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GIENAH [12h16m -17°33']
γ Corvi



Gienah (arab. Flügel) ist Stern γ, der hellste Stern im Sternbild Rabe und 165 Lichtjahre entfernt. (Im Sternbild Schwan gibt es einen gleichnamigen Stern: ε Cygni)








Im September 2013 eröffnet Heinz Josef Angerlehner ein Museum mit Werken zeitgenössischer Kunst aus seiner über 30jährigen Kunstsammlertätigkeit auf dem Areal einer ehemaligen Konzernzentrale in Thalheim bei Wels, von wo aus das Museum über einen Traunsteg zu erreichen ist.
Museum Angerlehner bietet auf mehr als 2.000 Quadratmetern Einblicke in die Sammlung. Von außen präsentiert sich das Museum in schwarz changierender Metallfassade.










Aris Kalaizis: Wiederkehr eines Abschieds, 2010



Die Arbeitsetappen im Vorfeld, fotografisch dokumentiert, zeigen die aufwendigen Aufbauten, bei denen häufig Handwerker, Statisten, professionelle Schauspieler einbezogen sind, danach realisiert Kalaizis das Bild in Öl in seinem Leipziger Atelier.
Eine Kunsthistorikerin bezeichnet Kalaizis’ Bilderwelt als Sottorealismus:
"Strotzend vor Doppeldeutigkeit versprechen seine Bilder zu enthüllen, was sie doch verbergen. Aber selbst bei genauer Untersuchung sind ihre vielfältigen Bedeutungsschichten unerschöpflich. Vielleicht ist ein neuer Begriff für die Beschreibung seiner Arbeit bezeichnender als die Begriffe Realismus oder Surrealismus. An Stelle von sur, dies bedeutet über oder oberhalb, ist Sottorealismus hier passender. Sotto (unterhalb oder unter) weist auf die in einer Farbe verborgenen Geheimnisse hin, die unter der Oberfläche der Geschichte vergraben sind."

Aris Kalaizis: Der Besuch, 2001, Öl auf Leinwand

André Masson: "Es gibt nichts Phantastischeres als die Wirklichkeit".
Kalaizis Bilder rufen Taumel, Störung des inneren Gleichgewichts hervor. Leben und Tod, Traum und Wirklichkeit fließen seltsam ineinander. Das Bewegliche scheint erstarrt und das Starre unheimlich bewegt. Oft sind die Bilder aufgeladen mit einer seltsamen Heftigkeit, in denen stets alles zugleich ist: Zauber, Anmut, Süße und Abgründigkeit.
Kalaizis' großes Vorbild ist

Jusepe de Ribera

Kalaizis: "Ich bin kein Künstler – ich bin Maler!"
"Ich bin kein Vertreter irgendeiner Kunstrichtung. Ich bin mein eigener Vertreter!"
Kalaizis der Außenseiter, der sich mit einer ernsten Grundhaltung der neudeutschen Spaßgesellschaft entgegenstellt – ohne das Bewusstsein für Zeitgenossenschaft zu verlieren.
Aris Kalaizis (* 1966), ein deutsch-griechischer Maler, Sohn griechischer Emigranten, wächst in Leipzig auf.
Kalaizis konstruiert seine zumeist aus dem Traum hervorgerufenen Gemälde mit Hilfe aufwändiger Inszenierungen oder Aufbauten, die er am Handlungsort anfertigt und an deren vorläufigem Ende zunächst mehrere Fotografien entstehen.

Aris Kalaizis: Haus ohne Menschen, 2013, Öl auf Holz

Paul-Henri Campbell: "Aris Kalaizis ist ein Einzelgänger innerhalb der Neuen Leipziger Schule. Seine Bildkonzepte unterscheiden sich radikal vom gängigen Gestus der zeitgenössischen Malerei. Seine Bildwelten gehen unter die Oberfläche der Realität und erweitern das Reale um die beunruhigende Abgründigkeit des Irrealen. Jenseits von Realismus und Surrealismus akzentuiert der Neubegriff "Sottorealismus", dass das Wirkliche immer auch das Unwirkliche impliziert und das Unwirkliche nur im Wirklichen ersichtlich wird."

Aris Kalaizis: Mondstunde, 2012, 2013, Öl auf Holz


Aris Kalaizis: Lost 22, 2012, Öl auf Holz



Aris Kalaizis:

Annett, 2012, Öl auf Holz

Frida, 2012, Öl auf Holz


Aris Kalaizis: Make/Believe, 2009, Öl auf Holz


Aris Kalaizis: Mutter, 1994, Öl auf Leinwand


Aris Kalaizis: Diptychon, 1997, Öl auf Leinwand






Markus Proschek: Bildnis Hanna Schmitz, 2012, Öl auf Leinwand

Der in Wien lebende und arbeitende österreichische Künstler Markus Proschek (*1981) besticht mit monumentalen Gemälden. In seinen Werken finden sich Zitate der Kunstgeschichte und ideologisierte Körper, die in ein aktuelles Raumgefüge transportiert und spannungsreich arrangiert werden.




Auf der weitläufigen rechteckigen Kunstrasen-Fläche, an deren vier Seiten je eine großformatige Fotoarbeit (Serie Make Yourself at Home VII) einen Ausschnitt aus einem von hohen Thujenhecken umgebenen und mit Swimmingpool, Gartenhäuschen und Kinderspielgeräten ausgestatteten realen privaten Freizeitareal zeigt, ziehen drei mit elektronischen Sprachsystemen ausgestattete Rasenmäher-Roboter ihre Kreise und unterhalten sich über den Sinn des Lebens, über Perfektion, Ordnungsprinzipien und sinnentleerte Wiederholungen. Sie sind gefangen in ihrer Arbeit, dem Schaffen eines vermeintlich perfekt gemähten Rasens - ein immerwährendes, gewohnheitsmäßiges Tun ohne Ende, ohne "Erfolg", ohne Aussicht auf Ausbruch.
Robert F. Hammerstiel (* 1957) ist ein österreichischer Künstler, dessen Werk fotografische Serien und Werkgruppen sowie Videoarbeiten und Rauminstallationen umfasst. In seinen konzeptuell entwickelten Arbeiten setzt er sich mit den Darstellungsmechanismen von Realität und ihren äußeren Erscheinungsformen sowie mit den Sehnsüchten der Menschen nach Idylle und deren Vermarktung auseinander. Hammerstiels Ausgangspunkt ist die häufig vergebliche Suche der Menschen nach Glück und Geborgenheit, die sie zur Erschaffung von Ersatzwelten führt – Surrogate, die oft schon von der Konsumindustrie vorgedacht und vorproduziert werden. Er lebt und arbeitet in Wien.








Gottfried Ecker (* 1963), in Linz aufgewachsener Autodidakt (studiert Politik und Geschichte bis 1988), lebt und arbeitet in Wien.
Ecker setzt auf eine Mischung aus malerischen Objekten und dreidimensionalen Werken, in denen er sein Generalthema rund um Leben und Tod künstlerisch umsetzt. Er bohrt überdimensionale Mikado-Stäbe durch menschliche Schädel, um zu verdeutlichen, dass das Sein immer viel mit Spiel und Zufall zu tun hat - und die Evolution ebenso.
Es sind vertraute Zeichen und Formen, die sich in den Werken von Gottfried Ecker zu ungewöhnlichen, befremdlichen Konstellationen verbinden. ln diesen Verbindungen agieren sie als Bedeutungsträger, die von keinem linear erzählerischen Zusammenhang vereinnahmt werden. Die dreidimensionalen Werke greifen aus in den Raum des Betrachters, der so unweigerlich in das komplexe Beziehungsgefüge von zeitlosen Alltagsobjekten, archetypischen Fragmenten und halbbewussten Referenzbildern miteinbezogen wird.
















v.l.n. r.: Johannes Holzmann (Sammlungsleiter), Robert F. Hammerstiel, Heinz J. Angerlehner (Museumsgründer), Gottfried Ecker, Aris Kalaizis