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MEROPE [3h45m + 24°7']
23 Tauri



Merope ist Stern 23 in den Plejaden, 360 Lichtjahre entfernt. Der Stern ist nach Merope, der Tochter des Atlas benannt.
Merope ist in der griechischen Mythologie eine der sieben Plejaden, die Tochter des Atlas und der Okeanide Pleione. Als einzige der Plejaden heiratet sie einen Sterblichen, den Sisyphos. Aus Scham hierüber verhüllt sie ihr Angesicht, und ist deshalb auch der am wenigsten leuchtstarke Stern des Siebengestirns. Mit Sisyphos zeugt sie einen Sohn, Glaukos.

The Lost Star, 1884, von William-Adolphe Bouguereau: Merope mit ihren Schwestern Plejaden im 
Hintergrund



Blindheit




In der Sammlung



des Josephinums in Wien
ein erloschenes
äthiopisches Auge
von einem Flor
grauer Seide
umwölkt

a sightless
Ethiopian eye
overclouded
by a gauze of
grey silk









Perhaps one day

I will regain
the sight
of my
eyes

Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 ist Auftakt und Geburtsstunde der französischen Revolution. Die aufgebrachte Menge stürmt das Gefängnis, befreit vier Urkundenfälscher, zwei Geisteskranke und Marquis de Sade, den seine Familie wegen seines wüsten Lebenswandels in der Bastille hat festsetzen lassen (nach anderen Quellen wurde er einige Tage zuvor in die Irrenanstalt Charenton-le-Pont verlegt).
Zu dieser Zeit ist Joshua Reynolds 66 Jahre alt und beginnt zu erblinden. Neben William Hogarth und Thomas Gainsborough ist er der bekannteste Maler Englands. Unverkennar ist in seinen Werken der Einfluss Italiens, das er zwei Jahre lang bereist.
Vertreter des "Grand Style" und Verfechter einer Porträt- und Historienmalerei, die sich am Ideal der großen Kunst vergangener Epochen orientiert, übernimmt er in der Methode des "borrowing" Haltungen oder Gesten anderer Meister in sein Werk.
1784 wird Reynolds Hofmaler, 1789 muss er wegen seiner Erblindung die Malerei aufgeben.




Ich sehe

Menschen denn
ich sehe Wesen
wie Bäume
nur daß
sie umhergehn


Bibel Neues Testament Markus 8, 22 - 26
Die Heilung eines Blinden
Und sie kamen nach Betsaida. Und sie brachten zu ihm einen Blinden und baten ihn, daß er ihn anrühre. Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn hinaus vor das Dorf, tat Speichel auf seine Augen, legte seine Hände auf ihn und fragte ihn: Siehst du etwas? Und er sah auf und sprach: Ich sehe die Menschen, als sähe ich Bäume umhergehen. Danach legte er abermals die Hände auf seine Augen. Da sah er deutlich und wurde wieder zurechtgebracht, so dass er alles scharf sehen konnte. Und er schickte ihn heim und sprach: Geh nicht hinein in das Dorf!



W. G. Sebald variiert Blindheit - wohl auch wegen eigener Probleme mit dem Augenlicht - häufig:
Das erloschene äthiopische Auge korrespondiert mit dem Augenpaar des Malers Barnett Newman.
Als Steller im Sterben liegt, sind wir schon dem Monokel (Einglas) des Feldscher begegnet, in dem sich seine mors improvisa spiegelt: Also seid ihr doctores verschüttete Lampen. (W. G. Sebald, Nach der Natur S. 67)
Und der Maler auf auf seinem letzten Weg im September 1527: So wird, wenn der Sehnerv zerreißt, im stillen Luftraum es weiß wie der Schnee auf den Alpen.(Nach der Natur S. 32f.)