NJ 25
MENKALINAN [06h +44°57']
β Aurigae


[blau waagrecht: Ekliptik; blau fett: galaktische Ebene der Milchsstraße]

Menkalinan (arab. Schulter dessen, der die Zügel führt) oder Menkalinam, Menkarlinan, Menkarlina, Menkalina ist Stern β im markanten Fünfeck des Sternbilds Fuhrmann, dessen zweithellster Stern Menkalinan ist, etwa 6° östlich der funkelnden Kapella, 82 Lichtjahre entfernt.



Kafka, Kundera, Sebald: Brücken in Prag





... oder zu der Aussichtsplattform auf dem Petřínberg,
von der aus wir wohl eine Stunde und länger
die ganze vor uns ausgebreitete Stadt überschauten
mit ihren vielen Türmen,
die ich sämtlich auswendig gewußt hätte,
ebenso wie die Namen der sieben Brücken,
die den glänzenden Strom überspannten.

W. G. Sebald: Austerlitz S. 227



Daher stand ich auf und sagte laut: "Gut, wenn Sie wollen, so gehe ich, aber es ist thöricht, jetzt auf den Laurenziberg zu gehn, denn das Wetter ist noch kühl und da ein wenig Schnee gefallen ist, sind die Wege wie Schlittschuhbahnen. Aber wenn Sie wollen, gehe ich mit."
Er ist ja so dumm. Im Februar sagt man ihm: Du komm auf den Laurenziberg, und er lauft mit.
Mein Bekannter hatte die Hände in den Taschen und sah über die leere Brücke hin, dann zur Kreuzherrenkirche und dann auf zum Himmel, der klar war. Da er mir nicht zugehört hatte, sagte er dann ängstlich: "Ja, warum reden Sie denn nicht mein Lieber; ist Ihnen schlecht - ja warum stehn Sie denn eigentlich nicht auf - es ist doch kalt hier, Sie werden sich verkühlen und dann wollten wir doch auf den Laurenziberg."

"Ich verstehe dich. Ich weiß, was du willst und habe alles arrangiert. Du gehst jetzt auf den Laurenziberg."
Auf einmal bekam sie Angst: "Auf den Laurenziberg? Warum denn auf den Laurenziberg?"
"Du steigst ganz hinauf und du wirst alles verstehen."
Als sie am Fuß des Laurenziberges stand, dieses grünen Hügels mitten in Prag, stellte sie verwundert fest, daß kein Mensch dort war. Seltsam, denn normalerweise gingen Massen von Pragern in diesen Alleen spazieren. Sie hatte Angst im Herzen, der Berg war aber so still und die Stille so besänftigend, daß sie sich nicht mehr wehrte und sich seiner Umarmung hingab. Sie stieg hinauf, hielt von Zeit zu Zeit inne und schaute zurück: unter ihr lagen die vielen Türme und Brücken; die Heiligen drohten mit den Fäusten, die starren Steinaugen den Wolken zugewandt. Es war die schönste Stadt der Welt.
... und die Geschichte mit dem Ingenieur verschmolz in ihrer Erinnerung mit der Episode auf dem Laurenziberg, so dass sie Traum und Wirklichkeit nicht mehr auseinanderhalten konnte.





Wie Sebald seinen Gesprächspartner Jacques Austerlitz, so lassen Kafka in Beschreibung eines Kampfes und Kundera in Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins ihre Protagonisten den Petřín-, zu deutsch Laurenziberg in Prag besteigen...

Von diesem Hügel, beliebtem Ausflugsziel der Einheimischen und Touristen über dem linken Moldauufer, sind 10 Brücken gut auszumachen.

Oder kannte Sebald das erfolgreiche Lied der DDR-Rockband Karat Über sieben Brücken musst du gehn von 1978, die Geschichte einer unglücklichen Beziehung zwischen einem Polen und einer Deutschen, die Helmut Richter erzählt?





10 Brücken in Prag


Interaktive Panorama-Ansicht (zur Vergrößerung Bild anklicken)



1. Negrelliho viadukt
2. Hlávkův most
3. Štefánikův most
4. Čechův most
5. Mánesův most
6. Karlův most
7. Most Legií
8. Jiráskův most
9. Palackého most
10. Železnicní most






1. Negrelliho (oder Karlínský) viadukt



Die k.k. privilegierte Böhmische Westbahn (BWB) ist eine Eisenbahngesellschaft Österreichs, die die Bahnstrecke von Prag über Pilsen nach Furth im Wald sowie der abzweigenden Linie von Chrást nach Radnitz betrieb. Im Jahr 1894 wird sie verstaatlicht.
Der Negrelli-Viadukt ist die erste Eisenbahnbrücke über die Moldau, Teil des Bahnlinien-Projekts Wien–Prag–Dresden der Nord- (Richtung Dresden) und der Westbahn (Richtung Kladno) zwischen den Stadtteilen Holešovice und Karlín (Karolinenthal) und die zweitälteste, noch existierende Brücke in Prag.
Die imposante Brücke erinnert an ein römisches Aquädukt.
Den Plan soll Ingenieur Jan Perner ausführen, doch er erliegt seinen Verletzungen, die er bei einer Tunnelfahrt bei Choceň erleidet.
An seiner statt wird
Ingenieur Alois Negrelli, Ritter von Moldelbe
aus Südtirol tätig, berühmt durch seine Pläne für den Suez-Kanal.
Die Bauarbeiten dauern von 1845 bis 1850, Schiffe transportieren das Material, das bis zu 3000 Arbeiter vor Ort vearbeiten. Mit einer Länge von 1.111m und 87 hohen Bogen gilt die Brücke seinerzeit als Unikat.
Wegen ihrer strategischen Bedeutung baut man ein Sicherheitselement ein, in zwei Minenkammern sind je 130 Kilo Sprengstoff gelagert.
Die Brücke führt über die Insel Štvanice.
Vorbeifahrende Passagiere feuerten die Tennisspieler auf der Insel direkt vom Zug aus an. Ein bekannter Star lässt verlauten: Er habe schon an den verschiedensten Orten gespielt, aber noch nie auf einem Bahnhof...












2. Hlávkův most



In den Bögenzwickeln dieser Brücke, erbaut 1908–1912 an Stelle eines Holzstegs zu einer Fischersiedlung, prangen Medaillons von zwölf Vertretern der Stadt, die mit dem Bau der Brücke nichts zu tun haben...
Die rund 400m lange Straßenbrücke zwischen den Stadtteilen Holešovice und Karlín, gründlich umgebaut und verbreitert 1958–1962, verläuft über die Insel Štvanice. Der Name der Brücke erinnert an
Josef Hlávka (1831–1908), einen bedeutenden Architekten und Mäzen.
Bemerkenswert ist, dass dieser Name der Brücke als einziger von allen anderen Brücken seit Bestehen nicht geändert wurde.
Auf der Holešoviceseite steht eine


Skulptur Jana Štursas: Arbeit und Menschheit.




















3. Štefánikův most



Die Štefánikův most in ihrer heutigen Gestalt konnte der kleine Jacques noch nicht sehen, denn sie wird erst 1951 erbaut.
Der früheren Brücke gibt Sissi ihren Namen: Eliščin most oder nach ihrem Mann auch Franz-Joseph-Brücke genannt, 1865-68 als Kettenhängebrücke mit 250m Länge und gusseisernen Pylonen erbaut.
Die heutige Štefánikův most wird von 1948–1951 als Šverma-Brücke (nach dem kommunistischen Widerstandskämpfer Jan Šverma) an Stelle der Hängebrücke als Straßenbrücke zwischen den Stadtteilen Holešovice und Staré Mesto erbaut, ihre Achse führt linksseitig der Moldau in den Straßentunnel unter der Anhöhe Letná. Seit 1997 heißt die Brücke Štefánikův most (nach dem slowakischen Politiker, Astronom, Diplomaten, Offizier, Militärpiloten und General Štefánik, 1919 tödlich verunglückt bei einem Flugzeugabsturz, mit Masaryk und Beneš Gründervater der Tschechoslowakei).




















4. Čechův most



Und lauter: »Jetzt weißt du also, was es noch außer dir gab, bisher wußtest du nur von dir! Ein unschuldiges Kind warst du ja eigentlich, aber noch eigentlicher warst du ein teuflischer Mensch! - Und darum wisse: Ich verurteile dich jetzt zum Tode des Ertrinkens!« Georg fühlte sich aus dem Zimmer gejagt, den Schlag, mit dem der Vater hinter ihm aufs Bett stürzte, trug er noch in den Ohren davon. Auf der Treppe, über deren Stufen er wie über eine schiefe Fläche eilte, überrumpelte er seine Bedienerin, die im Begriffe war heraufzugehen, um die Wohnung nach der Nacht aufzuräumen.
»Jesus!« rief sie und verdeckte mit der Schürze das Gesicht, aber er war schon davon. Aus dem Tor sprang er, über die Fahrbahn zum Wasser trieb es ihn. Schon hielt er das Geländer fest, wie ein Hungriger die Nahrung. Er schwang sich über, als der ausgezeichnete Turner, der er in seinen Jugendjahren zum Stolz seiner Eltern gewesen war.
Noch hielt er sich mit schwächer werdenden Händen fest, erspähte zwischen den Geländerstangen einen Autoomnibus, der mit Leichtigkeit seinen Fall übertönen würde, rief leise: »Liebe Eltern, ich habe euch doch immer geliebt«, und ließ sich hinfallen. In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr.





Dieser Schluss stammt aus der Erzählung Das Urteil von Kafka, der dort auf dem rechten Moldauufer, wo heute das Hotel Continental steht, von 1907 bis 1913 in der elterlichen Wohnung im Haus "Zum Schiff" in der Niklasstraße wohnt.
Georg Bendemann vollstreckt das Urteil auf der Čechův most an sich selbst.
Im reinen Jugendstil wird diese Straßenbrücke zwischen der Stadtteilgrenze Malá Strana (Kleinseite)/Holešovice und dem Stadtteil Staré Město Anfang des 20. Jahrhundert erbaut, mit einer Länge von 170m die kürzeste Prager Moldaubrücke, aber mit reicher Verzierung.
Benannt ist die Brücke nach dem Dichter und Schriftsteller Svatopluk Čech.
Und:
1962 wird gegenüber auf der Anhöhe Letenský Vrch ein monströses Denkmal gesprengt, das Stalin verherrlichte, an seiner Stelle tickt heute ein überdimensionales Metronom ...




















Zur selben Zeit wird das Jüdische Ghetto abgerissen, der ursprüngliche Plan sieht einen Tunnel durch das Letná-Plateau vor, ein moderner Großstadtboulevard soll vom Altstädter Ring großzügig hierher verlaufen - der Plan wird nie realisiert.
Vorbild ist der Pont Alexandre über die Seine in Paris.
Die Bürgersteige sind damals in dreifarbigem Mosaik-Schachbrett- und Fischmuster gepflastert, auf der Straße ist 13cm hohes Hartholzpflaster (Australisches Jarrah) verlegt, heute durch Asphalt ersetzt.
Die Säulenspitzen zieren verglaste eisernen Laternen in 17,5 m Höhe. Die Skulturen dort oben - Victoria - sind über 3m hoch. Die Sockel der Säulen wachsen aus dem Dach eines Wachhäuschens, von dem aus Beamte für die Passage kassierten.
Auf der Buhne im Wasser stehen Fackelbrennerbronzestatuen und die sechsköpfige Hydra als Bewacherin der Stadt Prag.
Girlanden aus Bronze und Granit schmücken Geländer und Bögen, an den Kanten leuchten nachts 200 Lampen, schmiedeeiserne Geländer runden das Bild ab.
Die Čechův Brücke gilt als die schönste Brücke von Prag.
























5. Mánesův most



Zu Titos Zeiten heißt die Lateinerbrücke, eine osmanische Steinbogenbrücke über die Miljacka im Stadtzentrum von Sarajevo, nach Gavrilo Princip, den Attentäter auf
Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich.

Das Attentat vom 28. Juni 1914, bei dem Princip Ferdinand und seine Frau ermordet, löst den Ersten Weltkrieg aus.
Und Franz-Ferdinand-Brücke heißt bis 1920 die anstelle des Rudolfstegs 1911–1914 erbaute Straßenbrücke im Stil des tschechischen Kubismus zwischen den Stadtteilen Malá Strana und Staré Mesto, danach trägt sie den Namen des tschechischen Malers der Romantik Josef Manés (1820-1871).
An den Säulen findet man figürliche Friese, auf dem Jan Palach-Platz steht eine Statue des Malers Manés.


















6. Karlův most



Älteste Steinbrücke Europas, älteste und meist fotografierte Brücke der Welt über die Moldau: die Karlsbrücke, auf deren Bogen je ein Heiliger steht, ein jeder mit seiner Legende und seinen Fans:
Adalbert; Anna mit dem Jesuskind; Antonius von Padua; Augustinus; Barbara, Margarethe und Elisabeth; Bernhard; Christophorus; Dominikus und Thomas von Aquino; Filippo Benitius; Franziskus Seraphikus; Franziskus von Borgia; Franziskus Xaverius; Ivo; Johannes der Täufer; Johannes von Matha, Felix von Valois und Iwan mit der Hirschkuh; Josef; Judas Thaddäus; Kajetan; Kyrill und Method; Ludmila; Lutgard von Tongern; Nikolaus von Tolentino; Salvator sowie Cosmas und Damian; Veit; Vinzenz Ferrer und Prokop; Wenzel; Wenzel, Norbert und Sigismund.
Nepomuk zu besuchen ist Pflicht, ihn berühren bringt Glück, weshalb er an manchen Stellen glänzt. Die Statue des böhmischen Priesters, den der Kaiser 1393 an der Stelle, wo er steht, nach Folterung ertränken lässt: Er hat sich geweigert, das gebeichtete Geheimnis von Wenzels der Untreue verdächtigten Frau preiszugeben.





Erst seit 1870 heißt sie Karlsbrücke, davor "Prager Brücke", gilt als Wahrzeichen der Stadt und wird gebaut durch Kaiser Karl IV. mit römischem Mörtel samt Quark und Wein ab minutengenau bestimmtem astrologischen Termin, bestehend aus den auf- und absteigenden ungeraden Zahlen 1-3-5-7-9-7-5-3-1, also am 9. Juli 1357 5:31 Uhr. Die Vorgängerin, die Judithbrücke, ward 1342 durch Hochwasser zerstört.
Die Prager Brücke soll das Werk Peter Parlers sein, Vorbild ist die Steinerne Brücke in Regensburg, 516m lang und 10m breit.
Auf der Altstädter und der Kleinseite stehen Brückentürme, der niedrigere der beiden Türme auf letzterer Seite ist der leicht modifizierte unversehrte Turm der Judithbrücke, der höhere Turms lehnt sich an den Altstädter Brückenturm an.
Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 und während des Pfingsaufstands 1848 ist die Brücke Schauplatz heftiger Kämpfe, seit vielen Jahren schon ist sie für den Fahrzeugverkehr gesperrt, die elektrische Beleuchtung ist wieder auf Gas umgerüstet.


















Alle sind sie über die Brücke marschiert, Nazis oder Kommunisten, König, Kaiser, Demokraten, Reformer im Frühling, Václav Havels Beerdigungszug ...
Ein geschichtsträchtiges Stück Erde: Habsburger Monarchie, Germanisierung, Nationalsozialismus, Protektorat, Befreiung, Identität. Wenn es eine Lektion gibt, dann die: Regime, Ideologien, Nationen kommen und gehen, Brücken bleiben, um zu verbinden.












7. Most Legií



An Tausende gefallener Soldaten soll sie erinnern, die Most Legií (Legionen-Brücke), gebaut 1899–1901 anstelle der Franz-I.-Brücke, einer Hängebrücke von 1841. Sie führt zwischen der Stadtteilgrenze Staré Mesto (Altstadt)/Nové Město (Neustadt) und der Stadtteilgrenze Smíchov/Malá Strana (Kleinseite) über die Střelecký ostrov (Schützeninsel).



1904 eröffnet sie Kaiser Franz Joseph I. feierlich - und gibt ihr seinen Namen.
Im ersten Weltkrieg bilden die Entente-Mächte aus tschechischen und slowakischen Deserteuren der österreichischen Armee und Freiwilligen in Russland, Frankreich und Italien Tschechoslowakische Legionen. Nach Gründung der unabhängigen Tschechoslowakei im Jahr 1918 heißt sie Brücke der Legionen, während des nationalsozialistischen Protektorats Smetana-Brücke, in der Zeit der sozialistischen Herrschaft Brücke des 1. Mai.
Die Schützeninsel entsteht in der Moldau durch Anschwemmungen von Sand und anderen Sedimenten. Seit Kaiser Karl IV. genießen die Schützen der Stadt das Privilegium, auf der Insel das Schießen üben zu dürfen. Es finden Wettbewerbe statt, bei denen es gilt, einem Vogel auf hoher Stange den Kopf abzuschießen.
Das 1812 im Empirestil erbaute Restaurant auf der Schützeninsel ist Zentrum für Konzerte, Tanzabende und Bälle.
























8. Jiráskův most



Die Straßenbrücke wird 1929–1933 erbaut zwischen den Stadtteilen Nové Mesto und Smíchov und hat eine Länge von 250m. Bis 1945 heißt sie Dienzenhoferův most, seitdem nach dem Schriftsteller Alois Jirásek (1851–1930) Jiráskův most.










Wenn man ankommt am rechten Moldauufer, tanzen dort Austerlitz und ein Haus: Tančící dům (tanzendes Haus) ist der Spitzname des 1996 gebauten Bürogebäudes der Architekten Vlado Milunic und Frank Gehry.
Der dekonstruktivistische Bau löst leidenschaftliche Diskussionen aus, unterstützt hat es Václav Havel, der über Jahrzehnte in der Nähe wohnt und sich vom ursprünglich als Kulturzentrum geplanten Gebäude neue kulturelle Aktivitäten erhoffte, im Gebäude residieren heute aber vorwiegend multinationale Firmen und auf dem Dach ein französisches Restaurant.
Wiki: Das Gebäude ist inspiriert von einem rationalen Dialog zwischen einem totalitären, statisch vertikalen Konzept auf der einen Seite und einem dynamischen, im gesellschaftlichen Umbruch begriffenen auf der anderen. Zudem erinnert es an eine Tänzerin im gläsernen Faltenkleid, die sich grazil an den Herrn mit Hut schmiegt. Aus diesem Grund wird es oft auch 'Ginger und Fred' (nach Ginger Rogers und Fred Astaire, einem geborenen Austerlitz) genannt.


















9. Palackého most



František Palacký, Historiker und Politiker, der von 1798 bis 1876 lebt und sich in den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts in der tschechischen Nationalbewegung engagiert, die Gründung des Nationaltheaters fördert und Präsident des ersten Slawenkongresses in Prag ist. Die Teilnahme an der Frankfurter Nationalversammlung lehnt er ab, weil er meint, die slawischen Gebiete wie Böhmen und Mähren seien nicht ausreichend in ihrer historischen Existenz berücksichtigt.
Er schreibt eine umfangreichen Geschichte des tschechischen Volkes, etwas verklärend. Nach dem Scheitern des Prager Aufstandes 1848 zieht er sich als konservativer und kaisertreuer Tscheche zurück, seit 1861 Mitglied des österreichischen Herrenhauses, beharrt er auf der Gleichberechtigung des tschechischen Volkes innerhalb der Monarchie Österreich-Ungarn.
Nach ihm ist die 1876–1878 erbaute Straßenbrücke zwischen den Stadtteilen Nové Mesto und Smíchov benannt, die die Nazis, um die Prager zu demütigen, 1940–1945 Mozartův nennen: Mozart ist Deutsch-Österreicher, was die Böhmen wieder werden sollen.
Die Farben der Steine sind in den Nationalfarben gehalten: blauer Granit, weißer Carrara-Marmor und roter Sandstein. Viel ist davon nicht mehr zu sehen, auch die Statuen an den Brückköpfen sind seit den Luftangriffen 1945 zerstört.
Albert Einstein geht, als er 1911 und 1912 Professor an der Prager Universität ist, täglich über die Brücke, er lebte in Smíchov.










10. Železnicní most



Mit der Eisenbahnbrücke in Vyšerad schließt sich der Kreis.
Die BWB (siehe Brücke 1) baut diese Eisenbahnbrücke 1900–1901 Richtung Pilsen an Stelle einer eingleisigen Brücke mit 5 Bogen von 1871 zwischen den Stadtteilen Nové Mesto (Neustadt) (alter Stadtteil Vyšehrad) und Smíchov in einer Länge von 300m in drei Stahlträgerbogen.