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Flugs fallt ein Schnupp
Vom Himml
Wie noch kein Meister
Je zuvor.
Jetzt wünsch dir was
Sags aber nicht
Sonst gilt es nicht
Hinter mir und vorder mir
Ich komme!





Kurz-Selbst-Lebens-Beschreibung

Ich könnte so anfangen: Das ist mir alles schnuppe.
Nein. Ist es mir nicht.
Wir haben Anker geworfen auf Alimnia, schwimmen nachts, unsere Körper leuchten (Biolumineszenz) - wir sehen unzählige Sternschnuppen und Graffitis deutscher Landser aus dem 2. Weltkrieg. Als sich die Griechen wehren, lässt Waldheim ein paar hinrichten.

Auf dem Rückweg Delos, wo Heidgger mit dem Hitlerbärtchen deutsche Sprache verhunzt: Die Innigkeit jener Götterung des Gottes der Götter ..

Dann schon lieber mit Björn Larsson in Tinker's Hole, wo der gekidnappte 16-jährige Adelige David Balfour durch den Verzehr von Nacktschnecken überlebt und der Vater von Robert Louis Stevenson Leuchttürme baut.

Denn KZs haben nicht nur unsere Vorfahren gebaut, auch Griechenland auf einsamen Inseln: Sei es Makronisos oder Jaros oder Kroatien auf Pag oder Marschall Tito auf Sv. Goly oder Sv. Grgur, der selbstherrlich auf einem anderen Archipel residiert: Brijuni (vor dem das österreichische Schiff "Baron Gautsch" auf eine österreichische Mine lief).





Auch Römer und Italiener hatten ihre Verbannungsorte und Gefängnisinseln:
Tremitis, Capraia, Monte Cristo, Ponza,


Santo Stefano

Oder ich könnte auch so anfangen:
Zubenelgenubi, Zubenaschemali, Suhail al Wazn, Al Thalimain Posterior...
Was für Namen?
Nachdem ich die unteren Segelscheine (Binnen, SKS, SSS - damals BR und BK) gemacht und Skipper und Prüfer und Segellehrer gespielt hatte, packte mich der Ehrgeiz: per aspera ad astra - ich wollte höhere Weihen und den C-Schein (heute SHS). In Mathematik nie sehr gut, was vor allem an Lehrern lag, die weder erklären konnten, noch Schüler motivieren: Und dann sinus und cosinus, was du bei der Astronavigation brauchst.

Da ging mir ein weiteres Licht samt Schnuppe (das verkohlte, glühend abstehende Dochtende einer Kerze) auf und aus: deutsche Gelehrte machen alles kompliziert, auch wenns einfach ginge. Als ich von den Bahamas zum


Atlantic Intercoastal Waterway

segle, war ein amerikanisches Navi-Buch samt 10-seitiger Einführung in die Astro-Naviation an Bord, ich verstand jedes Wort!
Astronavigation könnte ich auch so anfangen:
Mein Vater erzählte mir, die Amis hätten, als sie im WK II über den Atlantik flogen, um Deutschland zu bombardieren, mit HO-Tafeln nach den Sternen navigiert. Wie bitte?

Oder:
Als Christian auf der Bounty meuterte und den Käptn aussetzte, navigierte dieser nach Sonne, Mond und Sternen Tausende von sm übers offene Meer - und kam an.

Oder ich könnte so anfangen:
Als wir in der Schule die Odyssee aus dem Altgriechischen übersetzten, wo Kalypso ihrem Geliebten - widerwillig - astronomische Tipps für die Rückkehr nach Ithaka gibt, dachten wir alle: Ein schönes Märchen - mitnichten, brauchbare Astronavigation! Und niemals hätte ich mir träumen lasen, je auf der veilchenblauen Ägäis mit einer Yacht zu kreuzen, wäre mir nicht mein großartiger Commodore

Christian Horatio Bissel begegnet!

Oder ich könnte (mit Bernd Stelter) so anfangen:
Wenn ich zurückdenk an das Jahr ...

Christian

Oder ich könnte so anfangen:
Als ich in Chemnitz auf den Zug nach Franken warte, fällt mein Blick auf den Buchtitel "Der Spaziergang von Rostock nach Syrykus" - ich habe Delius' Buch fasziniert bis Ansbach ausgelesen: Vom Kellner Paul Gompitz, der den DDR-Radar untersegelte, um Seumes Reise nachzutippeln.

Neben dem Buch lagen "Die Ringe des Saturn" - meine tiefstgehende Literaturentdeckung - in der Süddeutschen lese ich selbigen Tags (Koinzidenz!) den Nachruf auf seinen Verfasser

- neben Hochseesegeln - meine wichtigste Beschäftigung.

Oder ich könnte so anfangen:

Durch W. G. Sebald entdecke ich einen Kosmos:
Kafka, Chateaubriand, Bruce Chatwin, Anita Albus, Matthias Grünewald, Albrecht Altdorfer, Frank Auerbach, Prag, das Böhmische Meer, Marienbad, die Seidenraupe, Innerfern, Ägäis, Musik, Korsika, Irland, Thomas Brown, Roger Casement, Josef Conrad, Jakob Philipp Fallmerayer, Gustav Flaubert, Xiangfeng, Jan Peter Tripp, Rousseau, Mark Knopfler, Procul Harum, Mick Jagger, Dr. Schreber, Napoleon und Nabokov, Steller aus dem fränkischen Windsheim, und viele, viele Andere (vergessen: ) - und er öffnet mir die Augen über Alfred Andersch, Günther Grass, Goethe, Böll, Arno Schmidt, Jurek Becker, die Gruppe 47, Ernst Jünger, Martin Walser, Alfred Döblin und manch Andere ...

Oder ich könnte so anfangen:
Wer je auf eigenen Planken in die Kaldera von Santorin eingelaufen ist, der weiß: Hier war Atlantis

oder wer in der Sandbucht vor Susak schon geankert hat, der weiß:
Hier haben kosmische Winde Sand auf eine flache Klippe abgelassen, eine Weininsel entstand:
Der Reblaus schmeckte die Traube nicht, aber sozialistische Agrarreformen und Massenproduktion billigen Weins bereiteten dem Weinbau auf Susak ein Ende - heute wieder ein bescheidener Neuanfang (in italienischer Hand!).

Oder ich könnte auch so anfangen:
George Wyndham Le Strange, Paul Bereyter, Austerlitz und andere fiktive Figuren in Sebalds Werk haben mich noch intensiver mit den Themen Antisemitismus, Apokalypse, Araber, Beschneidung, Geld, Gier, KZ, Luther, Natur, Palästina, Trump, befassen lassen.



Oder ich könnte auch so anfangen:
Wie alle Schottland-Segler Björn Larsson kennen, dessen Segelthriller "Der Keltische Ring" wir herrliche Törns in das Revier und zum Corryvreckan verdanken, so kennen alle Adria-Segler Barawitzka - selten so gelacht - und Regatta-Segler Donald Crowhurst.

Oder ich könnte auch so anfangen:
Als Königlich-Bayerischer Amtsrichter hielt ich Sitzungen im wohl schönsten Sitzungssaal ab: Dem Wappensaal im Wenzelsschloss in Lauf auf der Pegnitzinsel.

Daneben kennt ein Franke den Bamberger Reiter, Baille-Maille, Wolfram von Eschenbach, den Wilden Markgrafen, den Erfinder des Motorflugs: Gustav Weißkopf, den König von Rothenburg: Heinrich Toppler, den Rauhen Kulm, den Ghaselen-Dichter Platen, Jean Paul, das Nördlinger Ries, Bischof Meiser, den Wegbereiter der experimentellen Psychologie: Wilhelm Wirth (mein Großvater).



Deshalb ich könnte auch so anfangen: Nicht nur Adelige haben einen Stammbaum, auch stinknormale Bürgerliche - wenn sie denn lange genug in Kirchenbüchern forschen...



Oder ich könnte auch so anfangen:
SEGELN

Das Auge hat sich an die Dunkelheit gewöhnt. Der Körper bewegt sich im Rhythmus des Schiffes. Man beginnt eins zu werden mit dem Meer, das uns seinen Willen aufzwingt. Und es wird dabei kräftig unterstützt vom Wind. Wenn die beiden nicht wollen, dann kann kein Mensch dagegen an. Wobei es, und das könnte mit ein Grund sein, warum man sich so etwas immer wieder antut, durchaus Möglichkeiten gibt, Meer und Wind ein bisschen auszutricksen. Man nennt das Segeln.

Tekirova Liman
admiral unterwegs zur Flotte.

2006 ankern wir im antiken Südhafen am Fuße des Taurusgebirges und statten dem alten Phaselis - wie einst Alexander der Große und Kaiser Hadrian - unseren Besuch ab.

Odysseus Odysseus, Urvater aller Fahrtensegler, war ein wilder, aber auch besonnener Skipper, der vor nichts zurückschreckte. Über die Gefühle seines Helden beim Segeln hat Homer sich nicht ausgelassen - allenfalls an versteckter Stelle.

Das alter ego Björn Larssons , eines anderen Fahrtenseglers, hat auf die Frage nach dem Sinn des Segelns geantwortet:
Wozu es gut sein soll?... Das ist eine komplizierte Frage... Vielleicht könnte man sagen, Segeln hilft, die eigene Vergänglichkeit zu ertragen ...
Für mich ist das Leben wie das Kielwasser eines Schiffes.
Einen Augenblick, nachdem wir vorübergefahren sind, erinnert nichts mehr daran, dass wir jemals waren ...

Die Profi-Fahrensmänner transportieren was - hat Sinn.

Wenn man allerdings an Riesenkreuzer, Bananendampfer, Atom-Müll-Transporter oder marode Tanker denkt, dann gerät man wieder ins Grübeln: Warum werden Tonnen unreifer Bananen über Ozeane gesailt und tun sich nicht alle an ihren einheimischen Früchten gütlich?
Warum werden 10.000e Landratten in Luxus-Megahotels, die mit ihrem Auspuffdreck und Feinstaub saubere Luft verpesten und Häfen verseuchen, über die Weltmeere gekarrt (mitunter auch auf Klippen gesetzt) ?
Wenn wir ehrlich sind: wir fahren um unser selbst willen.
Weil wir uns stark genug fühlen, trotz oder wegen unserer angegrauten oder weißen Haare und Bärte solche Abenteuer zu bestehen.
Oder, was für die Jüngeren wohl eher zutrifft, zu erfahren, ob so etwas unter diesen vielfältigen Bedingungen Spaß macht, um es wieder und wieder zu wiederholen.
Wollen wir alle etwas 'er-fahren'?

Wenn wir, LF, Autopilot, GPS, Radar und Kartenplotter seis gedankt, immer wissen, wohin es geht auf dem Meer, wohin es mit uns geht, wissen wir nicht.
Wollen wir uns erfahren? Und der gute alte Kant, hatte der Erfahrung? Er kam nie über Königsberg hinaus... Seine Philosophie: Geträumte Törns?

Halten wir uns und unseren Planeten heil, damit wir noch lange die anderen Planeten in sternklaren Nächten am Firmament glitzern sehen, wenn der rauschende Bug im Meeresleuchten dahinzischt: eigentlich muss Amadée Mozart das gekannt haben, um seine Musik der Menschheit zu schenken!

Seit 1977 unterwegs.
Die weitesten Törns führten zu den Antillen, Bahamas und Virgin Islands, an den Küsten des Lichts haben wir die Spuren des Odysseus abgesegelt, Kanaren, Tremitis, Kap Anamur, IJssel- und Markermeer, Stromboli im Gewitter, Channel, Themse, Towerbridge, Prinses Margriet Kanaal, Sixhaven Amsterdam, Bretagne, Cornwall, Smuggler's Cottage, Schottland, Orkneys, Äußere Hebriden, Corry Vreckan, Orkneys ... wir trieben uns im mare nostrum der Bajuvaren, der Adria herum, wir lehrten Segeltheorie und -praxis bis zu den höchsten Weihen:
Per aspera ad astra oder von der terrestrischen bis zur Sextanten-Navigation und nehmen Segelprüfungen ab.

Es gab Tage auf dem Atlantik, an denen sich der Horizont nach allen Seiten ins Unendliche erstreckte. Tage, an denen Himmel und Meer dieselbe tiefblaue Farbe hatten, an denen eine scharfe Sonne aufgebrachte Wassermassen beleuchtete und kreideweiße Brecher zu Schaumstreifen auseinandergeblasen wurden. Tage, an denen das Schiff sich in den gewaltigen Wellenbergen wälzte, während ein felsenharter Wind Wasserdampf aufrührte, der am Bug kurzlebige Regenbogen aufblitzen ließ. So mancher hätte für solche Tage sein Leben gegeben, bildlich gesprochen zumindest. Die meisten hätten allerdings alles gegeben, um sie gerade nicht erleben zu müssen, und das vermutlich aus Furcht vor dem Tod. Oder vor dem Leben.




Leuchtfeuer

I
dieses feuer beweist nichts,
es leuchtet, bedeutet:
dort ist ein feuer,
kennung: alle dreißig sekunden
drei blitze weiß, funkfeuer:
automisch, kennung SR.
nebelhorn, elektronisch gesteuert:
alle neunzig sekunden ein stoß.

II
fünfzig meter hoch über dem meer
das insektenauge,
so groß wie ein mensch:
fresnel-linsen und prismen,
vier millionen hefnerkerzen,
zwanzig seemeilen sicht,
auch bei dunst.

III
dieser turm aus eisen ist rot,
und weiß, und rot.
diese schäre ist leer.
nur für feuermeister und lotsen
drei häuser, drei schuppen aus holz
weiß, und rot, und weiß. post
einmal im monat, im luv ein
geborstner wacholder,
verkrüppelte stachelbeerstauden.

IV
weiter bedeutet es nichts.
weiter verheißt es nichts.
keine lösungen, keine erlösung,
das feuer dort leuchtet,
ist nichts als ein feuer,
bedeutet: dort ist ein feuer,
dort ist der ort wo das feuer ist,
dort wo das feuer ist ist der ort.

Hans Magnus Enzensberger

Bücke über den Öresund fotografiert von Steffen M!

Querung des Nullmeridians auf der Themse, Metropolitan-Police-Kontrolle, Themsebiegung gerundet, Tower-Bridge vor dem Bug, an Steuerbord Schleuse St. Kats ...

Stundenlange Kreuz gegen den Strom im Makronisos-Kanal.

Der Kampf um Höhe auf Nordkurs von Troja zurück ums Kap Baba Burnu bei Sturm und See gegenan. Das Schiff stampft sich fest. Gischt sprüht übers Deck und Cockpit. Die Crew ist todmüde und erschöpft. Irgendwann fällt sie total erledigt in die Kojen.

Nächtlicher Landfall Pharmakonisi im Blindflug. Wir werden aufgebracht von schwer bewaffneter griechischer Marine.

Die Falle Tristoma-Bucht. Nächtliche Rettung durch Kameraden.

Sturmfahrt von Mykonos nach Syros - auf einem Kiel. 10 kn Schnitt.

Oder bei 9 Bft vor dem Wind, nur mit Sturmfock, von Folegandros bis Santorin.

Beim nächtlichen Verholen (9 Bft auf Legerwall) legt Fischernetz Schraube und Motor lahm - Schwede bringt in letzter Minute Hilfe - Auslaufverbot wegen Sturmes für Hilfsschiffe - unter Segeln in Kea Anker auf und in Lavrion ab - nach Schwerwettersegeln durch Makronisos-Kanal

Landfall Great-Britain: Ansteuerung Ramsgate bei Nacht, Tonnenstrich, Fahrwasser, ablaufendes Wasser, Gezeitenstrom - 30° Vorhalt, Fähre achtern - kommt auf, Einfahrt räumen, Tonne und Sandbank gerundet - liegen sicher am Steg ...

Einen Tag lang Aufkreuzen nach Falmouth: Stadt mit klingendem Namen, den River Fal hinauf, Festmachen vor Smugglers Cottage, weltberühmte Kneipe an verwunschenem Ort ...

Orkneys - Festland Ziel Inverness: Wind legt auf 60 kn zu, wir stehen auf der Stelle, kehren um nach Wick - vor Stunden passiert, laufen in rauschender Fahrt vor dem Sturm ab, machen fest in der nagelneuen Marina, ruhig wie in Abrahams Schoß ...

Festgekommen im Lauwersmeer: Niedrigwasser! Motorboot mit russischer Besatzung bricht 3. vergeblichen Schleppversuch ab, Danke!

Wir wollen vor den Gallis ankern - Flaute. Die gesamte Elektrik fällt aus, wir treiben in tiefem Wasser vor Klippen und Steilküste im Strom, Defekt nicht zu finden - der Bordtechniker unserer Flotte: die Rettung! Er kommt aus der Bucht Leranto - per Funk gerufen ...

Wir starten in Ardfern/Schottland, Kurs Hebriden. Nachdem wir Dorus Mor gequert haben, liegt querab der Corry Vreckan - ruhig: Gewagt und gewonnen, mit halbem Wind von Ost nach West durchsegelt und abends Ankern in Tinker's Hole ...

Wir segeln in Flotte über Poros, Hydra, Serifos, Sifnos, Folegandros nach Santorin. Die Einfahrt in die Caldera immer wieder überwätigend, frustrierend die verkommene Marina Vlychada, mit unseren EU-Geldern finanziert, das in dunklen Kanälen verschwand.



Trost und Highlight: Karfreitags-Oster-Feuer in Pyrgos ...

Du drehst, nachdem du südlich der dunklen Isola San Nicola entlang gesegelt bist, nach Steuerbord in den Hafen - plötzlich am Steilhang das hell angestrahlte Kastell und Kloster: Geheimtipp Tremitis!

Wie ein Franke zum Hochseesegeln kommt?
1965 habe ich das Glück, die Ferien bei unserem schwedischen Austauschschüler Gunnar in Bohuslän zu verbringen, wohl die schönsten meines Lebens...
Auf einem 'Star' aus Holz, den meine Gastgeber segeln, Zwillingsbrüder und Enkel eines Großadmirals mit normannischem Blut in den Adern, kommt Klein-Christian erstmals ins Grübeln, wie denn ein Schiff nahezu gegen den Wind anzukreuzen vermöge?
In schneller Folge A-Schein auf dem Ammersee, BR- im ostfriesischen Tidengewässer, BK- und C- auf dem Mittelmeer; bald auch Ausbilder, Prüfer und Hochsee-Segellehrer. Selbstbau einer Waarschip-Holz-Segeljolle ...

Den Mann nenne mir, den gar vielgereisten, der, nachdem er die heilige Troja zerstört, gar viel umgetrieben wurde auf der veilchenblauen Ägäis ...

Vermessen, uns mit Odysseus vergleichen zu wollen? Oder auch nicht gerade schmeichelnd, mit diesem gerissenen Hund verglichen zu werden, jedenfalls aber ein mit allen Wassern gewaschener Sailor ...
Was soll's, an den Küsten des Lichts rufen unsere Mitsegler den admiral fränkisch-sächsischer Flottillen und Flotten auf Kanal 72 immer "ODYSSEUS". Over.

Bei der ägäischen Insel Ios fällt mir Karl Forster ein.
Auf dem Meer ist es, außer wenn es regnet, nie wirklich dunkel. Wir haben Neumond, also keinen Mondschein. Trotzdem sieht man die Kämme der Wellen, wie sie anrollen, manchmal kurz vor dem Schiff noch brechen ...
Backbord voraus blinkt ein Leuchtfeuer, vielleicht schon das von Sikinos, auf der anderen Seite grüßt der Schatten von Santorin mit dem Feuer auf Kap Epanomeria. Die Gedanken schweifen hinüber in den Hafen von Ios, das ein paar Meilen voraus liegt. Ios, wo wir vor einigen Jahn festgelegen hatten. Kein Diesel. Auf der ganzen verdammten Insel nicht. Und dieses aufgeblasene Arschloch von Hafenkapitän lotste uns exakt dorthin, wo der Abwasserkanal der Chora ins Hafenbecken fließt. Ios? Nie wieder.

Bücher und Geschichten übers Segeln, sie sind meist nur für Leser geschrieben, die selbst an der Pinne oder am Ruder stehen. Forster versucht, in seinem Büchlein

dem abzuhelfen. Um den Leser neugierig zu machen auf ein anderes Leben, auf ein Leben weit weg von hier, es verführt zu träumen. Von der Weite des Meeres; von der oft beklemmenden Enge auf dem Boot; von der Kunst, den Wind zu nutzen; von der Demut gegenüber den Elementen, deren Kraft so ungeheuerlich ist, dass jeder, der den Respekt davor verliert, scheitern wird, eine Reise in eine vielleicht fremde Welt.
Eine lesenswertes Büchlein!



Erst wenn ein Mann ein Boot fährt, ist er wirklich frei.
Sein einziges Gefängnis ist dann der Horizont.




Viel mehr braucht es nicht auf dieser Welt als
raumen Wind, Sonnenuntergang, Seegeräusche,
warme Langusten, gutes, grobes Brot und etwas Rotwein...


Kornaten im Morgenlicht - fotografiert von Christoph!









Trigonometrie der Sphären

Im Trauerjahr
setzte der Großvater
das Klavier auf den Boden
und er holte es
nie mehr herab

Mit einem messignen Fernrohr
erforscht er dafür jetzt
die Zirkelpfade des Himmels

Sein Logbuch vermerkt
einen geschweiften Kometen
und den kategorischen Satz
der Mond sei ein Kunstwerk der Erde

Von ihm weiß ich auch
dass dort wo die Nacht sich wendet
ein Heiliger sitzt
und brüllt wie ein Löwe

Und vergiss nicht sagte er einmal
aus dem Sternzeichen des Widders
trägt der Nordwind das Licht
in die Apfelbäume