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Hieronymus Bosch (um 1450 bis 1516) Niederländischer Maler, über den man so gut wie nichts weiß - das Porträt ist ein Phantasiezeichnung ... Geboren in Herzogenburg, einem Ort, der in der Geschichte der Malerei ansonsten keine sonderliche Bedeutung hat. Eben dort stirbt er auch im Jahre 1516. In Wirklichkeit heißt er van Aken, gehörte Liebfrauenbruderschaft an, deren Mitglieder Tonsur trugen und Mysterienspiele aufführten. Wie berühmt Bosch schon zu Lebzeiten ist, beweisen die zahlreichen Repliken und Kopien seiner großen Flügelaltäre. Der Hofprediger, Chronist und Reisebegleiter Karls V. erwirbt 6 seiner Werke und würdigt den Künstler in seinem Malerbuch. Durch ihn lernte Philipp II. zwei Boschs Schaffen kennen und vertieft sich in seiner menschenfeindlichen Einsamkeit in die Gedankenwelt des Künstlers.
Der Garten der Lüste



Salvador Dalí (1904-1989). Spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner und eine der umstrittensten Figuren in der Kunst: Sympathie für Franco, exzentrisches Verhalten und Spätwerk.
Häufigste Themen Traum, Rausch, Fieber, Religion, seine Frau Gala.
Geboren Figueres/Katalonien als Sohn eines Notars, Mutter, die er sehr liebt, gleicht die Strenge des Vaters aus und toleriert seine frühen Eigenheiten wie Wutausbrüche, Einnässen, Tagträume und Lügen.
Privatgymnasium, Abendkurse an der Städtischen Zeichenschule. 1918 Anarchistengruppe, 1921 Gruppe „Renovació Social“. 1922 Abitur. Studium an der „Academia San Fernando“ für Malerei, Bildhauerei und Graphik in Madrid, im Studentenheim wohnen Luis Buñuel und Federico García Lorca. Um sein Künstlertum zu betonen, kleidet sich Dalí exzentrisch mit großem schwarzen Filzhut, Samtjacke und bodenlangem Umhang, trägt schulterlange Haare, Koteletten, Pfeife im Mundwinkel und Stock mit vergoldetem Knauf. Mit Lorca und Buñuel widmet er sich den Schriften Sigmund Freuds, nennt die Psychoanalyse eine der Hauptentdeckungen seines Lebens.
1926 Paris, lernt Picasso kennen. Im selben Jahr wegen ungebührlichen Betragens von der Akademie verwiesen. Sein Malstil weist jetzt kubistische, pointillistische und futuristische Einflüsse auf, schreibt kunstkritische Texte, statt. 1929 in der Gruppe der Surrealisten Paris, lernt die russische Emigrantin Gala kennen und obwohl er angibt, vollkommen impotent und sexuell unerfahren zu sein, ist er ein Leben lang in lustbetonter Abhängigkeit an sie gefesselt. Seine sexuelle Obsessionen spiegeln sich in seinen Bildern wider, Heirat nach der Scheidung Galas von Éluard 1934,
Gala wird seine Muse, ersetzt ihm Familie, organisiert Ausstellungen und ist seine Managerin. Bis 1932 Paris. Mit den steigenden Verkaufserlösen Ausbau sie des Hauses in Portlligat (Verbindung mehrerer ehemaliger Fischerkaten), in einer kleinen Bucht nahe Cadaqués. Es ist Galas Verdienst, dass Dalí finanziell zum erfolgreichsten Künstler seiner Zeit wird. Mit Picasso-Darlehen 1934 USA-Reise.
1934 Ausschluss Dalís von den Gruppensitzungen der Surrealisten, 1936 London bei Edward James, Multimillionär, Kunstsammler und Mäzen Dalís. Wegen des Spanischen Bürgerkriegs 1936 Europareisen, USA. Dalí nimmt Abstand vom Atheismus und wendet sich wieder dem katholischen Glauben zu.
1975 schlagen ihm Verachtung und Feindschaft entgegen. Staatschef Franco lässt kurz vor seinem Tod am 27. September 1975 fünf mutmaßliche Terroristen exekutieren, Dalí befürwortet dies in einem Interview. Ab 1981 Parkinson, 1984 schwere Verbrennungen durch Kurzschluss im Schlafzimmer. Mit 84 tot.
Der große Masturbator



Albrecht Dürer (1471-1528). * Nürnberg Sohn eines aus Ungarn eingewanderten Goldschmieds deutscher Herkunft. Mit 15 bei Wohlgemuth in die Lehre. Martin Schongauers Werkstatt in Colmar sucht er auf (der Meister zu dieser Zeit schon tot), und durch fleißiges Kopieren der Stiche Mantegnas sucht er sucht die Kunst der großen italienischen Meister der Renaissance anzueignen.
1493, kurz vor seiner Hochzeit, schafft er mit Temperafarben auf Pergament ein 'Selbstbildnis', weist sich bereits hier in der harten Konturierung der Formen als Zeichnen aus, der höchste Ansprüche stellt und sich nicht mit ungefähren Andeutungen begnügt. 1498 arbeitet er mit gleichem Eifer und Geschick sowohl als Maler wie als Kupferstecher; die Holzschnitte 'Apokalypse' und die großen Kupferstiche sind ebenso bedeutend wie die erstenn Altarbilder. Seit dieser Zeit genießt Dürer, befreundet mit dem Humanisten Willibald Pirckheimer, in Deutschland hohes Ansehen. Zahlreiche Portraitaufträge, u.a. Bildnis 'Oswald Krel' auf leuchtend roten Hintergrund und mit seinem Bruder Hans Dürer 'Bldnis eines jungen Mannes'.
Während seines zweiten Aufenthalts in Italien (Ende 1506) malt Dürer im Auftrag der deutschen Kaufleute in Venedig das 'Rosenkranzfest' für den Hochaltar ihrer Kirche S. Bartholoeo. 1507 entstehen die beiden großen Aktbilder Bilder 'Adam' und 'Eva', 1508 eines der berühmtesten Beispiele Dürers reifen Stils: 'Anbetung der heiligen Dreifaltigkeit'. In den folgenden Jahren widmet Dürer sich hauptsächlich grafischen Arbeiten und zeichnet die geheimnisvollsten seiner Blätter: 'Melancholie' und 'Ritter, Tod und Teufel'. In den Jahren 1515-1519 sind es Entwürfe für Holzschnittillustrationen zu literarischen Werken Kaiser Maximilians I.
1520 bereist Dürer die Niederlande, überall hoch geehrt, bringt wundervolle Silberstiftzeichnungen mit.
Über seine letzten Jahren liegen die Schatten der Religionskämpfe, die ihn als aufrechten Lutheraner nicht unbeteiligt lassen. 1526 entstehen einige seiner besten Portraits und vor allem die erste monumentale Komposition 'Vier Apostel' ein Meisterwerk in der Farbigkeit und dem großartigen Entwurf der Gewänder, den einfachen Formen und der erhebenen Würde - gleichsam das Glaubensbekenntnis dieses Malers, künstlerisch gesehen, das Ende seine Entwicklung, die ihn vor dem brodlendem Linienspiel gotischer auf den Holzschnitten der 'Apokalypse' zu einem meisterhaft beherrschten Klassizismus führte. In diesem beweist er sich, ohne je seine dem germanischen Wesen entsprungenen künstlerischen Vorstellungen preiszugeben, den größten Italienern als ebenbürtig, anerkannt als weltgrößter Renaissancekünstler.
Selbstbildnis im Pelzrock



Mathis Neithart Gothart, genannt Grünewald
Grünewald war ein Zauberer, ein Zauberer der Emotionen, ein Magier des Lichts und der Farbe. Wie aus dem Nichts taucht er auf. Seine nachweisbare Tätigkeit währt nicht viel länger als 25 Jahre und mit seinem Tod 1528 (oder 1531/32?) endet eine der aufregendsten Phasen altdeutscher Kunstübung.
Über sein Leben wissen wir nur wenig, auch ein Grund, weshalb es von Mythen umflort ist, wie kaum ein anderes. Trotzdem bleibt es nicht nur dem Kunsthistoriker ewiger Wunsch zu ergründen, von wem ein Künstler seines Rangs Anregungen erhielt, wer seine Lehrer gewesen sind und auf welche Weise sie sein Werk geprägt haben könnten.
Den Entdeckungen zweier Werke, die heute als Frühwerke Grünewalds gelten, kommen in dieser Hinsicht größte Bedeutung zu: die Coburger Abendmahltafeln und der Lindenharther Altar mit der Darstellung der 14 Nothelfer (vgl. W. G. Sebald )
Als menschliche Figur ist Grünewald in vieler Hinsicht ein Geheimnis. Hieß er gar nicht Grünewald? Er bezeichnet sich selbst als Mattis Nithart, fügt diesem Namen Gothart hinzu. 1509 Hofmaler des Kurfürsten und Erzbischof von Mainz Ulrich von Gemmingen. Dessen Nachfolger Erzbischof Albrecht von Brandenburg zieht den Maler an den Hof in Aschaffenburg. Albrecht zeigt sich den Reformierten gegenüber zunächst tolerant, aber es sind wohl doch religiöse Gründe, die Meister Mattis veranlassen, nach Frankfurt und später nach Halle überzusiedeln, wo er den Auftrag erhält, "Wasserkunst" anzulegen. Bald darauf jedoch stirbt er.
Das nach seinem Tode aufgestellte Inventar seiner Besitztümer lässt erkennen, dass er zwar wenig Geld, aber viel kostbaren Schmuck und reiche Gewänder und vor allem eine stattliche Zahl von Schriften Luthers besaß. Am wenigsten Klarheit besteht über sein Geburtsdatum: manche Kunsthistoriker setzen es um 1460, manche um 1470 an.
Den jüngsten Zugang zum Werk Grünewalds und zugleich sein vielleicht ältestes Werk stellt die Coburger Tafel dar (Kunstsammlungen der Veste Coburg). Sie kommt 1968 in den Londoner Kunsthandel und auf diesem Wege zurück nach Deutschland, wo man sie 1969 Grünewald zuschreibt.
Noch mehr als die Coburger Tafel hat das Lindenhardter Werk durch die Zeiten sehr gelitten, insbesondere das für Grünewald so typische intensive Kolorit ist aufgrund wohl unsachgemäßer Aufstellung über einen längeren Zeitraum verblasst. Auch hier lassen sich die Umstände der Entstehung nicht mehr klären: das Bild befand sich ursprünglich als Hochaltar in der Pfarrkirche Bindlach und wird nach einem Brand 1685 an die Nachbarkirche in Lindenhardt abgegeben.
1504 schafft Grünewald im Auftrag des Johann von Kronberg 'Die Verspottung Christi' als Epitaph für dessen verstorbene Schwester.
1510 malt er vier Standflügel zum Heller-Altar in Frankfurt am Main, dessen Mittelbild Albrecht Dürer fertigt.
Sein Hauptwerk, der Isenheimer Altar, entsteht spätestens ab 1513, vollendet wohl 1516, bestimmt für die Kapelle des Spitals. Präzeptor des Klosters Issenheim ist Guido Guersi aus Sizilien - ihn bildet Grünewald als S. Anton, sich als Paulus ab.
Literatur: "Grünewald und seine Zeit: Katalog zur Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe 2007/2008" - sehr informativ, packend geschrieben und absolut lesenswert
Die Versuchung des Einsiedlers Antonius in seiner Einsiedelei



Ipuki, altägyptischer Bildhauer der 18. Dynastie, in Theben tätig, durch sein Grab TT181 bekannt.
Ipuki war Sohn des Senetjer, aktiv während der Regentschaften der Pharaonen von Thutmosis IV. bis Amenophis III. (1397 bis 1351/50 v. Chr.). In den Inschriften des Grabs ist sein Titel „Oberster der Bildhauer des Herrn der beiden Länder“ überliefert. Das Grab teilt er sich mit dem Bildhauer Nebamun, der wahrscheinlch Ipukis Witwe heiratete.
Bildnis der Frau des Ipuki



Paul Klee (1879-1940) einer der bedeutendsten Künstler der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts.
Maler und Grafiker, dessen vielseitiges Werk im Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und Surrealismus beheimatet ist. Enger Kontakt zum Blauen Reiter, 1914 gemeinsame Reise mit August Macke und Louis Moilliet nach Tunesien, Durchbruch als Maler.
Klee lehrt wie Freund Wassily Kandinsky ab 1921 am Bauhaus in Weimar und später Dessau, ab 1931 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach Machtergreifung durch die Nazis entlassen, geht nach Bern, wo ab 1934 trotz schwerer Krankheit umfangreiches Spätwerk entsteht. Neben dem künstlerischen Werk verfasst Klee kunsttheoretische Schriften.
Sohn eines deutschen Musiklehrers und der schweizerischen Sängerin Ida Marie Frick. Durch das Elternhaus erlangte musikalische Fähigkeiten begleiten und inspirieren ihn bis ans Lebensende. Grafikstudium München, genießt das lockere Studentenleben, zahlreiche Affären mit jungen Modellen, um "verfeinerte Sexualerfahrung" zu erlangen. 1900 eigenes Atelier. 1901 6-monatige Studienreise Italien, nach Rückkehr ins Elternhaus Lebensunterhalt als Geiger.
Ausstellungen, Studien, Heirat, 1914 Tunisreise, 1916 Soldat, am Tag der Einberufung erfährt Klee, dass Freund Franz Marc bei Verdun gefallen ist, bis Kriegsende Schreiber.
Ausstellungen, Bauhaus, Weimar, Dessau, 2. Orientreise, Düsseldorf ...
Im Stil von Kairuan



Lascaux
Wir dürfen annehmen, dass in diesen Höhlen, deren Bildschmuck oft tief verborgen liegt, die ältesten Felsheiligtümer prähistorischer Zeit existieren und sie den bildlichen Ausdruck religiöser Vorstellungen der frühesten uns bekannten Vertreter der menschlichen Rasse überliefern.
Die Menschen dieser Zeit sind Jäger und Hirten. Deshalb stellen sie vor allem Tiere dar. Rentiere, Mammute, Wisente - Tiere, die seither ausgestorben oder in andere Gebiete abgewandert sind - außerdem Auerochsen und Wildpferde. Diese oft lebensgroßen Darstellungen sind erstaunlich lebendig, die Bewegungen glänzend charakterisiert. Die Sicherheit der Strichführung bestätigt die überragende Fähigkeit der ausführenden Künstler. Als Werkzeuge dienen Finger, Feuersteinwerkzeuge, Pinsel und zugespitzte Farbknollen, als Farbstoffe Mineralien. Farben sind Oker in verschiedenen Tönungen, schwarz und weiß. Jagdszenen, Ritual oder Kriegstänze, am häufigsten jedoch einzelne Tiere, selten geometrisches Ornament.
In der Deutung der Bilder gehen die Meinungen weit auseinander. Magische Darstellungen im Zusammenhang mit der Jagd, also eine Art "Jagdzauber"? Symbolische Darstellungen der überweltlichen Kräfte, die den Kosmos, das Leben der Menschen und die Stammesriten beherrschen?
Lascaux



Jan Peter Tripp * 1945 Oberstdorf, Maler, Grafiker.
Sohn des Malers Franz Josef Tripp (Jim Knopf), in der Oberrealschule Mitschüler von W. G. Sebald, mit dem ihn bis zu Sebalds Tod 2001 eine tiefe Freundschaft verbindet; Sebald widmet in 'Logis in einem Landhaus' ein Kapitel Tripps Malerei. Studium Freie Kunstschule Stuttgart, Akademie Stuttgart und Studium der Bildhauerei. 1971 zeichnet ihn DAAD mit Studienstipendium in Wien aus, weitere Auszeichnung Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes.
Nach dem Studium malt Tripp einen Monat im psychiatrischen Landeskrankenhaus Weissenau nahe Ravensburg, die Radierungen machen ihn überregional bekannt. 1976 zahlreiche Aufträge als Bühnenbildner beim Staatstheater Stuttgart. 1979 gemeinsam mit Johannes Grützke und Arno Waldschmidt 'Pantalon ouvert', ein Prosastück. 1983 Stipendium der Künstlerhäuser Worpswede. Beteiligung an 20 DKB-Jahresausstellungen, u.a. an der Sonderausstellung 1984 in der griechischen Nationalpinakothek in Athen.
Tripp gilt als wichtiger deutscher Vertreter des Realismus, lebt und arbeitet als freier Maler und Graphiker in Mittelbergheim/Elsass.
Siehe bei W. G. Sebald: Unerzählt , Blauwärts , Scipio , Gemeinschaftswerk
Der Herr Mappus