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ZOSMA [1h14m +20°31']
δ Leonis

Zosma (arab. Lendenschurz, Umgürtung) ist der Name des Sterns δ im Sternbild Löwe, der knapp 60 Lichtjahre entfernt ist.





Route/Logbuch

Übersicht
Crew
Schiff
Navigation






Crew
Skipper
Christoph Kolumbus, 43, Genuese (jüdischer Herkunft?),
erfahrener Seemann, Navigator, Kartograf
(Keines der bekannten Bilder stammt von Malern, die ihn selbst gesehen haben.)
Aus Beschreibungen seines Äußeren wissen wir:
Seit seinem 30. Lebensjahr weißhaarig (blond als Jugendlicher),
längliches Gesicht, von großer Statur, blaue Augen, Adlernase, heller Teint

Crew
39 Mann insgesamt an Bord, meist Basken und Andalusier,
einige auch aus anderen Gegenden Spaniens, Portugals, Genuas und Venedigs.
Eine Crew zu finden war nicht leicht.
Erfolg hat vor allem Martín Alonso Pinzón,
den einige Historiker als eine Art Piraten sehen,
Kapitän der Pinta, dessen Überzeugskraft von Sprüchen wie diesem herrührt:
"Warum in Armut leben, wenn wir Häuser mit goldenen Dächern finden können?"
Und:
Das spanische Königspaar bietet eine Amnestie, 4 Mann nehmen sie wahr:
Einer hat einen Mann im Kampf getötet, und drei seiner Freunde,
die ihm halfen auszubrechen.

Die Crew der Santa Maria (wenn sie so hieß ...):
1 Cristoforo Colombo, Kapitän
2 Juan de la Cosa, Eigner
3 Pero Nino, Lotse
4 Diego de Arana, Waffenmeister
5 Pedro de Gutierrez, Kgl. Verwalter
6 Rodrigo de Escobedo, Notar der Flotte
7 Rodrigo Sanchez, Kontolleur
8 Luis de Torres, Dolmetscher (getaufter Jude)
9 Bartolome Garcia, Bootsmann
10 Chachu, Bootsmann
11 Cristobal Caro, Goldschmied
12 Juan Sanchez, Arzt
13 Antonio de Cuéllar, Zimmermann
14 Diego Perez, Maler
15 Domingo Vizcaino, Böttcher
16 Lope, Schreiner
17 Maestre Juan
18 Rodrigo de Jerez
19 Alonso Chocero
20 Alonso Clavijo
21 Andres de Yruenes
22 Bartolome Biues
23 Bartolome de Torres
24 Diego Bermudez
25 Domingo de Lequeitio
26 Gonzalo Franco
27 Jacomel Rico
28 Juan, Diener
29 Juan de Jerez
30 Juan de la Placa
31 Juan Martines de Acoque
32 Juan de Medina
33 Juan de Moguer
34 Juan Ruiz de la Pena
35 Marin de Urtubia
36 Pedro Yzquierdo
37 Pedro de Lepe
38 Diego de Salcedo, Kolumbus' Diener
39 Rodrigo Gallego, Diener
40 Pedro de Terreros, Schiffsjunge


Kolumbus' Crew hat 4-Stunden-Wachen, getaktet von acht Durchläufen der Sanduhr (je 1/2 Stunde). Zu den Pflichten gehört Lenzen, Deckschrubben, Segelsetzen, -stellen und -bergen, Ladung bewachen. Kojen gibt es nicht, die Freiwache schläft überall dort, wo sie Platz zu findet, in der Regel auf Deck. Die Energie und Entschlossenheit Kolumbus' hält ihn tagelang wach, obwohl er eine eigene Koje mit Bett hat. Wegen der Härte des typischen Matrosenlebens, ihren Krankheiten, dem Hunger und Durst ist ihre Lebenserwartung gering.
Gottesdienst ist ein sehr wichtiger Teil ihres Lebens. Jeder Tag beginnt mit Gebeten und Hymnen und endet mit einem Abendgottesdienst. Eine einzige warme Mahlzeit gibt es pro Tag. Das Essen wird über offenem Feuer in einer Sandgrube auf Deck zubereitet. Eine typische Mahlzeit besteht aus Schiffszwieback, gebeiztem oder gesalzenem Fleisch, getrockneten Erbsen, Käse, Wein und frisch gefangenem Fisch.


Kapitäne der Pinta und Niña sind die Brüder


Martín Alonso und


Vicente Yáñez Pinzón aus Palos.

Die Gesamtzahl der Flottenoffiziere und Mannschaften beläuft sich auf 87.
26 Mann sind auf der Pinta und 22 auf der Niña.


Gesamte Route


7.610 sm

Törn

Kolumbus soll, für die damalige Zeit keineswegs selbstverständlich, ein Logbuch geführt haben, dessen Original verloren, bzw. als Wiedergabe durch Bartholomé de las Casas (der auch nur ein Kopie eingesehen haben will) als sogenanntes "Bordbuch" erhalten ist. Es enthält nicht einen Eintrag über die Schiffsposition, lediglich Angaben über Kurs und Etmal. Kolumbus koppelt nach Kompaß und zurückgelegter Strecke, die er aus Geschwindigkeitsmessungen mit Relingslog ableitet: Man wirft am Bug ein Treibholz ins Wasser und stimmt ein Lied an. Erreicht das Holz am Heck eine Marke, vermerkt man die Silbe, bei welcher der Sänger angekommen ist und schließt daraus anhand von Tabellen auf die Schiffsgeschwindigkeit.

Zum Gesamttext des Bordbuchs


3. August 1492



Kolumbus sticht mit seinem Flaggschiff Santa Maria und den Karavellen
Niña und Pinta von Palos de la Frontera bei Huelva aus in See.

6. August
La Gomera/Kanaren (760 sm)
Probleme mit dem Ruder der Pinta. Martín Alonso Pinzón soll die Halterungen des Ruders mutwillig gelockert haben. Er hofft mit seinem Schiff umkehren zu können, weil er vor der Reise ins Ungewisse Angst hat.
Der Bruch des Steuerruders und die Umrüstung des Großsegels der Niña, erzwingen 1-monatigen Aufenthalt auf der Kanareninsel. Das für achterliche Winde weniger geeignete Lateinsegel (dreieckiges Segel) der Niña wird gegen ein bauchiges, quadratisches Rahsegel ausgetauscht.



6. September
Weiterfahrt
Mehrmals besteht die Gefahr einer Rebellion von Matrosen, aber auch von skeptischen Offizieren bis hin zum intriganten Kapitän der Pinta. Die Reise ins Ungewisse schürt große Angst und beinahe jedes ungewöhnliche Naturschauspiel, dessen sie während der Fahrt gewahr werden, interpretiert die Crew als schlechtes Omen.
Von Tag zu Tag wird das Ausbleiben einer Küste am Horizont der Mannschaft unheimlicher.

14. September
Als die Mannschaft eine Umkehr zurück nach Europa gerade gewaltsam erzwingen will, erscheint ein Vogel über dem Schiff.
Kolumbus beschwört die Mannschaft, weiterzufahren, ein Vogel entferne sich nie mehr als 100 Meilen weit von einem Ufer, wovon sich die Matrosen schließlich überzeugen lassen. Zudem kommen in den darauf folgenden Tagen immer mehr Anzeichen von Küstennähe zu sehen, etwa Äste von Bäumen und Pflanzen.

25. September
Man glaubt, Land auszumachen. Es ist nur eine Wolkenbank.



4. Oktober
Schilf und grüne Pflanzen treiben vorbei.
Die Schiffe sind im Sargasso Meer.

10. Oktober
Kapitänsbesprechung auf der Santa Maria
Trotz der bisher langen Reisedauer gelingt es Kolumbus, alle Zweifler zur Weiterfahrt zu überreden.

12. Oktober



2 Uhr nachts. Ausguck der Pinta ruft "Tierra, Tierra" (Land, Land).
Columbus behauptet in seinem Logbuch, er hätte gegen 10 Uhr schon ein Licht vom Land gesehen. So streicht er selbst die Belohnung ein, die für den Seemann gedacht war, der zuerst Land sichtet. Kolumbus lässt bis Sonnenaufgang beidrehen.
6 Uhr: Anker fallen.
Landgang auf einer Insel der Bahamas, von den Einheimischen Guanahani genannt (2.700 sm).



Kolumbus betritt als Erster die Insel, stößt die Lanze mit der königlichen Fahne in den Boden und nimmt im Auftrag von Ferdinand und Isabella die Insel in Besitz.
Der Notar der Flotte fertigt eine Urkunde an, die alle Kapitäne unterschreiben. Kolumbus gibt der Insel bekam den Namen San Salvador (heiliger Retter). Strittig, ob das die heutige Insel San Salvador ist (computergestützte Modelle, unter Berücksichtigung der Meeresströmungen, berechnen eine Position 14 sm südlich San Salvador, andere Ansicht: Samana Cay)
Die Indios, zum Stamm der Tainos gehörend, sind freundlich, alle auffallend jung und nackt. Die Spanier beginnen sofort mit Tauschgeschäften und erkunden die Insel mit den Beibooten.

Sie suchen Gold. Aber außer ein paar glänzenden Schmuckringen haben die Indios nichts. Sie wundern sich über das Interesse der Spanier und deuten auf das Meer. Dahinter gäbe es einen König, der viele Dinge aus diesem Material besitze.
Die Flotte verlässt San Salvador, steuert weitere Inseln an.
Sie läuft Kuba an, landet auf Haiti, das Kolumbus La Isla Española (die spanische Insel, Hispaniola) nennt.

22. November
Pinta ändert gegen den Befehl Kolumbus' ihren Kurs.
Martín Alonso Pinzón will auf eigene Faust Gold finden.

24. Dezember
Santa Maria und Niña kreuzen bei flauen Winden vor der Nordküste von Haitis (625 sm).
Kolumbus legt sich bei Flaute schlafen.
Der Steuermann überlässt das Ruder dem Schiffsjungen, weil er ebenfalls schlafen will. Santa Maria treibt auf eine Sandbank.
Kolumbus lässt ein Boot aussetzen, um einen Anker auszubringen. Entgegen dem Befehl rudern die Männer zu Niña herüber.
Santa Maria sitzt fest und legt sich langsam zur Seite.



Mit Unterstützung der Indianer wird alles vom Wrack an Land gebracht. Aus dem Schiffsholz lässt Kolumbus eine Festung mit Turm bauen. Er nennt sie nach dem Tag der Strandung Navidad (Weihnachten)



Empfang bei König Guacanagari.
La Isla Española, von den Briten zu Hispaniola verballhornt, wird erste Kolonie Spaniens in der Neuen Welt, Kolumbus Gouverneur und Vizekönig.
Die Begegnungen mit dem indigenen Volk der Arawak verlaufen friedlich. Sie bieten den Seefahrern unter anderem Baumwolle für mitgebrachte Glasperlen an. Kolumbus beschreibt er sie als naiv und großzügig, betrachtet sie aber immer als zukünftige Untertanen oder Sklaven.

Pinta ist verschwunden, das Wrack der Santa Maria verbaut. Kolumbus bleibt nur Niña, um zurückzusegeln. Auf dem kleinen Schiff ist wenig Platz, 39 Mann müssen in Navidad zurückbleiben. Kolumbus verspricht, sie bei seiner nächsten Fahrt abzuholen.

4. Januar 1493
Kolumbus startet mit Niña

6. Januar
Er trifft auf Pinta, mit nordöstlichem Kurs in den Atlantik, um die Westwindzone zu erreichen.

12. Februar
Sturm trennt Niña und Pinta. Er ist so heftig, dass niemand an Bord ans Überleben glaubt. Kolumbus verfasst Bericht über seine Entdeckungen in zweifacher Ausfertigung. Eine steckt er in ein Fass und wirft es als Flaschenpost über Bord. Die zweite verstaut er wasserdicht an Bord.

15. Februar
Azoren in Sicht

17. Februar
Landgang auf den Azoren
Der Gouverneur hält die Spanier erst als unerwünschte Ausländer fest, dann können sie weitersegeln.

4. März



Landung in Lissabon (3.300sm)

15. März



Palos,wo zufällig auch Pinta am selben Tag anlegt (225sm)





Schiff



Die Santa Maria (Name zweifelhaft - im "Bordbuch" kommt ein Schiffsname nicht vor, wahrscheinlicher ist NAVE oder LA GALLEGA), eine dreimastige Karacke oder Karavelle, läuft um 1480 vom Stapel. Sie hat eine Lüa von 23,6m, eine Breite von 7,92m und einen Tiefgang von 2,1m. Der Großmast hat eine Höhe von 26,6m, an dem sowohl ein mit einem roten Kreuz verziertes Haupt- und ein zusätzliches Topsegel befestigt sind. Die Besegelung besteht weiter aus der Blinde (unter dem Bugspriet), der Fock, dem Großsegel mit zwei Bonnets (Segeltuchstreifen, die am Unterliek angeknüpft sind), dem Toppsegel und dem Besan.



Die Santa Maria hat eine Bewaffnung von 4*9cm Bombardellen, 5cm Kolubrinen, tragbare Armbrüste und Büchsen.
Das robuste Schiff gehört Juan de la Cosa, er vermietet es für das Vorhaben an Kolumbus.
Kolumbus Logbucheintrag vom 26. Dezember 1492:
denn die Santa Maria war ein sehr schwerfälliges Schiff und für Entdeckungsfahrten nicht geeignet. Die Nao "Gallega" chartert Kolumbus von Juan de la Cosa. Er gibt ihr den Namen Santa Maria.



Navigation

Kompass, Jakobsstab zur astronomischen Winkelmessung für die Ermittlung des Breitengrades, Zirkel zum Abstechen von Entfernungen in der Seekarte, Nocturnum zur Zeitbestimmung mit dem Nordstern, Stundenglas (Sanduhr) als einzige Uhr an Bord für Wachwechsel (für die Navigation wenig geeignet, weil das Umdrehen vergessen wurde oder der Sand war feucht und 'klumpte'). Quadrant, wie Jakobsstab Vorläufer des Sextanten.


Neben dem Kompaß ist das Stundenglas (Sanduhr), alle halbe Stunde umzudrehen, das wichtigste Navigationsinstrument. Mit der täglich mehrfach ermittelten Schiffsgeschwindigkeit wird die zurückgelegte Strecke, daraus mit dem Kurs gemäß Kompaß schließlich die jeweilige Schiffsposition relativ zur Vortagespostion ermittelt und auf einem Lochbrett mit Stöpseln markiert (Koppeln). Von einem bekannten Hafen ausgehend ermittelt man so auch die absolute Position. Kolumbus hat die Navigationsmethode ausgereicht: auf seiner zweiten Reise findet er seine Landungsstelle auf Hispaniola wieder, obwohl er dieses Mal den Atlanik auf ganz anderem Kurs überquert.

De las Casas berichtet, dass Kolumbus am 30. Oktober 1492 den Breitengrad mit 42° festgestellt habe, wie folgt: "Al parecer del Almirante, distaba de la línea equinoccial cuarenta y dos grados hacia la banda del norte no está corrupta la letra de donde trasladé esto ..." (Offenbar war der Admiral 42° nördlich des Äquators, und die Stelle ist nicht beschädigt). De las Casas erscheint dieses so merkwürdig, dass er sich veranlasst sieht, zu betonen, das Tagebuch sei an dieser Stelle unbeschädigt.

Eine Übersetzung von 1903 besagt fälschlicherweise genau das Gegenteil. Gelegentlich liest man auch von einem Zahlendreher, aber all diese Interpretationen erklären nicht, wie de las Casas dem Tagebuch drei Mal, am 30. Oktober, am 2. und 21. November, die Feststellung entnehmen kann, Kolumbus befinde sich auf 42°N. Kolumbus merkt an, er habe die Position mit dem Quadranten festgestellt ("Aquí tomó el Almirante la altura con un cuadrante esta noche, y halló que estaba 42 grados de la línea equinoccial")

Der Quadrant ist ein astronomisches Instrument, um Höhenwinkel von Gestirnen zu ermitteln. Es besteht aus einem Viertelkreis mit Gradeinteilung, einer dazugehörigen Ablese-Vorrichtung, einem Visier und einem Senklot. Man visiert das zu messende Gestirn über Kimme und Korn an und das herabhängenden Lot ergibt am Viertelkreis den Höhenwinkel.
Ob und wie Kolumbus den Längengrad feststellte, ist unbekannt.

Er kannte sicher die Sternuhr (Horometer, Nokturnal, Horometrum, Nocturnalium), ein Instrument zur Ermittlung der Nachtstunden anhand der Stellung der Sterne. Eine auf der Nordhalbkugel verwendete Sternuhr benutzt gewöhnlich einen Stern des Großen Bären, den Stern Kochab des Kleinen Bären oder den Stern Schedir der Kassiopeia als Referenzpunkt.
Das Instrument besitzt zwei übereinander liegende, drehbare Scheiben mit einem Zeiger und einem Loch in der Mitte. Auf der einen Scheibe mit den Monaten des Jahres wird das Tagesdatum eingestellt. Mit dem Loch wird der Polarstern anvisiert und dann der Zeiger auf das Sternbild des Großen Bären gestellt. Auf der zweiten Scheibe lässt sich dann die Uhrzeit ablesen. In der Karibik hätte Kolumbus dann feststellen könnne, um wieviel später der gleiche Stern dort an derselben Position steht; da aber eben die Zeitmessungen die größten Ungenauigkeitsfaktoren enthielten, wären alle die Fehler in seine Längenbestmmung eingegangen.