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MIRA [2h19m 𣌃'S]
ο Ceti



Die Mira, Stern ο (gesprochen 觤ikron) Ceti im Sternbild Walfisch, 200 bis 400 Lichtjahre entfernt, ist ein Doppelstern im Sternbild Walfisch.
Er setzt sich zusammen aus dem Roten Riesen Mira A und dem Wei遝n Zwerg Mira B.

Mira A hat einen mittleren Durchmesser von etwa. 400 Sonnendurchmessern (ca. 550 Mio. km!).
Der ostfriesischen Pfarrer und Hobbyastronom David Fabricius entdeckt Mira 1596 und 1639 stellt der friesische Astronom Johann Ph. Holwarda fest, dass Mira ihre Helligkeit mehr oder weniger regelm溥ig 鋘dert, deshalb nennt der Danziger Astronom Johannes Hevelius (1611 - 1687, ber黨mt als Mondkartograpph) - den Stern Mira (lat. die Wundersame).









Wer einen ebenso wundersamen Heiligen wie den Doppelstern Mira n鋒er kennenlernen will, lese von den "Drei Erz鋒lungen" Flauberts die mittlere:
Die Legende
von Sankt Julian
dem Gastfreien


W. G. Sebald war - ebenso wie Bruce Chatwin - von dieser Erz鋒lung tief ber黨rt. Der Biograph Gustave Flauberts, Jean La Varende bezeichnet die Drei Erz鋒lungen als die Krone seines Werks. Am meisten schw鋜mt er von Sankt Julian: Die Stimmung des Ganzen, das feine Gef黦e der Farben und Gestalten machen die Novelle zu einem einzigartigen Kunstwerk. Sie ist in ihrer Art des Vortrags so v鰈lig gegl點kt, dass alle, die K黱stler wie die Kinder, von jeher einstimmig von ihr begeistert waren ...
Julianus Hospitator, seine Existenez wohl Mythos, wird von katholischen Gl鋟bigen als Schutzpatron der Reisenden, der Pilger, der Gastwirte und der Spielleute verehrt.
Die Legende, eine Melange aus Rittersage, Legende, biblischer Geschichte, Tausendundeiner Nacht, griechischem Drama und Mystik ist dreifach gegliedert.
Julian w鋍hste beg黷ert auf und lernt alle ritterlichen Zeitvertreibe, insbesondere Jagen, das lustvolle T鰐en von Tieren. Prophezeiungen bei der Geburt: Er werde ein Heiliger und Kaiser. Auf einem seiner blutreichen Ausfl黦e massakriert er eine Hirschfamilie, der sterbende Hirsch verflucht Julian.
Dann wird Julian Massenm鰎der. Die ungl鋟bigen Muselmanen t鰐et er wie fr黨er die Tiere. Der Kaiser gibt ihm seine Tochter zur Frau. Julians Eltern, auf der Suche nach dem verschwundenen Sohn, geraten in den Kaiserpalast, Julian ermordet auch sie.
Zur Bu遝 wird Julian zum obdachlosen Bettler und F鋒rmann. Mit Hilfe eines Auss鋞zigen kommt er am Ende in den Himmel.

W. G. Sebald (Campo Santo S. S. 46ff., 216):
Eines der Lieblingsb點her Chatwins waren die
Trois Contes Gustave Flauberts und darin besonders die Erz鋒lung vom heiligen Julian, der das blutige Laster seiner Jagdleidenschaft s黨nen mu auf einer langen Fahrt durch die hei遝sten und k鋖testen Zonen der Erde: Die Glieder frieren ihm fast vom Leib, als er die Eisfelder 黚erquert, und in der Sonnenglut der W黶ten f鋘gt das Haar Feuer auf seinem Kopf. Ich kann keine Seite dieser schreckensvollen, aus der zutiefst hysterischen Disposition ihres Autors entstandenen Geschichte lesen, ohne Chatwin zu sehen, so wie er gewesen ist, ein von panischem Wissens- und Liebesbed黵fnis umgetriebener ing閚u, der noch mit drei遡g Jahren einem Heranwachsenden glich.













All das ist mir wieder durch den Kopf gegangen, als ich eines Nachmittags in meinem Hotelzimmer in Piana am Fenster sa und in einem alten Band der Bibliotheque de la Pleiade, den ich in der Schublade des Nachttischs gefunden hatte, Flauberts mir bis dahin unbekannte Legende vom Sankt Julian zu lesen begann, jene sonderbare Erz鋒lung, in der eine unstillbare Jagdleidenschaft und die Berufung zum Heiligen an ein und demselben Herzen rei遝n. Fasziniert und verst鰎t zugleich bin ich von der mir an sich widerstrebenden Lekt黵e gewesen.
Schon die Schilderung der Ermordung der Kirchenmaus, des Ausbrechens der Gewalt in dem bis dahin immer brav gewesenen Knaben, ging mir auf das grausigste unter die Haut. Er tat einen leichten Schlag, hei遲 es da von dem vor dem M鋟seloch lauernden Julian, und stand verdutzt vor diesem kleinen K鰎per, der sich nicht mehr regte. Ein Blutstropfen befleckte die Fliese. Und je weiter nun die Geschichte sich entfaltete, desto weiter breitete das Blut sich aus. Mal f黵 mal mu das Verbrechen durch eine neue Todesart 黚erdeckt werden. Bald h鋘gt eine Taube, die Julian mit der Schleuder erlegte, zuckend in einem Ligusterbusch, und indem er sie vollends erdrosselt, f黨lt er vor Lust seine Sinne schwinden. Sowie er vom Vater das Waidwerk erlernt hat, zwingt es ihn hinaus in die Wildnis. Ohne Unterla ist er jetzt auf der Sauhatz im Wald, bei der B鋜enjagd im Gebirg, in den Hirschgr黱den oder auf dem freien Feld. Vor dem R黨ren der Trommel schrecken die Tiere auf, die Hunde stieben 黚er die Abh鋘ge dahin, Falken erheben sich in die Luft, und wie Steine fallen die V鰃el vom Himmel.
Beschmiert mit Schlamm und Blut kommt der J鋑er allabendlich heim, und so geht es mit dem T鰐en fort und fort, bis Julian an einem eiskalten Wintermorgen auszieht und in einem den ganzen Tag anhaltenden Rausch rings um sich her alles, was sich r黨rt, niedermacht. Die Pfeile prasselten herab, so hei遲 es, wie Regenstrahlen in einem Gewitter. Am Ende zieht die Nacht herauf, rot zwischen den Zweigen des Waldes wie ein blutgetr鋘ktes Tuch, und Julian lehnt an einem Baum mit weit aufgerissenen Augen, betrachtet das ungeheure Ausma des Gemetzels und wei nicht, wie er es hat anrichten k鰊nen. Danach verf鋖lt er in eine L鋒mung der Seele und beginnt seine lange Wanderschaft durch die aus dem Stand der Gnade gefallene Welt, in solch sengender Hitze oft, da die Haare auf seinem Haupt unter der Sonnenglut sich von selber entz黱den, oder, zu anderen Zeiten, in einer K鋖te so eisig, da sie ihm schier die Glieder zerbricht. Der Jagd verwehrt er sich nun, aber im Traum 黚erkommt ihn manchmal noch seine furchtbare Passion, sieht er sich gleich unserem Vater Adam mitten im Paradiesgarten von allen Tieren umgeben und braucht nur den Arm auszustrecken, und schon sind sie tot. Oder er sieht sie paarweise vorbeiziehen vor seinem Auge, angefangen von den Auerochsen und Elefanten bis hinunter zu den Pfauen, Perlh黨nern und Hermelinen, wie an jenem Tag, da sie die Arche betraten. Aus dem Dunkel einer H鰄le heraus sendet er unfehlbare Spie遝, doch kommen immer neue nach und h鰎en nicht auf.
Wo er auch geht und wohin er sich wendet, stets sind die Geister der um ihr Leben gebrachten Tiere bei ihm, bis er zuletzt nach viel Drangsal und Pein von einem Auss鋞zigen 黚er das Wasser gerudert wird am Ende der Welt. Dr黚en auf der anderen Seite mu Julian das Lager des F鋒rmanns teilen, und dann, indem er das von Schrunden und Schw鋜en bedeckte, teils knotig verh鋜tete, teils schmierige Fleisch umarmt und Brust an Brust und Mund an Mund mit diesem ekelhaftesten aller Menschen die Nacht verbringt, wird er aus seiner Qual erl鰏t und darf aufsteigen in die blaue Weite des Firmaments.
Nicht ein einziges Mal w鋒rend des Lesens hatte ich meinen Blick heben k鰊nen von der mit jeder Zeile tiefer in das Grauen eindringenden, von Grund auf perversen Erz鋒lung 黚er die Verruchtheit der Menschengewalt. Erst der Gnadenakt der Transfiguration auf der letzten Seite lie mich wieder aufschauen.



















Gaston Bussi鑢e (1862 - 1929), franz鰏ischer Maler und Illustrator, inspiriert von Gustave Moreau und dem Symbolismus. Seine Bilder und Graphiken haben oft Legenden oder Mythen zum Thema wie die Nibelungen, Tristan und Isolde, Merlin, das Rolandslied, aber auch Romeo und Julia, Ophelia oder Salom. 1912 illustriert er Gustave Flaubert: La L間ende de Saint-Julien l'hospitalier