Klezmer

ist eine aus dem aschkenasischen Judentum stammende Volksmusiktradition.
Klezmermusik ist durch ihre charakteristischen an die menschliche Stimme erinnernden Melodielinien leicht erkennbar.

Als die Juden in Osteuropa das Schtetl verließen und zu Hunderttausenden in die USA auswanderten, verbreitete sich die Klezmerkultur weltweit. Viele berühmte jüdische Komponisten, wie Leonard Bernstein, Aaron Copland oder George Gershwin (Rhapsody in Blue 1924) erlebten während ihrer Jugend nachhaltige Klezmer-Einflüsse.
Nichtjüdische Komponisten entdeckten in der Klezmermusik eine reiche Quelle faszinierender musikalischer Themen. Dmitri Schostakowitsch bewunderte die Klezmermusik für ihre Vereinigung von Ekstase und menschlicher Verzweiflung und zitiert einige Melodien in seinen kammermusikalischen Werken.
In den 1990er Jahren gründeten sich immer mehr Ensembles, Popularität und Verbreitung von Klezmer stieg.
In den USA spielten und spielen jüdische Musiker Klezmer für ein jüdisches Publikum, in Europa und vor allem in Deutschland sind die Musiker und ihr Publikum mehrheitlich nicht jüdisch, Klezmer wird vorwiegend als Weltmusik-Genre verstanden.

Kol Simcha - Stimme der Freude -
aus einem Segensspruch bei jüdischen Hochzeiten...

Der geniale Komponist und Pianist Olivier Truan (der mit humorvollen Zwischenkommentaren und unterhaltsamen Hintergrundgeschichten gekonnt durch den Abend führt), die kongenialen Solisten Michael Heitzler (Klarinette), Simon Girard (Posaune), Avichai Ornoy (Querflöte), Thomas Lähns (Bass), Christoph Staudenmann (Schlagzeug) und wechselnde Symphonieorchester erbringen den Beweis, dass das Mischen musikalsicher Stile und Brechen von Regeln Klänge erzeugt, die das Leben bereichern.
Der überirdische Klarinettenklang Heitzlers, an klassischer Spielweise kaum zu messen, wie der aller anderen Solisten an ihren Instrumenten und das Wechsepiel zwischen Tutti und Soli sind eine federleichte Mixtur, die, einmal im Innenohr, Areale des Gehirns flutet, die normale Dur- oder Molltonleitern und -harmonien nicht erreichen: Da passiert mehr zwischen den Ohren ...



Olivier Truan

Michael Heitzler

Simon Girard

Avichai Ornoy

Thomas Lähns

Christoph Staudenmann

Olivier Truan
Multitalent aus Basel

Truan komponiert, spielt Klavier.
Nach Musikstudium und Promotion in Boston und Basel konzertiert er u. a. mit Dee Dee Bridgewater, Lew Soloff und Rick Margitza. Als musikalischer Leiter und Komponist ist er an grossen Häusern in Deutschland und der Schweiz bei Theaterproduktionen wie "Bullets over Broadway", "Ghetto", "Der Revisor", "Die Vögel", "Hochzeit" u.v.a. federführend.
Er co-komponiert für das Staatstheater am Gärtnerplatz in München das Jazz-Musical "Marilyn", und komponiert das Ballett "La Fermosa".
Für das Theater Basel schreibt er die Musik zu den Balletten "Mayday" und "Ballettabend II" sowie die Musik zum Stück "Das Geisterschiff".
Er co-komponiert die Filmmusik zu Xavier Kollers



und zu Jürgen Brauers

Auch als klassischer Komponist hat er sich einen Namen gemacht, u. a. schreibt er François Leleux ein Konzert für Oboe und Orchester.
Außerdem ist das Multitalent Sound Designer und produziert preisgekrönte Sample Libraries, die Elton John, Stevie Wonder und Prince benutzten.

Mit Kolsimcha, die er 1986 gründet, verwirklicht er auch seinen Lebenstraum, wie er hier selbst erzählt (29:05 bis 42:15, Schwiizertüütsch):
Nämlich, dass das London Symphony Orchestra seine Musik spielt