaftsplätze und haben gemeinsam mehrere tausend Mitglieder.







Gransee - 53°N 013°10'E



Die Stadt im brandenburgischen Landkreis Oberhavel (OHV) mit knapp 6.000 Einwohnern liegt nördlich von Berlin im Ruppiner Land. Der Ortsteil Dannenwalde im Naturpark Uckermärkische Seen zwischen Kleinem Wentowsee und Großem Wentowsee gehört bis 1950 zum „Land Stargard“ in Mecklenburg-Strelitz.
Vermutlich entsteht die Stadt um 1200 an der Kreuzung wichtiger Handelsstraßen. 1524 kommt Gransee als Teil der Herrschaft Ruppin an die Mark Brandenburg. 1952 bis 1993 ist Gransee Verwaltungssitz des Kreises Gransee.
1977 „Raketenkatastrophe von Dannenwalde“: Im Munitionslager der Roten Armee starten durch einen Blitzschlag unkontrolliert mehrere Hundert sowjetische Katjuscha-Raketen, die Verluste unter den sowjetischen Soldaten schätzt man auf 70 Tote.





Am 18. August 2018 empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel den russischen Präsidenten Wladimir Putin in dem Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert. Das Anwesen liegt direkt am östlichsten Zipfel des Huwenowsees. 2009 eröffnet in nur 1 km Entfernung von Schloss Meseberg, dem Gästehaus der Bundesregierung, eine Schweinemastanstalt mit knapp 1.500 Tieren. Die Messerschmitt Stiftung als Eigentümerin des Schlosses zeigt sich pikiert wegen der zu erwartenden Geruchsbelästigung für die teils hochrangigen und insbesondere die muslimischen Gäste.
1774 verkaufen die Töchter des usprünglichen Eigentümers das Gut an den Prinzen Heinrich von Preußen, der auf dem nahen Schloss Rheinsberg residiert und es im Jahr darauf seinem Günstling Christian Ludwig von Kaphengst zum Geschenk macht. Zu den späteren Eigentümern gehört der Herausgeber der Vossischen Zeitung, Carl Robert Lessing. 1883 kauft er das Anwesen für seinen Sohn Gotthold Ephraim Lessing d. J. (1861–1919). In seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg bezeichnet Fontane Meseberg als „Zauberschloss“. Die Frau des Herausgebers, Emma von Gelbke, gibt die Geschichte der Baronin Elisabeth von Ardenne an Theodor Fontane weiter und liefert so die Vorlage für den Roman "Effi Briest".
1945 enteignen die Sowjets das Anwesen. Nach der Wende verfällt das Schloss, bis 1995 die Messerschmitt Stiftung das Anwesen erwirbt und es 2004 der Bundesregierung für zunächst 20 Jahre zum symbolischen Mietpreis von 1 € überlässt.







Greiz - 50°39'N 012°12'E

Wer die größte Ziegelsteinbrücke der Welt für Eisenbahnzüge, die Göltzschtalbücke gesehen hat, fährt weiter nach Greiz, das zwei Residenzen mit drei Drachen beherbergt, malerisch am Ufer der Weißen Elster, eingebettet in die idyllische Hügellandschaft des Vogtlandes: Kleinste Monarchie im Kaiserreich, konservatives Fürstentum der Extreme, Park- und Schlossstadt ...



Greiz hat Reiz - die thüringsche Stadt mit etwa 23.000 Einwohnern unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Ihr Beiname „Perle des Vogtlandes“ bezieht sich auf die reizvollen Lage im Talkessel der Weißen Elster und ihre zahlreichen historischen Bauten.







Als man in der Schule Geschichte noch mit guten Ergebnissen lehrt, lernen die Schüler, dass einer der 25 Staaten (mit immerhin 40.000 Einwohnern) des 2. Deutschen Reiches (ab 1871) das Fürstentum Reuß ä. L. mit der Hauptstadt Greiz ist. Die Revolutionäre von 1848/49 wollten eine Reichseinigung "von unten", die 2. Reichsgründung 1871 ist das Gegenteil, nämlich ein Bündnis von 22 Monarchen und drei Freien Städten von oben, meist konstitutionelle Monarchien, in 11 Staaten herrscht Drei-Klassenwahlrecht.

4 Königreiche
- Preußen
- Bayern
- Sachsen
- Württemberg.
6 Großherzogtümer:
- Baden
- Hessen
- Mecklenburg-Schwerin
- Mecklenburg-Strelitz
- Oldenburg
- Sachsen-Weimar-Eisenach
5 Herzogtümer:
- Anhalt
- Braunschweig
- Sachsen-Altenburg
- Sachsen-Coburg-Gotha
- Sachsen-Meiningen
7 Fürstentümer:
- Waldeck
- Lippe
- Schaumburg-Lippe
- Schwarzburg-Rudolstadt
- Schwarzburg-Sondershausen
- Reuß Ältere Linie
- Reuß Jüngere Linie
3 Freie Städte:
- Hamburg
- Bremen
- Lübeck


Reuß älterer Linie ist ein Hauptzweig des Hauses Reuß, das 1768 aus der Vereinigung von Obergreiz und Untergreiz entsteht. Im Krieg 1866 ist Reuß ä. L. aufgrund historischer Verbindungen und dynastischer Beziehungen auf Seiten Österreichs, das Fürstentum liegt aber abseits der kriegerischen Geschehnisse, mit 100.000 Talern an Preußen ist die Sache gegessen.
Reuß ä. L. ist immer sehr konservativ und ein Bollwerk orthodoxen Luthertums, 1867 führt es als letzter Staat Thüringens die konstitutionelle Monarchie ein. Fürst Heinrich XXII. (1846 - 1902) versucht dennoch, seine absolutistische Regierungsweise fortzuführen, sein Verhalten gegenüber Preußen kennzeichnet Abneigung und Feindschaft, so dass die Presse ihn „der Unartige“ tauft.



An der Kaiserproklamation in Versailles nimmt er nicht teil, ist weder mit Rüstungs- noch Außenpolitik des Reichs einverstanden, als einziger Bundesstaat stimmt Reuß ä. L. gegen China-Expedition, Kolonialetat, Zivilehe, BGB, Kulturkampf- und Sozialistengesetze.
Corona-Krise 2020 lässt grüßen:
Das Reichsseuchengesetz empfindet der Fürst als nutzlose Centralisationsmaßregel, wie sie widerwärtiger kaum erdacht werden könnte. Das fehlte uns gerade noch zur Glückseligkeit, das die Medicinalpolizei in Reichshände überginge und auch noch auf diesem Gebiete die Schnüffelei, Stänkerei und Chicane ihren Einzug hielten.

Ironie der Geschichte: Hermine, Tochter Heinrichs XXII., wird 1922 die zweite Frau des preußischen Ex-Kaisers Wilhelm II.!
Das Fürstentum Reuß ä.L. ist ein Staat der Extreme, als einziger deutscher Staat 1910 ohne Schulden und als einziger Staat bis 1879 ohne Schule mit Abitur.
1864 wird in Greiz der erste mechanische Webstuhl aufgestellt, bis zur Jahrhundertwende gibt es über 1.000 Webereien in der Stadt. Heinrich XXII. befördert die Ansiedlung von Fabriken, obwohl er damit den Anblick vieler Schornsteine vom Blauen Salon oder Weißen Saal seines Schlosses in Kauf nehmen muss, wegen der Färbereien verkommt die Gräßlitz, Nebenfluß der Weißen Elster, zu einer bunten und stinkenden Kloake.
Heinrich XXII. ist ein sparsamer Monarch, veranstaltet keine kostspieligen Hofbälle und gründet kein Hoftheater. Wenn er einen Kuraufenthalt oder Sommerurlaub in Saßnitz bucht, lässt er sich mehrere Angebote unterbreiten und mietet dann inkognito das kostengünstigste Quartier.



Argwöhnisch beobachtet der Fürst, ob die Laternen rechtzeitig gelöscht sind und schickt manchmal einen Diener, um jede zweite auszuschalten.
Als Anhänger Jean Jacques Rousseaus liebt er die Natur. Greiz verdankt ihm einen bezaubernden englischen Landschaftsgarten.

1902 erlischt mit dem Tod von Fürst Heinrich XXII. die Regentschaft der älteren Linie, weil sein Sohn geisteskrank und regierungsunfähig ist, sie fällt an Fürst Heinrich XIV. (Reuß jüngerer Linie). Ab 1908 regiert dessen Sohn Heinrich XXVII. beide Fürstentümer in Personalunion bis 1918. Nach der Novemberrevolution 1918 wird Reuß ä. L. ein Freistaat, der sich 1919 mit dem Freistaat Reuß j. L. zum Volksstaat Reuß mit der Hauptstadt Gera vereinigt, der wiederum 1920 im Land Thüringen aufgeht.



                    Oberes und Unteres Schloss prägen das Stadtbild von Greiz. Wahrzeichen der Stadt ist das Obere Schloss.



Von Süden aus erscheint es als einfaches "Hohes Haus". Die wirkungsvollen Renaissancegiebel des Ostflügels lassen den schlossartigen Charakter der Anlage erahnen, vom Norden und Westen wirkt es wie eine mittelalterliche Burg.



Seit 1994 speien auch die nach historischem Vorbild rekonstruierten Drachengestalten wieder Wasser, vom darunterliegenden Schanzengarten öffnet sich ein weiter Blick auf die Stadt.

1809 ziehen die Fürsten in das Untere Schloss, das Obere wird Sitz der Regierungsbehörden des Fürstentums und beherbergt viele viele Wohnungen - bis heute. Seit 1991 saniert und restauriert es die Stadt.



Horst Oschmann aus Waldenburg hat das Obere Schloss im Maßstab 1:250 aus Papier und Pappe in 6 Monaten geduldiger Arbeit nachgebaut.



Seit 1809 ist das Untere Schloss direkt am Fluss nach dem verheerenden Brand im klassizistischen Stil wieder aufgebaut.



Glanzstück ist der ehemalige Festsaal – Weißer Saal – mit seinen wertvollen Stuckaturen.



Auch nach dem Ende der Monarchie in Deutschland residiert im Unteren Schloss das Mitglied der ehemals herrschenden Fürstenfamilie weiter: Heinrich XXIV., infolge eines Unfalles an einer unheilbaren Hirnschädigung erkrankt, genießt hier bis zu seinem Tod 1927 Wohnrecht.



Blauer Salon



Bad- und Schlafzimmer



Beim Unteren Schloss und der Stadtkirche liegt die Hauptwache, heute Touristinfo, und daneben vollendet das dreigeschossige und -flügelige Lyzeum die klassizistische Stadtsilhouette am Elsterufer.



Die Blumenuhr im Greizer Park, einer der schönsten Landschaftsparks Deutschlands im englischen Stil, den treuergebene DDR-Genossen in „Leninpark“ umbenennen, ist ein beliebtes Postkartenmotiv. Dort befindet sich das Sommerpalais.



Schlösschen im Greizer Park, mitteldeutscher Frühklassizismus ...

Heinrich XI. Reuß (1722 - 1800), Tagebucheintrag vom 14. Mai 1789:
mit Gemahlin Alexandrine, wie immer, vom Oberen Schloss ins "Maison de belle retraite" umgezogen, um dort den Sommer zu verbringen, seit 21 Jahren "le plus beau amusement du monde".
1740 bis 1742 bereist der Fürst Deutschland, Frankreich und Italien.








1918 wird das Schloss Staatseigentum, 1919 übergibt das Fürstenhaus Kupferstichsammlung und Bibliothek als "Stiftung der Älteren Linie des Hauses Reuß".



Unmittelbar neben der Sommerresidenz befindet sich das Küchenhaus, heute ein Café.













Meine Mutter war Christin, mein Vater Parteimitglied. Ich betete, daß die Algerier sich von den Franzosen befreien.

In der Schule war ich der Klassenkasper. Meine Lieblingsfächer waren Erdkunde, Deutsch und Geschichte.

Im Strome der Beatles gründeten wir eine Kapelle. Ich übernahm Vaters Schlagzeug, sang, komponierte und textete eigene Songs. Nachdem der Kapellennamen „the rats“ verboten wurde, nannten wir uns „media nox“. Die Band, die mehrfach unter Auftrittsverbot stand, entwickelte sich vom Beat über Blues und Soul zum Modern Jazz. Und spielt heute immer noch.

Kurz vor dem Abi begann ich mit Schreiben und Malen. Ich schrieb meist Gedichte und malte vor allem abstrakt. Davon wusste lange Zeit außer den Freunden kaum jemand. In der Armeezeit entdeckte ich die Expressionisten für mich. Sie nahmen Einfluss auf meine Dichtung. Im Alter von 23 Jahren beging mein jüngerer Bruder Gerhard Selbstmord.

Zu meinen 50 Geburtstag verpasste mir die Stadt Greiz die Bürgermedaille.

Ich schaue zurück,
ich schaue das heute,
ich schaue nach vorn ...


Er fällt bei den DDR-Behörden in Ungnade aufgrund eigenwilliger Texte.
Beim Zusammenbruch der DDR gerät er in ökonomische und existentielle Not. Der sensible Künstler leidet wegen der erlittenen Repressionen unter Verfolgungswahn.
Er überlebt zwei Suizidversuche.
Persönliche Schicksalsschläge, ständige Überwachung und Publikationsverbot machen ihn krank.
Erst nach der Wende kann er seine Werke veröffentlichen, so etwa "Steinlicht", "Kirschbaum vorm Fenster" oder "Schwarze Schafe lesen Camus". Seine Lyrik und Aphorismen sind in vielen Schulbüchern veröffentlicht. Zahlreiche weitere Bücher erscheinen, darunter einige speziell mit Kindergedichten.
Der von der Stasi verfolgte Schriftsteller lässt sich in den 80jahren die Zähne ziehen, weil er glaubt, dass ihm die Zahnärzte auch Abhörgeräte eingesetzt hätten. Nachzulesen in den verschiedenen Biografien Ibrahim Böhmes, mit dem er eng befreundet ist. Und hat ihn doch für die Stasi ausgespitzelt.

Die Rede ist von Günter Ullmann,
Schriftsteller, Musiker und bildender Künstler aus Greiz.













Herbstwind
Erst spielt der Wind nur Fußball
mit Vaters bestem Hut,
dann schüttelt er die Bäume,
die Blätter riechen gut,
und lässt die Drachen leben
und wringt die Wolken aus.
Der Herbstwind lässt uns beben,
wir gehen nicht nach Haus.

(Günter Ullmann)









Gunzenhausen - 49°07'N 010°45'E

Die mittelfränkische Stadt an der Altmühl mit etwa 17.000 Einwohnern im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt am Altmühlsee mitten im Fränkischen Seenland. Der See (ein künstlich angelegter Stausee) bekommt sein Wasser über den Altmühlzuleiter und gibt es über die Altmühl und den Altmühlüberleiter wieder ab.
90 n. Chr. dringen die Römer bis hier in die Gegend vor und errichten hier ein Numeruskastell am Limes. 241 zerstören es die Alemannen.
Der mittelfränkische Protestantismus besitzt große Affinität zum Nationalsozialismus. Die NSDAP ist in Mittelfranken unter ihrem Gauleiter Julius Streicher gegen Ende der 1920er Jahre sehr stark und agitiert permanent mit zahlreichen Ansprachen, Massenkundgebungen und SA-Aufmärschen. Fast die gesamte Auflage der antisemitischen Zeitung 'Der Stürmer' verkauft sich bis 1933 in Nürnberg und Mittelfranken. Bei Wahlenn erzielt die NSDAP überdurchschnittliche Ergebnisse: 1930 35 % (19 % Reichsdurchschnitt), 1932 66 %, 1933 67,5 % (43,9 %).
Die damalige Kreisstadt Gunzenhausen tut sich in der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung hervor. Siehe die ausführliche Schilderung in Wikipedia. Vom Entsetzen seines Lehrers Bereyter über die Vorfälle in Gunzenausen erzählt W. G. Sebald in "Die Ausgewanderten" S. 80 ff. (lesenswert - wie der ganze Sebald!)







Grevenbroich - 51°05'N 006°35'E

Grevenbroicher Volkmusik:



Die Stadt an der Erft in Nordrhein-Westfalen (gesprochen Grevenbrooch) mit 64.000 Einwohnern im Rhein-Kreis Neuss liegt im Städtedreieck Düsseldorf-Köln-Mönchengladbach. 1975 aus 7 Städten und Gemeinden gebildet, zu denen auch die früher kurkölnische Stadt Hülchrath mit ihrem Schloss und Wevelinghoven mit dem Kloster Langwaden zählen. Im stärksten Erdbebengebiet Deutschlands in der Kölner Bucht entstehen mehrmals im Monat Kleinbeben, in der Regel nicht zu spüren.
In Grevenbroich befindet sich die größte zusammenhängende Lagerstätte für Braunkohle in Europa. Auf 2.500 Quadratkilometern wird der fossile Brennstoff gefördert. Ein Teil der Braunkohle wird in den Braunkohlekraftwerken der Umgebung zur Stromerzeugung verfeuert. Innerhalb der Stadtgrenzen liegen das Kraftwerk Frimmersdorf und das Kraftwerk Neurath, welches seit der Inbetriebnahme zweier neuer Blöcke im Jahr 2012 das leistungsstärkste Kraftwerk Deutschlands ist. Das Europäische Schadstoffemissionsregister EPER hat Grevenbroich an die oberste Stelle seiner Liste der zehn dreckigsten Städte Europas gesetzt.
Die Firma Windtest Grevenbroich GmbH betreibt in Grevenbroich das „weltgrößte Testfeld für Windkraftanlagen im Binnenland“.
Unwirklich! Am schönsten die Enten: