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NJ 53
ARKTUR [14h16m +19°11']
α Bootis

Arktur (griech. Bärenhüter) im Sternbild Bärenhüter, α Bootis (lat. des Bärenhüters) ist der Hauptstern im Bärenhüter einem auffälligen Sternbild am Frühlingshimmel. Arktur ist der hellste Stern des Nordhimmels und der dritthellste am gesamten Sternhimmel und 37 Lichtjahre enfternt. Arktur ist von allen Kontinenten aus zu sehen und leicht in der Verlängerung der Deichsel des Großen Wagens zu finden. Sein Name rührt daher, dass er den Kleinen und Großen Bären vor sich her zu treiben scheint

Arktur bildet zusammen mit Spica und Regulus das Frühlingsdreieck.

1859 dichtet Emily Dickinson, weltweit gelesene und gefeierte amerikanische Poetin:

"Arcturus" is his other name -
I'd rather call him "Star."
It's very mean of Science
To go and interfere!

I slew a worm the other day -
A "Savant" passing by
Murmured "Resurgam" - "Centipede"!
"Oh Lord - how frail are we"!

I pull a flower from the woods -
A monster with a glass
Computes the stamens in a breath -
And has her in a "class"!

Whereas I took the Butterfly
A foretime in my hat -
He sits erect in "Cabinets" -
The Clover bells forgot.

What once was "Heaven"
Is "Zenith" now - Where I proposed to go
When Time's brief masquerade was done
Is mapped and charted too.

What if the poles should frisk about
And stand upon their heads!
I hope I'm ready for "the worst" -
Whatever prank betides!

Perhaps the "Kingdom of Heaven's" changed -
I hope the "Children" there
Won't be "new fashioned" when I come -
And laugh at me - and stare -

I hope the Father in the skies
Will lift his little girl -
Old fashioned - naught - everything -
Over the stile of "Pearl."

1920 erscheint

wo Lindsay eine mystische Alptraumfahrt zu diesem Stern beschreibt.

1996 entwickelt Füller den Arktur-Schulserver, einen auf SUSE bzw. Slackware beruhenden Schulserver für ungeübtes Personal, der u.a. eine Verbindung ins Internet bereitstellt, dazu einen Dateiserver, einen Server für Mail und News, einen Webserver für lokale Seiten und vieles mehr. Schätzungweise soll er in mehr als 2500 Schulen in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland im Einsatz sein.

Arktur tritt auch in vielen Science-Fiction-Stoffen auf. Das Raumschiff Avalon im Science-Fiction-Film "Passengers" vollbringt nach 31 Jahren Flugzeit ein Swing-by Manöver an Arktur.

Und 2009 ertönt die Klingonische Oper von Frieder Butzmann










C O R R Y V R E C K A N



Wer als Segler Larssons "Der Keltische Ring" liest, bliebt unweigerlich und ungläubig an folgender Stelle hängen:
Irgend jemand hat einmal behauptet, man könne bei gegenläufiger Strömung durch Corryvreckan segeln, indem man der Uferlinie »im Abstand eines Bootshakens« folgte. Wir liefen dagegen Gefahr, auf eine Gegenströmung zu stoßen, wenn wir allzu dicht unter Land blieben und so den Wind gegen den Strom bekamen. Eine wirkliche Alternative gab es also nicht. Wenn wir die Bucht erreichen wollten, mußten wir uns in den »Great Race« begeben, wie die Seekarte es nannte, mit einer Bemerkung in Klammern: Dangerous tidal streams.
Als ich den Kurs festgelegt hatte, zog ich meinen Neoprenanzug an, der noch aus meiner Sporttaucherzeit stammte und den ich bei extremen Verhältnissen trage. So bleibt mir eine unförmige Schwimmweste erspart, denn der Naßanzug besitzt selbst Auftrieb und schützt außerdem vor Wärmeverlust, wenn man stark durchnäßt ist, während Ölzeug das Umgekehrte unternimmt: den Segler warm zu halten, indem es ihn trocken hält. Alle Segler wissen, daß das bei schwerem Wetter unmöglich ist.
Dann holte ich die Sturmluken, einen halben Zentimeter dicke Platten aus rostfreiem Stahl, und brachte sie über den Bullaugen und dem Niedergang an. Ich schloß die Ventilatoren an Deck vollständig und legte dann ein Sicherheitsgeschirr an. Nun war ich etwas ruhiger. Wenn die Rustica nicht von den Wogen zerschlagen oder auf die Klippen geworfen wurde, waren wir fast jeder Lage gewachsen.

Torben sah allerdings besorgt aus, das fiel mir trotz meiner Müdigkeit auf, die mir immer eine gewisse Gelassenheit schenkte. Während er mit dem Ruder kämpfte, verfolgte er meine Vorbereitungen.
»Wird's noch schlimmer?« fragte er.
Ich nickte. Um uns zu verständigen, mussten wir einander in die Ohren schreien, und nicht einmal bei Rückenwind trug der Schall weiter als einen Meter. Der Sturm riss ihn praktisch fort. Ich setzte mich zu Torben ins Cockpit auf die Leeseite und beugte mich vor, damit er auch wirklich mitbekam, was ich sagte.
»Ja, es wird wahrscheinlich verdammt hart. Aber nur kurze Zeit, höchstens eine halbe Stunde. Dann sind wir in ruhigem Wasser. Geh runter und leg dich jetzt hin, aber wenn ich rufe, musst du bereit sein. Entweder kommst du an einer Sicherheitsleine an Deck oder du schließt dich in der Kabine ein und hältst dich fest.«
»Ich komm rauf.«

Rasch näherten wir uns den Klippen von Jura, sie waren schaumbedeckt, tauchten nur hin und wieder hinter meterhohen weißen Wellenkaskaden auf. Die Rustica jagte voran. Nach einer Wende in Richtung Land machten wir bei raumem Wind acht Knoten. Einige Male kamen wir ins Gleiten und das Log schlug bis zum Rand aus, so wie damals, als wir uns Fraserburgh näherten. Und so wie damals hätten wir die Segelfläche verkleinern müssen, um die Fahrt zu verringern, denn es gibt immer das Risiko, daß man schneller als die Welle wird und mit dem Bug in die voranlaufende See gerät und gebremst wird, wobei sich der Druck aufs Rigg so stark vergrößern kann, daß das Schiff seine Stabilität verliert. Es kann dann querschlagen oder sogar kentern und unter dem sich heranwälzenden nächsten Wellenberg begraben werden. Man muß versuchen, die Wellen schräg abzulaufen.
Aber ich konnte nicht mehr auf Deck herumturnen, um zu reffen. Bereits zweimal waren so schwere Seen übergekommen, dass sich das Cockpit mit Wasser füllte. Was zu einem ebenso komischen wie gefährlichen Phänomen führte! Durch den Auftrieb meines Neoprenanzugs schwamm ich im Cockpit auf, bis das Wasser abgelaufen war. Was für ein Wahnsinn! Aber da betrug die Entfernung von Jura schon nicht mehr als eine Seemeile, also höchstens noch zehn Minuten, und dann würde ich alle Fahrt brauchen, um durch den »Great Race« zu kommen. Der »Great Race« war ein langer hochschießender wildbewegter Wellenkamm an Backbord. Ich hatte alle Hände voll zu tun, die Rustica auf Kurs zu halten und sie heil über die steilen Seen zu bringen, und ich konnte nur ab und zu aus den Augenwinkeln nach links gucken. Dort sah ich die riesige Wellenformation, die trotz ständig brechender Kämme stillzustehen schien wie eine Wand. Die Beschreibung im Lotsenhandbuch, die von einer langgezogenen, brechenden, vertikalen Wasserwand sprach, war keine Übertreibung.

Der Bug der Rustica wies jetzt auf die kleine Insel Eilean Mor, unmittelbar westlich der Einfahrt nach Bagh Gleann nam Muc. Einen Augenblick erwog ich, zwischen Eilean Mor und Jura durchzulaufen, bis mir einfiel, daß die Seekarte auch für diese Passage ein »Race«-Symbol und ein verdecktes Felsenriff verzeichnete, auf einem Fahrwasser von höchstens dreihundert Meter Breite. Ich blieb bei meinem ursprünglichen Plan, durch die Wasserwand des »Great Race« hindurchzustoßen.
Einige Kabellängen westlich von Eilean Mor fierte ich auf und rief Torben nach oben. Er kam und hakte seine Sicherheitsleine ein. Dann richtete er sich auf und sah nach vorn. Als er sich wieder zu mir wandte, war sein Blick völlig leer. Ich bin mir sicher, daß er in diesem Augenblick überzeugt war, wir würden nicht lebend davonkommen. Und im selben Moment begriff ich, daß meine Entscheidung, hierherzukommen, um MacDuff und Mary zu warnen und zwei Leben zu retten, zwei andere Leben kosten konnte - unsere.

Ich luvte an und schoß mit der Rustica auf den donnernden »Great Race« zu. Sie brach mit dem Bug in den schäumenden Strudel und erbebte unter den auseinanderstrebenden wilden Kräften, die sie auseinanderzureißen suchten. Wirbel warfen uns mit erschütternden Schlägen herum, so daß ich das Ruder nur unter Aufbietung aller Kräfte halten konnte. Mit beiden Händen hielt ich es gepackt und versuchte zugleich, eine ungefähre Deckpeilung zu nehmen, bevor die Sicht ganz in schäumendem Wasser verschwand. Wir durften nicht zu weit nach Norden gedrückt werden. Der Strom versetzte uns ohnehin nach Nordosten, und auf der Seite der Insel Scarba lagen Untiefen, die einen starken Wirbel erzeugten. Einmal davon erfaßt, wären wir nicht in der Lage gewesen, uns da wieder herauszuziehen. Wir würden jede Fahrt verlieren und von den Brechern in Stücke geschlagen werden. Die Gischt erfüllte die Luft wie Rauch, und meine Augen brannten vom Salz. Das Getöse war ohrenbetäubend.
Es war ein Kampf ums Überleben. Wir trieben unser Schiff direkt durch eine wildbewegte Wand aus Wasser. Ich bekam einen harten Schlag auf die Brust und landete auf dem kleinen Achterdeck hinter dem Ruder. Nur meine Sicherheitsleine hielt mich an Bord. Einige Sekunden lang war die Rustica völlig unter Wasser. Und bevor die Furcht kam, trat ein Moment des Friedens ein, weil unter der Oberfläche das Tosen schwächer war. Aber dann kam die Atemnot. Im nächsten Moment schnappte ich keuchend nach Luft, und da war plötzlich wieder Luft, und ich konnte mich ins Cockpit zurückziehen und bekam das Ruder wieder in die Hand. Ich riß es herum und versuchte, die Rustica wieder auf Kurs zu bringen, nur nach dem Gefühl. Langsam richtete sie sich auf und schien das Wasser abzuschütteln. Torben war noch im Cockpit, hinter der Kabine zusammengekauert. Keuchend und spuckend versuchte er, Luft in die Lunge zu bekommen, aber er lebte. Wasser aus dem Hauptsegel stürzte auf uns herunter, was bedeutete, daß wir mindestens fünf Fuß Wasser über unseren Köpfen gehabt haben mussten.

Dann war es ebenso plötzlich vorüber. Wir waren zwischen Eilean Mor und Eilean Beag, die an der Mündung der Bucht lag, durch die Wasserwand hindurchgestoßen. Eilean Beag war jetzt etwa eine Kabellänge voraus. Ich legte das Ruder hart Steuerbord, holte die Großschot dicht und ließ die Rustica in die Bucht hineinschießen.
Torben brach in ein wildes Gelächter aus, als er sah, daß wir es geschafft hatten. Auch ich grinste, obwohl ich noch nicht den Überlebenstaumel empfand, der ihn anscheinend erfaßt hatte. Ich wußte zu genau, wie nahe wir dem Tod gewesen waren. Aber wir hatten ruhiges Wasser vor uns, und das allein zählte in diesem Moment. Alles andere war bedeutungslos, auch das Fischerboot, auf dessen Vordeck MacDuff stand und zu uns herüberstarrte.

Die Rede ist vom Corryvreckan, dem Sund zwischen den Inseln Scarba und Jura der Inneren Hebriden.
Larsson, selbst Segler, schildert in seinem Buch einen etwas anderen Törn zweier Freunde von Dänemark nach Schottland.

Der Corryvreckan zählt zu den größten Strudeln der Welt. Starke atlantische Strömungen und eine ungewöhnliche Unterwassertopografie wirken zusammen und erzeugen einen besonders starkes Gezeitenstrom. Wenn die Flut in den schmalen Sund aufläuft, herrscht Strom bis zu 8.5 kn (16 km/h), und das einlaufende Wasser trifft auf Untergrundformationen, die stärkste Strudel, Wasserwände, sonderbare Wellen und andere seltsame Erscheinungen der Wasseroberfläche erzeugen:

Ein tiefes Loch und und eine steil am Meeresgrund aufragende pyramidale Basalt-Felsnadel - sie steigt aus einer Tiefe von 200 m sie bis zu einer Tiefe von nur 29 m unter der Wasseroberfläche auf. Flut, in westliche Richtung einströmendes Wasser aus dem Firth of Lorne sowie entgegengesetzter starker Westwird türmen bis zu neun Meter hohe Wellenberge auf: Great Race. Das Tosen des Mahlstrohms ist noch in einer Entfernung von 16km zu hören.

Erfahrene Taucher beschreiben das Gebiet als "potentially the most dangerous dive in Britain".


Am Sonntag, den 2. August 2012 durchsegelt "Clova" den Corryvreckan ... Beginn 01:30

2014 befährt eine frustrierte Segelcrew mit einem jungen Skipper den Großen und Kleinen Corrvreckan (nach Schraubenverlust in Loch Scavaig bei der Charterfirma ALBA mit bodenlos schlechtem Service)

Tony Bennett, der Vercharterer der "Clova" (Argyll-Yachting) hat die Corryvreckan-Schwimmer begleitet ...

Der biritschen Band The KLF dient Jura zweimal als Kulisse. 1991 für einen Kurzfilm sowie 1994 für "Burn A Million Quid", in welchem sie eine Million Britische Pfund vor laufender Kamera verbrennt.