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NJ 49
SPICA [13h25m -11°10']
α Viginis

Spica (lat. Kornähre), Stern α Viginis, ist der hellste Stern im Sternbild Jungfrau und 261 Lichtjahre entfernt.

Spica stellt die Kornähre in der Hand der Jungfrau dar. Die Römer sahen in Spica die Göttin Ceres.

In der Flagge Brasiliens repräsentiert Spica den Bundesstaat Pará. Und im Frühlingsdreieck ist Spica der südlichste Stern.







... das eindrucksvollste Beispiel
gotischer Innenraumkunst in Deutschland

Georg Lill


Wappensaal
Wasserschloss Lauf an der Pegnitz


Viele Historiker bezeichnen ihn als größten römisch-deutschen Kaiser des Spät- mittelalters, hochgebildet (er sprach Latein, Deutsch, Tschechisch, Französisch, Italienisch), mächtiger Herrscher und Reformator im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, in dem bis 1806 nach seiner Goldenen Bulle der Kaiser gekürt wurde, Diplomat, Schriftsteller, Kunst- mäzen, eigentlicher Schöpfer des Wenzelkults, der noch heute in Böhmen eine zentrale Rolle spielt im religiösen Leben .
Ab 1356 lässt sich König Karl IV. genannt Wenzel, auf der Pegnitzinsel in Lauf, das er 1353 zusammen mit anderen Gebieten in Franken und der Oberpfalz erworben hat, seine Burg, sein "Karlstein zu Baiern" errichten, wo er sich auch oft aufhält.

1934 läßt August Rebmann dicken Putz und Farbe Schicht auf Schicht aufbrechen, Mauern einreißen, um auf die Innenwände zu stoßen: Er macht im "Wenzelschloss" eine grandiose Entdeckung, im Kaiserzimmer legt er besterhaltene Farbreliefs von über hundert Wappen, sauber namentlich beschriftet, frei. Die Rettung eines europäischen Kunstwerks beginnt; seitdem besitzt Lauf an der Pegnitz in seiner Burg auf der Pegnitzinsel einzigartige Zeugnisse mittelalterlicher Heraldik bedeutender Geschlechter, Territorien, Bistümer und Städte des Königreichs Böhmen. Lauf, dem Karl Stadtrechte verleiht, wo eine bedeutende Münzstätte entsteht, hat sein Blütezeit an der »Goldenen Straße« von Nürnberg über Sulzbach und Weiden nach Pilsen und Prag.
Und wohl kaum ein Amtsrichter Deutschlands dürfte Recht in wüdigerem Rahmen Recht geprochen haben als der Betreiber der Website, denn er vertrat als Staatsanwalt so manche Anklage im Wappensaal und hielt dort als Kgl. Bayerischer Richter seine Sitzungen ab. Das aber ist eine andere Story ...
Heute residiert dort die Kunsthochschule Nürnberg, der Wappensaal ist (wieder) öffentlich zugänglich (aus- genommen montags) Di. bis Fr. durchgehend 14 bis 17h und Sa./So. 11 bis 17h.

Wer den Saal durch die Haupttüre betritt, den überwältigt die Geschlossenheit des Raums, sein faszinierender Gesamteindruck, präsent wie vor 7 Jahrhunderten, weil unglaublich gut erhalten. Im Saal mit Kreuzrippengewölbe - die ungewöhnlich geformten Rippenansätze fast identisch mit der Katharinenkapelle auf Burg Karlstein - herrscht von der Höhe als Schlußstein der böhmische Löwe über seinen Hofstaat, alle Wände und Erker umlaufen die Doppelreihen der Wappen, in die Sandsteinmauern eingelassene Schilder, vorwiegend böhmischer Herkunft.

Noch ist die Forschung nicht abgeschlossen, noch geben die Wappen den Heraldikern so manches Rätesel auf - noch harren in anderen, nicht aufgeschlossenen Räumen weitere Schätze ihrer Entdeckung...
Wenn die Wappen uns Heutige eher in ihrer ästhetischen und dekorativen Funktion beeindrucken, war die juristische Bedeutung in der damaligen ritterlichen Zeit an vorderster Stelle, Ausdruck des tief verwurzelten Lehenssystems: Souveränität des Herrschers, auf beiden Seiten, des Herren wie Gefolgsmannes, Besitz, Zugehörigkeit, Anspruch, Ehre und Stolz.
Der Hofstaat des Königs findet im Fries seinen Ausdruck, ist exemplarisch für Wenzels diplomatische Fähigkeiten: er hat sein böhmisches Besitztum tief ins Territorium der Wittelbacher hinein ausgedehnt, seine Veste steht kurz vor den Toren Nürnbergs, und sein Wappensaal gibt ihm Gelegenheit, seine Machtfülle darzutun den Besuchern und Gästen aus aller Herren Länder, wenn er Hoftag hält in Nürnberg: diese gewaltige Schar dient dem König von Böhmen und Mähren.

Am 4. März 1349 heiratet Karl Anna, Herzogin von Bayern, Tochter des Kurfürsten Rudolf II. von der Pfalz. Anna war noch nicht 20 Jahre alt, Karl 13 Jahre älter, bereits einmal verheiratet mit Blanche de Valois und seit acht Monaten verwitwet. Anna bringt die Burgen Hartenstein, Neidstein, die Märkte Auerbach, Velden und Plech mit in die Ehe, gleichzeitig die Hoffnung, sollte Karls Schwiegervater ohne männliche Nachkommen sterben, dass er die Pfalz erben würde. Am 2. Februar 1353 stirbt Anna, am 4. Oktober Herzog Rudolf II. Und weiter kommt Karl der Umstand zu Pass, dass Rupprecht der Jüngere, der Neffe Rudolfs II. von der Pfalz, vom sächsischen Kurfürsten gefangen gehalten wird. Er kauft Rupprecht frei, bekommt die Vesten Waldeck, Störnstein, Neustadt, Hirschau, Murach und Treswitz als Pfand und nach dem Tode Rudolf II. verzichtet Karl auf Waldeck, Murach und Treswitz, bekommt dafür Lichtenstein sowie die Vesten, Städte und Märkte Sulzbach, Rosenberg, Hartenstein, Neidstein, Thurndorf, Hiltpoltstein, Hohenstein, Lichtenegg, Frankenberg, Eschenbach, Hersbruck, Auerbach, Velden, Pegnitz, Plech und Lauf, den Veldener Forst, die Vesten Floß und Parkstein, Stadt und Herrschaft Bärnau. Das "Land zu Baiern" oder "Neuböhmen" rundet er 1360 mit Burg und Herrschaft Rothenberg ab.

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