SARAH WAGENKNECHT

1969 geboren in Jena. Vater Iraner (seit 1972 verschollen), Mutter Deutsche (Kunsthändlerin), sie wächst bei ihren Großeltern in einem Dorf bei Jena auf; mit Schulbeginn zieht Sarah zu ihrer Mutter nach Ost-Berlin. Mitglied in der FDJ, 1988 Abitur. Die militärische Ausbildung für Schüler belastet sie extrem: Sie kann nichts mehr essen, was ihr die Behörden als politischen Hungerstreik ausgelegen: Sie darf nicht studieren. Begründung: "nicht genügend aufgeschlossen fürs Kollektiv".
Behören weisen ihr Arbeitsstelle als Sekretärin zu. Diese kündigt sie nach drei Monaten - für DDR-Verhältnisse äußerst ungewöhnlich - und erhält fortan keinerlei staatliche Unterstützung mehr, muss ihren Lebensunterhalt durch Nachhilfestunden bestreiten. 1989 Eintritt in SED: Sie will den in der Sackgasse steckenden Sozialismus umgestalten und Opportunisten entgegentreten.
Ab Sommersemester 1990 Studium der Philosophie und Neueren Deutschen Literatur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Humboldt-Universität zu Berlin, Reichsuniversität Groningen/Niederlande Philosophiestudium, M. A. mit Arbeit über die Hegelrezeption des jungen Marx, 1997 als Buch veröffentlicht.)
1997 Heirat mit Ralph-Thomas Niemeyer (Autor, Journalist, Dokumentarfilmer, Filmproduzent, wegen Betruges verurteilter Finanzberater und Politiker), 2013 geschieden, 2014 Heirat mit Oskar Lafontaine.



2012 Dr. rer. pol (Dissertation: "The Limits of Choice. Saving Decisions and Basic Needs in Developed Countries" mit Magna cum laude, 2013 als Buch veröffentlicht.)

Ab den frühen 1990er Jahren maßgebliche Funktionen in verschiedenen Vorstandsgremien der PDS, Protagonistin des linken Parteiflügels, 2004 bis 2009 Europa-Parlament, ab September 2009 Bundestagsabgeordnete, 2011 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, 2015 Oppositionsführerin.
Bei den Bundestagswahlen 2017 erzielt Sahra Wagenknecht bei den Erststimmen 13,04 % im Wahlkreis Düsseldorf II , insgesamt erhalten die Linken 9,2% (Ost 17,3%, West 7,2%) und AfD 12,6%.





Sarah Wagenknecht, eine der besten Politikerinnen in der Geschichte Deutschlands seit 1990, Meisterschülerin eines politischen Großmeisters, nicht im Mainstream mit ihren Ideen, aber mitten in den Medien. Das gibt noch ein paar Knoten mehr Schwung in die Segel, aber gelangt das Schiff je in den Hafen oder muss es auf offener See bleiben?
Die SPD wäre die einzige Partei, die mit den Linken zu einer Mitte-Linkspartei fusionieren könnte. Dann ziehen dort Sarah und Oskar die Strippen, beerdigen unsere Angela Merkel, geboren in Hamburg-Barmbek. Erstklassige Politikerin, weil geräuschlose Umsetzerin der Weiter-So-Politik für die blühende Wirtschaft.

Das SPD-Politikprojekt in diesem Jahrtausend? Flop seit dem Bündnis der SPD mit dem Adel und dem rechten Rand am Anfang der Weimarer Republik bis zur GroKo, Politik ohne Substanz und Anti-Werbung, wie sie kein CDU/CSU-Wahlkampfstratege hätte ausdenken können. Problem am Megaflop: Die gesamte SPD-Führung war dafür und muss es auch heute noch sein.
Sarah Wagenknecht auf dem Sprung nach ganz vorn, ähnlich wie Joshka Fischer in den 1990ern?
Karrieristen von Links und Rechts in der SPD glauben an andere Götter und göttliche Offenbarungen - sie denken, dass man es nur 'richtig' machen muss, dann wird's schon wieder gehen, dann wird Deutschland irgendwie sozial netter und liberaler, irgendwie einfach besser, und der Minister- und EU-Posten bleibt erhalten ...

Wer freut sich? Am meisten die Armen
Amen