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β CHAMAELEONTIS [12h18m -79°19']

Beta Chamaeleontis (lat. des Chamäleons) ist der dritthellste Stern im Sternbild Chamäleon und markiert einen Vorderfuß. Der Stern ist 298 Lichtjahre entfernt.



D E L F I

Jetzt sitzet das ruhige Gefühl
am Tisch der Götter

Orakel

Das Orakel von Delfi spricht nur einmal im Jahr am Geburtstag des Apollon, dem siebenten Tag des Monats Bysios, später am siebten Tag jeden Monats im Sommer. Im Winter legt es für drei Monate eine Pause ein. Nach griechischer Vorstellung hält sich der Gott in dieser Zeit bei den Hyperboreern auf, einem sagenumwobenen Volk im Norden. Währenddessen regiert Dionysos.
Bevor das Orakel spricht, bedarf es eines Omens: Ein Oberpriester besprengt eine junge Ziege mit eisigem Wasser. Bleibt sie ruhig, fällt das Orakel aus, die Ratsuchenden müssen einen Monat später wiederkommen. Zuckt sie zusammen, schlachtet man sie als Opfertier: sie wird auf dem Altar verbrannt. Die Weissagungen beginnen. Begleitet von zwei Priestern begibt Pythia sich zur heiligen Quelle Kastalia, nimmt nackt ein Bad. Kultisch trinkt sie dann aus der zweiten Quelle, der Kassiotis, einige Schlucke heiligen Wassers. Pythia, begleitet von zwei Oberpriestern und den Mitgliedern des Fünfmännerrates betritt den Apollontempel, wird zum Altar der Hestia geführt, wo aus der Erdspalte berauschende Dämpfe aufsteigen. Pythia, mehr oder weniger in Trance, macht ihre Weissagungen.
Wieweit die Aussagen der Pythia von den Priestern interpretiert und vorformuliert wurden, wieweit diese von Informanten gewonnene Erkenntnisse in ihre Deutung miteinbezogen, wir wissen es nicht. Die begüterten Klienten werden individuell beraten und bekommen ausführliche, wenn auch oft rätselhafte Antworten. Die Ärmeren müssen mit dem Binärorakel (Ja-Nein) vorlieb nehmen und dürfen deshalb nur Fragen stellen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen. Pythia greift dann in einen Behälter mit weißen und schwarzen Bohnen und nimmt eine heraus: Weiß bedeutet Ja, schwarz Nein.

Mytos, Geschichte

Delfi - über Jahrhunderte Zentrum der Welt. Im Mythos hat Zeus zwei Adler aufsteigen lassen, den einen im Osten, den anderen im Westen. An der Stelle, wo sie sich trafen, fiel ihnen der heilige Stein aus den Krallen. Die Stelle, wo er auftraf, bezeichnet fortan das Zentrum der Welt: "Omphalos"= Nabel. Und hier entwickelt sich die bedeutendste Orakelstätte des Altertums: eben das Orakel von Delfi. Das Heiligtum liegt an der Strasse, die vom Korinthischen Golf nach Mittel- und Nordgriechenland führt. Hier verehrt man schon im 2. Jahrtausend v.Chr., in mykenischer Zeit, die Erdgöttin Gaia, die aus einer Grotte Orakelsprüche erteilt. Ihr Sohn, der Drache Python bewacht sie; deswegen hieß das Gebiet ursprünglich Pytho. Apoll, der Lichtgott, erlegt den erdgeborenen Python. Der Bereich wird von Pytho in Delfi umbenannt und Apoll selbst erhält den Beinamen Pythios.
Zunächst steht das Heiligtum unter der Vorherrschaft der Stadt Kirrha (bei Itea), die jedoch im ersten 'Heiligen Krieg' (590 v.Chr.) vom Bündnis der Thessaler, Sikyoner und Athener besiegt wird. Unter deren Schutz ist seine Neutralität und politische Unabhängigkeit von nun an gesichert, die Voraussetzung für Delfi als zentrales griechisches Heiligtum geschaffen.
Zwar kommt es in der Folgezeit immer wieder zu sogen. 'Heiligen Kriegen' zwischen Phokern, Amphissern und selbst Athenern, in denen es im Grunde nur um die unermesslichen Tempelschätze und die Möglichkeit geht, die Priesterschaft und damit das Orakel zu beeinflussen. Die Autorität des Orakels ist jedoch unangefochten. Als Delfi 191 v.Chr. in die Hände der Römer fällt, werden die Schätze des Heiligtums immer mehr ausgeplündert. Es gibt bis ins 2. nachchristliche Jht. Versuche, den Ruhm der Orakelstätte wieder zu festigen, der Niedergang aber ist nicht mehr aufzuhalten - der 'Nabel der Welt' verfällt allmählich zu einer Ruinenstätte, gerät schliesslich gänzlich in Vergessenheit.

Struktur

Ein religiöses Bündnis der 'Anrainerstaaten' wachte über den Schutz des Heiligtums. Oberstes Verwaltungsorgan der 12 griechischen Stämme war der 'Rat der Hieromnemones', in dem jeder Stamm mit zwei Stimmen vertreten war und dem die Planung und Durchfürung der Pythien, des Delfischen Festes oblag, das alle vier Jahre mit Opferritualen, der Aufführung des Heiligen Dramas (dem Drachenkampf Apolls), einem musikalischen Wettstreit und Päanen (Hymnen) auf Apoll gefeiert wurde. Der Rat der Hieromnemones tagte jedes Jahr im Frühjahr und Herbst im Synedrion (Sitzungsgebäude) der Amphiktiones. Die dort gefassten Beschlüsse wurden von der Gerousia (Ältestenrat) ausgeführt. An der Spitze der Priesterschaft standen zwei Oberpriester, auf Lebenszeit gewählt; ausserdem gehörten zur Gefolgschaft des Gottes die Exegeten (Deuter) und Tempeldienerinnen.
Die Gründe für die Vorrangstellung von Delfi in religiösen und politischen Angelegenheiten ist nicht schwer zu erklären: Hier beurteilte die Gottheit alle Initiativen der Griechen - von der Gründung von Kolonien bis zu Kriegen zwischen den Stadtstaaten - entweder positiv oder negativ. Das Orakel gab auf alles eine Antwort.
Und die Schatzhäuser - erbaut von allen Städten der griechischen Welt - vom asiatischen Ionien bis zu den Kykladen, von den Kolonien bis Attika und der Peloponnes - stellten Reichtum und Prestige zur Schau.

Siedlung

Rings um das Heiligtum hatte sich ein kleines Gemeinwesen von etwa 1000 Bewohnern gebildet, deren Einkommensgrundlage die Versorgung des Heiligtums und der Pilger war: Die einen verkauften Messer für rituelle Schlachtungen, die anderen kultisch-religiöse Gegenstände, andere verdingten sich als Arbeiter oder stellten steinerne Weihstelen her.

Kulthandlung

Jeder, der sich ratsuchend an das Orakel wenden wollte, musste zunächst einen Zoll (telono) entrichten, der ihn berechtigte, sich dem Tempel Apolls zu nähem, um dort seine Opfergaben niederzulegen (Ziegen, Eber, Stiere). Die Pythia beugte sich nach einer kultischen Reinigung durch das Wasser des Kastalischen Quells über den Erdspalt mit dem 'Nabel der Welt' (dem Heiligen Stein) und geriet durch das Einatmen der aufsteigenden berauschenden Dünste und das Kauen von Lorbeerblättern in einen tranceähnlichen Zustand. Ihre dunklen Antworten auf die Fragen der Ratsuchenden fassten die Priester in Zweizeilern. Für deren Deutung waren die Exegeten zuständig.
Im Allgemeinen liefs so:
Das Orakel vernahm man im Rauschen der heiligen Eiche des Zeus, die auf dem Gelände des Heiligtums wuchs. Die Geräusche interpretierten Tempelpriester. Dies waren Mystiker einer kleinen Gruppe von Familien alter Herkunft, die die Riten der Vorfahren befolgten, z. B. auf der nackten Erde schliefen und sich nie die Füße wuschen. Die Antworten auf die Fragen an das Orakel basierten nicht nur auf der Kunst der Weissagung, sondern auch auf dem Gurren und Flug der heiligen Tauben, dem Plätschern einer Quelle, Würfeln und dem Klang eines Bronzekessels.

Pythien

Die Tempeldienerinnen (Pythien) suchte man ursprünglich unter den jungen Mädchen Delfis aus. Später beschränkten sich die Priester bei ihrer Wahl auf Frauen über Fünfzig, um sich ihrer Tugend sicher zu sein.

Archäologie

Die ersten Ausgrabungen begannen 1838 und wurden 1935 abgeschlossen. Das Heiligtum des Apoll mit Schatzhäusern (in denen die Städte ihre Weihgeschenke aufbewahrten), Tempeln und 'Perivolos' (Umfriedung) liegt am Südhang des Parnass, rechter Hand der Strasse von Arachova. Mittelpunkt des Heiligen Bezirks war der alles beherrschende dorische Apollontempel. Zu beiden Seiten der Heiligen Strasse, die zum Tempel führte, standen prunkvolle Weihgaben, Denkmäler und Schatzhäuser. Nordwestlich vom Tempel liegt das Theater, das 18000 Zuschauer fasste und in dem die Kultspiele zum Sieg Apolls über den Drachen Python aufgeführt wurden. In einiger Entfernung westlich von hier trug man im Stadion alle vier Jahre die Pythischen Wettkämpfe aus. Rechts vor dem Eingang zum heiligen Bezirk fliesst immer noch der Kastalische Quell, in dem sich die Pythia vor der Weissagung läuterte, und linker Hand sind noch Reste eines Athena-Heiligtums zu sehen, in dem sich, wie die Weihgaben zeigen, seit mykenischer Zeit die Verehrung einer weiblichen Gottheit gehalten hatte. Ganz in der Nähe befindet sich ein dorischer Rundbau ('Tholos'), eins der architektonisch bedeutendsten Baudenkmäler der Antike, über dessen Bestimmung man sich immer noch nicht im klaren ist.
Wir erhalten heute nur noch eine schwache Vorstellung von der einst ungeheuer beeindruckenden Aufreihung von Opfergaben!

Epilog

Apolls Triumph basiert auf einem notwendigen Akt der Gewalt über die Primitivität und Wildheit, die Python symbolisierte. Seine Sühnetat war so wichtig wegen der Entschlossenheit, die Barbarei der vergangenen Wirren zu beseitigen und stattdessen zivilisiertem Benehmen, Recht und Gesetz Geltung zu verschaffen, Vernunft, Ausgewogenheit, Wissen und kreative Fähigkeiten als göttliches Geschenk zu fördern.
Auf dem damals wie heute eindrucksvollen Gelände von Delfi, dessen Name für Griechenland wie für Europa und die Welt immer noch einen besonderen Klang hat, organisiert das "Europäische Kulturzentrum von Delfi" seit einiger Zeit internationale Begegnungen und Symposien über Themen aus dem Bereich der Architektur, der Archäologie, dem Antiken Drama und allgemein der Kultur.

"Ohne deine Hilfe werde ich, Gott, zum Gipfel emporsteigen,
und ganz allein, mit meinem Verstand und meinem Gefuhl,
- oben auf die Brüder weiter unten wartend -
das Herz des Menschen besingen, mein Herz".

(Angelos Sikileanos)




NABEL DER WELT


Der berühmte Omphalos.
Dieser heilige Stein von bienenkorbförmiger Gestalt war auch Grabsymbol des Gottes Python, des Sohnes von Gaia der Erde, den Apoll tötete, um das kostbare Orakel zu erben...


eine Kopie in Delfi




Delfi Rekonstruktion

Heiligtum



So sah es aus
das Apollon-Heiligtum
zur Zeit der Blüte von Delfi!

Unsere Crews an einem der vielen Schatzhaus-Reste

Theater




Die Ansicht offenbart
die ganze Schönheit
von Dodona und seiner
Landschaft.


Der unzugängliche Epirus
erhebt sich hinter der
grünen Ebene, wo einst
das Zeusheiligtum stand.
Noch heute führt man hier
klassische Werke auf.


Die
Außenmauer des Theaters
scheint zu einer Festung
zu gehören.




Diesen Eindruck ruft der
grobe Stil hervor, der
einen interessanten
Kontrast zu der
regelmäßigen Harmonie des
Bauwerks darstellt.

Stadion

Hinter den Überresten des Proszeniums
des Thetaers liegt das Stadion.
Es ist von 20 Sitzreihen flankiert -
hier von den Startblöcken aus gesehen.
Hier fanden Athletenwettkämpfe und die Pferderennen
der Pythischen Spiele statt, die 7000 Zuschauer
verfolgen konnten.
Das Stdion ist teilweise aus dem Berghang geschnitten,
ca. 180m lang.

Tholos

Die berühmte Tholos ist ein wahres Schmuckstück.
Die feinen Proportionen, das Streben nach
überlegten Farbkontrasten zwischen
verschiedenen Materialien und
die architektonische Verzierung auf der
Peristatis geben ihr die Eleganz.




Apollontempel

Hohe dorische Säulen aus
übereinander gesetzten zylindrischen Blöcken.
In seinem Adyton vemittelte die Pythia den Wilen des Gottes.







Und was für Sailors:
Apollon, der Lichtgott, erhielt in Delfi
den Beinamen "Delphinios".
Und Delphinios war eine Inselgottheit,
die in Gestalt eines Delphins verehrt wurde!




Nachtrag



Keine 20 km von Delfi entfernt liegt Dhistomon (Distomo), Schauplatz eines Massakers deutscher Soldaten.
Rache soll genommen werden für einen Partisanenüberfall auf einen deutschen Konvoi: Am 10. Juni 1944 stürmt eine Einheit der 4. SS-Panzergrenadierdivision in den Ort und richtet ein Blutbad an.
Die Deutschen exekutieren 12 junge Männer, bei der Feldarbeit aufgegriffen, am Schulhaus.

Dem Ortspfarrer hacken sie den Kopf ab. Dann kommen die übrigen Dorfbewohner an die Reihe, 218 an der Zahl. Ältestes Opfer ist die 85-jährige Artemissia Louka, das jüngste ein zwei Monate altes Baby.
„Das waren keine Soldaten, das waren sadistische Schlächter", sagt Jannis Basdekis, der bei dem Verbrechen Schwester und Mutter verliert. Er überlebt, weil er an jenem Morgen im Nachbardorf ist. „Männer wie Kinder wurden wahllos erschossen, Frauen vergewaltigt und niedergemetzelt, vielen schnitten die Soldaten die Brüste ab. Schwangere Frauen wurden aufgeschlitzt, manche Opfer mit dem Bajonett gemeuchelt. Anderen wurden die Köpfe abgetrennt oder die Augen ausgestochen.“
Anschließend setzen die Täter Dhistomon in Brand. Kommandeur der Division war SS-Standartenführer Walter Harzer. Im Beinhaus des Dorfes stehen in Fächern - nach griechischer Totensitte - die Schädel der 218 Opfer.
Ende 1997 verurteilt ein griechisches Gericht in Livadia die Bundesrepublik Deutschland, rund 55 Mill. Mark Entschädigung an die Familien der Opfer des Massakers von Distomo zu zahlen. Das oberste griechische Gericht erklärt das Urteil für nicht vollstreckbar.

3.000 Kilometer von Distomon entfernt, sterben am selben Tag, dem 10. Juni 1944, im französichen Dorf Oradour 642 Menschen, darunter 240 Frauen und 213 Kinder, ermordet von 150 Mann der SS-Division "Das Reich". Ältestes Opfer ist Marguerite Foussat, 91 Jahre alt, jüngstes Opfer ist Yves Texier, gerade acht Tage alt.