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NJ 18
KAPELLA [5h17m +46°]
α Aurigae


[blau waagrecht: Ekliptik; blau fett: galaktische Ebene der Milchsstraße]

Kapella (lat. kleine Ziege) ist der Hauptstern α Aurigae im Sternbild Fuhrmann, der dritthellste Stern nach Arktur und Wega am Nordhimmel und bildet die nördliche Spitze des Wintersechsecks.

Capella ist ein Doppel-Doppelsternsystem. Mit einer Entfernung von gut 43 Lichtjahren gehören die beiden Hauptsterne zu den relativ nahen Riesensternen.
Die griechische Mythologie beschreibt, dass die Ziege Amaltheia Gott Zeus nährte, als er auf Kreta aufwuchs. Zum Dank versetzte er sie an den Sternenhimmel.





Wer in der Biscaya segelt, legt in Les Sables-d’Olonne an, der alten Hafen- und Fischerstadt im Département Vendée am Atlantik, und zwar noch vor den Salzwiesen, denen die Stadt ihren Namen verdankt. Touristen aus ganz Europa tummeln sich hier sommers, im zweitgrößten Badeort Frankreichs.

Für Segler hat Les Sables-d’Olonne einen besondeeen Klang, denn der Hafen ist Start und Ziel von Vendée Globe, der härtesten Einhand-Segelregatta der Welt, Non-Stop entlang des Südpolarmeers einmal um den Globus. Den Rekord 2012/13 hält der Franzose François Gabart mit 78 Tagen, 2 Stunden, 16 Minuten und 40 Sekunden.







Donald

Am 10. Juli 1969 stößt das britische Postschiff Picardy auf 33°11' N, 040°28' W auf einen unbemannten Trimaran in der Sargasso-See, kaum beschädigt, die Rettungsinsel an ihrem Platz, ungewaschenes Geschirr in der Spüle, auf dem Tisch 3 zerlegte Funkempfänger. Nur die Schiffsuhr fehlt. Die Logbücher stecken in der Navigationsecke, die letzte Eintragung ist vom 1. Juli.
Der Trimaran führte in der Nonstop-Weltumseglung, dem "Sunday Times Golden Globe Race" über 5.000 Pfund; er war dabei, den Rekord als schnellstes Boot aller Zeiten nach England heim zu holen.
Aber die Logbücher der TEIGNMOUTH ELECTRON offenbaren eine Tragödie.

Teilnehmer des Rennens ist die Seglerprominenz der Zeit:
Bill Leslie King, ein bekannter U-Boot-Offizier und erfahrener Seemann mit reichen Sponsoren im Hintergrund, weiter Robin Knox-Johnston, ein 28jähriger Kapitän der britischen Marine, weiter


Bernard Moitessier

sagenumwobener Franzose mit enormer seemännischer Erfahrung und Inhaber vieler Rekorde, weiter Chay Blyth - Überquerung des Atlantiks in 92 Tagen in einem Ruderboot! John Ridgeway, dekorierter Elitesoldat und professioneller Abenteurer der allerhärtesten Sorte.
Nach 313 Tagen Non-Stop auf hoher See stand Robin Know-Johnston als Sieger der berühmten Golden Globe fest. Bernard Moitessier lag uneinholbar in Führung, da wendet er plötzlich und nimmt Kurs auf Polynesien, wo er "Der verschenkte Sieg", den legendären Segelklassiker schreibt. Nigel Tetley wählte nach seinem Ausscheiden den Freitod. Und der Weltumsegler Donald Crowhurst funkte falsche Positionen, während er auf dem Atlantik im Kreis drehte und schon längst die Orientierung verloren hatte:
"FREITAG 172 SPINNAKERBAUM GEBROCHEN - SAMSTAG 109 SONNTAG 243 NEUER REKORD FÜR EINHANDSEGLER - MONTAG 174 DIENSTAG 145 NORDÖSTLICHE PASSATWINDE STOP"

Sir Francis Chichester, der in der Regattaleitung saß, wird in der Sunday Times zitiert, Crowhurst "flöge leicht wie ein Geistervogel (spooky bird) dahin..."



Donald Crowhurst

geboren 1932 in Ghaziabad/Indien als Sohn einer Lehrerin und eines leitenden Eisenbahners, der Alkoholiker war. 1947 geht die Familie, nach Indiens Unabhängigkeit, wieder zurück nach England, wo Donald wegen der wirschaftlich schlechten Lage der Familie zum vorzeitigen Schulbschluss gezwungen, Pilot bei der Royal Air Force und Elektronik-Ingenieur wird. Seine körperliche Tauglichkeit ist mittelmäßig, aber intelligent liebt er es, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Er diente nur kurz in der Air Force, dann bei der Navy, muss aber bald den Abschied nehmen wegen "waghalsigen Verhaltens". Bei einem Unfall erleidet er schwere Kopfverletzungen, leidet immer wieder unter starken Depressionen, grüdet seine Firma "Electron Utilization Ltd" in Bridgewater/Somerset, wo er auch lokalpolitiisch aktiv ist.
Hauptprodukt der Firma ist ein Radiopeiler für die Navigation. Er kauft die Pot of Gold, ein 20ft-Boot. Mit Clare glücklich verheiratet haben sie 4 Kinder.
Ein Geschäftsfreund aus Taunton beteiligte sich finanziell an der Firma, sellt aber fest, dass Crowhurst - trotz tadellosen Verhaltens - keine Ahnung von Geschäft und Geld hat. Crowhurst beschäftigt zwar sechs Mann in der Produktion und ist in Fachkreisen bald als hochbegabter Erfinder bekannt, wenngleich wirtschaftlich erfolglos.

Crowhurst, Wochenend-Segler, diskutiert fleißig in Hochsee-Seglerkreisen mit und sucht Sponsoren, um Sir Chichesters Rekordschiff Gipsy Moth IV, das die Welt bereits umsegelt hat, zu kaufen, vergeblich. Chichester selbst ist von der Idee des Golden Globe Race begeistert, unterstützte die jungen Segler mit Rat und Tat eines Seehelden. Crowhurst, höchstens Hobbysegler, sieht in der Publicity des Rennens die Chance, seine Erfindungen zu verkaufen.

Und da waren noch andere Gründe:
Crowhurst glaubt wie kein anderer an seine Sendung, seine Berufung zu Höherem, der Ruf, als erster einhand Nonstop rundum zu segeln (Chichester hat ja einen Stop gemacht) würde ihm einen noch größeren Ruhm bescheren.

Donald Crowhurst aber hat weder Boot noch Erfahrung, auch wenn er selbst glaubte, segeln zu können.

Das Rennen wird im März angekündigt, Crowhurst bleiben lediglich 7 Monate, um ein Boot zu entwerfen, zu bauen und zu testen.

Da hört er von dem neuen Bootstyp Trimaran. Er beauftragte eine örtliche Werft mit dem Bau.

Crowhurst will sein Boot mit revolutionären von ihm erfundenen Geräten ausstatten. Die Bootsbauer Eastman haben Schwierigkeiten mit den unklaren Konstruktions- und Arbeitsanweisungen, auch mangelt es gänzlich an vereinbarter Mitarbeit und Zahlungen. Crowhurst muss den Abreisetermin immer weiter hinausschieben, das Boot TEIGNMOUTH ELECTRON of Bridgewater ist nicht seeklar.


BBC kauft die TV-Rechte, stellt eine Kamera samt Tonbandgerät für die Fahrt zur Verfügung. Bei Probeschlägen im Ärmelkanal Kanal gibt es nur Probleme, die TEIGNMOUTH ELECTRON erweist sich als ziemlich seeuntauglich.

Dennoch verabschiedet sich Donald Crowhurst von seiner Frau Clare und seinen 4 Kindern im Hafen von Teignmouth, sticht am 31. Oktober 1968 in See.

Er wurde nie, sein Boot leer 1969 im Nordatlantik gefunden.



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