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Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski 1817 - 1800 russischer Maler armenischer Abstammung
Einen Großteil seines Werks widmet er der Marinemalerei, in der sich sein persönlicher Stil unter anderem in der virtuosen Gestaltung von Licht und Schatten zeigt, wie z. B. Lichteffekte des Wassers.
Aiwasowski bekommt ersten Kunstunterricht durch einen Freund der Familie, den deutschstämmigen Architekten Koch. Dieser fördert ihn nach allen Kräften und vermittelt ihm die Unterstützung des Stadtkommandanten von Feodossija. Als dieser nach Simferopol versetzt wird, nimmt er Aiwasowski mit und lässt ihn dort auf seine Kosten ausbilden. Natalja Naryschkina, Tochter des Grafen Fjodor Rostoptschin, wird auf Aiwasowski aufmerksam und verschafft ihm eine Lehrstelle im Atelier des Hofmalers Salvatore Tonci in Moskau. Dort lernt Aiwasowski den Maler Alexander Olenin kennen, der – überzeugt von Aiwasowskis Talent – für diesen erfolgreich bei Zar Nikolaus I. die Erlaubnis erbittet, die Russische Akademie der Künste besuchen zu dürfen.
Das Lehrer-Schüler-Verhältnis zwischen dem französische Marinemaler Philippe Tanneur gestaltet sich als äußerst schwierig, da u. a. Tanneur einige Werke Aiwasowskis als seine eigenen ausgibt. Er lernt Admiral Konstantin Nikolajewitsch kennen, der sich sehr für seine Werke interessiert. 1836 bereist Aiwasowski im Gefolge des Admirals Finnland und im darauffolgenden Jahr die Krim.
Ein großzügiges Reisestipendium des Zarenhof ermöglicht es Aiwasowski 1839, über Berlin, Dresden, Wien, Triest, Venedig und Florenz nach Rom zu reisen, um dort die antiken Meister zu studieren. Von dort aus reist er 1840 nach Paris, wo er an einer Ausstellung des Pariser Salons teilnimmt. 1841 Rom, im darauffolgenden Jahr London, Rückreise über Lissabon und Madrid wieder nach Rom.
1844 kehrte Aiwasowski über Amsterdam nach St. Petersburg zurück. In Amsterdam erste große Einzel-Ausstellung, Goldmedaille von der Königlichen Akademie der Bildenden Künste. Bei Aiwasowskis Audienz bei Nikolaus I. nach Rückkehr ernennt ihn der Zar zum Maler des Marinestabes, mit der Erlaubnis, die Uniform der zaristischen Kriegsmarine zu tragen. 1846 im Gefolge von General Nikolajewitsch Besuch Konstantinopels. 1847 Professoren-Titel. Er lässt sich in seiner Heimatstadt Feodossija nieder, und erbaut sich Villa mit großem Atelier.
1857/58 Paris mit Ausstellungen. Zwei seiner Werke erwirbt Kaiserin Eugénie. Ritter der Ehrenlegion. 1858 Rückkehr nach Feodossija, wo er die folgenden zwanzig Jahre lebt, unterbrochen von einigen kurzen Reisen. 1887 Ehrenmitglied der Kunstakademie St. Petersburg. In seiner Dankesrede erwähnt er 4.000 Bilder, die er bisher geschaffen hat. Lebt zurückgezogen in seiner Heimatstadt bis 1900 und stirbt im Alter von 82 Jahren. Siehe auch Fundstück Aiwasowski
Die neunte Woge



Anita Albus *1942 Malerin, Autorin, Buchillustratorin
eine der besten Malerinneren unserer Zeit, geboren München, studiert in Essen freie Grafik und beginnt ihre künstlerische Arbeit als Kinderbuchautorin. Später illustriert sie u.a. Christoph Ransmayrs Die letzte Welt. 1997 erscheint ihr Essayband Die Kunst der Künste. Das Buch Von seltenen Vögeln berichtet von ausgestorbenen und gefährdeten Vogelarten mit eigenen und Bildern anderer Künstler, eine Synthese naturkundlicher, künstlerischer und erzählerischer Betrachtungs- und Darstellungsweise, wie Linnés „Lappländische Reise“, Audubons Darstellungen der amerikanischen Vogelwelt und Brehms „Tierleben“. 2007 erscheint Das Los der Lust, ein Versuch über Tania Blixen, und 2011 Im Licht der Finsternis: Über Proust.
Anita Albus ist auch Erfinderin. Die Art, wie sie malt, konnte sie nicht auf der Folkwangschule in Essen-Werden lernen; und die Farben, die sie verwendet, kann sie noch immer in keinem Geschäft kaufen. Die Pigmente Bleiweiß, Grünspan oder Pfirsichkernschwarz stellt Anita Albus selbst her. Sie mischt die Lösungen und Emulsionen, verleiht den Farben mit Honig oder Gummiarabicum Geschmeidigkeit, behandelt die Holz-, Kupfer- oder Leinwandoberflächen ihrer Gemälde oder färbt das Papier für ihre Aquarelle ein.
Haus im Haus - Schachbrettblume



Albrecht Altdorfer um 1480 - 1538, deutscher Maler, Kupferstecher und Baumeister
Gilt neben Wolf Huber als bedeutender Vertreter der sogenannten Donauschule, einer Stilbewegung entlang der Donau in Bayern und Österreich, auch „wilde Maler von der Donau“ genannt. Zusammen mit Albrecht Dürer, als dessen Schüler er gilt, sieht man ihn als Begründer der Nürnberger Kleinmeister.
Über sein Leben wenig bekannt; 1517 wählt man den angesehenen Bürger, der unter anderem für Kaiser Maximilian I. arbeitet, in den Äußeren Rat der Stadt Regensburg. Er ist Mitglied der Delegation der Ratsherren, die 1519 die Ausweisung der Regensburger Juden anordnet.
1535 reist er als Gesandter der Stadt Regensburg nach Wien zu Ferdinand I., um ein Entschuldigungsschreiben der Stadt zu überbringen, die wegen politischen und religiöser Umtriebe in Ungnade gefallen ist (Berufung eines protestantischen Predigers).
Von seinen Bildern sind besonders zwei bekannt: der von 1509 bis 1518 entstandene Sebastiansaltar von Stift St. Florian bei Linz mit seinen dramatisch-manieristischen Szenebildern sowie Die Alexanderschlacht (1528–1529)
Um 1522 entstehen seine ersten reinen Landschaftsgemälde und -zeichnungen. Altdorfer macht in der europäischen Malerei erstmals die Landschaft zum eigentlichen und selbständigen Bildthema. Selbst in seinen religiösen Gemälden und Altarbildern sind Menschen nur noch Beiwerk zur Landschaftsmalerei.
Alexanderschlacht



Friedrich von Amerling 1803 - 1887 österreichischer Maler, neben Ferdinand Georg Waldmüller einer der angesehensten österreichischen Porträtmaler des 19. Jahrhunderts
Sohn eines Gold- und Silberdrahtziehers, studiert 1815 bis 1824 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1824 Prag, Akademie der Bildenden Künste, 1827/28 London. Weitere Reisen Paris, Rom, 1828 wieder zurück in Wien, Aufträge des österreichischen Kaiserhauses, des Adels und Bürgertums.
Unternimmt zeit seines Lebens ausgedehnte Studienreisen: 1836 und 1838 nach Italien, 1838 in die Niederlande, 1839 nach München, 1840–1843 nach Rom, 1882 nach Spanien, 1883 nach England, 1884 nach Griechenland, 1885 nach Skandinavien bis zum Nordkap und 1886 nach Ägypten und Palästina.
Amerling ist viermal verheiratet: bis 1843 mit Antonie Kaltenthaler, bis zur Scheidung 1845 mit Katharina Heißler, bis 1880 mit Emilie Heinrich, und 1881 mit Maria Nemetschke, ehemals verheiratete Paterno. 1878 in den Adelsstand: Friedrich Ritter von Amerling. Als einer der angesehensten Künstler Wiens empfängt er zahlreiche wichtige Literaten und Musiker (wie Franz Liszt) bei sich zu Hause.
1858 erwirbt Amerling Schloss Gumpendorf in Wien und stattet es nach seinem Geschmack mit wertvollen Kunstschätzen aus, im Volksmund "Amerlingschlößl",
Römerin mit Spinnrocken "Chiaruccia"



Frank Auerbach * 1931 deutscher Maler
Einer der bedeutendsten Vertreter der figurativen Malerei in Großbritannien.
Sohn eines Patentanwalts, liberale, assimiliertes jüdische Elternhaus in Berlin, Mutter hat Kunst studiert, Cousin ist Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. 1939 entschließen sich Eltern, Auerbach mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu schicken.
Unterstützt von der Schriftstellerin Iris Origo verlässt der noch nicht Achtjährige mit fünf weiteren jüdischen Kindern Deutschland von Hamburg aus per Schiff. Seine Eltern sieht er nie wieder - sie sind Opfer des Holocaust. (In Wilmersdorf Güntzelstraße 49 je ein Stolperstein für Diplomingenieur Max Auerbach „deportiert 01.03.1943, Auschwitz“ und für Charlotte Auerbach „deportiert 03.03.1943, Auschwitz, ermordet 30.06.1943“)
Frank Auerbach wächst in England auf dem Land auf, besuchte die Bunce Court School in Otterden, Kent. Plant zunächst Lateinstudium. Spielt gleichzeitig Theater in verschiedenen kleinen Schauspieltruppen, besucht Kunstkurse an einer Art Volkshochschule. 1947 britischer Staatsbürger. 1948 - 1955 Kunststudium, zunächst in der Zeichenklasse des polnischen Malers David Bomberg, der ihn an das Werk Paul Cézannes heranführt. Schließt Studien am Royal College of Art mit Auszeichnung ab. Noch während der Studienzeit übernimmt er von Studienfreund, dem Maler Leon Kossoff, Atelier im Londoner Stadtbezirk Camden, Stadtteil Camden Town, wo er bis heute arbeitet. Erste Einzelausstellungen in London ab 1956, kein nennenswerter Erfolg; über viele Jahre muss er Maler Lebensunterhalt als Rahmenbauer und Kunstlehrer verdienen. Publikum und Kritik können mit den aus extrem dicken Farbaufträgen herausgemeißelten Porträts wenig anfangen.
Mit der Zeit entwickelt sich der eigenwillige Maler zum Geheimtipp in der internationalen Kunstszene, erste Ausstellungen auf dem europäischen Kontinent. Den Durchbruch als anerkannter Künstler schafft Auerbach 1986 im Alter von 55 Jahren mit der Gestaltung des britischen Pavillons auf der Biennale Venedig: gemeinsam mit Sigmar Polke Goldener Löwen.
W. G. Sebald veröffentlicht 1992 in "Die Ausgewanderten" (Schilderung von 4 Flüchtlingsschicksalen aus der Nazizeit, die alle auf Biografien realer Personen beruhen) als 4. Kapitel "Max Aurach". Als 1996 die englische Übersetzung (The Emigrants) erscheint, verweigert Auerbach die Genehmigung zur Veröffentlichung seiner Bilder in der englischen Ausgabe. Sebald hat sich im Recht gefühlt, die Lebensgeschichte von Auerbach zu adaptieren, weil er alles Material öffentlich zugänglichen Quellen entnommen habe, benennt aber das Kapitel um in "Max Ferber" - so auch der Titel in den späteren deutschen Ausgaben.
Der Maler gilt als Workaholic. Er ist eng mit den ebenfalls in London arbeitenden Malern Lucian Freud und R. B. Kitaj befreundet.
Bei Eröffnung der Auerbach-Ausstellung in Bonn März 2015 korrigiert der britische Botschafter schmunzelnd den angeblichen 80-Liter-Ölverbrauch des Künstlers: weniger als ein Zehntel. Viele Bilder Auerbachs sind acrylfarben, dass er sich ständig im Atelier aufhält - Mythologie, er skizziert viele Stunden im Freien - die Espressobarwände der National Gallery zeugen davon ...
In der Mai-Ausgabe 2015 des Kunstmagazins "BLAU" erinnert sich Auerbach, an den Kindertransport 1939: "Ich habe Deutschland mit einem kleinen Koffer verlassen, in den meine Eltern saubere Sachen für mich gepackt hatten. Sie sagten mir, dass sie nachkommen würden. Also wartete ich und rührte den Koffer nicht an, wollte alles aufheben für den Tag der Zusammenkunft . . ."
G.I. on her Blue Canlewick Cover



Hans Baldung gen. Grien ca. 1484 bis 1545 deutscher Maler, Zeichner und Kupferstecher
Zählt zu den herausragenden Künstlern der Renaissance im deutschsprachigen Raum.
Geboren in einer Gelehrtenfamilie in Schwäbisch Gmünd, beginnt 15-jährig Lehrzeit. 1503 wandert er nach Nürnberg, um sich bei Albrecht Dürer weiterzuentwickeln. Hier erhält er den Beinamen „Grien“, der Legende nach „der Grüne“, da er gerne grüne Kleidungsstücke trägt und überhaupt die grüne Farbe bevorzugt. Wird Dürers bedeutendster Mitarbeiter und leitet während Dürers Abwesenheit dessen Werkstatt. Er bleibt dem 15 Jahre Älteren, als dieser 1506 Nürnberg velässt, in lebenslanger Freundschaft verbunden. Dürer schätzt ihn sehr und schenkt 1521 auf seiner niederländischen Reise dem Maler Joachim Patinir des „Grünhansens Ding“, worunter Holzschnitte zu verstehen sind, die Baldung in Dürers Werkstatt fertigte. Schon zu Lebzeiten wird er als Nachfolger Dürers angesehen und erhält nach dessen Tod eine Haarlocke. Gegen Ende seiner Zeit in Nürnberg führt er zwei Flügelaltäre als Erstausstattung für die Maria-Magdalena-Kapelle der Bischofsresidenz auf der Moritzburg in Halle/Saale aus, die von 1608 bis 1838 im Halleschen Dom stehen: Dreikönigsaltar von 1506 und Sebastiansaltar von 1507.
1509 bis 1545 Straßburg, eröffnet eigene Werkstatt. Heirat mit Margarete Herlin, erfreut sich wachsender Beliebtheit und zunehmender Nachfrage als Maler. Sein Stil wird mehr manieristisch. 1512 in Freiburg im Breisgau Wandelaltar aus vier Tafeln mit Szene aus dem Marienleben (bei geschlossenem Zustand), einer Mitteltafel mit der Marienkrönung und zwei Flügeln mit den zwölf Aposteln (bei geöffneten Flügeln), einer ebenfalls bemalten Rückseite mit der Kreuzigung Jesu auf der Mitteltafel und je zwei Heiligen auf den beiden Flügeln, dazu eine bemalte Predella mit den porträtartigen Brustbildern der Münsterpfleger im Gebet vor Maria als der Patronin des Münsters.
1509 bis 1545 Straßburg, eröffnet eigene Werkstatt. Heirat mit Margarete Herlin, erfreut sich wachsender Beliebtheit und zunehmender Nachfrage als Maler. Sein Stil wird mehr manieristisch. 1512 in Freiburg im Breisgau Wandelaltar aus vier Tafeln mit Szene aus dem Marienleben (bei geschlossenem Zustand), einer Mitteltafel mit der Marienkrönung und zwei Flügeln mit den zwölf Aposteln (bei geöffneten Flügeln), einer ebenfalls bemalten Rückseite mit der Kreuzigung Jesu auf der Mitteltafel und je zwei Heiligen auf den beiden Flügeln, dazu eine bemalte Predella mit den porträtartigen Brustbildern der Münsterpfleger im Gebet vor Maria als der Patronin des Münsters.
Sintflut



Georg Baselitz * 1938 deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker, Professor
Setzt sich mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander, was zu seiner spezifischen Definition eines „erweiterten Kunstbegriffs“ und zur Konzeption der Sozialen Plastik als Gesamtkunstwerk führt, indem er Ende der 1970er Jahre ein kreatives Mitgestalten an der Gesellschaft und in der Politik fordert. Gilt weltweit als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts und als „idealtypischer Gegenspieler“ zu Andy Warhol.
Zerstörung und Leid des Zweiten Weltkrieges beeinflussen den Künstler nachhaltig: „Ich bin in eine zerstörte Ordnung hineingeboren worden, in eine zerstörte Landschaft, in ein zerstörtes Volk, in eine zerstörte Gesellschaft. Und ich wollte keine neue Ordnung einführen. Ich hatte mehr als genug sogenannte Ordnungen gesehen. Ich war gezwungen, alles in Frage zu stellen, musste erneut ‚naiv‘ sein, neu anfangen.“ Das Thema der Zerstörung kehrt, nebst weiteren autobiografischen Gegebenheiten, in vielen seiner Arbeiten wieder. Ordnungen und Konventionen der Wahrnehmung mithilfe seiner Malerei zu stören, ist seither ein wichtiges Leitmotiv in Baselitz’ Arbeiten. Seit 1969 malt er seine Motive auf dem Kopf, was seine Werke unverkennbar macht.
Geboren als Hans-Georg Kern in der Schule von Deutschbaselitz, wo sein Vater Lehrer ist. Kindheit, Schule und Abitur in seiner Oberlausitzer Heimat, Studium der Malerei Berlin-Weißensee, 1957 an der West-Berliner Hochschule. 1969 malte mit "Der Wald auf dem Kopf" sein erstes Bild in konsequenter Motivumkehr. 1971 Forst an der Weinstraße. 1975 Erwerb Schloss Derneburg bei Hildesheim. 2006 Buch am Ammersee, seit 2013 Salzburg.
Die große Nacht im Eimer



Bertram von Minden um 1340 bis 1415 oder 1415 oder Meister Bertram genannt, deutscher Maler, Holzschnitzer, Buchmaler
Genaue Lebenszeit unbekannt, man vermutet, dass er Ausbildung bei den Hofkünstlern Kaiser Karls IV. in Prag genießt. 1367 als Bertram Pictor erstmals in Hamburg genannt, leitet große Werkstatt, in der Maler und Bildschnitzer tätig sind. Hauptaltar der St. Petri-Kirche (heute Grabower Altar genannt) gilt als Hauptwerk. In Bertrams erstem Testament von 1390 ist von einer geplanten Pilgerfahrt nach Rom die Rede, Pilgerfahrt aber nicht belegt. Über seine Ausbildung nur Mutmaßungen: Einige Kunstwissenschaftler halten Pragaufenthalt für wahrscheinlich.
Die Tier- und Landschaftsdarstellungen auf seinen Gemälden zeigen große Nähe zur französischen Buchmalerei. Wie und inwieweit kann einfacher Handwerker zu solchen Büchern Zugang haben? Bertram stammt aus begüterter Familie, die Zugang zur Bildung hat, ein Familienmitglied etwa war Priester.
Grabower Altar



Joseph Beuys 1921 - 1986 deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker, Professor
Setzt sich in seinem umfangreichen Werk mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander, was zu seiner spezifischen Definition eines „erweiterten Kunstbegriffs“ und zur Konzeption der Sozialen Plastik als Gesamtkunstwerk führt, indem er Ende der 1970er Jahre ein kreatives Mitgestalten an der Gesellschaft und in der Politik forderte. Er gilt weltweit als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts und als „idealtypischer Gegenspieler“ zu Andy Warhol zu sehen.
Sohn eines Kaufmanns 1921 siedelt Familie nach Kleve über, Beuys beeindrucken Werke Edvard Munchs, William Turners, Auguste Rodins. Während der in Kleve von den Nazis organisierten Bücherverbrennung 1933 im Hof des Gymnasiums schafft der das Buch 'Systema Naturae' von Carl von Linné beiseite.
1936 Teilnahme am reichsweiten großen Sternmarsch zum Reichsparteitag nach Nürnberg. 1938 Entscluss, Bildhauer zu werden. Ab 1938 Cellospiel im „Bannorchester“ der HJ. 1939 schließt er sich einem Zirkus als Plakatausträger und Tierpfleger an. 1941 freiwillige 12-jährige Verpflichtung bei der Luftwaffe, auf der Krim stationiert, 1942 Luftkampf um Sewastopol teil. Ab Mai 1943 in Stuka eingesetzt. Luftwaffenstab Kroatien bis 1944 an der östlichen Adria stationiert. Während eines Einsatzes bei Schneefall und schlechter Sicht zerschellt 1944 bei Freifeld, Nasenbeinfraktur, mehrere Knochenbrüche und Absturztrauma. 1944 in Fallschirmtruppe. Britische Kriegsgefangenschaft, Entlassung 1945.
1946 Mitglied des „Klever Künstlerbundes“, Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf Studium der Monumentalbildhauerei. 1947 bis 1949 Mitarbeit an zoologischen Filmen. Prägender Einfluss der Steinersche Schrift "Kernpunkte der sozialen Frage". 1953 die erste Einzelausstellung. Ab 1955, nachdem ihm Verlobte den Verlobungsring Weihnachten zurückschickte, Schwermut und Antriebslosigkeit. Ende 1957 Kleve, Atelierräume. 1959 Heirat mit Eva-Maria Wurmbach, zwei Kinder. Im März 1961 Düsseldorf-Oberkassel, wo er bis zu seinem Tod lebt und arbeitet. 1961 Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
Juli 1971 lehnt die Universität 142 von 232 Bewerbern für ein Lehramtsstudium ab. Beuys verliest vor der Presse einen öffentlichen Brief an den Akademiedirektor, er hatte alle abgewiesenen Studenten in seine Klasse aufgenommen. Im Oktober besetzte Beuys mit 17 Studenten das Sekretariat der Akademie. Das Wissenschaftsministerium teilt mit, solche Situationen nicht mehr zu dulden. Als Beuys mit abgewiesenen Studenten 1972 erneut das Sekretariat besetzt, entlässt ihn Minister Rau fristlos. Studenten reagieren mit Hungerstreiks, Vorlesungsboykott, Unterschriftenaktionen, Transparenten. Große Resonanz in Rundfunk, Fernsehen und Presse. In einem offenen Brief fordern Künstlerkollegen, unter ihnen Heinrich Böll, Peter Handke, Uwe Johnson, Martin Walser, Jim Dine, David Hockney, Gerhard Richter und Günther Uecker, die Wiedereinsetzung. 1973 überquert in Einbaum den Rhein vom Ufer des Stadtteils Oberkassel zum gegenüberliegenden Ufer. 1974 Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
1980 Treffen mit Warhol in Neapel. 1981 Reise mit Familie im Wohnmobil durch Polen, um jene Orte, die er als junger Soldat schon sah, zu besuchen. 1982 Treffen mit Dalai Lama und medienwirksam aufbereiteter Eklat um die Fettecke („Verschwendung von Steuergeldern“), in der Düsseldorfer Kunstakademie installiert und postum 1986 von einer Reinigungskraft entfernt. Im Verlauf des Prozess, verpflichtet sich Nordrhein-Westfalen dem Kläger 40.000 DM Schadensersatz zu zahlen.
Fettecke



Albert Bierstadt 1830 - 1902 amerikanischer Maler deutscher Herkunft
Als Bierstadt zwei Jahre alt ist, verlassen seine Eltern gemeinsam mit zwei weiteren Söhnen Deutschland und siedeln sich 1833 in New Bedford, Massachusetts an, damals ein wichtiges Zentrum der amerikanischen Walfangindustrie. Bierstadts Vater hat dort Arbeit als Kellermeister gefunden. Über seine Jugendjahre ist wenig bekannt. 1850 begimmt Bierstadt, Autodidakt, eine professionelle Laufbahn als Zeichenlehrer. 1853 zurück nach Deutschland. Studiert bis 1857 an der Kunstakademie Düsseldorf, bereist Deutschland, die Schweiz und Italien. Hier fertigt Bierstadt zahlreiche Skizzen an, die er später im Atelier als Vorlage für großflächige Ölgemälde verwandte; das Monumentale sollte sein Markenzeichen werden.
1857 zurück in den USA, organisiert zunächst Kunstausstellungen.
Bierstadt hält Kontakt zu Malern der Schule von Barbizon und zu englischen Landschaftsmalern. Allmählich schwand das Interesse an seinen Werken, der Tod seiner Frau 1883 und andere Schicksalsschläge belasten den alternden Künstler, der vereinsamt und mittellos im Jahr 1902 in New York stirb; 1895 hatte er seinen Bankrott erklären müssen. Nach seinem Tod ist Bierstadt bald nahezu völlig vergessen, bis er in den 1960er Jahren im Zuge der Natur- und Umweltbewegung in den USA wiederentdeckt wurde.
Heute gilt er als einer der bedeutendsten Maler der sogenannten Hudson River School, gelegentlich auch Rocky Mountain School genannt: Dabei handelt es sich um einen losen Zusammenschluss von amerikanischen Ostküsten-Malern, die in ihren monumentalen Landschaftsbildern den unberührten amerikanischen Westen als Garten Eden der Neuen Welt verklärten. Bierstadts Werke hängen in den bedeutendsten Museen der USA und Europas.
The Rocky Mountains, Lander’s Peak



Fritz Bleyl 1880 - 1966, deutscher Architekt und Maler
Er gehört neben Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff zu den vier Gründungsmitgliedern der für den deutschen Expressionismus bedeutenden Künstlergruppe „Die Brücke“. Sohn eines Zwickauer Kaufmanns. Die Familie siedelt nach Stollberg/Erzgeb. um, 1901 beginnt er Architekturstudium an der TH Dresden, wo er den Kommilitonen Kirchner aus Chemnitz kennenlernt, es entwickelt sich enge Freundschaft. 1904 erste Begegnung mit Heckel und dessen Freund Schmidt-Rottluff, die ebenfalls in Dresden Architektur studieren. Intensive Beschäftigung mit der Technik des Holzschnitts, Tuschpinselzeichnungen und Landschaftsstudien. 1907 Heirat mit Gertrud Tannert, zwei Söhne.
Seine künstlerischen Stärken liegen vor allem auf dem Gebiet der Grafik, sodass er nicht zuletzt durch die Gestaltung von Ausstellungsplakaten und Einladungskarten in der Öffentlichkeit bekannt ist. 1906 bis 1910 Lehramt an der Bauschule Freiberg und an der Kunstgewerblichen Tischlerfachschule. 1910 Dresden, dann Laage/Mecklenburg. Promotion. Während 1. Weltkrieg Kriegsdienst in Sensburg/Ostpreußen. Nach Kriegsende Studienrat und Baurat Baugewerkeschule Berlin/Neukölln. Von 1946 bis 1948 lebt er bei Bruder Herbert in Zwickau, 1948 in Köln bei seinem Sohn. 1959 Umzug nach Lugano
Knieende



Pierre Bonnard 1867 - 1947 Maler, Grafiker, Illustrator, Plakatgestalter, entwirft Möbel und Bühnendekorationen
Sohn eines Beamten, 1885-88 Studium an der Sorbonne Jura. Dann École des Beaux-Arts und Académie Julian. Lernt Maurice Denis, Paul Sérusier und Edouard Vuillard kennen, gemeinsam gründen sie 1889 die Künstlergruppe "Les Nabis" (hebräisch: Propheten). Orientieren sich an der Kunst Paul Gauguins. 1896 erste Einzelausstellung. Beschäftigt sich mit japanischer Holzschnittkunst. Ab 1895 lithografische Arbeiten publiziert. 1900 illustriert er Paul Verlaines Werk "Parallèlement", 1902 entstehen Lithografien zu "Daphnis und Chloe".
Die Motive für seine Malerei findet Pierre Bonnard zu dieser Zeit vornehmlich im Pariser Alltagsleben, mit Blick für die kleinen Vorgänge auf den Straßen. Seinen eigentlichen Malstil entwickelt er nach Auflösung der "Nabis" 1905. Malerisches Werk umfasst Akte, Landschaften, Stillleben und Bildnisse. Zahlreiche Landschaftsbilder entstehen während seiner Reisen nach Holland, Belgien, Großbritannien, Italien, Spanien und Nordafrika, die er ab 1907 unternimmt.
1925 Heirat, 1926 zieht er ins südfranzösische Le Cannet, wo er fortan lebt und stirbt.
Plakat "France Champagne"



Paris Bordone ca. 1500 - 1571 Maler der venezianischen Schule.
Vermutlich um 1516 2 Jahre Schüler Tizians, 1538 beruft ihn Franz I. nach Frankreich, wo er König und die vornehmsten Herren und Damen malt. Mit Ehren überhäuft, laden ihn 1540 die Fugger in Augsburg ein, ihr Schloss auszumalen, danach in Venedig zurück, wo er stirbt.
Auch in Treviso, Vicenza, Crema, Genua und Turin tätig. Hauptbilder besitzen Uffizien und Pal. Pitti in Florenz, Treviso (Anbetung der Hirten), Genua, Mailand, Paris und Wien.
Die Übergabe des Rings an den Dogen"



Hieronymus Bosch (um 1450 bis 1516) Niederländischer Maler, über den man so gut wie nichts weiß - das Porträt ist ein Phantasiezeichnung ... Geboren in Herzogenburg, einem Ort, der in der Geschichte der Malerei ansonsten keine sonderliche Bedeutung hat. Eben dort stirbt er auch im Jahre 1516. In Wirklichkeit heißt er van Aken, gehörte Liebfrauenbruderschaft an, deren Mitglieder Tonsur trugen und Mysterienspiele aufführten. Wie berühmt Bosch schon zu Lebzeiten ist, beweisen die zahlreichen Repliken und Kopien seiner großen Flügelaltäre. Der Hofprediger, Chronist und Reisebegleiter Karls V. erwirbt 6 seiner Werke und würdigt den Künstler in seinem Malerbuch. Durch ihn lernte Philipp II. zwei Boschs Schaffen kennen und vertieft sich in seiner menschenfeindlichen Einsamkeit in die Gedankenwelt des Künstlers.
Der Garten der Lüste



Pieter Bruegel der Ältere um 1525/1530 - 1569 (genannt de Drol „der Drollige“ oder „Bauernbruegel“) Maler der Niederländischen Renaissance. Der Namen schreibt sich unterschiedlich: Brueghel, Breugel, Breughel, Brügel, Brügl, Brögel, Briegel. Der Künstler selbst signiert seine Werke mit Brueghel, ab 1559 mit Bruegel.
Über sein Leben ist wenig bekannt. 1551 Meister in Antwerpen, Italienreise zwischen 1552 und 1555, lebt ab 1553 für einige Zeit in Rom. 1563 Heirat mit Mayken Coecke, 1564 erster Sohn Pieter der Jüngere, 1568 zweiter Sohn Jan.
Eines seiner großen Vorbilder Hieronymus Bosch. Begründet mit Söhnen, Pieter („Höllenbrueghel“) und Jan („Blumenbrueghel“) die Künstler-Dynastie Brueghel. Pieter produziert fast serienmäßig Kopien der Kompositionen seines Vaters, Jan ebenfalls, entwickelte dann eigenen Stil. Jans Sohn Jan Brueghel der Jüngere und fünf von dessen sieben Söhnen malen ebenfalls. Keiner der Nachkommen ist aber so erfolgreich wie Pieter Bruegel.
Der Sturz des Ikarus



Johann Heinrich Bürkel 1802 - 1869
deutscher Maler des Biedermeier, der hauptsächlich Landschaften und Darstellungen aus dem Volksleben der Alpen malt
Absolviert zunächst Kaufmannslehre, mit 20 nach München, um Maler zu werden. Seine Werke finden bei der Akademie keine Anerkennung, bildet sich autodidaktisch durch Studieren und Kopieren der niederländischen Meister und spezialisiert sich früh auf die Darstellung von Landschaften. Ab 1824 erstes und wichtigstes Mitglied des neu gegründeten Münchener Kunstvereins, der Ausstellen seiner Bilder ermöglicht. Reist 4 Mal nach Italien, teilweise bis zu 2 Jahre. Heirat mit Johanna von Hofstetten, 4 Kinder. Höhepunkte seines Schaffens Teilnahme an den Weltausstellungen in London (1862) und Paris (1867), stirbt nach längerer Krankheit wohlhabend in seinem Münchener Atelier, schuf über 1.000 Ölgemälde und 6.000 Zeichnungen.
Wirtshaus im Gebirge



Nadja Buttendorf * Dresden 1984
Lebt in Berlin und arbeitet als Visual Artist. Gründungsmitglied des Cyborg e.V.s, eines Vereins zur Förderung der kritischen Begleitung der Verschmelzung von Technik und Mensch und hat sich auf kybernetische Verbesserungen des menschlichen Körpers spezialisiert. Zum Beispiel post-humaner Schmuck und Manikür-Kreation, die den menschlichen Körper verändern und erweitern.
Necklace



Caravaggio 1571 - 1610 bedeutender italienischer Maler des Frühbarocks, eigentlich Michelangelo Merisi oder Michael Angelo Merigi oder (nach dem Herkunftsort seiner Eltern Caravaggio in der Lombardei) kurz Caravaggio.
Zeichnet sich durch neuartige und realistische Bildgestaltung aus. Vornehmlich in der Behandlung christlicher Themen geht er durch Verknüpfung des Sakralen mit dem Profanen neue Wege. Seine bedeutendste malerische Innovation ist das Chiaroscuro, die Hell-Dunkel-Malerei, als ein Gestaltungselement der Szenen. Gilt zusammen mit Annibale Carracci als Überwinder des Manierismus und Begründer der römischen Barockmalerei.
Caravaggio führt ein bewegtes Leben. Nach einer Lehrzeit bei Simone Peterzano in Mailand reist er nach Rom, wo er vom mittellosen Künstler zum bevorzugten Maler der römischen Kardinäle aufsteigt. Wegen eines Totschlags aus Rom verbannt lässt er sich in Neapel und später Malta nieder, wird Ritter des Malteserordens, flieht nach einer tätlichen Auseinandersetzung nach Sizilien und kehrt nach einem Jahr nach Neapel zurück. Auf die Aufhebung seiner Verbannung aus Rom wartend, stirbt er mit 38. Schon bald nach seinem frühen Tod bilden sich Legenden, die ihn zum "Archetypen des verruchten Künstlers" werden lassen - und bis heute ist der "Mythos Caravaggio" ungebrochen.
Judith und Holofernes



Paul Cézanne Paul Cézanne 1839 - 1906 französischer Maler. Frühe Arbeiten von Romantik und Realismus geprägt, gelangt mit impressionistischen Ausdrucksformen zu neuer Bildsprache. Ruft in der zeitgenössischen Kunstkritik Unverständnis und Spott hervor. Aus der Vielzahl der an Cézannes Werk orientierender Künstler: Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Braque, André Derain. Die gegensätzliche Ausrichtung der malerischen Werke dieser Künstler lässt die Komplexität des Cézanne’schen Werks erkennen. Er zählt mit seinen Werken aus kunsthistorischer Sicht zu den Wegbereitern der Klassischen Moderne.
Sohn eines Huthändlers und späteren Bankiers, Eltern heiratenn erst nach der Geburt Pauls und seiner Schwester Marie, jüngste Schwester 1854 geboren. 1852 Collège Bourbon, wo er Freundschaft u. a. mit Émile Zola schließt, wohl unbeschwerteste Zeit seines Lebens, als die Freunde an den Ufern des Arc schwimmen und fischen. Sie debattieren über Kunst, lesen Homer und Vergil und üben sich im Verfassen eigener Gedichte, Cézanne oft in Latein.
Auf Wunsch des autoritären Vaters immatrikuliert er sich Paul Cézanne 1859 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Aix-en-Provence, vernachlässigte das ungeliebte Studium zunehmend, widmet sich lieber zeichnerischen Übungen und dem Verfassen von Gedichten. Vater kauft 1859 das Anwesen Jas de Bouffan (Haus des Windes), die zum Teil verfallene barocke Residenz des ehemaligen Provinzgouverneurs ist später für lange Zeit Wohnhaus und Arbeitsplatz des Malers, Gebäude und die alten Bäume im Park gehören zu seinen Lieblingsmotiven. 1860 malt Cézanne die Wände des Salons großformatig mit den 4 Jahreszeiten aus, die er ironisch mit Ingres signiert, dessen Werke er nicht schätzt.
Zola, der nach Paris gezogen ist, legt Cézanne nahe, ihm dorthin zu folgen. 1861 Paris, École des Beaux-Arts weist ihn ab. An der freien Académie Suisse trifft er den zehn Jahre älteren Camille Pissarro und Achille Emperaire aus seiner Heimatstadt Aix. Zola: „Paul ist immer noch der vortreffliche und seltsame Bursche, wie ich ihn in der Schule gekannt habe. Zum Beweis dafür, daß er nichts von seiner Originalität eingebüßt hat, brauche ich dir nur zu sagen, daß er, kaum hier eingetroffen, davon sprach, zurückzukehren.“ Geht wieder nach Paris, lernt viele junge Künstler kennen, nach Pissarro auch Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley. während des Deutsch-Französischen Krieges lebt Cézanne und Hortense Fiquet, seine Lebensgefährtin, im Fischerdorf L’Estaque bei Marseille, der Einberufung zum Wehrdienst hat er sich entzogen und versteckt. 1871 nach Paris zurück, 1872 Sohn geboren. Cézanne mit Frau und Kind in Auvers-sur-Oise, wo er den Arzt und Kunstfreund Paul Gachet kennenlernte, den späteren Arzt des Malers Vincent van Gogh. Cézanne folgt 1872 einer Einladung des Freundes Pissarro zur Zusammenarbeit nach Pontoise im Tal der Oise. Pissarro als einfühlsamer Künstler wird für den menschenscheuen, reizbaren Cézanne zum Mentor; er kann ihn zur Abkehr von den dunklen Farben auf seiner Farbpalette bewegen, Rat: „Malen Sie immer nur mit den drei Grundfarben (Rot, Gelb, Blau) und ihren unmittelbaren Abweichungen.“
1878 erfährt Cézannes Vater von der lange verborgen gehaltenen Beziehung zu Hortense und dem gemeinsamen Sohn. Er kürzt darauf den monatlichen Wechsel um die Hälfte, für Cézanne beginnt finanziell angespannte Zeit. 1886 Heirat mit Hortense Fiquet (obwohl Beziehung schon seit längerem zerrüttet), 1901 Erwerb eines Grundstücks nördlich der Stadt Aix-en-Provence, wo er nach seinen Bedürfnissen 1902 das Atelier am Chemin des Lauves bauen lässt. Im Jahr 1903 stellte er zum ersten Mal in Paris aus. 1905 Ausstellung auch mit seinen Arbeiten.
1906 an Sohn Paul: „Schließlich will ich Dir sagen, daß ich als Maler vor der Natur hellsichtiger werde, doch dass bei mir die Realisierung meiner Empfindungen immer sehr mühselig ist. Ich kann nicht die Intensität erreichen, die sich vor meinen Sinnen entwickelt, ich besitze nicht jenen wundervollen Farbenreichtum, der die Natur belebt.“ Am 15. Oktober gerät Cézanne beim Malen in ein Unwetter, verliert die Besinnung, wirde von den Kutschern eines Wäschekarrens aufgelesen und nach Hause gebracht. Schwere Lungenentzündung zu. Am nächsten Tag geht Cézanne noch in den Garten, um an seinem letzten Gemälde, dem Bildnis des Gärtners Vallier, zu arbeiten. Gesundheitszustand verschlechtert sich jedoch zusehends, stirbt.
Montagne Sainte-Victoire



Lovis Corinth (1858 - 1925) deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Neben Max Liebermann, Ernst Oppler und Max Slevogt wichtigster und einflussreichster Vertreter des deutschen Impressionismus. Er ist das einzige gemeinsame Kind seiner Eltern, hat aber mütterlicherseits fünf Halbgeschwister, mit denen er aufwächst. Gymnasium Königsberg. Vater verkauft sein Anwesen in Tapiau und zieht mit Lovis nach Königsberg, um ihm dort eine Malerausbildung zukommen zu lassen. Kunstakademie Königsberg, 1880 München, 1882 Militärdienst, Reise mit Vater Italien. Antwerpen, Paris. Im Sommer 1886 Ostseeküste, 1887 Berlin, 1891 bis 1900 München, Berlin, Mitglied der Secession. Paul Cassirer veranstaltet Ausstellung ausschließlich Lovis Corinth gewidmet. 1902 bis 1904 Zusammenarbeit mit Regisseur und Theaterbesitzer Max Reinhardt. 1904 Heirat mit Charlotte Berend, 1904 Sohn.
1908 zwei Schriftwerke: "Legenden aus dem Künstlerleben" und "Das Erlernen der Malerei".
1914 Monte Carlo und Rom, St. Moritz, 1917 Porträt des Großadmirals Alfred von Tirpitz. Weimarer Republik: Corinth sieht sich in seinem Glauben an die deutsche Malerei erschüttert:
„So ist der Hohenzollernstaat mit Stumpf und Stiel einstweilen ausgerottet. Ich fühle mich als Preuße und kaiserlicher Deutscher.“[27]
Im Jahr 1919 kauft Corinth ein Grundstück in Urfeld, auf dem seine Frau Charlotte Berend ihm ein Haus baut.
1925 Reise nach Düsseldorf und Amsterdam antrat, wo er sich noch einmal die Bilder von Frans Hals und Rembrandt anschauen will. Sirbt in Zandvoort nahe Amsterdam.
Selbstporträt mit Skelett



Gustave Courbet (1819 - 1877) französischer Maler
Als ältestes Kind einer wohlhabenden Bauernfamilie mit größerem Grundbesitz in Ornans geboren. Im Alter von 14 weiht ihn Professor Pére Baud in die Grundlagen der Malerei ein. Auf Wunsch der Eltern studiert er ab 1840 Rechtswissenschaft in Paris. Doch widmet er sich bald ganz und gar dem Zeichnen und entwickelt seine Technik, indem er im Louvre und anderen Museen die dortigen Kunstwerke vornehmlich spanischer und holländischer Meister kopiert. Unter den französischen Malern bewundert er besonders Gericault und Delacroix.
1841 mehrfach Selbstbildnisse, in denen er sich unter anderem als „Der Verzweifelte“ darstellt. Noch lebt er von der finanziellen Unterstützung seiner Familie, 1844 entscheidet er sich gegen den Willen des Vaters eindeutig für die Malerei. Mit unerschütterlichem Selbstvertrauen und Hartnäckigkeit schlägt er seine künstlerische Laufbahn ein. Reise 1847 nach Holland, fertigt Studien von Rembrandts Gemälden sowie von venezianischen und spanischen Meistern an. 1847 mit seiner Geliebten Virginie Binet einen Sohn, sie verlässt ihn 1850 und nimmt den Jungen mit. 1848, nach Abdankung Louis Philippes, findet der Pariser Salon ohne Jury statt, Courbet stellt 10 Gemälde aus, die die Kritik begeistert aufnimmt. Gustave Courbet entwickelt sich zum Hauptvertreter der realistischen Malerei in Frankreich und hat damit weitgehenden Einfluss auf die Entwicklung der nachfolgenden Malerei, besonders auf die realistischen Maler in Deutschland.
Mit einem weiteren provokatorischen Werk, „Der Ursprung der Welt“, erlaubt sich Courbet eine bis dahin unerreichte Kühnheit und Offenhei.
Ausgedehnte Reisen nach Frankfurt, Trouville-sur-Mer, Étretat ...
1869 Präsident der Republikanischen Kunstkommission, im Jahr darauf Stadtrat und damit Mitglied der Pariser Kommune.
Nach deren gewaltsamen Auflösung wegen seiner Beteiligung an der Zerstörung der Colonne Vendôme zu 6 Monaten Gefängnis und Geldstrafe. Er verbüßt die Strafe im Gefängnis von Sainte-Pélagie in Paris, darf aber malen. 1873 verlangt die französische Regierung Schadenersatz für die zerstörte Colonne Vendôme in Höhe von 335.000 Francs; er flieht mit seinem Schüler und Assistenten Cherubino Patà in die Schweiz, ohne Hoffnung, die geforderte gewaltige Summe durch den Verkauf von Bildern aufzubringen. Während seines Exils beschlagnahmt der französische Staat seinen Besitz.
In La Tour-de-Peilz verfällt er zunehmend dem Alkohol. Geldsorgen und gerichtliche Verfahren lassen ihn nicht mehr los. Stirbt an Herzinsuffizienz und Wassersucht.
Selbstbildnis als Verzweifelter



Thomas Couture (1815 - 1879) französischer Maler
Schüler von Antoine-Jean Gros und Paul Delaroche. Gewinnt Anfang der 1840er hohes Ansehen, da er die Eleganz der Zeichnung, der klassischen französischen Schule eigen, mit einem erhöhten Reiz der Farbe und Schwung der Darstellung zu verbinden weiß.
Sein Hauptwerk "Die Römer der Verfallszeit" feiert im Salon von 1847 Triumphe wie kaum je das Werk eines französischen Malers zuvor, wirkt ebenso sehr durch die großartige Bravour der Zeichnung wie durch das Kolorit, dessen gedämpfte Glut mit dem Stoff des Bildes harmoniert. Danach nichts Bedeutenderes mehr. Dagegen veranlasst seine virtuose Technik großen Zulauf von Schülern, auch aus Deutschland. Zu seinen Schülern gehören Puvis de Chavannes, William Morris Hunt, Anselm Feuerbach, Victor Müller, Édouard Manet (siehe -->), Marcellin Desboutin und der spätere Journalist und Politiker Antonin Proust.
Mit 63 stirbt Couture auf seinem Schloss in Villiers-le-Bel/Île-de-France.
Erneut bekannt wird Couture, da sich eines seiner Werke im so genannten 'Schwabinger Kunstfund' befind und 2019 an die Erben des früheren Besitzers Georges Mandel zurückgegeben wird.
Die Römer der Verfallszeit



Lucas Cranach der Ältere 1472 - 1553 deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Einer der bedeutendsten Maler, Grafiker und Buchdrucker der Renaissance. Ab 1505 Hofmaler am kursächsischen Hof unter Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Neben zahlreichen Altarwerken und allegorischen Gemälden fertigt er und seine Werkstatt vor allem auch eine große Zahl an Porträts seiner Dienstherren sowie der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Cranach-Werkstatt, die mutmaßlich rund 5.000 Gemälde hinterlassen hat, führt sein gleichnamiger Sohn Lucas Cranach d. J. fort. Erste künstlerische Asubildung bei seinem Vater, dem wohlhabenden Kronacher Bürger Hans Maler. Mindestens sechs Schwestern und zwei Brüder. 1502- 1504 Wien, das wegen des Kaiserhofs, Maximilians I., als kulturelles Zentrum jener Zeit, Kontakte zu zahlreichen Fürsten als potentielle Auftrag- und Arbeitgeber bot. Während dieser Zeit signiert er seine Bilder mit Lucas Cranach („Lucas Kronach“).
1505 Anstellung als Hofmaler bei Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen in Wittenberg. 1508 in diplomatischem Auftrag in den Niederlande (Mechelen) gesandt, wo er – neben anderen Mitgliedern der Familie – Porträts Kaiser Maximilians I. und des späteren Kaiser Karl V. Porträts anfertigt. Um 1512/13 Heirat mit Barbara Brengbier, Tochter des Bürgermeister von Gotha. Geburt der Söhne Hans, 1515 Lucas und bis 1520 3 Töchter. Um 1513 Beginn eines Weinausschankes. 1520 Kauf eriner Apotheke in Wittenberg, auch Buch- und Papierhändler, Verleger. Betreut 1522 Herausgabe von Martin Luthers Septembertestament. 1524 Treffen mit Albrecht Dürer in Nürnberg. 1519/1520 bis 1535 in Wittenberg wiederholt Kämmerer.
Freundschaft mit Philipp Melanchthon und Martin Luther. Cranach entwickelt sich nicht nur zu dem charakteristischen Maler der deutschen Reformation, er wirkte auch mittels seiner Grafiken in reformatorischen Schriften landesweit in der geistigen Auseinandersetzung dieser Zeit. Sowehl für reformatorisch gesinnte Auftraggeber, wie auch für Altgläubige.
Ab etwa 1530 auch seine beiden Söhne Hans und Lucas d. J. in der Cranach-Werkstatt tätig. Von 1537 bis 1544 wiederholt Bürgermeister von Wittenberg.
1540 tritt er für die Hinrichtung von Prista Frühbottin, ihrem Sohn Dictus und zwei weitere Personen wegen Hexerei ein; sie werden geschmaucht. Die alte Frau und die Mit-Delinquenten werden hingerichtet.
1547 unterliegt Cranachs dritter Dienstherr Herzog Johann Friedrich der Großmütige in der Schlacht bei Mühlberg den kaiserlichen Truppen und wird gefangen gesetzt. Auf seine Aufforderung folgt ihm Cranach drei Jahre später in die Gefangenschaft nach Augsburg, dann nach Innsbruck. In Augsburg macht er die Bekanntschaft Tizians. 1552 mit dem Herzog in dessen neue Residenz Weimar.
Auf seinem Grabstein wird er als „der schnellste Maler“ bezeichnet.
Die Fabel vom Mund der Wahrheit



Lucas Cranach der Jüngere 1515 - 1586 deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Geboren als jüngster Sohn in Wittenberg, genießt Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters Lucas Cranachs d. Ä. Als dieser in den Wirren der Reformationszeit 1550 seinem Kurfürsten Johann Friedrich dem Großmütigen freiwillig in die Gefangenschaft nach Augsburg folgt, übernimmt der Jüngere die Werkstatt und auch die anderen Geschäfte seines Vaters. Darunter befindet sich an vorderster Stelle die Väterliche Apotheke mit dem zugehörigen, vom Kurfürsten verliehenen profitablen Privileg.
Als Maler bleibt Cranach der Jüngere zeitlebens im Schatten seines Vater. Werkstatt wie auch begonnene Arbeiten des Vaters führt er im gewohnten Stil weiter. Nachdem in letzter Zeit mehr seiner Werke bekannt werden, gesteht man ihm aber ebenfalls einen bedeutenden Platz in der Kunstgeschichte zu. Seine ausdrucksvollsten Werke sind die Portraits, farbenfroh und maniriert.
Politisch und wirtschaftlich ist er genauso geschäftstüchtig und erfolgreich wie sein Vater. 1541 Heirat mit Barbara Brück, Tochter des sächsischen Kanzlers Gregot Brück, 1661 weite Ehe mit Magdalena Schurff, Tochter des sächsischen Leibarztes Professor Dr. Augustin Schurff.
1549 Ratsherr, 1555 Kämmerer, 1565 zum Bürgermeister von Wittenberg. Später lässt er sich in Weimar nieder, wo er stirbt.
Dessauer Abendmahl



Salvador Dalí (1904-1989). Spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner und eine der umstrittensten Figuren in der Kunst: Sympathie für Franco, exzentrisches Verhalten und Spätwerk.
Häufigste Themen Traum, Rausch, Fieber, Religion, seine Frau Gala.
Geboren Figueres/Katalonien als Sohn eines Notars, Mutter, die er sehr liebt, gleicht die Strenge des Vaters aus und toleriert seine frühen Eigenheiten wie Wutausbrüche, Einnässen, Tagträume und Lügen.
Privatgymnasium, Abendkurse an der Städtischen Zeichenschule. 1918 Anarchistengruppe, 1921 Gruppe „Renovació Social“. 1922 Abitur. Studium an der „Academia San Fernando“ für Malerei, Bildhauerei und Graphik in Madrid, im Studentenheim wohnen Luis Buñuel und Federico García Lorca. Um sein Künstlertum zu betonen, kleidet sich Dalí exzentrisch mit großem schwarzen Filzhut, Samtjacke und bodenlangem Umhang, trägt schulterlange Haare, Koteletten, Pfeife im Mundwinkel und Stock mit vergoldetem Knauf. Mit Lorca und Buñuel widmet er sich den Schriften Sigmund Freuds, nennt die Psychoanalyse eine der Hauptentdeckungen seines Lebens.
1926 Paris, lernt Picasso kennen. Im selben Jahr wegen ungebührlichen Betragens von der Akademie verwiesen. Sein Malstil weist jetzt kubistische, pointillistische und futuristische Einflüsse auf, schreibt kunstkritische Texte, statt. 1929 in der Gruppe der Surrealisten Paris, lernt die russische Emigrantin Gala kennen und obwohl er angibt, vollkommen impotent und sexuell unerfahren zu sein, ist er ein Leben lang in lustbetonter Abhängigkeit an sie gefesselt. Seine sexuelle Obsessionen spiegeln sich in seinen Bildern wider, Heirat nach der Scheidung Galas von Éluard 1934,
Gala wird seine Muse, ersetzt ihm Familie, organisiert Ausstellungen und ist seine Managerin. Bis 1932 Paris. Mit den steigenden Verkaufserlösen Ausbau sie des Hauses in Portlligat (Verbindung mehrerer ehemaliger Fischerkaten), in einer kleinen Bucht nahe Cadaqués. Es ist Galas Verdienst, dass Dalí finanziell zum erfolgreichsten Künstler seiner Zeit wird. Mit Picasso-Darlehen 1934 USA-Reise.
1934 Ausschluss Dalís von den Gruppensitzungen der Surrealisten, 1936 London bei Edward James, Multimillionär, Kunstsammler und Mäzen Dalís. Wegen des Spanischen Bürgerkriegs 1936 Europareisen, USA. Dalí nimmt Abstand vom Atheismus und wendet sich wieder dem katholischen Glauben zu.
1975 schlagen ihm Verachtung und Feindschaft entgegen. Staatschef Franco lässt kurz vor seinem Tod am 27. September 1975 fünf mutmaßliche Terroristen exekutieren, Dalí befürwortet dies in einem Interview. Ab 1981 Parkinson, 1984 schwere Verbrennungen durch Kurzschluss im Schlafzimmer. Mit 84 tot.
Der große Masturbator



Jacques-Louis David 1748 - 1825, französischer Historienmaler des Klassizismus
1774 für sein Gemälde "Der Arzt Erasistratos entdeckt die Ursache der Krankheit des Antiochus" ersten Preis des Prix de Rome, Stipendium für einen mehrjährigen Aufenthalt in Rom, wo er sich dem Studium der Antike, Michelangelos und Raffaels widmet. 1781 zurück in Paris, Bilder im Auftrag des Königs. Nach Beginn der Revolution ist David politisch tätig, beeinflusst die französische Malerei. Als entschiedener Republikaner 1792 Mitglied des Corps électoral von Paris und Konventsdeputierter, stimmte als solcher für die Hinrichtung Ludwigs XVI.
In seiner Macht stand es, die Zerstörung vieler Kunstwerke zu verhindern; er unterließ es aber, weil er von den vielen alten Denkmälern der Malerei, Skulptur und Architektur nichts als gut anerkannte, sondern auch hier vom Grund auf neu schaffen wollte.
Als Jakobiner und Freund Maximilien de Robespierres und Jean Paul Marats übte er auch im Sicherheitsausschuss bedeutenden Einfluss aus; doch hatte dies die Folge, dass er in den Sturz Robespierres (9. Thermidor) mit verwickelt war und eingekerkert wurde. Durch die Amnestie vom 26. Oktober 1795 bzw. die Bemühungen seiner Schüler und Verehrer wurde er gerettet. Während dieser wechselvollen Erlebnisse vollendet er zwei realistisch aufgefasste Gemälde, den Tod Lepelletiers de Saint-Fargeau und den Tod Marats. Auf seinem Bild Der Tod des Marat, das er 1793 im Auftrag des Konvents malte, stilisierte David den kurz zuvor ermordeten Jean Paul Marat zum politischen Märtyrer der Revolution. Es hängt heute in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel. Deutlich einfacher in der Ausführung, jedoch kaum weniger berühmt ist Davids ebenfalls 1793 entstandene Federzeichnung mit der Darstellung der vormaligen Königin Marie Antoinette auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung am 16. Oktober 1793. Im Gefängnis entstand der Entwurf zu seinen Sabinerinnen, den er 1799 ausführte und der sich heute im Louvre befindet.
Schließlich bot Napoleons Machtergreifung eine neue Chance und somit den Beginn einer neuen Epoche für David. Das Monumentalgemälde Die Krönung Napoleons I. und der Kaiserin Josefine in der Kathedrale Notre-Dame in Paris am 2. Dezember 1804 (Sacre de l’empereur Napoléon Ier et couronnement de l’impératrice Joséphine dans la cathédrale Notre-Dame de Paris, le 2 décembre 1804) entstand in den Jahren 1806/1807. Das Bild wurde 1808 im Regierungspalast aufgehängt und befindet sich ebenfalls im Louvre. In der Folgezeit entstanden viele Napoleon-Porträts und Schlachtenbilder.
Während der Herrschaft Napoleons verherrlichte David in seinen Bildern die Taten und Feste des Kaisertums. Davids Hauptwerke aus jener Zeit sind Napoleon zu Pferde, den St. Bernhard hinansprengend (Museum zu Versailles, Berliner Schloss, Trophäe Blüchers), die Krönung Napoleons (Louvre, le sacre genannt), Napoleon im Kaiserornat, Die Verteilung der Adler 1810 (Museum in Versailles), Das Fest auf dem Stadthaus etc. Außerdem schuf er 1814 Leonidas in den Thermopylen (im Louvre), das Porträt Pius’ VII. und das Bildnis der auf einem Ruhebett hingestreckten Madame Récamier (Louvre).
Mit Napoleons ging auch Davids Glücksstern in Frankreich unter. Als „Königsmörder“ wurde er 1816 aus der Liste der Mitglieder des Instituts gestrichen und aus Frankreich verbannt. Eine Einladung des Königs von Preußen – Friedrich Wilhelm III. – nach Berlin, wo er die Direktion sämtlicher Kunstanstalten übernehmen sollte, schlug er aus und zog nach Brüssel, um wenigstens in der Nähe Frankreichs zu weilen. Hier malte er trotz seines Alters und sonstigen Missgeschicks weiter, stellte die dabei entstandenen Gemälde in Gent, Brüssel und einige auch in Paris aus, war aber nicht dazu zu bewegen, auf dem Weg der Bitte die Gnade des Königs von Frankreich, Ludwig XVIII., zu gewinnen.
David stirbt in Brüssel., sein Herz ist auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise bestattet.
2012 auf dem Kunstmarkt bis zu 7 Millionen US-Dollar für eines seiner Ölgemälde gezahlt
David bildete über 400 Schüler aus, unter denen Antoine-Jean Gros, Jean-Baptiste Debret, François Gérard, Germain-Jean Drouais, Anne-Louis Girodet-Trioson, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Johann Peter Krafft, Alexandre Abel de Pujol, Michel-Martin Drolling, Jean Victor Schnetz, Johann Baptist Joseph Bastiné, Robert Lefèvre, Jacques-Laurent Agasse und Pieter Van Hanselaere die bedeutendsten sind. David hat einen lange reichenden Einfluss auf die moderne französische Malerei ausgeübt. Auch hat er den Grund zu der gediegenen technischen Bildung gelegt, welche einen Hauptvorzug der französischen Schule ausmacht. Auch in einigen von seiner antikisierenden Richtung unabhängigen, auf naturalistische Auffassung gegründeten Bildnissen, hat er Dauerndes geschaffen. Im Zusammenhang mit der Französischen Revolution und der Napoleonischen Ära kommt ihm auf dem Gebiet der bildenden Kunst epochale Bedeutung zu.
Der Tod des Marat



Edgar Degas 1834 - 1917 (Hilaire Germain Edgar de Gas) französischer Maler und Bildhauer, häufig zu den Impressionisten gezählt. Bilder unterscheiden sich jedoch von denen des Impressionismus durch exakte Linienführung und klar strukturierte Bildkomposition. Zahlreiche Porträts, einige wenige Bildthemen, die er immer wieder variiert: Ballett, Jockeys und Pferde, das Pariser Nachtleben sowie Frauen bei der Körperpflege.
Edgar Degas (wozu er seinen Namen später ‚verbürgerlicht‘), erstes von 5 Kindern eines neapolitanischen Inhabers einer Bank, die Mutter kreolischer Abstammung kam aus New Orleans; sie stirbt, als Edgar 13 ist. Großbürgerliches, den Künsten aufgeschlossenes Umfeld. Auf Wunsch des Vaters Jura-Studium, das er jedoch schon bald wieder aufgibt, um die Künstlerlaufbahn einzuschlagen. Der Vater unterstützt ihn dabei, stellt ihm Atelier zur Verfügung. Künstlerische Ausbildung auf eigene Faust. 1856 Italienreise, besucht Verwandte in Neapel, rund eineinhalb Jahre Rom, weiter nach Florenz. 1859 zurück in Paris.
Im Atelier von Edgar Degas geben sich die Frauen in den 1870er Jahren förmlich die Klinke in die Hand. Stundenlang müssen die Modelle so tun, als würden sie sich waschen oder einen Tanzschritt üben, während Degas die Szene mit Pinsel und Farbe fixiert. 1870/71 dient Degas als Artillerist in Paris; Augenleiden beginnt. 1872/73 New Orleans, besucht Verwandte mütterlicherseits. In den 1890er Jahren entwickelt sich Degas zum begeisterten Fotografen.
Bleibt unverheiratet, was Zeitgenossen zu mancherlei Gerüchten Anlass gibt. In seinen späten Jahren führt schroffe und boshafte Art, verbunden mit eigener Empfindlichkeit, dazu, dass sich Bekannte von ihm abwenden. Heftiger Antisemit, in der Dreyfus-Affäre nimmt er Partei gegen den beschuldigten jüdischen Offizier, was ihn viele Freundschaften kostet, darunter die zum Malerkollegen Camille Pissarro. Wegen seines Augenleidens gezwungen, die Ölmalerei einzustellen. Letzte Lebensjahre, vereinsamt und fast blind, in der Obhut einer Nichte, stirbt an Gehirnblutung.
La violación



Francisco de Goya (Francisco José de Goya y Lucientes) 1746 - 1828 spanischer Maler und Grafiker
Sohn des angesehenen Vergolders José de Goya, das 4. Kind nach 2 Schwestern und einem Bruder; es folgen nach ihm 2 weitere Brüder. Ab 1760 Unterricht bei dem Barockmaler José Luzán in Saragossa, wirkt hauptsächlich in Madrid. 1773 Heirat mit Josefa Bayeu. Akademieprofessor, in den 1770ern Bekanntschaft mit Luis de Borbón y Farnesio, Bruder des spanischen Königs Karl III., dessen Familien-angehörige er später mehrfach porträtiert. 1786 Hofmaler zunächst bei Karl III., ab 1788 Karl IV. Schaffung religiöser Fresken, etwa Basílica del Pilar in Saragossa, und einige von Giovanni Battista Tiepolos Malerei beeinflusste Altarbilder. Zahlreiche Porträts für den Adel und das spanische Königshaus.
1792 schwere Erkrankung, was zu lebenslanger Gehörlosigkeit führt. Für Spekulationen und Legendenbildung sorgt, nicht zuletzt der Roman "Goya oder der arge Weg der Erkenntnis" von Lion Feuchtwanger, seine vermeintliche Liebesaffäre mit der Herzogin von Alba, die er mehrfach porträtiert.
Nachdem die Bourbonen wieder auf dem spanischen Thron sitzen, ist Goya erneut Hofmaler. Schließlich aber ist die Situation für ihn, der in liberalen Kreisen verkehrt, nicht mehr tragbar. Um politischen Verfolgungen zu entgehen, reist er nach Frankreich, wo er von 1824 an in Bordeaux lebt und stirbt.
Der Krieg



Eugène Delacroix 1798 - 1863 französischer Maler, gilt wegen der Lebhaftigkeit seiner Vorstellungskraft und großzügigen Umgangs mit den Farben als Wegbereiter des Impressionismus. Stellte alljährlich im Pariser Salon Gemälde aus, deren leidenschaftliche Sujets Aufsehen erregten und nicht selten schockierten. Wird zwar der französischen Spätromantik zugeordnet, es lehnt es jedoch für sich ab, der populär werdenden Strömung der romantischen Schule zugeschlagen zu werden. Wird zum Vorbild vieler Impressionisten, die sich entschieden von der romantischen Schule und dem Klassizismus abgrenzen.
Vater Mitglied der Revolutionsregierung, bis 1797 Außenminister, dann Botschafter in Holland. In dieser Zeit wird Delacroix geboren. Es gibt allerdings gewichtige Hinweise, dass sein wirklicher Vater Charles Maurice de Talleyrand ist. Vater wird Präfekt des Départements Gironde, Familie zieht nach Bordeaux. Nach dem Tod des Vaters 1805 zieht nach Paris zurück. Verbringt Ferien in gotischem Kloster in der Normandie, die Ruinen beeindruckten ihn derart, dass er mit dem Malen beginnt. 1814 Tod der Mutter, 1816 Kunstakademie Paris.
Beobachtete Géricault bei der Arbeit am Floß der Medusa. Von dieser Erfahrung aufgewühlt, malt er die Dantebarke, 1822 im Salon ausgestellt, Staat erwirbt es, hängt im Palais du Luxembourg. 1827 Der Tod des Sardanapal entsetzt die Kritiker.
Freunde: George Sand und Frédéric Chopin. Stirbt an chronischen Halserkrankung.
Der Tod des Sardanapal



Otto Dix (1891 - 1969) deutscher Maler und Grafiker
Sohn eines Formers und Näherin. 1905 bis 1909 Lehre bei Geraer Dekorationsmaler. 1910 – 1914 mit Stipendium des Fürsten von Reuß Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden, setzt sich mit Malereigeschichte auseinander, studiert die Alten Meister in der Dresdner Gemäldegalerie, experimentiert mit kubistischen und futuristischen Formen.
Als Freiwilliger im 1. Weltkrieg. Studium in Dresden an der Akademie der bildenden Künste, Gründungsmitglied der Dresdner Sezession. Hauptwerk: "Schützengraben", das bedeutendste Anti-Kriegsbild seiner Zeit.
Geht nach Düsseldorf, 1923 Heirat mit der 4 Jahre jüngere Martha Koch (geschieden, 2 Kinder). Tritt der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland bei. 1925 Berlin, Wanderausstellung Neue Sachlichkeit, sein Werk prägt die Kunstrichtung entscheidend. 1927 bis 1933 Professur an der Kunstakademie in Dresden, 1932 Triptychon "Der Krieg".
1933 einer der ersten Kunstprofessoren, den die Nazis entlassen, sein Eigentum in Unterbilk zwangsversteigert. Zieht sich vor den Diffamierungen nationalsozialistischer Künstler nach Süddeutschland zurück, ab 1936 eigenes Haus in Hemmenhofen am Bodensee. 1937 zahlreiche seiner Werke in der Münchner Propaganda-Ausstellung „Entartete Kunst“ (als „gemalte Wehrsabotage“ diffamiert). 1939 vorübergehend inhaftiert. Innere Emigration, erhält aber weiterhin Privataufträge. Häufig in Chemnitz, wo ihn zwei Familien mit Einladungen, Auftragswerken und dem Ankauf von Werken unterstützen.
1945 zum Volkssturm eingezogen, französische Kriegsgefangenschaft, darf im Lager als Künstler arbeiten, 1946 Rückkehr nach Hemmenhofen. Wendet sich wieder der modernen Alla-Prima-Malerei zu und kehrt zum expressionistischen Malstil seiner Frühzeit zurück. Bleibt Außenseiter in den sich künstlerisch mehr und mehr voneinander entfernenden deutschen Staaten: Kann sich weder mit dem Sozialistischen Realismus der DDR noch mit der abstrakten Nachkriegskunst der BRD identifizieren.
Regelmäßige Arbeitsaufenthalte in Dresden, wo er eine „Zweitfamilie“, Käthe König und ihre gemeinsame Tochter hat. Seine Frau Martha weiterhin mit 3 Kindern in Hemmenhofen. In den 1960er zahlreiche Ausstellungen. Nach einem zweiten Schlaganfall Tod.
Der Krieg



Marcel Duchamp (1887 - 1968) französisch-amerikanischer Maler und Objektkünstler
Mitbegründer der Konzeptkunst, zählt zu den Wegbereitern des Dadaismus und Surrealismus. Nach ihm ist der Prix Marcel Duchamp benannt. Drittes von sechs Kindern des Notars Eugène Duchamp und Marie Caroline Lucie, Tochter des Malers, Kupferstechers und Schiffmaklers Émile Frédéric Nicolle. Duchamps ältester Bruder Gaston widmet sich unter dem Pseudonym Jacques Villon der Malerei, Bruder Raymond Duchamp-Villon bedeutender Bildhauer des Kubismus. Von den drei Schwestern ist die älteste, Suzanne Duchamp, ebenfalls Malerin. Mit 15 beginnt Duchamp zu malen.
Nach „Baccalauréat de philosophie“ in Rouen einige Monate an der privaten Kunstschule Académie Julian in Paris, 1905 freiwillig zum Militär gemeldet, ein Gesetz ausnutzend, das Ärzten, Rechtsanwälten, Facharbeitern und Handwerkern eine von drei auf ein Jahr verkürzte Militärdienstzeit garantiert. 1912 3 Monate München. Alte Pinakothek, Gemälde Lucas Cranachs schätzt er.
Duchamps Ansichten stellen den gängigen Kunstbegriff radikal in Frage: Als Readymade verwirklicht Marcel Duchamp das Konzept des Objet trouvé in seinem Fahrrad-Rad (1913), Flaschentrockner (1914) und Fontäne (1917). 1915 New York, 1919 Paris, 1942 New York. 1968 stirbt Duchamp nach einem fröhlichen Abend mit seiner Frau Teeny und den Freunden Robert und Nina Lebel sowie Man Ray und Frau Juliet in seiner Wohnung in Neuilly.
Nachspielbare Schachpartien von Marcel Duchamp auf chessgames.com
Akt, eine Treppe hinabsteigend Nr. 2



Albrecht Dürer (1471-1528). * Nürnberg Sohn eines aus Ungarn eingewanderten Goldschmieds deutscher Herkunft. Mit 15 bei Wohlgemuth in die Lehre. Martin Schongauers Werkstatt in Colmar sucht er auf (der Meister zu dieser Zeit schon tot), und durch fleißiges Kopieren der Stiche Mantegnas sucht er sucht die Kunst der großen italienischen Meister der Renaissance anzueignen.
1493, kurz vor seiner Hochzeit, schafft er mit Temperafarben auf Pergament ein 'Selbstbildnis', weist sich bereits hier in der harten Konturierung der Formen als Zeichnen aus, der höchste Ansprüche stellt und sich nicht mit ungefähren Andeutungen begnügt. 1498 arbeitet er mit gleichem Eifer und Geschick sowohl als Maler wie als Kupferstecher; die Holzschnitte 'Apokalypse' und die großen Kupferstiche sind ebenso bedeutend wie die erstenn Altarbilder. Seit dieser Zeit genießt Dürer, befreundet mit dem Humanisten Willibald Pirckheimer, in Deutschland hohes Ansehen. Zahlreiche Portraitaufträge, u.a. Bildnis 'Oswald Krel' auf leuchtend roten Hintergrund und mit seinem Bruder Hans Dürer 'Bldnis eines jungen Mannes'.
Während seines zweiten Aufenthalts in Italien (Ende 1506) malt Dürer im Auftrag der deutschen Kaufleute in Venedig das 'Rosenkranzfest' für den Hochaltar ihrer Kirche S. Bartholoeo. 1507 entstehen die beiden großen Aktbilder Bilder 'Adam' und 'Eva', 1508 eines der berühmtesten Beispiele Dürers reifen Stils: 'Anbetung der heiligen Dreifaltigkeit'. In den folgenden Jahren widmet Dürer sich hauptsächlich grafischen Arbeiten und zeichnet die geheimnisvollsten seiner Blätter: 'Melancholie' und 'Ritter, Tod und Teufel'. In den Jahren 1515-1519 sind es Entwürfe für Holzschnittillustrationen zu literarischen Werken Kaiser Maximilians I.
1520 bereist Dürer die Niederlande, überall hoch geehrt, bringt wundervolle Silberstiftzeichnungen mit.
Über seine letzten Jahren liegen die Schatten der Religionskämpfe, die ihn als aufrechten Lutheraner nicht unbeteiligt lassen. 1526 entstehen einige seiner besten Portraits und vor allem die erste monumentale Komposition 'Vier Apostel' ein Meisterwerk in der Farbigkeit und dem großartigen Entwurf der Gewänder, den einfachen Formen und der erhebenen Würde - gleichsam das Glaubensbekenntnis dieses Malers, künstlerisch gesehen, das Ende seine Entwicklung, die ihn vor dem brodlendem Linienspiel gotischer auf den Holzschnitten der 'Apokalypse' zu einem meisterhaft beherrschten Klassizismus führte. In diesem beweist er sich, ohne je seine dem germanischen Wesen entsprungenen künstlerischen Vorstellungen preiszugeben, den größten Italienern als ebenbürtig, anerkannt als weltgrößter Renaissancekünstler.
Selbstbildnis im Pelzrock



Anthonis van Dyck 1599 - 1641 (flämisch Antoon, auch Anton, Anthony) flämischer Maler (insbesondere Porträts) und Grafiker des flämischen Barocks, freier Mitarbeiter von Peter Paul Rubens
7. Kind eines reichen Textilkaufmanns, gilt als besonders begabt im Zeichnen. Arbeitet seit 1618 für Rubens, bei dem er bis Herbst 1620 wohnt. Dort lernt ihn der herausragende Kunstkenner Englands, Thomas Howard kennen und schätzen. Auf seine reist er 1620 nach England. König erteilt ihm Aufträge, herausragende Männer des Hofes zu malen. 1621 bis 1626 Italien, perfektioniert dort seine Porträtkunst. Insgesamt porträtiert er etwa 280 Personen.
1626 zurück in Antwerpen zurück, 1632 übersiedelt er nach London, wo er als Hofmaler, Liebling der Aristokratie und herausragender Porträtist für Karl I. arbeitet.
Jugendliches Selbstbildnis



Max Ernst 1891 - 1976 deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer
3. von 9 Kindern eines Taubstummenlehrers, durch den er Kontakt zur Malerei bekommt. Nach Abitur in Brühl Studium Altphilologie, Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte. Interessiert sich für die flämischen Meister Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel sowie für die deutsche Romantik, besonders für Caspar David Friedrich.
1914 - 1918 im 1. Weltkrieg in Frankreich und Polen. 1918 Heirat mit Dr. Luise Straus, Kunsthistorikerin. 1920 Sohn (unter dem Namen Jimmy Ernst als surrealistischer Maler in den USA bekannt).
1922 verlässt Ernst seine Fmilie und zieht nach Paris. 2 Jahre Gelegenheitsarbeiten, wohnt beim Ehepaar Éluard, verliebt sich in Gala, Éluard duldet das zunächst, entflieht 1924 aber der ménage à trois nach Saigon. Gala und Max folgen ihm. Éluards kehren nach Paris zurück, Gala heiratet später Salvador Dalí.
1925 eigenes Atelier in Paris. Erfindet die Frottagetechnik und Maltechnik der Grattage. 1926 "Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen" stößt auf scharfe Kritik der Kirche.

1927 Heirat mit der wesentlich jüngeren Marie-Berthe Aurenche. 1930 Rolle eines Räuberhauptmanns in dem umstrittenen surrealistischen Film 'Das goldene Zeitalter (L’Âge d’Or)' von Luis Buñuel und Salvador Dalí. 1933 lernt er die 20-jährige Künstlerin Meret Oppenheim kennen, mit der er eine bis ins nächste Jahr andauernde Liebesbeziehung hat.
1936 Scheidung von Marie-Berthe Aurenche.
1937 zwei seiner Bilder in der Münchner Ausstellung Entartete Kunst gezeigt.
1939 als „verfeindeter Deutscher“ in Frankreich insterniert, auf Vermittlung Éluards freigelassen. 1940 von der Gestapo inhaftiert, flieht 1941 über Spanien und Portugal in die USA. Max Ernst hieratet Peggy Guggenheim. Als er die junge amerikanische Malerin Dorothea Tanning trifft, Trennung von Peggy Guggenheim. 1946 Heirat mit Tanning.
1951 eine erste große deutsche Retrospektive im Brühler Schloss. 1953 kehren Ernst und Tanning nach Paris zurück. Er stirbt nach Schlaganfall einen Tag vor seinem 85. Geburtstag.
Natur im Morgenlicht



Hubert und Jan van Eyck um 1370 - 1426 flämische Maler
Jan van Eyck (1390 - 1441) gilt als Begründer und zugleich berühmtester Vertreter der altniederländischen Malerei. Er leitet die neue naturalistische Kunstepoche nördlich der Alpen ein. Wegen seiner vollendeten Maltechnik und seines Sinns für wirklichkeitsgetreue Darstellung b ezeichnen ihn viele Autoren sogar als „König unter den Malern“.
Nach dem Tod des Herzogs 1425 findet er Anstellung bei Philipp dem Guten. Sein Ruf als Maler hatte ihn an den damals prächtigsten Hof Europas, nämlich nach Lille, gebracht, denn er war auf Grund seiner Fähigkeiten, „von denen der Herzog durch in seinen Diensten stehende Personen gehört hatte und die auch er in der Person des Jan van Eyck erkannte“, eingestellt worden. Sein Vertrag war auf ein Jahr begrenzt, doch führte die Verlängerungsklausel dazu, dass van Eyck viele Jahre am Hofe Philipps III. blieb. Sein Aufgabenbereich beschränkte sich nicht nur auf das Malen von Porträts und das Dekorieren fürstlicher Residenzen, sondern er war auch für die Entwürfe vornehmer höfischer Kleidung, Schmuck für festliche Zeremonien oder für die Ausrichtung von Turnieren und anderen Festivitäten zuständig. Weitere Aufgaben waren das Bemalen von Schildern, Bannern und Fassen von Statuen.
Zweifellos sein Hauptwerk aber ist der Genter Altar von ca. 1435, den er mit seinem vermeintlichen Bruder Hubert van Eyck begonnen haben soll. Dieses Polyptychon ist ein Meisterwerk der Feinmalerei und das größte bekannte Werk der altniederländischen Malerei. Ab dieser Zeit arbeitete er auch für private Auftraggeber. Für den Kanzler Nicolas Rolin malte er eine Madonna mit dem betenden Stifter des Bildes als ihr Gegenüber, dargestellt im Stile einer ‚stillen Andacht‘. Für die Stadt Brügge schuf er sechs vergoldete Statuen, die für die Fassade des Rathauses gedacht waren. Im Jahr 1433 heiratete er Margarete und erwarb ein Haus im Hof- und Botschaftsviertel Brügges. Philipp der Gute erwies dem Künstler seinen Respekt, indem er für eines der beiden Kinder van Eycks eine Patenschaft übernahm. 1436 ging er auf seine letzte Geheimmission. Nach sechzehnjähriger Tätigkeit im Dienst des Herzogs starb van Eyck 1441 in Brügge, wo er am 9. Juli in der Kirche Sint-Donaas beigesetzt wurde.
Sein bekanntestes Werk ist der monumentale Genter Altar.

Malte Hubert mit?
Maurice Walter Brockwell, namhafter englischer Kunstschriftsteller, propagiert Brockwell unermüdlich die These, dass Hubert van Eyck ein Phantom ist, daß Jan van Eyck den Genter Altar ganz allein geschaffen habe.
Der Streit um die van Eycks geht lang. Bis ins Jahr 1933 einstimmige Annahme, es habe tatsächlich zwei Malerbrüder dieses Namens gegeben. Hubert galt als der phantasievollere, empfindsamere, vielleicht sogar genialere der beiden, während Jan, sein Schüler, der nach Huberts Tod den 1432 vollendeten Genter Altar weiterführt, von seinem Bruder durch seinen mehr realistischen Stil absteche.
Kunsthistoriker Friedländer kam die Existenz Huberts verdächtig vor.
1933 rückt der Brügger Sammler Emile Renders, Kunstkenner und -liebhaber von hohen Graden, mit dem dickleibigen Werk "Hubert van Eyck, Persönlichkeit und Legende" heraus, Sensation in der internatinalen Kunstwelt. Die Legende von Hubert, der angeblich in Gent gewirkt habe, spiegele nur den alten gegenseitigen Neid zwischen Brügge und Gent, den beiden mächtigen Handelsstädten Flanderns, verkündet Renders. Es habe die Genter nicht schlafen lassen, dass Jan, dessen Arbeit am Altar unbestreitbar ist, in Brügge gelebt hat, und deswegen hätten sie eine Phantasiefigur konstruiert und mit ihr die ganze Welt Jahrhunderte hindurch zum Narren gehalten.
Dürer, 1521 auf seiner Reise durch die Niederlande auch in Gent, nennt in seinen Tagebüchern an dortigen Malern nur drei, nämlich Jan van Eyck, seinen Zeitgenossen Rogier van der Weyden und den etwas späteren Hugo van der Goes. Warum erwähnt er den angeblich größeren Hubert überhaupt nicht, wenn er wirklich existiert hätte? Dürer verzeichnet aber bei seinem Genter Besuch ausdrücklich: "Darnach sahe ich des Johannes Taffel, das ist ein überköstlich hochverständig Gemähl." Von Hubert keine Rede.
Friedländer: "Jan van Eyck war ein Genie, zwei geniale Brüder, die gemeinsam arbeiten: diese Vorstellung widerspricht aller Erfahrung. Unsere Gefühle würden sich gegen die Entdeckung wehren, Shakespeare habe einen Bruder gehabt, von dem die Hälfte seines Werkes herrühre." und verweist auf einen der schwächsten Punkte aller Verfechter der Theorie von den "Brüdern" Eyck: dass auch nicht zwei Kenner sich über die Abgrenzung der Werke Huberts und Jans einigen können.
Trotzdem bleibt die Wissenschaft vorwiegend bei ihrer alten Auffassung, es habe doch zwei van Eycks gegeben. Man darf sich kaum wundern, dass die Kunstforscher so zähe an ihrem Hubert festhielten. Genie verwirrt. Es verwirrt gerade Gelehrte, die sich ihr Leben lang mit Genies auseinanderzusetzen haben, oft ohne welche zu sein.
Marienaltar



Conrad Felixmüller 1897 - 1977, deutscher Maler des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit.
Sohn eines Dresdner Fabrikschmiedes. Gibt 1911 das Musikstudium auf, studiert Kunst. 1919 Heirat mit Hanna Müller. Die grafischen Techniken Holzschnitt, Kupfer- und Stahlstich sowie Radierung autodidaktisch angeeignet.
1915 freischaffender Künstler, verweigert 1917 Militärdienst, als Krankenwärter zwangsverpflichtet. 1919 Gründungsmitglied und Präsident der Dresdner Sezession Gruppe mit Lasar Segall, Otto Dix und Otto Griebel und Mitglied der Novembergruppe. 1919 bis 1924 Mitglied in der KPD.
Verfasst Bildbeiträge für die linken Zeitschriften 'Die Aktion' und 'Menschen', stellt das Leben der Menschen im Ruhrgebiet in Bildern dar. 1933 seine Werke in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in Dresden geächtet, 1934 Umzug nach Berlin-Charlottenburg. Die Nazis vernichten 151 seiner Werke. Nach kurzem Kriegsdienst (1944/45) in Sowjetische Kriegsgefangenschaft.
1949 Berufung als Professor an der Pädagogischen Fakultät der Universität Halle. Lehrt bis 1961, nach Emeritierung wieder zurück in Berlin-Köpenick. 1967 Übersiedelt er nach Berlin-Zehlendorf, wo er 1977 nur wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag 1977 stirbt.
Elbebaggerer



Jean Fouquet um 1420 - ca 1480, französischer Buch- und Tafelmaler
Einer der bedeutendsten Künstler an der Schwelle von der Spätgotik zur Frührenaissance. Geboren in Tours bereist er zwischen 1445 und 1447 Italien. Seit den 1450er Jahren steht er im Dienst König Karls VII. und Ludwigs XI., dessen Hofmaler er 1475 wird. Zu seinen Auftraggebern zählten zahlreiche hohe Beamte des Staates wie der Kanzler Guillaume Juvénal des Ursins und der Schatzmeister des Königs, Étienne Chevalier. Für diesen schafft er mit dem sogenannten Stundenbuch des Étienne Chevalier (nach 1448) und dem Diptychon von Melun (um 1455) zwei der bekanntesten Werke der französischen Buch- und Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts.
Fouquet reist als junger Maler nach Rom und eröffnete damit die Tradition der Italienfahrten großer Künstler. Ob er die kostspielige und aufwändige Reise als Begleiter einer diplomatischen Mission antritt oder sie aus persönlichen Gründen unternimmt und privat finanziert, ist ungeklärt.
Diptychon von Melun



Lucian Freud 1922 - 2011 britischer Maler
Einer der bedeutendsten Porträtmaler des 20. Jahrhunderts
Einer von drei Söhnen des österreichischen Architekten Ernst Ludwig Freud und der aus einer Berliner Kaufmannsfamilie stammenden Lucie Freud, und ein Enkel von Sigmund Freud. Die Familie emigriert 1933 nach England, 1939 nimmt Freud die britische Staatsbürgerschaft an.
Dartington Hall School in der Grafschaft Devon und Bryanston School in Dorset, die ihn wegen Disziplinschwierigkeiten aus der Schule schmeißt. 1939 bis 1941 East Anglian School of Painting and Drawing in Dedham. 1941 nach 3 Monaten Handelsmarine ausgemustert, Studium am Londoner Goldsmiths College.
1941 Paddington, wo er 30 Jahre wohnt, bis er 1977 nach Holland Park umzieht. 1941 mit John Craxton zwei Monate in Paris und auf der Insel Poros. 1947 längeres Verhältnis mit Kitty Garman, Tochter des Bildhauers Jacob Epstein, und Nichte von Lorna Wisharts (1911–2000), mit der Freud ein längeres Verhältnis gehabt hatte. 1948 Heirat mit Kitty Garman. 1949 Visiting Tutor an der Slade School of Fine Art, wo er bis 1954 unterrichtet.
1952 Affäre mit der aus einer anglo-irischen Aristokraten-Familie stammenden Lady Caroline Blackwood, deren Mutter ein Mitglied der Guinness-Familie ist. Sie brennt als 21-Jährige mit Freud nach Paris durch, heiratet ihn dort 1953. Zurück in London wird sie zum Mittelpunkt der Londoner Bohème.
1954 22 Bilder auf der Biennale von Venedig ausgestellt. Zunehmend Aufträge aus der englischen Aristokratie, die ihm sorgenfreies Leben ermöglichen. Gelegentlich Irland, 1951/52 Portrait of Francis Bacon, 1988 aus der Berliner Neuen Nationalgalerie gestohlen. In London gehört Freud zu einer losen Gruppe von Künstlern, die figurativ malen und mehr oder weniger intensiv miteinander in Kontakt sind, u.a. Frank Auerbach.
1974 erste Einzelausstellung.
Aus der Ehe (1952 geschieden) mit Kitty Garman (1926–2011) 2 Töchter. Ehe mit Lady Caroline Blackwood (1959 geschieden, kinderlos).
Zitate; Liebe und Kunst sind für mich die einzigen ernsthaften Dinge.
Mein Werk ist rein autobiographisch. Es ist über mich selbst und meine Umgebung. Es ist ein Versuch eines Berichts. Ich arbeite über Leute, die mich interessieren, die ich mag und über die ich nachdenke, in Räumen, in denen ich lebe und die ich kenne.
Ich könnte niemals etwas in ein Bild hineintun, was nicht aktuell vor mir liegt, das wäre eine sinnlose Lüge, nichts als ein wenig Täuschung.

Sein nach Legaten und Steuern verbliebenes Vermögen von 42 Mill. £ wird in einen Trust von der Anwältin Diana Rawston und Freuds Tochter Rose Pearce verwaltet. Diese Regelung hat Freuds Sohn Paul McAdam, der wie Freuds andere Kinder im Testament nicht bedacht wurde, vor Gericht angefochten. Über den Arts Council of England wird Freuds Sammlung von Werken seines langjährigen Freundes Frank Auerbach zur Begleichung von Steuerschulden verwendet. Lucian Freud zählt zu den Künstlern der Gegenwart, deren Gemälde auf Auktionen Spitzenpreise erzielen. (2008 Porträt von Sue Tilley bei Christie’s 33,6 Millionen $). Aus seinen zahlreichen Beziehungen eine Reihe von Kindern, über deren genaue Anzahl spekuliert wird:
Kitty Garman (1926–2011)
Annie Freud (* 1948)
Annabel Freud (* 1952)
Suzy Boyt (* 1935)
Alexander Boyt (* 1957)
Rose Boyt (* 1959) (Rose Pearce)
Isobel Boyt (* 1961)
Susie Boyt (* 1969)
Katherine Margaret McAdam (1933–1998)
Jane McAdam Freud (* 1958)
Paul Freud (* 1959)
Selbstbildnis



Caspar David Friedrich (1774 - 1840) Maler
Friedrich ist das 6. von 10 Kindern eines Talgseifensieders und -kerzengießers in Greifswald. In der Erziehung herrscht die puritanische Strenge des Vaters. Als Ursache für spätere Depressionen gilt in der Psychopathographie Friedrichs der tödliche Unfall seines 1 Jahr jüngeren Bruders Christoffer. Caspar David war ins Wasser gefallen und Christoffer ertrinkt beim Versuch, ihn zu retten. Friedrich studiert Kunst in Kopenhagen, kehrt 1798 nach Greifswald zurück und zieht nach Dresden, von wo er immer wieder länger zu Fuß nach Neubrandenburg, Breesen, Greifswald und Rügen wandert.
In den Sommern 1802 und 1803 wanderunternimmt er ausgedehnte Wanderungen auf der Insel Rügen.
Nach 1801 gerät Friedrich vermutlich in eine seelische Krise mit schweren depressiven Perioden (Suizid-Versuch? Unglückliche Liebesbeziehung?) 1806 bis 1811 Reisen nach Neubrandenburg, Breesen, Greifswald, Rügen, Nordböhmen, ins Riesengebirge und in den Harz. Nach dem Sieg Napoleons in der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 lebt Friedrich in Sachsen, ist Anhänger einer nationalen Befreiungsbewegung und steigert seine nationale freiheitliche Gesinnung zu einem chauvinistischen Franzosenhass. Sein bescheidenes Atelier wird Zentrum patriotischer Männer.
1818 Heirat mit der 19 Jahre jüngeren Caroline Bommer, 3 Kinder. 1824 außerordentlicher Professor an der Dresdner Akademie, 1826 Kur in Rügen, Verkauf der Bilder schwierig, Familie lebt in finanzieller Not, 1835 Schlaganfall, mit 65 stirbt Friedrich.
Zwei Männer in Betrachtung des Mondes



Eduard Gärtner 1801 - 1877 deutscher Vedutenmaler des 19. Jahrhunderts.
Seine zwischen 1828 und 1870 entstandenen Ansichten von Berlin geben Aufschluss über das historische Erscheinungsbild der Stadt im Biedermeier. Seine Lehre absolviert er in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Schüler des königlichen Hoftheatermalers Carl Wilhelm Gropius, der ihn in Kontakt mit der Berliner Künstlerelite bringt. Ab 1822 regelmäßige Austellung in der Akademie der Künste, was seiner Kunst öffentliche Anerkennung bringt. In den 1820er-Jahren Studienreise nach Paris. Nach freier Maler in Berlin, spezialisiert sich vor allem auf Berliner Stadtansichten. Hauptwerk aus dieser Zeit: Berlin-Panorama von 1834. Ende der 1830er-Jahre geschäftliche Reisen nach Russland. In den 1840er-Jahren wendet Gärtner sich mehr einem bürgerlichen Kundenkreis zu, erweitert Repertoire verstärkt um Landschafts- und Innenraumdarstellungen. Seit den 1850er-Jahren macht die Fotografie Gaertners Architekturmalerei zunehmend unrentabel. 1870 Rückzug nach Zechlin.
Unter den Linden mit Denkmal Friedrichs II.



Thomas Gainsborough 1727 - 1788 englischer Maler, widmet sich vor allem der Porträt- und Landschaftsmalerei, gilt neben William Hogarth und Joshua Reynolds als bedeutendster englischer Maler des 18. Jahrhunderts
Die Namenszusätze RA FRSA bedeuten:
RA = Royal Academician, Mitglied der Royal Academy of Arts in London, eine der wichtigsten Kunstinstitutionen in Großbritannien, die sich der Lehre und Förderung von Malerei, Bildhauerei und Architektur widmet. Die Anzahl der Mitglieder, Members genannt, anfänglich auf 40 beschränkt, seit 1991 auf 80.
FRSA = Fellow of the RSA (Royal Society of Arts - offiziell Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures & Commerce - Königliche Gesellschaft zur Förderung der Künste, der Industrieerzeugnisse und des Handelsgewerbes), eine britische Kultureinrichtung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Plattform für kritische Diskussionen und neue Ideen zu schaffen, um somit die Aufklärung im 21. Jahrhundert voranzutreiben. Die Gesellschaft handelt nach vier Grundsätzen: Eigenständigkeit, Engagement, Aufrichtigkeit und Offenheit. 1754 gegründet, Sitz in London.
Gainsborough, geboren als fünfter Sohn eines Stoffhändlers. 1740 London Kunststudium, 1743 bereits eigenes Atelier. 1746 mit 19 Heirat mit der 16-jährigen Margaret Burr (wahrscheinlich uneheliche Tochter des Duke of Beaufort).
Erfolge als Maler zunächst mäßig. 1748 Rückkehr nach Sudbury. 1752 Ipswich, 1759 Bath.
Teilnahme an Londoner Kunstausstellungen. Gainsboroughs Verhältnis zur Royal Academy mit ihrer Favorisierung alter kontinentaler Maltraditionen gespalten, weil seine sensualistisch ausgerichtete Malweise der Farbe den Vorzug vor der akademischen Zeichnung gibt. 1774 endgültig in London, wo er sich als Porträtist etabliert. Sirbt 1788 an Krebs.
Mr. und Mrs. Andrews



Thomas Gatzemeier * 1954 Maler
Ausbildung als Schrift- und Plakatmaler, Steinmetzgehilfe, Grabsteindesigner. Studium Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst zu Leipzig. Freier Künstler, Ausstellungsverbot, verlässt 1986 die DDR, geht nach Karlsruhe, Zürich, Worpswede. 2006 – 2015 Atelier in Leipzig, wo er seit 2020 lebt und arbeitet. 2010 „Der Sekretär“ Roman, 2012 „Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen.“ Roman
Studio 2008



Paul Gauguin 1848 - 1903 einflussreicher französischer Maler, fertigt auch Keramiken, Holzschnitzereien, Holzschnitte.
Bekannt vor allem durch seine Gemälde aus der Südsee. Gauguins postimpressionistisches Werk beeinflusst stark die Nabis und den Symbolismus; Mitbegründer des Synthetismus und Wegbereiter des Expressionismus, wobei er wichtige Rolle in der Entwicklung der europäischen Malerei spielt.
Paul Gauguin riskiert für seinen Wunsch, Maler zu werden Familie, Gesundheit, das finanziell abgesicherte Leben eines Börsenhändlers. Schon in seinen frühen Jahren ist Gauguins außergewöhnlicher Wunsch angelegt, in die Fremde zu ziehen und das Ursprüngliche zu finden: Seine Eltern wandern nach der Machtergreifung Kaiser Napoleons III. nach Peru aus, von wo er erst 1855 zurückkehrt. Nach einer Ausbildung zum Matrosen in der Handelsmarine lässt er sich 1871 im Bankhaus Bertin anstellen. Während er erfolgreich an der Börse spekuliert, beginnt er in der Freizeit zu malen und zu zeichnen. Hochzeit, Geburt seiner 5 Kinder, Bekanntschaft mit Camille Pissarro und ein Erweckungserlebnis in der Impressionisten-Ausstellung folgen Mitte der 1870er Jahre rasch aufeinander.
Die Trennung von Frau und Kindern 1885, die ein beschauliches Leben in Kopenhagen dem Risiko einer Malerkarriere vorziehen, markiert einen Bruch in seiner Biografie. Schon im Jahr davor hat er ein neues koloristisches Konzept und die Vereinfachung der Natureindrücke vorangetrieben sowie einen formbetonenden Pinselstrich erprobt. Noch beschäftigt er sich mit Landschaftsmalerei, in denen Menschen hauptsächlich als kleine Staffagefigur auftreten, um die Größe und Schönheit der Natur zu huldigen. Dennoch empfindet Gauguin die Verselbständigung des Farbauftrags quasi um seiner selbst willen als hohl und verachtete daher die Shootingstars der letzten Impressionisten-Ausstellung, die Pointillisten und Divisionisten. Am besten lässt sich das aus seiner Aussage über Claude Monets Gemälde der 1880er Jahre ableiten, die er zugunsten von Cézannes Entwicklung zurückweist:
Ich habe die Monets aus Italien gesehen: Sie sind von der Ausführung her erstaunlich, und teilweise ist das ihr Fehler; ich muss gestehen, dass sie mir total missfallen, vor allem als Weg. Abgesehen davon habe ich bei Tanguy vier stark bearbeitete Cézanne aus Pontoise gesehen, das sind Meisterwerke und sie stellen hauptsächlich reine Kunst dar, die anzuschauen man nicht müde wird.
Der ehemalige Bankier und Vertreter des Kapitalismus wandelt sich zum meditierenden Mystiker, überzeugt, dass das Ziel seiner Malerei sei, „alles Glauben, passives Leiden, religiösen primitiven Stil und die große Natur mit ihrem Schrei“ auszudrücken. Fernab der Zivilisation will Gauguin seine Kunst „im primitiven und wilden Zustand pflegen“. Aufenthalte auf Martinique und in Tahiti bis 1893 bereiten das „Exil“ des Malers ab 1894 vor. 1895 bis 1901 lebt er erneut in Tahiti und von 1901 bis 1903 auf den Marquesas-Inseln. Insgesamt verbringt er 10 Jahre auf pazifischen Inseln. Die Zivilisation ist für Gauguin mit einer rigiden Sexualmoral verbunden, der er genauso zu entfliehen hofft, wie er die Schönheit der Tropen schätzt und die Exotik der Eingeborenen sucht. Ihre reiche Götterwelt, die Mythen der Insulaner ziehen ihn bald in ihren Bann und lösen christliche Symbole ab. Die heilige Scheu vor göttlichen Wesen, auf die das Wort Tabu (mit polynesischem Ursprung) hinweist, und die Religion der sinnlichen Liebe werden wichtige Inspirationen seines reifen Werks. Der bislang nur selten verwendete Akt wird in der südlichen Hemisphäre zu einem der wichtigsten Themen, begleitet von Stillleben und Landschaften. Wie mannigfaltige Evas im Paradies oder Aphroditen im Elysium wirken die meist unbewegten Frauen. Die Bildtitel verweisen auf Zwischenmenschliches, das die ausdruckslosen Gesichter selten widerspiegeln. Einzig die Augen bleiben lebendig und schaffen immer wieder Bezüge zwischen den Dargestellten.
Erst 1900 ermöglicht ihm ein Vertrag mit dem Kunsthändler Vollard, von seiner Kunst zu leben. Davor arbeitet er als Zeichner für das Grundbuchamt von Papeete, gründet eine satirische Monatsschrift und schreibt für eine Zeitung. Auf der Suche nach neuer Inspiration und einem günstigeren Leben übersiedelt Gauguin im September 1901 auf die Marquesas-Insel Hiva Oa, rund 1500 Kilometer östlich von Tahiti, wo er verstirbt.
Stillleben mit dem Profil Charles Lavals



Artemisia Gentileschi 1593-1654 italienische Malerin des Barock, gilt als bedeutendste Malerin ihrer Epoche
Tochter des Malers Orazio Gentileschi. Durch den Tod ihrer Mutter 1605 Halbwaise. Artemisia steht oft Modell für ihren Vater, der auch frühzeitig ihr Talent erkennt und sie in Malerei unterrichtet.
Obwohl Artemisia außerhalb ihres Elternhauses als Künstlerin nicht in Erscheinung zu treten darf, hat sie des öfteren Gelegenheit, sich mit anderen Künstlern auszutauschen, die als Freunde ihren Vater besuchen. Einer von ihnen ist Agostino Tasse, bekannt als lo smargiasso (der Prahlhans). Als er Artemisia etwas über die perspektivische Darstellung lehrt, nutzt er die Abwesenheit seines Freundes und vergewaltigt die Tochter, die seine vielen Annäherungsversuche immer abgelehnt hat. Um ihre Ehre zu retten willigt die junge Artemisia ein, Tassis Frau zu werden. Der will und kann die Ehe mit seinem Opfer jedoch nicht eingehen, er ist bereits verheiratet.
Ein Jahr nach dem Verbrechen zeigt Artemisias Vater den Täter schließlich an, was zu einem langen und für Artemisia schmerzvollen Prozess führt. 7 Monate dauert es, bis das Gericht Tassi verurteilt. Bis dahin muss Artemisia so Einiges ertragen: Bezweiflung ihrer Schilderung, demütigende Untersuchungen und sogar Folter.
Nach dem Prozess verheiratet sie ihr Vaters mit dem ihr unbekannten toskanischen Maler Pierantonio Stiattesi. Sie geht mit ihm nach Florenz, einerseits froh, die Stadt Rom mit all den bösen Erinnerungen hinter sich lassen zu können. Aber auch, um sich von ihrem Vater zu entfernen, der inzwischen seine Freundschaft zu Agostino Tassi wieder hat aufleben lassen.
In der Hauptstadt der Toskana wird Artemisia schließlich als Künstlerin bekannt, auch wenn der Klatsch über den Vergewaltigungsprozess immer überwiegt, er hat ihren Ruf für immer beschädigt. Artemisia lebt bis 1621 in Florenz, sie nutzte die Zeit intensiv und macht viele interessante Bekanntschaften, darunter Galileo Galilei. Zudem wird ihr als erste Frau überhaupt die Ehre zuteil, an der dortigen Accademia di Disegno aufgenommen zu werden.
Der Schuldenberg ihres Mannes und ein auf eine außerehelichen Beziehung folgender Skandal lassen Artemisia nach Rom zurückkehren, das ihr Vater im Jahr zuvor mit Ziel Genua verlassen hat. Sie siedelt nach Venedig über, wo sie bis 1630 bleibt. Artemisia Gentileschi teilt das Schicksal vieler Künstlerlinnen. Auch bei Frida Kahlo, Margaret Keane oder Joan Mitchell dauerte es lange, bis ihre Arbeit anerkannt wird. Im Fall Artemisia Gentileschi geht es jedoch nicht um Jahrzehnte, wir sprechen von Jahrhunderten. Im 18. und 19. Jahrhundert ist ihr Werk völlig in Vergessenheit geraten. Erst ein Artikel des Kunsthistorikers Roberto Longhi im Jahr 1916 holte es zurück in das Bewusstsein der Menschen. Viele internationale Ausstellungen zeigen Artemisias Gemälde, ihre Popularität findet in den 1970er und 1980er Jahren ihren Höhepunkt.
Die National Gallery in London erwirbt vor kurzem ein Selbstportrait für 3,6 Mill. GBP!
Salome mit dem Kopf Johannes des Täufers



Théodore Géricault 1791 - 1824 französischer Maler, Bildhauer, Zeichner und Lithograf, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Romantik
Geboren Rouen als Sohn eines Rechtsanwalts und Tabak-Fabrikanten, um 1796 siedelt Familie nach Paris über.
Berühmt durch das Bild von 1819 "Le Radeau de la Méduse". Stirbt an den Folgen eines Reitunfalls jung. Louis Aragon stellt Géricault im Roman "Die Karwoche" als Musketier Ludwig XVIII. dar, der ihn 1814 bei seiner Flucht aus Berlin begleitet. Peter Weiss bespricht Géricaults Bild "Das Floß der Medusa" ausführlich in "Die Ästhetik des Widerstands". 2017 veröffentlicht der österreichische Autor Franzobel den Roman "Das Floß der Medusa", der die Geschichte um die Tragödie erzählt. Die Geschichte sei nichts "für frankophile, Rotwein trinkende, Käse degustierende Modefuzzis", heißt es zu Beginn. "Gut, die Sache liegt mittlerweile mehr als zweihundert Jahre zurück. Wir können es uns also bequem machen und uns versichern, wir sind anders, bei uns kommt so was nicht vor. Doch ist das wirklich so?"
Das Floß der Medusa



Giotto di Bondone 1267 oder 1276 - 1337 geannt Giotto, italienischer Maler, Baumeister, Dichter - entscheidender Wegbereiter der italienischen Renaissance (Rinascimento).
Sohn eines Schmieds in Florenz. Legende: Giotto sei als armer Junge in Vespignano im Mugello (in der Nähe von Florenz) aufgewachsen und vom Maler Cimabue beim Zeichnen seiner Schafe auf einem Stein entdeckt worden, während er sie hütete. Dabei habe er so naturgetreu gezeichnet, dass darüber selbst erfahrene Künstler staunten.
Papst Benedikt XI. holt ihn 1303 nach Rom, wo er über zehn Jahre lang tätig ist; auch König Robert von Neapel nimmt ihn in seine Dienste. Wird als Architekt und Bildhauer berühmt, als Schöngeist und Dichter bekannt. Cennino Cennini bewundert ihn als Überwinder der „maniera greca/byzantina“ und preist seine technischen Fertigkeiten. Giotto zählte zu den Honoratioren, er besitzt Immobilien in Florenz und in Rom. Nach 1320 Florenz, wo er wirtschaftlich blühende Werkstatt unterhält. 1334 leitender Baumeister am Dom von Florenz, dessen Campanile seinen Namen trägt (obwohl die Nachfolger von seinen Plänen erheblich abweichen).
Boccaccio im Decamerone (6. Tag) und Dante Alighieri in der Göttlichen Komödie erwähnen ihn, er ist mit beiden befreundet. Petrarca besitzt eine Jungfrau mit Kind Giottos und ist überzeugt, jeder Kunstkenner müsse von ihr hingerissen sein. Auch Michelangelo lässt sich von Giottos „Himmelfahrt des heiligen Johannes“ in Santa Croce in Florenz anregen.
Anekdote: Giotto malt eines Tages auf ein Kunstwerk seines Meisters Cimabue eine kleine Fliege, die so täuschend echt aussieht, dass Cimabue mehrmals versucht, sie fortzuscheuchen, ehe er die Illusion erkennt. Die Fliege wird zum Symbol künstlerischen Fortschritts. Hegel: "Giotto nun war es, der sich auf das Gegenwärtige und Wirkliche hin ausrichtete... das Weltliche gewinnt Platz und Ausbreitung, wie denn auch Giotto im Sinne seiner Zeit dem Burlesken neben dem Pathetischen eine Stelle einräumte".
Giottos Hauptwerk (und am besten erhalten) ist wohl der große Freskenzyklus in der Scrovegni-Kapelle in Padua.
Die Leistung Giottos ist in seiner Zeit einzigartig; erst zwei Generationen später können Künstler der Frührenaissance wie Andrea Orcagna, Altichiero da Zevio oder Masaccio an die von ihm angestoßene Entwicklung anknüpfen. Nach einer der vielen Legenden hat er einem Abgesandten des Papstes, der eine Arbeitsprobe haben wollte, nichts anderes gezeigt als einen aus der freien Hand gezeichneten Kreis, den man mit dem Zirkel nicht besser hätte anfertigen können („Giottos O“).
Freskenzyklus in der Scrovegni-Kapelle



Matthias Grünewald ca. 1480 - ca. 1530, bedeutender Maler und Grafiker der Renaissance
Forschungsmeinungen zum Namen sind geteilt. Einmal Mathis Gothart-Nithart oder Mathis Nithart-Gothart gleichgesetzt, zum anderen als dessen Zeitgenosse angesehen. Im ersten Fall soll er um 1475/1480 in Würzburg geboren und am 31. August 1528 in Halle an der Saale gestorben sein; im zweiten vermutet man seinen Geburtsort in der Nähe von Aschaffenburg und nimmt 1531/32 als Todeszeitpunkt an.
Die Versuchung des Einsiedlers Antonius in seiner Einsiedelei



Eduard Theodor Ritter von Grützner 1846 - 1925, deutscher Genremaler
Als siebentes und jüngstes Kind einer nicht gerade begüterten Bauernfamilie geboren. Der Ortspfarrer erkennt früh Eduards Talent und Neigung zur Malerei. Schon als Hüterbub zeichnet er auf allem, was ihm in die Hände fällt. Der Verwalter eines gräflichen Landsitzes aus der Nachbarschaft besorgt ihm Papier und freut sich, wenn der Junge neben den unzähligen Tier- und Menschendarstellungen einen Dorfbewohner mit seinen Eigenschaften treffend zeichnet. 1865 Akademie München. 1870 eigenes Atelier in München. Rasch folgt ein Bild dem anderen.
Grützner ist ein leidenschaftlicher und großer Sammler. 1874 Heirat mit Barbara Link, 1 Tochter. 1883 lässt sich Grützner Villa am Praterbergl erbauen. 1884 – nach zehn Jahren glücklicher Ehe – stirbt Frau Barbara. 1888 Verlobung mit Anna Wirthmann, Tochter des Münchener Stadtkommandanten, 1 Sohn. 1899 Scheidung, die 17 Jahre jüngere Frau verließ ihn wegen eines Wiener Sängers. In hohem Alter sucht er Trost in der chinesischen Philosophie und beginnt Japanisch zu lernen. Manchmal fügt er seinen Bildern eine Buddhafigur oder eine chinesische Vase hinzu.
Falstaff



Franz Hals 1580/1585 - 1661, niederländischer Maler
Zählt zu den bedeutendsten Porträtmalern.
Sohn eines Antwerpener Tuchhändlers, der Maler Dirck Hals ist sein jüngerer Bruder (* Haarlem 1591). 1610 nimmt ihn die örtliche Malergilde von Haarlem auf. Im selben Jahr Heirat Anneke Harmensdochter. 1611 Geburt ersten Sohns, 1615 stirbt seine Frau nach Geburt des zweiten Sohnes. 1617 Heirat Lysbeth Reyniers, die ihm noch 8 weitere Kinder schenkt, er hat 10, 5 werden Maler.
Nach dem Tod Rubens 1640 und van Dycks 1641 ist Hals wichtigster Porträtmaler in den Niederlanden. Große Menge von Einzelporträts, auch von René Descartes (1648). Hals reicht an Rubens, Rembrandt oder Vermeer heran.
Das Porträt der Familie Campen



Johann Christian Heinrich Hanson 1790 - 1863 deutscher Maler
Wächst in Altonaer Waisenhaus auf, Ausbildung als Weber und dann Maler. Zieht nach Stralsund, wo er sich durch seine Gemälde bekannt macht. Zeichenlehrer in Celle, Wanderleben als Clown in Zirkus. Danach malt er wieder, wandert über Wien, von dort gemeinsam mit dem Maler Johan Bravo weiter nach Rom. Hier malt er gegen Bezahlung Bilder für begüterte Stipendiaten, die diese als Beleg ihres eigenen künstlerischen Schaffens in die Heimat schicken. Gleichzeitig bildet er sich autodidaktisch fort, findet Anschluss an einige Nazarener. Nach Besuchen in Neapel und Mailand 1833 - 1845 in München, wo er eigentliche Blütezeit hat, malte u. a. für Kronprinz Maximilian das Agnes-Zimmer auf Schloss Hohenschwangau aus. 1845 Kärnten, wo er im Stift St. Paul großflächige Gemälde schafft. Danach wieder Italien, von wo er 1848 mit schwerem Augenleiden nach Altona zurückkehrt und erblindet in armseligen Verhältnissen stirbt.
Sohn
Elfen mit Blütengirlande



Johann Salomon Hegi 1814 - 1896 Schweizer Landschafts- und Genremaler, Zeichner, Karikaturist
Studiert ab 1838 an der Königlichen Akademie der Künste in München, mit Gottfried Keller befreundet, der dort von 1840 bis 1842 Malerei studiert. 1849 bis 1860 Mexiko, meist in Veracruz, Zeichnungen und Aquarelle aus dem Alltag der mexikanischen Provinz. Danach Zürich, 1877 Illustration der Novelle von Gottfried Keller "Der Landvogt von Greifensee".
Kathedrale von Mexiko-Stadt



Ludwig von Hofmann 1861 - 1945 Maler, Grafiker und Gestalter.
Sohn des preußischen Staatsmanns Karl Hofmann, 1872 bis 1876 Ministerpräsident des Großherzogtums Hessen, Handelsminister im Kabinett Bismarck, 1882 geadelt. Seine Onkels: Rudolf und Heinrich Ferdinand Hofmann. Studium Akademie der bildenden Künste in Dresden, Karlsruhe, Paris.
1890 freischaffender Künstler in Berlin tätig, gehört zur „Gruppe der Elf“ (mit Max Klinger, Max Liebermann u. a.) 1894 bis 1900 Reisen, meist in Rom und in seiner Villa bei Fiesole. Ab 1895 zahlreiche Illustrationen zur einflussreichsten deutschen Zeitschrift des Jugendstils „Pan“. 1899 Heirat mit Eleonore Kekulé von Stradonitz.
1945 stirbt er in Pillnitz.
Weiblicher Halbakt



Hans Holbein d. J. 1497 - 1543 deutscher Maler. Er zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Malern. Sein wohl bekanntestes Werk ist das Gemälde Die Gesandten, überwiegend malt er Porträts bedeutender Persönlichkeiten, wie etwa vom englischen König Heinrich VIII.
Er entstammt bedeutender Künstlerfamilie, seit dem 13. Jahrhundert in Ravensburg ansässig. Vater Hans Holbein d. Ä. wirkt vor allem in Augsburg. 1519 Heirat mit der vier Jahre älteren Elsbeth Binsenstock, Witwe eines Basler Gerbers. 4 Kinder, die beiden ersten Kinder im Bild von 1528. 1526 bis 1528 England. 1532 endgültig England. Bekanntschaft mit Thomas Morus, der ihn König Heinrich VIII. vorstellt. 1536 Hofmaler des Königs.
"Seine Zuneigung zu ihm ging bis zur Schwäche. Als sich ein Lord einmal über eine Beleidigung des Malers beim König beschwerte, antwortete der König: ‚Wisset, daß ich aus sieben Bauern in einer Minute sieben Lords, wie ihr es seid machen kann, daß ich aber aus sieben Lords von Eurem Schlage nicht einen einzigen Holbein machen kann."
Holbein stirbt an der in London grassierenden Pest.
Die Gesandten



Edward Hopper 1882 - 1967, Maler des Amerikanischen Realismus, gilt als Chronist der US-amerikanischen Zivilisation
Englisch-niederländisch-walisischer Abstammung, zweites Kind eines kleinen Textil- und Kurzwarenladeninhabers. Da er das Segeln liebt, zieht er Karriere als Marinearchitekt in Betracht. Edward Hoppers Interesse an der amerikanischen Architektur beginnt bereits in der Kindheit und hält während seiner gesamten Karriere an.
1900 - 1906 Studium an der New York School of Art and Design Illustration und Malerei. Neben der intensiven Beschäftigung mit deutscher, französischer und russischer Literatur bieten ihm besonders Velázquez, Francisco de Goya, Courbet und Édouard Manet wichtige Orientierungspunkte. 1905 - 1910 bereist er Europa (Paris, London, Brüssel, Amsterdam, Haarlem, Berlin, Madrid, Toledo).
Ab 1905 für 16 Jahre Illustrator für Werbeagenturen, von seiner Malerei kann er bis zu seinem 42. Lebensjahr nicht leben. Zeitlebens trägt er einen Zettel in seiner Jackentasche mit dem Goethezitat: "Sieh Lieber, was doch alles Schreibens Anfang und Ende ist, die Reproduktion der Welt um mich, durch die innere Welt, die alles packt, verbindet, neuschafft, knetet und in eigner Form, Manier, wieder hinstellt, das bleibt ewig Geheimnis, Gott sei Dank, das auch ich nicht offenbaren will den Gaffern und Schwätzern.“ 1924 Heirat mit Malerin und Schauspielerin Josephine Verstille Nivison (genannt „Jo“), sie gibt eigene Malerei auf und ist Lieblingsmodell, das Hopper am häufigsten malt.
1923 erste kommerzielle Einzelausstellung. 1950 erste große Retrospektive in New York, Boston und Detroit. 1960 wendet sich Hopper ausdrücklich gegen die Vorherrschaft der abstrakten Kunst in der Malerei. 1966 malt er sich und seine Ehefrau als Schauspieler, die sich gerade von ihrem Publikum verabschieden, 1967 stirbt er in seinem New Yorker Atelier, das er seit 1913 bewohnte.
Wim Wenders übrigens hat Hoppers Werke als Vorlage und Inspiration für Filme genutzt, so etwa in 'The Million Dollar Hotel' von 2000 das Bild The Morning Sun von 1952. Wenders sagte einmal, jedes von Hoppers Bildern könne der Beginn eines neuen Kapitels in einem großen Film über Amerika sein.
Ground swell



Karl Hubbuch 1891 - 1979 deutscher Maler, Lithograf, Kunstprofessor
Sohn eines Telegraphenbeamten. 1908 bis 1912 Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Studium Schule des Museums der angewandten Künste in Berlin. 1914 - 1918 freiwilliger Militärdienst als Artillerist. 1922 Studium Preußische Akademie der feinen Künste in Berlin. 1924 unterrichtet er Lithographie an der Akademie in Karlsruhe, 1928 - 1933 Professor, alljährlich Studienreisen nach Frankreich. Gibt 1930 die kritische Künstlerzeitschrift "Zakpo" heraus. Die Nazis machen ihm Vorwurf der entarteten Kunst, Malverbot. Uhrenmaler.
Nach dem Krieg bis 1957 Professor an der Akademie in Karlsruhe. Reisen nach Holland und Italien. 1970 erblindet.
Lissy im Café



Ipuki altägyptischer Bildhauer der 18. Dynastie
Sohn des Senetjer, während der Regentschaften der Pharaonen von Thutmosis IV. bis Amenophis III. tätig (1397 bis 1351/50 v. Chr.) Sein Grab teilt er sich mit Bildhauer Nebamun, mit dem er wohl auch zusammenarbeitete. Wahrscheinlich heiratete Nebamun Ipukis Witwe und konnte somit auch dessen Grab mitnutzen.
Frau des Ipuki/Tischler



Frida Kahlo de Rivera (oer Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón) 1907 - 1954 mexikanische Malerin, zählt zu den bedeutendsten Vertretern einer volkstümlichen Entfaltung des Surrealismus, wobei ihr Werk bisweilen Elemente der Neuen Sachlichkeit zeigt.
Fridas Vater entstammt einer bürgerlichen Familie aus Pforzheim. Frida Kahlo behauptet, die väterliche Familie sei ungarisch-jüdischer Abstammung gewesen. Eine neuere Biografie belegt jedoch, dass der Vater einer lutherisch-deutschen Familie mit Wurzeln in Pforzheim und Frankfurt entstammt. Frida Kahlos Geburtshaus, die sogenannte Casa Azul in Coyoacán, 1904 von Kahlos Vater erbaut, ist heute ein Künstlermuseum.
Geboren als drittes Kind (sie ändert später ihr Geburtsjahr auf 1910, das Jahr der Mexikanischen Revolution um zu zeigen, dass ihr Leben in ihren Augen mit dem neuen Mexiko begonnen habe. Die Revolution stürzt die Familie in große finanzielle Schwierigkeiten, so dass sie das Haus mit einer Hypothek belasten und einen Teil des französischen Mobiliars verkaufen musste.
Fridas Mutter, Analphabetin, bringt Frida und ihren Schwestern früh das Nähen und Sticken sowie das Erledigen der Hausarbeit bei und besteht auf dem täglichen Besuch der Kirche. Frida und ihre jüngere Schwester Cristina lehnen sich gegen das Weltbild der Mutter auf. Als Frida 7 ist, läuft die ältere Schwester von zu Hause weg, um mit ihrem Freund zu leben. Die Mutter verzeiht ihr das nicht. Die Familie versöhnt sich erst 1927. Fridas Vater, der neben seinem Beruf wenig Zeit mit seinen sechs Töchtern verbringt, erkiest Frida zu seinem Lieblingskind und führte sie bald an die Kunst des Fotografierens heran. Frida lernt von ihm das genaue Beobachten der Natur, das Aufnehmen und Entwickeln von Fotos sowie Techniken des Retouchierens.
Mit 6 erkrankte Frida an Kinderlähmung, durch das lange Krankenlager behält sie ein dünneres und etwas kürzeres rechtes Bein zurück. Trotz des fortan notwendigen Tragens einer Ferseneinlage treibt sie viel Sport (Schwimmen, Radfahren). Ab 1922 besucht sie Kahlo die Escuela Nacional Preparatoria, eine der besten mexikanischen Schulen. 1925 ist Frida Kahlo Opfer eines Busunglücks, bei dem sich eine Stahlstange durch ihr Becken bohrt, so dass sie ihren Alltag fortan immer wieder liegend und in einem Ganzkörpergips oder Stahlkorsett verbringen muss. Zum Zeitvertreib beginnt sie, im Bett zu malen.
1926, mit 19, malt sie ihr erstes Selbstporträt, das "Selbstbildnis mit Samtkleid".
Entgegen allen medizinischen Prognosen lernt Frida wieder gehen, gleichwohl leidet sie ihr ganzes Leben unter den Folgen des schweren Unfalls. Das Malen wurde zum Ausdruck ihrer seelischen und körperlichen Qualen. Infolge des Unfalls kann sie keine Kinder bekommen. Mehrere Fehlgeburten verarbeitet sie in Bildern wie "Meine Geburt"; über den Schmerz hinwegtrösten können sie jedoch nicht.
1929 Heirat mit dem 20 Jahre älteren mexikanischen Maler Diego Rivera, der aufgrund seiner riesigen politisch-revolutionären Wandbilder (Murales) weltberühmt ist. Im selben Jahr schließt ihn die Partido Comunista Mexicano aus, auch Kahlo verlässt die Partei. Frida beklagt die häufige Untreue ihres Gatten, die sie ebenfalls in ihren gefühlsbetonten Bildern verarbeitet. 1939 Scheidung, flüchtet sich in Alkohol, Affären und Malerei. Doch trotz der Schwierigkeiten bleibt Rivera immer ein wichtiger Mann in ihrem Leben. 1940 heiratete sie ihn ein zweites Mal. Gemeinsam mit ihrem Mann zählt sie 1943 zu den ersten Lehrkräften an der „La Esmeralda“.
Erstmals 1953 werden ihre Werke in einer Einzelausstellung in ihrer Heimat gezeigt, eine Anerkennung, die sie sich schon lange gewünscht hat. Zu dieser Zeit bereits ans Bett gefesselt, lässt sie sich darin zur Vernissage tragen. Wenig später Amputation ihres rechten Unterschenkels.
Ein Jahr darauf stirbt sie an einer Lungenembolie. Einige ihrer Freunde schließten Selbstmord nicht aus, da die Malerin schon früher versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen.
Raíces



Angelica Kauffmann 1741 - 1807 bekannte schweizerisch-österreichische Malerin des Klassizismus
Vater Porträt- und Freskenmaler Joseph Johann Kauffmann. 1753 erstes Selbstbildnis. 1760–1762 Mailand, Modena und Parma. 1762 Florenz. 1766 London. Heirat mit angeblichen schwedischen Grafen Frederick de Horn. Heiratsschwindler, verschwindet mit all ihren Ersparnissen. 1768 Ehe für ungültig erklärt. 1781 Heirat mit dem erheblich älteren Venezianer und Maler Antonio Zucchi, der in der Folge als ihr „Manager“ fungiert. Ateliers in Rom und London.
Begräbnis der berühmten Malerin prunkvoller Trauerzug.
Selbstbildnis am Scheideweg zwischen Musik und Malerei



Gottfried Keller 1819 - 1890 Schweizer Dichter, Maler, Politiker
Berlin, um sich zum Theaterschriftsteller auszubilden. Anstelle von Dramen entstehen Romane und Novellen, nach 7 Jahren in Deutschland 1855 Rückkehr nach Zürich, zwar als anerkannter Schriftsteller, doch immer noch mittellos. 1861 Berufung zum Ersten Staatsschreiber des Kantons Zürich. Der Berufung geht Veröffentlichung des 'Fähnlein der sieben Aufrechten' voraus, eine Erzählung, die eine „Zufriedenheit mit den vaterländischen Zuständen“ ausdrückt, zugleich aber bestimmte, mit dem gesellschaftlichen Fortschritt verbundene, Gefahren aufzeigt.
Das politische Amt nimmt ihn 10 Jahre voll in Anspruch. 1876 legt er es nieder, um wieder als freier Schriftsteller tätig zu sein. Er beschließt sein Leben als erfolgreicher Schriftsteller. Seine Lyrik regt Vielzahl von Musikern zur Vertonung an. Mit seinen Novellen Meisterwerke der deutschsprachigen Erzählkunst geschaffen. Schon zu seinen Lebzeiten gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der Epoche des bürgerlichen Realismus.
Ideale Baumlandschaft



Anselm Kiefer * 1945 deutsch-österreichischer Maler und Bildhauer, zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstlern nach dem Zweiten Weltkrieg.
Kunststudium Freiburg. Skandal, als er im Rahmen einer fotografisch dokumentierten Performance an verschiedenen Stätten Europas den Hitlergruß ausführt. Sohn eines Wehrmachtsoffiziers und Kunstpädagogen. 1965 Jura-Studium und Romanistik, abgebrochen, ab 1966 Malerei in Freiburg Karlsruhe. Seit 1970 künstlerischer Austausch mit Joseph Beuys. Ehemaliges Schulhaus in Hornbach als Atelier, Gestaltung des westdeutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig 1980 weiterer Skandal. Kiefer: „In Deutschland wird einfach der löchrige Boden nicht gesehen, auf dem bei mir das Pathos steht.“
Wanderausstellung zwischen 1987 und 1989 durch vier der angesehensten Museen der USA machen ihn weltberühmt. Verlässt 1991 Deutschland. Nepal, Thailand, China, Australien, Mexiko, fotografiert und schreibt, 1993 Frankreich, Ende seiner ersten Ehe. Barjac Atelier auf 35 ha großen Industriegelände. 2008 verlassen, hinterlässt 52 zum Teil sehr große Gebäude. Atelier in Paris. 2014 zweite Ehe mit der österreichischen Fotografin Renate Graf 2014 geschieden; aus der ersten Ehe stammen drei Kinder, aus der zweiten zwei. 2018 österreichische Staatsbürgerschaft.
tönend wie des Kalbs Haut die Erde



Ernst Ludwig Kirchner 1880 - 1938 deutscher Maler und Grafiker, zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus
Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Die Brücke". 1937 brandmarken die Nazis seine Werke als „entartet“, über 600 verkauft oder zerstört, ein Jahr darauf Tod durch Suizid.
Die Mandolinistin 1921






Paul Klee 1879 - 1940, deutscher Maler, Grafiker, Autor
Vielseitiges Werk im Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und Surrealismus, enger Kontakt zur Redaktionsgemeinschaft "Der Blaue Reiter". Dem vor allem als Grafiker tätigen Künstler verhilft 1914 eine gemeinsame Reise mit August Macke und Louis Moilliet nach Tunesien zum Durchbruch als Maler. Neben seinem künstlerischen Werk verfasst er kunsttheoretische Schriften. Gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts.
Im Stil von Kairuan



Max Klinger 1857 - 1920, Bildhauer, Maler und Grafiker und auch Medailleur
Zweiter Sohn des Seifensieders Heinrich Louis Klinger in Leipzig. Studium Kunstschule Karlsruhe. In dieser Zeit auch als Klavierspieler bekannt. 1875 Königliche Akademie der Künste in Berlin. Künstlerisches Vorbild zu dieser Zeit besonders Adolph Menzel, daneben beschäftigt er sich mit Charles Darwin. 1877 Einjährig-Freiwilliger Dienst in Infanterieregiment.
1888 Rom, 1889 Brüssel und Italien (Neapel, Paestum und Pompeji) 1891 München, erneut Italien. 1893 Leipzig, reist über Wien nach Griechenland und zurück über Süditalien nach Paris. In diesem Jahr entsteht die „Brahmsphantasie“ (Opus XII).
1895 Paris, London, Niederlande und Bonn, neu gebautes Atelier in Leipzig, lässt es zum Präsentationsgebäude ausbauen, um eigene sowie Werke von Böcklin und Zeichnungen von Rodin und Menzel auszustellen. 1897 Professor an der Akademie der graphischen Künste in Leipzig. 1898 lernt Klinger die Schriftstellerin Elsa Asenijeff kennen, die ihm Modell und Lebensgefährtin wird. Reisen nach Wien, Italien und Paris. 1899 Pyrenäen und Griechenland, um Marmor für einige Auftragsarbeiten zu suchen. 1900 trifft er Auguste Rodin in dessen Pariser Atelier. Tochter Desirée geboren, die bei einer Pflegemutter aufwächst.
1903 Erwerb eines Weinbergs mit historischem Weinberghäuschen („Radierhäuschen“) in Großjena bei Naumburg. In Berlin verliert er Prozess wegen Verleumdung gegen den Bildhauer und Maler Ernst Moritz Geyger. 1909 Ausbau des oberen Weinbergshauses in Großjena zu komfortablem Wohnhaus.1915 Bruch mit Elsa Asenijeff.
1919 Schlaganfall, Heirat mit Gertrud Bock, ein paar Monate später stirbt Klinger. Nachlassbetreuer Freund und Bildhauer Johannes Hartmann, der ihm die Totenmaske abnimmt und 2 Jahre später Klingers Witwe heiratet.
Opus XII, Brahms Phantasie



Fernand Léger 1881 - 1955 französischer Maler, Bildhauer, Grafiker, Keramiker und Filmregisseur. Frühwerk dem Kubismus zuzuodnen. Nach dem 2. Weltkrieg verändert sich sein Stil. Légers Spätwerk beeinflusst Maler der Pop Art, etwa Roy Lichtenstein.
1897 – 1899 Architekturlehre in Caen als Architekturzeichner, um 1900 Paris (Stadtteil Montparnasse). Militärdienst (1902–1903) École des Arts Décoratifs, daneben in Architektur-Büro als Retuscheur von Fotografien. Picasso und Georges Braque (als Kubisten) beeinflussen ihn. 1908 Atelier in der Pariser Künstlerkolonie „La Ruche“ – gemeinsam mit Henri Laurens, Marc Chagall, Guillaume Apollinaire u.a.
Nach Kriegseinsatz 1914–1917 und Verwundung – er stirbt beinahe bei einem deutschen Senfgas-Angriff – Beginn seiner „période mécanique“ (mechanische Periode), inspiriert durch die Kriegsmaschinerie; unter anderem dreht er 1924 Experimentalfilm Le ballet mécanique (Das mechanische Ballett). Während des Zweiten Weltkriegs in USA, 1945 wieder Paris. Neben zahlreichen Gemälden vor allem auch monumentale Kunst. Dekoration des UNO-Gebäudes in New York, in Kirchen Mosaiken und Glasfenster.
Gesteht, um Geld zu verdienen, „25 falsche Corots“ gemalt zu haben.
Les Loisirs-Hommage à Louis David



Leonardo da Vinci 1452 - 1519 italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph, berühmtester Universalgelehrter aller Zeiten.
Sohn eines Notars und vermutlich arabischer Sklavin. Vater viermal verheiratet, hatte von den beiden letzten Frauen 9 Söhne und 2 Töchter, Leonardo nimmt er als leiblichen Sohn an. Jugend in Florenz, schon frühes Interesse an Musik, Zeichnen und Modellieren. 1470 - 77 bei Verrocchio in der Lehre, einer der bedeutendsten Bildhauer in Florenz, auch Maler und Goldschmied. Weitere 10 Jahre Florenz, Zusammenarbeit mit Botticelli und Perugino. 1476 Anklage wegen "Sodomie" (Begriff auch für Homosexualität), soll mit 17-jährigem Prostituierten Kontakt gepflegt haben, Freispruch.
Mailand: Leonardo führender Künstler und Organisator von Hofzeremonien und Festivitäten. Nach Pestepidemie Pläne für verbesserte sanitäre Prinzipien; organisiert erste Müllabfuhr mit Booten. Gleichzeitig Studien in Geometrie, Statik und Dynamik, menschlicher Anatomie sowie den Phänomenen von Licht und Schatten, Entwurf des Sforza-Reitermonument. Intensive Studien über die Bewegung und die Anatomie von Pferden und über Kunst bzw. Wissenschaft der Bronzebearbeitung und Gießtechnik. Reiterstandbild größte Bronzestatue der damaligen Zeit. Monate mit mathematischen und physikalischen Forschungen in den Bibliotheken und unter den Gelehrten von Pavia.
In den 1480er Jahren intensiv mit kriegstechnischen Aufgaben befasst.
Wanderjahre 1499 - 1512: Florenz, bereist als oberster Ingenieur einen großen Teil Mittelitaliens, lernt Machiavelli kennen, Rom, Florenz.
1503 - 06 Mona Lisa. Französischer Hofmaler, 1512 - 1519 Rom im Dienst des Vatikans. Leidet an Krankheiten, der Hektik und den Intrigen im Vatikan. Die zwei letzten Jahre im Schloss Clos Lucé in Amboise, ihm überlassen, zusammen mit einer großzügigen Pension.
Mona Lisa



Herbert Lespinasse 1884 - 1972. In Frankreich ansässiger amerikanischer Kupferstecher und Maler
Geboren Stamford/Connecticut, wahrscheinlich französischer Herkunft, 1902 Paris, lernt 1908 Juan Gris kennen, der ihn in den Kubismus einführt. Im selben Jahr zum ersten Mal Porträt ausgestellt. 1903 Grand Tour Italien (Toscana, Rom, Neapel, Paestum) zusammen mit Charles Dufresne.
Der wohlhabende Herbert Lespinasse siedelt sich als einer der ersten Künstler im kleinen Hafenort Saint-Tropez an, wo sein Haus zum Zentrum der Pariser Bohème avanciert. Picasso und seine Geliebte nutzen es als Aufenthaltsort, wie auch viele andere Künstler und Intellektuelle, die im 1. Weltkrieg aus der französischen Hauptstadt flüchten. Die 27jährige Französin Gabrielle Depeyre hat Affäre mit Pablo Picasso ab Herbst 1915, als Picassos Gefährtin Eva Gouel schwer an Tuberkulose erkrankt.
Gabrielle nimmt den Namen Lespinasse bereits vor der Heirat an, die 1917 (sie lehnt den Heiratsantrag Picassos ab) in Saint-Tropez stattfindet.
Mehrere hundert Holzstiche. Die Kritiker der Zeit begrüßen seine Technik mit Begeisterung. Der einzige Amerikaner, der die Deportation durch die Deutschen 1944 aus Toulouse ins KZ Buchenwald überlebt. Obwohl amerikanischer Staatsangehörigkeit erklären die Franzosen ihn wegen seines Namens zum Franzosen und er trägt das rote Dreieck der politischen Deportierten mit dem Buchstaben "F".
Le Lac



Roy Fox Lichtenstein 1923 - 1997 US-amerikanischer Lehrer und Maler der Pop Art
In eine jüdische New Yorker Mittelstandsfamilie geboren, der Vater ist Immobilienmakler. 1940 an der Ohio University in der School of Fine Arts ein. Er selbst will Künstler werden, lässt sich von seinen Eltern jedoch überreden, ein Lehrdiplom an der Kunstakademie zu machen. 1950 Master, verliert im Jahr darauf Dozentenstelle, da die große Zahl der Studenten einbrach. 1949 Heirat mit Isabel Wilson. 2Söhne. 1951 Cleveland, 1965 Scheidung. Lichtenstein kann wenig verkaufen. Um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, nimmt er 1957 seine Lehrtätigkeit erneut auf. Bis 1963 an der Rutgers University in New Jersey angestellt und zog auch dorthin um. Durchbruch mir Comics. 1963 New York. Kriegsbilder: "Es ist kein vorrangiges Ziel meiner Kriegsbilder, militärische Aggressivität in einem absurden Licht darzustellen. Persönlich finde ich, unsere Außenpolitik ist in vieler Hinsicht barbarisch gewesen, aber das ist es nicht, worum es mir bei meiner Arbeit geht, und ich will diese weitverbreitete Position auch nicht ausschlachten. Das Thema meiner Arbeit betrifft eher unsere amerikanische Definition von Bildern und visueller Kommunikation.“
1969 Los Angeles Film über Seelandschaften, 1970 Southampton um. In den 1970ern beschäftigte er sich mit optischen Täuschungen und Werken der Kunstgeschichte. In dieser Phase entstehen verschiedene Stillleben. In den 1980ern entstanden Werke von Roy Lichtenstein, die die Comic-Atmosphäre vollkommen verlassen, expressionistische und surreale Wurzeln. Sirbt in Manhattan an Lungenentzündung.
As I opened Fire



Max Liebermann 1869 - 1935 deutscher Maler
Sohn eines wohlhabenden jüdischen Textilfabrikanten in Berlin, 1869 Studium an der Kunstakademie Weimar, 1873 Umzug nach Paris und Barbizon, bis 1914 jährlich Sommerreisen nach Holland, 1878 München. Intensive Beschäftigung mit den Motiven einfacher Handwerker und Bauern bringt ihm Ruf als »Armeleutemaler« ein. 1884 Rückkehr nach Berlin und Heirat mit Martha Marckwald, Tochter. 1889 Verbot der preußische Regierung Ritter der französischen Ehrenlegion zu werden.
1897 Professor der Kgl. Akademie der Künste. Bau der Liebermann-Villa; Liebermann verbringt ab da Sommermonate am Wannsee, der Garten inspiriert ihn zu mehr als 200 Ölbildern und ebenso vielen Graphiken.
Stirbt verbittert und von den Nazis verfemt in Berlin.
Gartenlokal an der Havel - Nikolskoe



Limburg, Paul, Johan und Herman etwa 1385-1387 bis 1416, niederländische Miniaturmaler
Sie verfassen das Stundenbuch Très Riches Heures des Herzogs von Berry, lassen aber ihr Werk unvollendet zurück, als sie alle drei 1416 – ebenso wie ihr Auftraggeber – an einer Seuche sterben.
Insbesondere Paul Limburg entwickelt eine derart gute Beziehung zum Herzog, dass er dessen persönlicher Diener wird (valet de chambre), der Herzog schenkt ihm Juwelen und ein Haus in Bourges. Paul verliebt sich in ein junges Mädchen, Gillette la Mercière, deren Eltern jedoch den Kontakt missbilligen. Herzog Berry hält sie eingesperrt und lässt sie erst auf Druck des Königs frei. Paul Limburg und Gillette - Paul ist 24 Jahre, die Braut 12 - heiraten 1411. Die Ehe bleibt kinderlos.
Les Très Riches Heures du duc de Berry



Claude Lorrain 1600 - 1682 französischer Maler des Barock (auch Claude Gellée oder Claude Le Lorrain, ital. Claudio di Lorena)
Er wirkt hauptsächlich in Rom und trägt wesentlich zur Herausbildung der Landschaftsmalerei als eigenständiges Genre bei, dabei einen lyrisch-romantischen Stil aus, in der Kunstgeschichte innerhalb der Idealen Landschaftsmalerei aufgrund seiner heiteren Grundstimmung als „idyllisch-arkadisch“ bezeichnet
Geboren in Chamagne, Lothringen. Geht in jungen Jahren als Waise zu seinem Bruder, einem Kupferstecher, nach Freiburg im Breigau. Er arbeitet zunächst als Pastetenbäcker, mit 13 in Rom. Lehre bei Agostino Tassi. 1630 Fresken im Palazzo Crescenzi, biblische oder mythologische Sujets setzt er in einfühlsame bildliche Szenerien um. Er wohnt zu Füßen des Hügels, auf dem die Kirche Santissima Trinità dei Monti steht. Nie verheiratet, 1653 seine Tochter Agnese geboren. Lorrains Stil zum Schluss epischer und heroischer. Mit seinem letzten Bild („Ascanius erlegt den Hirsch der Silvia“) kehrte er noch einmal in die Heldenwelt von Vergils Aeneis zurück, das Thema, das ihn in seiner späteren Schaffensperiode sehr beschäftigte.
Ascanius erlegt den Hirsch der Silvia



Konrad Lueg 1939 - 1996, Pseudonym, Echtname Konrad Fischer, deutscher Maler und Galerist.
Erstes Kind von Helmuth Fischer, Direktor des Stahlkonzerns Mannesmann. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wohnt die Familie auf einer Etage eines herrschaftlichen Einfamilienhauses, des Elternhauses der Mutter in Düsseldorf-Düsseltal. Nach mehrmaligem Schulwechsel verlässt Fischer Gymnasium ohne Abitur. Stammgast der Künstlerkneipe Bobby’s in der Düsseldorfer Altstadt, als Jugendlicher mit Künstlern Kontakt. 1958 bis 1962 Kunstakademie Düsseldorf gemeinsam mit Sigmar Polke, Gerhard Richter und Manfred Kuttner. 1961 fährt Fischer, ausgestattet mit dem früheren Dienstwagen und einer Tankkarte seines Vaters, zu Kunstausstellungen im In- und Ausland, z. B. Joseph Beuys. 1962 der Kunstakademie verwiesen. 1968 initiiert er mit Hans Strelow eine Reihe internationaler Verkaufsausstellungen in Düsseldorf. Mit 57 Jahren stirbt er an Krebs.
Klinker-Porträt



August Macke 1887 - 1914 deutscher Maler
Einer der bekanntesten deutschen Maler des Expressionismus. In rund zehn Jahren schafft Macke ein Werk, das sich unter dem Einfluss der vielfältigen Kunstströmungen der Zeit stilistisch rasch wandelt.
Macke ist nach seinen zwei älteren Schwestern das dritte Kind der Familie. Bald nach Augusts Geburt zieht die Familie nach Köln. 1903 lernte er seine spätere Frau Elisabeth kennen, die von da an sein wichtigstes Modell ist; er porträtiert sie mehr als 200 Mal! 1904 geht er an die Kunstakademie Düsseldorf, die er 1906 vorzeitig verlässt. Auf einer Reise nach Paris 1907 lernte Macke den Impressionismus kennen und beschließt, bei Lovis Corinth in Berlin in die Lehre zu gehen.
Nach Beendigung des Militärdienstes 1909 Heirat mit Elisabeth Gerhardt. Sie hat Einkünfte aus dem väterlichen Erbe, die ihnen ein sorgenfreies Dasein ermöglichen. 1910 und 1913 Geburt der Söhne. Umzug an den Tegernsee, wo 1910 der 3. Sohn geboren wird. 1910 Bekanntschaft mit Franz Marc, mit dem ihn bald enge Freundschaft verbindet. 1910 Rückkehr nach Bonn, im Haus der Schwiegermutter Atelier, wo mehr als 330 Gemälde entstehen. Bekanntschaft mit Max Ernst. In der ersten Ausstellung des Blauen Reiter 1911/12 ist Macke mit nur 3 Gemälden vertreten.
Um Abstand zum Kunstbetrieb zu gewinnen und sich in Ruhe auf sein Werk konzentrieren zu können, übersiedelt Macke mit Familie 1913 nach Hilterfingen am Thunersee. In unmittelbarer Nachbarschaft wohnt Louis Moilliet, der Maler, den Macke bereits 1909 in der Schweiz kennenlernte. Auch Paul Klee ist nicht weit entfernt. In Hilterfingen entstehen die wichtigsten Bilder seines Œuvres.
Im April 1914 reist er 2 Wochen mit Paul Klee und Louis Moilliet nach Tunesien. Sie besuchen Karthago, Hammamet, Sidi bou Said und Kairouan. Macke kommt mit einer Fülle von Fotos, Zeichnungen und Aquarellen zurück. August 1914 wird er zum Kriegsdienst eingezogen und fällt im September 1914 mit 27 an der Westfront bei Perthes-lès-Hurlus.
Persiflage auf den Blauen Reiter



René Magritte 1898 - 1967 belgischer Maler des Surrealismus
Kommt im Städtchen Lessines als Sohn eines Schneiders zur Welt, mit 13 begeht die Mutter in einem Fluss Selbstmord. Mit 14 trifft er Georgette, mit der er bis zu seinem Tod verheiratet sein wird.
Lange Zeit muss er sein Geld als Musterzeichner in einer Tapetenfabrik, jeden Tag von acht bis halb fünf; und als Werbegrafiker, der Anzeigen für Mode, Parfüms und Autos entwirft, verdienen. Von 225 Ölgemälden, die er zwischen 1926 und 1928 an seine Händler liefert, finden weniger als 25 einen Käufer. Noch mit 40 bettelt er Mäzene um Unterstützung an, und noch mit 55 malt er "in einer Ecke des Wohnzimmers", wie ein Freund befremdet feststellt, "von Tisch, Tür und Ofen eingezwängt", bei schlechtem Licht und "mit unglücklicher Miene".
1923 beeindruckt ihn ein Bild Giorgio de Chiricos - ein Ensemble aus einer Kugel, einem Chirurgenhandschuh und einem antiken Gipskopf - so tief, dass ihm die Tränen kommen. 1927 stellt er erste surrealstische Bilder in einer Brüsseler Galerie aus - die Kunstkritik zeigt "nur Verachtung". Auch die Surrealisten, die sich in Paris um den Schriftsteller André Breton scharen, nehmen ihn nicht viel gnädiger auf. Er lässt sich 1927 in ihrem Umkreis nieder, um Gleichgesinnte kennenzulernen, die Revolutionäre empfangen den Subversiven im Kleinbürgerkostüm mit Skepsis. In der Artikelserie "Der Surrealismus und die Malerei" erwähnt Breton den Belgier mit keinem Wort. 1929 kommt es zum Eklat, als Magrittes katholische Frau Georgette auf einer Party bei dem Literaten mit einem goldenen Kreuz an der Halskette erscheint: Breton fordert sie auf, "diesen Gegenstand" zu entfernen. Stattdessen verlässt Magritte mit Georgette das Fest – und ein halbes Jahr danach auch die Stadt.
Erst Jahre später kann er seine Bilder auf Gruppenausstellungen in London, Paris, New York zeigen. 1946 erklärt er, den Surrealismus für sich bereits seit einiger Zeit "begraben" zu haben. Der pompöse Traumkult eines Salvador Dalí bleibt ihm immer etwas für "die Armen im Geiste". Magritte selbst richtet sich nach Rückkehr wieder in Brüssel ein, in jener Parterrewohnung, die für 24 Jahre sein Domizil bleiben wird - mit ihren Warenhaus-Antiquitäten, dem Esszimmer, in dem er malt, und dem Gärtchen, in dem er Sellerie und Zwiebeln zieht. Allmählich stellt sich Erfolg ein: 1936 erste Einzelausstellung in New York, 1948 in Paris, 1953 in Rom. 1954 Brüssel erste große Retrospektive, 1965 auch New York. Seine eingängigen Denk-Spiele erobern als Poster die Sortimente von Kaufhäusern rund um den Globus.
Magritte verlässt seine belgische Heimat kaum.
Als Kind verkleidet er sich mit Vorliebe als Priester und liest an einem selbst gebauten Altar die Messe. Später wird er zum radikalen Kirchenfeind, beschimpft mit derben Worten die Katholiken, mutmaßt, dem Gewand des Papstes entströme "ein leichter analer Duft" und karikiert die Muttergottes mit Strapsen.
Les Amants II



Édouard Manet 1832 - 1883
Vater Richter, Mutter Tochter eines französischen Diplomaten. Eltern verfügen über Grundbesitz in Gennevilliers, wo Manets Großvater Bürgermeister war. Haus Sommerwohnsitz und verpachteten Ländereien ermöglichen gehobenen Lebensstil.
Während der Schulzeit fällt Manet durch schlechtes Betragen und ungenügende Leistungen auf. Strebt Laufbahn als Marineoffizier an. Besteht Aufnahmeprüfung zur Marineschule nicht. Zur Vorbereitung auf Wiederholungsprüfung 6monatige Reise nach Brasilien auf Schulschiff. Kritischer Blick des 16jährigen auf Sklaverei. Stellt sich nicht erneut der Prüfung, sondern will Maler werden.Bis 1856 Unterricht bei Thomas Couture.
1860 bezieht Manet zusammen mit der 2 Jahre älteren niederländischen Pianistin Suzanne Leenhoff und deren Sohn León Wohnung. Er hat Leenhoff schon 1849 kennengelernt, als sie den jüngeren Brüdern Klavierunterricht erteilt. Manet heiratet sie 1863, nachdem im Vorjahr sein Vater gestorben war. Léon wie Manets Mutter leben bis zu seinem Tod im gemeinsamen Haushalt. Die beiden Frauen führen wöchentlichen Literarischen Salon. Den größten Teil seines Künstlerlebens erlebt Manet Ablehnung seitens der Gesellschaft. Mehrere seiner Ausstellungen löst man auf, sie ernten empörte Reaktionen seitens der Kunstkritiker. Seine Kunst versteht man nicht, schätzt sie gering. Ausnahme: Jüngere Künstler, die seine Kunst verstehen, ihn teils wie einen Märtyrer verehren. Erst gegen Ende seines Lebens findet Manet als Porträtist Anklang in der Pariser Gesellschaft.
Ab 1870 enge Zusammenarbeit mit Claude Monet, der ihn zur Freilichtmalerei inspiriert.
1870 kurzfristige Krise in der lebenslangen Freundschaft mit Édmond Duranty. Duranty hat knappe und kritische Ausstellungskritik veröffentlicht. Manet ohrfeigt Duranty, trifft sich mit ihm zum Degenduell. Nachdem er Duranty an der Brust leicht verletzt, kommen sie überein, dass ihre Ehre nun wiederhergestellt sei. Manets Sekundant Émile Zola und weitere Zeugen tragen anschließend zur Legendenbildung dieser Tat in den Künstlervierteln bei. Seit Ende der 1870er leidet Manet an Syphilis und stirbt bei Beinamputation.
Das Frühstück im Grünen



Franz Marc 1880 - 1916 deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Einer der bedeutendsten Maler des Expressionismus in Deutschland. Neben Wassily Kandinsky Mitbegründer der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter, die 1911 ihre erste Ausstellung in München eröffnet. Für den Almanach Der Blaue Reiter und andere Veröffentlichungen verfasst kunsttheoretische Schriften.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs eingezogen fällt er mit 36 vor Verdun.
August 1914. Höchste Zeit für letzte Grüße an Freunde und Kollegen: "Ich rücke am Donnerstag ein." Das Schreiben ist herzlich, doch kurz, denn "... nun müssen wir einmal schweigen und die Weltgeschichte reden lassen".
Franz Marc hat sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und rückt in eine Kaserne der bayerischen Feldartillerie in München ein. Er verbringt seine vorerst letzten Tage zu Hause in Ried bei Benediktbeuren: in seinem Atelier und im Garten, wo die Rehe grasen und Russi, der weiße Hirtenhund, sein Revier hat. Erst im April sind Marc und seine Frau Maria hierhergezogen, in das stattliche eigene Haus.
Unweit von hier, in Sindelsdorf, hat Marc in den Jahren zuvor in einem kargen Atelier auf dem Dachboden seine Art der Malerei gefunden: eine neue Tiermalerei, gelbe Kühe, blaue Pferde. Die Tiere zu malen, wie sie fühlen, nicht, wie der Mensch sie sieht, das ist sein Programm.
Mitten hinein in die Idylle in Ried und seine vielfältigen künstlerischen Aktivitäten platzen die Nachrichten vom Ultimatum an Serbien und der Befehl zur Mobilmachung. Franz Marc zieht in den Krieg – nicht begeistert und von nationalem Hochgefühl überwältigt wie so viele, sondern geradezu aufgeräumt, ruhig. Er ist tief überzeugt von der Notwendigkeit dieses Kampfes. Wie etliche zeitgenössische Künstler und Intellektuelle überhöht er den Krieg zu einer großartigen Hoffnung auf eine "Reinigung". Der Krieg wird, so sein Mantra weit über 1914 hinaus, ein Durchgang sein, hin zu einem neuen Europa, ein "heilsamer, wenn auch grausamer Durchgang", so schreibt er im Oktober an Kandinsky, den Russen, der Deutschland mittlerweile hat verlassen müssen. Was die Revolution von 1789 für Frankreich gewesen sei, das werde dieser Krieg für Europa sein, glaubt Marc. Nur für die Dauer des Waffengangs wolle er sich mehr als Deutscher denn als Europäer fühlen. Und das könne ja so lange nicht sein ...
Wenige Wochen später Marc mit der Feldartillerie in die Grenzschlachten um Lothringen. Aus dem "Blauen Reiter" Marc ist ein militärischer Meldereiter geworden. Trotzdem bleibt ihm oft Zeit für nächtliche Ritte unterm Sternenzelt. In solchen Momenten wird ihm der Krieg geradezu zum Naturerlebnis. Per Feldpost berichtet er unablässig an Maria in Ried: "Ich fühle mich so vollkommen wohl, dass mir vor den kommenden Strapazen nicht Angst ist."
Nur Tage später zeigt ihm der Krieg sein anderes Gesicht: "Der Leichengeruch auf viele Kilometer im Umkreis ist das Entsetzlichste." Bald liegt Marc krank im Lazarett, die Ruhr. Noch im Oktober erreicht ihn die Nachricht, dass August Macke aus Bonn, sein bester Freund, der Maler, mit dem er einst die Farben neu entdeckte, im Kampf gefallen sei. Franz Marc verwindet den Schock. Und wundert sich bisweilen, dass er mehr und mehr ein "guter Soldat" wird. Mit Pferdegespannen bringt seine Einheit Munition und Nachschub an die Front.
Dass von diesem Krieg keine "Reinigung" zu erwarten sei, davon ist er erst viel später überzeugt. Da erkennt der Leutnant den Krieg als "tiefbeschämend" und "schmachvoll". Im März 1916 treffen ihn auf einem Erkundungsritt, nicht weit von Verdun, Granatsplittern. Er verblutet.
Blaues Pferd 1



Meister der Verkündigung von Aix (fr. Maître de l'Annonciation d'Aix)
Barthélemy d’Eyck aus Flandern? w.u.
Verkündigungsaltar



Meister Francke (auch Frater Francke) ca. 1383 - 1436, ein Dominikaner und Maler
Dominikaner aus Zutphen. Studiert in Paris die Artes liberales und Malerei in den Werkstätten der Illuminatoren. 1424 Magister, lässt darauf schließen, dass er in Paris Theologie studiert. Es entsprach der Tradition des Dominikanerordens, begabten Brüdern eine Ausbildung in der Malerei möglich zu machen und sie dafür von anderen Aufgaben zu befreien. 1424 Eintritt in das Dominikanerkloster St. Johannis in Hamburg.
Geißelung der heiligen Barbara



Hans Memling ca. 1437 - 1494 (auch Jan van Mimmelynghe, Johannes Memmelinc oder Memlinc) deutscher Maler der niederländischen Schule
Seine Mutter vermutlich Lucia Stirn, in erster Ehe mit einem wohlhabenden Bürger Seligenstadts verheiratet. Vater Hamann Momilingen. Vater oder beide Eltern sterben 1450 oder 1451, vermutlich Pest. 1465 Bürgerrecht Brügge. 1466 bewohnt er großes Steinhaus in der Sint-Jorisstraat zur Miete. In dem Viertel leben damals vor allem Maler und Miniaturisten, darunter auch der Buchillustrator Willem Vrelant. 1487 Tod von Memlings Frau Anna de Valkenaere, die ihm drei Kinder schenkt: Jean, Nielkin und Nicolas.
Als 'Hemling' ist seine Porträtbüste fälschlich in der Walhalla bei Regensburg bezeichnet.
Schrein der Hl. Ursula



Adolph von Menzel 1815 - 1905 deutscher Maler, Zeichner, Illustrator. Gilt als der bedeutendste deutsche Realist des 19. Jahrhunderts. Bekannt und zu Lebzeiten hoch geehrt vor allem wegen historisierenden Darstellungen aus dem Leben Friedrichs des Großen.
Sohn eines Breslauer Steindruckers, 1830 zieht Familie in Preußens aufstrebende Hauptstadt Berlin, zwei Jahre später stirbt Vater, gerade 16-jährig muss Adolph für Lebensunterhalt der Familie (Mutter und zwei jüngere Geschwister) sorgen. Führt das väterliche Geschäft mit Pflichtbewusstsein, Fleiß und Selbstdisziplin fort. 1833 halbes Jahr Berliner Akademie der Künste, bildet sich fortan autodidaktisch. 1839 Auftrag zu Illustrationen einer mehrbändigen Geschichte Friedrichs des Großen, fertigt rund 4.000 Federstrichzeichnungen an, macht ihn bekannt und verschafft ihm wichtige Kontakte (u. a. zum preußischen Königshof) sowie weitere Aufträge.
In den folgenden Jahren illustriert er zwei weitere Werke aus dem Friedrich-Themenkreis. Nationalgalerie Berlin kauft 'Tafelrunde Friedrichs des Großen' an. 1885 in Paris Menzel-Ausstellung. 1856 Professor. Als Vorlagen für Stollwerck-Sammelbilder und -Postkarten erwirbt 1900 der Kölner Schokoladenproduzent Stollwerck Skizzenbuch mit Zeichnungen von Soldaten der preußischen Armee für 120.000 Mark.
1850 nimmt ihn der literarische Verein "Tunnel über der Spree" auf, zu dem Theodor Fontane, Paul Heyse, Franz Theodor Kugler und Theodor Storm gehören. Hier findet der als verschlossen beschriebene Künstler, der nur wenige engere Freunde hat, Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Menzels einzelgängerisches Wesen wohl in Zusammenhang mit seiner Kleinwüchsigkeit (1,4 m), tituliert als „die kleine Exzellenz“ und wegen „Gnomenhaftigkeit“ militäruntauglich. Wohnt mit Mutter und den Geschwistern zusammen. Reist viel nach Dresden, ins Elbsandsteingebirge, Süddeutschland und Österreich. 1866 zu den Schauplätzen des Preußisch-Österreichischen Krieges nach Böhmen.
Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci



Michelangelo Buonarroti meist nur Michelangelo, 1475 - 1564 italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister (Architekt) und Dichter. Gilt als einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance und weit darüber hinaus.
Er stammt aus einer angesehenen Bürgerfamilie in Florenz, die zur Partei der Guelfen gehört und ist der zweite Sohn des Lodovico di Leonardo Buonarroti Simoni und der Francesca di Neri. Er wird in Caprese, heute Provinz Arezzo geboren, wo sein Vater als Stadtvogt amtiert. Die Familie zieht nach Florenz zurück. Er hat 4 Brüder, die Mutter stirbt, als er 6 ist; sein Vater heiratet 1485 ein zweites Mal.
Schon als Junge will er gegen den Widerstand seines Vaters Künstler werden. Nach heftigen Streit siegt er und wird Schüler in der Werkstatt von Domenico Ghirlandaio. Obwohl sich Michelangelo zunächst der Malerei zuwendet, ist er mehr der Bildhauerei zugeneigt. Das in dieser Zeit entstandene Marmorrelief Kentaurenschlacht gilt als das älteste erhaltene bildhauerische Werk Michelangelos. Lorenzo de’ Medici behandelt Michelangelo wie seinen eigenen Sohn und fördert ihn in Kunst und Philosophie. Bei einem Streit schlägt ihn ein Mitschüler ins Gesicht und entstellt ihn, was dazu führte, dass Michelangelo sein ganzes Leben hindurch unter seiner „Hässlichkeit“ leidet. Michelangelo ist durch diese und andere erlittene Kränkungen in depressive Krisen gestürzt, aber aus ihnen gestärkt hervorgegangen.
Michelangelo Buonarrotis Leben und Werk sind geprägt von seiner Florentiner Herkunft und seinen wichtigsten Auftraggebern, den Päpsten Julius II., Leo X., Clemens VII. und Paul III. Er arbeitet sowohl in der Toskana wie in der Ewigen Stadt. Die bekannteste Skulptur Michelangelos ist sein „David“, den er ursprünglich für den Dom schafft. Auch wenn sich Michelangelo hauptsächlich als Bildhauer definiert, so machten ihn die Fresken in der Sixitnischen Kapelle Michelangelo weltberühmt. Aufträge für das Julius-Grabmal, die Grabmäler der Medici in San Lorenzo oder auch der „Auferstandene Christus“ gestalten sich immer als schwierig. Das gefürchtete Genie entdeckt in der Bildhauerei das Unvollendete wie die in den 1530er Jahren die bildmäßige Zeichnung. Mit der „Schlacht von Cascina“ sowie dem „Jüngsten Gericht“ samt „Auferstehung Christi“ prägt er die Darstellung von dramatischen Massenszenen bis in das 20. Jahrhundert: Künstler wie Théodore Géricault (für das „Floß der Medusa“) und Auguste Rodin (für sein „Höllentor“) kommen am Studium dieser Werke nicht vorbei. Sein dunkles Geheimnis.
Erschaffung Adams



Amadeo Modigliani 1884 - 1920 italienischer Maler, Bildhauer
Viertes und jüngstes Kind einer sephardische Judenfamilie in Livorno, der mit Holz und Kohle handelnde Familienbetrieb bankrott. Modiglianis Mutter verdient als Privatlehrerin und Übersetzerin Geld. Sie stammt aus Marseille, Amedeo lernt früh die französische Sprache, was ihm seine Integration in Paris erleichtert.
Schon früh äußert er den Wunsch, Künstler zu werden. Kurze Zeit studiert er an den Kunstakademien in Florenz und Venedig. Dann Paris, Zentrum der europäischen Avantgarde, wo er ab 1906 lebt und u. a. Picasso, Matisse, Braque und Delaunay kennenlernt. Die enge Freundschaft mit dem ebenfalls in Paris lebenden rumänischen Bildhauer Constantin Brancusi führt ihn zur Bildhauerei. Sein exzessives Leben ist von Krankheit, Alkohol- und Drogenkonsum geprägt. Er stirbt an tuberkulöser Meningitis, einen Tag nach seinem Tod begeht seine hochschwangere Geliebte Jeanne Hébuterne durch einen Sturz aus dem Fenster Suizid.
Liegender Akt, 1917



Claude Monet 1840 - 1926 französischer Maler, Stilrichtung des Impressionismus
Als zweiter Sohn eines Kolonialwarenhändlers geboren. Familie zieht 1845 nach Le Havre. Monet lehnt die schulische Disziplin ab und hält sich stattdessen lieber auf den Klippen oder am Meer auf. Im Unterricht fertigt er Karikaturen von Schülern und Lehrern an, mit 15 ist er in der ganzen Stadt als Karikaturist bekannt.
Paris, tritt in die freie Malschule Académie Suisse ein, in der er sich vor allem mit Figurenstudien beschäftigt und besucht Ausstellungen der Künstlerkolonie in Barbizon. 1861 Einberufung zum 7jährigen Militärdienst, Kavallerie in Algerien. Erkrankt an Typhus, darf 1862 nach Le Havre zurückkehren. Monet gibt sich bürgerlich, trägt beispielsweise trotz seiner schwierigen finanziellen Situation Hemden mit Spitzenmanschetten, Mitstudenten bezeichnen ihn als Dandy.
Anfang 1865 gemeinsames Atelier mit Frédéric Bazille in Paris. Beziehung mit Camille, 1867 erster Sohn, finanzielle Situation schwierig, 1868 Heirat mit Camille, 1870 London, um der Einberufung in die Armee zu entgehen. 1871 mietet er in Argenteuil ein Haus mit Garten. 1872 Einrichtung eines Boots als Atelier, malte am Ufer der Seine. 1879 stirbt Ehefrau Camille mit 32 an den Folgen eines missglückten Schwangerschaftsabbruchs. 1881 ziehen Monet und Alice Hoschedé (verheiratet) mit ihren und Monests Kindern zusammen nach Poissy.
Mietet Haus in Giverny, in dessen Umgebung er in den Folgejahren seinen berühmten Garten anlegt, und zieht dort mit Familie ein. 1883 Mittelmeerküste Riviera, Holland, Bretagne, Côte d’Azur, London. Durch Zukäufe von Land erweitert Claude Monet sein Grundstück immer weiter und investiert viel Geld in die Anlage seines Gartens. 1898 veröffentlichte Le Temps eine Petition, die auch Monet unterschrieben hat, die die Revision des Fehlurteils gegen Alfred Dreyfus fordert.
1899 und 1900 mehrere Reisen nach London. 1904 mit dem Auto nach Madrid, wo er Velázquez und El Greco studiert. 1908 Augenerkrankung, Venedigreise. 1911 stirbt zweite Ehefrau Alice. 1923 durch zwei Operationen Augenlicht wieder erlangt. Depressionen, zerstört viele seiner Bilder, stirbt in Giverny.
Terrasse à Sainte-Adresse



Otto Mueller 1874 - 1930 deutscher Maler und Lithograf des Expressionismus, gehört zur Künstlergruppe Brücke, gilt als einer der bedeutendsten Expressionisten
Sohn eines Leutnants und späteren Steuerberaters preußischen Schlesien und einer Zigeunerin. Jugendjahre in Görlitz. 1890 bis 1894 Lithografenlehre, bis 1896 Studium an der Kunstakademie von Dresden. 1898 Fortsetzung seiner Studien an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München, verlässt sie vorzeitg.
1905 Heirat mit Maria („Maschka“) Mayerhofer), die ihm oft Modell steht und die seine Vertraute auch nach der Trennung und zwei weiteren Ehen bleibt.
1908 Berlin. Sein Vorbild: Plastiken von Wilhelm Lehmbruck, mit dem ihn Freundschaft verbindet; er malt die schlanken Mädchengestalten, die für ihn charakteristisch sind, wie auch die Leimfarben, die er mit Vorliebe für seine Werke nutzt. 1915 Kriegsdienst, in der Infanterie bei Kämpfen in Frankreich und Russland, 1917 Lungenentzündung, die ihm fast das Leben kostet.
1919 Professor an der Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Lehnt jede bürgerliche Anpassung ab, verkehrt im Kreis der „Breslauer Künstlerbohème“. Seine Frau Maschka lässt sich 1921 scheiden. Seine Zigeuner-Mappe mit neun farbigen Lithografien von 1927 bildet den Höhepunkt seines Schaffens. Mueller stirbt mit 55 in der Lungenklinik Obernigk bei Breslau an Lungentuberkulose.
1937 beschlagnahmen die Natzis 357 seiner Werke aus deutschen Museen, die als Entartete Kunst gelten.
Zigeuner



Takashi Murakami * 1962 japanischer bildender Künstler
Studium an der Tokyo Geijutsu Daigaku in Tokio. 2001 Gründung der Firma Kaikai Kiki Co., die aus seinem früheren Studio Hiropon Factory hervorging. Kaikai Kiki Co. dient der Produktion und Vermarktung der Kunstobjekte selbst, aber auch der von Merchandising-Artikeln oder Zeichentrickfilmen. Neben Murakami vertritt Kaikai Kiki Co. auch jüngere japanische Künstler und vermittelt Kooperationen zwischen den Künstlern und Modelabeln oder der Musikszene.
LOTS, LOTS OF KAIKAI AND KIKI



Bruce Nauman * 1941 US-amerikanischer Konzeptkünstler
Er nennt die auf ihn und seine Arbeit einflussreichsten Persönlichkeiten: Samuel Beckett, Ludwig Wittgenstein, John Cage, Philip Glass, La Monte Young und Meredith Monk.
Ab 1960 Studium Physik und Kunst, 1964 Master-Titel Kunst. Ab 1966 Abwendung von der Malerei ab, arbeitet in den Bereichen Film, Bildhauerei und Performance zu arbeiten. Neben künstlerischer Produktion Unterricht Kunsthochschulen. Seit 1989 Galisteo, New Mexico, wo er lebt und arbeitet.
Bruce Naumans Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien, von Installationen und Plastiken über Fotografien und Neon bis hin zu Videoaufnahmen, beschäftigen sich vorwiegend mit Fragen der menschlichen Sinneswahrnehmung. Dabei konfrontiert er den Betrachter oft mit irritierenden bis schockierenden Erfahrungen.
Sex And Death By Murder And Suicide




Hermann Nitsch * 1938 österreichischer Maler und Aktionskünstler
Bedeutender Vertreter des Wiener Aktionismus. Umstrittenster Künstler seines Landes. Christlich-religiös geprägte Menschen werfen ihm Blasphemie vor. Tierschützer erregen sich über den Umgang mit geschlachteten Tieren im Rahmen seiner Rituale. Auch linksliberale Autoren melden gegenüber der „Rohheit“ seiner Aktionen humanistische Bedenken an.
Graphische Lehr- und Versuchsanstalt Wien, 1957 Gebrauchsgrafiker am Technischen Museum. Einige Jahre später erste Malaktionen und Idee des Orgien-Mysterien-Theaters, das ihn von da ab unablässig beschäftigt und in dem sich alle seine Bestrebungen sammeln. Seine in der Öffentlichkeit abgehaltene Aktionsarbeit führt in den frühen 1960er Jahren zu ständigen Konfrontationen mit Behörden und mehrwöchigen Gefängnisaufenthalten, die den Künstler 1968 veranlassen, nach Deutschland überzusiedeln.
Große Erfolge des Orgien-Mysterien-Theaters in USA, vielen europäischen. 1971 Ankauf von dre Kirche des niederösterreichischen Schlosses Prinzendorf, wo Nitsch im Zuge größ angelegter Aktionen seine Vorstellungen von der Musik zu seinem Theater verwirklicht. Lärmorchester, Schreichöre und elektrisch verstärkte Instrumente. Nitsch deutet das Leben als Passion, den Malprozess als verdichtetes Leben und damit als Inbegriff der Passion.
Der Künstler selbst bleibt durch seine an zentraler Stelle im Gemälde eingefügten Malhemden anwesend und animiert den Betrachter, sich mit dem Malvorgang zu identifizieren und mit ihm ins Bild einzutreten. Gastprofessuren an Staatlichen Hochschulen für Bildende Künste. Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung.
66th Painting Action



Amédée Ozenfant 1886 - 1966 französischer Maler
Gründet 1918 zusammen mit Le Corbusier Kunstströmung des Purismus.
1905 Académie de la Palette, 1908 erste Einzelausstellung. Bereist Russland, Italien, Belgien und die Niederlande. 1917 lernt er Le Corbusier 1917 kennen. In "Après le cubisme" und "La Peinture moderne" (1925) stellen sie gemeinsam den Purismus dar. Alexandra Exter, Marie Laurencin, Fernand Léger betreiben mit ihm ab 1924 Künstlerstudio in Paris. Ozenfant lehrt an vielen Orten: 1935 bis 1938 in London, 1939 bis 1955 New York. 1955 Rückkehr nach Frankreich.
Aufbau einer Académie Européenne Méditerranée im südfranzösischen Cavalaire-sur-Mer 1934 scheitert an verheerendem Waldbrand. 1922 entwwirft Le Corbusier für Ozenfant ein Wohnhaus und Atelier mit Vorhangfassade im 14. Arrondissement in Paris, gegenüber dem Wasserreservoir Montsouris.
Nature morte



Daria Petrilli * 1970 Illustratorin
In Rom geboren, studiert Kunst am IED Istituto Europeo di Design Roma. Als Illustratorin mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit.



The Lady of the Red Ibis



Pablo Picasso 1881 - 1973 spanischer Maler, Grafiker, Bildhauer
Sohn eines freischaffenden Malers und Lehrers, zwei Schwestern. Als Zehnjähriger an der Schule für Bildende Kunst in La Coruña. 1897 kurzes Studium an der Königlichen Akademie von San Fernando in Madrid. Besuchte Museen, vor allem Prado und Künstlerlokale. 1898 Barcelona, verkehrt in avantgardistischen Künstlerkreisen des katalanischen Modernisme. 1899 lernt er den Dichter Jaime Sabartés kennen, der sein enger Freund und 1935 Sekretär werden sollte.
1900 erste Einzelausstellung, kritisch rezensiert, nur mäßiger Verkaufserfolg. Reise nach Paris, wo ihn die impressionistischen Werke von Paul Cézanne, Edgar Degas und Pierre Bonnard beeindrucken. Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec inspirieren ihn zu farbenfrohen Darstellungen des großstädtischen Lebens.
Blaue Periode. Barcelona, Paris, lernt Schriftsteller kennen, Bekanntschaft mit Gertrude, Leo Stein, Matisse, der Galerist Vollard kauft Picasso Werke für 2000 Franc ab, was seine finanzielle Situation wesentlich verbessert.
Rosa Periode, Les Demoiselles d’Avignon, mit denen er 1907 den Grundstein kubistischen Denkens legt, er nennt die Periode „période nègre“. Das Bild weitgehend als unmoralisch angesehen und von vielen, selbst engen Freunden Picassos, heftig kritisiert.
1908 gibt Picasso in seinem Atelier im Bateau-Lavoir ein großes Fest zu Ehren Henri Rousseaus.
Im Sommer 1911 geraten Apollinaire und Picasso in den Verdacht, am Diebstahl der Mona Lisa beteiligt zu sein. Als Picassos Liaison mit Fernande Olivier 1912 zerbricht, wird Eva Gouel seine zweite Lebensgefährtin bis zu deren Tod 1915. Affäre mit Gabrielle Lespinasse, weist ihn ab und heiratet den amerikanischen Künstler Herbert Lespinasse.
1917, Ballett "Parade", entwirft Kostüme, Bühnenbilder und Bühnenvorhang. Ilja Ehrenburg: „Die Musik gab sich modern, das Bühnenbild war halb kubistisch. Und als ein Pferd mit kubistischer Schnauze Zirkusnummer vorführte, verloren sie endgültig die Geduld: ‚Tod den Russen! Picasso ist ein Boche! Die Russen sind Boches!‘“ 1918 Heirat mit Tänzerin Olga Stepanowna Chochlowa, Primaballerina des „Ballets Russes“. Picasso „Malerfürst“ mit eigenem Chauffeur und Hauspersonal. 1 Sohn.
1916 bis 1924 stilistisches Nebeneinander. 1923 Treffen mit dem Surrealisten André Breton. Ab 1927 geheime Beziehung zur minderjährigen Marie-Thérèse Walter. Der Zusammenhang von Sexualität und künstlerischer Kreativität wird zu Thema, das Picasso bis zu seinem Lebensende beschäftigen wird. 1935 Krise in Leben und Schaffen. Aus der Beziehung zu Marie-Thérèse, die bis 1937 andauert, Tochter Maya. Nach französischem Recht hätte Picasso seinen Besitz mit Frau teilen müssen, kein Interesse, bleiben zu ihrem Tod 1955 verheiratet.
1936 Affäre mit Alice Rahon, lernt Dora Maar, Fotografin, kennen, die in den 1940er Jahren ständige Begleiterin und Modell ist. 1937 Gernica. Picasso unterstützt die republikanische Regierung Spaniens. Die Nazis erteilen ihm wegen seiner Gegnerschaft zu Franco Ausstellungsverbot.
Die Kollaborateure tolerieren in der Besatzungszeit die moderne Kunst nicht. André Lhote erinnerte sich: „Matisse in den Müllkasten“ und „Picasso ins Irrenhaus!“.
1944 Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs bis ans Ende seines Lebens. Zum Vorwurf, sein Kommunismus sei oberflächlich: „Was, glauben Sie denn, ist ein Künstler? Ein Schwachsinniger, der nur Augen hat, wenn er Maler ist, nur Ohren, wenn er Musiker ist, gar nur eine Lyra für alle Lagen des Herzens, wenn er Dichter ist, oder gar Muskeln, wenn er Boxer ist? Ganz im Gegenteil! Er ist gleichzeitig ein politisches Wesen, das ständig im Bewußtsein der zerstörerischen, brennenden oder beglückenden Weltereignisse lebt und sich ganz und gar nach ihrem Bilde formt. Nein, die Malerei ist nicht erfunden, um Wohnungen auszuschmücken! Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind.“
Nach sechs Jahren innerer Emigration und Isolation in Paris besucht Picasso oft südfranzösische Orte wie Antibes und Nizza. Seine Begleiterin in diesen Jahren Malerin Françoise Gilot, Beziehung dauert bis 1953; 1 Sohn * 1947 und 1 Tochter * 1949. 1949 Plakat mit Taube für den Pariser Weltfriedenskongress, in der Folge weltweit Symbol für den Frieden.
1953 neue Lebensgefährtin Jacqueline Roque, nachdem Françoise Gilot verlassen hat, und auch Geneviève Laporte, mit der er eine Affäre hatte, nicht zu ihm ziehen will. 1954 lernt er 19-jährige Sylvette David kennen, junge Frau mit blondem Pferdeschwanz, die ihm Modell sitzt: knapp 60 Porträts.
1955 kauft Picasso die Villa „La Californie“, zunehmend belästigen ihn Touristen und Bewunderern und in unmittelbarer Nähe versperrern ihm Wohnhochhäuser den Ausblick auf die Landschaft und ermöglichen Einblick auf sein Grundstück. 1961 Heirat mit Jacqueline Roque, sie ziehen nach Mougins über den Hängen von Cannes. Sein Schloss Vauvenargues nutzte er als Lager für unzählige Bilder.
1964, als die Erinnerungen von Françoise Gilot "Leben mit Picasso" erscheinenn, Zerwürfnis mit den aus dieser Beziehung stammenden Kindern Claude und Paloma Picasso.
Picasso stirbt in Mougins an den Folgen eines Herzinfarkts, Witwe Jacqueline nimmt sich dort 1986 das Leben.
Das On-Line Picasso Project schätzt die Gesamtzahl der Werke Picassos auf etwa 50.000, daneben Dutzende von Gedichten und zwei Dramen.
Guernica



Antonio Pisanello 1395 - 1455 (eigentlich Antonio di Puccio Pisano oder Vittore Pisano) italienischer Maler, Zeichner, Medailleur. Insbesondere mit Bildnismedaillen Wegbereiter der Renaissance in Oberitalien
1425/26 am Mantuaner Hof im Dienst von Herzog Ludovico Gonzaga. In rasch wechselnder Folge tätig in Venedig, Verona, Rom, Ferrara, Rimini, Mailand, Mantua (Palazzo Ducale) und schließlich Neapel (1448/9). Seine umfangreiche Medaillenproduktion beruht auf den Aufträgen der Herrscherfamilien Malatesta (Rimini und Pesaro), Gonzaga (Mantua), Visconti (Mailand) und Este (Ferrara) sowie der an den Höfen lebenden Humanisten. 1445/47 als Hofmaler in Mantua Fresken in der sog. 'Sala del Pisanello' mit Szenen von Krieg und Ritterleben aus der Lanzelot-Epik. Pisanello stirbt in Rom.
Fresko über der Kapelle der Pellegrini



Camille Pissarro 1830 - 1903 einer der bedeutendsten und produktivsten Maler des Impressionismus, Stammvater der Künstlerfamilie Pissarro
Camilles Vater stammt aus einer marranischen Familie aus Portugal, die Mutter stammt aus der Dominikanischen Republik. 1824 wandert die Familie nach Charlotte Amalie, der Hauptstadt von Dänisch-Westindien auf St. Thomas aus, wo eine jüdischen Gemeinde in der Neuen Welt gibt.
Im Alter von 12 zwölf schickte die Familie Camille nach Paris, 1847 holte sein Vater ihn zurück nach Westindien. Riest mit dem Maler Melbye 1852 nach Venezuela. In Caracas zeichnet Stadt- und Landleben, 1855 Paris, Schüler von Corot. 1857 kommen Eltern zurück, Pissarro wohnte bei ihnen in Montmorency. 1859 mit Bediensteter Verhältnis, aus dem zwei uneheliche Kinder hervorgehen. 1869 und 1870 arbeitet er eng und regelmäßig mit seinen Freunden Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir. 1870 London, 1871 Heirat mit Julie Vellay, die inzwischen mit drittem Kind schwanger. Rückkehr nach Frankreich, ein Teil seiner Bilder von deutschen und französischen Soldaten zertrampelt.
Mitte der 1880er Jahre Bekanntschaft mit Paul Signac und Georges Seurat. Er beschäftigte sich, wie viele Neo-Impressionisten, mit den Ideen des Anarchismus.
Selbstporträt



Hans Platschek 1923 - 2000 deutscher Maler, Kunstkritiker und Schriftsteller
1939 mit Eltern Emigration nach Uruguay, Kunsthochschule Montevideo. 1948 erste Einzelausstellung in Montevideo. 1953 Rückkehr nach Europa mit wechselnden Stationen München, Rom, London, Tanger, Paris, Hamburg. In Paris lernt er Max Ernst, Raoul Hausmann, Tristan Tzara, Hans Arp und Asger Jorn kennen. 1997 Gastprofessur an der Gesamthochschule Kassel. Hans Platschek stirbt in seiner Hamburger Wohnung infolge eines Schwelbrandes, von seiner brennenden Havanna verursacht.
Komposition



Sigmar Polke 1941 - 2010 deutscher Maler und Fotograf, dem postmodernen Realismus zuzuordnen (Kapitalistischer Realismus) und zitiert Ausdrucksweisen der Pop Art, ohne dass er dieser Stilrichtung zuzurechnen ist, Haltung zur Malerei mit ironischen Elementen.
Nach Vertreibung der Familie 1945 aus Niederschlesien nach Thüringen flieht sie 1953 aus der DDR nach West-Berlin, dann nach Willich. 1959 bis 1960 Glasmaler-Lehre. 1961 bis 1967 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. 1963 zusammen mit Gerhard Richter und Konrad Lueg Gründung des Kapitalistischen Realismus, Kunststil, der in der Konzeption und Realisation der Aktion Leben mit Pop – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus ihren Anfang nimmt. Gemeinsam mit Richter, Lueg und Manfred Kuttner erste öffentliche Ausstellung, 1970 bis 1971 Gastprofessor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und 1977 bis 1991 Professor. Polke wohnt und arbeitet ab 1972 6 Jahre im Willicher Gaspelshof, wo sich zusammen mit wechselnden Künstlerfreunden und Gästen eine Art „Künstlerkommune“ herausbildet. 1978 nach Köln, 1980 bis 1981 Reisen nach Südostasien, Papua-Neuguinea und Australien.
Seinen größten öffentlichen Auftrag erhält Polke mit der Erneuerung der Glasfenster des Zürcher Grossmünsters, die 5 Glas- und 7 Achatfenster übergibt er 2009 der Öffentlichkeit.
Jüngster Bruder des Bildhauers Wilfrid Polke und des Theologen Johannes Polke. Stirbt an Krebs.
The Hunt for the Taliban and Al Qaeda



Wilfrid Polke 1932 - 2014 deutscher Bildhauer und Maler
Geboren in Oels/Schlesien), 1945 flieht er mit Familie vor den sowjetischen Truppen nach Wachstedt und Dingelstädt/Eichsfeld. Nach Abitur und Ausbildung zum Steinbildhauer Studium 1954 bis 1959 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Sein Germanistik-Studium an der Universität in Köln weckt in ihm auch die Freude an der Poesie. Erstes Atelier und gleichzeitig als Studienrat am Görres-Gymnasium.
Ruf an die Hochschulen in Düsseldorf und Bochum, wo er Ästhetik und Kommunikation unterrichtet.
Für Polke hat der Schaffensprozess stets etwas Ursprüngliches. Picassos Ausspruch "Ich suche nicht, ich finde" passt zu jenen Skulpturen, die Polke aus Fundstücken, aus Holz- oder Metallresten montiert. Als Mitglied der Künstlergruppen "Farbfraß" und "Zyklon" setzt er sich auch für die sozial Schwachen in der Gesellschaft ein.
2007 schwere Erkrankung. Arbeitet er weiterhin im Atelier. Frau Ruth und 5 Kinder unterstützen ihn.
Brüder: Maler und Fotograf Sigmar Polke und Theologe Johannes Polke.
NN



Raffael oder Raffaello Sanzio da Urbino, Raffael da Urbino, Raffaello Santi, Raffaello Sanzio 1483 - 1520 italienischer Maler und Architekt
Eltern Goldschmied und spätere Maler Giovanni Santi und Magia Ciarla. Verliert 1491 mit 8 seine Mutter. Vater stirbt 1494. Um 1500 Perugia, Schüler von Pietro Vanucci (genannt Perugino). Unterscheidung ihrer Werke oft nur mit Mühe.
Ab 1504 macht er sich in Florenz einen Namen als Schöpfer von schönen Madonnen, der die ältere Generation – Leonardo, Michelangelo, Fra Bartolommeo, Donatello – beerbt. Ab der zweiten Jahreshälfte 1508 in Rom steigt Raffael schnell zum wichtigsten Künstlers des Kirchenstaates auf. Spätestens ab 1513 hat Raffael eine alles bestimmende Position als Maler, Architekt, Kunstsachverständiger für Antiken, Denkmalpfleger inne. Gleichzeitig beschäftigt er sich mit dem Ausmalen der päpstlichen Gemächer (Stanzen und Loggia). Auch als Porträtist und immer wieder als Maler von Madonnen erarbeitet er sich internationalen Ruf. Mit nur 37 Jahren stirbt er, womöglich an einem Aderlass zur Kurierung einer Geschlechtskrankheit, die er sich bei seinen zahlreichen Affären mit Frauen zugezogen haben soll. Anderen Quellen zufolge nach einem archäologischen Aufenthalt in Sumpfgebieten um Rom an Malaria oder Pest. Gerüchte, sein unsittlicher Lebenswandel sei die Ursache seines frühen Todes gewesen, sind erst später aufgekommen. Zeitgenossen sprechen vielmehr mit hoher Achtung von seinem sittlichen Charakter.
Sixtinische Madonna



Neo Rauch * 1960 deutscher Maler
International erfolgreich, gilt als bedeutendster Vertreter der sogenannten Neuen Leipziger Schule.
Die Eltern (21 und 19) kommen 4 Wochen nach Neos Geburt bei Eisenbahnunfall ums Leben. Rauch wächst bei Großeltern auf. Abitur, an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert er Malerei, zunächst 1981 bis 1986 bei Arno Rink und 1986 bis 1990 als Meisterschüler bei Bernhard Heisig. 1993 bis 1998 Assistent von Arno Rink an der Leipziger Akademie, 2005 bis 2009 Hochschullehrer, 2009 bis 2014 Honorarprofessor. Verheiratet mit der Malerin Rosa Loy, ein erwachsener Sohn, leben in Markkleeberg. Er arbeitet in der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei. Rauch beschreibt Leipzig als seine Heimat und künstlerischen Nährboden: "Es ist der Ort der Konzentration und der Inspiration. Mir wachsen hier die besten Einfälle zu."
Neue Rollen



Rembrandt Harmenszoon van Rijn 1606 - 1669, einer der bedeutendsten und bekanntesten niederländischen Künstler des Barocks
Sein Schaffen fällt in die Epoche des Goldenen Zeitalters, als die Niederlande eine politische, wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit erleben. Rembrandt studiert bei Pieter Lastman, eröffnet 1625 in Leiden sein erstes Atelier und zieht bald Aufmerksamkeit auf sich. 1631 zieht er nach Amsterdam, wo er sich zu einem gefeierten Künstler entwickelt. Trotzdem zeitweise erhebliche finanzielle Probleme, 1656 Insolvenz, stirbt in Armut.
Rembrandt betätigt sich als Maler, Radierer und Zeichner, führt eine Werkstatt und bildet Künstler aus. Sein Gesamtwerk umfasst unter anderem Porträts, Landschaften sowie biblische und mythologische Themen. In seinen Historiendarstellungen greift er zahlreiche bis dahin nicht künstlerisch bearbeitete Motive auf, oder sucht nach neuen Darstellungsmöglichkeiten traditioneller Motive. Viele dieser Werke durch starke Hell-Dunkel-Kontraste ausgezeichnet, weshalb er als Meister des Chiaroscuro gilt.
Man rezipiert Rembrandt bereits zu Lebzeiten durch Nachstiche und Kopien seiner Bilder. Nach seinem Tod seine koloristische Malweise in der Kunstkritik und Kunstliteratur des Klassizismus negativ bewertet, während sich die Werke bei Sammlern großer Beliebtheit erfreuen und hohe Preise erzielen. Das 18. Jahrhundert mystifiziert sein Leben und schmückt es mit Legenden aus. Die nachweislich von Rembrandt selbst gemalten Bilder sind nach neuer Forschung von einst angeblich über 700 auf etwa 350 geschrampft.
Die Nachtwache



Gerhard Richter * 1932 deutscher Maler, Bildhauer und Fotograf.
Kindheit und Jugend in der Oberlausitz auf. NS-Ärzte ermorden seine Tante Marianne Schönfelder 1945 im Rahmen der Nazi-Euthanasie. Richters erster Schwiegervater Heinrich Eufinger, Emas Vater, gehört als SS-Obersturmbannführer und Verantwortlicher für die Zwangssterilisationen in Dresden zu den Tätern. Opfer und Täter von Richter mehrfach porträtiert, offenbar ohne dass ihm diese Hintergründe bekannt waren.
Bis 1951 Ausbildung Schriften- sowie Bühnen- und Werbemaler. 1950 Aufnahmeantrag Hochschule für Bildende Künste Dresden abgelehnt. 1951 - Studium an der dortigen Kunstakademie antreten. 1955 Wandgemälde (Abendmahl mit Picasso) für Mensa der Dresdner Akademie. 1956 Wandbild Dresdner Hygienemuseum (Lebensfreude). Beide Gemälde nach Richters Flucht übermalt; nach der Wiedervereinigung Lebensfreude an zwei Stellen freigelegt und erneut übermalt. 1957 Heirat mit Ema Eufinger. 1957 bis 1961 Meisterschüler an der Akademie und Staatsaufträge der DDR. Vielzahl von Wandbildern. 1961 Flucht nach Westdeutschland, 1966 Tochter. Verbrennt seine Kunsterke vor Abreise verbrannt. 1961 bis 1964 Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf. Professur. Setzt sich 1972 Uwe Johnson, Heinrich Böll, David Hockney, Günther Uecker, Henry Moore, Richard Hamilton, Peter Handke und Martin Walser Joseph Beuys ein, dem Kultusminister Johannes Rau die Lehrerlaubnis entzog.
1982 Scheidung, Heirat mit Bildhauerin Isa Genzken, nach 11 Jahren Scheidung endete. 1995 Heirat mit Malerin Sabine Moritz (seine Schülerin), 3 Kinder.
1993/1994 umfassende Retrospektive mit Stationen in Paris, Bonn, Stockholm und Madrid. 2004 Gerhard-Richter-Räume im Dresdner Albertinum mit 32 Werken.
Im Kunstkompass von "Capital" belegt Gerhard Richter den ersten Platz. Laut Artnet gehöart er zu den weltweit teuersten lebenden Gegenwartskünstlern. (Marktvolumen in Auktionen 558 Mill. €!)
Studentin



Diego Rivera 1886 - 1957 (Diego María de la Concepción Juan Nepomuceno Estanislao de la Rivera y Barrientos Acosta y Rodríguez) mexikanischer Maler
1907 - 1921 Arbeit in Europa, zu Beginn und Ende der 1930er-Jahre in den USA. In seinen Tafelbildern adaptiert Rivera in schneller Folge viele verschiedene Stilrichtungen und beschäftigt sich längere Zeit mit dem Kubismus. Während seiner Zeit in Europa steht er in Kontakt mit führenden Vertretern der Modernen Kunst wie Picasso, Braque und Gris. Nach Rückkehr arbeitet Diego Rivera vor allem an seinen großen Wandbildprojekten, die er etwa im Palacio Nacional, dem Palacio de Bellas Artes, dem Secretaría de Educación Pública und in verschiedenen Institutionen in den Vereinigten Staaten malt. Diese von ihm als Beitrag zur Volksbildung verstandenen Murales tragen einen Großteil zur Bekanntheit und zum Erfolg Riveras bei. Dahinter treten die weiteren Facetten seines Gesamtwerkes zurück.
1922 Beitritt Kommunistische Partei Mexikos. 1927 anlässlich des Jubiläums der Oktoberrevolution Reise in die Sowjetunion, 1929 Ausschluss aus der Partei.
1929 Heirat mit Frida Kahlo
In den 1930ern Trotzkist, beherbergt kurzzeitig Trotzki, 1939 bricht Verbindung ab.
Ehepaar bezieht das Atelier-Wohnhaus in San Angel. Im kleineren, blauen Kubus des im Bauhausstil errichteten Gebäudes lebt Kahlo, im größeren, rosa Kubus Rivera.
1935 Ehekrise, Affäre mit Frida Kahlos jüngerer Schwester Christina. 1938 beherbergt Rivera André Breton und dessen Frau Jacqueline. Die beiden Künstler unterzeichneten ein von Trotzki verfasstes Manifest für eine revolutionäre Kunst. Die befreundeten Ehepaare reisen gemeinsam durch die mexikanischen Provinzen, und unter dem Einfluss Bretons fertigt Diego Rivera einige wenige surrealistische Bilder an.
1939 Scheidung. Nachdem die Sowjetunion mit dem Deutschen Reich paktiert, mildert Rivera seine negative Einstellung zu den USA. Malt unter dem Titel Panamerikanische Einheit zehn Wandtafeln für die Golden Gate International Exposition in San Francisco. Dort heiraten er und Frida Kahlo 1940 erneut, da beide unter der Trennung litten.
1941 zieht er zu Kahlo ins blaue Haus.
1950 Frida Kahlo wegen mehrerer Operationen an der Wirbelsäule 9 Monate im Krankenhaus, Rivera nimmt sich Zimmer im Hospital. Er illustriert in diesem Jahr gemeinsam mit David Alfaro Siqueiros die limitierte Auflage von Pablo Nerudas Canto General und gestaltet die Buchhülle.
1952 malt er transportable Wandtafeln für die in Europa geplante Ausstellung Zwanzig Jahrhunderte mexikanische Kunst. Seine Porträts von Stalin und Mao in diesem Werk führen zum Ausschluss seiner Arbeit. Wendet sich zunehmend gegen die am westlichen Kapitalismus orientierte Politik, die unter der Präsidentschaft Alemans einsetzt. 1954 nehmen beide in Guatemala an einer Unterstützungskundgebung für die Regierung von Jacobo Arbenz teil, letzter öffentliche Auftritt Frida Kahlos, die am 13. Juli stirbt. Rivera willigt ein, dass man bei ihrer Totenwache im Palacio de Bellas Artes die kommunistische Fahne über ihren Sarg legt, im Gegenzug nimmt ihn die Kommunistische Partei Mexikos wieder als Mitglied auf. Daraufhin malt Rivera das Gemälde Glorreicher Sieg, in dem er den Sturz von Arbenz zeigt. Das Bild geht in Polen verloren.
Riveras Alter und Gesundheitszustand erschweren die Arbeit an monumentalen Wandgemälden. 1955 Heirat mit Verlegerin Emma Hurtado, seit 1946 seine Galeristin. An Krebs leidend begibt er sich 1955 zur ärztlichen Behandlung in die Sowjetunion. Zurück in Mexiko, bezieht er das Haus seiner Freundin Dolores Olmedo in Acapulco, wo er sich erholen soll und eine Reihe von Seestücken anfertigt.
1957 Herzinfarkt. Anstatt seine Asche mit der von Frida Kahlo in ihrem blauen Haus zu vereinigen, wird er in der Rotonda de los Hombres Ilustres im Panteón Civil de Dolores beigesetzt.
The Firestone Self-Portrait



Henri Rousseau 1844 - 1910, genannt „Le Douanier“ autodidaktischer französischer Maler, Postimpressionismus und Naive Kunst, einer der Wegbereiter des Surrealismus.
Sohn eines Klempnermeisters und Eisenwarenhändlers, Klarinettist in einem Infanterieregiment. Zoll (daher der Name Le Douanier „der Zöllner“). 1869 Herat mit der 18-jährigen Schneiderin Clémence Boitard, 9 Kinder. Durch Alfred Jarry lernt er Paul Gauguin kennen, in dessen Atelier er Mallarmé, Strindberg und Degas trifft. Geigenunterricht, um die karge Rente aufzubessern. Trifft Delaunay, Pablo Picasso, Braque, Max Jacob, Vlaminck und weitere. Wegen Scheckbetrugs zu 2 Jahren Gefängnis mit Bewährung verurteilt, verspricht dem Richter, das Porträt seiner Gattin zu malen. Stirbt nach Blutvergiftung.
Apollinaire schreibt das Epitaph für den Grabstein:
Freundlicher Rousseau, du hörst uns.
Wir grüßen dich,
Delaunay, seine Frau, Monsieur Queval und ich.
Lass unsere Koffer zollfrei durch die Pforte des Himmels,
Wir bringen dir Pinsel, Farben und Leinwand,
Damit du malest in der geheiligten Muße des wahren Lichts
Wie einst mein Bildnis:
Das Angesicht der Sterne

Die schlafende Zigeunerin



Peter Paul Rubens 1577 - 1640 Maler flämischer Herkunft, einer der bekanntesten Barockmaler und Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone
Vater in den Niederlanden und Italien ausgebildeter Rechtsanwalt und Schöffe in Antwerpen. Nach dem Tod des Vaters 1587 zieht Mutter mit den Kindern zurück nach Antwerpen. Einige Monate als Page am Hof der Marguerite de Ligne. Ab 1592 widmet er sich der Kunst, 1598 in die Malergilde zu Antwerpen aufgenommen.
1600 Italien, um dort Tizian, Veronese und andere zu studieren. Hier wird Herzog Vincenzo Gonzaga von Mantua auf ihn aufmerksam, der ihn als Hofmaler nach Mantua holt. Dort für Kapelle ein erstes Hauptwerk, die "Kreuzabnahme", Beginn seiner Karriere. Nach längerem Aufenthalt in Rom 1603 an spanischen Hof Madrid. 1604 in Mantua zurück. Die Krankheit seiner Mutter ruft ihn im Herbst 1608 nach Antwerpen zurück.Rubens wichtigster Mäzen Bürgermeister von Antwerpen, Nicolaas Rockox, in dessen Haus er Isabella Brant kennen lernt, die er 1609 heiratet. 1611 eigenes prächtiges Heim, in dem er seine reiche Kunstsammlung unterbringt, erste Tochter Clara geboren.
Rubens wird schnell reich, hochgeehrt, und die Zahl seiner Schüler wächst beständig.
1622 ruft ihn Maria de’ Medici nach Paris, um ihren dort erbauten Luxembourgpalast mit Darstellungen der denkwürdigsten Begebenheiten ihres eigenen Lebens zu schmücken, was seine Schüler ausführen. Seit 1623 als Diplomat in den Diensten der Erzherzogin.
Nach Tod der ersten Frau Heirat 1630 mit Helene Fourment. Stirbt mit 63 nach längerem Leiden an der Gicht.
Die vier Paradiesflüsse



Johannes Ruff 1813 - 1886
Schloss Bronnen im Donautal




Philipp Otto Runge 1777 - 1810, neben C. D. Friedrich der bedeutendste deutsche Maler der Frühromantik
9. von 11 Kindern eines Kaufmanns und Reeders. Philipp Otto erkrankt im frühen Kindesalter an Lungentuberkulose, will Maler zu werden. 1795 mit ältestem Bruder Kaufmannslehre. Dessen Freundeskreis (dem u. a. Matthias Claudius angehört) sowie Begegnung mit Friedrich Gottlieb Klopstock regen Runge zum Zeichnen und zum Studium der Autoren der Antike an.
1799 - 1801 an der kgl. Akademie in Kopenhagen Akt und Antikenkopie, Freihandzeichnen, Anatomie, Geometrie und Perspektive, 1801 - 1804 Kunstakademie Dresden, Kontakt mit den Romantikern, vor allem C. D. Friedrich und Quistorp. Ludwig Tieck vermittelt ihm die Mystik Jakob Böhmes und macht ihn mit den Anschauungen Novalis’ vertraut. Auf einer Reise nach Weimar lernt er Goethe kennen.
1804 Heirat mit Pauline Susanna Bassenge. Ehepaar siedelt nach Hamburg über, 4 Kinder, das jüngste Kind am Tag nach Runges Tod geboren, der an Tuberkulose stirbt.
Die Hülsenbeckschen Kinder



Jenny Saville * 1960 englische Malerin
1988 bis 1992 Glasgow School of Art. 6 Monate Stipendium für die University of Cincinnati. Der Anblick dicker Frauen erweckt Faszination für fettes, weißes Fleisch. Ebenso hat Cindy Sherman Einfluss auf sie. 1990 erste Arbeiten in der „Contemporary-'90“-Ausstellung der Royal Academy of Arts. 1992 - 1993 Slade School of Art. Der britische, millionenschwere Werbezar und Kunstsammler Charles Saatchi kauft mehrere ihrer Werke und nimmt sie unter Vertrag und erwirbt ihre Werke im Voraus, 1994 löste sich Jenny von ihm.
New York, wo sie viel Zeit in der Praxis eines Chirurgen und bei plastisch-chirurgischen Operationen über dessen Schulter schaut und fotografiert.
2004 Einzelausstellung in New York. Sie lebt mit dem Künstler Paul McPhail zusammen und arbeitet teils auf Sizilien (Italien) und London, wo sie an der Slade School of Art Lehrauftrag für figürliche Malerei hat.
propped


Hans Schäufelin um 1490 - um 1540, auch Schäufelein, Schäuffelein, Scheifelen, Scheuflin, deutscher Maler, Grafiker, Holzschneider und Buchillustrator
Künstlerzeichen Schaufel. Erreicht vor allem Bekanntheit durch zahlreiche Holzschnitte, die er teilweise im Auftrag Kaiser Maximilians I. fertigt (Theuerdank, Weißkunig).
1503 bis 1507 in Dürers Werkstatt in Nürnberg, wo er das großformatige sog. Ober St. Veiter Retabel für das Nürnberger Sebastiansspital ausführt. Erstes eigenständiges und größeres Werk der Tafelmalerei 1504 "Die Flucht nach Ägypten", stark von Dürer beeinflusst, zu dessen drei wichtigsten Schülern er neben Hans Baldung, genannt Grien, und Hans von Kulmbach gehört. 1505 Auftrag, den von Albrecht Dürer begonnenen Passionsaltar für den Kurfürsten Friedrich III. (Sachsen), den Weisen, zu vollenden, während Dürer seine zweite Italienreise antritt. Im gleichen Jahr in Nürnberg Druck "Der beschlossen gart des rosenkrantz mariae" von Ulrich Pinder, zu dem Schäufelin 337 Holzschnitte beisteuert und das nicht zuletzt aufgrund seiner Holzschnitte gerühmt wird; für Pinders späteres Werk "Speculum passionis domini nostri Iesu Christi" von 1519 29 Holzschnitte.
1507 bis 1508 im Dienst Hans Holbeins des Älteren in Augsburg, wo er zu einem eigenen, von Dürer losgelösten Stil findet. 1515 "Abendmahl" für das Ulmer Münster, 1537 Marien- und Passionsaltar für Kloster Auhausen (aufgelöst).
Zwischen 1508 und 1510 Südtirol, 1510 bis 1515 Augsburg. 1515 bis Lebensende Stadtmaler Nördlingen. Großes Fresko für das Rathaus. Schäufelins Spätwerk der sogenannte "Ziegler-Altar" und der "Christgartner-Altar", 1535 Kartenspiel, Höhepunkt der Spielkartenproduktion des 16. Jahrhunderts. Sohn Hans, ebenfalls Maler, in Freiburg in der Schweiz.
Marien- und Passionsaltar


Eduard Schleich 1812 - 1874 deutscher Maler
Der uneheliche Sohn eines Gerichtsrats will 1823 in München die Kunstakademie besuchen, sie weist ihn ihn als talentlos ab. Sarkastische Empfehlung des Akademieleiters Peter von Cornelius, sich besser als Schuster zu versuchen. Er beginnt ohne Anleitung Landschaften zu malen, dann bildet er sich nach den niederländischen Meistern, welche entscheidenden Einfluss auf seinen malerischen Stil gewinnen, er strebt nach einer poetischen Wiedergabe der Stimmung. Reisen durch Deutschland, Frankreich, Italien und Holland erweitern seinen Gesichtskreis. 1851 zusammen mit Carl Ebert, Dietrich Langko und Carl Spitzweg Studienreise nach Paris, um sich von den alten Meistern im Louvre inspirieren zu lassen und die Avantgarde der Malerei kennenzulernen.
Professor der Kunstakademie München, gilt als einer der Vorreiter der Dachauer Künstlerkolonie, wohin es ihn ab den frühen 1840er Jahren immer wieder zieht. Er kann sich auch mit diesen Arbeiten bestens auf dem Markt behaupten und muss nicht erleben, von der eigenen Zeit überholt zu werden; als er an Cholera stirbt, ist seine führende Stellung innerhalb der Münchner Landschaftsmalerei unangefochten.
Isartallandschaft



Rudolf Schlichter 1890 - 1955 deutscher Künstler und Schriftsteller, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit.
Rudolf Schlichter, der früh den Vater verliert, wächst als jüngstes von sechs Geschwistern auf. Ab 1904 Lehre als Porzellanmaler in Pforzheim. 1907 bis 1909 Kunstgewerbeschule Stuttgart. Ab 1910 Studium an der Kunstakademie in Karlsruhe. Entwickelte sich in Auflehnung gegen tradierte bürgerliche Wertvorstellungen zu einem Künstler, der sich zeitgenössischen Bohème-Idealen verbunden sieht. Studienreisen nach Italien und Frankreich, bekommt durch den Malerkollegen Julius Kaspar Kontakte zur Unterwelt.
Schlichter, Masochist, dessen Sexualität von Schuhfetischismus, Strangulation und Gewalt geprägt ist, mit der Gelegenheitsprostituierten Fanny Hablützel zusammen und verkaufte unter dem Pseudonym Udor Rétyl pornographische Grafiken.
Während des 1. Weltkriegs 1916 zum Militär eingezogen, kommt er im Jahr darauf nach einem Hungerstreik von der Westfront zurück. 1918 Mitglied eines Soldatenrates.
Gehörte zu den Mitbegründern der Gruppe Rih. Im selben Jahr siedelt er nach Berlin über, wo er sich der Novembergruppe, der Berliner Secession, den Berliner Dadaisten und der KPD anschließt. 1920 erste Einzelausstellung in Berlin. Teilnahme an der Ersten Internationalen Dada-Messe, wo te das Objekt einer an der Decke hängenden Soldatenpuppe mit Schweinskopf für Skandal sorgt. Anklage wegen Beleidigung der Reichswehr gegen Schlichter, George Grosz, Wieland Herzfelde, John Heartfield sowie den Galeristen Otto Burchard.
Etwa ab 1922 lebte er wieder mit einer Prostituierten zusammen. Buchillustrationen, mit persönlichem Faible für Karl May. Sein Freundes- und Bekanntenkreis reicht von Bertolt Brecht, Fritz Sternberg, Alfred Döblin und Grosz bis hin zu Carl Zuckmayer, den er schon in Karlsruhe kennengelernt hat. Nach dem Zerwürfnis mit der Novembergruppe gehört er 1924 zu den Gründern der Roten Gruppe, die in Opposition zu dieser stand. Im selben Jahr beteiligt er sich an der ersten deutschen Kunstausstellung in der UdSSR.
1929 Heirat mit Elfriede Elisabeth Koehler, die durch wechselnde, sich finanziell auszahlende Liebschaften für den Lebensunterhalt des Paars sorgt, was zu Schuldgefühlen und Eifersuchtsausbrüchen führt. Er beginnt sich vom Kommunismus und der Berliner Avantgarde ab- und dem Katholizismus zuzuwenden. Zum Bekanntenkreis zählen Ernst von Salomon, die Brüder Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger und Ernst Niekisch. Mit der inneren Wendung entsteht Plan einer autobiographischen ›Beichte‹ und Abrechnung mit dem bisherigen Leben. 1931/1932 erscheinen die autobiographischen Bücher 'Zwischenwelt' und 'Das widerspenstige Fleisch'. Schlichter zeichnet illusionsloses, bisweilen grausames Bild der Kindheits- und Jugenderfahrungen. Dabei entwickelt Zeitschau, die nahezu alle Elemente konservativer Zivilisationskritik vereinigt. Der nächste Band 'Tönerne Füße' kommt kurz nach dem Erscheinen als »pervers-erotische Selbstdarstellung« auf den Index der Nazis.
1935 Auschluss aus Reichsschrifttumskammer und »Reichsverband Deutscher Schriftsteller«. 17 Werke Schlichters aus Museen und Ausstellungen entfernt. 4 Werke Teil der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München. 1938 wegen „unnationalsozialistischer Lebensführung“ denunziert, 3 Monate Untersuchungshaft. 1939 München, wo er u. a. Kontakt zu Hans Scholl hat und sich der katholischen Zeitschrift 'Hochland' anschließt. 1942 ausgebombt.
Nach dem Krieg Teilnahme er an der Ersten Deutschen Kunstausstellung Dresden teil, gründet in München die Neue Gruppe. Gelegentlich arbeitet er für die satirische Zeitschrift Der Simpl. Wendet sich dem Surrealismus zu. Stirbt an Urämie.
Überfall im Bordell



Karl Schmidt-Rottluff 1884 - 1976 deutscher Maler, Grafiker, Plastiker
Klassiker der Moderne, einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus. Sohn eines Mühlenbesitzers in Rottluff (heute Ortsteil von Chemnitz), seit 1905 nennt er sich Schmidt-Rottluff. 1905 bis 1906 Studium Architektur Technische Hochschule Dresden. 1905 Gründung der Künstlergruppe "Die Brücke" mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Erich Heckel in Dresden. Erste Ausstellung in Leipzig. 1907 bittet Hamburger Kunsthistorikerin Dr. Rosa Schapire um Aufnahme als passives Mitglied. Der von ihr am höchsten geschätzte Schmidt-Rottluff malt 1911, 1915 und 1919 Porträts von ihr.
1914, ein Jahr nach Auflösung der „Brücke“ Mitglied der Freien Secession in Berlin, erste Einzelausstellung. Im 1. Weltkrieg 1915 bis 1918 Armierungssoldat in Litauen und Russland. 1919 Heirat Emy Frisch. 1911 von Dresden nach Berlin. 1932 Rumbke am Lebasee. 1937 beschlagnahmen die Nazis 608 Arbeiten in den deutschen Museen als „Entartete Kunst“, bei der Gemäldeverbrennung 1939 verbrennen sie mehrere Werke. 1941 Malverbot. 1943 bis 1946 zieht sich Schmidt-Rottluff nach Chemnitz zurück. 1947 Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg.
In der DDR geraten die Werke, wie die der anderen Expressionisten, in den Strudel der von der Ideologie des Sozialistischen Realismus bestimmten Formalismus-Debatte, Bilder kaum angekauft, bis 1982 ganz wenige Ausstellungen. Emy und Karl Schmidt-Rottluff sterben im Abstand weniger Monate.
Bildnis Dr. Rosa Schapire



Jean Schmiedel * 1963 Maler
Geboren in Karl-Marx-Stadt, arbeitet bis 1982 als Maurer. Nach schwerem Verkehrsunfall 1982 und einem Jahr Krankenhausaufenthalt entstehen erste künstlerische Arbeiten. 1984 erste Ausstellung im "Schwarzen Cafe" in Chemnitz. Mietet Fabrikhalle an und noch einmal eine Etage mit 170 qm. "Auch die wird sehr bald mit Bildern voll sein. Von den Ideen her könnte ich am Tag 20 Bilder malen. Ich brauche mich bloß kurz hinsetzen, dann habe ich immer sofort Bilder vorm Auge."
Paar



Georg Scholz 1890 - 1945 deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit.
Geboren Wolfenbüttel, aufgewachsen als Pflegesohn von Julius Elster, ab 1914 Studium Badische Landeskunstschule in Karlsruhe, zeitweise auch bei Lovis Corinth in Berlin, schließt sich mit jungen Malern zu der progressiven Gruppe Rih zusammen.
1925 Professor an der Badischen Landeskunstschule in Karlsruhe, stellt in der Ausstellung Neue Sachlichkeit in Mannheim aus. 1933 als „entarteter Künstler“ aus Amt entlassen, zieht nach Waldkirch, wo er stirbt. Kurz vor seinem Tod durch die französische Besatzungsmacht zum Bürgermeister des Ortes ernannt.
Selbstporträt



Martin Schongauer ca. 1447 - 1491 deutscher Kupferstecher und Maler
Über sein Leben ist wenig bekannt. Ab 1465 für wenige Semester an der Leipziger Universität. Um 1469/70 tritt er die obligatorische Wanderschaft an, die ihn nach Burgund und in die Niederlande führt: Sein Werk zeigt Einflüsse Rogier van der Weydens, Dieric Bouts und Jan van Eycks.
Zu seinen Lebzeiten vor allem als Maler berühmt und gelangt offenbar zu einigem Wohlstand, ist mehrfacher Hausbesitzer. Vermutlich seiner delikaten Malerei wegen nennen ihn Zeitgenossen „Martin Schön“ oder „Hübsch Martin“. Sein malerisches Hauptwerk die Madonna im Rosenhag (Dominikanerkirche Colmar).
Nicht nur wegen der technischen und künstlerischen Qualität seiner Kupferstiche, die die Möglichkeiten dieser Technik zur Vollendung bringen, gilt Schongauer als einer der bedeutendsten Graphiker vor Albrecht Dürer, den er entscheidend beeinflusst. Wohl als erster stellt er Druckgraphik in größerer Zahl her und betreibt ihre kommerzielle Verbreitung, und als erster Stecher signiert er seine Werke: Alle 116 Blätter tragen seine Initialen zu Seiten eines Kreuzes mit einem halbmondförmigen Häkchen.
Maria im Hag



Moritz von Schwind 1804 - 1871 österreichischer Maler und Zeichner der Spätromantik
Sohn des Hofsekretärs bei der Geheimen Hofkanzlei, wächst in Wien auf, ab 1821 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien. Mit Franz Schubert, Franz von Schober, Leopold Kupelwieser und Franz Grillparzer befreundet. 1828 München, malt Bibliothekszimmer der bayerischen Königin mit Szenen aus Ludwig Tiecks Dichtung aus. 1835 Italienreise, Entwürfe für die Münchner Residenz und Burg Hohenschwangau, Aufträge aus Sachsen und Baden. 1840–1844 Karlsruhe. 1842 Heirat mit Luise Sachs, 1 Sohn, 5 Töchter (2 früh gestorben). 1844-1847 Frankfurt an der Städelschule tätig, wo er Moritz-von-Schwind-Haus, Villa nach eigenem im romantischen Klassizismus erbauen lässt. 1847 Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Ausmalung der restaurierten Wartburg, Wandgemälde „Sängerkrieg“ eines seiner bekanntesten Werke. 1855 in den Ritterstand erhoben. 1866/67 Ausmalung der neugebauten Wiener Hofoper.
Sängerkrieg auf der Wartburg



Kurt Schwitters 1887 - 1948 deutscher Maler, Dichter, Raumkünstler, Werbegrafiker
Enwickelt unter dem Kennwort Merz dadaistisches „Gesamtweltbild“, Werke umfassen Konstruktivismus, Surrealismus, zählt zu den einflussreichsten Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts
Sohn des Mitbesitzers eines Damenkonfektionsgeschäfts (1898 verkauft, Erlös in Mietshäuser investiert). Realgymnasium Hannover. Kunstgewerbeschule Hannover. Königlich Sächsische Akademie der Künste in Dresden. 1915 Heirat mit Helma Fischer, 2 Söhne. Kurzer Militärdienst 1917, entlassen wegen labilen Gesundheitszustands (Epilepsie, Depressionen) – bereits im Juni wieder entlassen. 1918 erste Ausstellung bei Herwarth Walden, bis 2 Semester Architektur in Hannover. Richard Huelsenbeck setzt sich mit Schwitters negativ auseinander und nennte ihn "ein Genie im Bratenrock" oder „Kaspar David Friedrich der dadaistischen Revolution.“
1920 eröffnet eigene MERZ-Schriftenreihe mit einer Dada-Nummer, dem Holland Dada. Schwitters sieht seine Merz-Kunst als Kunst an und verteidigt sie als einen „absolut individuellen Hut, der nur auf einen einzigen Kopf paßte,“ – auf seinen eigenen.
1923 „Dada-Feldzug“ in den Niederlanden. Gibt unregelmäßig die Zeitschrift Merz heraus, arbeitet als Werbe- und Gebrauchsgrafiker u.a. für Stadt Hannover und Schreibwarenhersteller Pelikan.
1932 Beitritt SPD.
Als Lyriker und Schriftsteller umfangreiches Werk.
An Anna Blume
Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner; Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - - wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!
Wer bist Du , ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,
auf den Händen wanderst Du.
Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägst,
Rot liebe ich, Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - - - wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute?
      Preisfrage:
      1.) Anna Blume hat ein Vogel,
      2.) Anna Blume ist rot.
      3.) Welche Farbe hat der Vogel.
Blau ist die Farbe Deines gelben Haares,
Rot ist die Farbe Deines grünen Vogels.
Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid,
Du liebes grünes Tier, ich liebe Dir!
Du Deiner Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - - wir!
Das gehört beiläufig in die - - - Glutenkiste.
Anna Blume, Anna, A - - - - N - - - -N- - - - -A!
Ich träufle Deinen Namen.
Dein Name tropft wie weiches Rindertalg.
Weißt Du es Anna, weißt Du es schon,
Man kann Dich auch von hinten lesen.
Und Du, Du Herrlichste von allen,
Du bist von hinten und von vorne:
A - - - - - - N - - - - - N - - - - - -A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich - - - - - - - liebe - - - - - - - Dir!

Von den Nazis als „entartet“ verfemt, emigriert er 1937 nach Norwegen, wo weitere Merzbauten entstehen, nach dem deutschen Überfall auf Norwegen flieht er 1940 nach England, wo ihn die Engländer internieren. Er produziert zahlreiche Porträts von Mitinternierten, veröffentlicht Geschichten in der Zeitschrift der Internierten The Camp und veranstaltet regelmäßig Konzerte im Künstler Café des Lagers. 1941 entlassen geht er nach London, wo er spätere Lebensgefährtin Edith Thomas kennenlernt. Ab 1945 Ambleside, wo er seinen letzten Merzbau konstruieren will. 1946 Zusammenbruch, Oberschenkelhalsbruch, stirbt.
Merzz. 53. (1920)



Michael B. Sky * 1976 deutscher Maler, Druckgrafiker
Lebt Herne
Flower Composition 26









Max Slevogt 1868 - 1932 deutscher Maler, Grafiker, Illustrator und Bühnenbildner
Er nimmt eine besondere Stellung in der Landschaftsmalerei ein. Zusammen mit Lovis Corinth und Max Liebermann gehört er zu den Vertretern der Freilichtmalerei, die im Gegensatz zur Ateliermalerei direkt vor dem Motiv in der freien Natur arbeiten.
Slevogt zieht nach dem Tode des Vaters, bayerischer Hauptmann, 1870 mit seiner Mutter nach Würzburg, bis 1884 Schulzeit, bis 1889 Akademie der Bildenden Künste München. 1889 Académie Julian in Paris. 1890 mit Malerfreund Robert Breyer Studienreise nach Italien. Freier Künstler in München, Vorbilder Wilhelm Leibl, Arnold Böcklin.
1892 gründet die Vereinigung der XXIV aus der Münchner Secession mit.
1896 Karikaturen Simplicissimus und Jugend.
1898 Heirat mit Antonie (Nini) Finkler aus Godramstein. Besuch Rembrandt-Ausstellung Amsterdam. 1900 Paris, wo er bei der Weltausstellung mit "Scheherezade" vertreten ist. 1901 gemeinsam mit Lovis Corinth in Berlin, Mitglied der Berliner Secession. 1903 Buchillustration Ali Baba und die 40 Räuber, Das Champagnerlied oder Der Weiße d’Andrade (1902) eines der Hauptwerke der deutschen Kunst um 1900, zeigt den berühmten portugiesischen Bariton Francisco d’Andrade, der in Berlin in der Rolle des Don Giovanni Triumphe feiert. 1905 Schwarze Szenen bei Bruno Cassirer.
1907 und 1908 Kinder Nina und Wolfgang geboren. 1914 Reise nach Ägypten. Ägyptenbilder Slevogts Höhepunkt des deutschen Impressionismus. Ersteigert den Landsitz Neukastel. Im 1.Weltkrieg als offizieller Kriegsmaler an der Westfront. Kriegserlebnis wirkt schockierend. 1924 Bühnenbilder für Mozarts Don Giovanni in der Dresdner Staatsoper. Illustrationen zu Goethes Faust II.
Totentanz



Carl Spitzweg 1808 - 1885 deutscher Maler und Zeichner der Spätromantik und des Biedermeiers, auch Dichter
Sohn eines Spezereienhändlers in München, die Mutter Tochter eines reichen Früchtegroßhändlers aus Großbürgertum, zwei Brüder. Carl genießt wohlbehütete Kindheit, Mutter stirbt 1819, Vater heiratet im selben Jahr deren Schwester. Dass Carl Spitzweg sich anfangs der Pharmazie zuwandte, ist dem Wunsch seines Vaters geschuldet. Bis 1829 Lehre, danach studiert er Pharmazie mit den Fächern Toxikologie, Biologie, Botanik, Geologie und andere Naturwissenschaften an der Universität München und schließt das Studium 1832 mit Auszeichnung ab. Der wirtschaftlich unabhängige Spitzweg wendet sich – erst nach einer schweren Typhuserkrankung 1833 - gänzlich der Malerei zu. Während seiner Genesung lernt er den Hamburger Maler Christian Heinrich Hansonn (1790–1863) kennen, danach tritt er eine zweite Italien-Reise an, die ihn nach Venedig, Florenz, Rom und Neapel führt. Ein Jahr später bewegt er sich bereits in Künstlerkreisen in München und hat sich entschlossen, Maler zu werden. Zu seinen wichtigsten Künstlerfreunden zählen Eduard Schleich der Ältere (1812–1874), Christian Morgenstern, Dietrich Langko und Friedrich Voltz, sowie der Landschaftsmaler Heinrich Bürkel (1802–1869). Einige Jahre später lernt er auch Moritz von Schwind (1804–1871) und Eduard Grützner (1846–1925) kennen.
Die frühesten Werke Spitzwegs sind in die 1820er Jahre zu datieren, als er seine Großmutter porträtiert. Ab 1836 entstehen die ersten Gemälde des Autodidakten, der die traditionelle Ausbildung (Zeichnen nach Gipsvorlagen, Einschränkung auf religiöse, mythologische und historische Themen, unterrepräsentierte Landschaftsmalerei) an der renommierten Münchner Akademie schlichtweg ablehnt. Einer der wichtigsten Künstlerfreunde der folgenden Jahre, Eduard Schleich der Ältere, lehrt ihn die Landschaftsmalerei. Zudem begleitet Schleich Carl Spitzweg auf vielen Kunstreisen zwischen Oberitalien, Wien, Prag (1849), Belgien, Paris und der Weltausstellung nach London (1851). Zeit seines Lebens lebt der unverheiratete, naturwissenschaftlich interessierte Carl Spitzweg in München, Heumarkt 3, und malt kleinformatige Genrebilder voll versteckter Gesellschaftskritik.
Das Werk umfasst etwa 1.700 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Entwürfe für humoristische Blätter. Berühmt ist Spitzwegs „Der arme Poet“, dessen Protagonist als Synonym für den romantischen Künstler in die Geschichte eingeht. Der Biedermann, der Mönch, der Soldat, der Gelehrte, das hübsche Mädel und seine Mutter - alle (spät-)biedermeierlichen Figuren - bekommen in Spitzwegs Werk ihr Fett weg. Spitzweg findet in München, Bayern, dem Voralpengebiet und in Werken der Alten Meister Motive wie Inspiration. Die kleinformatigen Gemälde, die Carl Spitzweg oft auf Deckel von Zigarrenkisten malt, verkaufen sich bestens. Kritikererfolg auf der Pariser Weltausstellung von 1867 und der I. Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast 1869 festigen den Ruf des Münchner Malers als einen führenden Chronisten und Gesellschaftsanalytiker seiner Zeit: Seine malerischen Kleinstädte ohne Spuren der Modernität, seine lichtdurchflossenen Landschaften mit wenig Figurenstaffage, die ruhigen, biedermeierlichen Interieurs oder seine augenzwinkernden Analysen menschlichen Versagens versprühen einen Hauch Nostalgie-und gemahnen, dass die „gute alte Zeit“ eben auch nur eine Utopie ist. Heute zählt Carl Spitzweg zu den führenden deutschen Künstlern des 19. Jahrhunderts und zu den bekanntesten der Münchner Malerschule.
Der arme Poet



Robert Sterl 1867 - 1932 deutscher Maler und Grafiker.
Sohn eines Steinmetzen. 1881 bis 1888 Kunststudium Dresden. Bis 1904 Landschaftsmaler, Porträtist und Illustrator, betreibt private Malschule für Damen in seinem Atelier. 1897 Heirat mit Helene Hedelt, kinderlos. Im 1. Weltkrieg Kriegsmaler. Umzug 1919 Umzug in Sächsische Schweiz, Naundorf. Stirbt nach langer Krankheit.
Elbebaggerer



Frits Thaulow 1847 - 1906 norwegischer Maler des Impressionismus, am besten bekannt für seine naturalistischen Darstellungen von Landschaft
Sohn eines Apothekers, 1870 bis 1872 Königlich Dänische Kunstakademie in Kopenhagen. 1873 bis 1875 Karlsruhe, dann Paris, von den französischen Impressionisten beeinflusst.
1880 vorübergehend in seiner Heimat. 1886 Heirat mit Alexandra Lasson, 1892 Frankreich, USA, 1898 endgültig Paris.
Elbpark Hamburg



Hans Thoma 1839 - 1924 deutscher Maler und Grafiker.
Er stammt aus einfachen Verhältnissen, der Vater ist Holzarbeiter im Schwarzwald. Autodidaktische Mal- und Zeichenstudien, bis 1866 Kunstschule Karlsruhe. Nach Aufenthalten in Basel und Düsseldorf (1867–1868) Paris, wo ihn besonders Gustave Courbet beeindruckt. Bis 1876 München, damalige Kunsthauptstadt Deutschlands. 1874 Italien.
1877 Heirat mit der Blumen- und Stilllebenmalerin Cella Berteneder. 1879 England, 1880 Italien. Mit Arnold Böcklin befreundet. Seit 1878 Frankfurter Westend. 1899 bezieht die vierköpfige Familie in Kronberg im Taunus eine Wohnung mit Atelier. 1899 -1920 Professor an der Großherzoglichen Kunstschule in Karlsruhe. 1901 Tod der Frau, der Thoma jahrelang depressiv stimmt.
Acht tanzende Frauen in Vogelkörpern



Jacopo Tintoretto 1518/19 – 1594 italienischer Maler, heute dem Manierismus zugeordnet, von ihm selbst wesentlich beeinflusst. "Il Tintoretto oder Tintorello ("das Färberlein") vom Handwerk des Vaters abgeleitet (Seiden-Färber)
Kurzer, jäh beendeten Aufenthalt des blutjungen Tintoretto im Atelier Tizians. Dieser hätte den begabten Schüler hinausgeworfen, nachdem er dessen Zeichnungen gesehen hatte. Jedenfalls die auf persönlicher wie beruflicher Ebene ausgefochtene Antipathie zwischen den Malern verbürgt.
1539 Eröffnung einer Werkstatt, ab den 1540ern datierte Gemälde von seiner Hand. Einer der angesehensten und umstrittensten Maler der Lagunenstadt. Reihe spektakulärer Werke für die Scuole Venedigs. Hochdramatische Bilder mit reichen Bewegungen in vielfigurigen Kompositionen, in die Tiefe fluchtende Perspektiven, weich gemalte Farbflächen.
Todesjahr errechnet, in seiner Sterbeurkunde als 75-jährig bezeichnet.
Schwierige, von Eifersucht bestimmte Beziehung mit seinem Malerkollegen Paolo Veronese (1528–1588).
Im Roman "Alte Meister" von 1985 beschreibt Thomas Bernhard den 82-jährigen Reger, der unablässig Bilder im Kunsthistorische Museum Wien auf Fehler untersucht. Reger sitzt jeden zweiten Tag vor dem 'Weißbärtigen Mann' von Tintoretto. Hier kann Reger am besten nachdenken, kritisieren und aufdecken, was es in dieser Welt, aber besonders in Österreich, an Scheußlichkeiten gibt.
Das Sklavenwunder



Tizian ca. 1488 - 1576
Geboren in Pieve di Cadore bei Venedig, Schüler von Giovanni Bellini. Sein Frühwerk gipfelt in den Bacchanalien, die in der Zeit zwischen 1518 und 1523 entstehen. In ihrem Stil aus Bewegung und sinnlichen Elementen weisen sie auf die Barockkunst voraus. Karl V. ernennt ihn 1533 zum Hofmaler. 1548 und 1550 hält er sich am Augsburger Hof auf und avanciert zum gefragten Porträtmaler. Erst später gelangt Tizian zu einer Psychologisierung der dargestellten Köpfe und Gesichter.
Die Naturgewalten in seiner mythologischen Thematik erhalten eine andere Dimension und sind im Farbauftrag wegweisend bis ins 20. Jahrhundert. Die religiöse Bildthematik in seiner künstlerischen Spätphase ist gleichfalls verbunden mit der stärkeren Betonung von Farbe und Licht, die figürlichen Elemente rückten weiter in den Hintergrund. Zwischen 1562 und 1570 fertigt Tizian mehrere Selbstportraits an, in der er seine Resignation durchblicken lässt.
Tizians Bedeutung in der Malerei liegt in der Ausdruckskraft seiner Werke, die ihn von der plastischen und geradlinigen Kunstsprache eines Michelangelos oder Raffaels deutlich absetzt. Seine individuelle Stilsprache liegt in der nuancenreichen Farbgebung und dem diagonalen Bildaufbau. Damit schuf er neue Möglichkeiten in der Malerei, an denen sich unter anderem Maler wie Peter Paul Rubens, Diego Velázquez, Rembrandt, Eugène Delacroix und die Impressionisten orientieren.
Selbstbildnis



Henri Toulouse-Lautrec 1864 - 1901 (Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa) französischer Maler und Grafiker des Post-Impressionismus
Sohn eines Adelsehepaars (Verwandtenheirat - Mütter der Eheleute Schwestern). Von Mutter erzogen, die nach Verlust ihres zweiten Kindes und der zerbrochenen Ehe den Sinn des Lebens im katholischen Glauben und in der Fürsorge für den ihr verbliebenen Sohn sieht.) Verwöhnt und herrisches Gebaren. Aufgrund seiner schwächelnden Gesundheit Pirvatunterricht in Heilbädern. Pyknodysostose, Erbkrankheit mit Kleinwüchsigkeit (1,52 m) als Folge, bei zwei Unfällen als Jugendlicher Bruch beider Beine. 1883 erwirbt Mutter Château Malromé nahe Bordeaux als Hauptwohnsitz.
1882 bei Pariser Modemaler. "Sagte mir: ‚Ihre Malerei ist gar nicht schlecht, aber ihr Zeichnen ist ganz und gar abscheulich!‘“ Findet Freunde im Kreis der Studenten, u.a. Vincent van Gogh. Gegend zwischen Place Blanche, Moulin Rouge und Place Pigalle zweite Heimat. Liebesbeziehung mit Modell, der späteren Malerin Suzanne Valadon, endet 1889 abrupt mit ihrem Selbstmordversuch. Alkoholiker, 1898 Delirium tremens, dreimonatige Entziehungskur, Le Havre, Arcachon und Bordeaux. 1901 Paris, Taussat Lähmungsanfall, stirbt nach Schlaganfall halbseitig gelähmt auf Schloß Malromé.
1952 verfilmt John Huston sein Leben: "Moulin Rouge" nach dem gleichnamigen Roman von Pierre La Mure
La Goulue



Jan Peter Tripp * 1945, deutscher Maler, Grafiker, wichtiger Vertreter des Realismus, Autor
Sohn des Malers Franz Josef Tripp (Jim Knopf, Lukas der Lokomotivführer). besucht zusammen mit W. G. Sebald die Oberrealschule, beide verbindet bis zu Sebalds Tod tiefe Freundschaft, Sebald widmet in seinem Essayband 'Logis in einem Landhaus' das letzte Kapitel Tripps Malerei. 1965 Abitur, studiert zwei Jahre an der Freien Kunstschule in Stuttgart bei Gerd Neisser. Von 1967 bis 1970 Akademie Stuttgart und studiert Bildhauerei bei Rudolf Daudert. Anschließend zwei Jahre Meisterschüler für Malerei bei Rudolf Hausner. Nach Beendigung des Studiums Tripp für einen Monat im psychiatrischen Landeskrankenhaus Weissenau nahe Ravensburg, die Radierungen überregional bekannt. 1976 zahlreiche Aufträge als Bühnenbildner beim Staatstheater Stuttgart. 1979 gemeinsam mit den Künstlern Johannes Grützke und Arno Waldschmidt Prosawerk "Pantalon ouvert".
Lebt in Mittelbergheim im Elsass.
Herr Mappus



Rosemarie Trockel * 1952 deutsche bildende Künstlerin
Mittlere von drei Töchtern eines Maschinenbauingenieurs, wächst in ländlicher Umgebung in Leverkusen-Opladen auf. 1971 Lehramtsstudium Köln mit den Fächern Anthropologie, Soziologie, Theologie und Mathematik. 1974 bis 1978 Kölner Werkschulen (Fachbereich Kunst und Design der Fachhochschule Köln). Dreht ihre ersten Super-8-Filme, darunter "Sei kein Kind von Traurigkeit". 1980 Reisen mit der Stadtplanerin Monika Sprüth in die USA. Macht „das Frausein“ zum Thema ihrer Kunst und formuliert eine grundsätzliche Kritik am bestehenden Kunstbetrieb. Monika Sprüth wird ihre Galeristin.
1998 Professorin Kunstakademie Düsseldorf.
Im Kunstkompass, der „Weltrangliste der lebenden Künstler“ im Manager Magazin belegt Trockel 2013 Platz 3, 2019 4.
2015 kündigt sie an, ihre Ausstellung Märzôschnee ûnd Wiebôrweh sand am Môargô niana me im Kunsthaus Bregenz werde für 7 Jahre ihre letzte sein.
Lebt in Köln-Hahnwald.
Märzôschnee ûnd Wiebôrweh sand am Môargô niana më



Werner Tübke 1929 -2004, deutscher Maler, Grafiker
Einer der bedeutendsten Maler der DDR, mit Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Heinz Zander zur sogenannten Leipziger Schule gehörend. Vor allem durch das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen populär.
Sohn einer Kaufmannsfamilie, ab 1940 privaten Zeichenunterricht. Mehrmonatige Inhaftierung 1945/46 durch die Sowjets, er ist zu Unrecht eines Mordanschlags auf sowjetischen Soldaten verdächtig. 1948 bis 1950 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralhaus für Volkskunst in Leipzig, freischaffender Künstler. 1960 Heirat mit Malerin Angelika Hennig. Einjährige Reise Sowjetunion und mittelasiatischen Republiken.
Zwischen 1970 und 1973 Wandbild Arbeiterklasse und Intelligenz am Rektoratsgebäude der Karl-Marx-Universität zu Leipzig. 1972 Professor, 1973 bis 1976 Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 1976 Scheidung, Heirat ein drittes Mal mit Rechtsanwältin Brigitte Schellenberger verheiratet. 3 Kinder, darunter die Malerin und Grafikerin Claudia Tübke aus seiner erster Ehe, Anneliese Heer und Albrecht Tübke aus zweiter Ehe mit der Malerin Angelika Tübke.
Der alte Narr ist tot



Hugo van der Goes ca. 1435 - 1482 flämischer Maler und Hauptmeister der altniederländischen Malerei in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Vermutlich geboren Gent. Auf der Höhe seines Ruhmes zieht er sich 1475 als Laienbruder ins Roode Clooster in der Nähe von Brüssel zurück, gibt aber die Malertätigkeit nicht auf. Hier erhält der Maler hochrangigen Besuch: Erzherzog und späterer Kaiser Maximilian, um sich Malereien anzuschauen und Gemälde zu bestellen.
1481 mit einigen Brüdern Reise nach Köln, auf deren Rückfahrt er einen Anfall mit Selbstmordabsichten erleidet. Ob er vor seinem Tode wieder vollständig gesundet, ist unbekannt.
Anbetung der Könige



Vincent van Gogh 1853 - 1890, niederländischer Maler und Zeichner
Gilt als einer der Begründer der modernen Malerei. Hinterlässt 864 Gemälde und über 1.000 Zeichnungen, allesamt in den letzten zehn Jahren seines Lebens entstanden. Führt umfangreichen Briefwechsel, mit Fülle von Hinweisen auf sein malerisches Werk und von literarischem Rang. Sein Hauptwerk, stilistisch dem Post-Impressionismus zugeordnet, übt starken Einfluss auf nachfolgende Künstler aus, vor allem auf die Fauves und die Expressionisten. Während er zu Lebzeiten nur wenige Bilder verkaufen kann, erzielen sie seit den 1980er Jahren bei Auktionen Rekordpreise.
1888 reist er nach Arles. Paul Gauguin erklärt sich nach langem Zögern bereit zu kommen. Um ihn zu beeindrucken und das für ihn gedachte Zimmer auszuschmücken, malt er in kurzer Zeit zahlreiche Bilder, darunter die bekannten Sonnenblumenbilder. Vor Gauguins Ankunft klagt van Gogh über gesundheitliche Probleme durch Erschöpfung.
Im Oktober trifft Gauguin in Arles ein und schon wenig später ist die Beziehung der beiden schwierigen Charaktere von Konflikten belastet. Das Zusammenleben endet genau zwei Monate später mit dem nie völlig geklärten Vorfall, in dessen Verlauf van Gogh sich nach einem Streit mit Gauguin einen großen Teil seines linken Ohres abgeschnitten haben soll, wie Paul Gauguin berichtet. Dieser kommt allerdings auch selbst als Täter in Betracht. Man findet van Gogh am nächsten Morgen, bewusstlos und geschwächt vom Blutverlust. Die Arteria auricularis posterior war durchtrennt, was beträchtlichen Blutverlust zur Folge hat. Gauguin fährt nach Paris.
Selbstbildnis mit abgeschnittenem Ohr



Diego Velázquez 1599 - 1660, spanischer Maler
Er gehört zu den wichtigsten Porträtmalern seiner Zeit. Am Hof von König Philipp IV. porträtiert er zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie und Angehörige des Hofes. Er ist seit dem frühen 19. Jahrhundert Vorbild für zahlreiche Maler, seine Gemälde beeinflussen u. a. Francisco de Goya und den Impressionisten Édouard Manet. Maler des 20. Jahrhunderts, wie Pablo Picasso, Francis Bacon und Salvador Dalí, zollen Velázquez ihren Respekt, indem sie seine Gemälde malerisch neu interpretieren.
Geboren im andalusischen Sevilla, sein Vater ein Anwalt portugiesischer Abstammung, die Mutter entstammt einer Hidalgo-Familie aus Sevilla. Sevilla ist zu Zeiten Velázquez’ die Stadt Spaniens mit den meisten Einwohnern, geistiges und kulturelles Zentrumn und Heimat einer Reihe von Malern. Velázquez’ Erziehung umfasst erst eine Ausbildung in Sprachen und in Philosophie. Aufgrund seiner künstlerischen Begabung beginnt mit knapp 10 eine Lehre bei dem Maler Francisco Herrera. 1618 heirateter und begimt als eigenständiger Künstler zu arbeiten und erwirbt sich schnell einen großen künstlerischen Ruf in Sevilla erworben. Gleichzeitig wird er Vater. 1623 tritt Velázquez als Hofmaler in den Dienst des spanischen Königs. 2 Italienreisen.
Venus vor dem Spiegel



Andy Warhol 1928 - 1987 amerikanischer Künstler, Filmemacher und Verleger
Jüngster von 3 Söhnen einer armen Bauernfamilie mit lemko-ruthenischen Wurzeln. 1934 zieht die Failie aus der Zweizimmerwohnung im Armenviertel Soho in ein eigenes Backsteinhaus in South Oakland. Mit 8 erkrankt Warhol an Veitstanz (Chorea minor) gepaart mit Pigmentstörung. Das bettlägerige Kind entwickelt schnell Leidenschaft für Comics und Kinofilme, beginnt zu zeichnen und Papierfiguren auszuschneiden.
1945 bis 1949 studiert Warhol Gebrauchsgrafik, zieht nach New York, Arbeit in Schuhfabrik. Gelegenheitsarbeiten. Entwickelt Siebdruck. 1956 Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Erfolgreich als Industrie- und Werbegrafiker. Siebdrucke. Man begegnet diesen Bildern zunächst mit totalem Unverständnis. Eines der bekanntesten Werke aus dieser Zeit dürfte wohl die Abbildung eines Kinostandbildes aus dem Film Niagara mit Marilyn Monroe sein, das Warhol über Jahre hinweg in vielen Farbvariationen verarbeitet. Unzählige „Elvise“, „James Deans“ und „Liz Taylors“ sollen folgen.
In seinen 1962 gegründeten, „Factory“ genannten Ateliers, verschiedenen in New York gelegenen Fabrikhallen, arbeitet er an unterschiedlichsten Projekten. Die Factorys sind quasi Warhols Experimentierfeld: Atelier, Filmstudio und „Partylocation“ mit anschließendem „Wohnort“ für die Protagonisten. Zugleich bilden sie den Pool der kreativen Szene New Yorks. Stars wie Bob Dylan, Mick Jagger oder Jim Morrison finden sich hier ein und Künstlerkollegen wie Salvador Dalí oder Marcel Duchamp.
Nach dem Attentat durch die Frauenrechtlerin Valerie Solanas 1968 lässt es der Künstler ruhiger angehen: Die „Factory“ wandelt sich zum Bürohaus, er selbst sieht sich zunehmend als Filmproduzent.
In den 1970er Jahren ist er begeisterter Besucher der New Yorker Party- und Glamour-Szene z. B. das Studio 54, wo er zunehmend Prominente auf Polaroidaufnahmen porträtiert. Bekannt aus dieser Zeit sind seine Filme mit Junkies, die an Pornografie grenzen (Flesh, Trash, Blue Movie), deren Regie er allerdings zunehmend Paul Morrissey überlässt.
Zweite Leidenschaft: Film. Seit er Ende 1963 in sein zweites Atelier, die Factory, umgezogen ist, bildete dieses riesige Studio mitten in Manhattan einen Anziehungspunkt für die New Yorker Bohème. Tänzer, Transvestiten, Möchtegern-Schauspieler, Maler, Musiker, alles versammelt sich hier nach und nach, Warhol lässt alles zu und jeden seine Leidenschaften ausleben. Und er dokumentiert all dies mit einer Filmkamera (später auch mit Polaroids). – verschiedene Protagonisten der Factory als Bewohner des legendären Chelsea Hotels. Gnadenlos führt er Drogenexzesse, Psychosen, Exhibitionismus und sexuelle Eskapaden vor.
Gegen Ende der 1960er Jahre jähes Ende: Die geistig verwirrte Frauenrechtlerin Valerie Solanas (sie hat in einem Film Warhols eine winzige Nebenrolle gespielt) verübt ein Attentat auf Warhol, der zu dieser Zeit seinen Film „Blue Movie“ (Superstar „Viva“ beim stundenlangen Geschlechtsverkehr mit Louis Waldon) dreht.
Er protegierte die Rockgruppe The Velvet Underground, indem er sie in der Factory proben lässt (aus all den früheren Übungsräumen, Lokalen und Wohnungen sind Lou Reed, John Cale, Sterling Morrison und Maureen Tucker geflogen, weil sie brutal laut sind), er finanziert als „Produzent“ ihre erste Schallplatte. Dazu holt er das deutsche Fotomodell Nico ins Studio.
Die Live-Auftritte der Band sind legendär, Warhol als Mastermind verwendet für die Lightshow erstmals viele neuartige Mittel, die heute alltäglich sind: Stroboskop und Spiegelkugel, Dia- und Filmprojektionen, Farbfilter und Überlagerungen. Die Band tritt grundsätzlich nur in schwarzer Kleidung und mit Sonnenbrillen auf. Gestaltet sind die Exploding Plastic Inevitable genannten Auftritte als Aufsehen erregende Multimedia-Happenings, zu denen Malanga, Eric Emerson und Mary Woronov ihren „Peitschentanz“ aufführen. Wie in seinen Filmen dokumentiert Warhol auch mit seiner Band die „dunkle Seite“ der zeitgenössischen Rockmusik.
Als Fotograf arbeitet Warhol unermüdlich. Alles und jeder wird porträtiert. Mit seinen Polaroid-Sofortbildkameras hält er das Geschehen um ihn herum fest, in seinem Nachlass gibt es Zehntausende Fotos, die nie der Öffentlichkeit gezeigt werden.
Warhol versucht sich auch als Buchautor. Da er nicht nur viel fotografiert, filmt und malt, sondern ebenfalls Tonbandaufnahmen macht, kam ihm die Idee, eine Person aus seiner Umgebung 24 Stunden lang (wohl in Anspielung auf Ulysses von James Joyce) mit dem Mikrofon zu verfolgen und alles, was er sagt, festzuhalten. Diese Person findet er in „Ondine“ (Robert Olivo), einem notorischen Speed­freak, der pausenlos quasselt, wenn er wieder Drogen genommen hat – was bei ihm der Dauerzustand ist. Die Aufnahmen, in Wahrheit nicht am Stück, sondern über mehrere Monate gemacht, stellen ein unlesbares Dokument des Aberwitzes dar.
Nach dem von 1968, bei dem Warhol durch mehrere Schusswunden lebensgefährlich verletzt wird und längere Zeit im Krankenhaus verbringen muss, ändert sich sowohl sein offener Umgang mit den Factorymitarbeitern und -besuchern als auch sein Werk: Er konzentrierte sich wieder verstärkt auf seine Bilder und Siebdrucke und vermarktet später sogar die beim Solanas-Attentat zerschossenen Arbeiten („Elvis Lives“, „Shot Marilyn“). Die Geschichte um das Attentat von Solanas wird 1996 verfilmt. Titel: "I Shot Andy Warhol".
Im Mai 1979 trifft auf Joseph Beuys, 1980 erneut. Anlass die Ausstellung Joseph Beuys by Andy Warhol, auf der neun Siebdruckporträts mit dem Titel Joseph Beuys, die Warhol von Beuys im Anschluss an ein Treffen in New York nach Polaroidaufnahmen hergestellt hatte, gezeigt werden.
1987 stirbt Warhol überraschend unter ungeklärten Umständen an den Komplikationen einer Gallenblasenoperation in New York. Nachlass: Über 100 Millionen US-Dollar.
„Wer alles über Andy Warhol wissen will, braucht nur die Oberfläche anzusehen, die meiner Bilder und Filme und von mir, und das bin ich. Da ist nichts dahinter.“
Bis heute umstritten, ob in Warhols Werk die kapitalistische Konsumwelt affirmativ oder ironisch-dekuvrierend dargestellt wird.
Campbell’s Soup Cans



Peter Weiss 1916 - 1982 deutsch-schwedischer Schriftsteller, Maler, Grafiker, Experimentalfilmer
Gilt in der deutschen Nachkriegsliteratur als avantgardistischer, minutiöser Beschreibungsliterat, Verfasser autobiographischer Prosa wie auch als politisch engagierter Dramatiker. Internationale Erfolge mit dem Stück "Marat/Sade". Haupttext "Die Ästhetik des Widerstands", eines der „gewichtigsten deutschsprachigen Werke der 70er und 80er Jahre“.
Ältester Sohn der Schweizer Schauspielerin Frieda Weiss und des tschechischen Staatsbürgers Jenö Weiss, Oberleutnant der k.u.k. Armee im galizischen Przemysl. Nach Weiss’ Entlassung aus dem Militärdienst siedelt die Familie 1918 nach Bremen über, wo Jenö Weiss erfolgreiches Textilwarengeschäft eröffnet, 1920 konvertiert er zum Christentum, bis 1938 die jüdische Abkunft des Vaters kein Thema. Peter Weiss liest alles von Thomas Mann, Brecht. Jenö Weiss ist „fasziniert von Hitler und dessen pompöser Verachtung des Kommunismus.“
1935 - 36 Familie in London. Kurz vor Abreise Tod von Peters jüngerer Schwester (12) bei Autounfall, was das Familiengefüge dauerhaft aus Gleichgewicht bringt. 1936 Übersiedlung der Familie nach Warnsdorf in Böhmen. Peter besitzt tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. 1937 Kontakt zu Hermann Hesse, der ihn in seinen künstlerischen Ambitionen ermuntert, besucht Hesse in Montagnola.
Nachdem sich Nazideutschland 1938 Sudetenland einverleibt, Rückkehr nach Warnsdorf unmöglich. Weiss’ Eltern übersiedeln nach Schweden. Peter Weiss erst Schweiz, dann Schweden, 1940 Stockholm, wo er bis zu seinem Tod lebt. 1941 erste Ausstellung von Weiss' Werken. Ab 1952 als Lehrbeauftragter an der Stockholmer Universität für Filmtheorie und -praxis sowie die Theorie des Bauhauses. Experimentalfilme entstehen, bis 1961 insgesamt 16 Dokumentarfilme.
1961 Erzählung "Abschied von den Eltern". 1964 Heirat mit schwedischer Bühnenbildnerin und Bildhauerin Freiherrin Gunilla Palmstierna. 1975 Hauptwerk "Die Ästhetik des Widerstands".
Der Hausierer



Rogier van der Weyden ca. 1399 - 14641 flämischer Maler, einer der wichtigsten Vertreter der Altniederländischen Malerei.
Sohn eines Tournaiser Messerschmied. Heirat mit Elisabeth (Lysebette) Goffaert aus Brüssel, 4 Kinder. 1427 beginnt er als „Rogelet de le Pasture“ bei Meister Robert Campin seine Lehre Freigesprochener Meister in Tournai 1435 in Brüssel ansässig, Stadtmaler mit Nachnamen van der Weyden. 1439 Gerechtigkeitsbilder für das Brüsseler Rathaus. (zerstört, nur Kopien auf Wandteppich erhalten). 1444 Erwerb eines Hauses in Brüssel in herrschaftlicher Lage.
1450 Pilgerreise nach Rom. Stirbt 1464 in Brüssel.
Kreuzabnahme



Korad Witz ca 1400 bis ca. 1446 oberdeutscher Maler. Er zählt gemeinsam mit Hans Hirtz zu den bedeutendsten Vertretern der oberrheinischen Malerei der Spätgotik bzw. der von den Niederländern (Robert Campin, Jan van Eyck, Rogier van der Weyden) beeinflussten ars nova (neue Kunst, d. h. die frühe Renaissance nördlich der Alpen).
Erste schriftliche Quellen: Auf dem Rahmen des Petrusaltares der Genfer Kathedrale St. Peter steht: Dieses Werk malte Meister Konrad Witz aus Basel 1444 und 1434 nimmt ihn die Basler Zunft als Konrad von Rottweil auf. Nur Werke seiner letzten 12 Lebensjahre sind bekannt. Spätestes Lebenszeichen ist die Inschrift in dem Gemälde 'Der wunderbare Fischzug', sie lautet 1444. 1447 wird seine Frau Ursuline als Witwe erwähnt.
Christophorus



Wols 1913 - 1951 (eigentlich Alfred Otto Wolfgang Schulze) deutsch-französischer Fotograf, Maler und Grafiker
Wichtiger Wegbereiter des Tachismus und Ahnherr des Informel
Sohn eines hohen Berliner Regierungsbeamten (1919 Chef der Staatskanzlei im sächsischen Staatsdienst). Jugend in kulturinteressiertem Elternhaus in Dresden, das Kontakte zu Dresdner Künstlern wie Ludwig von Hofmann, Robert Sterl, Conrad Felixmüller und Otto Dix pflegt. Große Internationale Kunstausstellung 1926 hinterlässt nachhaltigen Eindruck. Dix' Kriegsdarstellungen beeidrucken ihn tief und prägen das späteres Werk. Sportlich und musikalisch aktiv. Frühe Tod des Vaters 1929 löst schwere Verstörung aus, kann das Abitur nicht machen.
1932 Paris, angesichts der Machtübernahme der Nazis will er in Paris leben. 1933 mit Freundin Gréty nach Barcelona, Mallorca, mehrfach Inhaftierungen, 1934 Ibiza, Taxifahrer, Fremdenführer, Deutschlehrer. 1935 Frankreich.
Ohne Arbeitserlaubnis verdient Wols mit Fotografie Lebensunterhalt. 1939 als „unerwünschter Ausländer“ in verschiedenen französischen Internierungslagern. Während Internierungszeit Vielzahl surreal anmutender Zeichnungen und Aquarelle, die Lagerleben thematisieren. 1940 Heirat mit Gréty. 1940 - 1942 Cassis bei Marseille. 1943 bis Kriegsende beim Bürgermeister von Dieulefit Unterkunft. Zunehmende Alkoholabhängigkeit beeinträchtigt Gesundheit.
Völlig mittellos nach Paris, freundet sich mit Sartre an, den er 'Visages' illustriert. Simone de Beauvoir: „Trank täglich einen Liter Marc“, ihn nie nüchtern gesehen, erscheint „zerlumpt, unrasiert und wie ein clochard“.
Ab 1946 in kurzer Zeit über 40 Ölbilder. Ausstellungen in Paris, Mailand und New York, 1951 verschlechtert sich Gesundheitszustand. Lungenentzündung, Leberzirrhose aufgrund schwerer Alkoholabhängigkeit und Gelbsucht. Durch Verzehr verdorbenen Fleischs Lebensmittelvergiftung (als Blinddarmentzündung diagnostiziert), stirbt im luxuriösen Hotel de Montalembert.
Anlässlich der Wols-Ausstellung im Centre Pompidou 2020 bemisst Wols' Werk auf 85 Gemälde, 910 Aquarelle und 170 Zeichnungen geschätzt.
Objets flottants (La banane)



Heinrich Zille 1858 - 1929 deutscher Grafiker, Maler und Fotograf
Sohn des Uhrmachers Johann Traugott Zille und dessen Ehefrau Ernestine Louise, geb. Heinitz, einer Bergmannstochter aus dem Erzgebirge. Heinrich Zille wird in der sächsischen Kleinstadt Radeburg bei Dresden in einem Hintergebäude geboren, das im selben Jahr abbrennt, die Zilles ziehen ins Gasthaus „Stadt Leipzig“ um. 1861 Umzug nach Dresden, dann Berlin, wo die Familie bis zu Heinrichs 14. Lebensjahr unter ärmlichen Bedingungen in einer Kellerwohnung nahe dem Schlesischen Bahnhof haust. Heinrich verdient durch Austragen von Milch, Brötchen und Zeitungen und andere Gepäckträger- und Botendienste Geld hinzu.
Er ist von den Stichen William Hogarths beeindruckt, die er in Pfennigmagazinen entdeckt. Ab 1877 Anstellung als Geselle bei der „Photographischen Gesellschaft Berlin“ am Dönhoffplatz, wo er 30 Jahre lang, mit Unterbrechung durch den Militärdienst, beschäftigt ist. 1883 Heirat. Um die Wende zum 20. Jahrhundert beginnt Zille immer bewusster, Szenen aus der proletarischen Unterschicht für sich als Sujet zu entdecken. Er findet sein „Milljöh“ in den Hinterhöfen der Mietskasernen, Seitengassen und Kaschemmen der Arbeiterviertel. 1907 entlässt ihn deswegen die Photographische Gesellschaft.
Der Fünfzigjährige ist verbittert, empört und zutiefst bestürzt. Er beginnt als freier Künstler zu arbeiten und findet den typischen Duktus, der, mit seinen berlinerischen Texten, Kurzgeschichten und Bonmots versehen, seine Zeichnungen so originell machen. 1903 Aufnahme in die neu gegründete Berliner Secession, 1910 Menzelpreis der Berliner Illustrierten Zeitung, 1924 Professor, Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Zille leidet nach dem Krieg zunehmend an Gicht und Diabetes. 1919 stirbt Zilles Ehefrau Hulda mit 54, auch Sohn Hans und geliebte Schwiegertochter sterben früh. Er stirbt 1929.
Berliner Strandleben



Bernd Zimmer * 1948 deutscher Maler
Geboren Planegg bei München, Vertreter der "Neuen Wilden" (oder "Neue Heftige" - Künstler, die in den frühen 1980er Jahren mit subjektiver, unbekümmerter und lebensbejahender Malerei auftreten), lebt und arbeitet in Polling, Piozzano/Italien und Warthe/Brandenburg. Lehre als Verlagsbuchhändler, Assistent für grafische Gestaltung, Berlin, Buchgestalter. Studium der Philosophie und Religionswissenschaft an der FU Berlin. Viele Auslandsreisen, 1977 Beginn der künstlerischen Arbeit. Stipendium Villa Massimo, 2 Jahre Rom, 1993 Künstlermagazin PlantSÜDEN, Skulpturen. Seit 2016 Umsetzung der STOA169.
Forsythia