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NJ 3
ANKAA [26m -42°18']
α Phoenicis

Ankaa, Stern α Phoenicis, ist 77 Lichtjahre entfernt.

doc mailt: Bin jetzt auf meiner Weltumsegelung in Jakarta/Java angekommen.



Im Westen liegt die Provinz Banten, die früher Bantam hieß.
Rundum gibt es riesige Städte, etwa die Millionenstadt Tangerang.
Die Einwohner sind seit 1568 allesamt Moslems.
Der Flughafen von Jakarta, der Hauptstadt Javas, liegt in Banten, der Seehandel mit Sumatra wird auch dort abgewickelt.
Vor Bantam starb übrigens 1596, am Ende der ersten niederländische Expedition nach Indonesien 1595 bis 1597, die maßgeblich zur Erschließung des Gewürzhandels beitrug, aber katastrophal verlief, Pieter Dirkszoon Keyser.
Der Gewürzhandel war damals äußerst lukrativ, aber die Portugiesen hatten Indonesien und den Seeweg dorthin fest im Griff, die Gewürze mussten über Lissabon erworben und weiterverkauft werden. 1592 veröffentlicht der Kartograph Petrus Plancius eine Reihe von detaillierten Segelanweisungen für die Route nach Indien. Sechs holländische Kaufleute tun sich zusammen und rüsten vier Schiffe aus: Mauritius, Amsterdam, Hollandia, Duyfken. Chef-Navigator ist Keyser.
Am 2. April 1595 legt die Flotte in Texel ab, macht am 26. April auf den Kanaren fest, sie überqueren am 4. Juni den Äquator, landen im Oktober auf Madagaskar, wo sie sechs Monate bleiben, 71 Männer sterben an Krankheiten, unter ihnen der Kapitän der Hollandia, Jan Dignumsz, was zu Streitereien unter den Offizieren führt, Gerrit van Beuningen wird für den Rest der Reise in Eisen gelegt.

Im Juni 1596 erreicht die Flotte Bantam, aufgrund portugiesischer Intrigen verlangen die Bantamesen absurd hohe Preise für die Gewürze, die Holländer bekommen kein Wasser, als einige nach Sumatra segeln, werden sie entführt und müssen freigekauft werden. Es kommt zu Kämpfen mit Einheimischen, vielen Toten. Nur 94 der ursprünglichen 248 Männer überleben, die Offiziere sind zerstritten, es gibt Kriegsgerichte und die Flotte ist in miserablem Zustand. Sie segeln über Bali nach Texel zurück, Ankunft 14. August 1597. Die Flotte lädt 245 Säcke Pfeffer, 45 Tonnen Muskatnuss und viele weitere Gewürzarten aus.
Phönix gehört zu den Sternbildern, die Pieter Dirkszoon Keyser vermisst und einführt, Johann Bayer übernimmt es in seinen 1603 erschienenen Himmelsatlas Uranometria. Keyser sollte für den Kartografen Petrus Plancius Beobachtungen des tiefen Südhimmels vornehmen, weil die Europäer über die Sterne dieser Regionen noch keine verlässlichen Daten hatten. Vom Mastkorb der Schiffe aus beobachtet er den Nachthimmel mit einem Instrument, das er von Plancius erhalten hat, sicher ein Jakobstab. Frederick de Houtman, der jüngere Bruder des Föttenkommandanten, unterstützt ihn. Keysers Sternkatalog gelangt mit der der Flotte zurück und wird Petrus Plancius übergeben.

Dann fährt doc fort, er suche Mitsegler für seine Weiterfahrt:
Sri Lanka - Malediven - Chagos - Seychellen - Madagaskar - Kapstadt, das er im Oktober erreichen will. Einzige Bedingung sei: Nichtraucher.
Bei doc ist ohnehin alles anders.
Bei ihm zählt nicht das Wer bist Du, sondern das Wie.
Respekt, Achtsamkeit, und Ehrlichkeit sind keine Fremdwörter, sondern an Bord in jeder Ecke und bei allen Entscheidungen präsent. Schauspielerei, keine Anpassungsfähigkeit und Sein-Wollen, was man nicht ist, enttarnt er schnell. Auf See kannst du das Know How lernen, alles Andere ist Charaktersache. Das Meer ist das eine, doch das wirklich-Mensch-sein-können-miteinander das andere.
Er sagt zu allen, dass sie sich so verhalten sollten, wie sie sind.
Die Mitsegler vertrauen ihm voll, da er alle Handgriffe beherrscht und auch ohne jede Hilfe allein segelt.
Eine Mitseglerin, erstmals auf einem Boot, begleitete ihn für Monate. Sie schreibt:
Ich hatte immer das Angebot, etwas zu lernen, was ich auch gerne nutzte.
Am Ende der Reise konnte ich das Schiff steuern, an Moorings anlegen, einen geeigneten Ankerplatz auswählen und Anker heben und legen. Das Funkgerät bedienen, den Wetterbericht lesen, ein- und ausklarieren. Er war immer darauf bedacht, in Gesprächen unser beider Vorstellungen von Arbeitsteilung (Vorlieben, Können, Zeit) abzustimmen. Abends oder nach dem Frühstück planten wir den Tag, auch darauf achtend, nicht in Hektik zu kommen und doch das Schiff und die Kombüse in Schuss zu halten. So ist eben jeden Tag etwas zu tun.
Selbstverständlich ergaben sich in der Zeit auch mal Situationen, wo nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" war. Der gegenseitig gezollte Respekt vor der Privatsphäre des Anderen ermöglichte einen Rückzug, so dass, nachdem der Ärger verflogen war, im Gespräch die Unstimmigkeiten geklärt werden konnten. Man muss sich eben kennenlernen, die Vorstellungen des Anderen respektieren und kompromissbereit sein.


Ob doc auch Sterne verschenkt, wer weiß?