A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Start


Oswald Achenbach 1827 - 1905 deutscher Maler, der Düsseldorfer Malerschule zugerechnet.
Zu Lebzeiten zählt er zu den bedeutenden Landschaftsmalern Europas und prägt während seiner Lehrtätigkeit die Düsseldorfer Kunstakademie. Sein Bruder ist Andreas Achenbach, der gleichfalls zu den bedeutenden deutschen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts zu rechnen ist, die Brüder scherzhaft auch „A und O der Landschaft“ genannt.
Oswald Achenbach geboren als 5. von 10 Kindern eines Kaufmanns in Düsseldorf. Während Achenbachs früher Kindheit zieht Familie nach München, um 1844 zurück in Düsseldorf. Verhältnis zu seinem Bruder Andreas, wie Oswald ein bekannter Maler, offenbar gestört.
1835, mit 8, in die Elementarklasse der Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen. 1843 mehrmonatige Reise des 16-jährigen nach Oberbayern und Nordtirol, während der er seine Naturstudien fortsetzt. 1845 Reise nach Oberitalien, ab da zeigen die Gemälde überwiegend italienische Landschaftsmotive.
Achenbach kritsich gegenüber der Düsseldorfer Kunstakademie.
1850 erneut Reise nach Italien, Nizza, Genua und Rom führte. Besuch vor allem der Orte, die schon vor ihm Landschaftsmaler zu Bildern angeregt haben. Lernt u. a. Arnold Böcklin, Ludwig Thiersch und Heinrich Dreber näher kennen, verbringt mit ihnen längere Zeit in Olevano.
1851 Heirat mit Julie Arnz, Tochter des Düsseldorfer Verlagsbuchhändlers und Druckereibesitzers Arnz, der die Düsseldorfer Monathefte herausgibt, für die Achenbach satirische Blätter liefert, und das Düsseldorfer Monatsalbum, zu dem Achenbach Illustrationen zu Gedichten und Liedern ebenso beisteuert wie Lithografien seiner Gemälde. In derselben unterrichtet er Schüler privat in Landschaftsmalerei. 4 Töchter und ein Sohn.
Achenbach ist zu dieser Zeit als Maler bereits weit über Deutschland hinaus bekannt. 1852 Ehrenmitglied der Kunstakademie Amsterdam. Auf der Weltausstellung in Paris 1855 mit mehreren Gemälden vertreten und ausgezeichnet. 1861 Ehrenmitglied der St. Petersburger und 1862 der Rotterdam Akademie. 1863 Professur für Landschaftsmalerei an der Kunstakademie, Napoleon III. ernennt ihn zum „Chevalier de la Légion d’honneur“. Verleihung des Guadeloupe-Ordens durch Kaiser Maximilian von Mexiko 1866 und des Ritterkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens vom hl. Michael durch die Jury für die Internationale Kunstausstellung in München 1869.
Als Professor legt er seinen Schülern nahe, sich mit den Gemälden William Turners auseinanderzusetzen und empfiehlt ihnen auch die Werke seines Bruders Andreas Achenbach zum Studium.
Auch während seiner Lehrtätigkeit Vielzahl von Reisen. Längere Aufenthalte im Teutoburger Wald und in der Schweiz. 1871 mit Familie fast 9 Monate in Italien. Castellammare di Stabia, Amalfi, Capri und Ischia. Mehrere Wochen Sorrent.
Die Professur legt er 1872 nieder. Wider zahlreiche Reisen. Die letzte große Reise nach Italien 1882: Florenz, Rom, Neapel. 1885 und 1895 Oberitalien. Reise nach Florenz 1897 muss er aufgrund einer Erkrankung in der Schweiz abbrechen.
1897 anlässlich seines siebzigsten Geburtstags zum Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf ernannt. Seit langem schon gehört Achenbach zu den führenden Persönlichkeiten der Stadt. Diese hohe gesellschaftliche Stellung bedingt auch, dass Achenbach ein sehr großes, prunkvolles und gastfreundliches Haus führt, in dem Künstler, Literaten, Gelehrte sowie Offiziere und Angehörige des Adels verkehren. Zu seinen prominentesten Gästen und Kunden zählt Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen. Eine solche Haushaltsführung ist kostspielig und macht es notwendig, dass Achenbach viele Bilder „produziert“. Als gesellschaftlich anerkannter Künstler ist es für ihn einfach, Käufer zu finden. Die hohe Anzahl der von ihm geschaffenen Gemälde führt jedoch zur Motivwiederholung. Schon ab den 1860ern werfen ihm Kunstrezensenten wiederholt vor, dass er Motive „totmale“. Dieses Urteil kann dazu beigetragen haben, dass er zunehmend auch Gebirgsmotive malt.
Oswald Achenbach verstarb in Düsseldorf am 1. Februar 1905, einen Tag vor seinem 78. Geburtstag. Achenbach wurde auf dem Nordfriedhof Düsseldorf, wo sein Grab auf dem Feld 27 erhalten ist, bestattet.
Bucht von Neapel



Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski 1817 - 1800 russischer Maler armenischer Abstammung
Einen Großteil seines Werks widmet er der Marinemalerei, in der sich sein persönlicher Stil unter anderem in der virtuosen Gestaltung von Licht und Schatten zeigt, wie z. B. Lichteffekte des Wassers.
Aiwasowski bekommt ersten Kunstunterricht durch einen Freund der Familie, den deutschstämmigen Architekten Koch. Dieser fördert ihn nach allen Kräften und vermittelt ihm die Unterstützung des Stadtkommandanten von Feodossija. Als dieser nach Simferopol versetzt wird, nimmt er Aiwasowski mit und lässt ihn dort auf seine Kosten ausbilden. Natalja Naryschkina, Tochter des Grafen Fjodor Rostoptschin, wird auf Aiwasowski aufmerksam und verschafft ihm eine Lehrstelle im Atelier des Hofmalers Salvatore Tonci in Moskau. Dort lernt Aiwasowski den Maler Alexander Olenin kennen, der – überzeugt von Aiwasowskis Talent – für diesen erfolgreich bei Zar Nikolaus I. die Erlaubnis erbittet, die Russische Akademie der Künste besuchen zu dürfen.
Das Lehrer-Schüler-Verhältnis zwischen dem französische Marinemaler Philippe Tanneur gestaltet sich als äußerst schwierig, da u. a. Tanneur einige Werke Aiwasowskis als seine eigenen ausgibt. Er lernt Admiral Konstantin Nikolajewitsch kennen, der sich sehr für seine Werke interessiert. 1836 bereist Aiwasowski im Gefolge des Admirals Finnland und im darauffolgenden Jahr die Krim.
Ein großzügiges Reisestipendium des Zarenhof ermöglicht es Aiwasowski 1839, über Berlin, Dresden, Wien, Triest, Venedig und Florenz nach Rom zu reisen, um dort die antiken Meister zu studieren. Von dort aus reist er 1840 nach Paris, wo er an einer Ausstellung des Pariser Salons teilnimmt. 1841 Rom, im darauffolgenden Jahr London, Rückreise über Lissabon und Madrid wieder nach Rom.
1844 kehrte Aiwasowski über Amsterdam nach St. Petersburg zurück. In Amsterdam erste große Einzel-Ausstellung, Goldmedaille von der Königlichen Akademie der Bildenden Künste. Bei Aiwasowskis Audienz bei Nikolaus I. nach Rückkehr ernennt ihn der Zar zum Maler des Marinestabes, mit der Erlaubnis, die Uniform der zaristischen Kriegsmarine zu tragen. 1846 im Gefolge von General Nikolajewitsch Besuch Konstantinopels. 1847 Professoren-Titel. Er lässt sich in seiner Heimatstadt Feodossija nieder, und erbaut sich Villa mit großem Atelier.
1857/58 Paris mit Ausstellungen. Zwei seiner Werke erwirbt Kaiserin Eugénie. Ritter der Ehrenlegion. 1858 Rückkehr nach Feodossija, wo er die folgenden zwanzig Jahre lebt, unterbrochen von einigen kurzen Reisen. 1887 Ehrenmitglied der Kunstakademie St. Petersburg. In seiner Dankesrede erwähnt er 4.000 Bilder, die er bisher geschaffen hat. Lebt zurückgezogen in seiner Heimatstadt bis 1900 und stirbt im Alter von 82 Jahren. Siehe auch Fundstück Aiwasowski
Die neunte Woge



Anita Albus *1942 Malerin, Autorin, Buchillustratorin
eine der besten Malerinneren unserer Zeit, geboren München, studiert in Essen freie Grafik und beginnt ihre künstlerische Arbeit als Kinderbuchautorin. Später illustriert sie u.a. Christoph Ransmayrs Die letzte Welt. 1997 erscheint ihr Essayband Die Kunst der Künste. Das Buch Von seltenen Vögeln berichtet von ausgestorbenen und gefährdeten Vogelarten mit eigenen und Bildern anderer Künstler, eine Synthese naturkundlicher, künstlerischer und erzählerischer Betrachtungs- und Darstellungsweise, wie Linnés „Lappländische Reise“, Audubons Darstellungen der amerikanischen Vogelwelt und Brehms „Tierleben“. 2007 erscheint Das Los der Lust, ein Versuch über Tania Blixen, und 2011 Im Licht der Finsternis: Über Proust.
Anita Albus ist auch Erfinderin. Die Art, wie sie malt, konnte sie nicht auf der Folkwangschule in Essen-Werden lernen; und die Farben, die sie verwendet, kann sie noch immer in keinem Geschäft kaufen. Die Pigmente Bleiweiß, Grünspan oder Pfirsichkernschwarz stellt Anita Albus selbst her. Sie mischt die Lösungen und Emulsionen, verleiht den Farben mit Honig oder Gummiarabicum Geschmeidigkeit, behandelt die Holz-, Kupfer- oder Leinwandoberflächen ihrer Gemälde oder färbt das Papier für ihre Aquarelle ein.
Haus im Haus - Schachbrettblume



Albrecht Altdorfer um 1480 - 1538, deutscher Maler, Kupferstecher und Baumeister
Gilt neben Wolf Huber als bedeutender Vertreter der sogenannten Donauschule, einer Stilbewegung entlang der Donau in Bayern und Österreich, auch „wilde Maler von der Donau“ genannt. Zusammen mit Albrecht Dürer, als dessen Schüler er gilt, sieht man ihn als Begründer der Nürnberger Kleinmeister.
Über sein Leben wenig bekannt; 1517 wählt man den angesehenen Bürger, der unter anderem für Kaiser Maximilian I. arbeitet, in den Äußeren Rat der Stadt Regensburg. Er ist Mitglied der Delegation der Ratsherren, die 1519 die Ausweisung der Regensburger Juden anordnet.
1535 reist er als Gesandter der Stadt Regensburg nach Wien zu Ferdinand I., um ein Entschuldigungsschreiben der Stadt zu überbringen, die wegen politischen und religiöser Umtriebe in Ungnade gefallen ist (Berufung eines protestantischen Predigers).
Von seinen Bildern sind besonders zwei bekannt: der von 1509 bis 1518 entstandene Sebastiansaltar von Stift St. Florian bei Linz mit seinen dramatisch-manieristischen Szenebildern sowie Die Alexanderschlacht (1528–1529)
Um 1522 entstehen seine ersten reinen Landschaftsgemälde und -zeichnungen. Altdorfer macht in der europäischen Malerei erstmals die Landschaft zum eigentlichen und selbständigen Bildthema. Selbst in seinen religiösen Gemälden und Altarbildern sind Menschen nur noch Beiwerk zur Landschaftsmalerei.
Alexanderschlacht



Friedrich von Amerling 1803 - 1887 österreichischer Maler, neben Ferdinand Georg Waldmüller einer der angesehensten österreichischen Porträtmaler des 19. Jahrhunderts
Sohn eines Gold- und Silberdrahtziehers, studiert 1815 bis 1824 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1824 Prag, Akademie der Bildenden Künste, 1827/28 London. Weitere Reisen Paris, Rom, 1828 wieder zurück in Wien, Aufträge des österreichischen Kaiserhauses, des Adels und Bürgertums.
Unternimmt zeit seines Lebens ausgedehnte Studienreisen: 1836 und 1838 nach Italien, 1838 in die Niederlande, 1839 nach München, 1840–1843 nach Rom, 1882 nach Spanien, 1883 nach England, 1884 nach Griechenland, 1885 nach Skandinavien bis zum Nordkap und 1886 nach Ägypten und Palästina.
Amerling ist viermal verheiratet: bis 1843 mit Antonie Kaltenthaler, bis zur Scheidung 1845 mit Katharina Heißler, bis 1880 mit Emilie Heinrich, und 1881 mit Maria Nemetschke, ehemals verheiratete Paterno. 1878 in den Adelsstand: Friedrich Ritter von Amerling. Als einer der angesehensten Künstler Wiens empfängt er zahlreiche wichtige Literaten und Musiker (wie Franz Liszt) bei sich zu Hause.
1858 erwirbt Amerling Schloss Gumpendorf in Wien und stattet es nach seinem Geschmack mit wertvollen Kunstschätzen aus, im Volksmund "Amerlingschlößl",
Römerin mit Spinnrocken "Chiaruccia"



Hans Arp auch Jean Arp 1886 - 1966 deutsch-französischer Maler, Grafiker, Bildhauer, Lyriker
Konstruktivist, Pariser Surrealist, gründet 1916 den Dadaismus als literarische und künstlerische Bewegung als Antwort auf den 1. Weltkrieg und gegen dessen soziale Konventionen in Zürich mit.
Stammt väterlicherseits aus Hugenottenfamilie aus der holsteinischen Probstei und mütterlicherseits aus einer elsässisch-französischen Familie. Vater besitzt prosperierende Zigarrenfabrik, Mutter talentierte Pianistin und Sängerin. Hans und sein Bruder wachsen dreisprachig auf; Französisch, Deutsch, Elsässisch.
1904 bis 1908 Kunststudium an der Kunstschule Weimar, Paris. Ab 1909 Luzern, da sein Vater 1907 seine Fabrik in das nahegelegene Weggis verlegt. Lernt Wassily Kandinsky kennen und knüpfte über ihn Kontakte zur Gruppe "Der Blaue Reiter."
1915 Auststellung der abstrakten Werke in Zürich ausgestellt. Lernt Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco und Richard Huelsenbeck kennen, mit denen er 1916 den Dadaismus in Zürich begründet. Ab 1916 mit der Künstlerin und Textilgestalterin Sophie Taeuber befreundet. 1919 Köln, Freundschaft mit Max Ernst und Johannes Theodor Baargeld. Mit diesen begründet er den Kölner Dadaismus; geben gemeinsam die marxistisch orientierte Zeitschrift Der Ventilator heraus.
1922 Heirat mit Sophie Taeuber. Einzeln und zusammen viele Werke. 1923 eine engere Zusammenarbeit mit Schwitters. 1925 mietet Atelier in Paris, das auch Sophie Taeuber-Arp manchmal nutzt. Enger Kontakt mit internationalen Avantgardisten wie Kasimir Malewitsch und El Lissitzky. 1925 das Buch 'Die Kunstismen'.
1926 Straßburg, dann Paris. 1940 Arps Werke von den Nazis als entartete Kunst eingestuft. Sie ziehen in den unbesetzten Teil Frankreichs, nach Grasse. Gedichte auf Französisch. Dessins aux doigts (Fingerzeichnungen) und die Papiers froissés (Zerknitterten Papiere). 1942 Flucht vor den Deutschen in die Schweiz.
Sophie Taeuber-Arp stirbt 1943 an Kohlenmonoxidvergiftung. Arp braucht Jahre, um sich von diesem Verlust zu erholen, widmet Sophie viele seiner Werke. 1949 USA.
1959 Heirat mit Marguerite Hagenbach, er stirbt in Basel.
Konstellation nach den Gesetzen des Zufalls



Anders Askevold 1834 - 1900 norwegischer Landschafts- und Tiermaler der Düsseldorfer Malerschule
Zweites von 10 Kindern eines Küsters und Lehrers, beginnt autodidaktisch zu zeichnen. In der Hauptstadt Christiania Königlichee Zeichenschule, den Aufenthalt finanziert er durch Porträtieren. 1855 nach Düsseldorf, 1856 Landschafter-Klasse an der Kunstakademie. Verkehrt im Kreis der zahlreich in Düsseldorf studierenden und auch bereits niedergelassenen skandinavischen Künstler. 1858 Rückkehr nach Norwegen, 1860 mit Stipendium Studienreise über Düsseldorf nach Paris. 1862 in Bergen Heirat mit Katarina Maria Didrike Gran, mit ihr nach Paris. 5 Töchter und 3 Söhne. In Bergen unterrichtet Askevold einige Privatschüler in seinem Atelier, 1877/78 München, 1878 endgültiger Umzug nach Düsseldorf. 1896 Schlaganfall.
Kühe



Frank Auerbach * 1931 deutscher Maler
Einer der bedeutendsten Vertreter der figurativen Malerei in Großbritannien.
Sohn eines Patentanwalts, liberale, assimiliertes jüdische Elternhaus in Berlin, Mutter hat Kunst studiert, Cousin ist Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. 1939 entschließen sich Eltern, Auerbach mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu schicken.
Unterstützt von der Schriftstellerin Iris Origo verlässt der noch nicht Achtjährige mit fünf weiteren jüdischen Kindern Deutschland von Hamburg aus per Schiff. Seine Eltern sieht er nie wieder - sie sind Opfer des Holocaust. (In Wilmersdorf Güntzelstraße 49 je ein Stolperstein für Diplomingenieur Max Auerbach „deportiert 01.03.1943, Auschwitz“ und für Charlotte Auerbach „deportiert 03.03.1943, Auschwitz, ermordet 30.06.1943“)
Frank Auerbach wächst in England auf dem Land auf, besuchte die Bunce Court School in Otterden, Kent. Plant zunächst Lateinstudium. Spielt gleichzeitig Theater in verschiedenen kleinen Schauspieltruppen, besucht Kunstkurse an einer Art Volkshochschule. 1947 britischer Staatsbürger. 1948 - 1955 Kunststudium, zunächst in der Zeichenklasse des polnischen Malers David Bomberg, der ihn an das Werk Paul Cézannes heranführt. Schließt Studien am Royal College of Art mit Auszeichnung ab. Noch während der Studienzeit übernimmt er von Studienfreund, dem Maler Leon Kossoff, Atelier im Londoner Stadtbezirk Camden, Stadtteil Camden Town, wo er bis heute arbeitet. Erste Einzelausstellungen in London ab 1956, kein nennenswerter Erfolg; über viele Jahre muss er Maler Lebensunterhalt als Rahmenbauer und Kunstlehrer verdienen. Publikum und Kritik können mit den aus extrem dicken Farbaufträgen herausgemeißelten Porträts wenig anfangen.
Mit der Zeit entwickelt sich der eigenwillige Maler zum Geheimtipp in der internationalen Kunstszene, erste Ausstellungen auf dem europäischen Kontinent. Den Durchbruch als anerkannter Künstler schafft Auerbach 1986 im Alter von 55 Jahren mit der Gestaltung des britischen Pavillons auf der Biennale Venedig: gemeinsam mit Sigmar Polke Goldener Löwen.
W. G. Sebald veröffentlicht 1992 in "Die Ausgewanderten" (Schilderung von 4 Flüchtlingsschicksalen aus der Nazizeit, die alle auf Biografien realer Personen beruhen) als 4. Kapitel "Max Aurach". Als 1996 die englische Übersetzung (The Emigrants) erscheint, verweigert Auerbach die Genehmigung zur Veröffentlichung seiner Bilder in der englischen Ausgabe. Sebald hat sich im Recht gefühlt, die Lebensgeschichte von Auerbach zu adaptieren, weil er alles Material öffentlich zugänglichen Quellen entnommen habe, benennt aber das Kapitel um in "Max Ferber" - so auch der Titel in den späteren deutschen Ausgaben.
Der Maler gilt als Workaholic. Er ist eng mit den ebenfalls in London arbeitenden Malern Lucian Freud und R. B. Kitaj befreundet.
Bei Eröffnung der Auerbach-Ausstellung in Bonn März 2015 korrigiert der britische Botschafter schmunzelnd den angeblichen 80-Liter-Ölverbrauch des Künstlers: weniger als ein Zehntel. Viele Bilder Auerbachs sind acrylfarben, dass er sich ständig im Atelier aufhält - Mythologie, er skizziert viele Stunden im Freien - die Espressobarwände der National Gallery zeugen davon ...
In der Mai-Ausgabe 2015 des Kunstmagazins "BLAU" erinnert sich Auerbach, an den Kindertransport 1939: "Ich habe Deutschland mit einem kleinen Koffer verlassen, in den meine Eltern saubere Sachen für mich gepackt hatten. Sie sagten mir, dass sie nachkommen würden. Also wartete ich und rührte den Koffer nicht an, wollte alles aufheben für den Tag der Zusammenkunft . . ."
G.I. on her Blue Canlewick Cover



Francis Bacon 1909 - 1992 britischer Maler, gehört zu den bedeutendsten gegenständlichen Malern des 20. Jahrhunderts
Francis Bacons Leben steht unter dem Einfluss von Alkohol und Glücksspiel. Sein Biograph Daniel Farson berichtet von einer Vita zwischen Halb- und Unterwelt: von Verführungen des 15-jährigen Bacon durch Stallburschen in Dublin, von einem geheimen Spielclub in seiner Wohnung, von zwielichtigen Etablissements in Berlin und Paris bis hin zu Bacons Kriegserlebnissen, wo er nach Bombenangriffen Tote wegkarrt. Dem Abgründigen steht der großmütige Gentleman Bacon gegenüber; der belesene Intellektuelle, der die antiken Tragödien, Nietzsche, Sigmund Freud und Marcel Proust liest, von James Joyce und T. S. Eliot schwärmt und eine ungewöhnliche Arbeits- und Selbstdisziplin aufbringt.
Geboren 1909 als Sohn britischer Eltern in Dublin, als 2. von 5 Kindern. Die Brüder sterben früh, seine Schwestern wandern aus. Francis’ Vater, autoritäres und gewalttätiges Familienoberhaupt, Zureiter und Trainer von Rennpferden.
Mit Ausbruch des 1. Weltkriegs häufige Wohnortswechsel, ohne regelmäßige Schulbildung und teilweise sich selbst überlassen auf. Aus einem Internat flüchtet Bacon nach wenigen Wochen. Früh macht er die Erfahrung von Gewalt. Während des Osteraufstands der Sinn Féin-Bewegung 1916 lebt er in Irland „in einem mit Sandsäcken verbarrikadierten Haus“
Mit 16 wird Bacon sich seiner Homosexualität bewusst. Als sein Vater ihn dabei, als er Dessous seiner Mutter anprobiert, wirft er ihn aus dem Haus. Bacon geht nach London, Gelegenheitsarbeiten, 1927 Berlin. Bacon stürzt sich ins Berliner Leben. Im Sommer Paris, wo er zu zeichnen und zu aquarellieren begann. Begegnet Picasso-Bildern, die ihn sehr beeindrucken.
Ein Jahr Atelier in Queensberry Mews West, South Kensington. Er veranstaltet er Ausstellungen mit Wand- und Bodenteppichen sowie mit modernen Möbeln aus Stahl und Glas nach eigenen Entwürfen. Beginnt Ölbilder zu malen.
1933 Ausstellung seines Werks "Kreuzigung". Dann Misserfolg und kein Presseecho. Entmutigt ergibt er sich der Spielleidenschaft, reist durch Europa und arbeitet als Croupier. Aufgrund Athmas 1941 vom Kriegsdienst befreit, Zivilschutz.
Ende 1942 Atelier in Kensington. Zwischen 1942 und 1943 zerstört er seine künstlerische Produktion der vergangenen Jahre fast vollständig. Ab 1944 intensiviert Bacon seine Malerei. Ausstellungen lösen heftige Diskussionen aus. 1946 Monte-Carlo, widmet sich seiner Spielleidenschaft, pendelt bis 1950 zwischen Monte-Carlo und London hin und her.
Die von Erica Brausen kuratierte Ausstellung 1949 verhilft ihm zum Durchbruch. Freundschaft mit Lucian Freud und David Sylvester, besucht Mutter in Südafrika. 1952 Peter Lacy sein Geliebter.
Mehrfach Wohnungs- und Atelierwechsel. Am Abend der Londoner Retrospektive 1962 starb Lacy infolge schwerer Krankheit durch exzessiven Alkohol- und Drogenmissbrauch. Beziehung zu George Dyer kennen, einen gleichermaßen depressiven wie gewaltbereiten Gauner aus einfachen Verhältnissen. Bacons Ruhm nimmt zu, 1971 an der Spitze der 10 bedeutendsten lebenden Künstler.
Am Vorabend der großen Retrospektive 1971 George Dyer tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden, zusammengekauert auf dem Toilettensitz. Den durch Tabletten und Alkohol wahrscheinlich herbeigeführten Suizid verarbeitet Bacon in verschiedenen Bildern.
1975 Treffen mit Andy Warhol in New York, 1978 Balthus in Rom. Im Alter Entfernung einer Niere, was ihn nicht von weiterem Alkoholkonsum abhält. 1991 reist er nach Madrid, wo er nach Herzinfarkt stirbt.
2013 "Three Studies of Lucian Freud (Triptychon)" von 1969 bei Christie’s für 142,4 Mill. US-Dollar versteigert, das zu diesem Zeitpunkt am teuersten verkaufte Gemälde.
Studie für ein Selbstporträt - Triptychon



Hans Baldung gen. Grien ca. 1484 bis 1545 deutscher Maler, Zeichner und Kupferstecher
Zählt zu den herausragenden Künstlern der Renaissance im deutschsprachigen Raum.
Geboren in einer Gelehrtenfamilie in Schwäbisch Gmünd, beginnt 15-jährig Lehrzeit. 1503 wandert er nach Nürnberg, um sich bei Albrecht Dürer weiterzuentwickeln. Hier erhält er den Beinamen „Grien“, der Legende nach „der Grüne“, da er gerne grüne Kleidungsstücke trägt und überhaupt die grüne Farbe bevorzugt. Wird Dürers bedeutendster Mitarbeiter und leitet während Dürers Abwesenheit dessen Werkstatt. Er bleibt dem 15 Jahre Älteren, als dieser 1506 Nürnberg velässt, in lebenslanger Freundschaft verbunden. Dürer schätzt ihn sehr und schenkt 1521 auf seiner niederländischen Reise dem Maler Joachim Patinir des „Grünhansens Ding“, worunter Holzschnitte zu verstehen sind, die Baldung in Dürers Werkstatt fertigte. Schon zu Lebzeiten wird er als Nachfolger Dürers angesehen und erhält nach dessen Tod eine Haarlocke. Gegen Ende seiner Zeit in Nürnberg führt er zwei Flügelaltäre als Erstausstattung für die Maria-Magdalena-Kapelle der Bischofsresidenz auf der Moritzburg in Halle/Saale aus, die von 1608 bis 1838 im Halleschen Dom stehen: Dreikönigsaltar von 1506 und Sebastiansaltar von 1507.
1509 bis 1545 Straßburg, eröffnet eigene Werkstatt. Heirat mit Margarete Herlin, erfreut sich wachsender Beliebtheit und zunehmender Nachfrage als Maler. Sein Stil wird mehr manieristisch. 1512 in Freiburg im Breisgau Wandelaltar aus vier Tafeln mit Szene aus dem Marienleben (bei geschlossenem Zustand), einer Mitteltafel mit der Marienkrönung und zwei Flügeln mit den zwölf Aposteln (bei geöffneten Flügeln), einer ebenfalls bemalten Rückseite mit der Kreuzigung Jesu auf der Mitteltafel und je zwei Heiligen auf den beiden Flügeln, dazu eine bemalte Predella mit den porträtartigen Brustbildern der Münsterpfleger im Gebet vor Maria als der Patronin des Münsters.
1509 bis 1545 Straßburg, eröffnet eigene Werkstatt. Heirat mit Margarete Herlin, erfreut sich wachsender Beliebtheit und zunehmender Nachfrage als Maler. Sein Stil wird mehr manieristisch. 1512 in Freiburg im Breisgau Wandelaltar aus vier Tafeln mit Szene aus dem Marienleben (bei geschlossenem Zustand), einer Mitteltafel mit der Marienkrönung und zwei Flügeln mit den zwölf Aposteln (bei geöffneten Flügeln), einer ebenfalls bemalten Rückseite mit der Kreuzigung Jesu auf der Mitteltafel und je zwei Heiligen auf den beiden Flügeln, dazu eine bemalte Predella mit den porträtartigen Brustbildern der Münsterpfleger im Gebet vor Maria als der Patronin des Münsters.
Sintflut



Ernst Barlach 1870 - 1938 deutscher Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner, besonders bekannt für Holzplastiken und Bronzen
Ältester von 4 Söhnen eines Arztes. Kindheit in Schönberg/Mecklenburg, ab 1876 in Ratzeburg. Nach Tod des Vaters Familie nach Schönberg zurück. Nach Kunststudium an der Kunstgewerbeschule Hamburg bis 1891 und in Dresden bis 1895 2-jähriger Aufenthalt in Paris, wo er hauptsächlich mit schriftstellerischer Arbeit beschäftigt ist.
Ab 1897 freischaffender Künstler, 1906 Reise nach Russland, Sohn aus der kurzen Beziehung mit der Näherin Rosa Schwab.
Ab 1910 mit Mutter Louise und Sohn Klaus in Güstrow/Mecklenburg, wo er sich Wohnhaus am Inselsee bauen lässt und seine Hauptwerke entstehen. Marga Böhmer (Bildhauerin) ab 1927 Lebensgefährtin. Schreibt Dramen 1912 bis 1927. Barlach gehört zu den 37 Unterzeichnern des Aufrufs der Kulturschaffenden vom 19. August 1934, in dem er bekennt, in „Vertrauen und Treue zu Adolf Hitler zu stehen.“
Rufmordkampagne. Mehr als 400 seiner Werke als „entartete Kunst“ aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Stirbt in Rostock an Herzinfarkt.
Aus einem neuzeitlichen Totentanz



Georg Baselitz * 1938 deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker, Professor
Setzt sich mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander, was zu seiner spezifischen Definition eines „erweiterten Kunstbegriffs“ und zur Konzeption der Sozialen Plastik als Gesamtkunstwerk führt, indem er Ende der 1970er Jahre ein kreatives Mitgestalten an der Gesellschaft und in der Politik fordert. Gilt weltweit als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts und als „idealtypischer Gegenspieler“ zu Andy Warhol.
Zerstörung und Leid des Zweiten Weltkrieges beeinflussen den Künstler nachhaltig: „Ich bin in eine zerstörte Ordnung hineingeboren worden, in eine zerstörte Landschaft, in ein zerstörtes Volk, in eine zerstörte Gesellschaft. Und ich wollte keine neue Ordnung einführen. Ich hatte mehr als genug sogenannte Ordnungen gesehen. Ich war gezwungen, alles in Frage zu stellen, musste erneut ‚naiv‘ sein, neu anfangen.“ Das Thema der Zerstörung kehrt, nebst weiteren autobiografischen Gegebenheiten, in vielen seiner Arbeiten wieder. Ordnungen und Konventionen der Wahrnehmung mithilfe seiner Malerei zu stören, ist seither ein wichtiges Leitmotiv in Baselitz’ Arbeiten. Seit 1969 malt er seine Motive auf dem Kopf, was seine Werke unverkennbar macht.
Geboren als Hans-Georg Kern in der Schule von Deutschbaselitz, wo sein Vater Lehrer ist. Kindheit, Schule und Abitur in seiner Oberlausitzer Heimat, Studium der Malerei Berlin-Weißensee, 1957 an der West-Berliner Hochschule. 1969 malte mit "Der Wald auf dem Kopf" sein erstes Bild in konsequenter Motivumkehr. 1971 Forst an der Weinstraße. 1975 Erwerb Schloss Derneburg bei Hildesheim. 2006 Buch am Ammersee, seit 2013 Salzburg.
Die große Nacht im Eimer



Richard Berg 1858 - 1919 schwedischer Künstler, Museumsleiter, mit Werken und Schriften Hauptvertreter der Nationalromantik in Schweden
Sohn des Landschaftsmalers Johan Edvard Bergh und dessen Frau Amanda Josephina Amalia Helander, die ebenfalls malte. 1878 Kungliga Konstakademien. Geht 1881 nach Frankreich, um sich in Malerei ausbilden zu lassen. Im Sommer weilt er in der Normandie, der Bretagne oder wie die meisten anderen schwedischen Künstler in Grez-sur-Loing, während er die Winter in Paris verbringt. Besuch sowohl Académie Colarossi als Atelier Jean-Paul Laurens’,
1884 Rückkehr nach Schweden. Verantrwortlich für den schwedischen Kunstbeitrag auf der Weltausstellung Paris 1889. 1885 Heirat mit Helena Maria Klemming, oft Modell für seine Bilder. Bergh ist überzeugt, dass eher günstige soziale Umstände als Talent jemanden dazu veranlassten, Künstler zu werden. Auch aus diesem Grunde unterstützt er die Errichtung einer gebührenfreien Malschule im Rahmen des Künstlerverbandes. Die Konstnärförbundets målarskola besteht bis 1908. Nach dem Tod der ersten Frau 1890 Heirat mit Gerda Ingeborg.
In den 1890ern gehört er zu den Nationalromantikern um Prinz Eugen. Gemeinsam mit seinen Jugendfreunden Nils Kreuger und Karl Nordström begründet er die Varbergsskolan, während alle drei mit ihren Familien von 1893 bis 1896 in Varberg lebten. Den Winter 1897/98 verbringt er mit seiner Frau in Italien, wo er in Florenz auf Prinz Eugen und das Malerehepaar Hanna und Georg Pauli trifft.
Ab 1915 överintendent Schwedisches Nationalmuseums.
??



Émile Bernard 1868 - 1941 französischer Maler, Grafiker, Kunsttheoretiker und Romanautor. Schillerndste Figur am Beginn der modernen Malerei. Mitbegründer des Cloisonismus und des Synthetismus, beteiligt am Umbruch der Kunst. Schriften und Korrespondenz mit van Gogh, Paul Gauguin und Paul Cézanne zählen zu den kunstgeschichtlichen Hauptquellen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Entwickelt mit Gauguin 1888 die symbolistische Malerei.
Sohn eines Textilunternehmers, mit 10 mit seinen Eltern. Lernt mit 16 im Atelier Fernand Cormon Henri de Toulouse-Lautrec kennen. 1886 Wanderung durch die Normandie und die Bretagne, wo er in Concarneau auf Émile Schuffenecker trifft. Von diesem mit einem Empfehlungsschreiben an den 20 Jahre älteren Paul Gauguin versehen, reist er weiter nach Pont-Aven.
1886/87 in Paris Vincent van Gogh kennengelernt, Bernard reist mit Louis Anquetin ein weiteres Mal in die Bretagne. 1888 fruchtbare Zusammenarbeit mit Gauguin und daneben intensiver Briefkontakt mit van Gogh.
Bernards kühne Theorien und doktrinären Aussagen erregen rasch Aufsehen unter Kollegen. Neue Bildstrategien, für die Eduard Dujardin den Begriff Cloisonismus prägt. Bernard und Gauguin formulieren die Prinzipien des Synthetismus und schreiben damit Kunstgeschichte. Beide Mitbegründer der von Pont-Aven. 1891 Krise, wirft arf Gauguin vor, sämtliche Errungenschaften der Künstlergruppe von Pont-Aven an sich gerissen zu haben, fühlt sich hintergangen und verraten. 1893 Flucht, Italien Naher Osten, Ägypten 1893 bis 1904, Heirat.
Stsirbt in seinem Pariser Atelier auf der Île Saint-Louis.
Die blaue Kaffeekanne



Bertram von Minden um 1340 bis 1415 oder 1415 oder Meister Bertram genannt, deutscher Maler, Holzschnitzer, Buchmaler
Genaue Lebenszeit unbekannt, man vermutet, dass er Ausbildung bei den Hofkünstlern Kaiser Karls IV. in Prag genießt. 1367 als Bertram Pictor erstmals in Hamburg genannt, leitet große Werkstatt, in der Maler und Bildschnitzer tätig sind. Hauptaltar der St. Petri-Kirche (heute Grabower Altar genannt) gilt als Hauptwerk. In Bertrams erstem Testament von 1390 ist von einer geplanten Pilgerfahrt nach Rom die Rede, Pilgerfahrt aber nicht belegt. Über seine Ausbildung nur Mutmaßungen: Einige Kunstwissenschaftler halten Pragaufenthalt für wahrscheinlich.
Die Tier- und Landschaftsdarstellungen auf seinen Gemälden zeigen große Nähe zur französischen Buchmalerei. Wie und inwieweit kann einfacher Handwerker zu solchen Büchern Zugang haben? Bertram stammt aus begüterter Familie, die Zugang zur Bildung hat, ein Familienmitglied etwa war Priester.
Grabower Altar



Joseph Beuys 1921 - 1986 deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker, Professor
Setzt sich in seinem umfangreichen Werk mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander, was zu seiner spezifischen Definition eines „erweiterten Kunstbegriffs“ und zur Konzeption der Sozialen Plastik als Gesamtkunstwerk führt, indem er Ende der 1970er Jahre ein kreatives Mitgestalten an der Gesellschaft und in der Politik forderte. Er gilt weltweit als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts und als „idealtypischer Gegenspieler“ zu Andy Warhol zu sehen.
Sohn eines Kaufmanns 1921 siedelt Familie nach Kleve über, Beuys beeindrucken Werke Edvard Munchs, William Turners, Auguste Rodins. Während der in Kleve von den Nazis organisierten Bücherverbrennung 1933 im Hof des Gymnasiums schafft der das Buch 'Systema Naturae' von Carl von Linné beiseite.
1936 Teilnahme am reichsweiten großen Sternmarsch zum Reichsparteitag nach Nürnberg. 1938 Entscluss, Bildhauer zu werden. Ab 1938 Cellospiel im „Bannorchester“ der HJ. 1939 schließt er sich einem Zirkus als Plakatausträger und Tierpfleger an. 1941 freiwillige 12-jährige Verpflichtung bei der Luftwaffe, auf der Krim stationiert, 1942 Luftkampf um Sewastopol teil. Ab Mai 1943 in Stuka eingesetzt. Luftwaffenstab Kroatien bis 1944 an der östlichen Adria stationiert. Während eines Einsatzes bei Schneefall und schlechter Sicht zerschellt 1944 bei Freifeld, Nasenbeinfraktur, mehrere Knochenbrüche und Absturztrauma. 1944 in Fallschirmtruppe. Britische Kriegsgefangenschaft, Entlassung 1945.
1946 Mitglied des „Klever Künstlerbundes“, Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf Studium der Monumentalbildhauerei. 1947 bis 1949 Mitarbeit an zoologischen Filmen. Prägender Einfluss der Steinersche Schrift "Kernpunkte der sozialen Frage". 1953 die erste Einzelausstellung. Ab 1955, nachdem ihm Verlobte den Verlobungsring Weihnachten zurückschickte, Schwermut und Antriebslosigkeit. Ende 1957 Kleve, Atelierräume. 1959 Heirat mit Eva-Maria Wurmbach, zwei Kinder. Im März 1961 Düsseldorf-Oberkassel, wo er bis zu seinem Tod lebt und arbeitet. 1961 Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
Juli 1971 lehnt die Universität 142 von 232 Bewerbern für ein Lehramtsstudium ab. Beuys verliest vor der Presse einen öffentlichen Brief an den Akademiedirektor, er hatte alle abgewiesenen Studenten in seine Klasse aufgenommen. Im Oktober besetzte Beuys mit 17 Studenten das Sekretariat der Akademie. Das Wissenschaftsministerium teilt mit, solche Situationen nicht mehr zu dulden. Als Beuys mit abgewiesenen Studenten 1972 erneut das Sekretariat besetzt, entlässt ihn Minister Rau fristlos. Studenten reagieren mit Hungerstreiks, Vorlesungsboykott, Unterschriftenaktionen, Transparenten. Große Resonanz in Rundfunk, Fernsehen und Presse. In einem offenen Brief fordern Künstlerkollegen, unter ihnen Heinrich Böll, Peter Handke, Uwe Johnson, Martin Walser, Jim Dine, David Hockney, Gerhard Richter und Günther Uecker, die Wiedereinsetzung. 1973 überquert in Einbaum den Rhein vom Ufer des Stadtteils Oberkassel zum gegenüberliegenden Ufer. 1974 Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
1980 Treffen mit Warhol in Neapel. 1981 Reise mit Familie im Wohnmobil durch Polen, um jene Orte, die er als junger Soldat schon sah, zu besuchen. 1982 Treffen mit Dalai Lama und medienwirksam aufbereiteter Eklat um die Fettecke („Verschwendung von Steuergeldern“), in der Düsseldorfer Kunstakademie installiert und postum 1986 von einer Reinigungskraft entfernt. Im Verlauf des Prozess, verpflichtet sich Nordrhein-Westfalen dem Kläger 40.000 DM Schadensersatz zu zahlen.
Fettecke



Albert Bierstadt 1830 - 1902 amerikanischer Maler deutscher Herkunft
Als Bierstadt zwei Jahre alt ist, verlassen seine Eltern gemeinsam mit zwei weiteren Söhnen Deutschland und siedeln sich 1833 in New Bedford, Massachusetts an, damals ein wichtiges Zentrum der amerikanischen Walfangindustrie. Bierstadts Vater hat dort Arbeit als Kellermeister gefunden. Über seine Jugendjahre ist wenig bekannt. 1850 begimmt Bierstadt, Autodidakt, eine professionelle Laufbahn als Zeichenlehrer. 1853 zurück nach Deutschland. Studiert bis 1857 an der Kunstakademie Düsseldorf, bereist Deutschland, die Schweiz und Italien. Hier fertigt Bierstadt zahlreiche Skizzen an, die er später im Atelier als Vorlage für großflächige Ölgemälde verwandte; das Monumentale sollte sein Markenzeichen werden.
1857 zurück in den USA, organisiert zunächst Kunstausstellungen.
Bierstadt hält Kontakt zu Malern der Schule von Barbizon und zu englischen Landschaftsmalern. Allmählich schwand das Interesse an seinen Werken, der Tod seiner Frau 1883 und andere Schicksalsschläge belasten den alternden Künstler, der vereinsamt und mittellos im Jahr 1902 in New York stirb; 1895 hatte er seinen Bankrott erklären müssen. Nach seinem Tod ist Bierstadt bald nahezu völlig vergessen, bis er in den 1960er Jahren im Zuge der Natur- und Umweltbewegung in den USA wiederentdeckt wurde.
Heute gilt er als einer der bedeutendsten Maler der sogenannten Hudson River School, gelegentlich auch Rocky Mountain School genannt: Dabei handelt es sich um einen losen Zusammenschluss von amerikanischen Ostküsten-Malern, die in ihren monumentalen Landschaftsbildern den unberührten amerikanischen Westen als Garten Eden der Neuen Welt verklärten. Bierstadts Werke hängen in den bedeutendsten Museen der USA und Europas.
The Rocky Mountains, Lander’s Peak



Fritz Bleyl 1880 - 1966, deutscher Architekt und Maler
Er gehört neben Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff zu den vier Gründungsmitgliedern der für den deutschen Expressionismus bedeutenden Künstlergruppe „Die Brücke“. Sohn eines Zwickauer Kaufmanns. Die Familie siedelt nach Stollberg/Erzgeb. um, 1901 beginnt er Architekturstudium an der TH Dresden, wo er den Kommilitonen Kirchner aus Chemnitz kennenlernt, es entwickelt sich enge Freundschaft. 1904 erste Begegnung mit Heckel und dessen Freund Schmidt-Rottluff, die ebenfalls in Dresden Architektur studieren. Intensive Beschäftigung mit der Technik des Holzschnitts, Tuschpinselzeichnungen und Landschaftsstudien. 1907 Heirat mit Gertrud Tannert, zwei Söhne.
Seine künstlerischen Stärken liegen vor allem auf dem Gebiet der Grafik, sodass er nicht zuletzt durch die Gestaltung von Ausstellungsplakaten und Einladungskarten in der Öffentlichkeit bekannt ist. 1906 bis 1910 Lehramt an der Bauschule Freiberg und an der Kunstgewerblichen Tischlerfachschule. 1910 Dresden, dann Laage/Mecklenburg. Promotion. Während 1. Weltkrieg Kriegsdienst in Sensburg/Ostpreußen. Nach Kriegsende Studienrat und Baurat Baugewerkeschule Berlin/Neukölln. Von 1946 bis 1948 lebt er bei Bruder Herbert in Zwickau, 1948 in Köln bei seinem Sohn. 1959 Umzug nach Lugano
Knieende



Arnold Böcklin 1827 - 1901 Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus, gilt als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahr-hunderts in Europa.
Sohn eines Seidenfabrikanten, wächst in der Steinenvorstadt in Basel auf, studiert 1845 bis 1847 an der Kunstakademie Düsseldorf. 1847 mit Rudolf Koller Studienreise nach Belgien, wo ihn die Arbeiten von Peter Paul Rubens stark beeindrucken. Weitere Reisen Schweiz und Niederlande. 1848 Paris, Studien im Louvre. 1850 Basel. Bis 1857 mit Unterbrechungen Rom. 1853 Heirat mit Angela Pascucci, Modell , 1857 Basel. 1860 bis 1862 Professor an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar. 1861 Rom, Neapel und Pompei. 1866 Basel. 1871 bis 1874 in München, 1872 Selbstbildnis mit fiedelndem Tod. 1874 bis 1885 Florenz, 5 Fassungen Die Toteninsel.
Böcklin hat lebenslang Sehnsucht zu fliegen. 1883 scheitert in Berlin Versuch eines motorlosen Fluges. 1885 bis 1892 Hottingen bei Zürich, Gottfried Keller oft zu Gast. Nach Schlaganfall 1892 mit Frau und Söhnen in seinem Anwesen Villa Bellagio in Fiesole, wo er stirbt.
Entwirft Schriftart Arnold Böcklin.
Die Lebensinsel



Richard Parkes Bonington 1802 - 1828 englischer Maler im ausklingenden Klassizismus und der aufkommenden Romantik.
Vater Zeichenlehrer und Porträtmaler. Er weist den einzigen Sohn früh ins Kunsthandwerk ein. Wegen der wirtschaftlichen Stagnation in England ziehen die Boningtons 1817 nach. 1819 beginnt er in dem Studio von Antoine-Jean Gros seine Ausbildung fortzusetzen. Vormittags im Studio, nachmittags kopiert er Gemälde im Louvre . Hier kreuzt sich sein Weg mit Eugène Delacroix, der ein Schüler von Guérin ist. Ab 1821 lebt er vom Verkauf seiner Arbeiten, Studienreise in die Normandie. Als Lithograph illustriert er Baron Taylors 'Voyages pittoresques dans l’ancienne France' und seine Architektur-Serie 'Restes et Fragmens'. 1825 Reis mit Delacroix in seine Heimat, um William Turner und die englische Historienmalerei zu studieren. Stirbt in London an Tuberkulose.
Lagune von Venedig



Pierre Bonnard 1867 - 1947 Maler, Grafiker, Illustrator, Plakatgestalter, entwirft Möbel und Bühnendekorationen
Sohn eines Beamten, 1885-88 Studium an der Sorbonne Jura. Dann École des Beaux-Arts und Académie Julian. Lernt Maurice Denis, Paul Sérusier und Edouard Vuillard kennen, gemeinsam gründen sie 1889 die Künstlergruppe "Les Nabis" (hebräisch: Propheten). Orientieren sich an der Kunst Paul Gauguins. 1896 erste Einzelausstellung. Beschäftigt sich mit japanischer Holzschnittkunst. Ab 1895 lithografische Arbeiten publiziert. 1900 illustriert er Paul Verlaines Werk "Parallèlement", 1902 entstehen Lithografien zu "Daphnis und Chloe".
Die Motive für seine Malerei findet Pierre Bonnard zu dieser Zeit vornehmlich im Pariser Alltagsleben, mit Blick für die kleinen Vorgänge auf den Straßen. Seinen eigentlichen Malstil entwickelt er nach Auflösung der "Nabis" 1905. Malerisches Werk umfasst Akte, Landschaften, Stillleben und Bildnisse. Zahlreiche Landschaftsbilder entstehen während seiner Reisen nach Holland, Belgien, Großbritannien, Italien, Spanien und Nordafrika, die er ab 1907 unternimmt.
1925 Heirat, 1926 zieht er ins südfranzösische Le Cannet, wo er fortan lebt und stirbt.
Plakat "France Champagne"



Paris Bordone ca. 1500 - 1571 Maler der venezianischen Schule.
Vermutlich um 1516 2 Jahre Schüler Tizians, 1538 beruft ihn Franz I. nach Frankreich, wo er König und die vornehmsten Herren und Damen malt. Mit Ehren überhäuft, laden ihn 1540 die Fugger in Augsburg ein, ihr Schloss auszumalen, danach in Venedig zurück, wo er stirbt.
Auch in Treviso, Vicenza, Crema, Genua und Turin tätig. Hauptbilder besitzen Uffizien und Pal. Pitti in Florenz, Treviso (Anbetung der Hirten), Genua, Mailand, Paris und Wien.
Die Übergabe des Rings an den Dogen"



Hieronymus Bosch (um 1450 bis 1516) Niederländischer Maler, über den man so gut wie nichts weiß - das Porträt ist ein Phantasiezeichnung ... Geboren in Herzogenburg, einem Ort, der in der Geschichte der Malerei ansonsten keine sonderliche Bedeutung hat. Eben dort stirbt er auch im Jahre 1516. In Wirklichkeit heißt er van Aken, gehörte Liebfrauenbruderschaft an, deren Mitglieder Tonsur trugen und Mysterienspiele aufführten. Wie berühmt Bosch schon zu Lebzeiten ist, beweisen die zahlreichen Repliken und Kopien seiner großen Flügelaltäre. Der Hofprediger, Chronist und Reisebegleiter Karls V. erwirbt 6 seiner Werke und würdigt den Künstler in seinem Malerbuch. Durch ihn lernte Philipp II. zwei Boschs Schaffen kennen und vertieft sich in seiner menschenfeindlichen Einsamkeit in die Gedankenwelt des Künstlers.
Der Garten der Lüste



Rodolphe Brèsdin 1822 - 1885, Künstlername auch Chien-Caillou, französischer Grafiker, Wegbereiter phantastisch-visionärer Darstellungsformen der Romantik, deshalb manchmal auch "Protosurrealist"
Vater Gerber, Brèdins Leben tragisch. Mit 17 in Paris als Radierer, kopiert Albrecht Dürer und Rembrandt. Nach der Revolution 1848/49 nach Tulle, wo er ab 1853 in einer Höhle nahe Toulouse lebt. 1860 in der Nähe von Bordeaux. Heiratet 1865 Rose Cécile Maleterre, mit der er mehrere Jahre zusammengelebt hat, mindestens 4 Kinder. 1871 Ausschreibung für die Gestaltung kanadischer Geldscheine gewonnen, sie übersiedeln nach Kanada, Montreal (Quebec). 1876 Rückkher mit Hilfe Victor Hugos mit Frau und sechs Kindern, verarmt, findet zu Lebzeiten keine Anerkennung. Stirbt allein in Sèvres, Frau 1892 in Paris.
La Comédie de la Mort



Pieter Bruegel der Ältere um 1525/1530 - 1569 (genannt de Drol „der Drollige“ oder „Bauernbruegel“) Maler der Niederländischen Renaissance. Der Namen schreibt sich unterschiedlich: Brueghel, Breugel, Breughel, Brügel, Brügl, Brögel, Briegel. Der Künstler selbst signiert seine Werke mit Brueghel, ab 1559 mit Bruegel.
Über sein Leben ist wenig bekannt. 1551 Meister in Antwerpen, Italienreise zwischen 1552 und 1555, lebt ab 1553 für einige Zeit in Rom. 1563 Heirat mit Mayken Coecke, 1564 erster Sohn Pieter der Jüngere, 1568 zweiter Sohn Jan.
Eines seiner großen Vorbilder Hieronymus Bosch. Begründet mit Söhnen, Pieter („Höllenbrueghel“) und Jan („Blumenbrueghel“) die Künstler-Dynastie Brueghel. Pieter produziert fast serienmäßig Kopien der Kompositionen seines Vaters, Jan ebenfalls, entwickelte dann eigenen Stil. Jans Sohn Jan Brueghel der Jüngere und fünf von dessen sieben Söhnen malen ebenfalls. Keiner der Nachkommen ist aber so erfolgreich wie Pieter Bruegel.
Der Sturz des Ikarus



Johann Heinrich Bürkel 1802 - 1869
deutscher Maler des Biedermeier, der hauptsächlich Landschaften und Darstellungen aus dem Volksleben der Alpen malt
Absolviert zunächst Kaufmannslehre, mit 20 nach München, um Maler zu werden. Seine Werke finden bei der Akademie keine Anerkennung, bildet sich autodidaktisch durch Studieren und Kopieren der niederländischen Meister und spezialisiert sich früh auf die Darstellung von Landschaften. Ab 1824 erstes und wichtigstes Mitglied des neu gegründeten Münchener Kunstvereins, der Ausstellen seiner Bilder ermöglicht. Reist 4 Mal nach Italien, teilweise bis zu 2 Jahre. Heirat mit Johanna von Hofstetten, 4 Kinder. Höhepunkte seines Schaffens Teilnahme an den Weltausstellungen in London (1862) und Paris (1867), stirbt nach längerer Krankheit wohlhabend in seinem Münchener Atelier, schuf über 1.000 Ölgemälde und 6.000 Zeichnungen.
Wirtshaus im Gebirge



Nadja Buttendorf * Dresden 1984
Lebt in Berlin und arbeitet als Visual Artist. Gründungsmitglied des Cyborg e.V.s, eines Vereins zur Förderung der kritischen Begleitung der Verschmelzung von Technik und Mensch und hat sich auf kybernetische Verbesserungen des menschlichen Körpers spezialisiert. Zum Beispiel post-humaner Schmuck und Manikür-Kreation, die den menschlichen Körper verändern und erweitern.
Necklace



Canaletto eigentlich Bernardo Bellotto, 1722 - 1780 venezianischer Maler, für realistische Veduten europäischer Städte, vor allem Dresden berühmt
Geboren Venedig als viertes von 5 Kindern des Gutsverwalters Lorenzo Antonio. Großvater mütterlicherseits und dessen Bruder Theatermaler (Bühnenbildner), der Bruder der Mutter der damals schon berühmte venezianische Vedutenmaler Giovanni Antonio Canal (1697–1768), genannt Canaletto.
14-jährig in dessen Werkstatt. 1742 der jung vermählte Bellotto allein über Florenz, Lucca und Livorno nach Rom. 1747 zusammen mit Frau, Sohn Lorenzo und Diener verlässt er seine Heimatstadt für immer, geht nach Dresden.
Kurfürst Friedrich August II. und König von Polen sowie dessen Erster Minister, Graf Heinrich von Brühl, außerordentliche Kunstkenner. Canaletto Hofmaler, Übernahme der Patenschaft seiner 4 in den Jahren 1748 bis 1752 geborenen Töchter durch das Königspaar, Mitglieder des Fürstenhauses und Graf und Gräfin Brühl.
Vedutenzyklen in königlichem Auftrag, Hauptzyklus von 14 Dresdner Ansichten, 13 der 14 Bilder für Brühl in gleicher Größe nochmals angefertigt. 1753 bis 1756 weiterer Zyklus von 11 Ansichten der Stadt Pirna, wiederum 8 für Brühl reproduziert.
1756 Beginn des 7-jährigen Kriegs; Pirna und Königstein Hauptkampfgebiete. Sachsen von preußischen Truppen besetzt, Auftragslage für Canaletto sehr schlecht. August II. ins Exil nach Warschau. Um Geld zu verdienen, muss er auf Wanderschaft gehen. Zwischenstationen Bayreuth, Wien, München. 1763 sterben König August III. und Graf Brühl, seine wichtigsten Fürsprecher. Nachfolger keine Vorliebe mehr für die Rokokomalerei.
Professor an der Kunstakademie, aber keine Aufträge für Veduten, kein Auskommen. Will nach Sankt Petersburg an den Zarenhof. Auf halbem Wege verbleibt er am Hofe des neuen polnischen Königs, Stanislaw II. August. Dort ganze Kolonie italienischer Künstler versammelt.
Warschau-Veduten, teils in kleinerem Format, sodass schließlich 22 Bellotto-Gemälde den Saal im Schloss zieren.
Unerwarteter Tod, Canaletto stirbt in Warschau an Gehirnschlag (Apoplexie).
Festung Königstein



Caravaggio 1571 - 1610 bedeutender italienischer Maler des Frühbarocks, eigentlich Michelangelo Merisi oder Michael Angelo Merigi oder (nach dem Herkunftsort seiner Eltern Caravaggio in der Lombardei) kurz Caravaggio.
Zeichnet sich durch neuartige und realistische Bildgestaltung aus. Vornehmlich in der Behandlung christlicher Themen geht er durch Verknüpfung des Sakralen mit dem Profanen neue Wege. Seine bedeutendste malerische Innovation ist das Chiaroscuro, die Hell-Dunkel-Malerei, als ein Gestaltungselement der Szenen. Gilt zusammen mit Annibale Carracci als Überwinder des Manierismus und Begründer der römischen Barockmalerei.
Caravaggio führt ein bewegtes Leben. Nach einer Lehrzeit bei Simone Peterzano in Mailand reist er nach Rom, wo er vom mittellosen Künstler zum bevorzugten Maler der römischen Kardinäle aufsteigt. Wegen eines Totschlags aus Rom verbannt lässt er sich in Neapel und später Malta nieder, wird Ritter des Malteserordens, flieht nach einer tätlichen Auseinandersetzung nach Sizilien und kehrt nach einem Jahr nach Neapel zurück. Auf die Aufhebung seiner Verbannung aus Rom wartend, stirbt er mit 38. Schon bald nach seinem frühen Tod bilden sich Legenden, die ihn zum "Archetypen des verruchten Künstlers" werden lassen - und bis heute ist der "Mythos Caravaggio" ungebrochen.
Judith und Holofernes



Giuseppe Casciaro 1861 - 1941 italienischer Maler
Geboren in Ortelle/Provinz Lecce/Region Apulien geboren.Mit 12 verwaist, zieht ihn Onkel väterlicherseits, Priester, auf. Neapolitanischen Akademie der bildenden Künste. Die meiste Zeit seines malt er Küstenlandschaften und Ortelle zu malen. Ende des Jahrhunderts Parisreise. Unterrichtet Mitglieder des Königshauses von Savoyen in Pastellmalerei. Sirbt in Neapel.
Ansicht von Nusco



Paul Cézanne Paul Cézanne 1839 - 1906 französischer Maler. Frühe Arbeiten von Romantik und Realismus geprägt, gelangt mit impressionistischen Ausdrucksformen zu neuer Bildsprache. Ruft in der zeitgenössischen Kunstkritik Unverständnis und Spott hervor. Aus der Vielzahl der an Cézannes Werk orientierender Künstler: Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Braque, André Derain. Die gegensätzliche Ausrichtung der malerischen Werke dieser Künstler lässt die Komplexität des Cézanne’schen Werks erkennen. Er zählt mit seinen Werken aus kunsthistorischer Sicht zu den Wegbereitern der Klassischen Moderne.
Sohn eines Huthändlers und späteren Bankiers, Eltern heiratenn erst nach der Geburt Pauls und seiner Schwester Marie, jüngste Schwester 1854 geboren. 1852 Collège Bourbon, wo er Freundschaft u. a. mit Émile Zola schließt, wohl unbeschwerteste Zeit seines Lebens, als die Freunde an den Ufern des Arc schwimmen und fischen. Sie debattieren über Kunst, lesen Homer und Vergil und üben sich im Verfassen eigener Gedichte, Cézanne oft in Latein.
Auf Wunsch des autoritären Vaters immatrikuliert er sich Paul Cézanne 1859 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Aix-en-Provence, vernachlässigte das ungeliebte Studium zunehmend, widmet sich lieber zeichnerischen Übungen und dem Verfassen von Gedichten. Vater kauft 1859 das Anwesen Jas de Bouffan (Haus des Windes), die zum Teil verfallene barocke Residenz des ehemaligen Provinzgouverneurs ist später für lange Zeit Wohnhaus und Arbeitsplatz des Malers, Gebäude und die alten Bäume im Park gehören zu seinen Lieblingsmotiven. 1860 malt Cézanne die Wände des Salons großformatig mit den 4 Jahreszeiten aus, die er ironisch mit Ingres signiert, dessen Werke er nicht schätzt.
Zola, der nach Paris gezogen ist, legt Cézanne nahe, ihm dorthin zu folgen. 1861 Paris, École des Beaux-Arts weist ihn ab. An der freien Académie Suisse trifft er den zehn Jahre älteren Camille Pissarro und Achille Emperaire aus seiner Heimatstadt Aix. Zola: „Paul ist immer noch der vortreffliche und seltsame Bursche, wie ich ihn in der Schule gekannt habe. Zum Beweis dafür, daß er nichts von seiner Originalität eingebüßt hat, brauche ich dir nur zu sagen, daß er, kaum hier eingetroffen, davon sprach, zurückzukehren.“ Geht wieder nach Paris, lernt viele junge Künstler kennen, nach Pissarro auch Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Alfred Sisley. während des Deutsch-Französischen Krieges lebt Cézanne und Hortense Fiquet, seine Lebensgefährtin, im Fischerdorf L’Estaque bei Marseille, der Einberufung zum Wehrdienst hat er sich entzogen und versteckt. 1871 nach Paris zurück, 1872 Sohn geboren. Cézanne mit Frau und Kind in Auvers-sur-Oise, wo er den Arzt und Kunstfreund Paul Gachet kennenlernte, den späteren Arzt des Malers Vincent van Gogh. Cézanne folgt 1872 einer Einladung des Freundes Pissarro zur Zusammenarbeit nach Pontoise im Tal der Oise. Pissarro als einfühlsamer Künstler wird für den menschenscheuen, reizbaren Cézanne zum Mentor; er kann ihn zur Abkehr von den dunklen Farben auf seiner Farbpalette bewegen, Rat: „Malen Sie immer nur mit den drei Grundfarben (Rot, Gelb, Blau) und ihren unmittelbaren Abweichungen.“
1878 erfährt Cézannes Vater von der lange verborgen gehaltenen Beziehung zu Hortense und dem gemeinsamen Sohn. Er kürzt darauf den monatlichen Wechsel um die Hälfte, für Cézanne beginnt finanziell angespannte Zeit. 1886 Heirat mit Hortense Fiquet (obwohl Beziehung schon seit längerem zerrüttet), 1901 Erwerb eines Grundstücks nördlich der Stadt Aix-en-Provence, wo er nach seinen Bedürfnissen 1902 das Atelier am Chemin des Lauves bauen lässt. Im Jahr 1903 stellte er zum ersten Mal in Paris aus. 1905 Ausstellung auch mit seinen Arbeiten.
1906 an Sohn Paul: „Schließlich will ich Dir sagen, daß ich als Maler vor der Natur hellsichtiger werde, doch dass bei mir die Realisierung meiner Empfindungen immer sehr mühselig ist. Ich kann nicht die Intensität erreichen, die sich vor meinen Sinnen entwickelt, ich besitze nicht jenen wundervollen Farbenreichtum, der die Natur belebt.“ Am 15. Oktober gerät Cézanne beim Malen in ein Unwetter, verliert die Besinnung, wirde von den Kutschern eines Wäschekarrens aufgelesen und nach Hause gebracht. Schwere Lungenentzündung zu. Am nächsten Tag geht Cézanne noch in den Garten, um an seinem letzten Gemälde, dem Bildnis des Gärtners Vallier, zu arbeiten. Gesundheitszustand verschlechtert sich jedoch zusehends, stirbt.
Montagne Sainte-Victoire



Marc Chagall Marc Chagall 1887 - 1985 französisch-russischer Maler jüdischen Glaubens, in Mosaiken, Fenstern und Theaterkulissen verwendet er die gleichen, stets wiederkehrenden Symbole. Gilt als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts, oft dem Expressionismus zugeordnet, als „Maler-Poet“ bezeichnet.
Als ältestes von 9 Kindern einer armen orthodoxen jüdischen Arbeiterfamilie in Peskowatik bei Witebsk geboren. Von den rund 50.000 Einwohnern die Hälfte Juden. Vater Arbeiter in Heringsdepot, Mutter führt kleines Lebensmittelgeschäft. Nachdem seine Mutter den Lehrer bestochen hat, besucht er die städtische Schule, die normalerweise keine Juden aufnimmt. Chagall spricht nun Russisch statt Jiddisch, nimmt regelmäßig Gesangs- und Violinunterricht und beginnt zu zeichnen. Chagall besorgt sich die für Juden erforderliche Aufenthaltsgenehmigung für Sankt Petersburg, um nach seiner Lehrzeit gründliche Ausbildung zum Künstler zu erwerben.
„Mit meinen 27 Rubeln in der Tasche, den einzigen, die ich im Leben von meinem Vater für die Reise erhielt, verschwinde ich, immer noch rosig und voller Locken, nach Sankt Petersburg, begleitet von meinem Kameraden. Es ist entscheidend.“
1906/07 nach Sankt Petersburg, wo er die Aufnahmeprüfung für die Kunstakademie nicht besteht. Ausbildung an der Schule der Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste. Im Juli 1908 verließ Chagall die Schule und ging für kurze Zeit an die Privatschule Saidenberg.
1910 Paris, begegnet den Avantgardisten Guillaume Apollinaire, Max Jacob, Blaise Cendrars und den Malern Robert Delaunay, Albert Gleizes, Fernand Léger und Amedeo Modigliani.
Viele der in dieser Periode entstandenen Bilder datierte Chagall später, wie heute bekannt ist, mit einer falschen Jahreszahl.
1915 Heirat mit Bella Rosenfeld, gegen die Bedenken seiner Schwiegereltern.
1915 Umsiedlung nach Petersburg umsiedel (das inzwischen Petrograd heißt), 1916 Tochter Ida. 1918 Kommissar für die Schönen Künste im Gouvernement Witebsk. 1919 gründet er die Witebsker Kunstschule. 1920 Rücktritt von der Leitung der Kunstakademie. 1921 Moskau. Ein Jahr später Berlin. 1924 Bretagne, zieht mit Familie in Appartement, in welchem Jahre zuvor Lenin gewohnt hat.
Vertrag mit Kunsthändler Bernheim befreit Chagall und Familie von allen finanziellen Sorgen – zieht in Villa um. 1931Palästina, um sich vor Ort mit den Landschaften der biblischen Welt vertraut zu machen, 1931 bis 1939 und 1952 bis 1956 Arb eit an den Bibel-Motiven.
1934 Spanien. Marseille 1941 bei Polizeirazzia festgenommen. New York. 1945 intime Beziehung zu seiner 28 Jahre jüngeren Haushälterin Virginia Haggard McNeil, 1946 Sohn (zu diesem Zeitpunkt noch mit dem englischen Maler John McNeil verheiratet)
Seine Sehnsucht nach einem ruhigen Ort auf dem Lande, an dem er ausschließlich arbeiten und Bilder malen könnte, erfüllt sich in High Falls, Dorf nördlich von New York, das Virginia für ihn entdeckt. 1946 zurück in Paris.
1948 Übersiedlung Paris, Saint-Jean-Cap-Ferrat. Schleichende Entfremdung, der Altersunterschied von 28 Jahren, Virginias Bedürfnis nach Selbstentfaltung, eigenem Raum und eigener Zeit in der Beziehung und zum anderen Chagalls Vorstellung, dass auch die Beziehung zu ihr der Kunst unterzuordnen sei, unterschiedliche Bekannten- und Freundeskreise der beiden Partner und eine sich entwickelnde Beziehung Virginias zu dem belgischen Fotografen und Musikwissenschaftler Charles Leirens führt 1952 zur Trennung.
1952 Heirat mit Russin Walentina Brodsky, reisen nach Griechenland. Chicago und Brüssel Vorträge. Glasfenster Kathedrale von Metz. 1964 New York Glasfenster im UN-Hauptquartier und für die Kirche von Pocantica Hill, New York. Deckengemälde für die Pariser Oper. Ausstellungen in Florenz (1979), in New York und Genf (1980). Nebenher auch als Autor tätig. Neben seiner Autobiographie Ma Vie Texte, Gedichte und Artikel über Kunst und Literatur in jiddischer Sprache. Er illustriert jiddische Bücher, u. a. von Isaak Leib Perez, Abraham Sutzkever oder David Hofstein. Stirbt Saint-Paul-de-Vence.
Der Tote



Teh-Chun Chu Chu or Zhu Dequn (24 October 1920 – 26 March 2014) was a Chinese-French abstract painter acclaimed for his pioneering style integrating traditional Chinese painting techniques with Western abstract art. Chu Teh-Chun enrolled in the National School of Fine Arts (now China Academy of Art), where he studied under Fang Ganmin and Wu Dayu. He was the first ethnic Chinese member of the Académie des Beaux-Arts of France,[2] and together with Wu Guanzhong and Zao Wou-Ki were dubbed the "Three Musketeers" of modernist Chinese artists trained in China and France.[3][4] Contents 1 Early life and education 2 Career 3 Art market 4 Death 5 References 6 External links Early life and education Chu Teh-Chun was born in 1920 in the town of Baitu in Xiao County, which was then in Jiangsu province but now part of Anhui province.[2] In 1935 he entered the National School of Fine Arts (now China Academy of Art) in Hangzhou, Zhejiang, graduating in 1941.[1] At the school he studied Chinese painting under Pan Tianshou and Western art under Fang Ganmin and Wu Dayu.[5][6], who were prominent Chinese artists trained in France.[7] Among his schoolmates were Wu Guanzhong and Zao Wou-Ki. The three, dubbed the "Three Musketeers" of Chinese modernist art, were all elected as members of the Académie des Beaux-Arts.[7] It was owing to Chu's influence that Wu Guanzhong decided to abandon engineering and become an artist.[8] Career In 1945 Chu became a faculty member of the architecture department of the National Central University in Nanjing, then China's capital.[2] With the communist victory in mainland China, Chu moved to Taiwan in 1949, joining the National Taiwan Normal University where he taught Western-style painting. He moved to Paris in 1955, where he lived for the rest of his life.[1] He became a French citizen in 1980, and a member of the Académie des Beaux-Arts in 1997.[2] In April 1956, Chu painted an oil on canvas portrait of his wife Tung Ching-Chao (???), which won the silver medal at the Paris Salon. Chu called the painting his "lucky star", after which his career became increasingly successful. Wu Guanzhong praised the painting as the "Mona Lisa of the East".[9] Inspired by Nicolas de Staël's abstract landscape paintings, Chu abandoned figurative painting and adopted a unique style using bold strokes of colour which evoked Chinese calligraphy. His new style was immediately successful.[1] In 1964, an exhibition of his works at the Carnegie Museum of Art in Pittsburgh brought him international fame. On 17 December 1997, Chu was elected a member of the Académie des Beaux-Arts of France, the first Frenchman of Chinese origin to be chosen. He was also made a Chevalier de l’Ordre des Palmes Académiques and Chevalier de la Légion d’Honneur in 2001. His paintings are now in the permanent collections of more than 50 museums all over the world. Major exhibitions of his work were held at the Shanghai Art Museum in 2005 and Beijing's National Art Museum of China in 2010.[1] In 2003, Chu donated an oil painting to the Shanghai Grand Theatre for its fifth anniversary. The painting now decorates the theatre's central lobby. At the unveiling ceremony, Chu called the painting his biggest and best work.[8] Art market In November 2013, an untitled oil on canvas diptych painted by Chu in 1963 was sold for HK$70.7 million (US$9.1 million) at an auction in Hong Kong, setting his personal record. His previous record was another diptych entitled "La Foret Blanche II", which was sold at auction in 2012 for HK$60 million, or $7.7 million USD[10] According to the Hurun Art List, the total value of Chu's artworks sold in 2013 at public auction was US$65 million, ranking third among all living Chinese artists, behind only Zeng Fanzhi and Fan Zeng.[11] Death On 26 March 2014, Chu Teh-Chun died in Paris at age 93, closely following the deaths of his friends and fellow modern artists Wu Guanzhong in 2010 and Zao Wou-Ki in 2013.[1] References
Johnhn Constable RA 1776 - 1837 englischer Maler der Romantik
Geboren als 4. von 6 Kindern des Ehepaars Constable in East Bergholt/Suffolk. Ab 1792 Arbeit im Handesbetrieb des Vaters. 1794 Norfolk, um zu zeichnen. 1799 Proband Royal Academy London. Inspiriert durch Bilder von Thomas Gainsborough, Claude Lorrain, Peter Paul Rubens, Annibale Carracci und Jacob van Ruisdael. 1803 erste Ausstellung in der Royal Academy, kauft Atelier in East Bergholt. 1816 Heirat Maria Bicknell, 1817 Bloomsbury. Sohn, dem später 6 weitere folgen. 1819 "The White Horse", eines seiner großen Bilder. Nach Geburt des 7. Kindes 1828 stirbt Maria mit 41 an Lungentuberkulose. In tiefer Trauer kleidet sich Constable von diesem Zeitpunkt an ganz in Schwarz und kümmert sich allein um seine 7 Kinder bis zu seinem überraschenden Lebensende. 1829 in die Royal Academy of Arts in London gewählt.
The White Horse



Lovis Corinth (1858 - 1925) deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Neben Max Liebermann, Ernst Oppler und Max Slevogt wichtigster und einflussreichster Vertreter des deutschen Impressionismus. Er ist das einzige gemeinsame Kind seiner Eltern, hat aber mütterlicherseits fünf Halbgeschwister, mit denen er aufwächst. Gymnasium Königsberg. Vater verkauft sein Anwesen in Tapiau und zieht mit Lovis nach Königsberg, um ihm dort eine Malerausbildung zukommen zu lassen. Kunstakademie Königsberg, 1880 München, 1882 Militärdienst, Reise mit Vater Italien. Antwerpen, Paris. Im Sommer 1886 Ostseeküste, 1887 Berlin, 1891 bis 1900 München, Berlin, Mitglied der Secession. Paul Cassirer veranstaltet Ausstellung ausschließlich Lovis Corinth gewidmet. 1902 bis 1904 Zusammenarbeit mit Regisseur und Theaterbesitzer Max Reinhardt. 1904 Heirat mit Charlotte Berend, 1904 Sohn.
1908 zwei Schriftwerke: "Legenden aus dem Künstlerleben" und "Das Erlernen der Malerei".
1914 Monte Carlo und Rom, St. Moritz, 1917 Porträt des Großadmirals Alfred von Tirpitz. Weimarer Republik: Corinth sieht sich in seinem Glauben an die deutsche Malerei erschüttert:
„So ist der Hohenzollernstaat mit Stumpf und Stiel einstweilen ausgerottet. Ich fühle mich als Preuße und kaiserlicher Deutscher.“[27]
Im Jahr 1919 kauft Corinth ein Grundstück in Urfeld, auf dem seine Frau Charlotte Berend ihm ein Haus baut.
1925 Reise nach Düsseldorf und Amsterdam antrat, wo er sich noch einmal die Bilder von Frans Hals und Rembrandt anschauen will. Sirbt in Zandvoort nahe Amsterdam.
Selbstporträt mit Skelett



Jean-Baptiste Camille Corot 1796 - 1875 bedeutender französischer Landschaftsmaler, einer der Hauptvertreter der Schule von Barbizon
In Paris geboren, lebt zunächst bei Amme auf dem Land, stammt aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Lehre als Tuchhändler. Mit 26 gibt er ungeliebte Geschäftstätigkeit auf, schlägt Künstlerlaufbahn ein. Schüler von Jean-Victor Bertin, Hauptvertreter der klassischen Landschaftsmalerei. 1825 Rom, malt 3 Jahre in der Campagna Romana. Zurück in Paris, Atelier. Fußreisen durch Frankreich, die Niederlande und die Schweiz. Großteil seiner Aufmerksamkeit auf wohltätige Zwecke. Im künstlerischen Milieu vermittelte Corot jüngeren Kollegen Aufträge. 1872 kauft Corot Haus für den mittellosen und erblindeten Honoré Daumier. 1875 spendet er der Witwe von Jean-François Millet 10.000 Francs. 1846 Ritter der Ehrenlegion. Unverheiratet und kinderlos.
Germain Bazin: "Er hatte es nicht nötig, in Fleisch und Blut weiterzuleben und dem dunklen Triebe zu folgen, der allen Menschen gemeinsam ist."
Corot der weltweit am meisten gefälschten Künstler.
Brücke von Narni – Augustusbrücke über die Nera



Gustave Courbet (1819 - 1877) französischer Maler
Als ältestes Kind einer wohlhabenden Bauernfamilie mit größerem Grundbesitz in Ornans geboren. Im Alter von 14 weiht ihn Professor Pére Baud in die Grundlagen der Malerei ein. Auf Wunsch der Eltern studiert er ab 1840 Rechtswissenschaft in Paris. Doch widmet er sich bald ganz und gar dem Zeichnen und entwickelt seine Technik, indem er im Louvre und anderen Museen die dortigen Kunstwerke vornehmlich spanischer und holländischer Meister kopiert. Unter den französischen Malern bewundert er besonders Gericault und Delacroix.
1841 mehrfach Selbstbildnisse, in denen er sich unter anderem als „Der Verzweifelte“ darstellt. Noch lebt er von der finanziellen Unterstützung seiner Familie, 1844 entscheidet er sich gegen den Willen des Vaters eindeutig für die Malerei. Mit unerschütterlichem Selbstvertrauen und Hartnäckigkeit schlägt er seine künstlerische Laufbahn ein. Reise 1847 nach Holland, fertigt Studien von Rembrandts Gemälden sowie von venezianischen und spanischen Meistern an. 1847 mit seiner Geliebten Virginie Binet einen Sohn, sie verlässt ihn 1850 und nimmt den Jungen mit. 1848, nach Abdankung Louis Philippes, findet der Pariser Salon ohne Jury statt, Courbet stellt 10 Gemälde aus, die die Kritik begeistert aufnimmt. Gustave Courbet entwickelt sich zum Hauptvertreter der realistischen Malerei in Frankreich und hat damit weitgehenden Einfluss auf die Entwicklung der nachfolgenden Malerei, besonders auf die realistischen Maler in Deutschland.
Mit einem weiteren provokatorischen Werk, „Der Ursprung der Welt“, erlaubt sich Courbet eine bis dahin unerreichte Kühnheit und Offenhei.
Ausgedehnte Reisen nach Frankfurt, Trouville-sur-Mer, Étretat ...
1869 Präsident der Republikanischen Kunstkommission, im Jahr darauf Stadtrat und damit Mitglied der Pariser Kommune.
Nach deren gewaltsamen Auflösung wegen seiner Beteiligung an der Zerstörung der Colonne Vendôme zu 6 Monaten Gefängnis und Geldstrafe. Er verbüßt die Strafe im Gefängnis von Sainte-Pélagie in Paris, darf aber malen. 1873 verlangt die französische Regierung Schadenersatz für die zerstörte Colonne Vendôme in Höhe von 335.000 Francs; er flieht mit seinem Schüler und Assistenten Cherubino Patà in die Schweiz, ohne Hoffnung, die geforderte gewaltige Summe durch den Verkauf von Bildern aufzubringen. Während seines Exils beschlagnahmt der französische Staat seinen Besitz.
In La Tour-de-Peilz verfällt er zunehmend dem Alkohol. Geldsorgen und gerichtliche Verfahren lassen ihn nicht mehr los. Stirbt an Herzinsuffizienz und Wassersucht.
Selbstbildnis als Verzweifelter



Thomas Couture (1815 - 1879) französischer Maler
Schüler von Antoine-Jean Gros und Paul Delaroche. Gewinnt Anfang der 1840er hohes Ansehen, da er die Eleganz der Zeichnung, der klassischen französischen Schule eigen, mit einem erhöhten Reiz der Farbe und Schwung der Darstellung zu verbinden weiß.
Sein Hauptwerk "Die Römer der Verfallszeit" feiert im Salon von 1847 Triumphe wie kaum je das Werk eines französischen Malers zuvor, wirkt ebenso sehr durch die großartige Bravour der Zeichnung wie durch das Kolorit, dessen gedämpfte Glut mit dem Stoff des Bildes harmoniert. Danach nichts Bedeutenderes mehr. Dagegen veranlasst seine virtuose Technik großen Zulauf von Schülern, auch aus Deutschland. Zu seinen Schülern gehören Puvis de Chavannes, William Morris Hunt, Anselm Feuerbach, Victor Müller, Édouard Manet (siehe -->), Marcellin Desboutin und der spätere Journalist und Politiker Antonin Proust.
Mit 63 stirbt Couture auf seinem Schloss in Villiers-le-Bel/Île-de-France.
Erneut bekannt wird Couture, da sich eines seiner Werke im so genannten 'Schwabinger Kunstfund' befind und 2019 an die Erben des früheren Besitzers Georges Mandel zurückgegeben wird.
Die Römer der Verfallszeit



Fred Cuming * 1930 zeitgenössischer traditionell arbeitender britischer Landschaftsmaler
Geboren London, englischer, schottischer und irischer Abstammung. Kunstausbildung an der Sidcup School of Art (1945–1949) und National Service am Royal College of Art. Stipendium für Italienbesuch. 1964 Associate Royal Academy (ARA), 1974 Royal Academician (RA).
Lebt in Rye.
Winter Sea



Lucas Cranach der Ältere 1472 - 1553 deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Einer der bedeutendsten Maler, Grafiker und Buchdrucker der Renaissance. Ab 1505 Hofmaler am kursächsischen Hof unter Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Neben zahlreichen Altarwerken und allegorischen Gemälden fertigt er und seine Werkstatt vor allem auch eine große Zahl an Porträts seiner Dienstherren sowie der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Cranach-Werkstatt, die mutmaßlich rund 5.000 Gemälde hinterlassen hat, führt sein gleichnamiger Sohn Lucas Cranach d. J. fort. Erste künstlerische Asubildung bei seinem Vater, dem wohlhabenden Kronacher Bürger Hans Maler. Mindestens sechs Schwestern und zwei Brüder. 1502- 1504 Wien, das wegen des Kaiserhofs, Maximilians I., als kulturelles Zentrum jener Zeit, Kontakte zu zahlreichen Fürsten als potentielle Auftrag- und Arbeitgeber bot. Während dieser Zeit signiert er seine Bilder mit Lucas Cranach („Lucas Kronach“).
1505 Anstellung als Hofmaler bei Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen in Wittenberg. 1508 in diplomatischem Auftrag in den Niederlande (Mechelen) gesandt, wo er – neben anderen Mitgliedern der Familie – Porträts Kaiser Maximilians I. und des späteren Kaiser Karl V. Porträts anfertigt. Um 1512/13 Heirat mit Barbara Brengbier, Tochter des Bürgermeister von Gotha. Geburt der Söhne Hans, 1515 Lucas und bis 1520 3 Töchter. Um 1513 Beginn eines Weinausschankes. 1520 Kauf eriner Apotheke in Wittenberg, auch Buch- und Papierhändler, Verleger. Betreut 1522 Herausgabe von Martin Luthers Septembertestament. 1524 Treffen mit Albrecht Dürer in Nürnberg. 1519/1520 bis 1535 in Wittenberg wiederholt Kämmerer.
Freundschaft mit Philipp Melanchthon und Martin Luther. Cranach entwickelt sich nicht nur zu dem charakteristischen Maler der deutschen Reformation, er wirkte auch mittels seiner Grafiken in reformatorischen Schriften landesweit in der geistigen Auseinandersetzung dieser Zeit. Sowehl für reformatorisch gesinnte Auftraggeber, wie auch für Altgläubige.
Ab etwa 1530 auch seine beiden Söhne Hans und Lucas d. J. in der Cranach-Werkstatt tätig. Von 1537 bis 1544 wiederholt Bürgermeister von Wittenberg.
1540 tritt er für die Hinrichtung von Prista Frühbottin, ihrem Sohn Dictus und zwei weitere Personen wegen Hexerei ein; sie werden geschmaucht. Die alte Frau und die Mit-Delinquenten werden hingerichtet.
1547 unterliegt Cranachs dritter Dienstherr Herzog Johann Friedrich der Großmütige in der Schlacht bei Mühlberg den kaiserlichen Truppen und wird gefangen gesetzt. Auf seine Aufforderung folgt ihm Cranach drei Jahre später in die Gefangenschaft nach Augsburg, dann nach Innsbruck. In Augsburg macht er die Bekanntschaft Tizians. 1552 mit dem Herzog in dessen neue Residenz Weimar.
Auf seinem Grabstein wird er als „der schnellste Maler“ bezeichnet.
Die Fabel vom Mund der Wahrheit



Lucas Cranach der Jüngere 1515 - 1586 deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Geboren als jüngster Sohn in Wittenberg, genießt Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters Lucas Cranachs d. Ä. Als dieser in den Wirren der Reformationszeit 1550 seinem Kurfürsten Johann Friedrich dem Großmütigen freiwillig in die Gefangenschaft nach Augsburg folgt, übernimmt der Jüngere die Werkstatt und auch die anderen Geschäfte seines Vaters. Darunter befindet sich an vorderster Stelle die Väterliche Apotheke mit dem zugehörigen, vom Kurfürsten verliehenen profitablen Privileg.
Als Maler bleibt Cranach der Jüngere zeitlebens im Schatten seines Vater. Werkstatt wie auch begonnene Arbeiten des Vaters führt er im gewohnten Stil weiter. Nachdem in letzter Zeit mehr seiner Werke bekannt werden, gesteht man ihm aber ebenfalls einen bedeutenden Platz in der Kunstgeschichte zu. Seine ausdrucksvollsten Werke sind die Portraits, farbenfroh und maniriert.
Politisch und wirtschaftlich ist er genauso geschäftstüchtig und erfolgreich wie sein Vater. 1541 Heirat mit Barbara Brück, Tochter des sächsischen Kanzlers Gregot Brück, 1661 weite Ehe mit Magdalena Schurff, Tochter des sächsischen Leibarztes Professor Dr. Augustin Schurff.
1549 Ratsherr, 1555 Kämmerer, 1565 zum Bürgermeister von Wittenberg. Später lässt er sich in Weimar nieder, wo er stirbt.
Dessauer Abendmahl



Salvador Dalí (1904-1989). Spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner und eine der umstrittensten Figuren in der Kunst: Sympathie für Franco, exzentrisches Verhalten und Spätwerk.
Häufigste Themen Traum, Rausch, Fieber, Religion, seine Frau Gala.
Geboren Figueres/Katalonien als Sohn eines Notars, Mutter, die er sehr liebt, gleicht die Strenge des Vaters aus und toleriert seine frühen Eigenheiten wie Wutausbrüche, Einnässen, Tagträume und Lügen.
Privatgymnasium, Abendkurse an der Städtischen Zeichenschule. 1918 Anarchistengruppe, 1921 Gruppe „Renovació Social“. 1922 Abitur. Studium an der „Academia San Fernando“ für Malerei, Bildhauerei und Graphik in Madrid, im Studentenheim wohnen Luis Buñuel und Federico García Lorca. Um sein Künstlertum zu betonen, kleidet sich Dalí exzentrisch mit großem schwarzen Filzhut, Samtjacke und bodenlangem Umhang, trägt schulterlange Haare, Koteletten, Pfeife im Mundwinkel und Stock mit vergoldetem Knauf. Mit Lorca und Buñuel widmet er sich den Schriften Sigmund Freuds, nennt die Psychoanalyse eine der Hauptentdeckungen seines Lebens.
1926 Paris, lernt Picasso kennen. Im selben Jahr wegen ungebührlichen Betragens von der Akademie verwiesen. Sein Malstil weist jetzt kubistische, pointillistische und futuristische Einflüsse auf, schreibt kunstkritische Texte, statt. 1929 in der Gruppe der Surrealisten Paris, lernt die russische Emigrantin Gala kennen und obwohl er angibt, vollkommen impotent und sexuell unerfahren zu sein, ist er ein Leben lang in lustbetonter Abhängigkeit an sie gefesselt. Seine sexuelle Obsessionen spiegeln sich in seinen Bildern wider, Heirat nach der Scheidung Galas von Éluard 1934,
Gala wird seine Muse, ersetzt ihm Familie, organisiert Ausstellungen und ist seine Managerin. Bis 1932 Paris. Mit den steigenden Verkaufserlösen Ausbau sie des Hauses in Portlligat (Verbindung mehrerer ehemaliger Fischerkaten), in einer kleinen Bucht nahe Cadaqués. Es ist Galas Verdienst, dass Dalí finanziell zum erfolgreichsten Künstler seiner Zeit wird. Mit Picasso-Darlehen 1934 USA-Reise.
1934 Ausschluss Dalís von den Gruppensitzungen der Surrealisten, 1936 London bei Edward James, Multimillionär, Kunstsammler und Mäzen Dalís. Wegen des Spanischen Bürgerkriegs 1936 Europareisen, USA. Dalí nimmt Abstand vom Atheismus und wendet sich wieder dem katholischen Glauben zu.
1975 schlagen ihm Verachtung und Feindschaft entgegen. Staatschef Franco lässt kurz vor seinem Tod am 27. September 1975 fünf mutmaßliche Terroristen exekutieren, Dalí befürwortet dies in einem Interview. Ab 1981 Parkinson, 1984 schwere Verbrennungen durch Kurzschluss im Schlafzimmer. Mit 84 tot.
Der große Masturbator



Charles-François Daubigny 1817 - 1878 französischer Maler und Grafiker.
Schüler seines Vaters, eines Miniaturmalers. Beteiligt sich seit 1838 mit Landschaften klassischer Richtung an Ausstellungen, Anfang der 1850er allgemeine Anerkennung.
Lastkähne







Jacques-Louis David 1748 - 1825, französischer Historienmaler des Klassizismus
1774 für sein Gemälde "Der Arzt Erasistratos entdeckt die Ursache der Krankheit des Antiochus" ersten Preis des Prix de Rome, Stipendium für einen mehrjährigen Aufenthalt in Rom, wo er sich dem Studium der Antike, Michelangelos und Raffaels widmet. 1781 zurück in Paris, Bilder im Auftrag des Königs. Nach Beginn der Revolution ist David politisch tätig, beeinflusst die französische Malerei. Als entschiedener Republikaner 1792 Mitglied des Corps électoral von Paris und Konventsdeputierter, stimmte als solcher für die Hinrichtung Ludwigs XVI.
In seiner Macht stand es, die Zerstörung vieler Kunstwerke zu verhindern; er unterließ es aber, weil er von den vielen alten Denkmälern der Malerei, Skulptur und Architektur nichts als gut anerkannte, sondern auch hier vom Grund auf neu schaffen wollte.
Als Jakobiner und Freund Maximilien de Robespierres und Jean Paul Marats übte er auch im Sicherheitsausschuss bedeutenden Einfluss aus; doch hatte dies die Folge, dass er in den Sturz Robespierres (9. Thermidor) mit verwickelt war und eingekerkert wurde. Durch die Amnestie vom 26. Oktober 1795 bzw. die Bemühungen seiner Schüler und Verehrer wurde er gerettet. Während dieser wechselvollen Erlebnisse vollendet er zwei realistisch aufgefasste Gemälde, den Tod Lepelletiers de Saint-Fargeau und den Tod Marats. Auf seinem Bild Der Tod des Marat, das er 1793 im Auftrag des Konvents malte, stilisierte David den kurz zuvor ermordeten Jean Paul Marat zum politischen Märtyrer der Revolution. Es hängt heute in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel. Deutlich einfacher in der Ausführung, jedoch kaum weniger berühmt ist Davids ebenfalls 1793 entstandene Federzeichnung mit der Darstellung der vormaligen Königin Marie Antoinette auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung am 16. Oktober 1793. Im Gefängnis entstand der Entwurf zu seinen Sabinerinnen, den er 1799 ausführte und der sich heute im Louvre befindet.
Schließlich bot Napoleons Machtergreifung eine neue Chance und somit den Beginn einer neuen Epoche für David. Das Monumentalgemälde Die Krönung Napoleons I. und der Kaiserin Josefine in der Kathedrale Notre-Dame in Paris am 2. Dezember 1804 (Sacre de l’empereur Napoléon Ier et couronnement de l’impératrice Joséphine dans la cathédrale Notre-Dame de Paris, le 2 décembre 1804) entstand in den Jahren 1806/1807. Das Bild wurde 1808 im Regierungspalast aufgehängt und befindet sich ebenfalls im Louvre. In der Folgezeit entstanden viele Napoleon-Porträts und Schlachtenbilder.
Während der Herrschaft Napoleons verherrlichte David in seinen Bildern die Taten und Feste des Kaisertums. Davids Hauptwerke aus jener Zeit sind Napoleon zu Pferde, den St. Bernhard hinansprengend (Museum zu Versailles, Berliner Schloss, Trophäe Blüchers), die Krönung Napoleons (Louvre, le sacre genannt), Napoleon im Kaiserornat, Die Verteilung der Adler 1810 (Museum in Versailles), Das Fest auf dem Stadthaus etc. Außerdem schuf er 1814 Leonidas in den Thermopylen (im Louvre), das Porträt Pius’ VII. und das Bildnis der auf einem Ruhebett hingestreckten Madame Récamier (Louvre).
Mit Napoleons ging auch Davids Glücksstern in Frankreich unter. Als „Königsmörder“ wurde er 1816 aus der Liste der Mitglieder des Instituts gestrichen und aus Frankreich verbannt. Eine Einladung des Königs von Preußen – Friedrich Wilhelm III. – nach Berlin, wo er die Direktion sämtlicher Kunstanstalten übernehmen sollte, schlug er aus und zog nach Brüssel, um wenigstens in der Nähe Frankreichs zu weilen. Hier malte er trotz seines Alters und sonstigen Missgeschicks weiter, stellte die dabei entstandenen Gemälde in Gent, Brüssel und einige auch in Paris aus, war aber nicht dazu zu bewegen, auf dem Weg der Bitte die Gnade des Königs von Frankreich, Ludwig XVIII., zu gewinnen.
David stirbt in Brüssel., sein Herz ist auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise bestattet.
2012 auf dem Kunstmarkt bis zu 7 Millionen US-Dollar für eines seiner Ölgemälde gezahlt
David bildete über 400 Schüler aus, unter denen Antoine-Jean Gros, Jean-Baptiste Debret, François Gérard, Germain-Jean Drouais, Anne-Louis Girodet-Trioson, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Johann Peter Krafft, Alexandre Abel de Pujol, Michel-Martin Drolling, Jean Victor Schnetz, Johann Baptist Joseph Bastiné, Robert Lefèvre, Jacques-Laurent Agasse und Pieter Van Hanselaere die bedeutendsten sind. David hat einen lange reichenden Einfluss auf die moderne französische Malerei ausgeübt. Auch hat er den Grund zu der gediegenen technischen Bildung gelegt, welche einen Hauptvorzug der französischen Schule ausmacht. Auch in einigen von seiner antikisierenden Richtung unabhängigen, auf naturalistische Auffassung gegründeten Bildnissen, hat er Dauerndes geschaffen. Im Zusammenhang mit der Französischen Revolution und der Napoleonischen Ära kommt ihm auf dem Gebiet der bildenden Kunst epochale Bedeutung zu.
Der Tod des Marat



Joseph Rodefer DeCamp (auch De Camp) 1858 - 1923 US-amerikanischer Maler des Tonalismus und Impressionismus.
Studiert in Boston, in der zweiten Hälfte der 1870er an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, verbringt danach einige Zeit in Florenz, 1883 Rückkher nach Boston, Mitglied der Boston School, konzentriert sich auf Porträtmalerei. In den 1890ern nimmt er Stil des Tonalismus an, 1897 einer der Gründer der impressionistischen Künstlergruppe Ten American Painters. Durch Feuer im Bostoner Atelier verbrennen 1904 mehrere Hundert seiner frühen Gemälde, darunter fast alle Landschaftsbilder.
Die Hängematte



Edgar Degas 1834 - 1917 (Hilaire Germain Edgar de Gas) französischer Maler und Bildhauer, häufig zu den Impressionisten gezählt. Bilder unterscheiden sich jedoch von denen des Impressionismus durch exakte Linienführung und klar strukturierte Bildkomposition. Zahlreiche Porträts, einige wenige Bildthemen, die er immer wieder variiert: Ballett, Jockeys und Pferde, das Pariser Nachtleben sowie Frauen bei der Körperpflege.
Edgar Degas (wozu er seinen Namen später ‚verbürgerlicht‘), erstes von 5 Kindern eines neapolitanischen Inhabers einer Bank, die Mutter kreolischer Abstammung kam aus New Orleans; sie stirbt, als Edgar 13 ist. Großbürgerliches, den Künsten aufgeschlossenes Umfeld. Auf Wunsch des Vaters Jura-Studium, das er jedoch schon bald wieder aufgibt, um die Künstlerlaufbahn einzuschlagen. Der Vater unterstützt ihn dabei, stellt ihm Atelier zur Verfügung. Künstlerische Ausbildung auf eigene Faust. 1856 Italienreise, besucht Verwandte in Neapel, rund eineinhalb Jahre Rom, weiter nach Florenz. 1859 zurück in Paris.
Im Atelier von Edgar Degas geben sich die Frauen in den 1870er Jahren förmlich die Klinke in die Hand. Stundenlang müssen die Modelle so tun, als würden sie sich waschen oder einen Tanzschritt üben, während Degas die Szene mit Pinsel und Farbe fixiert. 1870/71 dient Degas als Artillerist in Paris; Augenleiden beginnt. 1872/73 New Orleans, besucht Verwandte mütterlicherseits. In den 1890er Jahren entwickelt sich Degas zum begeisterten Fotografen.
Bleibt unverheiratet, was Zeitgenossen zu mancherlei Gerüchten Anlass gibt. In seinen späten Jahren führt schroffe und boshafte Art, verbunden mit eigener Empfindlichkeit, dazu, dass sich Bekannte von ihm abwenden. Heftiger Antisemit, in der Dreyfus-Affäre nimmt er Partei gegen den beschuldigten jüdischen Offizier, was ihn viele Freundschaften kostet, darunter die zum Malerkollegen Camille Pissarro. Wegen seines Augenleidens gezwungen, die Ölmalerei einzustellen. Letzte Lebensjahre, vereinsamt und fast blind, in der Obhut einer Nichte, stirbt an Gehirnblutung.
La violación



Francisco de Goya (Francisco José de Goya y Lucientes) 1746 - 1828 spanischer Maler und Grafiker
Sohn des angesehenen Vergolders José de Goya, das 4. Kind nach 2 Schwestern und einem Bruder; es folgen nach ihm 2 weitere Brüder. Ab 1760 Unterricht bei dem Barockmaler José Luzán in Saragossa, wirkt hauptsächlich in Madrid. 1773 Heirat mit Josefa Bayeu. Akademieprofessor, in den 1770ern Bekanntschaft mit Luis de Borbón y Farnesio, Bruder des spanischen Königs Karl III., dessen Familien-angehörige er später mehrfach porträtiert. 1786 Hofmaler zunächst bei Karl III., ab 1788 Karl IV. Schaffung religiöser Fresken, etwa Basílica del Pilar in Saragossa, und einige von Giovanni Battista Tiepolos Malerei beeinflusste Altarbilder. Zahlreiche Porträts für den Adel und das spanische Königshaus.
1792 schwere Erkrankung, was zu lebenslanger Gehörlosigkeit führt. Für Spekulationen und Legendenbildung sorgt, nicht zuletzt der Roman "Goya oder der arge Weg der Erkenntnis" von Lion Feuchtwanger, seine vermeintliche Liebesaffäre mit der Herzogin von Alba, die er mehrfach porträtiert.
Nachdem die Bourbonen wieder auf dem spanischen Thron sitzen, ist Goya erneut Hofmaler. Schließlich aber ist die Situation für ihn, der in liberalen Kreisen verkehrt, nicht mehr tragbar. Um politischen Verfolgungen zu entgehen, reist er nach Frankreich, wo er von 1824 an in Bordeaux lebt und stirbt.
Der Krieg



Eugène Delacroix 1798 - 1863 französischer Maler, gilt wegen der Lebhaftigkeit seiner Vorstellungskraft und großzügigen Umgangs mit den Farben als Wegbereiter des Impressionismus. Stellte alljährlich im Pariser Salon Gemälde aus, deren leidenschaftliche Sujets Aufsehen erregten und nicht selten schockierten. Wird zwar der französischen Spätromantik zugeordnet, es lehnt es jedoch für sich ab, der populär werdenden Strömung der romantischen Schule zugeschlagen zu werden. Wird zum Vorbild vieler Impressionisten, die sich entschieden von der romantischen Schule und dem Klassizismus abgrenzen.
Vater Mitglied der Revolutionsregierung, bis 1797 Außenminister, dann Botschafter in Holland. In dieser Zeit wird Delacroix geboren. Es gibt allerdings gewichtige Hinweise, dass sein wirklicher Vater Charles Maurice de Talleyrand ist. Vater wird Präfekt des Départements Gironde, Familie zieht nach Bordeaux. Nach dem Tod des Vaters 1805 zieht nach Paris zurück. Verbringt Ferien in gotischem Kloster in der Normandie, die Ruinen beeindruckten ihn derart, dass er mit dem Malen beginnt. 1814 Tod der Mutter, 1816 Kunstakademie Paris.
Beobachtete Géricault bei der Arbeit am Floß der Medusa. Von dieser Erfahrung aufgewühlt, malt er die Dantebarke, 1822 im Salon ausgestellt, Staat erwirbt es, hängt im Palais du Luxembourg. 1827 Der Tod des Sardanapal entsetzt die Kritiker.
Freunde: George Sand und Frédéric Chopin. Stirbt an chronischen Halserkrankung.
Der Tod des Sardanapal



André Derain 1880 - 1954 französischer Künstler, schuf Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Bühnenbilder und -kostüme. Neben Henri Matisse Hauptvertreter des Fauvismus, zählt zu den ersten Malern der Klassischen Moderne. Zeitweilig als der führende Kopf der französischen Avantgarde angesehen, stand in engem Kontakt zu den Kubisten Picasso und Braque. Seine sich in den 1920ern vollziehende Abkehr von der Diskussion um die Moderne löst heftige Kritik aus.
Geboren in Chatou, wohlhabender Konditor und Stadtrat. Eltern beabsichtigen ihn zum Offizier oder Ingenieur zu machen. Wesentliche Änderung in seinem Leben verursacht die 1900 beginnende Freundschaft mit Maurice de Vlaminck. Dieser macht ihn mit Henri Matisse bekannt. Matisse über einen Besuch in Chatou: „Die Malerei von Derain und Vlaminck überraschte mich nicht, denn sie kam den Studien, die ich selbst machte, sehr nahe.“ Somit sind die Künstler beieinander, die wenige Jahre später den Fauvismus hervorbringen.
1901 Militärdienst, malt eine Reihe von Dekorationen für die Soldatenunterkünfte, die jedoch sofort wieder übertüncht werden. 1904 überredet Matisse Derains Eltern, ihm zu erlauben, sich von nun an nur noch der Malerei zu widmen. Derain schrieb sich entgegen dem Rat Vlamincks an der Académie Julian ein. 1905 im Salon d'Automne Ausstellung, woraufhin Louis Vauxcelles, Journalist, die Maler als Fauves bezeichnet.
1905 und 1906 London. 1906 Freundschaft mit Picasso. 1907 nach Paris, liebt besonders die Diskussionen an den Restaurant- und Cafétischen, in ständigem Kontakt mit Picasso, Braque, van Dongen und Vlaminck. 1909 mit Braque in Carrières-Saint-Denis, 1910 mit Picasso in Cadaquès. Im 1. Weltkrieg bei motorisierten Einheit in der Champagne, an der Somme, in Verdun, in L'Aisne und in den Vogesen. Kurz nach Entlassung aus der Armee Debüt in der Theater- und Ballettwelt. Aufträge für Diaghilev.
1921 bis 1922 Rom. Gegen Ende der zwanziger Jahre beginnt Kritik gegen ihn: „Glaube und Heftigkeit, wie sie in seinen frühen Versuchen sich bezeugen, scheinen durch die Indifferenz eines Skeptikers ersetzt, der überwältigt wurde durch seine Kenntnis zu vieler Meisterwerke, die er in den Museen und Sammlungen gesehen hat.“ Zieht sich aus dem Pariser Leben zurück, scheinbar gewisse Verschanzung.
Während der Besetzung Frankreichs im 2. Weltkrieg umschmeicheln ihn die deutschen Besatzer als Vertreter der französischen Kultur. Er reist 1941 nach Berlin und besucht das Atelier Arno Brekers, zu dieser Zeit Hauptvertreter der sogenannten Deutschen Kunst. Die NS-Propaganda bezieht sich wiederholt auf diese Reise.
Radikale Abkehr von den stilistischen und begrifflichen Sorgen der französischen Avantgarde erlangt ihren Höhepunkt. 1944 schlägt er das Angebot aus, Direktor der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris zu werden, der wichtigsten Akademie der Bildenden Kunst in Frankreich. Nach der Befreiung betrachten und ächten ihn viele Franzosen als Kollaborateur.
Porträt Matisse



Otto Dix (1891 - 1969) deutscher Maler und Grafiker
Sohn eines Formers und Näherin. 1905 bis 1909 Lehre bei Geraer Dekorationsmaler. 1910 – 1914 mit Stipendium des Fürsten von Reuß Studium an der Kunstgewerbeschule in Dresden, setzt sich mit Malereigeschichte auseinander, studiert die Alten Meister in der Dresdner Gemäldegalerie, experimentiert mit kubistischen und futuristischen Formen.
Als Freiwilliger im 1. Weltkrieg. Studium in Dresden an der Akademie der bildenden Künste, Gründungsmitglied der Dresdner Sezession. Hauptwerk: "Schützengraben", das bedeutendste Anti-Kriegsbild seiner Zeit.
Geht nach Düsseldorf, 1923 Heirat mit der 4 Jahre jüngere Martha Koch (geschieden, 2 Kinder). Tritt der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland bei. 1925 Berlin, Wanderausstellung Neue Sachlichkeit, sein Werk prägt die Kunstrichtung entscheidend. 1927 bis 1933 Professur an der Kunstakademie in Dresden, 1932 Triptychon "Der Krieg".
1933 einer der ersten Kunstprofessoren, den die Nazis entlassen, sein Eigentum in Unterbilk zwangsversteigert. Zieht sich vor den Diffamierungen nationalsozialistischer Künstler nach Süddeutschland zurück, ab 1936 eigenes Haus in Hemmenhofen am Bodensee. 1937 zahlreiche seiner Werke in der Münchner Propaganda-Ausstellung „Entartete Kunst“ (als „gemalte Wehrsabotage“ diffamiert). 1939 vorübergehend inhaftiert. Innere Emigration, erhält aber weiterhin Privataufträge. Häufig in Chemnitz, wo ihn zwei Familien mit Einladungen, Auftragswerken und dem Ankauf von Werken unterstützen.
1945 zum Volkssturm eingezogen, französische Kriegsgefangenschaft, darf im Lager als Künstler arbeiten, 1946 Rückkehr nach Hemmenhofen. Wendet sich wieder der modernen Alla-Prima-Malerei zu und kehrt zum expressionistischen Malstil seiner Frühzeit zurück. Bleibt Außenseiter in den sich künstlerisch mehr und mehr voneinander entfernenden deutschen Staaten: Kann sich weder mit dem Sozialistischen Realismus der DDR noch mit der abstrakten Nachkriegskunst der BRD identifizieren.
Regelmäßige Arbeitsaufenthalte in Dresden, wo er eine „Zweitfamilie“, Käthe König und ihre gemeinsame Tochter hat. Seine Frau Martha weiterhin mit 3 Kindern in Hemmenhofen. In den 1960er zahlreiche Ausstellungen. Nach einem zweiten Schlaganfall Tod.
Der Krieg



Marcel Duchamp (1887 - 1968) französisch-amerikanischer Maler und Objektkünstler
Mitbegründer der Konzeptkunst, zählt zu den Wegbereitern des Dadaismus und Surrealismus. Nach ihm ist der Prix Marcel Duchamp benannt. Drittes von sechs Kindern des Notars Eugène Duchamp und Marie Caroline Lucie, Tochter des Malers, Kupferstechers und Schiffmaklers Émile Frédéric Nicolle. Duchamps ältester Bruder Gaston widmet sich unter dem Pseudonym Jacques Villon der Malerei, Bruder Raymond Duchamp-Villon bedeutender Bildhauer des Kubismus. Von den drei Schwestern ist die älteste, Suzanne Duchamp, ebenfalls Malerin. Mit 15 beginnt Duchamp zu malen.
Nach „Baccalauréat de philosophie“ in Rouen einige Monate an der privaten Kunstschule Académie Julian in Paris, 1905 freiwillig zum Militär gemeldet, ein Gesetz ausnutzend, das Ärzten, Rechtsanwälten, Facharbeitern und Handwerkern eine von drei auf ein Jahr verkürzte Militärdienstzeit garantiert. 1912 3 Monate München. Alte Pinakothek, Gemälde Lucas Cranachs schätzt er.
Duchamps Ansichten stellen den gängigen Kunstbegriff radikal in Frage: Als Readymade verwirklicht Marcel Duchamp das Konzept des Objet trouvé in seinem Fahrrad-Rad (1913), Flaschentrockner (1914) und Fontäne (1917). 1915 New York, 1919 Paris, 1942 New York. 1968 stirbt Duchamp nach einem fröhlichen Abend mit seiner Frau Teeny und den Freunden Robert und Nina Lebel sowie Man Ray und Frau Juliet in seiner Wohnung in Neuilly.
Nachspielbare Schachpartien von Marcel Duchamp auf chessgames.com
Akt, eine Treppe hinabsteigend Nr. 2



Albrecht Dürer (1471-1528). * Nürnberg Sohn eines aus Ungarn eingewanderten Goldschmieds deutscher Herkunft. Mit 15 bei Wohlgemuth in die Lehre. Martin Schongauers Werkstatt in Colmar sucht er auf (der Meister zu dieser Zeit schon tot), und durch fleißiges Kopieren der Stiche Mantegnas sucht er sucht die Kunst der großen italienischen Meister der Renaissance anzueignen.
1493, kurz vor seiner Hochzeit, schafft er mit Temperafarben auf Pergament ein 'Selbstbildnis', weist sich bereits hier in der harten Konturierung der Formen als Zeichnen aus, der höchste Ansprüche stellt und sich nicht mit ungefähren Andeutungen begnügt. 1498 arbeitet er mit gleichem Eifer und Geschick sowohl als Maler wie als Kupferstecher; die Holzschnitte 'Apokalypse' und die großen Kupferstiche sind ebenso bedeutend wie die erstenn Altarbilder. Seit dieser Zeit genießt Dürer, befreundet mit dem Humanisten Willibald Pirckheimer, in Deutschland hohes Ansehen. Zahlreiche Portraitaufträge, u.a. Bildnis 'Oswald Krel' auf leuchtend roten Hintergrund und mit seinem Bruder Hans Dürer 'Bldnis eines jungen Mannes'.
Während seines zweiten Aufenthalts in Italien (Ende 1506) malt Dürer im Auftrag der deutschen Kaufleute in Venedig das 'Rosenkranzfest' für den Hochaltar ihrer Kirche S. Bartholoeo. 1507 entstehen die beiden großen Aktbilder Bilder 'Adam' und 'Eva', 1508 eines der berühmtesten Beispiele Dürers reifen Stils: 'Anbetung der heiligen Dreifaltigkeit'. In den folgenden Jahren widmet Dürer sich hauptsächlich grafischen Arbeiten und zeichnet die geheimnisvollsten seiner Blätter: 'Melancholie' und 'Ritter, Tod und Teufel'. In den Jahren 1515-1519 sind es Entwürfe für Holzschnittillustrationen zu literarischen Werken Kaiser Maximilians I.
1520 bereist Dürer die Niederlande, überall hoch geehrt, bringt wundervolle Silberstiftzeichnungen mit.
Über seine letzten Jahren liegen die Schatten der Religionskämpfe, die ihn als aufrechten Lutheraner nicht unbeteiligt lassen. 1526 entstehen einige seiner besten Portraits und vor allem die erste monumentale Komposition 'Vier Apostel' ein Meisterwerk in der Farbigkeit und dem großartigen Entwurf der Gewänder, den einfachen Formen und der erhebenen Würde - gleichsam das Glaubensbekenntnis dieses Malers, künstlerisch gesehen, das Ende seine Entwicklung, die ihn vor dem brodlendem Linienspiel gotischer auf den Holzschnitten der 'Apokalypse' zu einem meisterhaft beherrschten Klassizismus führte. In diesem beweist er sich, ohne je seine dem germanischen Wesen entsprungenen künstlerischen Vorstellungen preiszugeben, den größten Italienern als ebenbürtig, anerkannt als weltgrößter Renaissancekünstler.
Selbstbildnis im Pelzrock



Raoul Dufy 1877 - 1953 französischer Maler des Fauvismus
Abendkurse an der Kunstschule in Le Havre, Stipendium École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. Dann Schüler im telier von Léon Bonnat. Gemälde von Henri Matisse bekehrt ihn zum Fauvismus. 1909 besucht er mit seinem Freund und Kollegen Émile-Othon Friesz München, gelangt unter Einfluss von Paul Cézanne.
Malerei bringen nicht die notwendigen Einnahmen, verdient Lebensunterhalt durch Keramikarbeiten, Holzschnitte und Entwürfe für Tapisserien. Erst als er Mitte der 1920er Jahre und dann 1937 seinen Stil etwas ändert und von einer eher leichteren eleganten Kunst zu einer ausdrucksvollen monumentalen Darstellung gelangt, erfährt er Anerkennung. So kann er für die Pariser Weltausstellung 1937 den Pavillon de la lumière (Pavillon des Lichts bzw. der Elektrizität) dekorativ gestalten, er malt das mit 600 m² damals größte Bild der Welt.
Bruder Jean Dufy (1888–1964) war ebenfalls ein bekannter Maler.
La Fée Electricité



Anthonis van Dyck 1599 - 1641 (flämisch Antoon, auch Anton, Anthony) flämischer Maler (insbesondere Porträts) und Grafiker des flämischen Barocks, freier Mitarbeiter von Peter Paul Rubens
7. Kind eines reichen Textilkaufmanns, gilt als besonders begabt im Zeichnen. Arbeitet seit 1618 für Rubens, bei dem er bis Herbst 1620 wohnt. Dort lernt ihn der herausragende Kunstkenner Englands, Thomas Howard kennen und schätzen. Auf seine reist er 1620 nach England. König erteilt ihm Aufträge, herausragende Männer des Hofes zu malen. 1621 bis 1626 Italien, perfektioniert dort seine Porträtkunst. Insgesamt porträtiert er etwa 280 Personen.
1626 zurück in Antwerpen zurück, 1632 übersiedelt er nach London, wo er als Hofmaler, Liebling der Aristokratie und herausragender Porträtist für Karl I. arbeitet.
Jugendliches Selbstbildnis



James Ensor 1860 - 1949 belgischer Maler und Zeichner, neben Gemälden Vielzahl von Radierungen und Kaltnadelarbeiten, Ensor ist dem Symbolismus zuzuordnen, oder Vorläufer des Expressionismus, bekannt als der „Maler der Masken“.
Vater englischer Herkunft, versucht, in Amerika sein Glück zu machen, scheitert und endete als stadtbekannter Säufer. Mutter, Flämin, betreibt kleinen Laden mit Geschenkartikeln und Karnevalsmasken, die später in Ensors Werk eine große Rolle spielen sollen.
Verlässt die Schule im Alter von 15 und geht bei Malern in die Lehre, 1876 Akademie der Schönen Künste in Ostende, 1877 bis 1880 Kunstakademie Brüssel, bricht Studium ab, kehrt nach Ostende zurück, wo er sich die meiste Zeit seines Lebens aufhält. Höhepunkt seiner Popularität erreicht er in den späten 1920ern.
In Thomas Bernhards Stück Minetti (1976) berichtet der Schauspieler, dass er seinerzeit den Lear in einer von Ensor geschaffenen Maske spielte. In Brigitte Kronauers Roman Verlangen nach Musik und Gebirge, der in Ostende spielt, erscheint Ensor in vielerlei Gestalt.
Der Tod und die Masken



Francis de Erdely 1904 - 1959 ungarisch-amerikanischer Maler
Geboren in Budapest, absolviert die Königliche Kunstakademie von Budapest, studiert an der Akademie San Fernando in Madrid, an der Sorbonne in Paris und im Louvre. Profiboxer. Emigirert 1939 nach USA. New York, Chicago. Porträtiert wohlhabende Gönner und amerikanische Szene. Los Angeles, Bilder von Einwanderern, Arbeitern, Tänzern und sozialen Außenseitern.
Woman/Harlequin



Max Ernst 1891 - 1976 deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer
3. von 9 Kindern eines Taubstummenlehrers, durch den er Kontakt zur Malerei bekommt. Nach Abitur in Brühl Studium Altphilologie, Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte. Interessiert sich für die flämischen Meister Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel sowie für die deutsche Romantik, besonders für Caspar David Friedrich.
1914 - 1918 im 1. Weltkrieg in Frankreich und Polen. 1918 Heirat mit Dr. Luise Straus, Kunsthistorikerin. 1920 Sohn (unter dem Namen Jimmy Ernst als surrealistischer Maler in den USA bekannt).
1922 verlässt Ernst seine Fmilie und zieht nach Paris. 2 Jahre Gelegenheitsarbeiten, wohnt beim Ehepaar Éluard, verliebt sich in Gala, Éluard duldet das zunächst, entflieht 1924 aber der ménage à trois nach Saigon. Gala und Max folgen ihm. Éluards kehren nach Paris zurück, Gala heiratet später Salvador Dalí.
1925 eigenes Atelier in Paris. Erfindet die Frottagetechnik und Maltechnik der Grattage. 1926 "Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen" stößt auf scharfe Kritik der Kirche.

1927 Heirat mit der wesentlich jüngeren Marie-Berthe Aurenche. 1930 Rolle eines Räuberhauptmanns in dem umstrittenen surrealistischen Film 'Das goldene Zeitalter (L’Âge d’Or)' von Luis Buñuel und Salvador Dalí. 1933 lernt er die 20-jährige Künstlerin Meret Oppenheim kennen, mit der er eine bis ins nächste Jahr andauernde Liebesbeziehung hat.
1936 Scheidung von Marie-Berthe Aurenche.
1937 zwei seiner Bilder in der Münchner Ausstellung Entartete Kunst gezeigt.
1939 als „verfeindeter Deutscher“ in Frankreich insterniert, auf Vermittlung Éluards freigelassen. 1940 von der Gestapo inhaftiert, flieht 1941 über Spanien und Portugal in die USA. Max Ernst hieratet Peggy Guggenheim. Als er die junge amerikanische Malerin Dorothea Tanning trifft, Trennung von Peggy Guggenheim. 1946 Heirat mit Tanning.
1951 eine erste große deutsche Retrospektive im Brühler Schloss. 1953 kehren Ernst und Tanning nach Paris zurück. Er stirbt nach Schlaganfall einen Tag vor seinem 85. Geburtstag.
Natur im Morgenlicht



Hubert und Jan van Eyck um 1370 - 1426 flämische Maler
Jan van Eyck (1390 - 1441) gilt als Begründer und zugleich berühmtester Vertreter der altniederländischen Malerei. Er leitet die neue naturalistische Kunstepoche nördlich der Alpen ein. Wegen seiner vollendeten Maltechnik und seines Sinns für wirklichkeitsgetreue Darstellung b ezeichnen ihn viele Autoren sogar als „König unter den Malern“.
Nach dem Tod des Herzogs 1425 findet er Anstellung bei Philipp dem Guten. Sein Ruf als Maler hatte ihn an den damals prächtigsten Hof Europas, nämlich nach Lille, gebracht, denn er war auf Grund seiner Fähigkeiten, „von denen der Herzog durch in seinen Diensten stehende Personen gehört hatte und die auch er in der Person des Jan van Eyck erkannte“, eingestellt worden. Sein Vertrag war auf ein Jahr begrenzt, doch führte die Verlängerungsklausel dazu, dass van Eyck viele Jahre am Hofe Philipps III. blieb. Sein Aufgabenbereich beschränkte sich nicht nur auf das Malen von Porträts und das Dekorieren fürstlicher Residenzen, sondern er war auch für die Entwürfe vornehmer höfischer Kleidung, Schmuck für festliche Zeremonien oder für die Ausrichtung von Turnieren und anderen Festivitäten zuständig. Weitere Aufgaben waren das Bemalen von Schildern, Bannern und Fassen von Statuen.
Zweifellos sein Hauptwerk aber ist der Genter Altar von ca. 1435, den er mit seinem vermeintlichen Bruder Hubert van Eyck begonnen haben soll. Dieses Polyptychon ist ein Meisterwerk der Feinmalerei und das größte bekannte Werk der altniederländischen Malerei. Ab dieser Zeit arbeitete er auch für private Auftraggeber. Für den Kanzler Nicolas Rolin malte er eine Madonna mit dem betenden Stifter des Bildes als ihr Gegenüber, dargestellt im Stile einer ‚stillen Andacht‘. Für die Stadt Brügge schuf er sechs vergoldete Statuen, die für die Fassade des Rathauses gedacht waren. Im Jahr 1433 heiratete er Margarete und erwarb ein Haus im Hof- und Botschaftsviertel Brügges. Philipp der Gute erwies dem Künstler seinen Respekt, indem er für eines der beiden Kinder van Eycks eine Patenschaft übernahm. 1436 ging er auf seine letzte Geheimmission. Nach sechzehnjähriger Tätigkeit im Dienst des Herzogs starb van Eyck 1441 in Brügge, wo er am 9. Juli in der Kirche Sint-Donaas beigesetzt wurde.
Sein bekanntestes Werk ist der monumentale Genter Altar.

Malte Hubert mit?
Maurice Walter Brockwell, namhafter englischer Kunstschriftsteller, propagiert Brockwell unermüdlich die These, dass Hubert van Eyck ein Phantom ist, daß Jan van Eyck den Genter Altar ganz allein geschaffen habe.
Der Streit um die van Eycks geht lang. Bis ins Jahr 1933 einstimmige Annahme, es habe tatsächlich zwei Malerbrüder dieses Namens gegeben. Hubert galt als der phantasievollere, empfindsamere, vielleicht sogar genialere der beiden, während Jan, sein Schüler, der nach Huberts Tod den 1432 vollendeten Genter Altar weiterführt, von seinem Bruder durch seinen mehr realistischen Stil absteche.
Kunsthistoriker Friedländer kam die Existenz Huberts verdächtig vor.
1933 rückt der Brügger Sammler Emile Renders, Kunstkenner und -liebhaber von hohen Graden, mit dem dickleibigen Werk "Hubert van Eyck, Persönlichkeit und Legende" heraus, Sensation in der internatinalen Kunstwelt. Die Legende von Hubert, der angeblich in Gent gewirkt habe, spiegele nur den alten gegenseitigen Neid zwischen Brügge und Gent, den beiden mächtigen Handelsstädten Flanderns, verkündet Renders. Es habe die Genter nicht schlafen lassen, dass Jan, dessen Arbeit am Altar unbestreitbar ist, in Brügge gelebt hat, und deswegen hätten sie eine Phantasiefigur konstruiert und mit ihr die ganze Welt Jahrhunderte hindurch zum Narren gehalten.
Dürer, 1521 auf seiner Reise durch die Niederlande auch in Gent, nennt in seinen Tagebüchern an dortigen Malern nur drei, nämlich Jan van Eyck, seinen Zeitgenossen Rogier van der Weyden und den etwas späteren Hugo van der Goes. Warum erwähnt er den angeblich größeren Hubert überhaupt nicht, wenn er wirklich existiert hätte? Dürer verzeichnet aber bei seinem Genter Besuch ausdrücklich: "Darnach sahe ich des Johannes Taffel, das ist ein überköstlich hochverständig Gemähl." Von Hubert keine Rede.
Friedländer: "Jan van Eyck war ein Genie, zwei geniale Brüder, die gemeinsam arbeiten: diese Vorstellung widerspricht aller Erfahrung. Unsere Gefühle würden sich gegen die Entdeckung wehren, Shakespeare habe einen Bruder gehabt, von dem die Hälfte seines Werkes herrühre." und verweist auf einen der schwächsten Punkte aller Verfechter der Theorie von den "Brüdern" Eyck: dass auch nicht zwei Kenner sich über die Abgrenzung der Werke Huberts und Jans einigen können.
Trotzdem bleibt die Wissenschaft vorwiegend bei ihrer alten Auffassung, es habe doch zwei van Eycks gegeben. Man darf sich kaum wundern, dass die Kunstforscher so zähe an ihrem Hubert festhielten. Genie verwirrt. Es verwirrt gerade Gelehrte, die sich ihr Leben lang mit Genies auseinanderzusetzen haben, oft ohne welche zu sein.
Marienaltar



Conrad Felixmüller 1897 - 1977, deutscher Maler des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit.
Sohn eines Dresdner Fabrikschmiedes. Gibt 1911 das Musikstudium auf, studiert Kunst. 1919 Heirat mit Hanna Müller. Die grafischen Techniken Holzschnitt, Kupfer- und Stahlstich sowie Radierung autodidaktisch angeeignet.
1915 freischaffender Künstler, verweigert 1917 Militärdienst, als Krankenwärter zwangsverpflichtet. 1919 Gründungsmitglied und Präsident der Dresdner Sezession Gruppe mit Lasar Segall, Otto Dix und Otto Griebel und Mitglied der Novembergruppe. 1919 bis 1924 Mitglied in der KPD.
Verfasst Bildbeiträge für die linken Zeitschriften 'Die Aktion' und 'Menschen', stellt das Leben der Menschen im Ruhrgebiet in Bildern dar. 1933 seine Werke in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in Dresden geächtet, 1934 Umzug nach Berlin-Charlottenburg. Die Nazis vernichten 151 seiner Werke. Nach kurzem Kriegsdienst (1944/45) in Sowjetische Kriegsgefangenschaft.
1949 Berufung als Professor an der Pädagogischen Fakultät der Universität Halle. Lehrt bis 1961, nach Emeritierung wieder zurück in Berlin-Köpenick. 1967 Übersiedelt er nach Berlin-Zehlendorf, wo er 1977 nur wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag 1977 stirbt.
Elbebaggerer



Anselm Feuerbach 1829 - 1880 deutscher Maler, gehört zu den bedeutendsten Malern der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Enkel Anselms Ritter von Feuerbach, Sohn Joseph Anselms Feuerbach. 1830 stirbt Mutter, zusammen mit Schwester für 4 Jahre bei den Großeltern in Ansbach. 1836 zieht Familie nach Freiburg. 1845 ohne Schulabschluss nach Düsseldorf, 1848 München, 1850 Antwerpen, 1854 zurück in Deutschland, 1855 Heidelberg, Kontakt mit Joseph Victor von Scheffel. Bis 1855 Karlsruhe, dann mit Scheffel Studienreise nach Italien, zunächst Venedig - Tizians Himmelfahrt kopiert. Spätherbst Venedig Syphiliskur. 1856 Florenz, Rom, Studium von Michelangelo und Raffael. Orientierung am historisch-monumentalen Stil. Rom. Engere Bekanntschaft mit Arnold Böcklin, Reinhold Begas, Karl Friedrich Fries und Ludwig Passini. 1860 Nanna Modell und Geliebte.
Engere Bekanntschaft mit Hans von Marées. Geliebte Nanna verlässt ihn, geht mit Engländer nach Süditalien. Lucia Brunacci Modell und Geliebte. Berlin. Glaubt, durch Preußens Sieg über Österreich werde sich dort der kulturelle Mittelpunkt bilden.
1867 Rom großes Atelier. Baden-Baden Kur. Engeren Kontakt mit Clara Schumann und Johannes Brahms. Rom. Berlin. 2. Fassung Amazonenschlacht und Gastmahl. Heidelberg, Wien, dort Professor. Kritiker lehnen Amazonenschlacht und Gastmahl ab.
Feuerbach pendelt 1875 zwischen Wien und Rom. 1876 Lungenentzündung. Übersiedelung nach Nürnberg, pendelt zwischen Nürnberg und Venedig. Gemälde für Justizpalast in Nürnberg, Huldigung Ludwigs des Bayern.
Selbstbildnis



Jean Fouquet um 1420 - ca 1480, französischer Buch- und Tafelmaler
Einer der bedeutendsten Künstler an der Schwelle von der Spätgotik zur Frührenaissance. Geboren in Tours bereist er zwischen 1445 und 1447 Italien. Seit den 1450er Jahren steht er im Dienst König Karls VII. und Ludwigs XI., dessen Hofmaler er 1475 wird. Zu seinen Auftraggebern zählten zahlreiche hohe Beamte des Staates wie der Kanzler Guillaume Juvénal des Ursins und der Schatzmeister des Königs, Étienne Chevalier. Für diesen schafft er mit dem sogenannten Stundenbuch des Étienne Chevalier (nach 1448) und dem Diptychon von Melun (um 1455) zwei der bekanntesten Werke der französischen Buch- und Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts.
Fouquet reist als junger Maler nach Rom und eröffnete damit die Tradition der Italienfahrten großer Künstler. Ob er die kostspielige und aufwändige Reise als Begleiter einer diplomatischen Mission antritt oder sie aus persönlichen Gründen unternimmt und privat finanziert, ist ungeklärt.
Diptychon von Melun



Lucian Freud 1922 - 2011 britischer Maler
Einer der bedeutendsten Porträtmaler des 20. Jahrhunderts
Einer von drei Söhnen des österreichischen Architekten Ernst Ludwig Freud und der aus einer Berliner Kaufmannsfamilie stammenden Lucie Freud, und ein Enkel von Sigmund Freud. Die Familie emigriert 1933 nach England, 1939 nimmt Freud die britische Staatsbürgerschaft an.
Dartington Hall School in der Grafschaft Devon und Bryanston School in Dorset, die ihn wegen Disziplinschwierigkeiten aus der Schule schmeißt. 1939 bis 1941 East Anglian School of Painting and Drawing in Dedham. 1941 nach 3 Monaten Handelsmarine ausgemustert, Studium am Londoner Goldsmiths College.
1941 Paddington, wo er 30 Jahre wohnt, bis er 1977 nach Holland Park umzieht. 1941 mit John Craxton zwei Monate in Paris und auf der Insel Poros. 1947 längeres Verhältnis mit Kitty Garman, Tochter des Bildhauers Jacob Epstein, und Nichte von Lorna Wisharts (1911–2000), mit der Freud ein längeres Verhältnis gehabt hatte. 1948 Heirat mit Kitty Garman. 1949 Visiting Tutor an der Slade School of Fine Art, wo er bis 1954 unterrichtet.
1952 Affäre mit der aus einer anglo-irischen Aristokraten-Familie stammenden Lady Caroline Blackwood, deren Mutter ein Mitglied der Guinness-Familie ist. Sie brennt als 21-Jährige mit Freud nach Paris durch, heiratet ihn dort 1953. Zurück in London wird sie zum Mittelpunkt der Londoner Bohème.
1954 22 Bilder auf der Biennale von Venedig ausgestellt. Zunehmend Aufträge aus der englischen Aristokratie, die ihm sorgenfreies Leben ermöglichen. Gelegentlich Irland, 1951/52 Portrait of Francis Bacon, 1988 aus der Berliner Neuen Nationalgalerie gestohlen. In London gehört Freud zu einer losen Gruppe von Künstlern, die figurativ malen und mehr oder weniger intensiv miteinander in Kontakt sind, u.a. Frank Auerbach.
1974 erste Einzelausstellung.
Aus der Ehe (1952 geschieden) mit Kitty Garman (1926–2011) 2 Töchter. Ehe mit Lady Caroline Blackwood (1959 geschieden, kinderlos).
Zitate; Liebe und Kunst sind für mich die einzigen ernsthaften Dinge.
Mein Werk ist rein autobiographisch. Es ist über mich selbst und meine Umgebung. Es ist ein Versuch eines Berichts. Ich arbeite über Leute, die mich interessieren, die ich mag und über die ich nachdenke, in Räumen, in denen ich lebe und die ich kenne.
Ich könnte niemals etwas in ein Bild hineintun, was nicht aktuell vor mir liegt, das wäre eine sinnlose Lüge, nichts als ein wenig Täuschung.

Sein nach Legaten und Steuern verbliebenes Vermögen von 42 Mill. £ wird in einen Trust von der Anwältin Diana Rawston und Freuds Tochter Rose Pearce verwaltet. Diese Regelung hat Freuds Sohn Paul McAdam, der wie Freuds andere Kinder im Testament nicht bedacht wurde, vor Gericht angefochten. Über den Arts Council of England wird Freuds Sammlung von Werken seines langjährigen Freundes Frank Auerbach zur Begleichung von Steuerschulden verwendet. Lucian Freud zählt zu den Künstlern der Gegenwart, deren Gemälde auf Auktionen Spitzenpreise erzielen. (2008 Porträt von Sue Tilley bei Christie’s 33,6 Millionen $). Aus seinen zahlreichen Beziehungen eine Reihe von Kindern, über deren genaue Anzahl spekuliert wird:
Kitty Garman (1926–2011)
Annie Freud (* 1948)
Annabel Freud (* 1952)
Suzy Boyt (* 1935)
Alexander Boyt (* 1957)
Rose Boyt (* 1959) (Rose Pearce)
Isobel Boyt (* 1961)
Susie Boyt (* 1969)
Katherine Margaret McAdam (1933–1998)
Jane McAdam Freud (* 1958)
Paul Freud (* 1959)
Selbstbildnis



Caspar David Friedrich (1774 - 1840) Maler
Friedrich ist das 6. von 10 Kindern eines Talgseifensieders und -kerzengießers in Greifswald. In der Erziehung herrscht die puritanische Strenge des Vaters. Als Ursache für spätere Depressionen gilt in der Psychopathographie Friedrichs der tödliche Unfall seines 1 Jahr jüngeren Bruders Christoffer. Caspar David war ins Wasser gefallen und Christoffer ertrinkt beim Versuch, ihn zu retten. Friedrich studiert Kunst in Kopenhagen, kehrt 1798 nach Greifswald zurück und zieht nach Dresden, von wo er immer wieder länger zu Fuß nach Neubrandenburg, Breesen, Greifswald und Rügen wandert.
In den Sommern 1802 und 1803 wanderunternimmt er ausgedehnte Wanderungen auf der Insel Rügen.
Nach 1801 gerät Friedrich vermutlich in eine seelische Krise mit schweren depressiven Perioden (Suizid-Versuch? Unglückliche Liebesbeziehung?) 1806 bis 1811 Reisen nach Neubrandenburg, Breesen, Greifswald, Rügen, Nordböhmen, ins Riesengebirge und in den Harz. Nach dem Sieg Napoleons in der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 lebt Friedrich in Sachsen, ist Anhänger einer nationalen Befreiungsbewegung und steigert seine nationale freiheitliche Gesinnung zu einem chauvinistischen Franzosenhass. Sein bescheidenes Atelier wird Zentrum patriotischer Männer.
1818 Heirat mit der 19 Jahre jüngeren Caroline Bommer, 3 Kinder. 1824 außerordentlicher Professor an der Dresdner Akademie, 1826 Kur in Rügen, Verkauf der Bilder schwierig, Familie lebt in finanzieller Not, 1835 Schlaganfall, mit 65 stirbt Friedrich.
Zwei Männer in Betrachtung des Mondes



Eduard Gärtner 1801 - 1877 deutscher Vedutenmaler des 19. Jahrhunderts.
Seine zwischen 1828 und 1870 entstandenen Ansichten von Berlin geben Aufschluss über das historische Erscheinungsbild der Stadt im Biedermeier. Seine Lehre absolviert er in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Schüler des königlichen Hoftheatermalers Carl Wilhelm Gropius, der ihn in Kontakt mit der Berliner Künstlerelite bringt. Ab 1822 regelmäßige Austellung in der Akademie der Künste, was seiner Kunst öffentliche Anerkennung bringt. In den 1820er-Jahren Studienreise nach Paris. Nach freier Maler in Berlin, spezialisiert sich vor allem auf Berliner Stadtansichten. Hauptwerk aus dieser Zeit: Berlin-Panorama von 1834. Ende der 1830er-Jahre geschäftliche Reisen nach Russland. In den 1840er-Jahren wendet Gärtner sich mehr einem bürgerlichen Kundenkreis zu, erweitert Repertoire verstärkt um Landschafts- und Innenraumdarstellungen. Seit den 1850er-Jahren macht die Fotografie Gaertners Architekturmalerei zunehmend unrentabel. 1870 Rückzug nach Zechlin.
Unter den Linden mit Denkmal Friedrichs II.



Thomas Gainsborough 1727 - 1788 englischer Maler, widmet sich vor allem der Porträt- und Landschaftsmalerei, gilt neben William Hogarth und Joshua Reynolds als bedeutendster englischer Maler des 18. Jahrhunderts
Die Namenszusätze RA FRSA bedeuten:
RA = Royal Academician, Mitglied der Royal Academy of Arts in London, eine der wichtigsten Kunstinstitutionen in Großbritannien, die sich der Lehre und Förderung von Malerei, Bildhauerei und Architektur widmet. Die Anzahl der Mitglieder, Members genannt, anfänglich auf 40 beschränkt, seit 1991 auf 80.
FRSA = Fellow of the RSA (Royal Society of Arts - offiziell Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures & Commerce - Königliche Gesellschaft zur Förderung der Künste, der Industrieerzeugnisse und des Handelsgewerbes), eine britische Kultureinrichtung, die sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Plattform für kritische Diskussionen und neue Ideen zu schaffen, um somit die Aufklärung im 21. Jahrhundert voranzutreiben. Die Gesellschaft handelt nach vier Grundsätzen: Eigenständigkeit, Engagement, Aufrichtigkeit und Offenheit. 1754 gegründet, Sitz in London.
Gainsborough, geboren als fünfter Sohn eines Stoffhändlers. 1740 London Kunststudium, 1743 bereits eigenes Atelier. 1746 mit 19 Heirat mit der 16-jährigen Margaret Burr (wahrscheinlich uneheliche Tochter des Duke of Beaufort).
Erfolge als Maler zunächst mäßig. 1748 Rückkehr nach Sudbury. 1752 Ipswich, 1759 Bath.
Teilnahme an Londoner Kunstausstellungen. Gainsboroughs Verhältnis zur Royal Academy mit ihrer Favorisierung alter kontinentaler Maltraditionen gespalten, weil seine sensualistisch ausgerichtete Malweise der Farbe den Vorzug vor der akademischen Zeichnung gibt. 1774 endgültig in London, wo er sich als Porträtist etabliert. Sirbt 1788 an Krebs.
Mr. und Mrs. Andrews



Thomas Gatzemeier * 1954 Maler
Ausbildung als Schrift- und Plakatmaler, Steinmetzgehilfe, Grabsteindesigner. Studium Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst zu Leipzig. Freier Künstler, Ausstellungsverbot, verlässt 1986 die DDR, geht nach Karlsruhe, Zürich, Worpswede. 2006 – 2015 Atelier in Leipzig, wo er seit 2020 lebt und arbeitet. 2010 „Der Sekretär“ Roman, 2012 „Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen.“ Roman
Studio 2008



Paul Gauguin 1848 - 1903 einflussreicher französischer Maler, fertigt auch Keramiken, Holzschnitzereien, Holzschnitte.
Bekannt vor allem durch seine Gemälde aus der Südsee. Gauguins postimpressionistisches Werk beeinflusst stark die Nabis und den Symbolismus; Mitbegründer des Synthetismus und Wegbereiter des Expressionismus, wobei er wichtige Rolle in der Entwicklung der europäischen Malerei spielt.
Paul Gauguin riskiert für seinen Wunsch, Maler zu werden Familie, Gesundheit, das finanziell abgesicherte Leben eines Börsenhändlers. Schon in seinen frühen Jahren ist Gauguins außergewöhnlicher Wunsch angelegt, in die Fremde zu ziehen und das Ursprüngliche zu finden: Seine Eltern wandern nach der Machtergreifung Kaiser Napoleons III. nach Peru aus, von wo er erst 1855 zurückkehrt. Nach einer Ausbildung zum Matrosen in der Handelsmarine lässt er sich 1871 im Bankhaus Bertin anstellen. Während er erfolgreich an der Börse spekuliert, beginnt er in der Freizeit zu malen und zu zeichnen. Hochzeit, Geburt seiner 5 Kinder, Bekanntschaft mit Camille Pissarro und ein Erweckungserlebnis in der Impressionisten-Ausstellung folgen Mitte der 1870er Jahre rasch aufeinander.
Die Trennung von Frau und Kindern 1885, die ein beschauliches Leben in Kopenhagen dem Risiko einer Malerkarriere vorziehen, markiert einen Bruch in seiner Biografie. Schon im Jahr davor hat er ein neues koloristisches Konzept und die Vereinfachung der Natureindrücke vorangetrieben sowie einen formbetonenden Pinselstrich erprobt. Noch beschäftigt er sich mit Landschaftsmalerei, in denen Menschen hauptsächlich als kleine Staffagefigur auftreten, um die Größe und Schönheit der Natur zu huldigen. Dennoch empfindet Gauguin die Verselbständigung des Farbauftrags quasi um seiner selbst willen als hohl und verachtete daher die Shootingstars der letzten Impressionisten-Ausstellung, die Pointillisten und Divisionisten. Am besten lässt sich das aus seiner Aussage über Claude Monets Gemälde der 1880er Jahre ableiten, die er zugunsten von Cézannes Entwicklung zurückweist:
Ich habe die Monets aus Italien gesehen: Sie sind von der Ausführung her erstaunlich, und teilweise ist das ihr Fehler; ich muss gestehen, dass sie mir total missfallen, vor allem als Weg. Abgesehen davon habe ich bei Tanguy vier stark bearbeitete Cézanne aus Pontoise gesehen, das sind Meisterwerke und sie stellen hauptsächlich reine Kunst dar, die anzuschauen man nicht müde wird.
Der ehemalige Bankier und Vertreter des Kapitalismus wandelt sich zum meditierenden Mystiker, überzeugt, dass das Ziel seiner Malerei sei, „alles Glauben, passives Leiden, religiösen primitiven Stil und die große Natur mit ihrem Schrei“ auszudrücken. Fernab der Zivilisation will Gauguin seine Kunst „im primitiven und wilden Zustand pflegen“. Aufenthalte auf Martinique und in Tahiti bis 1893 bereiten das „Exil“ des Malers ab 1894 vor. 1895 bis 1901 lebt er erneut in Tahiti und von 1901 bis 1903 auf den Marquesas-Inseln. Insgesamt verbringt er 10 Jahre auf pazifischen Inseln. Die Zivilisation ist für Gauguin mit einer rigiden Sexualmoral verbunden, der er genauso zu entfliehen hofft, wie er die Schönheit der Tropen schätzt und die Exotik der Eingeborenen sucht. Ihre reiche Götterwelt, die Mythen der Insulaner ziehen ihn bald in ihren Bann und lösen christliche Symbole ab. Die heilige Scheu vor göttlichen Wesen, auf die das Wort Tabu (mit polynesischem Ursprung) hinweist, und die Religion der sinnlichen Liebe werden wichtige Inspirationen seines reifen Werks. Der bislang nur selten verwendete Akt wird in der südlichen Hemisphäre zu einem der wichtigsten Themen, begleitet von Stillleben und Landschaften. Wie mannigfaltige Evas im Paradies oder Aphroditen im Elysium wirken die meist unbewegten Frauen. Die Bildtitel verweisen auf Zwischenmenschliches, das die ausdruckslosen Gesichter selten widerspiegeln. Einzig die Augen bleiben lebendig und schaffen immer wieder Bezüge zwischen den Dargestellten.
Erst 1900 ermöglicht ihm ein Vertrag mit dem Kunsthändler Vollard, von seiner Kunst zu leben. Davor arbeitet er als Zeichner für das Grundbuchamt von Papeete, gründet eine satirische Monatsschrift und schreibt für eine Zeitung. Auf der Suche nach neuer Inspiration und einem günstigeren Leben übersiedelt Gauguin im September 1901 auf die Marquesas-Insel Hiva Oa, rund 1500 Kilometer östlich von Tahiti, wo er verstirbt.
Stillleben mit dem Profil Charles Lavals



Nikolai Nikolajewitsch Ge 1831 - 1894 russischer Maler des Realismus
Russischer Adliger, Großvater französischer Herkunft (ursprüngl. Name de Gay). 1847 Studium an der Universität Kiew, 1848 Universität Sankt Petersburg.1850 bis 1857 studierte er an der Petersburger Kunstakademie. Mit Stipendium 1857 Italien, wo er die nächsten 12 Jahre mit dem Ziel verbringt, Werke der Antike und Renaissance an Ort und Stelle zu studieren. 1863 Berufung zum Professor. Gründungsmitglied und Teilnehmer an den Ausstellungen der Peredwischniki.
Enger Freund des von Lew Tolstoi, von dessen religiösen und philosophischen Ansichten er sich angezogen fühlt. Ab 1876 lebt Ge auf seinem Anwesen in der Ukraine, um Tolstois Ruf nach einem einfachen und bäuerlichen Leben zu folgen. Während dieser Zeit malt er, entgegen seiner vorherigen Praxis von historischen Gemälden und Porträts, vorrangig Bilder mit Themen der Evangelien. Trotz hitziger Diskussionen bei der Vorstellung dieser seiner neuen Bilder, gewinnt er auch durch diese Werke Anerkennung.
Selbstportät



Artemisia Gentileschi 1593-1654 italienische Malerin des Barock, gilt als bedeutendste Malerin ihrer Epoche
Tochter des Malers Orazio Gentileschi. Durch den Tod ihrer Mutter 1605 Halbwaise. Artemisia steht oft Modell für ihren Vater, der auch frühzeitig ihr Talent erkennt und sie in Malerei unterrichtet.
Obwohl Artemisia außerhalb ihres Elternhauses als Künstlerin nicht in Erscheinung zu treten darf, hat sie des öfteren Gelegenheit, sich mit anderen Künstlern auszutauschen, die als Freunde ihren Vater besuchen. Einer von ihnen ist Agostino Tasse, bekannt als lo smargiasso (der Prahlhans). Als er Artemisia etwas über die perspektivische Darstellung lehrt, nutzt er die Abwesenheit seines Freundes und vergewaltigt die Tochter, die seine vielen Annäherungsversuche immer abgelehnt hat. Um ihre Ehre zu retten willigt die junge Artemisia ein, Tassis Frau zu werden. Der will und kann die Ehe mit seinem Opfer jedoch nicht eingehen, er ist bereits verheiratet.
Ein Jahr nach dem Verbrechen zeigt Artemisias Vater den Täter schließlich an, was zu einem langen und für Artemisia schmerzvollen Prozess führt. 7 Monate dauert es, bis das Gericht Tassi verurteilt. Bis dahin muss Artemisia so Einiges ertragen: Bezweiflung ihrer Schilderung, demütigende Untersuchungen und sogar Folter.
Nach dem Prozess verheiratet sie ihr Vaters mit dem ihr unbekannten toskanischen Maler Pierantonio Stiattesi. Sie geht mit ihm nach Florenz, einerseits froh, die Stadt Rom mit all den bösen Erinnerungen hinter sich lassen zu können. Aber auch, um sich von ihrem Vater zu entfernen, der inzwischen seine Freundschaft zu Agostino Tassi wieder hat aufleben lassen.
In der Hauptstadt der Toskana wird Artemisia schließlich als Künstlerin bekannt, auch wenn der Klatsch über den Vergewaltigungsprozess immer überwiegt, er hat ihren Ruf für immer beschädigt. Artemisia lebt bis 1621 in Florenz, sie nutzte die Zeit intensiv und macht viele interessante Bekanntschaften, darunter Galileo Galilei. Zudem wird ihr als erste Frau überhaupt die Ehre zuteil, an der dortigen Accademia di Disegno aufgenommen zu werden.
Der Schuldenberg ihres Mannes und ein auf eine außerehelichen Beziehung folgender Skandal lassen Artemisia nach Rom zurückkehren, das ihr Vater im Jahr zuvor mit Ziel Genua verlassen hat. Sie siedelt nach Venedig über, wo sie bis 1630 bleibt. Artemisia Gentileschi teilt das Schicksal vieler Künstlerlinnen. Auch bei Frida Kahlo, Margaret Keane oder Joan Mitchell dauerte es lange, bis ihre Arbeit anerkannt wird. Im Fall Artemisia Gentileschi geht es jedoch nicht um Jahrzehnte, wir sprechen von Jahrhunderten. Im 18. und 19. Jahrhundert ist ihr Werk völlig in Vergessenheit geraten. Erst ein Artikel des Kunsthistorikers Roberto Longhi im Jahr 1916 holte es zurück in das Bewusstsein der Menschen. Viele internationale Ausstellungen zeigen Artemisias Gemälde, ihre Popularität findet in den 1970er und 1980er Jahren ihren Höhepunkt.
Die National Gallery in London erwirbt vor kurzem ein Selbstportrait für 3,6 Mill. GBP!
Salome mit dem Kopf Johannes des Täufers



Théodore Géricault 1791 - 1824 französischer Maler, Bildhauer, Zeichner und Lithograf, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Romantik
Geboren Rouen als Sohn eines Rechtsanwalts und Tabak-Fabrikanten, um 1796 siedelt Familie nach Paris über.
Berühmt durch das Bild von 1819 "Le Radeau de la Méduse". Stirbt an den Folgen eines Reitunfalls jung. Louis Aragon stellt Géricault im Roman "Die Karwoche" als Musketier Ludwig XVIII. dar, der ihn 1814 bei seiner Flucht aus Berlin begleitet. Peter Weiss bespricht Géricaults Bild "Das Floß der Medusa" ausführlich in "Die Ästhetik des Widerstands". 2017 veröffentlicht der österreichische Autor Franzobel den Roman "Das Floß der Medusa", der die Geschichte um die Tragödie erzählt. Die Geschichte sei nichts "für frankophile, Rotwein trinkende, Käse degustierende Modefuzzis", heißt es zu Beginn. "Gut, die Sache liegt mittlerweile mehr als zweihundert Jahre zurück. Wir können es uns also bequem machen und uns versichern, wir sind anders, bei uns kommt so was nicht vor. Doch ist das wirklich so?"
Das Floß der Medusa



Alberto Giacometti 1901 - 1966 Schweizer Bildhauer, Maler und Grafiker der Moderne, einer der bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts.
Geboren in Borgonovo/Schweiz als erstes von 4 Kindern des post-impressionistischen Malers Giovanni Giacometti. Umzug nach Stampa, dessen nebenstehende Scheune Giametti zum Atelier ausbau. Neben der Muttersprache Italienisch spricht Alberto Giacometti Deutsch, Französisch und Englisch. 1914 erste Skulpturen. 1919 Genf Kunststudium, 1921 Studienreise durch Italien. 1922 Paris, erste Ausstellung im Salon des Tuileries.
Seit 1928 Bekanntschaften mit Künstlern und Schriftstellern, wie zum Beispiel Louis Aragon, Alexander Calder, Jean Cocteau, Max Ernst, Michel Leiris, Joan Miró und Jacques Prévert. 1934 mit Paul Éluard Trauzeuge und Man Ray Fotograf bei der Hochzeit Bretons mit der Malerin Jacqueline Lamba. 1938 einen schweren Verkehrsunfall, bei dem ihn betrunkene verletzt – seitdem Gehfehler, benötigt Krücken und Stock.
Bei Kriegsausbruch vergräbt er die Miniaturskulpturen in seinem Atelier – kurz vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht. 1942 bis 1945 Genf, dann wieder Paris, lebt mit langjährigen Freundin Isabel zusammen, die ihn aber bald verlässt. Zieht 1946 mit Annette Arm zusammen, die er 1949 heiratete. Erfolgreiche erste Einzelausstellung 1948. 1951 Besuch bei Pablo Picasso, Streit, langjährige Freundschaft beendet.
Genet schreibt 1957 Buch über Giacometti. Picasso: "Das beste Buch, das ich je über einen Künstler gelesen habe."
1959 Die Bekanntschaft mit der 21-jährigen Prostituierten Caroline, Affäre bis zu seinem Tod. Belastung für Annette und Diego Giacometti. Caroline bleibt wichtiges Modell.
Stirbt in Chur an einer Perikarditis als Folge einer chronischen Bronchitis.
Caroline



Giotto di Bondone 1267 oder 1276 - 1337 geannt Giotto, italienischer Maler, Baumeister, Dichter - entscheidender Wegbereiter der italienischen Renaissance (Rinascimento).
Sohn eines Schmieds in Florenz. Legende: Giotto sei als armer Junge in Vespignano im Mugello (in der Nähe von Florenz) aufgewachsen und vom Maler Cimabue beim Zeichnen seiner Schafe auf einem Stein entdeckt worden, während er sie hütete. Dabei habe er so naturgetreu gezeichnet, dass darüber selbst erfahrene Künstler staunten.
Papst Benedikt XI. holt ihn 1303 nach Rom, wo er über zehn Jahre lang tätig ist; auch König Robert von Neapel nimmt ihn in seine Dienste. Wird als Architekt und Bildhauer berühmt, als Schöngeist und Dichter bekannt. Cennino Cennini bewundert ihn als Überwinder der „maniera greca/byzantina“ und preist seine technischen Fertigkeiten. Giotto zählte zu den Honoratioren, er besitzt Immobilien in Florenz und in Rom. Nach 1320 Florenz, wo er wirtschaftlich blühende Werkstatt unterhält. 1334 leitender Baumeister am Dom von Florenz, dessen Campanile seinen Namen trägt (obwohl die Nachfolger von seinen Plänen erheblich abweichen).
Boccaccio im Decamerone (6. Tag) und Dante Alighieri in der Göttlichen Komödie erwähnen ihn, er ist mit beiden befreundet. Petrarca besitzt eine Jungfrau mit Kind Giottos und ist überzeugt, jeder Kunstkenner müsse von ihr hingerissen sein. Auch Michelangelo lässt sich von Giottos „Himmelfahrt des heiligen Johannes“ in Santa Croce in Florenz anregen.
Anekdote: Giotto malt eines Tages auf ein Kunstwerk seines Meisters Cimabue eine kleine Fliege, die so täuschend echt aussieht, dass Cimabue mehrmals versucht, sie fortzuscheuchen, ehe er die Illusion erkennt. Die Fliege wird zum Symbol künstlerischen Fortschritts. Hegel: "Giotto nun war es, der sich auf das Gegenwärtige und Wirkliche hin ausrichtete... das Weltliche gewinnt Platz und Ausbreitung, wie denn auch Giotto im Sinne seiner Zeit dem Burlesken neben dem Pathetischen eine Stelle einräumte".
Giottos Hauptwerk (und am besten erhalten) ist wohl der große Freskenzyklus in der Scrovegni-Kapelle in Padua.
Die Leistung Giottos ist in seiner Zeit einzigartig; erst zwei Generationen später können Künstler der Frührenaissance wie Andrea Orcagna, Altichiero da Zevio oder Masaccio an die von ihm angestoßene Entwicklung anknüpfen. Nach einer der vielen Legenden hat er einem Abgesandten des Papstes, der eine Arbeitsprobe haben wollte, nichts anderes gezeigt als einen aus der freien Hand gezeichneten Kreis, den man mit dem Zirkel nicht besser hätte anfertigen können („Giottos O“).
Freskenzyklus in der Scrovegni-Kapelle



Hermann Gradl 1883 - 1964 deutscher Maler, Zeichner und Illustrator, Hochschullehrer, Hitlers Lieblingsmaler
Geboren als 2. Sohn des Juristen Bezirksamtmanns des Kreises Marktheidenfeld. Der frühe Tod seiner Frau 1891 veranlasst den Vater, die Söhne in die Obhut seiner Schwester nach Dillingen a. d. Donau zu geben. 1901 Münchner Kunstgewerbeschule, 1907 dort Lehrer. 1910 Umzug nach Nürnberg, Heirat, 1909 Sohn. Arbeitet als Landschaftsmaler. Illustration Raabe-Trilogie und Gastav Freytag-Bücher.
Bis 1927 200 Ölstudien und Zeichnungen vom Rhein, 1926 Professor. Unrerliegt im Gegensatz zu vielen Malern moderner Stilrichtungen, deren Werke als „entartet“ abqualifiziert werden, keinen Einschränkungen. Malstil und Werke erlebten sogar erst jetzt den großen Durchbruch, da sie genau dem im NS-Reich propagierten Kunststil entsprechen, der sich am Naturalismus des 19. Jahrhunderts orientiert und funktionalistisch der weltanschaulichen Vermittlung dienstbar gemacht wird. Die Moderne wird ebenso vehement wie in der Architektur nicht nur abgelehnt, sondern inquisitorisch aus dem öffentlichen Kunstleben verbannt.
Bei einem seiner vielen Aufenthalte in Nürnberg fallen Hitler 1937 mehrere Gemälde von Gradl auf. Hitler ist sofort von den Bildern eingenommen und äußerte: „Wer solche Bilder malt, der muss ein anständiger Kerl sein!“
„ ... erwartete den Führer vor meiner Tür. Oberbürgermeister Liebel stellte mich vor, ein durchbohrender Blick prüfte mich. Der Führer betrat das Atelier, mit recht gemischten Gefühlen begleitete ich ihn. Alle Bilder, die herumhingen und -standen wurden genau betrachtet, kein Wort gesprochen. Die Herren seiner Begleitung standen in respektvoller Entfernung, eine peinliche Ruhe. Der Führer setzt sich auf meinen Diwan und schaut immer noch im Atelier herum. Ich stehe allein ihm gegenüber am Fenster. Plötzlich steht er auf, geht auf mich zu, ich bin ganz erschrocken, so wild sieht er aus, und sagt: Ich werde die bolschewistische Kunst vernichten und zwar in ganz kurzer Zeit, darauf können sie sich verlassen, mein lieber Professor.“
Hitler wählt acht von Gradls Werken für die Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München aus. Bis 1943 ist Gradl auf allen dortigen Kunstausstellungen vertreten.
" ... Ich hatte das unverdiente Glück, die höchste Auszeichnung, die sich ein deutscher Mann denken und erhoffen kann, zu erleben: Vom Führer empfangen zu werden, einige Stunden neben dem Führer verleben zu dürfen. Dieses herrlichste u. unvergessliche Erlebnis, diesen Höhepunkt meines Lebens, verdanke ich Ihrem Wohlwollen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister. Meinen Dank hierfür glaube ich auch in Ihrem Sinne am besten dadurch zum Ausdruck zu bringen, indem ich mit aller Kraft mein ganzes Können dazu verwende, das von unserem Führer geschaffene, wundervolle dritte Reich u. insbesondere unsere fränkische Heimat im Bilde zu verherrlichen, um es dem deutschen Volke noch näher zu bringen. Heil dem Führer!“
Nach der öffentlichen Anerkennung durch Hitler:
"Meine Widersacher ließen mich jetzt in Ruhe, ich wurde nicht mehr belästigt, im Gegenteil, all die Herren, die mich vorher recht überheblich und schlecht behandelt hatten, suchten nun meine Freundschaft … Durch das Eingreifen des Führers wurde ich … zum meistgezeigten Künstler, (und) viele der hohen Herren von Partei und Staat wollten jetzt plötzlich einen Gradl haben, denn der Führer hatte wiederholt geäußert, dass ich weitaus der beste deutsche Landschafter sei!“
Für den so geadelten Gradl interessiert sich jetzt eine neue Käuferschicht aus der nationalsozialistischen Führungsriege, so dass er Bilder an Spitzenfunktionäre wie Speer und Goebbels verkaufen kann. Seine bisherigen Jahreseinkünfte neben seinem Gehalt verdoppeln sich gegenüber den Vorjahren.
1946: „Bis 1937 kauften meine Bilder reiche Kaufleute, Industrielle und hohe Beamte, von 1937–1945 waren die Käufer meiner Bilder in der Hauptsache die inzwischen reich gewordenen Nationalsozialisten und jetzt kaufen wieder wohlhabende Kaufleute, Industrielle, hohe Beamte und amerikanische Offiziere meine deutschen Landschaften; also immer diejenigen, die gerade wirtschaftlich am stärksten sind.“
Obwohl als Landschaftsmaler bislang nur im Klein- und Mittelformat hervorgetreten, erhält er von Hitler den Auftrag, sechs Monumentalgemälde für den Speisesaal der Neuen Reichskanzlei in Berlin zu fertigen. Hitler, der Gradl nicht nur als bedeutendsten deutschen Landschafter bezeichnete, sondern auch zu den „zwölf unverzichtbaren Künstlern des Dritten Reiches“, lädt ihn zu seinem 50. Geburtstag nach Berlin ein. Am 23. Mai 1939 erhält er für die bestellten Bilder, die den riesigen 48 m langen, 10,50 m breiten und 5 m hohen Speisesaal zieren sollen, eine Abschlagszahlung von 70.000 Reichsmark. Die Gemälde sollten mit den Bezeichnungen „Hochgebirge“, „Bächlein“, „Seenlandschaft“, „Flaches Land“ und „Flusslandschaft“ die „typischen Erscheinungsformen des deutschen Landes in seinen Bindungen aus Natur und Kultur, aus seinen verschiedenartigen Formationen als Land der deutschen Heimat“ repräsentieren. Als der Staat die Landschaftsbilder am 10. Mai 1941 schließlich erwirbt, erhielt Gradl den Rest des Honorars von insgesamt 120.000 Reichsmark. Ob die Bilder tatsächlich alle gefertigt wurden und wo sie ggf. geblieben sind, ist unbekannt. Hitler selbst kauft ebenfalls das Ölgemälde „Mainlandschaft“ für 23.000 Reichsmark.
Gradl bezieht 1939 in Nürnberg ein eigenes Haus mit Atelier und wird Direktor der Staatsschule, 1940 umgewandelt in die „Akademie der Bildenden Künste in der Stadt der Reichsparteitage Nürnberg“.
Bei der Entnazifizierung wird Gradl als Mitläufer eingestuft und zu einer Geldstrafe von 2.000 Reichsmark verurteilt.
Ebenso unverblümt wie sich Gradl dem nationalsozialistischen Kunstbetrieb dienstbar machte, stellt er seine Rolle im „Dritten Reich“ als völlig unpolitisch und selbstverständlich dar. Sämtliche Funktionen und Ehrungen seien ihm mehr oder weniger aufgedrängt worden. An seinem Malstil habe er nicht das Geringste geändert. Diese Auffassung geht in die öffentliche Bewertung seines Werkes nach dem Krieg ein. Seine Bilder sind nun wieder aus ihrer Funktionalisierung entlassen und somit gleichsam politisch neutralisiert. Übrig bleiben für den unbedarften Betrachter harmlose Landschafts- und Genrebilder. So nahm die Beliebtheit Gradl keinen Schaden, wie nicht zuletzt die Nachfrage nach seinen Bildern zeigt.
In Gradls Geburtsort wird 1946 dessen Ehrenbürgerschaft aus dem Jahr 1943 mit der Begründung bestätigt, dass diese ausschließlich dem Künstler Gradl gegolten habe, politische Aspekte hätten keine Rolle gespielt.
Störer der unkritischen und verkürzten Gradl-Rezeption in seiner Heimatstadt ist der Schriftsteller Peter Roos. In mehreren Veröffentlichungen und vor allen in seinem „Roman einer Krankheit“ mit dem Untertitel „Hitler lieben“ von 1998 rückt er dem offiziellen Gradl-Bild zu Leibe. An seinem 81. Geburtstag verstirbt er in Nürnberg an Herzschlag.
Landschaft am Main







George Grosz (Georg Ehrenfried Groß) 1893 - 1959 deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker, Karikaturist.
Als Sohn eines Gastwirts in Berlin geboren. 1898 zieht Familie nach Stolp/Pommern. 1900 Tod, 1902 Mutter bewirtschaftet Offizierskasino. Schon als Kind kopiert er Zeichnungen aus Illustrierten und liest mit Begeisterung Abenteuer- und Detektivgeschichten. In der Autobiografie schildert er die schikanösen und gewalttätigen Zustände an der Schule. Nachdem er sich bei einem Referendar mit einer Ohrfeige revanchiert, muss er die Schule verlassen.
An der Königlich Sächsischen Kunstgewerbeschule in Dresden lernt er nach eigenen Aussagen nichts Sinnvolles. „Unsere Hauptarbeit war die Wiedergabe von Gipsabgüssen in Originalgröße.“ Bekanntschaft mit Otto Dix.
Diplomabschluss. 1912 Berlin Studium an der Kunstgewerbeschule mit einem Staatsstipendium. Grosz besucht Ausstellungen, Rummelplätze und andere Vergnügungsstätten, wo er Skizzen anfertigt. 1913 Paris, Unterricht im Aktzeichnen.
1914 freiwillig Infanterist, 1915 als dienstuntauglich entlassen. „Krieg war für mich Grauen, Verstümmelung und Vernichtung.“ Als strikter Kriegsgegner will er, wie sein Freund, der Künstler John Heartfield, vormals Helmut Herzfeld, keinen deutschen Namen mehr tragen. Daher nennt er sich seit 1916 George Grosz. Durch die Wahl eines englischen Namens will er ein Zeichen gegen die patriotisch aufgeheizte anti-englische Stimmung im Kaiserreich setzen; hinzu kommt eine gewisse Amerika-Begeisterung. In dieser Zeit viele kritische Kriegsszenen.
„Ich zeichnete Soldaten ohne Nase, Kriegskrüppel mit krebsartigen Stahlarmen ... Einen Obersten, der mit aufgeknöpfter Hose eine dicke Krankenschwester umarmt. Einen Lazarettgehilfen, der aus einem Eimer allerlei menschliche Körperteile in eine Grube schüttet. Ein Skelett in Rekrutenmontur, das auf Militärtauglichkeit untersucht wird.“
Bezeichnet sich als „moderner Schlachtenmaler“. Kontakt mit Kunstmäzenen, darunter Harry Graf Kessler und später Felix Weil. Selbstkritisch, "das Kunstwerk sei zur Ware geworden, und er habe 1916 vorübergehend die Rolle eines strebsamen Künstlers gegenüber dem Mäzen gespielt, sich schmeichlerisch angebiedert, je nachdem, was die jeweilige Person sehen und hören wollte."
1917 eingezogen. Soll als Deserteur erschossen werden, nur durch die Intervention von Harry Graf Kessler gerettet. Nervenheilanstalt, als „dienstunbrauchbar“ entlassen. Berlin, 1917 frühes Hauptwerk „Metropolis“ ab.
1919 Mitglied der KPD. Künstler hätten die Aufgabe, sich am Kampf für die Freiheit zu beteiligen. Er ist Mitbegründer von vier politisch radikalen Zeitschriften, zeichnet für den Simplicissimus (1926 bis 1932). Er beschränkt sich dabei nie auf eine rein parteipolitische Satire. Neben den ausdrücklich politischen Arbeiten zeichnet er weiterhin spätdadaistische und (nur) gesellschaftskritische Illustrationen. Darunter ragen besonders die Lithographien – Zeichnungen, Vignetten, Initialen und Vorsatzblätter – zu Alphonse Daudets "Die wundersamen Abenteuer des Tartarin von Tarascon" heraus. Auch viele andere literarische Werke illustriert er, u. a. zu Heinrich Mann, Walter Mehring und Upton Sinclair.
1920 Heirat mit Eva Louise Peter, sie ziehen nach Wilmersdorf, wo er bis Januar 1933 mit seiner Familie wohnt. 4 Söhne. 1922 5-monatige Reise mit Maxim Gorki in die Sowjetunion, bei der er auch eine Audienz bei Lenin hat und Trotzki besucht. Unter diesen Reiseeindrücken tritt er aus der KPD aus, da er jede Form von Obrigkeitsstaatlichkeit und Diktatur ablehnt und die ökonomischen Bedingungen für die breiten Massen des Volkes kritisiert, bleibt aber seinen Anschauungen treu.
1924 bis 1925 und 1927 Frankreichreisen. Bis 1930 etliche Bühnenbilder für Berliner Bühnen, darunter das Proletarische Theater von Erwin Piscator, die Volksbühne und das Deutsche Theater. 1930 Bühnenbilder und Figurinen für Erstaufführung Arnold Zweigs Bühnenstück 'Der Streit um den Sergeanten Grischa'.
Dem Typ des »Staffeleibildmalers« stellt Georg Grosz frühzeitig den des journalistischen Tageszeichners gegenüber, den er als zeitgemäßer und moderner empfindet. Er veröffentlicht von 1917 bis 1928 sechs Grafik-Mappen, einen Sammelband mit originalgrafischem Anspruch und illustriert zahlreiche Bücher.
Grosz bestheht in der Weimarer Zeit zahlreiche zermürbende Gerichtsprozesse. 1921 für die "Mappe Gott mit uns" wegen „Beleidigung der Reichswehr“ zur Geldstrafe verurteilt. Hauptmann der Reichswehr hat die Anzeige erstattet, weil er die Dada-Ausstellung im Allgemeinen und besonders die Mappe von Georg Grosz als systematische Hetze und verabscheuungswürdige Verunglimpfung empfunden hat.
1923 Verfahren wegen „Angriffs auf die öffentliche Moral“ nach § 184 StGB, dem Unzuchtsparagrafen. Sieben Farb- und 27 Schwarz-Weiß-Abbildungen aus dem Werk Ecce Homo wurden im April beschlagnahmt. 1924 Georg Grosz, Wieland Herzfelde und Julian Gumperz zu Geldstrafe verurteilt. Ausschlaggebend für die Richter: „das Schamgefühl des normal empfindenden Menschen“.
Von 1927 bis 1932 5 gerichtliche Vwerfahren, u.a. Anklage wegen Gotteslästerung. Juni bis Oktober 1932 Lehrauftrag für die Art Students League of New York. Entschließt sich, Deutschland endgültig zu verlassen- Erwirbt 1952 Haus in New York und schafft etwa 280 Gemälde.
Metropolis







Matthias Grünewald ca. 1480 - ca. 1530, bedeutender Maler und Grafiker der Renaissance
Forschungsmeinungen zum Namen sind geteilt. Einmal Mathis Gothart-Nithart oder Mathis Nithart-Gothart gleichgesetzt, zum anderen als dessen Zeitgenosse angesehen. Im ersten Fall soll er um 1475/1480 in Würzburg geboren und am 31. August 1528 in Halle an der Saale gestorben sein; im zweiten vermutet man seinen Geburtsort in der Nähe von Aschaffenburg und nimmt 1531/32 als Todeszeitpunkt an.
Die Versuchung des Einsiedlers Antonius in seiner Einsiedelei



Eduard Theodor Ritter von Grützner 1846 - 1925, deutscher Genremaler
Als siebentes und jüngstes Kind einer nicht gerade begüterten Bauernfamilie geboren. Der Ortspfarrer erkennt früh Eduards Talent und Neigung zur Malerei. Schon als Hüterbub zeichnet er auf allem, was ihm in die Hände fällt. Der Verwalter eines gräflichen Landsitzes aus der Nachbarschaft besorgt ihm Papier und freut sich, wenn der Junge neben den unzähligen Tier- und Menschendarstellungen einen Dorfbewohner mit seinen Eigenschaften treffend zeichnet. 1865 Akademie München. 1870 eigenes Atelier in München. Rasch folgt ein Bild dem anderen.
Grützner ist ein leidenschaftlicher und großer Sammler. 1874 Heirat mit Barbara Link, 1 Tochter. 1883 lässt sich Grützner Villa am Praterbergl erbauen. 1884 – nach zehn Jahren glücklicher Ehe – stirbt Frau Barbara. 1888 Verlobung mit Anna Wirthmann, Tochter des Münchener Stadtkommandanten, 1 Sohn. 1899 Scheidung, die 17 Jahre jüngere Frau verließ ihn wegen eines Wiener Sängers. In hohem Alter sucht er Trost in der chinesischen Philosophie und beginnt Japanisch zu lernen. Manchmal fügt er seinen Bildern eine Buddhafigur oder eine chinesische Vase hinzu.
Falstaff



Hendra Gunawan 1918 - 1983, einer der bekanntesten indonesischen Maler, Dichter und Bildhauer
Geboren in einfachen Verhältnissen in Bandung auf Java, kämpft gegen die niederländische Kolonialherrschaft als Guerillakämpfer, später als Aktivist gegen die Regierung, die ihn 1965 bis 1978 inhaftiert. Mit 21 entschließt er sich, künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Seine Werke auf dem asiatischen Kunstmarkt hoch gehandelt, selten außerhalb Asiens angeboten.
Diponegoro, im Krieg verundet



Franz Hals 1580/1585 - 1661, niederländischer Maler
Zählt zu den bedeutendsten Porträtmalern.
Sohn eines Antwerpener Tuchhändlers, der Maler Dirck Hals ist sein jüngerer Bruder (* Haarlem 1591). 1610 nimmt ihn die örtliche Malergilde von Haarlem auf. Im selben Jahr Heirat Anneke Harmensdochter. 1611 Geburt ersten Sohns, 1615 stirbt seine Frau nach Geburt des zweiten Sohnes. 1617 Heirat Lysbeth Reyniers, die ihm noch 8 weitere Kinder schenkt, er hat 10, 5 werden Maler.
Nach dem Tod Rubens 1640 und van Dycks 1641 ist Hals wichtigster Porträtmaler in den Niederlanden. Große Menge von Einzelporträts, auch von René Descartes (1648). Hals reicht an Rubens, Rembrandt oder Vermeer heran.
Das Porträt der Familie Campen



Johann Christian Heinrich Hanson 1790 - 1863 deutscher Maler
Wächst in Altonaer Waisenhaus auf, Ausbildung als Weber und dann Maler. Zieht nach Stralsund, wo er sich durch seine Gemälde bekannt macht. Zeichenlehrer in Celle, Wanderleben als Clown in Zirkus. Danach malt er wieder, wandert über Wien, von dort gemeinsam mit dem Maler Johan Bravo weiter nach Rom. Hier malt er gegen Bezahlung Bilder für begüterte Stipendiaten, die diese als Beleg ihres eigenen künstlerischen Schaffens in die Heimat schicken. Gleichzeitig bildet er sich autodidaktisch fort, findet Anschluss an einige Nazarener. Nach Besuchen in Neapel und Mailand 1833 - 1845 in München, wo er eigentliche Blütezeit hat, malte u. a. für Kronprinz Maximilian das Agnes-Zimmer auf Schloss Hohenschwangau aus. 1845 Kärnten, wo er im Stift St. Paul großflächige Gemälde schafft. Danach wieder Italien, von wo er 1848 mit schwerem Augenleiden nach Altona zurückkehrt und erblindet in armseligen Verhältnissen stirbt.
Sohn
Elfen mit Blütengirlande



Erich Heckel 1883 - 1970 deutscher Maler und Grafiker des Expressionismus.
Sohn eines Eisenbahnbauingenieurs, Architekturstudium in Dresden, Autodidakt zu Maler und Grafiker.
1905 gründet er mit Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl in Dresden die Künstlergruppe "Die Brücke", zu der später Max Pechstein, für kurze Zeit auch Emil Nolde und ab 1911 Otto Mueller hinzustoßen. Gemeinsame rege Ausstellungstätigkeit. 1907 bis 1910 lange mit Schmidt-Rottluff in Dangast; 1909 Italien. Dresden zeitweise enge Ateliergemeinschaft mit Kirchner. 1909 bis 1911 mit Kirchner, gelegentlich auch Pechstein, sowie den Freundinnen und Modellen sommerliche Aufenthalte an den Moritzburger Teichen bei Dresden. 1911 mit Tänzerin Sidi Riha in Prerow.
1911 Berlin, wo sich die moderne Kunst in Deutschland konzentriert. 1912 Begegnungen und Freundschaften mit anderen Künstlern wie Lyonel Feininger, Franz Marc und August Macke. 1913 erste Einzelausstellung, nach Beginn 1.Weltkrieg lässt er sich zum Krankenpfleger ausbilden. Sanitätsdienst in Flandern, meist in Ostende, wo er Max Beckmann und James Ensor begegnet. 1919 kauft er in Osterholz kleines Bauernhaus. Ab 1920 alljährliche Arbeitsreisen mit reicher Aquarellausbeute: Alpen, Südfrankreich (1926, 1929), Italien, zahlreiche deutsche Landschaften und in den frühen 1940er-Jahren beispielsweise Kärnten. 1931 große Heckel-Retrospektive in Chemnitz. Unterschreibt „Aufruf der Kulturschaffenden“. 1937 Ausstellungsverbot. 729 Arbeiten aus Museen beschlagnahmt und entfernt. 1944 Atelier in Berlin durch Bomben zerstört.
1944 Zuflucht in Hemmenhofen am Bodensee, wo er das direkt am See gelegene Sommerhaus eines Architekten bezieht und bis zum Lebensende bleibt. 1949 bis 1955 Lehrauftrag an der Akademie in Karlsruhe. 1954 bis 1965 regelmäßig im Oberengadin, an den norddeutschen Küsten, vor allem auf Sylt. Zum 70. und 80. Geburtstags große Retrospektiven.
Flusslandschaft mit Brücke und Zug



Johann Salomon Hegi 1814 - 1896 Schweizer Landschafts- und Genremaler, Zeichner, Karikaturist
Studiert ab 1838 an der Königlichen Akademie der Künste in München, mit Gottfried Keller befreundet, der dort von 1840 bis 1842 Malerei studiert. 1849 bis 1860 Mexiko, meist in Veracruz, Zeichnungen und Aquarelle aus dem Alltag der mexikanischen Provinz. Danach Zürich, 1877 Illustration der Novelle von Gottfried Keller "Der Landvogt von Greifensee".
Kathedrale von Mexiko-Stadt



Rudolf Hellgrewe 1860 - 1935 Landschaftsmaler, Reiseliteraturillustrator, wohl bekanntester Kolonialmaler
Berliner "Maler märkischer Seen und Sonnenuntergänge", große Popularität. Der Erfolg verleitet ihn – um der steten Nachfrage gerecht zu werden – zu fast identischen Wiederholungen seiner Motive. 1903 Deutsches Kolonialhaus, geht auf ihn zurück, der Innenausstattung durch kolonial-inspirierte Deckengemälde bereichert. 1887 Heirat Anna Lagatz, 3 Kinder
Kilimandscharo



Ferdinand Hodler 1853 - 1918 Schweizer Maler des Symbolismus und Jugendstils
Im Käfigturm geboren wächst er in ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater, ein Schreiner, stirbt 1860 mit 31 Jahren an Tuberkulose. Die Mutter, in 2. Ehe mit einem Dekorationsmaler verheiratet, stirbt 1867 an Tbc und lässt 6 Kinder zurück, von denen Ferdinand das älteste ist. In den folgenden Jahren sterben nach und nach alle seine Geschwister, alle an Tuberkulose. 1865 hat Ferdinand Hodler als 12-Jähriger die Werkstatt des alkoholkranken Stiefvaters übernommen und ernährt die Familie.
In Thun 1868 Lehre als Ansichtenmaler. Mit 18 geht er Ende 1871 nach Genf, malt Firmenschilder und kopiert Bilder im Musée Rath. In den folgenden Jahren studiert Hodler die alten Meister und orientierte sich an den grossen Künstlern seiner Zeit, so etwa an Camille Corot und Gustave Courbet. 1878/1879 Spanienreise, wo er sich u. a. mit den Werken von Velázquez, Tizian, Raffael, Rubens und Ribera auseinandersetzt. 1881 arbeitete er mit anderen Schülern am Bourbaki-Panorama des Historienmalers Edouard Castres.
1897 gewinnt Hodler Wettbewerb zur Ausschmückung der Waffenhalle des Schweizerischen Landesmuseums. Seine Entwürfe führen zum grössten Kunststreit, den es bis zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz gegeben hat, da der Direktor des Landesmuseums, seine Entwürfe boykottiert. Die Standhaftigkeit Hodlers sowie die tatkräftige Unterstützung nationaler und internationaler Kunstliebhaber führten in dieser und zahlreichen ähnlich gelagerten Auseinandersetzungen um den Sinn und die Rolle der Kunst zum Durchbruch.
189 Heirat mit Berthe Jacques, Ehe ebenso wie die erste kinderlos.
1908 wird Valentine Godé-Darel seine Geliebte, sie erkrankte 1913 kurz nach der Geburt der Tochter an Krebs. Ihren Weg durch Krankheit und Siechtum bis in den Tod hält Hodler in zahlreichen Gemälden und Zeichnungen fest. Tochter Pauline von Hodlers Ehefrau Berthe aufgezogen und später von Hodler adoptiert, sie tritt später selbst als Malerin in Erscheinung.
Hodler führt ein erbittertes Ringen darum, die Welt, wie sie ist, zu verstehen und sein eigenes Weltbild in der Kunst auszudrücken. Kompromisslose Wahrheitsliebe gegenüber der Natur und der menschlichen Schönheit war sein Ziel. „Ich setze die Wahrheit über die Schönheit – ich kann nicht anders“, schreibt er 1883 an einen Musikerkollegen. Beginnend mit dem Bildnis "Die Nacht" schafft Hodler mehrere Werke, die in diesem Sinne Signale und Wirkungen seiner Auseinandersetzung mit Natur, Schönheit und geschichtlichen Werten sind. Hodlers späte, expressionistisch anmutende einfache Landschaftsgemälde machen ihn auch zu einem der bedeutendsten Maler der Alpenlandschaft.
1916 Professur an der Ecole des Beaux-Arts in Genf. 2007 erzielt "Der Genfersee von Saint-Prex aus" mit 10,9 Millionen Schweizer Franken bei einer Auktion von Sotheby’s den höchsten Preis, den ein Gemälde eines Schweizer Malers je erreichte.
Ein mutiges Weib



Adolf Hölzel 1853 - 1934 bedeutender deutscher Maler, früher Protagonist der Abstraktion, Wegbereiter der Moderne
Sohn des Verlegers Eduard Hölzel, ab Mai 1868 3-jährige Ausbildung als Schriftsetzer in Gotha, privater Zeichenunterricht. 1871 mit Eltern nach Wien. Ab 1872 Studium der Malerei an der Wiener Akademie Malerei, ab 1876 in München an der Kunstakademie. 1882 Heirat mit Karoline Emilie von Karlowa, 1 Sohn, leben Rothenburg ob der Tauber und München. Gründet mit Ludwig Dill und Arthur Langhammer die „Dachauer Malschule“ (auch: „Neu-Dachau“), erster Vertreter der Künstlerkolonie Dachau, wo er bis 1905 lebt. Seine neuartige Unterrichtsmethode zieht junge Künstler aus dem In- und Ausland an.
Gründet auch Münchner und Wiener Secession. Im „Hölzel-Kreis“ versammeln sich Schüler und Anhänger. Stirbt in Stuttgart, wo er Professor war. Der große Erfolg bleibt ihm versagt. Kurz vor seinem Tod: "Ich möchte, daß durch meinen Tod kein Mensch belästigt werde. Ich weiß ja doch, wie wenige Menschen sich für mein künstlerisches Wollen und dadurch für mich interessiert haben."
Vorstudie Der Gekreuzigte



Karl (Carl) Hofer 1878 - 1955 deutscher Maler des Expressionismus bzw. des expressiven Realismus
4 Wochen nach seiner Geburt stirbt der Vater, Militärmusiker, ab 1879 bei zwei Großtanten, 1884–1892 Waisenhaus. Buchhändlerlehre.
1897 Studium der Malerei Kunstakademie Karlsruhe. 1899 Paris. 1901 Meisterschüler bei Thoma und Leopold von Kalckreuth an der Kgl. Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. 1903 Heirat mit Mathilde Scheinberger in Wien, Jüdin, evangelisch. 3 Söhne. Stipendium ermöglicht Übersiedlung nach Rom. 1908 bis 1913 Paris, ab 1913 Berlin.
Ab 1905 regelmäßig in Ausstellungen, 1908 in „Berliner Secession“ vertreten. 1910 und 1911 Indien. 1914 in Frankreich interniert, Mathilde und Söhne dürfen nach Deutschland, Hofer 1917 in die Schweiz. 1919 kehrt Hofer zur Familie nach Berlin zurück. 1921 Professor Vereinigte Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. Zwischen Kunstströmungen der 1920er vertritt Hofer eigenen Stil, in der Kunstwissenschaft später als „Magischer Realismus“ bezeichnet.
Beziehung zu Modell Elisabeth Schmidt, 1926 kurzes Liebesverhältnis mit Ruth Wenger. Seit 1927 Karl und Mathilde getrennt, bleiben aber verheiratet.
In der Nazizeit Hofers Gesamtwerk als „entartet“ verfemt. 1933 auf Plakat gemeinsam mit Oskar Schlemmer und weiteren Lehrern der Berliner Kunsthochschule als „Vertreter des zersetzenden liberalistisch-marxistisch-jüdischen Ungeistes“ diffamiert. 1934 entlassen. In der Deutschen Allgemeinen Zeitung argumentiert er, dass neben dem Militär kein Bereich der Gesellschaft so „judenfrei“ gewesen wäre wie die Kunst, versucht also, auf die Nazideologie einzugehen. 1937 mit 8 Werken in der NS-Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ in München vertreten. Heinz Lederer (Reichskammer der bildenden Künste) 1938:
"durch experimentelle Umstellung auf modische Gegebenheiten von einer ursprünglich brauchbaren Mittelbegabung zu einer der gefährlichsten Systemzeit-Kunstgrößen entwickelt. Insbesondere sind zahlreiche jüngere Künstler durch Hofer als Lehrer und als Vorbild in solchem Maße verwirrt worden, daß die Auswirkungen seines Schaffens und Wirkens als geradezu verheerend angesehen werden müssen"
1938 Scheidung, Heirat mit der „arischen“ Elisabeth Schmidt, Berufsverbot aufgehoben. Mathilde Hofer deportiert und im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. 1947 Sohn Carlino bei Versuch, zwei Einbrecher in einem Schuhgeschäft zu stellen, von Tätern getötet.
1955 öffentlich ausgetragener Streit zwischen Hofer und Kunstkritiker Will Grohmann über Figuration und Abstraktion. Hofer stirbt während der Auseinandersetzung an Folgen eines Schlaganfalls.
Die Gefangenen



Ludwig von Hofmann 1861 - 1945 Maler, Grafiker und Gestalter.
Sohn des preußischen Staatsmanns Karl Hofmann, 1872 bis 1876 Ministerpräsident des Großherzogtums Hessen, Handelsminister im Kabinett Bismarck, 1882 geadelt. Seine Onkels: Rudolf und Heinrich Ferdinand Hofmann. Studium Akademie der bildenden Künste in Dresden, Karlsruhe, Paris.
1890 freischaffender Künstler in Berlin tätig, gehört zur „Gruppe der Elf“ (mit Max Klinger, Max Liebermann u. a.) 1894 bis 1900 Reisen, meist in Rom und in seiner Villa bei Fiesole. Ab 1895 zahlreiche Illustrationen zur einflussreichsten deutschen Zeitschrift des Jugendstils „Pan“. 1899 Heirat mit Eleonore Kekulé von Stradonitz.
1945 stirbt er in Pillnitz.
Weiblicher Halbakt



Hans Holbein d. J. 1497 - 1543 deutscher Maler. Er zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Malern. Sein wohl bekanntestes Werk ist das Gemälde Die Gesandten, überwiegend malt er Porträts bedeutender Persönlichkeiten, wie etwa vom englischen König Heinrich VIII.
Er entstammt bedeutender Künstlerfamilie, seit dem 13. Jahrhundert in Ravensburg ansässig. Vater Hans Holbein d. Ä. wirkt vor allem in Augsburg. 1519 Heirat mit der vier Jahre älteren Elsbeth Binsenstock, Witwe eines Basler Gerbers. 4 Kinder, die beiden ersten Kinder im Bild von 1528. 1526 bis 1528 England. 1532 endgültig England. Bekanntschaft mit Thomas Morus, der ihn König Heinrich VIII. vorstellt. 1536 Hofmaler des Königs.
"Seine Zuneigung zu ihm ging bis zur Schwäche. Als sich ein Lord einmal über eine Beleidigung des Malers beim König beschwerte, antwortete der König: ‚Wisset, daß ich aus sieben Bauern in einer Minute sieben Lords, wie ihr es seid machen kann, daß ich aber aus sieben Lords von Eurem Schlage nicht einen einzigen Holbein machen kann."
Holbein stirbt an der in London grassierenden Pest.
Die Gesandten



Winslow Homer1836 - 1910 US-amerikanischer Zeichner und Maler
Winslows Vater, Mitbesitzer eines Eisenwaren-Geschäfts, verkauft, als 1849 Gold in Kalifornien entdeckt wird, seinen Firmenanteil und begibt sich auf den Weg nach Kalifornien. In Boston belädt er das Schiff, das via Kap Horn nach San Francisco segelt. Er selbst nimmt den kürzeren Weg über Panama. Das Unternehmen ist erfolglos. Winslow , der Zweitgeborene von 3 Söhnen zieht mit 5 mit Familie 1842 nach Cambridge, wo er aufwächst.
Winslow beginnt früh mit Zeichnen. 1855 geht er bei einem Lithografen in die Lehre, wo er hauptsächlich Notenblätter verziert, seine größte Arbeit sind Porträts des gesamten Senats von Massachusetts. ür die nächsten 17 Jahre ist Haupt-Einnahmequelle der Verkauf von Zeichnungen an die wöchentlich erscheinenden Illustrierten, wie Harper's Weekly, Frank Leslie's Illustrated Weekly Newspaper oder Appleton's Journal.
1859 New York City National Academy School 1859–60, 1861 Abraham Lincolns festgehalten. Im Amerikanischen Bürgerkriegs bewegt er zwischen den Fronten. 1867 Paris, Lieblingsmotiv einsame weibliche Figur. 1874 Keene Valley, Künstlerkolonie. Mit Unterbrechungen kommt Homer über 38 Jahre lang in die Adirondacks, zum Jagen, Fischen und Malen. 1881 England auf seiner zweiten und letzten Reise ins Ausland. London, Cullercoats (Fischerdorf in der Nähe von Tynemouth an der Nordsee) bis November 1882. 1883 Atlantic City (New Jersey) auf, als er die Seenotretter beobachten kann. Homer stirbt mit 72 Jahren nach Schlaganfall.
The Life Line



Tora Vega Holmström 1880 - 1967 schwedische Malerin
Geboren als Tochter des Rektors einer Volkshochschule in Tottarp/Südschweden. 5 Geschwister. 1896 Zeichenstudium in der Gipsklasse der Akademie in Kopenhagen, dem sich von 1897 bis 1898 Anatomiestudium am Anatomischen Institut in Lund anschließt. 1900 bis 1902 Valand Kunstschule Göteborg. 1903 1 Jahr in Deutschland bei Adolf Hölzel an dessen „Dachauer Malschule“ Unterricht. Befreundet mit Hanna Larsdotter, der Besitzerin von Schloss Borgeby, die oft Künstler und Schriftsteller zu Gast hat, darunter Rainer Maria Rilke, mit dem Holmström später langjährig in Briefwechsel steht.
Holmström erkennt, dass es schwer ist, Familie und Künstlerberuf zu kombinieren. Will nie heiraten oder Kinder haben. 1907 Auslandsreise nach Paris. Besuch Privatsammlung von Henri Matisse, trifft Rilke, zu der Zeit bei Auguste Rodin als Sekretär, betreibt Studien an der Académie Colarossi. Weitere Studienreisen nach Frankreich, u. a. nach Marseille, Italien, Algerien und Finnland. Auch Adolf Hölzel besucht sie in Dachau und später in Stuttgart mehrmals zwischen 1922 und 1933.
Über Jahrzehnte spärliches Nomadenleben. Häufig muss sie Freunde und Familie um Unterkunft oder Atelier bitten. Bis zum 60 Lebensjahr keine feste Adresse. Sie stirbt in Lund mit fast 87.
Mademoiselle Leah



Edward Hopper 1882 - 1967, Maler des Amerikanischen Realismus, gilt als Chronist der US-amerikanischen Zivilisation
Englisch-niederländisch-walisischer Abstammung, zweites Kind eines kleinen Textil- und Kurzwarenladeninhabers. Da er das Segeln liebt, zieht er Karriere als Marinearchitekt in Betracht. Edward Hoppers Interesse an der amerikanischen Architektur beginnt bereits in der Kindheit und hält während seiner gesamten Karriere an.
1900 - 1906 Studium an der New York School of Art and Design Illustration und Malerei. Neben der intensiven Beschäftigung mit deutscher, französischer und russischer Literatur bieten ihm besonders Velázquez, Francisco de Goya, Courbet und Édouard Manet wichtige Orientierungspunkte. 1905 - 1910 bereist er Europa (Paris, London, Brüssel, Amsterdam, Haarlem, Berlin, Madrid, Toledo).
Ab 1905 für 16 Jahre Illustrator für Werbeagenturen, von seiner Malerei kann er bis zu seinem 42. Lebensjahr nicht leben. Zeitlebens trägt er einen Zettel in seiner Jackentasche mit dem Goethezitat: "Sieh Lieber, was doch alles Schreibens Anfang und Ende ist, die Reproduktion der Welt um mich, durch die innere Welt, die alles packt, verbindet, neuschafft, knetet und in eigner Form, Manier, wieder hinstellt, das bleibt ewig Geheimnis, Gott sei Dank, das auch ich nicht offenbaren will den Gaffern und Schwätzern.“ 1924 Heirat mit Malerin und Schauspielerin Josephine Verstille Nivison (genannt „Jo“), sie gibt eigene Malerei auf und ist Lieblingsmodell, das Hopper am häufigsten malt.
1923 erste kommerzielle Einzelausstellung. 1950 erste große Retrospektive in New York, Boston und Detroit. 1960 wendet sich Hopper ausdrücklich gegen die Vorherrschaft der abstrakten Kunst in der Malerei. 1966 malt er sich und seine Ehefrau als Schauspieler, die sich gerade von ihrem Publikum verabschieden, 1967 stirbt er in seinem New Yorker Atelier, das er seit 1913 bewohnte.
Wim Wenders übrigens hat Hoppers Werke als Vorlage und Inspiration für Filme genutzt, so etwa in 'The Million Dollar Hotel' von 2000 das Bild The Morning Sun von 1952. Wenders sagte einmal, jedes von Hoppers Bildern könne der Beginn eines neuen Kapitels in einem großen Film über Amerika sein.
Ground swell



Karl Hubbuch 1891 - 1979 deutscher Maler, Lithograf, Kunstprofessor
Sohn eines Telegraphenbeamten. 1908 bis 1912 Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Studium Schule des Museums der angewandten Künste in Berlin. 1914 - 1918 freiwilliger Militärdienst als Artillerist. 1922 Studium Preußische Akademie der feinen Künste in Berlin. 1924 unterrichtet er Lithographie an der Akademie in Karlsruhe, 1928 - 1933 Professor, alljährlich Studienreisen nach Frankreich. Gibt 1930 die kritische Künstlerzeitschrift "Zakpo" heraus. Die Nazis machen ihm Vorwurf der entarteten Kunst, Malverbot. Uhrenmaler.
Nach dem Krieg bis 1957 Professor an der Akademie in Karlsruhe. Reisen nach Holland und Italien. 1970 erblindet.
Lissy im Café



Jean-Auguste-Dominique Ingres 1780 - 1867 französischer Maler, einer der bedeutendsten Vertreter der offiziellen Kunst im Frankreich des 19. Jahrhunderts
Geboren in der südfranzösischen Stadt Montauban als ältestes von sieben Geschwistern. Sein Vater Jean-Marie-Joseph Ingres ist Maler, Bildhauer, Miniaturist, Architekt und Stuckateur. Jean-Auguste-Dominique urteilt äußerst positiv über den Vater, ssterllt fest, dass er, hätte er die Möglichkeiten gehabt, die er seinem Sohn bot, der wichtigste Künstler seiner Zeit in Frankreich hätte werden können. Ingres malt mit 10 in der Werkstatt seines Vaters Porträts, kopiert Gemälde und zeichnet nach Gipsabgüssen antiker Skulpturen. Neben zeichnerischer und malerischer Ausbildung erhält Ingres auch Musikunterricht beim Vater und erlernt Geigenspielen. 1791 mit 11 Studium an der Kunstakademie in Toulouse.
1797 Paris Studium bei Jacques-Louis David, Rom-Stipendium.
1803 erster Regierungsauftrag: Porträt Bonaparte als erster Konsul. 1806 Rom an der Französischen Akademie in der Villa Medici an.
Als sein Stipendium 1810 endet, bleibt der dennoch in Italien. 1813 Heirat mit Madeleine Chapelle. Neapel, Porträts von der königlichen Familie. Kind des Ehepaars stirbt bei der Geburt, Paar bleibt kinderlos. 1820 Umzug nach Florenz. Rückkehr nach Paris. Ab 1824 Staatsaufräge , 1825 Kreuz der Ehrenlegion. Eröffnet Kunstschule. 1829 an der Ecole des Beaux-Arts. 1835 Rom, Leitung der Akademie übernahm. 1842 Aufnahme in den preußischen Orden pour le merite . Rückkehr nach Paris, Frau stirbt. 1852 2. Heirat mit Delphine Ramel (30 Jahre jünger!).
Weltausstellung 1855 in Paris: umfassende Retrospektive seines Werkes. Stirbt in Paris in seiner Wohnung.
Philibert Rivière



Ipuki altägyptischer Bildhauer der 18. Dynastie
Sohn des Senetjer, während der Regentschaften der Pharaonen von Thutmosis IV. bis Amenophis III. tätig (1397 bis 1351/50 v. Chr.) Sein Grab teilt er sich mit Bildhauer Nebamun, mit dem er wohl auch zusammenarbeitete. Wahrscheinlich heiratete Nebamun Ipukis Witwe und konnte somit auch dessen Grab mitnutzen.
Frau des Ipuki/Tischler



Erik (Eero) Nikolai Järnefelt 1863 - 1937 finnischer Maler des Realismus
Geboren in Viipuri (heute Wyborg/Russland), als Sohn des finnischen Generals und Provinz-Gouverneurs Alexander Järnefelt. Er hat 6 Geschwister (Arvid Järnefelt Schriftsteller, Armas Järnefelt Kompionist, Schwester Aino Järnefelt Frau von Jean Sibelius).
Järnefelt studiert 1883 bis 1885 an der Kunstakademie St. Petersburg unter seinem Onkel Mikhail Klodt, dessen Liebe zu Himmel und Wolken ihn stark beeinflussen. 1886 zu weiteren Studien nach Paris, 1889 nach Keuruu, wo er die Schauspielerin Saimi kennenlernt und 1890 heiratet. 1892 Koli in Nordkarelien, ein Ort, der seine Arbeit tiefgreifend beeinflusst. Koli ist beliebtes Ziel für Künstler, die sich für Kalevala und Karelianismus interessieren. Die hügelige Region um Koli wird beliebtes Thema für Järnefelt.
Studienreisen 1894 Italien und 1899 Krim.
1901 baut er sein Haus „Suviranta“ (Sommerstrand) in der Künstlerkolonie Tuusulanjärvi , wo er bis 1917 lebt, dann Helsinki. Von 1902 bis 1928 lehrt er Zeichnung an der Universität Helsinki . 1912 Professor und Vorsitzender der „Finnish Academy of Fine Arts“. Seine letzte große Arbeit ist ein Altarbild für die Kirche in Raahe . Järnefelt illustriert mehrere Ausgaben des Schriftstellers Juhani Aho.
Sohn Heikki



Sven Jonson 1902 - 1981 schwedischer surrealistischer Maler
Er wächst in einer Seemannsfamilie in Söndrum bei Halmstad auf. Malerlehrling, strebt Handwerkerkaririere an, interessiert sich aber für Kunst, beginnt 1922 künstlerisch zu malen, studiert 1925 an der Wilhelmson-Malschule in Stockholm. 1926 gehen Jonson und Thorén nach Paris, können nichts verdienen, 1927 Rückkehr, eröffnen in Modern Reklam, Malschule mit Atelier. Wird Zentrum für Künstler in Halmstad. Jonson malt eine kubistische Serie mit Sportmotiven.
Der Sonnenuntergang



Frida Kahlo de Rivera (oer Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón) 1907 - 1954 mexikanische Malerin, zählt zu den bedeutendsten Vertretern einer volkstümlichen Entfaltung des Surrealismus, wobei ihr Werk bisweilen Elemente der Neuen Sachlichkeit zeigt.
Fridas Vater entstammt einer bürgerlichen Familie aus Pforzheim. Frida Kahlo behauptet, die väterliche Familie sei ungarisch-jüdischer Abstammung gewesen. Eine neuere Biografie belegt jedoch, dass der Vater einer lutherisch-deutschen Familie mit Wurzeln in Pforzheim und Frankfurt entstammt. Frida Kahlos Geburtshaus, die sogenannte Casa Azul in Coyoacán, 1904 von Kahlos Vater erbaut, ist heute ein Künstlermuseum.
Geboren als drittes Kind (sie ändert später ihr Geburtsjahr auf 1910, das Jahr der Mexikanischen Revolution um zu zeigen, dass ihr Leben in ihren Augen mit dem neuen Mexiko begonnen habe. Die Revolution stürzt die Familie in große finanzielle Schwierigkeiten, so dass sie das Haus mit einer Hypothek belasten und einen Teil des französischen Mobiliars verkaufen musste.
Fridas Mutter, Analphabetin, bringt Frida und ihren Schwestern früh das Nähen und Sticken sowie das Erledigen der Hausarbeit bei und besteht auf dem täglichen Besuch der Kirche. Frida und ihre jüngere Schwester Cristina lehnen sich gegen das Weltbild der Mutter auf. Als Frida 7 ist, läuft die ältere Schwester von zu Hause weg, um mit ihrem Freund zu leben. Die Mutter verzeiht ihr das nicht. Die Familie versöhnt sich erst 1927. Fridas Vater, der neben seinem Beruf wenig Zeit mit seinen sechs Töchtern verbringt, erkiest Frida zu seinem Lieblingskind und führte sie bald an die Kunst des Fotografierens heran. Frida lernt von ihm das genaue Beobachten der Natur, das Aufnehmen und Entwickeln von Fotos sowie Techniken des Retouchierens.
Mit 6 erkrankte Frida an Kinderlähmung, durch das lange Krankenlager behält sie ein dünneres und etwas kürzeres rechtes Bein zurück. Trotz des fortan notwendigen Tragens einer Ferseneinlage treibt sie viel Sport (Schwimmen, Radfahren). Ab 1922 besucht sie Kahlo die Escuela Nacional Preparatoria, eine der besten mexikanischen Schulen. 1925 ist Frida Kahlo Opfer eines Busunglücks, bei dem sich eine Stahlstange durch ihr Becken bohrt, so dass sie ihren Alltag fortan immer wieder liegend und in einem Ganzkörpergips oder Stahlkorsett verbringen muss. Zum Zeitvertreib beginnt sie, im Bett zu malen.
1926, mit 19, malt sie ihr erstes Selbstporträt, das "Selbstbildnis mit Samtkleid".
Entgegen allen medizinischen Prognosen lernt Frida wieder gehen, gleichwohl leidet sie ihr ganzes Leben unter den Folgen des schweren Unfalls. Das Malen wurde zum Ausdruck ihrer seelischen und körperlichen Qualen. Infolge des Unfalls kann sie keine Kinder bekommen. Mehrere Fehlgeburten verarbeitet sie in Bildern wie "Meine Geburt"; über den Schmerz hinwegtrösten können sie jedoch nicht.
1929 Heirat mit dem 20 Jahre älteren mexikanischen Maler Diego Rivera, der aufgrund seiner riesigen politisch-revolutionären Wandbilder (Murales) weltberühmt ist. Im selben Jahr schließt ihn die Partido Comunista Mexicano aus, auch Kahlo verlässt die Partei. Frida beklagt die häufige Untreue ihres Gatten, die sie ebenfalls in ihren gefühlsbetonten Bildern verarbeitet. 1939 Scheidung, flüchtet sich in Alkohol, Affären und Malerei. Doch trotz der Schwierigkeiten bleibt Rivera immer ein wichtiger Mann in ihrem Leben. 1940 heiratete sie ihn ein zweites Mal. Gemeinsam mit ihrem Mann zählt sie 1943 zu den ersten Lehrkräften an der „La Esmeralda“.
Erstmals 1953 werden ihre Werke in einer Einzelausstellung in ihrer Heimat gezeigt, eine Anerkennung, die sie sich schon lange gewünscht hat. Zu dieser Zeit bereits ans Bett gefesselt, lässt sie sich darin zur Vernissage tragen. Wenig später Amputation ihres rechten Unterschenkels.
Ein Jahr darauf stirbt sie an einer Lungenembolie. Einige ihrer Freunde schließten Selbstmord nicht aus, da die Malerin schon früher versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen.
Raíces



Aris Kalaizis * 1966 figurativer Maler, deutsch-griechischer Herkunft, der Neuen Leipziger Schule zugerechnet
Wächst als Sohn griechischer Emigranten in Leipzig auf. Seine Eltern kommen 1949 als Kinder infolge des griechischen Bürgerkrieges (1946–1949) nach Leipzig. Nach Lehre Offsetdrucker und Umschulung zum Fotolaboranten 1992 Studium der Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Arno Rink und Neo Rauch
Erste umfassende Einzelschau 2005 Marburger Kunstverein. 2007 Arbeitsstipendium, erste USA-Soloshow in New York. 2011 außergewöhnliche Ausstellung „Der doppelte Blick“ im Schlossmuseum Greiz, wo Kalaizis erstmals vorgefundene historische Räume in zeitgenössischen Kontext stellt.
2014/15 mit "Das Martyrium des Hl. Bartholomäus oder Das doppelte Martyrium" sein bisher größtes Bild.
2018 veröffentlicht er kunsttheoretischen Text, der seine Auffassungen zur Kunst verdeutlicht, für das Museum Angerlehner.
Kalaizis lebt als freischaffender Maler in Leipzig.
Die Schwebende



Angelica Kauffmann 1741 - 1807 bekannte schweizerisch-österreichische Malerin des Klassizismus
Vater Porträt- und Freskenmaler Joseph Johann Kauffmann. 1753 erstes Selbstbildnis. 1760–1762 Mailand, Modena und Parma. 1762 Florenz. 1766 London. Heirat mit angeblichen schwedischen Grafen Frederick de Horn. Heiratsschwindler, verschwindet mit all ihren Ersparnissen. 1768 Ehe für ungültig erklärt. 1781 Heirat mit dem erheblich älteren Venezianer und Maler Antonio Zucchi, der in der Folge als ihr „Manager“ fungiert. Ateliers in Rom und London.
Begräbnis der berühmten Malerin prunkvoller Trauerzug.
Selbstbildnis am Scheideweg zwischen Musik und Malerei



Gottfried Keller 1819 - 1890 Schweizer Dichter, Maler, Politiker
Berlin, um sich zum Theaterschriftsteller auszubilden. Anstelle von Dramen entstehen Romane und Novellen, nach 7 Jahren in Deutschland 1855 Rückkehr nach Zürich, zwar als anerkannter Schriftsteller, doch immer noch mittellos. 1861 Berufung zum Ersten Staatsschreiber des Kantons Zürich. Der Berufung geht Veröffentlichung des 'Fähnlein der sieben Aufrechten' voraus, eine Erzählung, die eine „Zufriedenheit mit den vaterländischen Zuständen“ ausdrückt, zugleich aber bestimmte, mit dem gesellschaftlichen Fortschritt verbundene, Gefahren aufzeigt.
Das politische Amt nimmt ihn 10 Jahre voll in Anspruch. 1876 legt er es nieder, um wieder als freier Schriftsteller tätig zu sein. Er beschließt sein Leben als erfolgreicher Schriftsteller. Seine Lyrik regt Vielzahl von Musikern zur Vertonung an. Mit seinen Novellen Meisterwerke der deutschsprachigen Erzählkunst geschaffen. Schon zu seinen Lebzeiten gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter der Epoche des bürgerlichen Realismus.
Ideale Baumlandschaft



Gerald Kelly PRA 1879 - 1972 britischer Maler, bekannt vor allem durch seine Porträts
Geboren London, Sohn eines Pfarrers, studiert am Eton College und in der Trinity Hall in Cambridge, lebt und studiert Kunst in Paris. Kelly reist viel, Spanien, Amerika, Südafrika und Burma, malt eine Reihe birmanischer Tänzer.
1920 Heirat mit Lilian Ryan, Modell für eine berühmte Serie von Porträts, jeweils mit römischer Zahl (Ausstellungsjahr). 1930 in die Royal Academy gewählt, 1949 - 1954 deren Präsident. Kelly stirbt in Exmouth.
Goerg VI.



Anselm Kiefer * 1945 deutsch-österreichischer Maler und Bildhauer, zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstlern nach dem Zweiten Weltkrieg.
Kunststudium Freiburg. Skandal, als er im Rahmen einer fotografisch dokumentierten Performance an verschiedenen Stätten Europas den Hitlergruß ausführt. Sohn eines Wehrmachtsoffiziers und Kunstpädagogen. 1965 Jura-Studium und Romanistik, abgebrochen, ab 1966 Malerei in Freiburg Karlsruhe. Seit 1970 künstlerischer Austausch mit Joseph Beuys. Ehemaliges Schulhaus in Hornbach als Atelier, Gestaltung des westdeutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig 1980 weiterer Skandal. Kiefer: „In Deutschland wird einfach der löchrige Boden nicht gesehen, auf dem bei mir das Pathos steht.“
Wanderausstellung zwischen 1987 und 1989 durch vier der angesehensten Museen der USA machen ihn weltberühmt. Verlässt 1991 Deutschland. Nepal, Thailand, China, Australien, Mexiko, fotografiert und schreibt, 1993 Frankreich, Ende seiner ersten Ehe. Barjac Atelier auf 35 ha großen Industriegelände. 2008 verlassen, hinterlässt 52 zum Teil sehr große Gebäude. Atelier in Paris. 2014 zweite Ehe mit der österreichischen Fotografin Renate Graf 2014 geschieden; aus der ersten Ehe stammen drei Kinder, aus der zweiten zwei. 2018 österreichische Staatsbürgerschaft.
tönend wie des Kalbs Haut die Erde



Ernst Ludwig Kirchner 1880 - 1938 deutscher Maler und Grafiker, zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus
Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Die Brücke". 1937 brandmarken die Nazis seine Werke als „entartet“, über 600 verkauft oder zerstört, ein Jahr darauf Tod durch Suizid.
Die Mandolinistin 1921






Paul Klee 1879 - 1940, deutscher Maler, Grafiker, Autor
Vielseitiges Werk im Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und Surrealismus, enger Kontakt zur Redaktionsgemeinschaft "Der Blaue Reiter". Dem vor allem als Grafiker tätigen Künstler verhilft 1914 eine gemeinsame Reise mit August Macke und Louis Moilliet nach Tunesien zum Durchbruch als Maler. Neben seinem künstlerischen Werk verfasst er kunsttheoretische Schriften. Gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts.
Im Stil von Kairuan



Gustav Klimt 1862 - 1918 österreichischer Maler, einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils, Gründungspräsident der Wiener Secession.
2. von 7 Kindern eines aus Böhmen stammenden Goldgraveurs, geboren im Wiener Vorort Baumgarten. Brüder Ernst Klimt d. J. und Georg Klimt ebenfalls Künstler.
Mit Stipendium 1876–1883 an der Wiener Kunstgewerbeschule des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie. In den 1880ern mit Bruder Ernst und Franz Matsch Ateliergemeinschaft. 1888/1889 Reisen nach Krakau, Triest, Venedig und München. Ateliergemeinschaft gestaltet Vorhang- und Deckengemälde für die Theater in Reichenberg, Karlsbad und 1885 in Fiume, 1885 Deckengemälde in der Wiener Hermesvilla, 1886–1888 die Deckenfresken im Neubau Burgtheater und 1891/1892 im Kunsthistorischen Museums Wien, Wandgemälde des Schlosses Peles in Rumänien.
Klimt 1897 Mitbegründer der Wiener Secession.
1902 im Wiener Secessionsgebäude Beethovenfries. Die Auseinandersetzungen in der Presse dokumentiert 1902 Hermann Bahr, Freund und Verfechter Klimts, im Buch "Gegen Klimt".
1908 Palais Stoclet Brüssel. 1907–1908 berühmtestes Gemälde "Der Kuss" 1909 Reise nach Paris, Madrid und Toledo, 1914 Brüssel.
1900 bis 1916 vorwiegend am Attersee auf Sommerfrische, wo größter Teil seiner Landschaftsgemälde entsteht.
Klimt pflegt enge Beziehungen zu einigen seiner Auftraggeber, die vornehmlich aus dem assimilierten jüdischen Wiener Großbürgertum stammen. Intime Beziehungen pflegt er insbesondere zu seinen Modellen aus großbürgerlichen Kreisen. Er gilt als für seine Zeit progressiv, weil er in der Sexualität den Frauen eine aktive Rolle zugesteht.
Zu mehreren Frauen intime Beziehungen, zeugt sieben Kinder. Enge Beziehungen auch zu Alma Mahler-Werfel. Emilie Flöge, für deren Modesalon Klimt Entwürfe fertigt, Lebensgefährtin.
1918 Schlaganfall, stirbt an grippöser Lungenentzündung.
Adele-Bloch Bauer 1



Max Klinger 1857 - 1920, Bildhauer, Maler und Grafiker und auch Medailleur
Zweiter Sohn des Seifensieders Heinrich Louis Klinger in Leipzig. Studium Kunstschule Karlsruhe. In dieser Zeit auch als Klavierspieler bekannt. 1875 Königliche Akademie der Künste in Berlin. Künstlerisches Vorbild zu dieser Zeit besonders Adolph Menzel, daneben beschäftigt er sich mit Charles Darwin. 1877 Einjährig-Freiwilliger Dienst in Infanterieregiment.
1888 Rom, 1889 Brüssel und Italien (Neapel, Paestum und Pompeji) 1891 München, erneut Italien. 1893 Leipzig, reist über Wien nach Griechenland und zurück über Süditalien nach Paris. In diesem Jahr entsteht die „Brahmsphantasie“ (Opus XII).
1895 Paris, London, Niederlande und Bonn, neu gebautes Atelier in Leipzig, lässt es zum Präsentationsgebäude ausbauen, um eigene sowie Werke von Böcklin und Zeichnungen von Rodin und Menzel auszustellen. 1897 Professor an der Akademie der graphischen Künste in Leipzig. 1898 lernt Klinger die Schriftstellerin Elsa Asenijeff kennen, die ihm Modell und Lebensgefährtin wird. Reisen nach Wien, Italien und Paris. 1899 Pyrenäen und Griechenland, um Marmor für einige Auftragsarbeiten zu suchen. 1900 trifft er Auguste Rodin in dessen Pariser Atelier. Tochter Desirée geboren, die bei einer Pflegemutter aufwächst.
1903 Erwerb eines Weinbergs mit historischem Weinberghäuschen („Radierhäuschen“) in Großjena bei Naumburg. In Berlin verliert er Prozess wegen Verleumdung gegen den Bildhauer und Maler Ernst Moritz Geyger. 1909 Ausbau des oberen Weinbergshauses in Großjena zu komfortablem Wohnhaus.1915 Bruch mit Elsa Asenijeff.
1919 Schlaganfall, Heirat mit Gertrud Bock, ein paar Monate später stirbt Klinger. Nachlassbetreuer Freund und Bildhauer Johannes Hartmann, der ihm die Totenmaske abnimmt und 2 Jahre später Klingers Witwe heiratet.
Opus XII, Brahms Phantasie



August Kopisch 1799 - 1853 deutscher Erfinder, Landschafts- und Historienmaler, Dichter
Geboren als Sohn eines wohlhabenden Breslauer Kaufmanns. Da er sich seit Kindheit der Malerei verschreibt, verbringt er 1815 bis 1818 auf den Kunstakademien in Dresden und Prag. 1817 in Wien Schüler an der Kunstakademie, studiert 1819 Historienmalerei. Schwankt zwischen Malerei und Poesie, spielt auch Gitarre und Klavier. 1820/21 bei Schlittschuh-Unfall rechte Hand gebrochen. Da die Hand steif bleibt, gibt er Malerei schweren Herzens auf, widmet sich fast nur noch der Literatur.
Zur Heilung der Hand (und weil er sich unglücklich in ein mit ihm verwandtes Mädchen verliebt hat) 1824 längere Italien-Reise. In Rom schnell Anschluss bei den Deutschrömern. 1826 Neapel, wo er August von Platen-Hallermünde kennen lernt, der ihn literarisch beeinflusst. Durch seine Fertigkeit im Schwimmen entdeckt er mit dem Heidelberger Maler Ernst Fries 1826 die Blaue Grotte auf Capri.
Beginnt wieder zu malen, wird in Neapel stadtbekanntes Original, den die Einwohner "Don Augusto Prussiano" nennen. Figur in einer Volkskomödie. Besteigt während eines Ausbruchs 1828 den Vesuv.
1829 Breslau. 1831 mit Carl Ferdinand Langhans Errichtung eines Pleorama des Golfs von Neapel. 1833 Berlin, Anstellung im königlichen Hofmarschallamt, 1840 Professorentitel.
1847 in Potsdam. In den Revolutionsjahren 1848/49 äußerst loyal zum Königshaus. 1852 Heirat mit Marie von Sellin. Schlaganfall, dem er erliegt.
Kopisch übersetzt auch Dantes Göttliche Komödie und italienische Volkslieder ins Deutsche. Bekannt sein Gedicht über die Kölner Heinzelmännchen
Erfinder des sog. „Berliner Schnellofen“, tragbarer, spiritusbetriebenen Ofen zum Erwärmen kleiner Räume, vornehmlich auf Reisen, Patent.
Die Pontinischen Sümpfe bei Sonnenuntergang



Nils Edvard Kreuger 1858 - 1930 schwedischer Maler, Zeichner, Illustrator und Werbegrafiker.
1874 bis 1876 Zeichenklasse der Vorbereitungsschule der Stockholmer Kunstakademie. 1881 bis 1887 Académie Colarossi in Paris, ab 1883 durch Sommeraufenthalte in Holland und Schweden unterbrochen. 1896 übersiedelt er nach Stockholm.
Seit den 1880ern regelmäßige Ausstellungen des schwedischen Künstlerverbandes. In Paris hat sich Kreuger den Impressionisten angeschlossen. Seit 1886 mit Berta Elisabet von Essen verheiratet.
Terrassen vid Rosendal



Kostjantyn Kryschyzkyj 1858 - 1911 ukrainisch-russischer Landschaftsmaler
Schule in Kiew, studiert Malerei an der Kiewer Zeichenschule von Mykola Muraschko. 1877 Studium der Malerei Sankt Petersburger Akademie der Künste, Studium 1884 mit Bestnoten abgeschlossen. Mit seinen Bilder erringt er in wenigen Jahren hohe Ehren.
1884 bis 1906 lehrt er Malerei am Nicholas-Orphan-Zeicheninstitut in Sankt Petersburg. 1887 einer der Gründer der Gesellschaft der russischen Aquarellisten. 1900 Mitglied der russischen Akademie der Künste.
Als er fälschlicherweise von Kritikern des Plagiats beschuldigt wird, begeht er Suizid.
Abendliche Ukraine



Janus Andreas Bartholin la Cour 1837 - 1909 dänischer Landschaftsmaler in der Tradition des Goldenen Zeitalters der dänischen Malerei.
Sohn des Gutsbesitzers und Politikers (Ständedeputierter) Otto August la Cour (1796–1860). Beginnt mit 7–8 Landschaften zu zeichnen. 1853 Privatunterricht, 1857 Königlich Dänische Kunstakademie, 2 Jahre zuvor Debüt. Freundschaft mit dem erfahrenen Landschaftsmaler Skovgaard in Kopenhagen, Mentor bei der künstlerischen Ausbildung dessen dreier Kinder.
1865, 1866 und 1868 Reisestipendien: Frankreich, Italien, Schweiz, erneut Italien. 1888 Titularprofessor. 1884 zieht innerer Rückzug nach Jütland, Gegend von Aarhus, stirbt unverheiratet. Über 870 Werke.
Sømærketræerne ved Moesgård strand



Fernand Léger 1881 - 1955 französischer Maler, Bildhauer, Grafiker, Keramiker und Filmregisseur. Frühwerk dem Kubismus zuzuodnen. Nach dem 2. Weltkrieg verändert sich sein Stil. Légers Spätwerk beeinflusst Maler der Pop Art, etwa Roy Lichtenstein.
1897 – 1899 Architekturlehre in Caen als Architekturzeichner, um 1900 Paris (Stadtteil Montparnasse). Militärdienst (1902–1903) École des Arts Décoratifs, daneben in Architektur-Büro als Retuscheur von Fotografien. Picasso und Georges Braque (als Kubisten) beeinflussen ihn. 1908 Atelier in der Pariser Künstlerkolonie „La Ruche“ – gemeinsam mit Henri Laurens, Marc Chagall, Guillaume Apollinaire u.a.
Nach Kriegseinsatz 1914–1917 und Verwundung – er stirbt beinahe bei einem deutschen Senfgas-Angriff – Beginn seiner „période mécanique“ (mechanische Periode), inspiriert durch die Kriegsmaschinerie; unter anderem dreht er 1924 Experimentalfilm Le ballet mécanique (Das mechanische Ballett). Während des Zweiten Weltkriegs in USA, 1945 wieder Paris. Neben zahlreichen Gemälden vor allem auch monumentale Kunst. Dekoration des UNO-Gebäudes in New York, in Kirchen Mosaiken und Glasfenster.
Gesteht, um Geld zu verdienen, „25 falsche Corots“ gemalt zu haben.
Les Loisirs-Hommage à Louis David



Wilhelm Leibl 1844 - 1900 deutscher Maler des späten 19. Jahrhunderts, Hauptvertreter des Münchner Realismus
Sohn des Domkapellmeisters in Köln. 1861 verlässt er Gymnasium, Schlosserlehre, die er nach wenigen Wochen abbricht. Atelier des Kölner Malers Hermann Becker. Erste kleinformatige Porträts, Stillleben und Zeichnungen. 1863 Antikenklasse der Münchner Akademie.
1889 mit Theodor Alt, Johann Sperl und Rudolf Hirth du Frênes gemeinsames Atelier in München, wo sich bis 1873 der sog. "Leibl-Kreis" ausbildet. Im selben Jahr Begegnung mit Gustave Courbet statt, der ihn zu einem Studienaufenthalt in Paris anregt. Dort kommt Leibl mit den neueren französischen Tendenzen in Berührung, die vorübergehend in einer lockeren Malweise und zurückhaltender Stofflichkeit zum Ausdruck gelangen. In Paris lernt er auch die Frankfurter Künstler Scholderer und Eysen kennen, die in der Folge zu seinem Kreis gerechnet werden. 1870 kommen Hans Thoma, 1871 Carl Schuch und Wilhelm Trübner hinzu, die Leibl nach Bernried am Starnberger See einladen. Dieses Zusammensein im Sommer 1871 darf als eigentliche Geburtsstunde des "Leibl-Kreises" gelten. Nach seiner Rückkehr nach München siedelt der Künstler zunächst nach Graßlfing bei Dachau über, später zieht es Leibl nach Unterschondorf (1875-77), Berbling (1878-81), Bad Aibling (1881-92) und schließlich nach Kutterling (1892-1900). Seit 1878 lebt der Malerkollege Johann Sperl bei ihm. Beide schaffen einige Bilder zusammen, wobei Sperl die Landschaft und Leibl die Figuren malt. Wilhelm Leibls künstlerische Begabung und Bedeutung ist verwurzelt in seinem kompromisslos an der Realität orientierten Menschenbild. Er hat sich fast ausschließlich dem Bildnis gewidmet und in diesem Zusammenhang auch einige mehrfigurige Kompositionen geschaffen. Wilhelm Leibl ist die Zentralfigur einer der wichtigsten Künstlerkreise Münchens, einer der Hauptmeister der gesamten Münchner Schule der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Das ungleiche Paar



Leonardo da Vinci 1452 - 1519 italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph, berühmtester Universalgelehrter aller Zeiten.
Sohn eines Notars und vermutlich arabischer Sklavin. Vater viermal verheiratet, hatte von den beiden letzten Frauen 9 Söhne und 2 Töchter, Leonardo nimmt er als leiblichen Sohn an. Jugend in Florenz, schon frühes Interesse an Musik, Zeichnen und Modellieren. 1470 - 77 bei Verrocchio in der Lehre, einer der bedeutendsten Bildhauer in Florenz, auch Maler und Goldschmied. Weitere 10 Jahre Florenz, Zusammenarbeit mit Botticelli und Perugino. 1476 Anklage wegen "Sodomie" (Begriff auch für Homosexualität), soll mit 17-jährigem Prostituierten Kontakt gepflegt haben, Freispruch.
Mailand: Leonardo führender Künstler und Organisator von Hofzeremonien und Festivitäten. Nach Pestepidemie Pläne für verbesserte sanitäre Prinzipien; organisiert erste Müllabfuhr mit Booten. Gleichzeitig Studien in Geometrie, Statik und Dynamik, menschlicher Anatomie sowie den Phänomenen von Licht und Schatten, Entwurf des Sforza-Reitermonument. Intensive Studien über die Bewegung und die Anatomie von Pferden und über Kunst bzw. Wissenschaft der Bronzebearbeitung und Gießtechnik. Reiterstandbild größte Bronzestatue der damaligen Zeit. Monate mit mathematischen und physikalischen Forschungen in den Bibliotheken und unter den Gelehrten von Pavia.
In den 1480er Jahren intensiv mit kriegstechnischen Aufgaben befasst.
Wanderjahre 1499 - 1512: Florenz, bereist als oberster Ingenieur einen großen Teil Mittelitaliens, lernt Machiavelli kennen, Rom, Florenz.
1503 - 06 Mona Lisa. Französischer Hofmaler, 1512 - 1519 Rom im Dienst des Vatikans. Leidet an Krankheiten, der Hektik und den Intrigen im Vatikan. Die zwei letzten Jahre im Schloss Clos Lucé in Amboise, ihm überlassen, zusammen mit einer großzügigen Pension.
Mona Lisa



Herbert Lespinasse 1884 - 1972. In Frankreich ansässiger amerikanischer Kupferstecher und Maler
Geboren Stamford/Connecticut, wahrscheinlich französischer Herkunft, 1902 Paris, lernt 1908 Juan Gris kennen, der ihn in den Kubismus einführt. Im selben Jahr zum ersten Mal Porträt ausgestellt. 1903 Grand Tour Italien (Toscana, Rom, Neapel, Paestum) zusammen mit Charles Dufresne.
Der wohlhabende Herbert Lespinasse siedelt sich als einer der ersten Künstler im kleinen Hafenort Saint-Tropez an, wo sein Haus zum Zentrum der Pariser Bohème avanciert. Picasso und seine Geliebte nutzen es als Aufenthaltsort, wie auch viele andere Künstler und Intellektuelle, die im 1. Weltkrieg aus der französischen Hauptstadt flüchten. Die 27jährige Französin Gabrielle Depeyre hat Affäre mit Pablo Picasso ab Herbst 1915, als Picassos Gefährtin Eva Gouel schwer an Tuberkulose erkrankt.
Gabrielle nimmt den Namen Lespinasse bereits vor der Heirat an, die 1917 (sie lehnt den Heiratsantrag Picassos ab) in Saint-Tropez stattfindet.
Mehrere hundert Holzstiche. Die Kritiker der Zeit begrüßen seine Technik mit Begeisterung. Der einzige Amerikaner, der die Deportation durch die Deutschen 1944 aus Toulouse ins KZ Buchenwald überlebt. Obwohl amerikanischer Staatsangehörigkeit erklären die Franzosen ihn wegen seines Namens zum Franzosen und er trägt das rote Dreieck der politischen Deportierten mit dem Buchstaben "F".
Le Lac



Isaak Lewitan 1860 - 1900 einer der bedeutendsten russischen Maler des Realismus, sein einflussreiches Werk mehr als 1.000 Gemälde
Geboren als Sohn verarmter jüdischer Eltern, Vater Lehrer für Fremdsprachen in Privathäusern und andere Arbeiten. Ende der 1860er zieht Familie nach Moskau, wo Lewitan 1873 sich an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur, an der sein älterer Bruder Awel (Adolf) bereits seit zwei Jahren lernt, einschreibt. Als Auszeichnung für seine schnellen Fortschritte erhält er eine Schachtel mit Farben und zwei Dutzend Pinsel.
1875 Tod der Mutter, 1877 des Vaters. Lewitan kann mit Stipendium weiterhin auf der Schule bleiben. Wohnt gelegentlich bei Freunden, manche Nacht in der Schule, wohl die schwerste Zeit in seinem Leben. 1879 Massendeportationen von Juden aus den zaristischen Großstädten, er muss Moskau verlassen, darf aber bald wieder zurückkehren. Seit 1884 Teilnahme an Wanderausstellung, den „Peredwischniki“. Bekanntschaft mit Schriftsteller Anton Tschechow, der sein engster Freund wird. Lewitan ist oft Gast Tschechows und offenbar in seine Schwester Maria Tschechowa verliebt.
Lewitan malt mit ganz wenigen Ausnahmen nur nichturbane Landschaften. Der mit einem einzigartigen tiefen Gefühl für die stille Größe und den lyrischen Charme der russischen Natur begabte Künstler fängt die Stimmung der Landschaft auf. Dieser Begriff, der die teils spirituelle Wirkung der Natur auf die menschliche Psyche ausdrücken soll und zum Ende des 19. Jahrhunderts in Russland sehr populär ist, wird für Lewitans Werk maßgebend.
1889 Atelier vom Kuntsammler Sergei Timofejewitsch Morosow in Moskau, wo der Künstler bis zu seinem Lebensende arbeitet.
1897, bereits weltbekannt, schweres Herzleiden. Zu seinen Bewunderern in Deutschland gehört Rainer Maria Rilke. Konstantin Paustowski widmet ihm die Erzählung "Isaak Lewitan".
Herbsttag in Sokolniki



Rudolf Levy 1875 - 1944 deutscher Maler des Expressionismus
Er stammt aus einer orthodox-jüdischen Familie, die sich seinem Wunsch, Künstler zu werden, widersetzt. Die Familie übersiedelt von Stettin nach Danzig, wo Rudolf seine Kindheit und Jugend verbringt. 1890 bis 1892 erlernt er zunächst den in den Augen des Vaters anständigen Beruf des Kunstschreiners, 1895 Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.
1897 geht er zusammen mit Hans Purrmann nach München, um Kunstmaler zu werden. Levy ist Mittelpunkt der Künstlervereinigung Sturmfackel, die sich im Schwabinger Café Stefanie traf; Alfred Kubin, Albert Weisgerber, Walter Bondy, Alexander von Salzmann, Gino von Finetti, Ernst Stern u. a. gehörten hierzu. Mit Albert Weisgerber ist er eng befreundet.
1903 Paris, mit Hans Purrmann und Walter Bondy Begründer des Kreises deutschsprachiger Künstler, die im „Café du Dôme“ ihr Hauptquartier haben. Ab 1907 studiert Levy Malerei im damals neu gegründeten Schüler-Atelier bei Matisse.
1910 bis 1913 Reisen nach Tunis und regelmäßig nach Südfrankreich. Als Freiwilliger kämpft er in Frankreich, im Artois und in Flandern, 1915 Eisernes Kreuz. 1919 Deutschland zurück, vorwiegend Stillleben, daneben auch Porträts und Landschaften. 1919 Heirat mit Fotografin und Schauspielerin Eugenie Schindler (Künstlername Genia Morelli).
1921 lässt er sich in Berlin nieder. Erste Einzelausstellung. Von Kunstkritikern Lob und Anerkennung. In den 1920ern zunehmend Erfolge und zahlreiche Ausstellungen In- und Ausland.
1924 bis 1926 Paris, während der Sommeraufenthalte in Sanary-sur-Mer zahlreiche Landschaften. 1927 wieder Berlin. Zu Freundeskreis zählen Erika und Klaus Mann, Gustaf Gründgens, Erik Charell, Salomo Friedlaender, Renée Sintenis, Joachim Ringelnatz und Ernst Stern. 1929 private Malschule am Kurfürstendamm.
Als Jude verlässt er 1933 Deutschland. Reist über Rapallo, Paris nach Mallorca. 1936 New York, 1937 Zaton (Dubrovnik) und 1938 Ischia. Erhält finanzielle Unterstützung von seiner Familie, auch von seiner inzwischen geschiedenen Frau Genia. Bei Kriegsausbruch 1939 auf Procida. Muss 1939 Italien verlassen. 1940 Florenz, malt wieder. 1943 mit Purrmann und Friedrich Kriegbaum nach Saltino-Vallombrosa bei Florenz. 1943 täuschen ihn als Kunsthändler getarnte SS-Leute, unter dem Vorwand, sie wollten seine Bilder kaufen, und locken ihn in die Falle. Arglos kehrt er in seine alte Wohnung zurück, wo ihn Gestapo-Beamte verhaften. Vermutlich stirbt er auf Deportation nach Auschwitz.
Stillleben mit Früchten und Tonkrug



Roy Fox Lichtenstein 1923 - 1997 US-amerikanischer Lehrer und Maler der Pop Art
In eine jüdische New Yorker Mittelstandsfamilie geboren, der Vater ist Immobilienmakler. 1940 an der Ohio University in der School of Fine Arts ein. Er selbst will Künstler werden, lässt sich von seinen Eltern jedoch überreden, ein Lehrdiplom an der Kunstakademie zu machen. 1950 Master, verliert im Jahr darauf Dozentenstelle, da die große Zahl der Studenten einbrach. 1949 Heirat mit Isabel Wilson. 2Söhne. 1951 Cleveland, 1965 Scheidung. Lichtenstein kann wenig verkaufen. Um seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, nimmt er 1957 seine Lehrtätigkeit erneut auf. Bis 1963 an der Rutgers University in New Jersey angestellt und zog auch dorthin um. Durchbruch mir Comics. 1963 New York. Kriegsbilder: "Es ist kein vorrangiges Ziel meiner Kriegsbilder, militärische Aggressivität in einem absurden Licht darzustellen. Persönlich finde ich, unsere Außenpolitik ist in vieler Hinsicht barbarisch gewesen, aber das ist es nicht, worum es mir bei meiner Arbeit geht, und ich will diese weitverbreitete Position auch nicht ausschlachten. Das Thema meiner Arbeit betrifft eher unsere amerikanische Definition von Bildern und visueller Kommunikation.“
1969 Los Angeles Film über Seelandschaften, 1970 Southampton um. In den 1970ern beschäftigte er sich mit optischen Täuschungen und Werken der Kunstgeschichte. In dieser Phase entstehen verschiedene Stillleben. In den 1980ern entstanden Werke von Roy Lichtenstein, die die Comic-Atmosphäre vollkommen verlassen, expressionistische und surreale Wurzeln. Sirbt in Manhattan an Lungenentzündung.
As I opened Fire



Max Liebermann 1869 - 1935 deutscher Maler
Sohn eines wohlhabenden jüdischen Textilfabrikanten in Berlin, 1869 Studium an der Kunstakademie Weimar, 1873 Umzug nach Paris und Barbizon, bis 1914 jährlich Sommerreisen nach Holland, 1878 München. Intensive Beschäftigung mit den Motiven einfacher Handwerker und Bauern bringt ihm Ruf als »Armeleutemaler« ein. 1884 Rückkehr nach Berlin und Heirat mit Martha Marckwald, Tochter. 1889 Verbot der preußische Regierung Ritter der französischen Ehrenlegion zu werden.
1897 Professor der Kgl. Akademie der Künste. Bau der Liebermann-Villa; Liebermann verbringt ab da Sommermonate am Wannsee, der Garten inspiriert ihn zu mehr als 200 Ölbildern und ebenso vielen Graphiken.
Stirbt verbittert und von den Nazis verfemt in Berlin.
Gartenlokal an der Havel - Nikolskoe



Limburg, Paul, Johan und Herman etwa 1385-1387 bis 1416, niederländische Miniaturmaler
Sie verfassen das Stundenbuch Très Riches Heures des Herzogs von Berry, lassen aber ihr Werk unvollendet zurück, als sie alle drei 1416 – ebenso wie ihr Auftraggeber – an einer Seuche sterben.
Insbesondere Paul Limburg entwickelt eine derart gute Beziehung zum Herzog, dass er dessen persönlicher Diener wird (valet de chambre), der Herzog schenkt ihm Juwelen und ein Haus in Bourges. Paul verliebt sich in ein junges Mädchen, Gillette la Mercière, deren Eltern jedoch den Kontakt missbilligen. Herzog Berry hält sie eingesperrt und lässt sie erst auf Druck des Königs frei. Paul Limburg und Gillette - Paul ist 24 Jahre, die Braut 12 - heiraten 1411. Die Ehe bleibt kinderlos.
Les Très Riches Heures du duc de Berry



Gustave Loiseau 1865 - 1935 französischer Maler des Post-Impressionismus
Aufgewachsen in Paris auf, wo seine Eltern eine Metzgerei besitzen. Lehre bei Dekorateur, überseht gefährliche Typhuserkrankung, Eltern verkaufen ihr Geschäft, ziehen sich nach Pontoise zurück. 1887 kann er durch Erbe von Großmutter studieren und schreibt sich an der École des Arts Décoratifs ( Zeichnen). Loiseau etabliert sich in Montmartre, wohnt in Bateau-Lavoir, das später internationalen Ruhm erreicht, wo maufra und Picasso leben und arbeiteten. Verlässt nach Streit mit Lehrer die Schule, Unterricht beim Landschaftsmaler Fernand Quignon. 1890 Pont-Aven, mietet Zimmer in der billigsten Unterkunft im Dorf. François Depeaux, berühmter Sammler aus Rouen und ein enger Freund von Claude Monet, kauft zwei von Loiseaus Gemälden.
Frühjahr 1895 Moret-sur-Loing, malt die Region, Interpret der französischen Landschaft. Reist: Normandie, Bretagne und Dordogne, Île-de-France zu malen. Jeden Winter Paris, 1904 Atelier in seinem Garten. Reist in Flusstäler der Eure, Seine und Yonne, Dieppe, Fécamp und Etretat. 1905 Cap Fréhel, 1913 Douarnenez-Tréboul.
Stirbt in Paris.
??



Claude Lorrain 1600 - 1682 französischer Maler des Barock (auch Claude Gellée oder Claude Le Lorrain, ital. Claudio di Lorena)
Er wirkt hauptsächlich in Rom und trägt wesentlich zur Herausbildung der Landschaftsmalerei als eigenständiges Genre bei, dabei einen lyrisch-romantischen Stil aus, in der Kunstgeschichte innerhalb der Idealen Landschaftsmalerei aufgrund seiner heiteren Grundstimmung als „idyllisch-arkadisch“ bezeichnet
Geboren in Chamagne, Lothringen. Geht in jungen Jahren als Waise zu seinem Bruder, einem Kupferstecher, nach Freiburg im Breigau. Er arbeitet zunächst als Pastetenbäcker, mit 13 in Rom. Lehre bei Agostino Tassi. 1630 Fresken im Palazzo Crescenzi, biblische oder mythologische Sujets setzt er in einfühlsame bildliche Szenerien um. Er wohnt zu Füßen des Hügels, auf dem die Kirche Santissima Trinità dei Monti steht. Nie verheiratet, 1653 seine Tochter Agnese geboren. Lorrains Stil zum Schluss epischer und heroischer. Mit seinem letzten Bild („Ascanius erlegt den Hirsch der Silvia“) kehrte er noch einmal in die Heldenwelt von Vergils Aeneis zurück, das Thema, das ihn in seiner späteren Schaffensperiode sehr beschäftigte.
Ascanius erlegt den Hirsch der Silvia



Konrad Lueg 1939 - 1996, Pseudonym, Echtname Konrad Fischer, deutscher Maler und Galerist.
Erstes Kind von Helmuth Fischer, Direktor des Stahlkonzerns Mannesmann. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wohnt die Familie auf einer Etage eines herrschaftlichen Einfamilienhauses, des Elternhauses der Mutter in Düsseldorf-Düsseltal. Nach mehrmaligem Schulwechsel verlässt Fischer Gymnasium ohne Abitur. Stammgast der Künstlerkneipe Bobby’s in der Düsseldorfer Altstadt, als Jugendlicher mit Künstlern Kontakt. 1958 bis 1962 Kunstakademie Düsseldorf gemeinsam mit Sigmar Polke, Gerhard Richter und Manfred Kuttner. 1961 fährt Fischer, ausgestattet mit dem früheren Dienstwagen und einer Tankkarte seines Vaters, zu Kunstausstellungen im In- und Ausland, z. B. Joseph Beuys. 1962 der Kunstakademie verwiesen. 1968 initiiert er mit Hans Strelow eine Reihe internationaler Verkaufsausstellungen in Düsseldorf. Mit 57 Jahren stirbt er an Krebs.
Klinker-Porträt



August Macke 1887 - 1914 deutscher Maler
Einer der bekanntesten deutschen Maler des Expressionismus. In rund zehn Jahren schafft Macke ein Werk, das sich unter dem Einfluss der vielfältigen Kunstströmungen der Zeit stilistisch rasch wandelt.
Macke ist nach seinen zwei älteren Schwestern das dritte Kind der Familie. Bald nach Augusts Geburt zieht die Familie nach Köln. 1903 lernte er seine spätere Frau Elisabeth kennen, die von da an sein wichtigstes Modell ist; er porträtiert sie mehr als 200 Mal! 1904 geht er an die Kunstakademie Düsseldorf, die er 1906 vorzeitig verlässt. Auf einer Reise nach Paris 1907 lernte Macke den Impressionismus kennen und beschließt, bei Lovis Corinth in Berlin in die Lehre zu gehen.
Nach Beendigung des Militärdienstes 1909 Heirat mit Elisabeth Gerhardt. Sie hat Einkünfte aus dem väterlichen Erbe, die ihnen ein sorgenfreies Dasein ermöglichen. 1910 und 1913 Geburt der Söhne. Umzug an den Tegernsee, wo 1910 der 3. Sohn geboren wird. 1910 Bekanntschaft mit Franz Marc, mit dem ihn bald enge Freundschaft verbindet. 1910 Rückkehr nach Bonn, im Haus der Schwiegermutter Atelier, wo mehr als 330 Gemälde entstehen. Bekanntschaft mit Max Ernst. In der ersten Ausstellung des Blauen Reiter 1911/12 ist Macke mit nur 3 Gemälden vertreten.
Um Abstand zum Kunstbetrieb zu gewinnen und sich in Ruhe auf sein Werk konzentrieren zu können, übersiedelt Macke mit Familie 1913 nach Hilterfingen am Thunersee. In unmittelbarer Nachbarschaft wohnt Louis Moilliet, der Maler, den Macke bereits 1909 in der Schweiz kennenlernte. Auch Paul Klee ist nicht weit entfernt. In Hilterfingen entstehen die wichtigsten Bilder seines Œuvres.
Im April 1914 reist er 2 Wochen mit Paul Klee und Louis Moilliet nach Tunesien. Sie besuchen Karthago, Hammamet, Sidi bou Said und Kairouan. Macke kommt mit einer Fülle von Fotos, Zeichnungen und Aquarellen zurück. August 1914 wird er zum Kriegsdienst eingezogen und fällt im September 1914 mit 27 an der Westfront bei Perthes-lès-Hurlus.
Persiflage auf den Blauen Reiter



René Magritte 1898 - 1967 belgischer Maler des Surrealismus
Kommt im Städtchen Lessines als Sohn eines Schneiders zur Welt, mit 13 begeht die Mutter in einem Fluss Selbstmord. Mit 14 trifft er Georgette, mit der er bis zu seinem Tod verheiratet sein wird.
Lange Zeit muss er sein Geld als Musterzeichner in einer Tapetenfabrik, jeden Tag von acht bis halb fünf; und als Werbegrafiker, der Anzeigen für Mode, Parfüms und Autos entwirft, verdienen. Von 225 Ölgemälden, die er zwischen 1926 und 1928 an seine Händler liefert, finden weniger als 25 einen Käufer. Noch mit 40 bettelt er Mäzene um Unterstützung an, und noch mit 55 malt er "in einer Ecke des Wohnzimmers", wie ein Freund befremdet feststellt, "von Tisch, Tür und Ofen eingezwängt", bei schlechtem Licht und "mit unglücklicher Miene".
1923 beeindruckt ihn ein Bild Giorgio de Chiricos - ein Ensemble aus einer Kugel, einem Chirurgenhandschuh und einem antiken Gipskopf - so tief, dass ihm die Tränen kommen. 1927 stellt er erste surrealstische Bilder in einer Brüsseler Galerie aus - die Kunstkritik zeigt "nur Verachtung". Auch die Surrealisten, die sich in Paris um den Schriftsteller André Breton scharen, nehmen ihn nicht viel gnädiger auf. Er lässt sich 1927 in ihrem Umkreis nieder, um Gleichgesinnte kennenzulernen, die Revolutionäre empfangen den Subversiven im Kleinbürgerkostüm mit Skepsis. In der Artikelserie "Der Surrealismus und die Malerei" erwähnt Breton den Belgier mit keinem Wort. 1929 kommt es zum Eklat, als Magrittes katholische Frau Georgette auf einer Party bei dem Literaten mit einem goldenen Kreuz an der Halskette erscheint: Breton fordert sie auf, "diesen Gegenstand" zu entfernen. Stattdessen verlässt Magritte mit Georgette das Fest – und ein halbes Jahr danach auch die Stadt.
Erst Jahre später kann er seine Bilder auf Gruppenausstellungen in London, Paris, New York zeigen. 1946 erklärt er, den Surrealismus für sich bereits seit einiger Zeit "begraben" zu haben. Der pompöse Traumkult eines Salvador Dalí bleibt ihm immer etwas für "die Armen im Geiste". Magritte selbst richtet sich nach Rückkehr wieder in Brüssel ein, in jener Parterrewohnung, die für 24 Jahre sein Domizil bleiben wird - mit ihren Warenhaus-Antiquitäten, dem Esszimmer, in dem er malt, und dem Gärtchen, in dem er Sellerie und Zwiebeln zieht. Allmählich stellt sich Erfolg ein: 1936 erste Einzelausstellung in New York, 1948 in Paris, 1953 in Rom. 1954 Brüssel erste große Retrospektive, 1965 auch New York. Seine eingängigen Denk-Spiele erobern als Poster die Sortimente von Kaufhäusern rund um den Globus.
Magritte verlässt seine belgische Heimat kaum.
Als Kind verkleidet er sich mit Vorliebe als Priester und liest an einem selbst gebauten Altar die Messe. Später wird er zum radikalen Kirchenfeind, beschimpft mit derben Worten die Katholiken, mutmaßt, dem Gewand des Papstes entströme "ein leichter analer Duft" und karikiert die Muttergottes mit Strapsen.
Les Amants II



Édouard Manet 1832 - 1883
Vater Richter, Mutter Tochter eines französischen Diplomaten. Eltern verfügen über Grundbesitz in Gennevilliers, wo Manets Großvater Bürgermeister war. Haus Sommerwohnsitz und verpachteten Ländereien ermöglichen gehobenen Lebensstil.
Während der Schulzeit fällt Manet durch schlechtes Betragen und ungenügende Leistungen auf. Strebt Laufbahn als Marineoffizier an. Besteht Aufnahmeprüfung zur Marineschule nicht. Zur Vorbereitung auf Wiederholungsprüfung 6monatige Reise nach Brasilien auf Schulschiff. Kritischer Blick des 16jährigen auf Sklaverei. Stellt sich nicht erneut der Prüfung, sondern will Maler werden.Bis 1856 Unterricht bei Thomas Couture.
1860 bezieht Manet zusammen mit der 2 Jahre älteren niederländischen Pianistin Suzanne Leenhoff und deren Sohn León Wohnung. Er hat Leenhoff schon 1849 kennengelernt, als sie den jüngeren Brüdern Klavierunterricht erteilt. Manet heiratet sie 1863, nachdem im Vorjahr sein Vater gestorben war. Léon wie Manets Mutter leben bis zu seinem Tod im gemeinsamen Haushalt. Die beiden Frauen führen wöchentlichen Literarischen Salon. Den größten Teil seines Künstlerlebens erlebt Manet Ablehnung seitens der Gesellschaft. Mehrere seiner Ausstellungen löst man auf, sie ernten empörte Reaktionen seitens der Kunstkritiker. Seine Kunst versteht man nicht, schätzt sie gering. Ausnahme: Jüngere Künstler, die seine Kunst verstehen, ihn teils wie einen Märtyrer verehren. Erst gegen Ende seines Lebens findet Manet als Porträtist Anklang in der Pariser Gesellschaft.
Ab 1870 enge Zusammenarbeit mit Claude Monet, der ihn zur Freilichtmalerei inspiriert.
1870 kurzfristige Krise in der lebenslangen Freundschaft mit Édmond Duranty. Duranty hat knappe und kritische Ausstellungskritik veröffentlicht. Manet ohrfeigt Duranty, trifft sich mit ihm zum Degenduell. Nachdem er Duranty an der Brust leicht verletzt, kommen sie überein, dass ihre Ehre nun wiederhergestellt sei. Manets Sekundant Émile Zola und weitere Zeugen tragen anschließend zur Legendenbildung dieser Tat in den Künstlervierteln bei. Seit Ende der 1870er leidet Manet an Syphilis und stirbt bei Beinamputation.
Das Frühstück im Grünen



Abraham Maniewich 1881 - 1942 weißrussisch-ukrainisch-amerikanischer Maler
Mit 20 Jahren verlässt er Geburtsort im heutigen Weißrussland, studiert 1901 bis 1905 an der Kiewer Kunstschule, dann München, wo er 1907 erste Einzelausstellung hat. Im selben Jahr wieder Kiew, wo er sich auf post-impressionistische Landschaften spezialisiert. 1916 - 1917 Moskau, wo er Repertoire um das Malen von Stadtansichten erweitert. Nach der Oktoberrevolution in Kiew einer der Gründungsprofessoren der ukrainischen Staatlichen Akademie der Künste, an der er Landschaftsmalerei lehrt. 1921 emigriert in USA, New York.
Haus in den Bäumen



Jean Mannheim 1863 - 1945 deutsch-amerikanischer Maler.
Beginnt als Autodidakt Porträts zu malen, erlernt Buchbinderhandwerk. Mit 17 Wanderung quer durch Deutschland, verdient Lebensunterhalt als Maler und Buchbinder. Um Militärdienst zu entgehen, flüchtet er nach Frankreich. Beginnt Malerstudium an der Académie Colarossi, Académie Julian sowie bei William Adolphe Bouguereau. 1884 Auswanderung in USA. Porträts, lehrt in der Decatur Kunstschule. 1903 bis 1905 unterrichtet er in der Malschule von Frank Brangwyn in London, dann bis 1908 in der Denver Art School. In Paris trifft er, Eunice Drennan, die ihm zwei Töchter schenkt. 1908 lässt sich das Ehepaar in Pasadena, Kalifornien, nieder, wo Mannheim am Ufer von Arroyo Seco eine Villa errichtet.
1914 Mitbegründer der Stickney Memorial Art School in Pasadena, wo er als Lehrer tätig ist.
Sunny Portrait



Franz Marc 1880 - 1916 deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.
Einer der bedeutendsten Maler des Expressionismus in Deutschland. Neben Wassily Kandinsky Mitbegründer der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter, die 1911 ihre erste Ausstellung in München eröffnet. Für den Almanach Der Blaue Reiter und andere Veröffentlichungen verfasst kunsttheoretische Schriften.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs eingezogen fällt er mit 36 vor Verdun.
August 1914. Höchste Zeit für letzte Grüße an Freunde und Kollegen: "Ich rücke am Donnerstag ein." Das Schreiben ist herzlich, doch kurz, denn "... nun müssen wir einmal schweigen und die Weltgeschichte reden lassen".
Franz Marc hat sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und rückt in eine Kaserne der bayerischen Feldartillerie in München ein. Er verbringt seine vorerst letzten Tage zu Hause in Ried bei Benediktbeuren: in seinem Atelier und im Garten, wo die Rehe grasen und Russi, der weiße Hirtenhund, sein Revier hat. Erst im April sind Marc und seine Frau Maria hierhergezogen, in das stattliche eigene Haus.
Unweit von hier, in Sindelsdorf, hat Marc in den Jahren zuvor in einem kargen Atelier auf dem Dachboden seine Art der Malerei gefunden: eine neue Tiermalerei, gelbe Kühe, blaue Pferde. Die Tiere zu malen, wie sie fühlen, nicht, wie der Mensch sie sieht, das ist sein Programm.
Mitten hinein in die Idylle in Ried und seine vielfältigen künstlerischen Aktivitäten platzen die Nachrichten vom Ultimatum an Serbien und der Befehl zur Mobilmachung. Franz Marc zieht in den Krieg – nicht begeistert und von nationalem Hochgefühl überwältigt wie so viele, sondern geradezu aufgeräumt, ruhig. Er ist tief überzeugt von der Notwendigkeit dieses Kampfes. Wie etliche zeitgenössische Künstler und Intellektuelle überhöht er den Krieg zu einer großartigen Hoffnung auf eine "Reinigung". Der Krieg wird, so sein Mantra weit über 1914 hinaus, ein Durchgang sein, hin zu einem neuen Europa, ein "heilsamer, wenn auch grausamer Durchgang", so schreibt er im Oktober an Kandinsky, den Russen, der Deutschland mittlerweile hat verlassen müssen. Was die Revolution von 1789 für Frankreich gewesen sei, das werde dieser Krieg für Europa sein, glaubt Marc. Nur für die Dauer des Waffengangs wolle er sich mehr als Deutscher denn als Europäer fühlen. Und das könne ja so lange nicht sein ...
Wenige Wochen später Marc mit der Feldartillerie in die Grenzschlachten um Lothringen. Aus dem "Blauen Reiter" Marc ist ein militärischer Meldereiter geworden. Trotzdem bleibt ihm oft Zeit für nächtliche Ritte unterm Sternenzelt. In solchen Momenten wird ihm der Krieg geradezu zum Naturerlebnis. Per Feldpost berichtet er unablässig an Maria in Ried: "Ich fühle mich so vollkommen wohl, dass mir vor den kommenden Strapazen nicht Angst ist."
Nur Tage später zeigt ihm der Krieg sein anderes Gesicht: "Der Leichengeruch auf viele Kilometer im Umkreis ist das Entsetzlichste." Bald liegt Marc krank im Lazarett, die Ruhr. Noch im Oktober erreicht ihn die Nachricht, dass August Macke aus Bonn, sein bester Freund, der Maler, mit dem er einst die Farben neu entdeckte, im Kampf gefallen sei. Franz Marc verwindet den Schock. Und wundert sich bisweilen, dass er mehr und mehr ein "guter Soldat" wird. Mit Pferdegespannen bringt seine Einheit Munition und Nachschub an die Front.
Dass von diesem Krieg keine "Reinigung" zu erwarten sei, davon ist er erst viel später überzeugt. Da erkennt der Leutnant den Krieg als "tiefbeschämend" und "schmachvoll". Im März 1916 treffen ihn auf einem Erkundungsritt, nicht weit von Verdun, Granatsplittern. Er verblutet.
Blaues Pferd 1



Henri Matisse 1869 - 1954 französischer Maler, Grafiker, Zeichner und Bildhauer. Zählt mit Picasso zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne, gilt neben André Derain als Wegbereiter und Hauptvertreter des Fauvismus, der die Loslösung vom Impressionismus propagiert und die erste künstlerische Bewegung des 20. Jahrhunderts darstellt.
Werk getragen von flächenhaften Farbgebung und spannungsgeladenen Linien. Farbgebung, spielerischer Bildaufbau und Leichtigkeit der Bildthemen Ergebnis langer Studien. Mit den in den 1940ern entstandenen Scherenschnitten (gouaches découpées) – ein Beispiel ist das Künstlerbuch Jazz – schafft er, schwer erkrankt, ein Spätwerk, das seine Reduktionsbestrebungen zum Abschluss bringt und mit seiner Farbigkeit und Ornamentik als Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn gilt. Die von ihm geplante und ausgestattete Rosenkranzkapelle in Vence, eingeweiht 1951, hält er für sein Meisterwerk.
Seine stilistischen Neuerungen beeinflussen die Moderne Kunst nachhaltig. Die abstrakten Expressionisten der USA beziehen sich wiederholt auf sein Werk.
Er wird auf dem Hof der Großeltern in Le Cateau-Cambrésis geboren, seine Eltern betrieben in Bohain-en-Vermandois eine Drogerie und einen Samenhandel. 1882 bis 1887 Jura-Studium in Paris. Anwaltsgehilfe, daneben Zeichenkurse. 1890 beginnt er mit Malen. 1891 juristische Karriere aufgegebn, kehrt nach Paris zurück, besteht Aufnahmeprüfung an der École des Beaux-Arts nicht. Nach bestandener Aufnahmeprüfung an der École des Beaux-Arts. 1894 Vater einer Tochter Marguerite († 1982), Mutter Modell und Geliebte.
Kopiert klassische Werke im Louvre. 1897 und 1898 besucht den Maler John Peter Russell auf Belle-Île. "Russell war mein Lehrer, und Russell erklärte mir die Farbtheorie".
1898 Heirat mit Amélie Noellie Parayre. Auf den Rat Camille Pissarros reist er nach London, um die Arbeiten Turners zu studieren. Gleichzeitig Flitterwochen, die das Paar, kurz nach Paris zurückgekehrt, dann in Ajaccio auf Korsika fortsetzt. Aus der Ehe gehen zwei Söhne hervor.
Sie nehmen Marguerite in die Familie, die Matisse sehr liebt und häufig porträtiert. Matisse lernt André Derain und dessen Freund Maurice de Vlaminck. Kauft das Gemälde Die drei Badenden von Paul Cézanne. Trotz schwerer finanzieller Sorgen behält er es, das einen weitreichenden Einfluss auf sein Denken und Schaffen ausübt, bis Jahr 1936, wo er es dem Museum der schönen Künste im Petit Palais in Paris schenkt.
1900 Abendkurse, arbeitet mit geringem Erfolg. Aufgrund mangelnder Einnahmen – das Modistengeschäft seiner Frau wift zum Lebensunterhalt nicht genug Einnahmen ab, die Kinder müssen oft den Großeltern überlassen werden – gerät er in eine schwere finanzielle Krise und arbeitet als Dekorationsmaler. Entmutigt will er die Malerei aufzugeben.
Erste Einzelausstellung 1904, reist nach Saint-Tropez, malt im Stil des Neoimpressionismus. Jahres 1905 verbringt Matisse mit André Derain und zeitweise mit Maurice de Vlaminck in Collioure, einem Fischerdorf am Mittelmeer. Fauvismus entsteht. Die Bewegung erhält den Namen, als Matisse, André Derain und Maurice de Vlaminck, in einer Ausstellung in Paris ihre Bilder zeigen und Empörung bei Publikum und Kunstkritikern ernten.
Ein Kritiker bezeichnete die Künstler als Fauves (Wilde Tiere). Im Mittelpunkt der Kritik Matisse' starkfarbiges Gemälde Femme au chapeau. Der Skandalerfolg treibt Matisse’ Marktwert in die Höhe.
1906 zeigt Matisse sein neues Werk Lebensfreude (Le bonheur de vivre). Kritiker und akademische Maler reagieren gereizt; Paul Signac ebenso, er nimmt Matisse die durch das Gemälde deutlich gewordene Absage an den Nachimpressionismus übel. Matisse lernte Picasso kennen, mit ihm seit dieser Zeit eine von schöpferischer Rivalität und gegenseitigem Respekt getragene Freundschaft.
1906 Reise nach Algerien und besuchte die Oase Biskra.
Auf Betreiben und mit Unterstützung seiner Bewunderer Gründung der private Malschule "Académie Matisse". Januar 1908 bis 1911 unterrichtet er, hat 100 Schüler aus In- und Ausland.
1908 Reise nach Deutschland wo er die Künstlergruppe Brücke kennenlernt. 1908 erscheint kunsttheoretische Schrift Notes d’un Peintre.
1909 Umzug nach Issy-les-Moulineaux zu ziehen, wo er Haus kaufte und auf dem Grundstück sein Atelier errichten lässt. Im 1. Weltkriegs zerstören die Deutschen das Gehöft der Familie. Söhne Jean und Pierre müsen Militärdienst leisten. 1916 Menton an der Côte d’Azur auf, da er unter Bronchitis leidet, Nizza wird für die weiteren Jahre sein Domizil werden. Reist viel: Étretat, Italien, New York, Francisco, Tahiti.
Stellt für ein Wandgemälde die 22-jährige russische Emigrantin Lydia Delectorskaya als Assistentin angestellt, die ihm außerdem Modell sitzt. Frau Amélie: "Ich oder sie." Scheidung. Rückkehr nach Nizza.
Er radiert Szenen aus der Odyssee als Illustrationen zum Ulysses von James Joyce.
1941 Zwölffingerdarmkrebs, Lungenembolien.
1944 die geschiedene Frau verhaftet, Tochter Marguerite wegen Beteiligung an der Résistance deportiert und zu einer sechsmonatigen Haft verurteilt. Matisse stirbt in Nizza an Herzanfall.
Rosenkranzkapelle in Vence



Meister der Verkündigung von Aix (fr. Maître de l'Annonciation d'Aix)
Barthélemy d’Eyck aus Flandern? w.u.
Rosenkranzkapelle Vence



Meister Francke (auch Frater Francke) ca. 1383 - 1436, ein Dominikaner und Maler
Dominikaner aus Zutphen. Studiert in Paris die Artes liberales und Malerei in den Werkstätten der Illuminatoren. 1424 Magister, lässt darauf schließen, dass er in Paris Theologie studiert. Es entsprach der Tradition des Dominikanerordens, begabten Brüdern eine Ausbildung in der Malerei möglich zu machen und sie dafür von anderen Aufgaben zu befreien. 1424 Eintritt in das Dominikanerkloster St. Johannis in Hamburg.
Geißelung der heiligen Barbara



Hans Memling ca. 1437 - 1494 (auch Jan van Mimmelynghe, Johannes Memmelinc oder Memlinc) deutscher Maler der niederländischen Schule
Seine Mutter vermutlich Lucia Stirn, in erster Ehe mit einem wohlhabenden Bürger Seligenstadts verheiratet. Vater Hamann Momilingen. Vater oder beide Eltern sterben 1450 oder 1451, vermutlich Pest. 1465 Bürgerrecht Brügge. 1466 bewohnt er großes Steinhaus in der Sint-Jorisstraat zur Miete. In dem Viertel leben damals vor allem Maler und Miniaturisten, darunter auch der Buchillustrator Willem Vrelant. 1487 Tod von Memlings Frau Anna de Valkenaere, die ihm drei Kinder schenkt: Jean, Nielkin und Nicolas.
Als 'Hemling' ist seine Porträtbüste fälschlich in der Walhalla bei Regensburg bezeichnet.
Schrein der Hl. Ursula



Adolph von Menzel 1815 - 1905 deutscher Maler, Zeichner, Illustrator. Gilt als der bedeutendste deutsche Realist des 19. Jahrhunderts. Bekannt und zu Lebzeiten hoch geehrt vor allem wegen historisierenden Darstellungen aus dem Leben Friedrichs des Großen.
Sohn eines Breslauer Steindruckers, 1830 zieht Familie in Preußens aufstrebende Hauptstadt Berlin, zwei Jahre später stirbt Vater, gerade 16-jährig muss Adolph für Lebensunterhalt der Familie (Mutter und zwei jüngere Geschwister) sorgen. Führt das väterliche Geschäft mit Pflichtbewusstsein, Fleiß und Selbstdisziplin fort. 1833 halbes Jahr Berliner Akademie der Künste, bildet sich fortan autodidaktisch. 1839 Auftrag zu Illustrationen einer mehrbändigen Geschichte Friedrichs des Großen, fertigt rund 4.000 Federstrichzeichnungen an, macht ihn bekannt und verschafft ihm wichtige Kontakte (u. a. zum preußischen Königshof) sowie weitere Aufträge.
In den folgenden Jahren illustriert er zwei weitere Werke aus dem Friedrich-Themenkreis. Nationalgalerie Berlin kauft 'Tafelrunde Friedrichs des Großen' an. 1885 in Paris Menzel-Ausstellung. 1856 Professor. Als Vorlagen für Stollwerck-Sammelbilder und -Postkarten erwirbt 1900 der Kölner Schokoladenproduzent Stollwerck Skizzenbuch mit Zeichnungen von Soldaten der preußischen Armee für 120.000 Mark.
1850 nimmt ihn der literarische Verein "Tunnel über der Spree" auf, zu dem Theodor Fontane, Paul Heyse, Franz Theodor Kugler und Theodor Storm gehören. Hier findet der als verschlossen beschriebene Künstler, der nur wenige engere Freunde hat, Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Menzels einzelgängerisches Wesen wohl in Zusammenhang mit seiner Kleinwüchsigkeit (1,4 m), tituliert als „die kleine Exzellenz“ und wegen „Gnomenhaftigkeit“ militäruntauglich. Wohnt mit Mutter und den Geschwistern zusammen. Reist viel nach Dresden, ins Elbsandsteingebirge, Süddeutschland und Österreich. 1866 zu den Schauplätzen des Preußisch-Österreichischen Krieges nach Böhmen.
Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci



Michelangelo Buonarroti meist nur Michelangelo, 1475 - 1564 italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister (Architekt) und Dichter. Gilt als einer der bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance und weit darüber hinaus.
Er stammt aus einer angesehenen Bürgerfamilie in Florenz, die zur Partei der Guelfen gehört und ist der zweite Sohn des Lodovico di Leonardo Buonarroti Simoni und der Francesca di Neri. Er wird in Caprese, heute Provinz Arezzo geboren, wo sein Vater als Stadtvogt amtiert. Die Familie zieht nach Florenz zurück. Er hat 4 Brüder, die Mutter stirbt, als er 6 ist; sein Vater heiratet 1485 ein zweites Mal.
Schon als Junge will er gegen den Widerstand seines Vaters Künstler werden. Nach heftigen Streit siegt er und wird Schüler in der Werkstatt von Domenico Ghirlandaio. Obwohl sich Michelangelo zunächst der Malerei zuwendet, ist er mehr der Bildhauerei zugeneigt. Das in dieser Zeit entstandene Marmorrelief Kentaurenschlacht gilt als das älteste erhaltene bildhauerische Werk Michelangelos. Lorenzo de’ Medici behandelt Michelangelo wie seinen eigenen Sohn und fördert ihn in Kunst und Philosophie. Bei einem Streit schlägt ihn ein Mitschüler ins Gesicht und entstellt ihn, was dazu führte, dass Michelangelo sein ganzes Leben hindurch unter seiner „Hässlichkeit“ leidet. Michelangelo ist durch diese und andere erlittene Kränkungen in depressive Krisen gestürzt, aber aus ihnen gestärkt hervorgegangen.
Michelangelo Buonarrotis Leben und Werk sind geprägt von seiner Florentiner Herkunft und seinen wichtigsten Auftraggebern, den Päpsten Julius II., Leo X., Clemens VII. und Paul III. Er arbeitet sowohl in der Toskana wie in der Ewigen Stadt. Die bekannteste Skulptur Michelangelos ist sein „David“, den er ursprünglich für den Dom schafft. Auch wenn sich Michelangelo hauptsächlich als Bildhauer definiert, so machten ihn die Fresken in der Sixitnischen Kapelle Michelangelo weltberühmt. Aufträge für das Julius-Grabmal, die Grabmäler der Medici in San Lorenzo oder auch der „Auferstandene Christus“ gestalten sich immer als schwierig. Das gefürchtete Genie entdeckt in der Bildhauerei das Unvollendete wie die in den 1530er Jahren die bildmäßige Zeichnung. Mit der „Schlacht von Cascina“ sowie dem „Jüngsten Gericht“ samt „Auferstehung Christi“ prägt er die Darstellung von dramatischen Massenszenen bis in das 20. Jahrhundert: Künstler wie Théodore Géricault (für das „Floß der Medusa“) und Auguste Rodin (für sein „Höllentor“) kommen am Studium dieser Werke nicht vorbei. Sein dunkles Geheimnis.
Erschaffung Adams



Amadeo Modigliani 1884 - 1920 italienischer Maler, Bildhauer
Viertes und jüngstes Kind einer sephardische Judenfamilie in Livorno, der mit Holz und Kohle handelnde Familienbetrieb bankrott. Modiglianis Mutter verdient als Privatlehrerin und Übersetzerin Geld. Sie stammt aus Marseille, Amedeo lernt früh die französische Sprache, was ihm seine Integration in Paris erleichtert.
Schon früh äußert er den Wunsch, Künstler zu werden. Kurze Zeit studiert er an den Kunstakademien in Florenz und Venedig. Dann Paris, Zentrum der europäischen Avantgarde, wo er ab 1906 lebt und u. a. Picasso, Matisse, Braque und Delaunay kennenlernt. Die enge Freundschaft mit dem ebenfalls in Paris lebenden rumänischen Bildhauer Constantin Brancusi führt ihn zur Bildhauerei. Sein exzessives Leben ist von Krankheit, Alkohol- und Drogenkonsum geprägt. Er stirbt an tuberkulöser Meningitis, einen Tag nach seinem Tod begeht seine hochschwangere Geliebte Jeanne Hébuterne durch einen Sturz aus dem Fenster Suizid.
Liegender Akt, 1917



Claude Monet 1840 - 1926 französischer Maler, Stilrichtung des Impressionismus
Als zweiter Sohn eines Kolonialwarenhändlers geboren. Familie zieht 1845 nach Le Havre. Monet lehnt die schulische Disziplin ab und hält sich stattdessen lieber auf den Klippen oder am Meer auf. Im Unterricht fertigt er Karikaturen von Schülern und Lehrern an, mit 15 ist er in der ganzen Stadt als Karikaturist bekannt.
Paris, tritt in die freie Malschule Académie Suisse ein, in der er sich vor allem mit Figurenstudien beschäftigt und besucht Ausstellungen der Künstlerkolonie in Barbizon. 1861 Einberufung zum 7jährigen Militärdienst, Kavallerie in Algerien. Erkrankt an Typhus, darf 1862 nach Le Havre zurückkehren. Monet gibt sich bürgerlich, trägt beispielsweise trotz seiner schwierigen finanziellen Situation Hemden mit Spitzenmanschetten, Mitstudenten bezeichnen ihn als Dandy.
Anfang 1865 gemeinsames Atelier mit Frédéric Bazille in Paris. Beziehung mit Camille, 1867 erster Sohn, finanzielle Situation schwierig, 1868 Heirat mit Camille, 1870 London, um der Einberufung in die Armee zu entgehen. 1871 mietet er in Argenteuil ein Haus mit Garten. 1872 Einrichtung eines Boots als Atelier, malte am Ufer der Seine. 1879 stirbt Ehefrau Camille mit 32 an den Folgen eines missglückten Schwangerschaftsabbruchs. 1881 ziehen Monet und Alice Hoschedé (verheiratet) mit ihren und Monests Kindern zusammen nach Poissy.
Mietet Haus in Giverny, in dessen Umgebung er in den Folgejahren seinen berühmten Garten anlegt, und zieht dort mit Familie ein. 1883 Mittelmeerküste Riviera, Holland, Bretagne, Côte d’Azur, London. Durch Zukäufe von Land erweitert Claude Monet sein Grundstück immer weiter und investiert viel Geld in die Anlage seines Gartens. 1898 veröffentlichte Le Temps eine Petition, die auch Monet unterschrieben hat, die die Revision des Fehlurteils gegen Alfred Dreyfus fordert.
1899 und 1900 mehrere Reisen nach London. 1904 mit dem Auto nach Madrid, wo er Velázquez und El Greco studiert. 1908 Augenerkrankung, Venedigreise. 1911 stirbt zweite Ehefrau Alice. 1923 durch zwei Operationen Augenlicht wieder erlangt. Depressionen, zerstört viele seiner Bilder, stirbt in Giverny.
Terrasse à Sainte-Adresse



Otto Mueller 1874 - 1930 deutscher Maler und Lithograf des Expressionismus, gehört zur Künstlergruppe Brücke, gilt als einer der bedeutendsten Expressionisten
Sohn eines Leutnants und späteren Steuerberaters preußischen Schlesien und einer Zigeunerin. Jugendjahre in Görlitz. 1890 bis 1894 Lithografenlehre, bis 1896 Studium an der Kunstakademie von Dresden. 1898 Fortsetzung seiner Studien an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München, verlässt sie vorzeitg.
1905 Heirat mit Maria („Maschka“) Mayerhofer), die ihm oft Modell steht und die seine Vertraute auch nach der Trennung und zwei weiteren Ehen bleibt.
1908 Berlin. Sein Vorbild: Plastiken von Wilhelm Lehmbruck, mit dem ihn Freundschaft verbindet; er malt die schlanken Mädchengestalten, die für ihn charakteristisch sind, wie auch die Leimfarben, die er mit Vorliebe für seine Werke nutzt. 1915 Kriegsdienst, in der Infanterie bei Kämpfen in Frankreich und Russland, 1917 Lungenentzündung, die ihm fast das Leben kostet.
1919 Professor an der Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Lehnt jede bürgerliche Anpassung ab, verkehrt im Kreis der „Breslauer Künstlerbohème“. Seine Frau Maschka lässt sich 1921 scheiden. Seine Zigeuner-Mappe mit neun farbigen Lithografien von 1927 bildet den Höhepunkt seines Schaffens. Mueller stirbt mit 55 in der Lungenklinik Obernigk bei Breslau an Lungentuberkulose.
1937 beschlagnahmen die Natzis 357 seiner Werke aus deutschen Museen, die als Entartete Kunst gelten.
Zigeuner



Edvard Munch 1863 - 1944 norwegischer Maler und Grafiker des Symbolismus.
Gilt als Bahnbrecher für die expressionistische Richtung in der Malerei der Moderne.
Er wächst in Oslo auf, damals Christiania bzw. Kristiania. Vater Christian Munch ein tief religiöser Militärarzt mit bescheidenem Einkommen, der mit 44 Jahren die zwanzig Jahre jüngere Kaufmannstochter Laura Catherine Bjølstad heiratet, die Edvard mit 27 zur Welt bringt und mit 33 an TBC stirbt. Edvard ist von schwacher Gesundheit, seine ältere Schwester Sophie ist nächstes Opfer der Schwindsucht. Seine jüngere Schwester Laura ist wegen Depression in ärztlicher Behandlung. Postum stellen Mediziner bezüglich Edvard Munch die Hypothese einer Borderline-Persönlichkeitsstörung auf, zum Teil in Verbindung mit einer bipolaren Störung.
Munch studiert die Alten Meister, seine frühen Arbeiten prägt ein vom französischen inspirierter Realismus. 1885 kurz in Paris. Am "Kranken Kind" arbeitet er lange, um das schmerzliche persönliche Erlebnis von Sophies Tod zu verarbeiten.
Konflikte auf persönlicher Ebene: Alkoholproblem, psychischisches Ungleichgewicht, quält sich mit Erinnerungen an seine tragische Liebesgeschichte. Die Beziehung zu Tulla endet 1902 mit einer Revolverszene geendet, bei der Munchs linke Hand angeschossen wird. Zwar soll er die Schmach nie verwinden; in diesen Jahren aber wird sie zur Besessenheit.
Der Schrei



Takashi Murakami * 1962 japanischer bildender Künstler
Studium an der Tokyo Geijutsu Daigaku in Tokio. 2001 Gründung der Firma Kaikai Kiki Co., die aus seinem früheren Studio Hiropon Factory hervorging. Kaikai Kiki Co. dient der Produktion und Vermarktung der Kunstobjekte selbst, aber auch der von Merchandising-Artikeln oder Zeichentrickfilmen. Neben Murakami vertritt Kaikai Kiki Co. auch jüngere japanische Künstler und vermittelt Kooperationen zwischen den Künstlern und Modelabeln oder der Musikszene.
LOTS, LOTS OF KAIKAI AND KIKI



Andrei Andreevich Mylnikov 1919 - 2012 russischer, sowjetischer Maler, Kunstpädagoge
Geboren Pokrovsk, Gouvernement Saratow. 1946 Repin-Institut für Malerei, Skulptur und Architektur, 1948 Graduiertenschule. 1957 Professor. Mehr als 50 Jahre lehrte Mylnikov am Repin-Institut.
Schweigen



Bruce Nauman * 1941 US-amerikanischer Konzeptkünstler
Er nennt die auf ihn und seine Arbeit einflussreichsten Persönlichkeiten: Samuel Beckett, Ludwig Wittgenstein, John Cage, Philip Glass, La Monte Young und Meredith Monk.
Ab 1960 Studium Physik und Kunst, 1964 Master-Titel Kunst. Ab 1966 Abwendung von der Malerei ab, arbeitet in den Bereichen Film, Bildhauerei und Performance zu arbeiten. Neben künstlerischer Produktion Unterricht Kunsthochschulen. Seit 1989 Galisteo, New Mexico, wo er lebt und arbeitet.
Bruce Naumans Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien, von Installationen und Plastiken über Fotografien und Neon bis hin zu Videoaufnahmen, beschäftigen sich vorwiegend mit Fragen der menschlichen Sinneswahrnehmung. Dabei konfrontiert er den Betrachter oft mit irritierenden bis schockierenden Erfahrungen.
Sex And Death By Murder And Suicide




Hermann Nitsch * 1938 österreichischer Maler und Aktionskünstler
Bedeutender Vertreter des Wiener Aktionismus. Umstrittenster Künstler seines Landes. Christlich-religiös geprägte Menschen werfen ihm Blasphemie vor. Tierschützer erregen sich über den Umgang mit geschlachteten Tieren im Rahmen seiner Rituale. Auch linksliberale Autoren melden gegenüber der „Rohheit“ seiner Aktionen humanistische Bedenken an.
Graphische Lehr- und Versuchsanstalt Wien, 1957 Gebrauchsgrafiker am Technischen Museum. Einige Jahre später erste Malaktionen und Idee des Orgien-Mysterien-Theaters, das ihn von da ab unablässig beschäftigt und in dem sich alle seine Bestrebungen sammeln. Seine in der Öffentlichkeit abgehaltene Aktionsarbeit führt in den frühen 1960er Jahren zu ständigen Konfrontationen mit Behörden und mehrwöchigen Gefängnisaufenthalten, die den Künstler 1968 veranlassen, nach Deutschland überzusiedeln.
Große Erfolge des Orgien-Mysterien-Theaters in USA, vielen europäischen. 1971 Ankauf von dre Kirche des niederösterreichischen Schlosses Prinzendorf, wo Nitsch im Zuge größ angelegter Aktionen seine Vorstellungen von der Musik zu seinem Theater verwirklicht. Lärmorchester, Schreichöre und elektrisch verstärkte Instrumente. Nitsch deutet das Leben als Passion, den Malprozess als verdichtetes Leben und damit als Inbegriff der Passion.
Der Künstler selbst bleibt durch seine an zentraler Stelle im Gemälde eingefügten Malhemden anwesend und animiert den Betrachter, sich mit dem Malvorgang zu identifizieren und mit ihm ins Bild einzutreten. Gastprofessuren an Staatlichen Hochschulen für Bildende Künste. Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung.
66th Painting Action



Emil Nolde 1867 - 1956 führender Maler des Expressionismus, einer der großen Aquarellisten in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Obwohl als entarteter Künstler verfemt, Rassist, Antisemit, überzeugter Nazi und Hitlerverehrer
In Bauernfamilie im nördlichen Teil des Herzogtums Schleswig geboren, Vater Nordfriese. Jugendjahre auf dem elterlichen Hof geprägt von harter Arbeit und kargem Leben. Arbeit in Möbelfabriken, Lehrer für gewerbliches und ornamentales Entwurfszeichnen. München, Studium an privater Malschule. 1900 Atelier in Kopenhagen, 1902 Heirat mit dänischer Schauspielerin, zieht auf Insel Alsen. Ab 1902 nennt er sich nach seinem nordschleswigschen Heimatdorf Nolde.
Ab 1904/05 Berlin. Überzeugt, die „germanische Kunst“ sei allen anderen weit überlegen. Im August 1934 bezeugt er mit Aufruf der Kulturschaffenden, dass er zu des Führers Gefolgschaft gehört. 1934 Mitglied einer Nazipaertei. Antisemit, wie aus vielen Dokumenten hervorgeht. Denunziert 1933 Konkurrenten Max Pechstein: dessen Namen bezeuge, er sei Jude.
Der größere Teil der NS-Führung versucht früh, Nolde künstlerisch und wirtschaftlich zu diskriminieren.
Siegfried Lenz rezipiert die "Opfergeschichte" Noldes in der Figur des Malers Max Ludwig Nansen im Roman "Deutschstunde".
Nolde lässt krasse antisemitischen Passagen seiner Autobiografie in den Neuauflagen seiner Bücher nach 1945 streichen. Stirbt - nach zweiter Heirat - an Parkinson.
Herstmeer V



Wolodymyr Orlowskyj 1842 - 1914 ukrainischer Landschafts- und Genremaler des Realismus
Geboren in Kiew in Adelsfamilie, 1861 Kaiserliche Kunstakademie in Sankt Petersburg, wo er bis 1868 studiert. Während des Studiums bereist er zahlreiche Orte und Gegenden im europäischen Russland wie Moskau, Finnland, die Krim, Kiew und das Gouvernement Taurien. Bei einem Wettbewerb gewinnt er eine 3-jährige Reise durch Europa, die er von 1869 bis 1872 zum Studium und für Museumsbesuche in Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Italien nutzt. 1878 Professor für Landschaftsmalerei. 1897 Rückkehr in die Ukraine (Typhuserkrankung). Stirbt 72-jährig während einer Italienreise in Genua.
Sommertag



Amédée Ozenfant 1886 - 1966 französischer Maler
Gründet 1918 zusammen mit Le Corbusier Kunstströmung des Purismus.
1905 Académie de la Palette, 1908 erste Einzelausstellung. Bereist Russland, Italien, Belgien und die Niederlande. 1917 lernt er Le Corbusier 1917 kennen. In "Après le cubisme" und "La Peinture moderne" (1925) stellen sie gemeinsam den Purismus dar. Alexandra Exter, Marie Laurencin, Fernand Léger betreiben mit ihm ab 1924 Künstlerstudio in Paris. Ozenfant lehrt an vielen Orten: 1935 bis 1938 in London, 1939 bis 1955 New York. 1955 Rückkehr nach Frankreich.
Aufbau einer Académie Européenne Méditerranée im südfranzösischen Cavalaire-sur-Mer 1934 scheitert an verheerendem Waldbrand. 1922 entwwirft Le Corbusier für Ozenfant ein Wohnhaus und Atelier mit Vorhangfassade im 14. Arrondissement in Paris, gegenüber dem Wasserreservoir Montsouris.
Nature morte



Giovanni Paolo Pannini 1691 - 1765 italienischer Maler, Architekt, bekannt für Vedutenmalerei
In Piacenza Ausbildung zum Bühnengestalter. 1711 Rom, Zeichenunterricht. Lernt Canaletto kennen, der ihn stark beeinflusst. Dekorateur von Palästen wie der Villa Patrizi, des Seminario Romano für Kardinal Spinola und des Palazzo de Carolis. Bekannt für seine Stadtansichten (Veduten) von Rom, wobei er insbesondere Reste der römischen Antike wie das Pantheon porträtiert und Bilder von Gemäldegalerien mit Ansichten von Rom fertigt, Porträts, römische Feste und Plätze. Ausbilder, entwirft Feste. Sohn Giuseppe Architekt, Sohn Francesco Maler, der in seine Fußstapfen tritt.
Roma Antica



Maxfield Parrish (eigentlich Frederick Parrish) 1870 - 1966 US-amerikanischer Maler und Illustrator
Sohn des Radierers Stephen Parrish. Haverford College in Pennsylvania, 1891 - 1894 Kunststudium Pennsylvania Academy of the Fine Arts sowie 1895 Drexel Institute of Art in Philadelphia.
1900 Tuberkulose, Nervenzusammenbruch. Parrish geht nach Arizona, um sich dort in der trockenen Hitze zu erholen. Er arbeitet in seinem Haus in Cornish, New Hampshire, namens The Oaks, die im Sommer beliebtes Ziel für Gäste sind, in den eiskalaten Wintern von New Hampshire widmet er sich seiner Malerei.
1905 lernt er Susan Lewin kennen, ein 16-jähriges Mädchen, als Kindermädchen für seinen Sohn Dillwyn eingestellt. Ihr Bild erscheint häufig in Gemälden aus dieser Zeit bis in die 1920er Jahre. Susan wird Parrishs Assistentin, Vorbild für seine Bilder und schließlich seine Geliebte. Mit seiner Lydia zunehmend entfremdet, verlässt ihn seine Frau 1911, Susan bleibt weitere 50 Jahre bei Maxfield.
Parrish stirbt mit 95, als seine Arbeit eine Renaissance erlebt. 1906 Mitglied (NA) der National Academy of Design. Buch- und Werbeillustrationen, beispielsweise für die Zigarettenmarke Chesterfield. In den 1920ern zählt er zu den bestbezahlten Werbekünstlern der USA.
Daybreak



Edgar Alwin Payne 1883 - 1947 amerikanischer Landschafts- und Wandmaler
Geboren nah Cassville, Barry County, Missouri, im Herzen der Ozarks. Bereist als Teenager die Welt, durchquert USA, reist nach Mexiko, Kanada und Europa, verbringt den Sommer in den Alpen. Der amerikanische Westen spricht sein Herz am meisten an.
1900 lebt er mit Eltern, 2 Schwestern und 5 Brüdern in Prairie Grove, Washington County, Arkansas. Sein Vater Zimmermann, Edgar ist Zimmermannslehrling. Er geht auf Wanderschft, malt Häuser, Schilder, Porträts, Wandgemälde und Theaterbühnen, um seinen Unterhalt zu verdienen. Reist durch die Ozarks, dann Südosten und Mittlerer Westen, landet in Chicago und schreibt sich am Art Institute of Chicago ein, um Porträtkunst zu studieren. Nach 2 Wochen geht er und übt als Autodidakt. 1909 Kalifornien, malt mehrere Monate am Laguna Beach, dann San Francisco. Bekanntschaft mit Elsie Palmer, die er 1912 heiratet. 1914 Tochter.
Sierra Nevada Mountains. Dorthin kehrt er immer wieder zurück, um die unberührte Sierra zu malen. 1917 Auftrag der Eisenbahn, den Südwesten entlang der Eisenbahnstrecke von Albuquerque nach Kalifornien zu malen. Rückkehr nach San Francisco. Auftrag für Wandbild 11.000 qm Musselin über mehrere Stockwerke in Hotel. 1918 Laguna Beach. Präsident der Laguna Beach Art Association. 4-jährige Reise durch den Südwesten, kanadische Rocky Mountains in British Columbia und Alberta, Kanada, Wandern ins Hinterland auf der Suche nach ungestörten Orten von rauer und seltener Schönheit zum Malen, manchmal wochenlang. 1922 bis 1924 2-jährige Malreise durch Europa. Bretagne, Paris, Provence, Schweiz und Venedig. Lieblingsort Alpen.
Nach Rückkehr in die USA Chicago, 1926 Laguna Beach, dann New York City . Immer unterwegs Malen in Arizona, Kalifornien, California Sierras, Connecticut , New Mexico, New York und Utah. 1928 Europa, Häfen der Bretagne, Chioggias, Lake Louise, Alberta.
1932 Kauf Studio in Los Angeles, Trennung, Edgar Hollywood, kleines Studio. Produziert Dokumentarfilm „Sierra Journey“. 1941 "Composition of Outdoor Painting", Buch über Komposition und Kompositionsformen, in 7. Auflage 2005. Als Elsie 1946 vom Krebs Edgars hört, kehrt sie nach 14-jähriger Trennung zurück und bleibt bis zu seinem Tod bei ihm.
Canyon de Chelly



Max Pechstein 1881 - 1955 deutscher Maler, Grafiker, Expressionist
Lehre als Dekorationsmaler in Zwickau, Kunstakademie in Dresden. Tritt 1906 als einziger akademisch gebildeter Maler der Künstlervereinigung „Brücke“ bei, 1907 Italien, Paris. Ab 1908 in Berlin ansässig. Lotte Kaprolat bis 1920 Pechsteins beliebtestes Modell. 1911 Heirat mit ihr, 1913 Sohn Frank.
1909 Fischerdorf Nidden, wird Teil der Künstlerkolonie, 1913/14 Südeereise, Teilnahme 1. Weltkrieg. 1923 Trennung von Lotte. Heirat Marta Möller, Professor Preußische Akademie der Künste. 1933 seines Lehramtes enthoben. Werke Pechsteins „entartete“ Kunst. Emil Nolde schuldigt ihn an,Jude zu sein, Weigerung Noldes, sich für seine falsche Behauptung zu entschuldigen. Kann einige Aquarelle in einer Ausstellung in Chemnitz verkaufen, dennoch gehen die Einkünfte erheblich zurück. In Pommern erlebt er Besetzung durch die Rote Armee, muss zeitweise für die Besatzungsmacht arbeiten, kann dann nach Berlin ausreisen. 1945 Professor an der Universität der Künste Berlin.
Doppelbildnis




Daria Petrilli * 1970 Illustratorin
In Rom geboren, studiert Kunst am IED Istituto Europeo di Design Roma. Als Illustratorin mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit.



The Lady of the Red Ibis



Pablo Picasso 1881 - 1973 spanischer Maler, Grafiker, Bildhauer
Sohn eines freischaffenden Malers und Lehrers, zwei Schwestern. Als Zehnjähriger an der Schule für Bildende Kunst in La Coruña. 1897 kurzes Studium an der Königlichen Akademie von San Fernando in Madrid. Besuchte Museen, vor allem Prado und Künstlerlokale. 1898 Barcelona, verkehrt in avantgardistischen Künstlerkreisen des katalanischen Modernisme. 1899 lernt er den Dichter Jaime Sabartés kennen, der sein enger Freund und 1935 Sekretär werden sollte.
1900 erste Einzelausstellung, kritisch rezensiert, nur mäßiger Verkaufserfolg. Reise nach Paris, wo ihn die impressionistischen Werke von Paul Cézanne, Edgar Degas und Pierre Bonnard beeindrucken. Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec inspirieren ihn zu farbenfrohen Darstellungen des großstädtischen Lebens.
Blaue Periode. Barcelona, Paris, lernt Schriftsteller kennen, Bekanntschaft mit Gertrude, Leo Stein, Matisse, der Galerist Vollard kauft Picasso Werke für 2000 Franc ab, was seine finanzielle Situation wesentlich verbessert.
Rosa Periode, Les Demoiselles d’Avignon, mit denen er 1907 den Grundstein kubistischen Denkens legt, er nennt die Periode „période nègre“. Das Bild weitgehend als unmoralisch angesehen und von vielen, selbst engen Freunden Picassos, heftig kritisiert.
1908 gibt Picasso in seinem Atelier im Bateau-Lavoir ein großes Fest zu Ehren Henri Rousseaus.
Im Sommer 1911 geraten Apollinaire und Picasso in den Verdacht, am Diebstahl der Mona Lisa beteiligt zu sein. Als Picassos Liaison mit Fernande Olivier 1912 zerbricht, wird Eva Gouel seine zweite Lebensgefährtin bis zu deren Tod 1915. Affäre mit Gabrielle Lespinasse, weist ihn ab und heiratet den amerikanischen Künstler Herbert Lespinasse.
1917, Ballett "Parade", entwirft Kostüme, Bühnenbilder und Bühnenvorhang. Ilja Ehrenburg: „Die Musik gab sich modern, das Bühnenbild war halb kubistisch. Und als ein Pferd mit kubistischer Schnauze Zirkusnummer vorführte, verloren sie endgültig die Geduld: ‚Tod den Russen! Picasso ist ein Boche! Die Russen sind Boches!‘“ 1918 Heirat mit Tänzerin Olga Stepanowna Chochlowa, Primaballerina des „Ballets Russes“. Picasso „Malerfürst“ mit eigenem Chauffeur und Hauspersonal. 1 Sohn.
1916 bis 1924 stilistisches Nebeneinander. 1923 Treffen mit dem Surrealisten André Breton. Ab 1927 geheime Beziehung zur minderjährigen Marie-Thérèse Walter. Der Zusammenhang von Sexualität und künstlerischer Kreativität wird zu Thema, das Picasso bis zu seinem Lebensende beschäftigen wird. 1935 Krise in Leben und Schaffen. Aus der Beziehung zu Marie-Thérèse, die bis 1937 andauert, Tochter Maya. Nach französischem Recht hätte Picasso seinen Besitz mit Frau teilen müssen, kein Interesse, bleiben zu ihrem Tod 1955 verheiratet.
1936 Affäre mit Alice Rahon, lernt Dora Maar, Fotografin, kennen, die in den 1940er Jahren ständige Begleiterin und Modell ist. 1937 Gernica. Picasso unterstützt die republikanische Regierung Spaniens. Die Nazis erteilen ihm wegen seiner Gegnerschaft zu Franco Ausstellungsverbot.
Die Kollaborateure tolerieren in der Besatzungszeit die moderne Kunst nicht. André Lhote erinnerte sich: „Matisse in den Müllkasten“ und „Picasso ins Irrenhaus!“.
1944 Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs bis ans Ende seines Lebens. Zum Vorwurf, sein Kommunismus sei oberflächlich: „Was, glauben Sie denn, ist ein Künstler? Ein Schwachsinniger, der nur Augen hat, wenn er Maler ist, nur Ohren, wenn er Musiker ist, gar nur eine Lyra für alle Lagen des Herzens, wenn er Dichter ist, oder gar Muskeln, wenn er Boxer ist? Ganz im Gegenteil! Er ist gleichzeitig ein politisches Wesen, das ständig im Bewußtsein der zerstörerischen, brennenden oder beglückenden Weltereignisse lebt und sich ganz und gar nach ihrem Bilde formt. Nein, die Malerei ist nicht erfunden, um Wohnungen auszuschmücken! Sie ist eine Waffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind.“
Nach sechs Jahren innerer Emigration und Isolation in Paris besucht Picasso oft südfranzösische Orte wie Antibes und Nizza. Seine Begleiterin in diesen Jahren Malerin Françoise Gilot, Beziehung dauert bis 1953; 1 Sohn * 1947 und 1 Tochter * 1949. 1949 Plakat mit Taube für den Pariser Weltfriedenskongress, in der Folge weltweit Symbol für den Frieden.
1953 neue Lebensgefährtin Jacqueline Roque, nachdem Françoise Gilot verlassen hat, und auch Geneviève Laporte, mit der er eine Affäre hatte, nicht zu ihm ziehen will. 1954 lernt er 19-jährige Sylvette David kennen, junge Frau mit blondem Pferdeschwanz, die ihm Modell sitzt: knapp 60 Porträts.
1955 kauft Picasso die Villa „La Californie“, zunehmend belästigen ihn Touristen und Bewunderern und in unmittelbarer Nähe versperrern ihm Wohnhochhäuser den Ausblick auf die Landschaft und ermöglichen Einblick auf sein Grundstück. 1961 Heirat mit Jacqueline Roque, sie ziehen nach Mougins über den Hängen von Cannes. Sein Schloss Vauvenargues nutzte er als Lager für unzählige Bilder.
1964, als die Erinnerungen von Françoise Gilot "Leben mit Picasso" erscheinenn, Zerwürfnis mit den aus dieser Beziehung stammenden Kindern Claude und Paloma Picasso.
Picasso stirbt in Mougins an den Folgen eines Herzinfarkts, Witwe Jacqueline nimmt sich dort 1986 das Leben.
Das On-Line Picasso Project schätzt die Gesamtzahl der Werke Picassos auf etwa 50.000, daneben Dutzende von Gedichten und zwei Dramen.
Guernica



Antonio Pisanello 1395 - 1455 (eigentlich Antonio di Puccio Pisano oder Vittore Pisano) italienischer Maler, Zeichner, Medailleur. Insbesondere mit Bildnismedaillen Wegbereiter der Renaissance in Oberitalien
1425/26 am Mantuaner Hof im Dienst von Herzog Ludovico Gonzaga. In rasch wechselnder Folge tätig in Venedig, Verona, Rom, Ferrara, Rimini, Mailand, Mantua (Palazzo Ducale) und schließlich Neapel (1448/9). Seine umfangreiche Medaillenproduktion beruht auf den Aufträgen der Herrscherfamilien Malatesta (Rimini und Pesaro), Gonzaga (Mantua), Visconti (Mailand) und Este (Ferrara) sowie der an den Höfen lebenden Humanisten. 1445/47 als Hofmaler in Mantua Fresken in der sog. 'Sala del Pisanello' mit Szenen von Krieg und Ritterleben aus der Lanzelot-Epik. Pisanello stirbt in Rom.
Fresko über der Kapelle der Pellegrini



Camille Pissarro 1830 - 1903 einer der bedeutendsten und produktivsten Maler des Impressionismus, Stammvater der Künstlerfamilie Pissarro
Camilles Vater stammt aus einer marranischen Familie aus Portugal, die Mutter stammt aus der Dominikanischen Republik. 1824 wandert die Familie nach Charlotte Amalie, der Hauptstadt von Dänisch-Westindien auf St. Thomas aus, wo eine jüdischen Gemeinde in der Neuen Welt gibt.
Im Alter von 12 zwölf schickte die Familie Camille nach Paris, 1847 holte sein Vater ihn zurück nach Westindien. Riest mit dem Maler Melbye 1852 nach Venezuela. In Caracas zeichnet Stadt- und Landleben, 1855 Paris, Schüler von Corot. 1857 kommen Eltern zurück, Pissarro wohnte bei ihnen in Montmorency. 1859 mit Bediensteter Verhältnis, aus dem zwei uneheliche Kinder hervorgehen. 1869 und 1870 arbeitet er eng und regelmäßig mit seinen Freunden Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir. 1870 London, 1871 Heirat mit Julie Vellay, die inzwischen mit drittem Kind schwanger. Rückkehr nach Frankreich, ein Teil seiner Bilder von deutschen und französischen Soldaten zertrampelt.
Mitte der 1880er Jahre Bekanntschaft mit Paul Signac und Georges Seurat. Er beschäftigte sich, wie viele Neo-Impressionisten, mit den Ideen des Anarchismus.
Selbstporträt



Hans Platschek 1923 - 2000 deutscher Maler, Kunstkritiker und Schriftsteller
1939 mit Eltern Emigration nach Uruguay, Kunsthochschule Montevideo. 1948 erste Einzelausstellung in Montevideo. 1953 Rückkehr nach Europa mit wechselnden Stationen München, Rom, London, Tanger, Paris, Hamburg. In Paris lernt er Max Ernst, Raoul Hausmann, Tristan Tzara, Hans Arp und Asger Jorn kennen. 1997 Gastprofessur an der Gesamthochschule Kassel. Hans Platschek stirbt in seiner Hamburger Wohnung infolge eines Schwelbrandes, von seiner brennenden Havanna verursacht.
Komposition



Sigmar Polke 1941 - 2010 deutscher Maler und Fotograf, dem postmodernen Realismus zuzuordnen (Kapitalistischer Realismus) und zitiert Ausdrucksweisen der Pop Art, ohne dass er dieser Stilrichtung zuzurechnen ist, Haltung zur Malerei mit ironischen Elementen.
Nach Vertreibung der Familie 1945 aus Niederschlesien nach Thüringen flieht sie 1953 aus der DDR nach West-Berlin, dann nach Willich. 1959 bis 1960 Glasmaler-Lehre. 1961 bis 1967 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. 1963 zusammen mit Gerhard Richter und Konrad Lueg Gründung des Kapitalistischen Realismus, Kunststil, der in der Konzeption und Realisation der Aktion Leben mit Pop – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus ihren Anfang nimmt. Gemeinsam mit Richter, Lueg und Manfred Kuttner erste öffentliche Ausstellung, 1970 bis 1971 Gastprofessor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und 1977 bis 1991 Professor. Polke wohnt und arbeitet ab 1972 6 Jahre im Willicher Gaspelshof, wo sich zusammen mit wechselnden Künstlerfreunden und Gästen eine Art „Künstlerkommune“ herausbildet. 1978 nach Köln, 1980 bis 1981 Reisen nach Südostasien, Papua-Neuguinea und Australien.
Seinen größten öffentlichen Auftrag erhält Polke mit der Erneuerung der Glasfenster des Zürcher Grossmünsters, die 5 Glas- und 7 Achatfenster übergibt er 2009 der Öffentlichkeit.
Jüngster Bruder des Bildhauers Wilfrid Polke und des Theologen Johannes Polke. Stirbt an Krebs.
The Hunt for the Taliban and Al Qaeda



Wilfrid Polke 1932 - 2014 deutscher Bildhauer und Maler
Geboren in Oels/Schlesien), 1945 flieht er mit Familie vor den sowjetischen Truppen nach Wachstedt und Dingelstädt/Eichsfeld. Nach Abitur und Ausbildung zum Steinbildhauer Studium 1954 bis 1959 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Sein Germanistik-Studium an der Universität in Köln weckt in ihm auch die Freude an der Poesie. Erstes Atelier und gleichzeitig als Studienrat am Görres-Gymnasium.
Ruf an die Hochschulen in Düsseldorf und Bochum, wo er Ästhetik und Kommunikation unterrichtet.
Für Polke hat der Schaffensprozess stets etwas Ursprüngliches. Picassos Ausspruch "Ich suche nicht, ich finde" passt zu jenen Skulpturen, die Polke aus Fundstücken, aus Holz- oder Metallresten montiert. Als Mitglied der Künstlergruppen "Farbfraß" und "Zyklon" setzt er sich auch für die sozial Schwachen in der Gesellschaft ein.
2007 schwere Erkrankung. Arbeitet er weiterhin im Atelier. Frau Ruth und 5 Kinder unterstützen ihn.
Brüder: Maler und Fotograf Sigmar Polke und Theologe Johannes Polke.
NN



Attilio Pratella 1856 - 1949 italienischer Maler
Stammt aus Maishändlerfamilie in der Lugo-(heute Emilia-)Romagna. 1877 Stipendium an der Accademia di Belle Arti di Bologna, wo er 2 Jahre lang studiert. 1880 weiteres Stipendium, das ihn an die Accademia di Belle Arti di Napoli führt. Etabliert sich in Neapel mit eigenem Atelier. Einige seiner Werke in öffentlichen Sammlungen Neapels, Mailands und Roms.
1887 Heirat mit Annunziata Belmonte, mit der er 5 Kinder hat, von denen drei - Fausto, Paolo und Ada - in die Fußstapfen ihres Vaters treten werden. Pratella malt das neapolitanische Leben, 1902 Honorarprofessor an der Akademie. Sirbt in Neapel.
Pescatori sul molo



Dod Procter 1890 - 1982 englische Künstlerin
Geboren in Hampstead/London als Tochter eines Schiffsarztes und ehemaligen Kunststudentin. Familie zieht nach Tavistock in Devon, nach dem Tod ihres Mannes 1897 nach Newlyn. Dort schreibt sie sich im Alter von 15 Jahren an der School of Painting von Elizabeth Forbes und Stanhope Forbes ein. Trift Ernest Procter und Laura, die lebenslange Freundin wird und erheblichen Einfluss auf ihre Karriere hat.
1910 mit Mutter nach Paris, wo Dod zusammen mit Ernest Procter im Atelier Colarossi studiert. Heirat 1912 in Cornwall, Sohn Bill geboren. Ernest Kriegsdienst Frankreich, in Ambulanz. Dod deprimiert, gelangweilt und knapp bei Kasse. Nach dem Krieg läst sich das Paar in Newlyn nieder.
1920 Auftrag des chinesischen Millionärs Ching Tsong, den Kokine-Palast in Rangun zu dekorieren. Ching Tsong von ihrer Arbeit enttäscht, weigerte sich, vereinbarten Lohn zu zahlen. Procters porträtiren Einheimischen und Mitglieder der britischen Kolonialverwaltung für ein Einkommen.
Nach Rückkehr konzentriert sich Dod Procter auf das Malen von Porträts, meist jungen Frauen.
Ernest Procter stirbt 1935 unerwartet. 1938 zieht Procter in die Nähe ihrer Freundin, der Künstlerin Alethea Garstin, nach Zennor. Sie malt größtenteils Porträts und Blumen. 1945 illustriert eine Geschichte von Clare Collas "A Penny for the Guy". Procter besucht Teneriffa 1938 und 1946, 1948 Basutoland und 1964 Tanganjika.
Sohn Bill



Raffael oder Raffaello Sanzio da Urbino, Raffael da Urbino, Raffaello Santi, Raffaello Sanzio 1483 - 1520 italienischer Maler und Architekt
Eltern Goldschmied und spätere Maler Giovanni Santi und Magia Ciarla. Verliert 1491 mit 8 seine Mutter. Vater stirbt 1494. Um 1500 Perugia, Schüler von Pietro Vanucci (genannt Perugino). Unterscheidung ihrer Werke oft nur mit Mühe.
Ab 1504 macht er sich in Florenz einen Namen als Schöpfer von schönen Madonnen, der die ältere Generation – Leonardo, Michelangelo, Fra Bartolommeo, Donatello – beerbt. Ab der zweiten Jahreshälfte 1508 in Rom steigt Raffael schnell zum wichtigsten Künstlers des Kirchenstaates auf. Spätestens ab 1513 hat Raffael eine alles bestimmende Position als Maler, Architekt, Kunstsachverständiger für Antiken, Denkmalpfleger inne. Gleichzeitig beschäftigt er sich mit dem Ausmalen der päpstlichen Gemächer (Stanzen und Loggia). Auch als Porträtist und immer wieder als Maler von Madonnen erarbeitet er sich internationalen Ruf. Mit nur 37 Jahren stirbt er, womöglich an einem Aderlass zur Kurierung einer Geschlechtskrankheit, die er sich bei seinen zahlreichen Affären mit Frauen zugezogen haben soll. Anderen Quellen zufolge nach einem archäologischen Aufenthalt in Sumpfgebieten um Rom an Malaria oder Pest. Gerüchte, sein unsittlicher Lebenswandel sei die Ursache seines frühen Todes gewesen, sind erst später aufgekommen. Zeitgenossen sprechen vielmehr mit hoher Achtung von seinem sittlichen Charakter.
Sixtinische Madonna



Neo Rauch * 1960 deutscher Maler
International erfolgreich, gilt als bedeutendster Vertreter der sogenannten Neuen Leipziger Schule.
Die Eltern (21 und 19) kommen 4 Wochen nach Neos Geburt bei Eisenbahnunfall ums Leben. Rauch wächst bei Großeltern auf. Abitur, an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert er Malerei, zunächst 1981 bis 1986 bei Arno Rink und 1986 bis 1990 als Meisterschüler bei Bernhard Heisig. 1993 bis 1998 Assistent von Arno Rink an der Leipziger Akademie, 2005 bis 2009 Hochschullehrer, 2009 bis 2014 Honorarprofessor. Verheiratet mit der Malerin Rosa Loy, ein erwachsener Sohn, leben in Markkleeberg. Er arbeitet in der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei. Rauch beschreibt Leipzig als seine Heimat und künstlerischen Nährboden: "Es ist der Ort der Konzentration und der Inspiration. Mir wachsen hier die besten Einfälle zu."
Neue Rollen



Odilon Redon 1840 - 1916 eigentlich Bertrand Redon, französischer Graphiker und Maler des Symbolismus, Mitbegründer der Société des Artistes Indépendants. Werk gliedert sich in eine frühe schwarze und eine späte farbige Phase.
Als 2. Sohn des wohlhabenden Gutsbesitzers Bertrand Redon in Bordeaux geboren (Vater hat 1835 Weingut Chateau Peyre-Lebade im Médoc gekauft - geht 1979 in den Besitz von Baron Edmond de Rothschild über). Eltern übergeben Säugling einer Amme in Peyrelebade, einem Dorf nahe dem Gut, wo er – vermutlich wegen einer Epilepsie-Erkrankung – fern von den Eltern bei einem alten Onkel aufwächst. Bereits als Junge interessiert er sich fast ausschließlich für das Zeichnen. Daneben Intersse an Literatur, Naturwissenschaften und Musik. 1862 und 1864 versucht vergeblich, die Aufnahmeprüfung an der École des Beaux-Arts für die Architekturklasse. 1864 Paris, erste Radierungen in Aquatinta-Technik unter Einfluss von Rodolphe Bresdin, Künstler, der Visionen hat und ihn mit seinen Mysterien vertraut macht.
1870/1871 Infanterist im Deutsch-Französischen Krieg. Übersiedlung nach Paris, lebt von den Erträgen des elterlichen Weinguts. Konzentration auf die Technik der Kohlezeichnung (fusains). Literarische Interessen: Gustave Flaubert, Charles Baudelaire und Edgar Allan Poe. Zahlreiche Reisen, studiert in den Niederlanden Rembrandt und in Flandern Peter Paul Rubens. Sommermonate im Elternhaus, wo große Anzahl von Kohlezeichnungen entstehen.
In den 1870er und 1880er Jahren, seiner „schwarzen“ Periode, behandelt Redon literarische, phantastische, aber auch christliche Themen, indem er sie in einen metaphysischen Kontext stellt. Ende der 1880er Jahre wendet er sich erstmals der Farbe zu. Caliban, ein Unhold aus William Shakespeares Der Sturm, ist in seinem Werk häufig vertreten.
1880 Heirat mit Camille Fargue, die von der Insel Réunion (damals Bourbon) stammt, 2 Söhne, der ältere stirbt mit 6 Monaten.
1884 Mitbegründer der Société des Artistes Indépendants und des Salon des Indépendants in Paris. Die um 1885 in Paris entstandene literarische Bewegung der „Symbolisten“ sehen den zurückhaltenden Redon als einen der Ihren an. Dieser kann jedoch mit ihren Regeln, Theorien und dem 1886 veröffentlichten Manifest 'Le symbolisme! wenig anfangen.
Die allmähliche Anerkennung seiner Kunst und die Geburt eines zweiten Sohns bringen das Licht zurück in sein Leben. Es veranlasst ihn, stärker mit Farbe in seiner Malerei zu experimentieren. Ab 1900 legte Redon den Schwerpunkt auf die traditionelle Staffeleiarbeit und verbringt die Zeit mit der Porträt- und Stilllebenmalerei und der Schaffung religiöser Werke. Seine Verwendung seltsamer Titel und die Technik, unwirkliche Gegensätze zu schaffen, nehmen den surrealistischen Stil vorweg.
Auch gegen Ende seines Lebens, als er endlich den Ruhm erlangte, den er verdiente, blieb er eine zutiefst zurückgezogene Person, bis er schließlich in Paris stirbt.
Schutzgeist der Gewässer



Rembrandt Harmenszoon van Rijn 1606 - 1669, einer der bedeutendsten und bekanntesten niederländischen Künstler des Barocks
Sein Schaffen fällt in die Epoche des Goldenen Zeitalters, als die Niederlande eine politische, wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit erleben. Rembrandt studiert bei Pieter Lastman, eröffnet 1625 in Leiden sein erstes Atelier und zieht bald Aufmerksamkeit auf sich. 1631 zieht er nach Amsterdam, wo er sich zu einem gefeierten Künstler entwickelt. Trotzdem zeitweise erhebliche finanzielle Probleme, 1656 Insolvenz, stirbt in Armut.
Rembrandt betätigt sich als Maler, Radierer und Zeichner, führt eine Werkstatt und bildet Künstler aus. Sein Gesamtwerk umfasst unter anderem Porträts, Landschaften sowie biblische und mythologische Themen. In seinen Historiendarstellungen greift er zahlreiche bis dahin nicht künstlerisch bearbeitete Motive auf, oder sucht nach neuen Darstellungsmöglichkeiten traditioneller Motive. Viele dieser Werke durch starke Hell-Dunkel-Kontraste ausgezeichnet, weshalb er als Meister des Chiaroscuro gilt.
Man rezipiert Rembrandt bereits zu Lebzeiten durch Nachstiche und Kopien seiner Bilder. Nach seinem Tod seine koloristische Malweise in der Kunstkritik und Kunstliteratur des Klassizismus negativ bewertet, während sich die Werke bei Sammlern großer Beliebtheit erfreuen und hohe Preise erzielen. Das 18. Jahrhundert mystifiziert sein Leben und schmückt es mit Legenden aus. Die nachweislich von Rembrandt selbst gemalten Bilder sind nach neuer Forschung von einst angeblich über 700 auf etwa 350 geschrampft.
Die Nachtwache



Pierre-August Renoir 1841 - 1919 oft nur Auguste Renoir, einer der bedeutendsten französischen Maler des Impressionismus
Geboren in Limoges als Kind eines Schneiders und einer Zuschneiderin. Als er 3 ist, zieht Familie nach Paris. Mit 13 Lehre als Porzellanmaler. Von seinem Lohn kann er leben und sogar seine Eltern unterstützen. Wegen der mechanische Druckverfahren für Porzellan schließt die Manufaktur als er 17 ist. Bestreitet Lebensunterhalt mit Bemalen von Fächern und Markisen und dem Kolorieren von Wappen. 1861–1864 studiert Renoir Malerei beim Schweizer Maler Charles Gleyre. Sucht sich andere Vorbilder, nämlich Gustave Courbet und Díaz de la Peña, denen er zufällig beim Malen im Wald begegnet, Freundschaft mit Claude Monet, Alfred Sisley und Frédéric Bazille. 1868 im Salon mit "Lise mit dem Sonnenschirm" vertreten, Lise Tréhot Modell und bis 1871 Geliebte. 1869 bittere Armut, dass er nicht einmal jeden Tag etwas zu essen hat
1870 im Deutsch-Französischen Krieg freiwillig bei Kavallerieregiment. Nach dem Krieg Kontakt zu Freunden Monet und Sisley, verbringen Sommer der 1870er gemeinsam, auch mit mit Édouard Manet. Durand-Ruel, ein großer Förderer der Impressionisten, gibt Geld, Renoir kann sich Atelier mieten.
Mitte der 1870er bessert sich Finanzsituation. 1881/1882 3 große Reisen nach Algerien, Italien und wieder Algerien. 1882 porträtiert er Richard Wagner.
1883 Insel Guernsey. 1885 erstes Kind von seiner Geliebte Aline Charigot. Sohn Pierre. 1890 Heirat. 2. Sohn Jean. 3. Sohn Claude
Um 1892 rheumatoide Arthritis, fälschlicherweise als Gicht diagnostiziert. 1907 dauerhaft Les Collettes, Landhaus mit großem Garten in Cagnes-sur-Mer bei Nizza.
Trotz Krankheit und Rollstuhl malt er unaufhörlich. Stirbt mit 78 Jahren und hinterlässt rund 6.000 Werke.
MIt Familie Monet im Garten in Argenteuil



Jusepe de Ribera 1591 - 1652 (auch José und (ital.) „lo Spagnoletto“ („der kleine Spanier“), aus Spanien stammender im Neapel der Barockzeit tätiger Maler, er, seine Schüler und Maler aus anderen Werkstätten der Stadt als 'Neapolitanische Schule' zusammengefasst
Lernt zunächst bei Francesco Ribalta in Valencia, dann Neapel, studiert in Rom die Werke Raffaels und der Carraccis und zu Parma und Modena die von Antonio da Correggio. In Neapel bildet er sich nach Caravaggios Werken.
Mit "Marter des heiligen Bartholomäus" erwirbt er Stelle eines Hofmalers des Herzogs von Osuna, Vizekönig zu Neapel. Stirbt in Neapel.
Die heilige Agnes



William Trost Richards 1833 - 1905 US-amerikanischer Landschafts- und Marinemaler
1846 bis 1847 besucht Richards die Central High School seiner Geburtsstadt Philadelphia. 1850 bis 1855 studiert er beim deutschen Maler Paul Weber. Parallel arbeitete er als Entwerfer von kunsthandwerklichen Metallprodukten, 1852 erste Ausstellung, 1855 bis 1867 Europareisen. Unterricht bei Andreas Achenbach. 1856 Heirat mit Anna Matlack. Kauft Haus in Newport (Rhode Island), 1879/1880 dritte Europareise. 1882 läst er sich das Sommerhaus Graycliff („Grauklippe“) in Newport bauen, 1884 tauscht er Haus in Germantown gegen eine Farm in Oldmixon am Bristolkanal in North Somerset, England. Bis zu seinem Tod jedes Jahr in Europa.
Old Orchard at Newport



Gerhard Richter * 1932 deutscher Maler, Bildhauer und Fotograf.
Kindheit und Jugend in der Oberlausitz auf. NS-Ärzte ermorden seine Tante Marianne Schönfelder 1945 im Rahmen der Nazi-Euthanasie. Richters erster Schwiegervater Heinrich Eufinger, Emas Vater, gehört als SS-Obersturmbannführer und Verantwortlicher für die Zwangssterilisationen in Dresden zu den Tätern. Opfer und Täter von Richter mehrfach porträtiert, offenbar ohne dass ihm diese Hintergründe bekannt waren.
Bis 1951 Ausbildung Schriften- sowie Bühnen- und Werbemaler. 1950 Aufnahmeantrag Hochschule für Bildende Künste Dresden abgelehnt. 1951 - Studium an der dortigen Kunstakademie antreten. 1955 Wandgemälde (Abendmahl mit Picasso) für Mensa der Dresdner Akademie. 1956 Wandbild Dresdner Hygienemuseum (Lebensfreude). Beide Gemälde nach Richters Flucht übermalt; nach der Wiedervereinigung Lebensfreude an zwei Stellen freigelegt und erneut übermalt. 1957 Heirat mit Ema Eufinger. 1957 bis 1961 Meisterschüler an der Akademie und Staatsaufträge der DDR. Vielzahl von Wandbildern. 1961 Flucht nach Westdeutschland, 1966 Tochter. Verbrennt seine Kunsterke vor Abreise verbrannt. 1961 bis 1964 Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf. Professur. Setzt sich 1972 Uwe Johnson, Heinrich Böll, David Hockney, Günther Uecker, Henry Moore, Richard Hamilton, Peter Handke und Martin Walser Joseph Beuys ein, dem Kultusminister Johannes Rau die Lehrerlaubnis entzog.
1982 Scheidung, Heirat mit Bildhauerin Isa Genzken, nach 11 Jahren Scheidung endete. 1995 Heirat mit Malerin Sabine Moritz (seine Schülerin), 3 Kinder.
1993/1994 umfassende Retrospektive mit Stationen in Paris, Bonn, Stockholm und Madrid. 2004 Gerhard-Richter-Räume im Dresdner Albertinum mit 32 Werken.
Im Kunstkompass von "Capital" belegt Gerhard Richter den ersten Platz. Laut Artnet gehöart er zu den weltweit teuersten lebenden Gegenwartskünstlern. (Marktvolumen in Auktionen 558 Mill. €!)
Studentin



Diego Rivera 1886 - 1957 (Diego María de la Concepción Juan Nepomuceno Estanislao de la Rivera y Barrientos Acosta y Rodríguez) mexikanischer Maler
1907 - 1921 Arbeit in Europa, zu Beginn und Ende der 1930er-Jahre in den USA. In seinen Tafelbildern adaptiert Rivera in schneller Folge viele verschiedene Stilrichtungen und beschäftigt sich längere Zeit mit dem Kubismus. Während seiner Zeit in Europa steht er in Kontakt mit führenden Vertretern der Modernen Kunst wie Picasso, Braque und Gris. Nach Rückkehr arbeitet Diego Rivera vor allem an seinen großen Wandbildprojekten, die er etwa im Palacio Nacional, dem Palacio de Bellas Artes, dem Secretaría de Educación Pública und in verschiedenen Institutionen in den Vereinigten Staaten malt. Diese von ihm als Beitrag zur Volksbildung verstandenen Murales tragen einen Großteil zur Bekanntheit und zum Erfolg Riveras bei. Dahinter treten die weiteren Facetten seines Gesamtwerkes zurück.
1922 Beitritt Kommunistische Partei Mexikos. 1927 anlässlich des Jubiläums der Oktoberrevolution Reise in die Sowjetunion, 1929 Ausschluss aus der Partei.
1929 Heirat mit Frida Kahlo
In den 1930ern Trotzkist, beherbergt kurzzeitig Trotzki, 1939 bricht Verbindung ab.
Ehepaar bezieht das Atelier-Wohnhaus in San Angel. Im kleineren, blauen Kubus des im Bauhausstil errichteten Gebäudes lebt Kahlo, im größeren, rosa Kubus Rivera.
1935 Ehekrise, Affäre mit Frida Kahlos jüngerer Schwester Christina. 1938 beherbergt Rivera André Breton und dessen Frau Jacqueline. Die beiden Künstler unterzeichneten ein von Trotzki verfasstes Manifest für eine revolutionäre Kunst. Die befreundeten Ehepaare reisen gemeinsam durch die mexikanischen Provinzen, und unter dem Einfluss Bretons fertigt Diego Rivera einige wenige surrealistische Bilder an.
1939 Scheidung. Nachdem die Sowjetunion mit dem Deutschen Reich paktiert, mildert Rivera seine negative Einstellung zu den USA. Malt unter dem Titel Panamerikanische Einheit zehn Wandtafeln für die Golden Gate International Exposition in San Francisco. Dort heiraten er und Frida Kahlo 1940 erneut, da beide unter der Trennung litten.
1941 zieht er zu Kahlo ins blaue Haus.
1950 Frida Kahlo wegen mehrerer Operationen an der Wirbelsäule 9 Monate im Krankenhaus, Rivera nimmt sich Zimmer im Hospital. Er illustriert in diesem Jahr gemeinsam mit David Alfaro Siqueiros die limitierte Auflage von Pablo Nerudas Canto General und gestaltet die Buchhülle.
1952 malt er transportable Wandtafeln für die in Europa geplante Ausstellung Zwanzig Jahrhunderte mexikanische Kunst. Seine Porträts von Stalin und Mao in diesem Werk führen zum Ausschluss seiner Arbeit. Wendet sich zunehmend gegen die am westlichen Kapitalismus orientierte Politik, die unter der Präsidentschaft Alemans einsetzt. 1954 nehmen beide in Guatemala an einer Unterstützungskundgebung für die Regierung von Jacobo Arbenz teil, letzter öffentliche Auftritt Frida Kahlos, die am 13. Juli stirbt. Rivera willigt ein, dass man bei ihrer Totenwache im Palacio de Bellas Artes die kommunistische Fahne über ihren Sarg legt, im Gegenzug nimmt ihn die Kommunistische Partei Mexikos wieder als Mitglied auf. Daraufhin malt Rivera das Gemälde Glorreicher Sieg, in dem er den Sturz von Arbenz zeigt. Das Bild geht in Polen verloren.
Riveras Alter und Gesundheitszustand erschweren die Arbeit an monumentalen Wandgemälden. 1955 Heirat mit Verlegerin Emma Hurtado, seit 1946 seine Galeristin. An Krebs leidend begibt er sich 1955 zur ärztlichen Behandlung in die Sowjetunion. Zurück in Mexiko, bezieht er das Haus seiner Freundin Dolores Olmedo in Acapulco, wo er sich erholen soll und eine Reihe von Seestücken anfertigt.
1957 Herzinfarkt. Anstatt seine Asche mit der von Frida Kahlo in ihrem blauen Haus zu vereinigen, wird er in der Rotonda de los Hombres Ilustres im Panteón Civil de Dolores beigesetzt.
The Firestone Self-Portrait



Christian Rohlfs 1849 - 1938 deutscher Maler der Moderne.
1851 zieht Rohlfs mit seinen Eltern nach Fredesdorf um. 1864 schwere Beinverletzung bei Sturz von Baum. Der Arzt gibt ihm gegen Langeweile Zeichenmaterial und erkennt sein Talent. Er fördert den Jungen fortan. Aufgrund Beinerkrankung (chronische Knochenmarksentzündung) 1873 Bein amputiert. Ab 1884 freischaffender Künstler in Weimar, wendet sich Impressionismus zu. 1901 Hagen, wo er sich an dem entstehenden Folkwang-Museum ein Atelier einrichten kann. Ab etwa 1910 Expressionist. 1919 Heirat mit Helene Vogt. Ab 1927 alljährlich in Ascona.
Für die Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 in München zahlreiche Arbeiten konfisziert, Rohls erhält Malverbot.
Dorfstraße in Ehrungsdorf



Carl Rottmann 1797 - 1850 deutscher Landschaftsmaler, berühmtester Vertreter der Malerfamilie Rottmann, gehört dem Künstlerkreis um König Ludwig I. an, der ihn exklusiv mit Erstellung großformatiger Landschaftsgemälde beauftragt. Bekannt für mythisch-heroisierende Landschaftsmalerei, der Griechenlandzyklus gilt als sein Hauptwerk.
Geboren Heidelberg, erster Zeichenunterricht beim Vater, Friedrich Rottmann, der Zeichnen an der Universität Heidelberg lehrt. 1821 München, 1824 Heirat mit Friedericke Sckell, der Tochter von Friedrich Ludwig von Sckell, der Hofgartenintendant ist, was ihm die Bekanntschaft mit König Ludwig I., eröffent. Dieser ermöglicht 1826/1827 eine Italienreise, um sein Motivrepertoire zu erweitern. Nach Rückkehr erteilt König den Auftrag zu einem Zyklus monumentaler italienischer Landschaften in den Arkaden des Münchner Hofgartens. Der 1833 mit 28 Wandbildern fertiggestellte, in Freskotechnik ausgeführte Zyklus gibt der Verbundenheit Ludwigs I. mit Italien sichtbaren Ausdruck und hebt die Landschaftsmalerei als Gattung auf die Höhe der Historienmalerei, der König schreibt dazu je ein selbstgedichtetes Distichon.
1834 Auftrag zu einem zweiten, den Landschaften Griechenlands gewidmeten Zyklus. 23 große Landschaftsbilder kommen in der neu erbauten Neuen Pinakothek zur Aufstellung mit eigenem Saal. 1841 Ernennung zum Hofmaler.
Rottmann stirbt im Alter von 53 in München.
Nemea



Henri Rousseau 1844 - 1910, genannt „Le Douanier“ autodidaktischer französischer Maler, Postimpressionismus und Naive Kunst, einer der Wegbereiter des Surrealismus.
Sohn eines Klempnermeisters und Eisenwarenhändlers, Klarinettist in einem Infanterieregiment. Zoll (daher der Name Le Douanier „der Zöllner“). 1869 Herat mit der 18-jährigen Schneiderin Clémence Boitard, 9 Kinder. Durch Alfred Jarry lernt er Paul Gauguin kennen, in dessen Atelier er Mallarmé, Strindberg und Degas trifft. Geigenunterricht, um die karge Rente aufzubessern. Trifft Delaunay, Pablo Picasso, Braque, Max Jacob, Vlaminck und weitere. Wegen Scheckbetrugs zu 2 Jahren Gefängnis mit Bewährung verurteilt, verspricht dem Richter, das Porträt seiner Gattin zu malen. Stirbt nach Blutvergiftung.
Apollinaire schreibt das Epitaph für den Grabstein:
Freundlicher Rousseau, du hörst uns.
Wir grüßen dich,
Delaunay, seine Frau, Monsieur Queval und ich.
Lass unsere Koffer zollfrei durch die Pforte des Himmels,
Wir bringen dir Pinsel, Farben und Leinwand,
Damit du malest in der geheiligten Muße des wahren Lichts
Wie einst mein Bildnis:
Das Angesicht der Sterne

Die schlafende Zigeunerin



Peter Paul Rubens 1577 - 1640 Maler flämischer Herkunft, einer der bekanntesten Barockmaler und Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone
Vater in den Niederlanden und Italien ausgebildeter Rechtsanwalt und Schöffe in Antwerpen. Nach dem Tod des Vaters 1587 zieht Mutter mit den Kindern zurück nach Antwerpen. Einige Monate als Page am Hof der Marguerite de Ligne. Ab 1592 widmet er sich der Kunst, 1598 in die Malergilde zu Antwerpen aufgenommen.
1600 Italien, um dort Tizian, Veronese und andere zu studieren. Hier wird Herzog Vincenzo Gonzaga von Mantua auf ihn aufmerksam, der ihn als Hofmaler nach Mantua holt. Dort für Kapelle ein erstes Hauptwerk, die "Kreuzabnahme", Beginn seiner Karriere. Nach längerem Aufenthalt in Rom 1603 an spanischen Hof Madrid. 1604 in Mantua zurück. Die Krankheit seiner Mutter ruft ihn im Herbst 1608 nach Antwerpen zurück.Rubens wichtigster Mäzen Bürgermeister von Antwerpen, Nicolaas Rockox, in dessen Haus er Isabella Brant kennen lernt, die er 1609 heiratet. 1611 eigenes prächtiges Heim, in dem er seine reiche Kunstsammlung unterbringt, erste Tochter Clara geboren.
Rubens wird schnell reich, hochgeehrt, und die Zahl seiner Schüler wächst beständig.
1622 ruft ihn Maria de’ Medici nach Paris, um ihren dort erbauten Luxembourgpalast mit Darstellungen der denkwürdigsten Begebenheiten ihres eigenen Lebens zu schmücken, was seine Schüler ausführen. Seit 1623 als Diplomat in den Diensten der Erzherzogin.
Nach Tod der ersten Frau Heirat 1630 mit Helene Fourment. Stirbt mit 63 nach längerem Leiden an der Gicht.
Die vier Paradiesflüsse



Johannes Ruff 1813 - 1886
Schloss Bronnen im Donautal




Jacob van Ruisdael um 1628/29 - 1682 niederländischer Landschaftsmaler und Radierer des Barock
Über sein Leben ist wenig bekannt. Einziger Sohn des Landschaftsmalers und Rahmenbauers Isaack van Ruisdael, sowie der Neffe von Salomon van Ruysdael und Vetter von Jacob Salomonsz. Jugend in Haarlem, 1646 erste Gemälde des 17-Jährigen, Reisen durch Niederlande und an den Mittelrhein. 1678 wird Ruisdael als in Caen promovierter Arzt erwähnt. Wahrscheinlich stirbt er in Amsterdam.
Die Bleichen bei Haarlem




Philipp Otto Runge 1777 - 1810, neben C. D. Friedrich der bedeutendste deutsche Maler der Frühromantik
9. von 11 Kindern eines Kaufmanns und Reeders. Philipp Otto erkrankt im frühen Kindesalter an Lungentuberkulose, will Maler zu werden. 1795 mit ältestem Bruder Kaufmannslehre. Dessen Freundeskreis (dem u. a. Matthias Claudius angehört) sowie Begegnung mit Friedrich Gottlieb Klopstock regen Runge zum Zeichnen und zum Studium der Autoren der Antike an.
1799 - 1801 an der kgl. Akademie in Kopenhagen Akt und Antikenkopie, Freihandzeichnen, Anatomie, Geometrie und Perspektive, 1801 - 1804 Kunstakademie Dresden, Kontakt mit den Romantikern, vor allem C. D. Friedrich und Quistorp. Ludwig Tieck vermittelt ihm die Mystik Jakob Böhmes und macht ihn mit den Anschauungen Novalis’ vertraut. Auf einer Reise nach Weimar lernt er Goethe kennen.
1804 Heirat mit Pauline Susanna Bassenge. Ehepaar siedelt nach Hamburg über, 4 Kinder, das jüngste Kind am Tag nach Runges Tod geboren, der an Tuberkulose stirbt.
Die Hülsenbeckschen Kinder



John Peter Russell 1858 - 1930 australischer impressionistischer Maler, erreicht auch postum nie weltweite Anerkennung: „lost impressionist“. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass Russell seine Werke nicht öffentlich ausstellt – er war sehr begütert, und seine Kunst muss ihm nicht zum Lebensunterhalt dienen.
Ältester Sohn des schottischen Ingenieurs John Russell und seiner Ehefrau Charlotte Elizabeth, geborene Nicholl, die aus London kam. Sein Vater kommt als Junge nach Australien und wird Partner im Ingenieurbüro seines Bruders. Nach dem Tod des Vaters 1879 erbt er ein riesiges Vermögen. Dank des väterlichen Erbteils ist er finanzieller Sorgen, 1881 nach London und schreibt sich an der Slade School of Fine Art ein. Danach studiert er mehrere Jahre in Paris, zu seinen Mitstudenten dort gehören Henri de Toulouse-Lautrec, Émile Bernard und Vincent van Gogh; mit letzterem freundet er sich an, und 1886 sollte er ihn auch porträtieren. Auch mit Tom Roberts, einem später führenden Vertreter des eigentlichen australischen Impressionismus, entwickelte er eine lebenslange Freundschaft – künstlerisch gibt es zu dieser Bewegung indes keinen unmittelbaren Bezug. 1888 Heirat mit Marianna Antoinetta Mattiocco, Auguste Rodins italienisches Modell. Mit ihr wird er 11 Kinder haben, von denen 6 überleben. In diesem Jahr zieht auf die Insel Belle-Île, wo er seinen Wohnsitz, genannt „Le Chateau Anglais“, erbauen ließ.
Van Gogh schätzt Russells Schaffen, 1888 schickte er ihm 12 Gemälde, um ihn über den Fortschritt seiner Arbeit zu informieren. Monet arbeitet oft mit Russell auf Belle-Île zusammen und beeinflusste seinen Malstil.
1897 und 1898 besuchte ihn Henri Matisse. Matisse: „Russell war mein Lehrer, und Russell erklärte mir die Farbtheorie“
Nach den frühen Porträtmalereien wandte Russell sich mehr Landschafts- und Seegemälden sowie Familienbildern zu. Er stellte seine Werke nie öffentlich aus. 1908 nach dem Tod seiner verlässt er Belle-Île, geht nach Paris. Im Jahr 1912 Heiratmit der amerikanischen Sängerin Caroline de Witt Merrill.
1915 England, dann 2 Jahre nach Neuseeland, dann Sydney. Als er stirbt, hinterlässt er seiner zweite Frau und den gemeinsamen Sohn sowie 6 Kinder aus seiner ersten Ehe. Nach seinem Tod gerä Werk in Vergessenheit.
Russell Freund der Bildhauer Auguste Rodin und Emmanuel Frémiet; die Schönheit von Russells erster Frau Marianna stellt Rodin in seiner Skulptur Minerve sans Casque (auch Pallas sans Casque) in verschiedenen Materialien 1896 dar.
Vincent van Gogh


Jenny Saville * 1960 englische Malerin
1988 bis 1992 Glasgow School of Art. 6 Monate Stipendium für die University of Cincinnati. Der Anblick dicker Frauen erweckt Faszination für fettes, weißes Fleisch. Ebenso hat Cindy Sherman Einfluss auf sie. 1990 erste Arbeiten in der „Contemporary-'90“-Ausstellung der Royal Academy of Arts. 1992 - 1993 Slade School of Art. Der britische, millionenschwere Werbezar und Kunstsammler Charles Saatchi kauft mehrere ihrer Werke und nimmt sie unter Vertrag und erwirbt ihre Werke im Voraus, 1994 löste sich Jenny von ihm.
New York, wo sie viel Zeit in der Praxis eines Chirurgen und bei plastisch-chirurgischen Operationen über dessen Schulter schaut und fotografiert.
2004 Einzelausstellung in New York. Sie lebt mit dem Künstler Paul McPhail zusammen und arbeitet teils auf Sizilien (Italien) und London, wo sie an der Slade School of Art Lehrauftrag für figürliche Malerei hat.
propped


Christian Schad 1894 - 1982 deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit, neben Otto Dix, George Grosz, Rudolf Schlichter, Karl Hubbuch und Richard Ziegler wichtigster Vertretern des Verismus
Sohn des Geheimen Justizrates Carl Schad. Gemeinsam mit Schwester wächst er in behüteten, kultivierten Verhältnissen auf. Durch den Vater enge Bindungen zum bayerischen Königshaus. Kunstakademie München, Studium nach wenigen Semestern abgebrochen, weil er sich "nicht prüfen lassen wollte". Mietete im Künstlerviertel Schwabing Atelier, wo erste expressionistische Holzschnitte entstehenn. 1914 Studienaufenthalt in Volendam.
Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges simuliert er Herzfehler, um der Einberufung zu entgehen, flieht 1915 in die Schweiz nach Zürich. Mit dem Dichter Walter Serner enge Freundschaft. 1916 Genf, Malstudien in der dortigen Irrenanstalt. Nach kurzem Aufenthalt in München ab 1920 mehrere Jahre in Rom und, gemeinsam mit Serner. 1923 Heirat mit der Römerin Marcella Arcangeli, im Jahr darauf Sohn. 1924 Porträt Papst Pius XI. 1925 Wien.
Trennung von Frau, 1928 Berlin, Reisen nach Paris und Schweden. Leben als Dandy, bewegt sich nicht nur in der Kunstszene, sondern auch in Salons, Tanzbars und Nachtlokalen. Einigen Zeichnungen an dem von Curt Moreck verfassten Führer durch das „lasterhafte“ Berlin, einer Schilderung des Berliner Nachtlebens um 1930. Figuren und Motive spiegeln die mondäne Seite der „goldenen“ zwanziger Jahre wider.
Die etwa 30 Porträts aus der Zeit zwischen 1925 und 1930 zur Neuen Sachlichkeit gezählt. Schad ist ein Meister des kühlen, sachlichen Farbauftrags, gilt als einer der besten Maler der menschlichen Haut. Dafür verwendete er die zeitaufwendige Lasurtechnik.
Nach der Machtübernahme durch die Nazis wird sein Werk nicht wie das vieler anderer Künstler seiner Generation als „entartete Kunst“ eingestuft, keines seiner Werke konfisziert, und 1934 kann er Arbeiten zur „Großen deutschen Kunstausstellung“ einreichen.
Rückzug ins innere Exil, ab 1935 die Leitung eines Brauereibetriebs. Er beginnt intensive Auseinandersetzung mit ostasiatischer Mystik. Im Sommer Naturstudien in der Jagdhütte seiner Eltern im oberbayerischen Valepp auf. Auf der Suche nach einem Modell lernt er die junge Schauspielerin Bettina Mittelstädt kennen. Aschaffenburg, Auftrag zur Erstellung einer Kopie der Stuppacher Madonna von Matthias Grünewald. 1947 fertig gestellt, Heirat mit Bettina. Reisen nach Tunesien, Frankreich, Italien und in die Schweiz. 1962 neugebautes Atelierhaus in Keilberg bei Aschaffenburg. Wiederentdeckung Schads mit der wichtigen Ausstellung im Palazzo Reale in Mailand 1972, 1980 umfassende Retrospektive Berlin. Stirbt in Stuttgart.
Selbstportraät mit Modell


Hans Schäufelin um 1490 - um 1540, auch Schäufelein, Schäuffelein, Scheifelen, Scheuflin, deutscher Maler, Grafiker, Holzschneider und Buchillustrator
Künstlerzeichen Schaufel. Erreicht vor allem Bekanntheit durch zahlreiche Holzschnitte, die er teilweise im Auftrag Kaiser Maximilians I. fertigt (Theuerdank, Weißkunig).
1503 bis 1507 in Dürers Werkstatt in Nürnberg, wo er das großformatige sog. Ober St. Veiter Retabel für das Nürnberger Sebastiansspital ausführt. Erstes eigenständiges und größeres Werk der Tafelmalerei 1504 "Die Flucht nach Ägypten", stark von Dürer beeinflusst, zu dessen drei wichtigsten Schülern er neben Hans Baldung, genannt Grien, und Hans von Kulmbach gehört. 1505 Auftrag, den von Albrecht Dürer begonnenen Passionsaltar für den Kurfürsten Friedrich III. (Sachsen), den Weisen, zu vollenden, während Dürer seine zweite Italienreise antritt. Im gleichen Jahr in Nürnberg Druck "Der beschlossen gart des rosenkrantz mariae" von Ulrich Pinder, zu dem Schäufelin 337 Holzschnitte beisteuert und das nicht zuletzt aufgrund seiner Holzschnitte gerühmt wird; für Pinders späteres Werk "Speculum passionis domini nostri Iesu Christi" von 1519 29 Holzschnitte.
1507 bis 1508 im Dienst Hans Holbeins des Älteren in Augsburg, wo er zu einem eigenen, von Dürer losgelösten Stil findet. 1515 "Abendmahl" für das Ulmer Münster, 1537 Marien- und Passionsaltar für Kloster Auhausen (aufgelöst).
Zwischen 1508 und 1510 Südtirol, 1510 bis 1515 Augsburg. 1515 bis Lebensende Stadtmaler Nördlingen. Großes Fresko für das Rathaus. Schäufelins Spätwerk der sogenannte "Ziegler-Altar" und der "Christgartner-Altar", 1535 Kartenspiel, Höhepunkt der Spielkartenproduktion des 16. Jahrhunderts. Sohn Hans, ebenfalls Maler, in Freiburg in der Schweiz.
Marien- und Passionsaltar


Ary Scheffer 1795 - 1858 französischer Maler niederländischer Herkunft
Sohn des Malers Jean-Baptiste Scheffer (1765–1809) und dessen Ehefrau, der Miniaturmalerin Cornelia Lamme. Der Maler Henry Scheffer ist sein Bruder. Scheffer kommt 1797 mit seiner Familie nach Den Haag, lebt 1808 bis 1810 in Amsterdam. Mit 17 zieht er 1812 nach Paris. Im Atelier von Baron Pierre Narcisse Guérin beeinflussen ihn dessen Schüler Théodore Géricault und Eugène Delacroix in seinem Stil.
Ary Scheffer reist häufig in die Niederlande, wo er auch ausstellt. 1850 wird er französische Staatsbürgerin und heiratet Sophie Marin.
Er stirbt mit 63 Jahren. Die Bildhauerin Cornelia Scheffer (1830 - 1899) ist seine Tochter. Einer seiner Schüler, Frédéric Auguste Bartholdi, schuff die Freiheitsstatue in New York.
Der Tod Ludwigs des Heiligen


Egon Schiele 1890 - 1918 österreichischer Maler des Expressionismus, zählt zu den bedeutendsten bildenden Künstlern der Wiener Moderne
3. Kind des Tullner Bahnhofsvorstands und dessen Frau aus dem südböhmischen Krumau. Vater verstirbt 1905 an Syphilis. 1906 an Wiener Akademie der bildenden Künste. Anfangs begeistert, des starren Akademiealltags und der konservativen Auffassung einzelner Lehrkräfte müde, verlässt er sie nach 2 Jahren, gründet mit Kommilitonen die Wiener Neukunstgruppe.
Ab 1907 Gustav Klimt väterlicher Freund und Mentor. Deutliche Hinwendung zum Expressionismus. Lebt 1910 mit Liliana Amon in seinem Atelier, 1911 mit Wally Neuzil nach Krumau, weiter nach Neulengbach, Verurteilung wegen „Verbreitung unsittlicher Zeichnungen“ zu 24 Tagen Gefängnis. 1912 Wien, Klimt vermittelt Kontakte zu Sammlern und Galeristen.
1915 Kriegsdienst, kurz vor Versetzung nach Prag Heirat mit Edith Harms, Bruch mit Wally Neuzil.
1918 stirbt Edith, im sechsten Monat schwanger, an Spanischer Grippe, Egon Schiele steckt sich an und verstirbt.
Wally Neuzil


Eduard Schleich 1812 - 1874 deutscher Maler
Der uneheliche Sohn eines Gerichtsrats will 1823 in München die Kunstakademie besuchen, sie weist ihn ihn als talentlos ab. Sarkastische Empfehlung des Akademieleiters Peter von Cornelius, sich besser als Schuster zu versuchen. Er beginnt ohne Anleitung Landschaften zu malen, dann bildet er sich nach den niederländischen Meistern, welche entscheidenden Einfluss auf seinen malerischen Stil gewinnen, er strebt nach einer poetischen Wiedergabe der Stimmung. Reisen durch Deutschland, Frankreich, Italien und Holland erweitern seinen Gesichtskreis. 1851 zusammen mit Carl Ebert, Dietrich Langko und Carl Spitzweg Studienreise nach Paris, um sich von den alten Meistern im Louvre inspirieren zu lassen und die Avantgarde der Malerei kennenzulernen.
Professor der Kunstakademie München, gilt als einer der Vorreiter der Dachauer Künstlerkolonie, wohin es ihn ab den frühen 1840er Jahren immer wieder zieht. Er kann sich auch mit diesen Arbeiten bestens auf dem Markt behaupten und muss nicht erleben, von der eigenen Zeit überholt zu werden; als er an Cholera stirbt, ist seine führende Stellung innerhalb der Münchner Landschaftsmalerei unangefochten.
Isartallandschaft



Rudolf Schlichter 1890 - 1955 deutscher Künstler und Schriftsteller, gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit.
Rudolf Schlichter, der früh den Vater verliert, wächst als jüngstes von sechs Geschwistern auf. Ab 1904 Lehre als Porzellanmaler in Pforzheim. 1907 bis 1909 Kunstgewerbeschule Stuttgart. Ab 1910 Studium an der Kunstakademie in Karlsruhe. Entwickelte sich in Auflehnung gegen tradierte bürgerliche Wertvorstellungen zu einem Künstler, der sich zeitgenössischen Bohème-Idealen verbunden sieht. Studienreisen nach Italien und Frankreich, bekommt durch den Malerkollegen Julius Kaspar Kontakte zur Unterwelt.
Schlichter, Masochist, dessen Sexualität von Schuhfetischismus, Strangulation und Gewalt geprägt ist, mit der Gelegenheitsprostituierten Fanny Hablützel zusammen und verkaufte unter dem Pseudonym Udor Rétyl pornographische Grafiken.
Während des 1. Weltkriegs 1916 zum Militär eingezogen, kommt er im Jahr darauf nach einem Hungerstreik von der Westfront zurück. 1918 Mitglied eines Soldatenrates.
Gehörte zu den Mitbegründern der Gruppe Rih. Im selben Jahr siedelt er nach Berlin über, wo er sich der Novembergruppe, der Berliner Secession, den Berliner Dadaisten und der KPD anschließt. 1920 erste Einzelausstellung in Berlin. Teilnahme an der Ersten Internationalen Dada-Messe, wo te das Objekt einer an der Decke hängenden Soldatenpuppe mit Schweinskopf für Skandal sorgt. Anklage wegen Beleidigung der Reichswehr gegen Schlichter, George Grosz, Wieland Herzfelde, John Heartfield sowie den Galeristen Otto Burchard.
Etwa ab 1922 lebte er wieder mit einer Prostituierten zusammen. Buchillustrationen, mit persönlichem Faible für Karl May. Sein Freundes- und Bekanntenkreis reicht von Bertolt Brecht, Fritz Sternberg, Alfred Döblin und Grosz bis hin zu Carl Zuckmayer, den er schon in Karlsruhe kennengelernt hat. Nach dem Zerwürfnis mit der Novembergruppe gehört er 1924 zu den Gründern der Roten Gruppe, die in Opposition zu dieser stand. Im selben Jahr beteiligt er sich an der ersten deutschen Kunstausstellung in der UdSSR.
1929 Heirat mit Elfriede Elisabeth Koehler, die durch wechselnde, sich finanziell auszahlende Liebschaften für den Lebensunterhalt des Paars sorgt, was zu Schuldgefühlen und Eifersuchtsausbrüchen führt. Er beginnt sich vom Kommunismus und der Berliner Avantgarde ab- und dem Katholizismus zuzuwenden. Zum Bekanntenkreis zählen Ernst von Salomon, die Brüder Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger und Ernst Niekisch. Mit der inneren Wendung entsteht Plan einer autobiographischen ›Beichte‹ und Abrechnung mit dem bisherigen Leben. 1931/1932 erscheinen die autobiographischen Bücher 'Zwischenwelt' und 'Das widerspenstige Fleisch'. Schlichter zeichnet illusionsloses, bisweilen grausames Bild der Kindheits- und Jugenderfahrungen. Dabei entwickelt Zeitschau, die nahezu alle Elemente konservativer Zivilisationskritik vereinigt. Der nächste Band 'Tönerne Füße' kommt kurz nach dem Erscheinen als »pervers-erotische Selbstdarstellung« auf den Index der Nazis.
1935 Auschluss aus Reichsschrifttumskammer und »Reichsverband Deutscher Schriftsteller«. 17 Werke Schlichters aus Museen und Ausstellungen entfernt. 4 Werke Teil der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München. 1938 wegen „unnationalsozialistischer Lebensführung“ denunziert, 3 Monate Untersuchungshaft. 1939 München, wo er u. a. Kontakt zu Hans Scholl hat und sich der katholischen Zeitschrift 'Hochland' anschließt. 1942 ausgebombt.
Nach dem Krieg Teilnahme er an der Ersten Deutschen Kunstausstellung Dresden teil, gründet in München die Neue Gruppe. Gelegentlich arbeitet er für die satirische Zeitschrift Der Simpl. Wendet sich dem Surrealismus zu. Stirbt an Urämie.
Überfall im Bordell



Karl Schmidt-Rottluff 1884 - 1976 deutscher Maler, Grafiker, Plastiker
Klassiker der Moderne, einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus. Sohn eines Mühlenbesitzers in Rottluff (heute Ortsteil von Chemnitz), seit 1905 nennt er sich Schmidt-Rottluff. 1905 bis 1906 Studium Architektur Technische Hochschule Dresden. 1905 Gründung der Künstlergruppe "Die Brücke" mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Erich Heckel in Dresden. Erste Ausstellung in Leipzig. 1907 bittet Hamburger Kunsthistorikerin Dr. Rosa Schapire um Aufnahme als passives Mitglied. Der von ihr am höchsten geschätzte Schmidt-Rottluff malt 1911, 1915 und 1919 Porträts von ihr.
1914, ein Jahr nach Auflösung der „Brücke“ Mitglied der Freien Secession in Berlin, erste Einzelausstellung. Im 1. Weltkrieg 1915 bis 1918 Armierungssoldat in Litauen und Russland. 1919 Heirat Emy Frisch. 1911 von Dresden nach Berlin. 1932 Rumbke am Lebasee. 1937 beschlagnahmen die Nazis 608 Arbeiten in den deutschen Museen als „Entartete Kunst“, bei der Gemäldeverbrennung 1939 verbrennen sie mehrere Werke. 1941 Malverbot. 1943 bis 1946 zieht sich Schmidt-Rottluff nach Chemnitz zurück. 1947 Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg.
In der DDR geraten die Werke, wie die der anderen Expressionisten, in den Strudel der von der Ideologie des Sozialistischen Realismus bestimmten Formalismus-Debatte, Bilder kaum angekauft, bis 1982 ganz wenige Ausstellungen. Emy und Karl Schmidt-Rottluff sterben im Abstand weniger Monate.
Bildnis Dr. Rosa Schapire



Jean Schmiedel * 1963 Maler
Geboren in Karl-Marx-Stadt, arbeitet bis 1982 als Maurer. Nach schwerem Verkehrsunfall 1982 und einem Jahr Krankenhausaufenthalt entstehen erste künstlerische Arbeiten. 1984 erste Ausstellung im "Schwarzen Cafe" in Chemnitz. Mietet Fabrikhalle an und noch einmal eine Etage mit 170 qm. "Auch die wird sehr bald mit Bildern voll sein. Von den Ideen her könnte ich am Tag 20 Bilder malen. Ich brauche mich bloß kurz hinsetzen, dann habe ich immer sofort Bilder vorm Auge."
Paar



Georg Scholz 1890 - 1945 deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit.
Geboren Wolfenbüttel, aufgewachsen als Pflegesohn von Julius Elster, ab 1914 Studium Badische Landeskunstschule in Karlsruhe, zeitweise auch bei Lovis Corinth in Berlin, schließt sich mit jungen Malern zu der progressiven Gruppe Rih zusammen.
1925 Professor an der Badischen Landeskunstschule in Karlsruhe, stellt in der Ausstellung Neue Sachlichkeit in Mannheim aus. 1933 als „entarteter Künstler“ aus Amt entlassen, zieht nach Waldkirch, wo er stirbt. Kurz vor seinem Tod durch die französische Besatzungsmacht zum Bürgermeister des Ortes ernannt.
Selbstporträt



Martin Schongauer ca. 1447 - 1491 deutscher Kupferstecher und Maler
Über sein Leben ist wenig bekannt. Ab 1465 für wenige Semester an der Leipziger Universität. Um 1469/70 tritt er die obligatorische Wanderschaft an, die ihn nach Burgund und in die Niederlande führt: Sein Werk zeigt Einflüsse Rogier van der Weydens, Dieric Bouts und Jan van Eycks.
Zu seinen Lebzeiten vor allem als Maler berühmt und gelangt offenbar zu einigem Wohlstand, ist mehrfacher Hausbesitzer. Vermutlich seiner delikaten Malerei wegen nennen ihn Zeitgenossen „Martin Schön“ oder „Hübsch Martin“. Sein malerisches Hauptwerk die Madonna im Rosenhag (Dominikanerkirche Colmar).
Nicht nur wegen der technischen und künstlerischen Qualität seiner Kupferstiche, die die Möglichkeiten dieser Technik zur Vollendung bringen, gilt Schongauer als einer der bedeutendsten Graphiker vor Albrecht Dürer, den er entscheidend beeinflusst. Wohl als erster stellt er Druckgraphik in größerer Zahl her und betreibt ihre kommerzielle Verbreitung, und als erster Stecher signiert er seine Werke: Alle 116 Blätter tragen seine Initialen zu Seiten eines Kreuzes mit einem halbmondförmigen Häkchen.
Maria im Hag



Georg Schrimpf 1889 - 1938 deutscher Maler, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Kunstrichtung Neue Sachlichkeit.
Der Maler muss lang auf die Anerkennung seines Werkes warten. Und dann nimmt ihn ausgerechnet Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß wahr.
Sein Werk ist nahezu vergessen. Der neusachliche Maler Georg Schrimpf taugt nicht als Parade-Beispiel für die avantgardistische Kunst der Zwanzigerjahre. Seine Motive sind zeitlos: Frauen, Kinder, Landschaften, auch Porträts und Stillleben. Er zählt nicht zu den malenden Kritikern wie etwa George Grosz oder Otto Dix, sondern zu den sogenannten Klassizisten der Neuen Sachlichkeit. Die blicken nach Italien, auf der Suche nach den ewigen Werten – und nach sich selbst.
"Jede freie Zeit benützte ich zum Zeichnen und Malen. Und immer wieder Akte aus dem Gedächtnis, die Linien waren mir verkörperte Melodien. Ich wollte eigene Musik malen. Die Blätter versteckte ich immer sehr sorgfältig. Ich wagte nicht, sie sehen zu lassen. Aber schließlich sah doch ein Freund, ein Dichter, damals noch ein Bäckergeselle, darüber, der dann einige Blätter an Pfemfert an die ‚Aktion‘ schickte."
Georg Schrimpf erinnert sich an seine Zeit in Ascona bei einer Aussteiger-Kolonie – einer Zuflucht für Künstler, Lebensreformer und Anarchisten. Der erwähnte Bäckergeselle ist Oskar Maria Graf, Schriftsteller und erster Förderer des angehenden Malers. Beide verbindet eine harte Jugend in Bayern.
Der in München geborene Schrimpf wächst ohne Vater auf, wird im Alter von dreizehn Jahren in eine Konditorlehre gezwungen. Das bedeutet: Arbeit bis zur Erschöpfung, ein notdürftiges Lager im Kühlkeller in Gesellschaft von Ratten. Das Elend seiner Jugend radikalisiert den jungen Mann. Was ihn rettet, ist seine Kunst.
"Der Zweck meiner bildlichen Darstellung ist der: Das mitzuteilen, was im Menschen mehr oder weniger bewusst sich versteckt hält und schlummert: Was man ängstlich hinter vier Wänden in die Ohren spricht; um das herauszuholen, was hinter jedem Auge, in jedem Leib gefesselt und gebrochen ist, um den Schrei heraufzubeschwören, der die Wand durchbricht."
Expressionistisches Pathos spricht aus diesen Zeilen, das man jedoch vergebens in seinen Bildern sucht. Obwohl Schrimpf 1910 in die SPD eintritt, und später in die KPD, bleibt die soziale Wirklichkeit aus seinen Bildern ausgespart. Seit 1914 schlägt er sich in Berlin mit Gelegenheitsarbeiten durch, schreibt Preisetiketten für das KaDeWe, schnupft Kokain – und malt an seiner Gegenwelt. Die Avantgarde-Galerie „Der Sturm“ zeigt sein Werk, dort lernt er auch seine erste Frau, die Malerin Maria Uhden kennen. Sie stirbt nach der Geburt des Sohns Marc im Kindbett – ein weiterer Schicksalsschlag. Doch mit der Kunst geht es bergauf. 1925 ist Schrimpf mit zwölf Bildern in der legendären Ausstellung "Neue Sachlichkeit" in der Mannheimer Kunsthalle vertreten.
Schrimpf erhält nun Lehraufträge, verkauft, sein Werk wird wahrgenommen. Der italienische Kunstschriftsteller Carlo Carrà beschreibt sie als Neuschöpfung der italienischen Primitiven, gemeint ist Giotto und die Maler der Frührenaissance. Schrimpfs Freund Oskar Maria Graf hingegen wittert bereits 1923, warum dessen innige Mutter-Kind-Szenen auch den Nationalsozialisten gefallen sollten.
"Es ist das Deutsche, das im Wesen dieses Künstlertums, dieser Bilder wirkt. Es ist dasjenige, das uns so unabgebraucht, so immer frisch und bis ins Tiefste unserer Seele greifend etwa aus einem Gedicht von Claudius entgegen klingt. Es ist die unzerstörbare Macht des deutschen Gemüts."
Und so kommt es, dass Rudolf Heß dafür sorgt, dass ein Bild Schrimpfs, das 1937 in der Ausstellung "Entartete Kunst" gelandet ist, dort wieder verschwindet. Die einen sehen ihn als Kommunisten und Staatsfeind, Heß hingegen beauftragt den Maler mit einem Fresko für seine Villa.
Der knapp Fünfzigjährige weiß genau, in welche Katastrophe er hineingeschlittert ist. Im folgenden Jahr, 1938, hört sein Herz einfach auf zu schlagen. Der Tod bewahrt ihn vor dem Pakt mit den Nazis oder dem KZ. Und die Kritik kann ihn vorbehaltlos feiern als einen der wichtigen Vertreter der Neuen Sachlichkeit.
Schrimpf und der Kommissar



Moritz von Schwind 1804 - 1871 österreichischer Maler und Zeichner der Spätromantik
Sohn des Hofsekretärs bei der Geheimen Hofkanzlei, wächst in Wien auf, ab 1821 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien. Mit Franz Schubert, Franz von Schober, Leopold Kupelwieser und Franz Grillparzer befreundet. 1828 München, malt Bibliothekszimmer der bayerischen Königin mit Szenen aus Ludwig Tiecks Dichtung aus. 1835 Italienreise, Entwürfe für die Münchner Residenz und Burg Hohenschwangau, Aufträge aus Sachsen und Baden. 1840–1844 Karlsruhe. 1842 Heirat mit Luise Sachs, 1 Sohn, 5 Töchter (2 früh gestorben). 1844-1847 Frankfurt an der Städelschule tätig, wo er Moritz-von-Schwind-Haus, Villa nach eigenem im romantischen Klassizismus erbauen lässt. 1847 Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Ausmalung der restaurierten Wartburg, Wandgemälde „Sängerkrieg“ eines seiner bekanntesten Werke. 1855 in den Ritterstand erhoben. 1866/67 Ausmalung der neugebauten Wiener Hofoper.
Sängerkrieg auf der Wartburg



Kurt Schwitters 1887 - 1948 deutscher Maler, Dichter, Raumkünstler, Werbegrafiker
Enwickelt unter dem Kennwort Merz dadaistisches „Gesamtweltbild“, Werke umfassen Konstruktivismus, Surrealismus, zählt zu den einflussreichsten Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts
Sohn des Mitbesitzers eines Damenkonfektionsgeschäfts (1898 verkauft, Erlös in Mietshäuser investiert). Realgymnasium Hannover. Kunstgewerbeschule Hannover. Königlich Sächsische Akademie der Künste in Dresden. 1915 Heirat mit Helma Fischer, 2 Söhne. Kurzer Militärdienst 1917, entlassen wegen labilen Gesundheitszustands (Epilepsie, Depressionen) – bereits im Juni wieder entlassen. 1918 erste Ausstellung bei Herwarth Walden, bis 2 Semester Architektur in Hannover. Richard Huelsenbeck setzt sich mit Schwitters negativ auseinander und nennte ihn "ein Genie im Bratenrock" oder „Kaspar David Friedrich der dadaistischen Revolution.“
1920 eröffnet eigene MERZ-Schriftenreihe mit einer Dada-Nummer, dem Holland Dada. Schwitters sieht seine Merz-Kunst als Kunst an und verteidigt sie als einen „absolut individuellen Hut, der nur auf einen einzigen Kopf paßte,“ – auf seinen eigenen.
1923 „Dada-Feldzug“ in den Niederlanden. Gibt unregelmäßig die Zeitschrift Merz heraus, arbeitet als Werbe- und Gebrauchsgrafiker u.a. für Stadt Hannover und Schreibwarenhersteller Pelikan.
1932 Beitritt SPD.
Als Lyriker und Schriftsteller umfangreiches Werk, siehe An Anna Blume
Von den Nazis als „entartet“ verfemt, emigriert er 1937 nach Norwegen, wo weitere Merzbauten entstehen, nach dem deutschen Überfall auf Norwegen flieht er 1940 nach England, wo ihn die Engländer internieren. Er produziert zahlreiche Porträts von Mitinternierten, veröffentlicht Geschichten in der Zeitschrift der Internierten The Camp und veranstaltet regelmäßig Konzerte im Künstler Café des Lagers. 1941 entlassen geht er nach London, wo er spätere Lebensgefährtin Edith Thomas kennenlernt. Ab 1945 Ambleside, wo er seinen letzten Merzbau konstruieren will. 1946 Zusammenbruch, Oberschenkelhalsbruch, stirbt.
Merzz. 53. (1920)



Georges Seurat 1859 - 1891 französischer Maler und Zeichner, neben Paul Signac wichtigster Vertreter des Pointillismus
Geboren Paris, Vater Gerichtsdiener im Ruhestand, wohnt zurückgezogen in Sommerhaus, besucht Familie nur einmal in der Woche. 1869 bis 1876 verschiedene Gymnasien, 1875 bis 1877 Zeichenkurse einer Abendschule. 1878 an der École des Beaux-Arts, daneben studiert er die Alten Meister im Louvre.
1879 verlässt er die École, wendet sich zunehmend von den akademischen Idealen ab. 1879 bis 1880 Militärdienst Brest. Setzt sich wie kaum ein anderer Künstler mit optischen Problemen, Physik und Geometrie auseinander.
Lernt Paul Signac kennen, Freundschaft entsteht. Pflegt Kontakte zu den letzten Malern des Realismus, sowie zu Symbolisten und Dekadenten.
1888 Reise an den Ärmelkanal, von internen Streitigkeiten verunsichert, entfernt sich zunehmend von Freunden. Begegnet Madeleine Knobloch, mit der er zusammenlebt. 1890 Sohn. Sommer in Gravelines. Seestücke an der Nordsee. Sirbt an Diphtherie, Sohn kurze Zeit später ebenfalls.
Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte



Paul Signac 1863 - 1935 französischer Maler und Grafiker, neben Georges Seurat bedeutendster Künstler des Neo-Impressionismus bzw. Pointillismus
Autodidakt. Vorbilder Claude Monet und Impressionisten. Er verwirft aber deren Idee der spontanen Suche und vertritt eine strengere, durchkomponierte Malweise im Sinne der Klassiker wie Eugène Delacroix.
1884 trifft er Georges Seurat und entwickelt mit ihm die divisionistische Malerei. Im selben Jahr gründet er gemeinsam mit anderen Künstlern die Société des Artistes Indépendants. 1885 begegnen er und Seurat Camille Pissarro, der für sich ebenfalls diese Malweise entdeckt und adaptiert. 1886 stellen die drei als Gruppe gemeinsam mit Pissarros Sohn auf dem 8. Salon des Indépendants aus.
1888 vom Anarchismus angezogen. Freundschaft mit Jean Grave. Signacs Thema sind vor allem Landschaftsgemälde in hellen, leuchtenden Farben. Sein besonderes Interesse gilt Segelschiffen und der Welt der Häfen. 1904 reist Signac nach Venedig, bringt von seinem Aufenthalt mehr als 200 formlose kleine Aquarellskizzen mit. Die Studien arbeitet er in Saint-Tropez sorgfältig aus, schafft noch im selben Jahr 11 Ölbilder.
Neben der praktischen Arbeit als Maler auch Theoretiker. Programmatisch sein 1899 erschienener Aufsatz „D’Eugène Delacroix au néo-impressionisme“ (Von Eugène Delacroix zum Neo-Impressionismus).
Seit 1915 Peintre Officiel de la Marine, offizieller Marinemaler der französischen Marine im Offiziersrang.
Frühstückszimmer



Alfred Sisley 1839 - 1899 englischer Maler des Impressionismus, der in Frankreich lebt und wirkt
Geboren Paris, Sohn eines englischen Ehepaars, behält die britische Staatsbürgerschaft zeitlebens. Vater Kaufmann, der Vermögen im Handel mit Südamerika macht. Nach der Schule nach London geschickt, um dort den Kaufmannsberuf zu erlernen. Er will lieber Künstler werden, kehrt 1862 nach Paris zurück und tritt ins Atelier Charles Gleyre ein, wo er Pierre-Auguste Renoir und Claude Monet kennenlernt, mit denen er seie ganzes Leben lang befreundet bleibt. 1866 Beziehung mit Marie Lescouezec, aus der 2 Kinder hervorgehen. 1897 Heiratet.
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 verlieren Eltern ihr Vermögen, die bis dahin Alfred unterstützten. Sisley ab da bis zu seinem Tod mittellos. Sisley ist - im Gegensatz zu anderen Impressionisten - schüchtern, Vincent van Gogh: "der schüchternste und sanfteste der Impressionisten". Er erlangt zu Lebzeiten niemals künstlerische Beachtung.
Ab 1895 Kehlkopfkrebs, an dem er stirbt. Camille Pissarro: „Er ist ein großer und herrlicher Künstler. Meiner Meinung nach kommt er den bedeutendsten Meistern gleich.“
Ufer der Loing bei Moret



Michael B. Sky * 1976 deutscher Maler, Druckgrafiker
Lebt Herne
Flower Composition 26









Max Slevogt 1868 - 1932 deutscher Maler, Grafiker, Illustrator und Bühnenbildner
Er nimmt eine besondere Stellung in der Landschaftsmalerei ein. Zusammen mit Lovis Corinth und Max Liebermann gehört er zu den Vertretern der Freilichtmalerei, die im Gegensatz zur Ateliermalerei direkt vor dem Motiv in der freien Natur arbeiten.
Slevogt zieht nach dem Tode des Vaters, bayerischer Hauptmann, 1870 mit seiner Mutter nach Würzburg, bis 1884 Schulzeit, bis 1889 Akademie der Bildenden Künste München. 1889 Académie Julian in Paris. 1890 mit Malerfreund Robert Breyer Studienreise nach Italien. Freier Künstler in München, Vorbilder Wilhelm Leibl, Arnold Böcklin.
1892 gründet die Vereinigung der XXIV aus der Münchner Secession mit.
1896 Karikaturen Simplicissimus und Jugend.
1898 Heirat mit Antonie (Nini) Finkler aus Godramstein. Besuch Rembrandt-Ausstellung Amsterdam. 1900 Paris, wo er bei der Weltausstellung mit "Scheherezade" vertreten ist. 1901 gemeinsam mit Lovis Corinth in Berlin, Mitglied der Berliner Secession. 1903 Buchillustration Ali Baba und die 40 Räuber, Das Champagnerlied oder Der Weiße d’Andrade (1902) eines der Hauptwerke der deutschen Kunst um 1900, zeigt den berühmten portugiesischen Bariton Francisco d’Andrade, der in Berlin in der Rolle des Don Giovanni Triumphe feiert. 1905 Schwarze Szenen bei Bruno Cassirer.
1907 und 1908 Kinder Nina und Wolfgang geboren. 1914 Reise nach Ägypten. Ägyptenbilder Slevogts Höhepunkt des deutschen Impressionismus. Ersteigert den Landsitz Neukastel. Im 1.Weltkrieg als offizieller Kriegsmaler an der Westfront. Kriegserlebnis wirkt schockierend. 1924 Bühnenbilder für Mozarts Don Giovanni in der Dresdner Staatsoper. Illustrationen zu Goethes Faust II.
Totentanz



Austin Osman Spare 1886 - 1956 britischer Grafiker, Maler und Okkultist, gilt als Begründer der Sigillenmagie, Erfinder des magischen Systems Zos Kia Cultus.
Sohn eines Polizisten, schon in der Jugend Neigung zum Okkultismus, nach eigenen Angaben lernt er mit 7 Hexe kennen. Von ihr die wichtigsten Grundzüge seiner später als "Zos Kia" bezeichneten Magie gelernt.
Mit 13 Stelle Zeichner in einer Fabrik für Glasmalerei. Zahlreiche Preise und Stipendien, darunter Goldmedaille für Mathematik (Abhandlung über räumliche Geometrie).
1905 "Earth Inferno", mit Bildern und kurzen Texten, 1907 A Book Of Satyrs, mit 13 satirische Zeichnungen.
1910 Mitglied in Crowleys magischem Orden Astrum Argenteum. Nach 2 Jahren ausgetreten. "Book Of Pleasures (Selflove) - The Psychology Of Ecstasy" mit Anweisungen zur magischen Praxis. 6 verschiedene Arten zur Bildung von Sigillien. 1916 als Sergeant im Royal Army Medical Corps als Zeichner in Ägypten.
"The Focus of Life" (Der Brennpunkt des Lebens) mit einigen sehr detaillierten den Text begleitenden Bildern. 1925 "A Book of Automatic Drawing"
Seine wachsende Popularität als Künstler und Magier empfindet Spare als lästig, 1927 "The Anathema of Zos", in wütendem Ton geschrieben. Danach bescheidenes Leben in London. Lebt allein, mit Ausnahme seiner vielen Katzen. Im 2. Weltkrieges zerstört 1940 Bombeneinschlag sein Atelier, als er dort Brandwache hält, schwer verletzt, Lähmung beider Arme, vorübergehender Gedächtnisstörung. Zeichnet mit links, Bilder stehen seinen älteren Werken in nichts nach. Siedelt nach Brixton im Süden Londons in Apartment im Erdgeschoss um, wo er letzten Lebensjahre verbringt.
Spares Arbeit der 1970er greifen Illuminaten von Thanateros auf. Spare gilt außerdem als großer Einfluss auf Genesis P-Orridge und dessen Band Psychic TV. Deren Album Allegory and Self auf Cover eine Zeichnung Spares, der Psychic-TV-Musiker John Gosling trägt von Spare inspirierten Künstlernamen „Zoskia“.
The Ascension of the Ego from Ecstasy to Ecstasy



Johann Sperl 1840 - 1914 deutscher Maler
Als einziges Kind protestantischer Eltern in Buch bei Nürnberg geboren. Vater arbeitet im Sommer als Tagelöhner bei den Bauern der Umgebung und im Winter als Holzarbeiter im Reichsforst bei Nürnberg. Mutter trägt als Haushaltshilfe zum recht bescheidenen Unterhalt bei. Schließt die Volksschule im nahegelegenen Kraftshof 1854 als Klassenbester ab. Kolorist für Soldaten-Bilderbögen, Kinderbücher und Jugendschriften. 1856 stirbt Vater. Sperl muss von nun an die mittellose kranke Mutter unterstützen. Ausbildung zum Lithografen. Zeichenkurse an der Nürnberger Kunstgewerbeschule. 1863 Leiter einer Lithografischen Anstalt in Arnstadt/Thüringen.
1865 Akademie München. 1882 Kraiburg am Inn, 1883 zieht er mit Wilhelm Leibl in dessen neu errichtetes Atelier nach Bad Aibling. 1899 Italienreise. Keine neuen Impulse. Bricht 1910 im Alter von fast 70 vor Staffelei inmitten einer blühenden Wiese oberhalb Kutterlings zusammen: Schlaganfall, teilweise Lähmung der rechten Körperhälfte. Letzter Wunsch erfüllt: Auf dem Hauptfriedhof in Würzburg neben Wilhelm Leibl begraben.
Kindergarten



Carl Spitzweg 1808 - 1885 deutscher Maler und Zeichner der Spätromantik und des Biedermeiers, auch Dichter
Sohn eines Spezereienhändlers in München, die Mutter Tochter eines reichen Früchtegroßhändlers aus Großbürgertum, zwei Brüder. Carl genießt wohlbehütete Kindheit, Mutter stirbt 1819, Vater heiratet im selben Jahr deren Schwester. Dass Carl Spitzweg sich anfangs der Pharmazie zuwandte, ist dem Wunsch seines Vaters geschuldet. Bis 1829 Lehre, danach studiert er Pharmazie mit den Fächern Toxikologie, Biologie, Botanik, Geologie und andere Naturwissenschaften an der Universität München und schließt das Studium 1832 mit Auszeichnung ab. Der wirtschaftlich unabhängige Spitzweg wendet sich – erst nach einer schweren Typhuserkrankung 1833 - gänzlich der Malerei zu. Während seiner Genesung lernt er den Hamburger Maler Christian Heinrich Hansonn (1790–1863) kennen, danach tritt er eine zweite Italien-Reise an, die ihn nach Venedig, Florenz, Rom und Neapel führt. Ein Jahr später bewegt er sich bereits in Künstlerkreisen in München und hat sich entschlossen, Maler zu werden. Zu seinen wichtigsten Künstlerfreunden zählen Eduard Schleich der Ältere (1812–1874), Christian Morgenstern, Dietrich Langko und Friedrich Voltz, sowie der Landschaftsmaler Heinrich Bürkel (1802–1869). Einige Jahre später lernt er auch Moritz von Schwind (1804–1871) und Eduard Grützner (1846–1925) kennen.
Die frühesten Werke Spitzwegs sind in die 1820er Jahre zu datieren, als er seine Großmutter porträtiert. Ab 1836 entstehen die ersten Gemälde des Autodidakten, der die traditionelle Ausbildung (Zeichnen nach Gipsvorlagen, Einschränkung auf religiöse, mythologische und historische Themen, unterrepräsentierte Landschaftsmalerei) an der renommierten Münchner Akademie schlichtweg ablehnt. Einer der wichtigsten Künstlerfreunde der folgenden Jahre, Eduard Schleich der Ältere, lehrt ihn die Landschaftsmalerei. Zudem begleitet Schleich Carl Spitzweg auf vielen Kunstreisen zwischen Oberitalien, Wien, Prag (1849), Belgien, Paris und der Weltausstellung nach London (1851). Zeit seines Lebens lebt der unverheiratete, naturwissenschaftlich interessierte Carl Spitzweg in München, Heumarkt 3, und malt kleinformatige Genrebilder voll versteckter Gesellschaftskritik.
Das Werk umfasst etwa 1.700 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Entwürfe für humoristische Blätter. Berühmt ist Spitzwegs „Der arme Poet“, dessen Protagonist als Synonym für den romantischen Künstler in die Geschichte eingeht. Der Biedermann, der Mönch, der Soldat, der Gelehrte, das hübsche Mädel und seine Mutter - alle (spät-)biedermeierlichen Figuren - bekommen in Spitzwegs Werk ihr Fett weg. Spitzweg findet in München, Bayern, dem Voralpengebiet und in Werken der Alten Meister Motive wie Inspiration. Die kleinformatigen Gemälde, die Carl Spitzweg oft auf Deckel von Zigarrenkisten malt, verkaufen sich bestens. Kritikererfolg auf der Pariser Weltausstellung von 1867 und der I. Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast 1869 festigen den Ruf des Münchner Malers als einen führenden Chronisten und Gesellschaftsanalytiker seiner Zeit: Seine malerischen Kleinstädte ohne Spuren der Modernität, seine lichtdurchflossenen Landschaften mit wenig Figurenstaffage, die ruhigen, biedermeierlichen Interieurs oder seine augenzwinkernden Analysen menschlichen Versagens versprühen einen Hauch Nostalgie-und gemahnen, dass die „gute alte Zeit“ eben auch nur eine Utopie ist. Heute zählt Carl Spitzweg zu den führenden deutschen Künstlern des 19. Jahrhunderts und zu den bekanntesten der Münchner Malerschule.
Der arme Poet



Cornelis Springer 1817 - 1891 niederländischer Maler, Radierer und Lithograf, bedeutender Architektur- und Vedutenmaler
4. Sohn eines Zimmermanns, Ausbildung beim Maler Andries de Wit und lernte von seinem älteren Bruder, dem Architekten Henry Springer das Zeichnen der Architektur und der perspektivischen Darstellung. Danach studierte er bei drei anderen Malern.
Auf seinen zahlreichen Reisen durch Europa malt er die Ansichten der Städte, der Plätze, der Häuser und der Landschaften. 1863 Bremen, Bild von 1864 vom Marktplatz durch Farbdrucke weit verbreitet.
Bild "Blick auf die westlichen Straße von Enkhuizen" 2006 durch Sotheby’s in Amsterdam versteigert, erbringt 1,1 Mill.Euro.
Sohn Leonard Springer (1855–1940) einer der wichtigsten Landschaftsarchitekten in der niederländischen Gartenkunst des 19. und 20. Jahrhunderts.
Springer hinerkässt über 650 Werke.
Marktplatz Bremen



Robert Sterl 1867 - 1932 deutscher Maler und Grafiker.
Sohn eines Steinmetzen. 1881 bis 1888 Kunststudium Dresden. Bis 1904 Landschaftsmaler, Porträtist und Illustrator, betreibt private Malschule für Damen in seinem Atelier. 1897 Heirat mit Helene Hedelt, kinderlos. Im 1. Weltkrieg Kriegsmaler. Umzug 1919 Umzug in Sächsische Schweiz, Naundorf. Stirbt nach langer Krankheit.
Elbebaggerer



Anatoli Timofejewitsch Swerew 1931 - 1986 russischer Maler, bedeutender Vertreter der 2. Russischen Avantgarde
Geboren in Moskau, beginnt früh mit der Malerei. Für sein Bild „Straßenverkehr“ erhält er bereits im Alter von 5 einen Preis. 1948 bis 1950 Besuch einer Kunstgewerbeschule in Moskau. 1954 nach wenigen Monaten aus der Moskauer Kunstschule „Zum Gedenken an 1905“ wegen seines selbstbewussten eigensinnigen Auftretens entlassen. Aus seiner Bekanntschaft mit den Malern Oskar Rabin, Vladimir Nemuchin, Dmitrij Plawinskij und Wasilij Sitnikow entsteht die Bewegung „Russische Nonkonformisten“.
1959 bis 1962 seine Werke in Russland nur in Privaträumen zu besichtigen. Bis 1965 bringt Dirigent Igor Markevich seine Bilder in den Westen und organisiert erste Einzelausstellungen mit Gouachen, Ölbildern und Aquarellen in Paris und Genf. Jean Cocteau gerät vor einer Serie von Pferden in schwarzer Tusche "über diesen chinesischen Daumier" in Entzücken.
Sowohl Alfred Barr als Gründungsdirektor des Museum of Modern Art New York wie auch sein Nachfolger René d’Harnoncourt zollen den Werken Swerews höchstes Lob. Wenige Monate vor seinem Tod schreibt er eine Autobiographie in eigener Kalligraphie mit der Widmung „Dir, Tibet“.
Swerew führt Clochard-Leben, ist dem Alkohol nicht abgeneigt und zahlt nicht selten für die Unterkunft mit seinen Werken. Er stirbt in seiner Wohnung in Moskau, wo er nur wenige Arbeiten hinterlässt. Seine Werke sind für mehrere Monate im Haus der Kunst in Moskau ausgestellt, wobei die meisten (Schätzungen gehen von 30.000 Werken aus) im Umlauf sind, versehen mit seinen Initialen und der Jahreszahl der Entstehung.
Die Gründung und Einweihung des Swerew gewidmeten "AZ Museums" in Moskau 2015 ist ein Höhepunkt. Die erfolgreiche Moskauer Unternehmerin Natalia Opaleva ist von einem Frauenportrait Swerews dermassen hingerissen, dass sie in wenigen Jahren die wahrscheinlich umfangreichste Sammlung des Künstlers akquiriert und ein Museum eröffnet, das an zentraler Lage höchsten technologischen und kuratorischen Ansprüchen genügt.
Komposition



Stanislaw Szukalski 1893 - 1987 polnischer Bildhauer und Maler
Wächst in Gidle auf, 1907 mit Mutter und Schwester nach und Chicago, um Vater, einem Schmied, nachzufolgen. Als Wunderkind der Bildhauerei mit 13 am Art Institute of Chicago eingeschrieben. Ein Jahr später überredet Bildhauer Antoni Popiel Szukalskis Eltern, ihn nach Polen zurückzuschicken, um sich an der Krakauer Akademie der bildenden Künste einzuschreiben. Dort studiert er drei Jahre Bildhauerei, 1913 zurück in Chicago.
Wichtiger Bestandteil der "Chicago Renaissance". 1922 Heirat mit Helen Walker, Künstlertochter des Dr. Samuel J. Walker, prominentes Mitglied der Chicagoer Gesellschaft.
Gewinnt ersten Preis für Denkmal Mickiewiczs, der nackt auf einem Opferaltar liegt. Skulptur soll auf einem großen Sockel in Form einer aztekischen Pyramide stehen. Ein weißer Adler, Polens nationales Symbol, sitzt an der Seite der Figur und trinkt symbolisch Blut aus der Wunde des Dichters. Szukalski hat die pseudowissenschaftlich-historische Theorie des Zermatismus entwickelt. Dieser geht davon aus, dass die gesamte menschliche Kultur von der Osterinsel nach der Sintflut abgeleitet ist und die Menschheit in einen ewigen Kampf mit den Söhnen von Yeti ("Yetinsyny"), den Nachkommen von Yeti und Menschen, verwickelt ist.
Szukalskis Entwurf sehr umstritten, neuer Wettbewerb ausgeschrieben.
1926 Tochter geboren, bis 1928 Europareisen, Krakau, 1929 "Projects in Design" veröffentlicht. 1932 Scheidung. 1934 Heirat mit Joan Lee Donovan Kindergärtnerin seiner Tochter. 1936 Rückkher nach Polen. Mehrere Skulpturen, Polen erklärt Szukalski zum größten lebenden Künstler des Landes, Regierung stellt das größte Atelier in Warschau zur Verfügung, proklamiert es zum Szukalski-Nationalmuseum. Während der Belagerung Warschaus durch die Deutschen 1939 beim ersten Bombenangriff verletzt, Großteil seines Ateliers zerstört. Mit zwei Koffern flüchtet Szukalski mit Frau in US-Botschaft, sie sind amerikanische Staatsbürger. Kehren in die USA zurück. Das meiste, was bei den Bombenangriffen nicht verloren gegangen ist, zerstört die deutsche Besatzungsmacht.
Paar lässt sich in Los Angeles nieder. Hauptprojekt als Bildhauer: Prometheus (1943), Hommage an die französischen Partisanen.
See why ist is so?



Frits Thaulow 1847 - 1906 norwegischer Maler des Impressionismus, am besten bekannt für seine naturalistischen Darstellungen von Landschaft
Sohn eines Apothekers, 1870 bis 1872 Königlich Dänische Kunstakademie in Kopenhagen. 1873 bis 1875 Karlsruhe, dann Paris, von den französischen Impressionisten beeinflusst.
1880 vorübergehend in seiner Heimat. 1886 Heirat mit Alexandra Lasson, 1892 Frankreich, USA, 1898 endgültig Paris.
Elbpark Hamburg



Hans Thoma 1839 - 1924 deutscher Maler und Grafiker.
Er stammt aus einfachen Verhältnissen, der Vater ist Holzarbeiter im Schwarzwald. Autodidaktische Mal- und Zeichenstudien, bis 1866 Kunstschule Karlsruhe. Nach Aufenthalten in Basel und Düsseldorf (1867–1868) Paris, wo ihn besonders Gustave Courbet beeindruckt. Bis 1876 München, damalige Kunsthauptstadt Deutschlands. 1874 Italien.
1877 Heirat mit der Blumen- und Stilllebenmalerin Cella Berteneder. 1879 England, 1880 Italien. Mit Arnold Böcklin befreundet. Seit 1878 Frankfurter Westend. 1899 bezieht die vierköpfige Familie in Kronberg im Taunus eine Wohnung mit Atelier. 1899 -1920 Professor an der Großherzoglichen Kunstschule in Karlsruhe. 1901 Tod der Frau, der Thoma jahrelang depressiv stimmt.
Acht tanzende Frauen in Vogelkörpern



Jacopo Tintoretto 1518/19 – 1594 italienischer Maler, heute dem Manierismus zugeordnet, von ihm selbst wesentlich beeinflusst. "Il Tintoretto oder Tintorello ("das Färberlein") vom Handwerk des Vaters abgeleitet (Seiden-Färber)
Kurzer, jäh beendeten Aufenthalt des blutjungen Tintoretto im Atelier Tizians. Dieser hätte den begabten Schüler hinausgeworfen, nachdem er dessen Zeichnungen gesehen hatte. Jedenfalls die auf persönlicher wie beruflicher Ebene ausgefochtene Antipathie zwischen den Malern verbürgt.
1539 Eröffnung einer Werkstatt, ab den 1540ern datierte Gemälde von seiner Hand. Einer der angesehensten und umstrittensten Maler der Lagunenstadt. Reihe spektakulärer Werke für die Scuole Venedigs. Hochdramatische Bilder mit reichen Bewegungen in vielfigurigen Kompositionen, in die Tiefe fluchtende Perspektiven, weich gemalte Farbflächen.
Todesjahr errechnet, in seiner Sterbeurkunde als 75-jährig bezeichnet.
Schwierige, von Eifersucht bestimmte Beziehung mit seinem Malerkollegen Paolo Veronese (1528–1588).
Im Roman "Alte Meister" von 1985 beschreibt Thomas Bernhard den 82-jährigen Reger, der unablässig Bilder im Kunsthistorische Museum Wien auf Fehler untersucht. Reger sitzt jeden zweiten Tag vor dem 'Weißbärtigen Mann' von Tintoretto. Hier kann Reger am besten nachdenken, kritisieren und aufdecken, was es in dieser Welt, aber besonders in Österreich, an Scheußlichkeiten gibt.
Das Sklavenwunder



Tizian ca. 1488 - 1576
Geboren in Pieve di Cadore bei Venedig, Schüler von Giovanni Bellini. Sein Frühwerk gipfelt in den Bacchanalien, die in der Zeit zwischen 1518 und 1523 entstehen. In ihrem Stil aus Bewegung und sinnlichen Elementen weisen sie auf die Barockkunst voraus. Karl V. ernennt ihn 1533 zum Hofmaler. 1548 und 1550 hält er sich am Augsburger Hof auf und avanciert zum gefragten Porträtmaler. Erst später gelangt Tizian zu einer Psychologisierung der dargestellten Köpfe und Gesichter.
Die Naturgewalten in seiner mythologischen Thematik erhalten eine andere Dimension und sind im Farbauftrag wegweisend bis ins 20. Jahrhundert. Die religiöse Bildthematik in seiner künstlerischen Spätphase ist gleichfalls verbunden mit der stärkeren Betonung von Farbe und Licht, die figürlichen Elemente rückten weiter in den Hintergrund. Zwischen 1562 und 1570 fertigt Tizian mehrere Selbstportraits an, in der er seine Resignation durchblicken lässt.
Tizians Bedeutung in der Malerei liegt in der Ausdruckskraft seiner Werke, die ihn von der plastischen und geradlinigen Kunstsprache eines Michelangelos oder Raffaels deutlich absetzt. Seine individuelle Stilsprache liegt in der nuancenreichen Farbgebung und dem diagonalen Bildaufbau. Damit schuf er neue Möglichkeiten in der Malerei, an denen sich unter anderem Maler wie Peter Paul Rubens, Diego Velázquez, Rembrandt, Eugène Delacroix und die Impressionisten orientieren.
Selbstbildnis



Henri Toulouse-Lautrec 1864 - 1901 (Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa) französischer Maler und Grafiker des Post-Impressionismus
Sohn eines Adelsehepaars (Verwandtenheirat - Mütter der Eheleute Schwestern). Von Mutter erzogen, die nach Verlust ihres zweiten Kindes und der zerbrochenen Ehe den Sinn des Lebens im katholischen Glauben und in der Fürsorge für den ihr verbliebenen Sohn sieht.) Verwöhnt und herrisches Gebaren. Aufgrund seiner schwächelnden Gesundheit Pirvatunterricht in Heilbädern. Pyknodysostose, Erbkrankheit mit Kleinwüchsigkeit (1,52 m) als Folge, bei zwei Unfällen als Jugendlicher Bruch beider Beine. 1883 erwirbt Mutter Château Malromé nahe Bordeaux als Hauptwohnsitz.
1882 bei Pariser Modemaler. "Sagte mir: ‚Ihre Malerei ist gar nicht schlecht, aber ihr Zeichnen ist ganz und gar abscheulich!‘“ Findet Freunde im Kreis der Studenten, u.a. Vincent van Gogh. Gegend zwischen Place Blanche, Moulin Rouge und Place Pigalle zweite Heimat. Liebesbeziehung mit Modell, der späteren Malerin Suzanne Valadon, endet 1889 abrupt mit ihrem Selbstmordversuch. Alkoholiker, 1898 Delirium tremens, dreimonatige Entziehungskur, Le Havre, Arcachon und Bordeaux. 1901 Paris, Taussat Lähmungsanfall, stirbt nach Schlaganfall halbseitig gelähmt auf Schloß Malromé.
1952 verfilmt John Huston sein Leben: "Moulin Rouge" nach dem gleichnamigen Roman von Pierre La Mure
La Goulue



Jan Peter Tripp * 1945, deutscher Maler, Grafiker, wichtiger Vertreter des Realismus, Autor
Sohn des Malers Franz Josef Tripp (Jim Knopf, Lukas der Lokomotivführer). besucht zusammen mit W. G. Sebald die Oberrealschule, beide verbindet bis zu Sebalds Tod tiefe Freundschaft, Sebald widmet in seinem Essayband 'Logis in einem Landhaus' das letzte Kapitel Tripps Malerei. 1965 Abitur, studiert zwei Jahre an der Freien Kunstschule in Stuttgart bei Gerd Neisser. Von 1967 bis 1970 Akademie Stuttgart und studiert Bildhauerei bei Rudolf Daudert. Anschließend zwei Jahre Meisterschüler für Malerei bei Rudolf Hausner. Nach Beendigung des Studiums Tripp für einen Monat im psychiatrischen Landeskrankenhaus Weissenau nahe Ravensburg, die Radierungen überregional bekannt. 1976 zahlreiche Aufträge als Bühnenbildner beim Staatstheater Stuttgart. 1979 gemeinsam mit den Künstlern Johannes Grützke und Arno Waldschmidt Prosawerk "Pantalon ouvert".
Lebt in Mittelbergheim im Elsass.
Herr Mappus



Rosemarie Trockel * 1952 deutsche bildende Künstlerin
Mittlere von drei Töchtern eines Maschinenbauingenieurs, wächst in ländlicher Umgebung in Leverkusen-Opladen auf. 1971 Lehramtsstudium Köln mit den Fächern Anthropologie, Soziologie, Theologie und Mathematik. 1974 bis 1978 Kölner Werkschulen (Fachbereich Kunst und Design der Fachhochschule Köln). Dreht ihre ersten Super-8-Filme, darunter "Sei kein Kind von Traurigkeit". 1980 Reisen mit der Stadtplanerin Monika Sprüth in die USA. Macht „das Frausein“ zum Thema ihrer Kunst und formuliert eine grundsätzliche Kritik am bestehenden Kunstbetrieb. Monika Sprüth wird ihre Galeristin.
1998 Professorin Kunstakademie Düsseldorf.
Im Kunstkompass, der „Weltrangliste der lebenden Künstler“ im Manager Magazin belegt Trockel 2013 Platz 3, 2019 4.
2015 kündigt sie an, ihre Ausstellung Märzôschnee ûnd Wiebôrweh sand am Môargô niana me im Kunsthaus Bregenz werde für 7 Jahre ihre letzte sein.
Lebt in Köln-Hahnwald.
Märzôschnee ûnd Wiebôrweh sand am Môargô niana më



Werner Tübke 1929 -2004, deutscher Maler, Grafiker
Einer der bedeutendsten Maler der DDR, mit Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Heinz Zander zur sogenannten Leipziger Schule gehörend. Vor allem durch das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen populär.
Sohn einer Kaufmannsfamilie, ab 1940 privaten Zeichenunterricht. Mehrmonatige Inhaftierung 1945/46 durch die Sowjets, er ist zu Unrecht eines Mordanschlags auf sowjetischen Soldaten verdächtig. 1948 bis 1950 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralhaus für Volkskunst in Leipzig, freischaffender Künstler. 1960 Heirat mit Malerin Angelika Hennig. Einjährige Reise Sowjetunion und mittelasiatischen Republiken.
Zwischen 1970 und 1973 Wandbild Arbeiterklasse und Intelligenz am Rektoratsgebäude der Karl-Marx-Universität zu Leipzig. 1972 Professor, 1973 bis 1976 Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 1976 Scheidung, Heirat ein drittes Mal mit Rechtsanwältin Brigitte Schellenberger verheiratet. 3 Kinder, darunter die Malerin und Grafikerin Claudia Tübke aus seiner erster Ehe, Anneliese Heer und Albrecht Tübke aus zweiter Ehe mit der Malerin Angelika Tübke.
Der alte Narr ist tot



William Turner 1775 - 1851 englischer Maler, Aquarellist und Zeichner, gilt als bedeutendster Künstler Englands der Romantik
Geboren in London, Vater Barbier, leben Covent Garden, nahe der Themse in London. 1786 erkrankt Mutter psychisch, 1799 Bethlem Royal Hospital, wo sie 4 Jahre später stirbt. Turner beginnt Skizzenbücher mit Zeichnungen nach der Natur zu füllen. Vater stellt die Zeichnungen in seinem Geschäft, Förderer ermöglichen ihm ein Stipendium an der Royal Academy.
Machte sich bald einen Namen mit eigenständigen topographischen Aquarellen, bereist 1792 und 1795 Wales und 1797 den Lake District im Norden Englands. 1796 stellte erstes Ölgemälde (Fischer auf See) aus.
Von den Werken Claude Lorrains und Nicolas Poussins angeregt, sich mit den großen Traditionen der europäischen Malerei auseinanderzusetzen. Um die Jahrhundertwende geht das architektonisch-topographische Interesse in den Bildthemen Turners zugunsten einer Bevorzugung von Natur und Landschaft deutlich zurück. 1801 besucht er Schottland, 1802 Frankreich und Schweiz. 1804 so vermögend, dass er an sein Haus eine Galerie anbauen lassen kann, in der er seine eigenen Werke ausstellt - in der englischen Kunstwelt etwas völlig Neues.
1807 Professor an der Royal Academy, neben John Constable einer der führenden englischen Landschaftsmaler. Erste Italienreise. Innerhalb von 4 Monaten mehr als 2.000 Bleistiftskizzen von Stadt- und Naturlandschaften auf der Route Rom–Neapel–Venedig. 1829 Tod des Vaters, der seinen Haushalt organisiert, seine Geschäfte erledigt und Leinwände grundiert hat. 1828/1829 erneut Rom, 1833 und 1840 Venedig. Andere Reisen Schweiz, nach Savoyen, Frankreich, Wales und Schottland.
Viele seiner besten Bilder entstehen in den letzten Lebensjahren. Nach dem Kauf eines Hauses in Chelsea zieht er sich über 70-jährig aus der Öffentlichkeit zurück
Turner war eine nicht immer angepasste, in mancher Hinsicht schrullige und exzentrische Persönlichkeit. Obwohl er viel Aufmerksamkeit genoss, blieb er verschlossen, schweigsam und zuweilen auch mürrisch. Er war nachlässig in seinem Äußeren, seine Arbeitsmethoden hütete er eifersüchtig, und über sein Privatleben hüllte er sich in Schweigen. Zumindest ist bekannt, dass er zwischen 1833 und 1851 viel Zeit in Margate bei seiner Geliebten, einer Witwe namens Sophia Caroline Boothe verbrachte, bei der er auch zeitweilig wohnte. Turner blieb unverheiratet.
Landschaften und Seestücke sind seine bevorzugten Themen, Licht und Atmosphäre gilt dabei sein besonderes Interesse. Weil seine Darstellungsweise bis zur Entmaterialisierung des Gegenständlichen geht und Licht und Farbe von Sonnenlicht, Feuer und Wasser in ganz neuartiger Weise zum eigentlichen Thema seiner Bilder macht, beeinflusst er stark die Impressionisten. Turner ist schnell arbeitender und enorm produktiver Künstler. Der größte Teil seiner ausgestellten Gemälde ist in den Londoner Museen und anderen angelsächsischen Sammlungen zu sehen.
Fischer auf See



Hugo van der Goes ca. 1435 - 1482 flämischer Maler und Hauptmeister der altniederländischen Malerei in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts Vermutlich geboren Gent. Auf der Höhe seines Ruhmes zieht er sich 1475 als Laienbruder ins Roode Clooster in der Nähe von Brüssel zurück, gibt aber die Malertätigkeit nicht auf. Hier erhält der Maler hochrangigen Besuch: Erzherzog und späterer Kaiser Maximilian, um sich Malereien anzuschauen und Gemälde zu bestellen.
1481 mit einigen Brüdern Reise nach Köln, auf deren Rückfahrt er einen Anfall mit Selbstmordabsichten erleidet. Ob er vor seinem Tode wieder vollständig gesundet, ist unbekannt.
Anbetung der Könige



Vincent van Gogh 1853 - 1890, niederländischer Maler und Zeichner
Gilt als einer der Begründer der modernen Malerei. Hinterlässt 864 Gemälde und über 1.000 Zeichnungen, allesamt in den letzten zehn Jahren seines Lebens entstanden. Führt umfangreichen Briefwechsel, mit Fülle von Hinweisen auf sein malerisches Werk und von literarischem Rang. Sein Hauptwerk, stilistisch dem Post-Impressionismus zugeordnet, übt starken Einfluss auf nachfolgende Künstler aus, vor allem auf die Fauves und die Expressionisten. Während er zu Lebzeiten nur wenige Bilder verkaufen kann, erzielen sie seit den 1980er Jahren bei Auktionen Rekordpreise.
1888 reist er nach Arles. Paul Gauguin erklärt sich nach langem Zögern bereit zu kommen. Um ihn zu beeindrucken und das für ihn gedachte Zimmer auszuschmücken, malt er in kurzer Zeit zahlreiche Bilder, darunter die bekannten Sonnenblumenbilder. Vor Gauguins Ankunft klagt van Gogh über gesundheitliche Probleme durch Erschöpfung.
Im Oktober trifft Gauguin in Arles ein und schon wenig später ist die Beziehung der beiden schwierigen Charaktere von Konflikten belastet. Das Zusammenleben endet genau zwei Monate später mit dem nie völlig geklärten Vorfall, in dessen Verlauf van Gogh sich nach einem Streit mit Gauguin einen großen Teil seines linken Ohres abgeschnitten haben soll, wie Paul Gauguin berichtet. Dieser kommt allerdings auch selbst als Täter in Betracht. Man findet van Gogh am nächsten Morgen, bewusstlos und geschwächt vom Blutverlust. Die Arteria auricularis posterior war durchtrennt, was beträchtlichen Blutverlust zur Folge hat. Gauguin fährt nach Paris.
Selbstbildnis mit abgeschnittenem Ohr



Diego Velázquez 1599 - 1660, spanischer Maler
Er gehört zu den wichtigsten Porträtmalern seiner Zeit. Am Hof von König Philipp IV. porträtiert er zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie und Angehörige des Hofes. Er ist seit dem frühen 19. Jahrhundert Vorbild für zahlreiche Maler, seine Gemälde beeinflussen u. a. Francisco de Goya und den Impressionisten Édouard Manet. Maler des 20. Jahrhunderts, wie Pablo Picasso, Francis Bacon und Salvador Dalí, zollen Velázquez ihren Respekt, indem sie seine Gemälde malerisch neu interpretieren.
Geboren im andalusischen Sevilla, sein Vater ein Anwalt portugiesischer Abstammung, die Mutter entstammt einer Hidalgo-Familie aus Sevilla. Sevilla ist zu Zeiten Velázquez’ die Stadt Spaniens mit den meisten Einwohnern, geistiges und kulturelles Zentrumn und Heimat einer Reihe von Malern. Velázquez’ Erziehung umfasst erst eine Ausbildung in Sprachen und in Philosophie. Aufgrund seiner künstlerischen Begabung beginnt mit knapp 10 eine Lehre bei dem Maler Francisco Herrera. 1618 heirateter und begimt als eigenständiger Künstler zu arbeiten und erwirbt sich schnell einen großen künstlerischen Ruf in Sevilla erworben. Gleichzeitig wird er Vater.
1623 tritt Velázquez als Hofmaler in den Dienst des spanischen Königs. 2 Italienreisen.
Venus vor dem Spiegel



Jan Vermeer van Delft (auch Johannes Vermeer, Joannis ver Meer, Joannis van der Meer) 1632 - 1675 einer der bekanntesten holländischen Maler des Barock
Zweites Kind eines Seidenwebery. 1653 Mitglied der St.-Lukas-Gilde. 1653 Heirat mit Catharina Bolnes. 1660 zieht er mit ihr in den Haushalt seiner Schwiegermutter. 15 Kinder, von denen 4 im frühen Kindesalter sterben. Bereits zu seinen Lebzeiten erzielt Vermeer gute Preise für seine Bilder. 1675 erkrankt, stirbt innerhalb weniger Tage.
Ansicht von Delft



Maurice de Vlaminck 1876 - 1958 französischer Maler, Grafiker und Autor, Mitglied der „Fauves“.
Sohn eines Musikerehepaares aus Flandern. Wächst bei Paris auf, 1888 bis 1891 Malunterricht. 1892 Übersiedelung in den von vielen Künstlern aufgesuchten Nachbarort Chatou, berufsmäßiger Radrennfahrer und Mechaniker, 1896 wegen Erkrankung aufgegeben, verdingt sich als Musiker.
1900 Begegnung mit André Derain und Freundschaft. 1901 Besuch Van-Gogh-Ausstellung: "Van Gogh bedeutet mir mehr als Vater und Mutter!" Lernt Matisse kennen, wendet sich Landschaftsmalerei zu. 1908 Impressionismus. Reduziert und findet zu einem ganz eigenen Landschaftsstil, der ihn deutlich in den Kreis der Post-Impressionisten stellt.
Landschaft bei Chatou



Heinrich Vogeler 1872 - 1942 deutscher Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller, Sozialist.
2. von 7 Kindern eines Eisenwarengroßhändlers in Bremen. Soll das väterliche Geschäft übernehmen. Kann jedoch Vater überzeugen, ihm ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf zu gestatten. 1892 unterbricht er Studium u.a. Konflikt mit Lehrer.Mitglied der studentischen Malerverbindung Tartarus, genannt Mining (nach Romanfigur von Fritz Reuter). 1894 Tod des Vaters, Erbteil erlaubt, ein sorgenfreies Künstlerleben zu führen. 1894 Künstlerkolonie Worpswede, Illustrationsaufgaben, Nähe zur englischen Zeichen- und Buchkunst Aubrey Beardsleys und zur Arts and Crafts-Bewegung offensichtlich.
1902/03 Reise nach Italien. Für seine Frau Martha entwirft er Kleider und Schmuck.
Augenleiden, Seereise nach Ceylon; die britische Kolonialherrschaft dort schockiert ihn. 1909 besichtigt vorbildliche Arbeitersiedlung in Liverpool, Port Sunlight, lernte in Glasgow und Manchester auch Elendsviertel kennen. Krise in der Ehe, da Vogelers Frau eine Beziehung zu dem Studenten Ludwig Bäumer begonnen hat. Vogeler meldet sich 1914 freiwillig an die Front, Nachrichtenoffizier in den Karpaten. Durch die Erfahrungen 1917 radikaler Pazifisten und Gegner des Kaiserreichs, fortan Engagement für die revolutionäre Arbeiterschaft. Ändert ornamentalen Stil drastisch.
1918 Friedensappell "Das Märchen vom lieben Gott", schreibt an Kaiser Wilhelm II.:
„Sei Friedensfürst, setze Demut an die Stelle der Siegereitelkeit, Wahrheit anstatt Lüge, Aufbau anstatt Zerstörung. In die Knie vor der Liebe Gottes, Kaiser!“
Daraufhin wegen defätistischer Umtriebe festgenommen, Beobachtungsstation für Geisteskranke in ein Bremer Krankenhaus. 1918 Barkenhoff zurück. Während der Novemberrevolution 1918/1919 engagierte er sich als Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates, Vogeler muss fliehen. Vermutet Bespitzelung durch seinen früheren Künstlerfreund Fritz Mackensen, der Mitglied im paramilitärisch aufgestellten Bund Stahlhelm ist.
Zusammen mit Marie Griesbach, der Roten Marie, mit der er zeitweise eine Beziehung führt, und anderen Freunden gründet Heinrich Vogeler im Sommer 1919 die Kommune und Arbeitsschule Barkenhoff, um zu beweisen, dass eine neue Gesellschaft möglich ist. Die erwünschte Selbstversorgung sollte durch intensiven Gartenbau erreicht werden, und Jugendstilgarten zum Gemüsegarten umgewidmet. Die Hausabfälle kompostiert und Brunnen- und Berieselungsanlagen angelegt. Für die Kinder auf dem Hof, um antiautoritär aufzuwachsen, entwickelt er pädagogische Erziehungspläne. Bis zum September 1924 gering bezahlter Universitätsangestellter in Moskau. Berlin. 1925 KPD beigetreten. 1925 Sowjetunion, nach Karelien, um dort den Aufbau propagandistisch zu dokumentieren. Trennung von Martha Vogeler, Heirat 1926 mit Sonja Marchlewska.
1927 Berlin-Britz, Ehekrise: Sonja Liebesverhältnis mit Carl Meffert, Vogeler mit Ursula Dehmel führte. 1929 aus KPD ausgeschlossen. 1931 Emigration Sowjetunion, 1932 war er Leiter der Propagandaabteilung in Taschkent.
Die stalinistische Ära fordert unter Vogelers Nachbarn ihre Opfer, die die Staatspolizei abholt und die verschwinden. Seine Hoffnung, in der Sowjetunion die von ihm ersehnte bessere Welt zu finden, getrübt. Um dem Vorwurf zu entgehen, seine Kunst sei noch zu bürgerlich, muss er sich der vom Staat vorgegebenen Ausdrucksform des Sozialistischen Realismus anpassen.
1941 Scheidung. Als die Deustchen einmarschieren, wurde Vogeler durch den NKWD von Moskau nach Kasachstan zwangsevakuiert. Er ist bei den Nazis auf einer Sonderfahndungsliste zur Exekution vorgesehen. Nach langer, beschwerlicher Reise erreicht Vogeler die Kolchose im Gebiet Karaganda, wo er seine letzten Monate verbringt. Er muss an einem Staudamm arbeiten, bis ihn seine Kräfte verlassen. Stirbt im Krankenhaus des Kolchos „Budjonny“, vermutlich aufgrund eines Blasenleidens und körperlicher Schwäche.
Klaus Modick veröffentlicht 2015 den Roman "Konzert ohne Dichter" über das Leben Vogelers in Worpswede und insbesondere seine Beziehung zu Rainer Maria Rilke.
Am Heiderand



Frank Walter 1926 - 2009 (eigentlich Francis Archibald Wentworth Walter) Maler, Fotograf, Bildhauer, Philosoph, einer der bekanntesten Maler der Karibik, wenig beachtet - vor allem in Europa
Geboren auf Antigua, Inselstaat unter britischer Kolonialherrschaft, Sohn einer schwarzen Sklavin und eines weißen Sklavenhalters. Walters Vorfahren sind schwarze Sklaven und weiße Sklavenhalter. Großmutter erzählt von europäischen Herkunft. Mündlich überliefert, dass einer der Vorfahren adlig sei, auch deutscher Kolonialherr sei darunter. Diese weiße Genealogie garantiert sein Selbstwertgefühl. Weil er "mixed race" ist, fühlt er sich privilegiert, darf britische Eliteschule besuchen, hoch talentiert macht er schon früh Kunst. Studiert Landwirtschaft, leitet als Agrarwirt (mit 22) Zuckerrohrplantage.
1948 überspringt er als erster die Barriere seiner Hautfarbe und erlangt den unwahrscheinlichen Titel eines Managers im Elite-Zuckersyndikat, wo er gleichberechtigt arbeitet. Seinerzeit ist Zucker Macht, Frank versteht es, durch seinen Intellekt den Respekt seiner Kollegen zu erlangen. Er gehört trotz Hautfarbe und Rassenschranken, unter denen er leidet, zur Führungsschicht. 1953 verwirft er das Angebot, die Leitung des gesamten Syndikats von Sir Alexander Moody-Stuart zu übernehmen. Stattdessen begibt er sich auf Grand Tour durch Europa in der Hoffnmung auf Entdeckung von Geheimnissen, die seine schwarzen Mitmenschen aus der Armut befreien könnten.
Er freut sich auf eine Entdeckung von "Heimat", aber erfährt nur kalten Rassismus. Bei der Arbeitsvermittlung in London gefragt, was er zuvor gemacht habe: "Ich habe eine Zuckerrohrplantage geleitet." "Hier gibt es keine tropischen Zuckerrohrplantagen", er wird zum Putzmann degradiert. Um dem Rassismus Englands zu entfliehen, geht Walter nach Deutschland, noch so ein "Vaterland". In Gelsenkirchen Arbeit Kohlezeche, lebt ärmlich, erleidet Hunger, hat Halluzinationen. Er schreibt, recherchiert in Bibliotheken, zeichnet. Sein Interesse an Ahnenkunde entwickelt sich zum Wahn für Familiengeschichte, studiert aristokratische Stammbäume, ist besessen von seiner Abstammung, erfindet Verbindungen zu den Regenten Großbritanniens und Europas, krönt sich als 7. Prinz von Westindien, Lord of Follies und Ding-a-Ding Nook ('Follies' und 'Ding-a-Ding Nook' Namen von Plantagen, die seinen weißen Vorfahren aus Antigua gehörten). Unternimmt weite Wanderungen am Rhein, lernt fließend Deutsch.
Erfindet fantastische Geschichtsschreibung, sieht sich verbunden mit Julius Caesar auf der einen und Richard III. auf der anderen Seite. Ich ging nach Europa und wusste bereits wer ich war. Ich wollte niemandem mehr erlauben, mir zu sagen, wer ich zu sein habe. Seine Persönlichkeit wollte er frei konstruieren. Das konnte er nur in der Kunst.
1961 zurück in Antigua, Zuckerindustrie kurz vor ihrem Kollaps. Man lehnt seine Innovationsvorschläge ab, Freunde distanzieren sich. Wlter zieht auf die Insel Dominica, erhält von der Regierung ein Landstipendium, nennt das 25 ha große landwirtschaftliche Anwesen "Mount Olympus", rodet es 5 Jahre von Hand, um eine nachhaltige produktive Fläche zu schaffen. Er entfernt selektiv den Baldachin von Bois diable-Bäumen, um Obst und Gemüse mit Sonnenlicht und Luft zu versorgen. Mit Hilfe von Öfen nutzt er die Materialien als Holzkohle, um eine lebensfähige lokale Energiequelle zu schaffen, die er mit seinen Nachbarn teilt.
Während dieser Zeit schreibt Walter Gedichte und Prosa und beginnt, Figuren aus Holz zu formen, wahrscheinlich von Traditionen der karibischen Arawak- und afrikanischen Dogon-Völker inspiriert. Als der Olymp 1968 zur Bepflanzung fertig ist, beschlagnahmt die Regierung das Land.
Erschüttert kehrt er nach Antigua zurück, lebt 1969 bis 1993 in St. Johns, Antigua, arbeitet als Fotograf, Bilderrahmer und Künstler.
In den späten 1960ern Jahren engagiert sich Walter in der Politik, schreibt Manifeste für die Nationaldemokratische Partei Antigua und Barbuda. 1971 besiegt Sir George, ein Verwandter, Walter in der Wahl um den Premierminister. Er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück, widmet sich seiner Kunst in kleinen Studios im Zentrum, verkauft Polaroidfotos und kleine Bilder an Touristen.
Die städtischen Verhältnisse widersprechen seiner zurückhaltenden Persönlichkeit. 1993 baut Walter Haus nach eigenem Entwurf, mit Kunststudio und Garten ohne fließendes Wasser oder Strom an einem abgelegenen Ort auf Bailey's Hill. Das Anwesen umfasst Natur mit atemberaubenden Ausblicken auf die umliegende Landschaft und das Meer, wo er seine Träume als Künstler bis zu seinem Tod 2009 erfüllt. Den Großteil seiner Lebensmittel baut er selbst an. Er lebt in der Nähe von Verwandten, Biobauern. Das Haus voller Gemälde und Skulpturen, die er geheim anfertigt und sorgfältig arrangiert. Bücher über Philosophie, Recht, Geschichte, Botanik und Heraldik umgeben ihn. Walters kreativer Prozess beruht auf multidisziplinären Ansätzen und einer Sammlung von Kuriositäten, um das zu erzeugen, was Walter Benjamin 1931 in seinem Aufsatz "Unpacking My Library" als "dialektische Spannung zwischen den Polen der Ordnung und der Unordnung" identifiziert.
Siehe Doku in ttt
Er verehrt seine Bilder, die Skulpturen haben talismanische Kräfte für ihn, er behält sie deshalb in seiner Nähe und verkauft nicht eine, da er glaubt, sie verbänden ihn mit einer anderen Welt.
Walter hinterlässt über 5.000 Gemälde, 1.000 Zeichnungen, 600 Skulpturen, 2.000 Fotografien, 468 Stunden Videos und ein Archiv mit 50.000 Seiten.
Antigua Ladies



Seif Wanly 1906 - 1979 ägyptischer
Geboren Alexandria in einer adligen Familie mit türkischen Wurzeln.
Er studiert beim italienischen Künstler Otorino Becchi. 1942 eröffnet er zusammen mit seinem Bruder Adham Wanly ein eigenes Atelier, sie nehmen an vielen Ausstellungen teil, so auch bei der Biennale in Venedig oder in São Paulo. In den späten 1950ern reist er nach Nubien, um Serien von Gemälden und Zeichnungen zu produzieren, die das Leben in Oberäygypten abbilden im Auftrag der Regierung, um Kultur und Lebensverhältnisse vor dem Bau des Assuan-Staudamm zu dokumentieren.
Er stirbt mit 72 in Stockholm.
Ohne Titel



Andy Warhol 1928 - 1987 amerikanischer Künstler, Filmemacher und Verleger
Jüngster von 3 Söhnen einer armen Bauernfamilie mit lemko-ruthenischen Wurzeln. 1934 zieht die Failie aus der Zweizimmerwohnung im Armenviertel Soho in ein eigenes Backsteinhaus in South Oakland. Mit 8 erkrankt Warhol an Veitstanz (Chorea minor) gepaart mit Pigmentstörung. Das bettlägerige Kind entwickelt schnell Leidenschaft für Comics und Kinofilme, beginnt zu zeichnen und Papierfiguren auszuschneiden.
1945 bis 1949 studiert Warhol Gebrauchsgrafik, zieht nach New York, Arbeit in Schuhfabrik. Gelegenheitsarbeiten. Entwickelt Siebdruck. 1956 Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Erfolgreich als Industrie- und Werbegrafiker. Siebdrucke. Man begegnet diesen Bildern zunächst mit totalem Unverständnis. Eines der bekanntesten Werke aus dieser Zeit dürfte wohl die Abbildung eines Kinostandbildes aus dem Film Niagara mit Marilyn Monroe sein, das Warhol über Jahre hinweg in vielen Farbvariationen verarbeitet. Unzählige „Elvise“, „James Deans“ und „Liz Taylors“ sollen folgen.
In seinen 1962 gegründeten, „Factory“ genannten Ateliers, verschiedenen in New York gelegenen Fabrikhallen, arbeitet er an unterschiedlichsten Projekten. Die Factorys sind quasi Warhols Experimentierfeld: Atelier, Filmstudio und „Partylocation“ mit anschließendem „Wohnort“ für die Protagonisten. Zugleich bilden sie den Pool der kreativen Szene New Yorks. Stars wie Bob Dylan, Mick Jagger oder Jim Morrison finden sich hier ein und Künstlerkollegen wie Salvador Dalí oder Marcel Duchamp.
Nach dem Attentat durch die Frauenrechtlerin Valerie Solanas 1968 lässt es der Künstler ruhiger angehen: Die „Factory“ wandelt sich zum Bürohaus, er selbst sieht sich zunehmend als Filmproduzent.
In den 1970er Jahren ist er begeisterter Besucher der New Yorker Party- und Glamour-Szene z. B. das Studio 54, wo er zunehmend Prominente auf Polaroidaufnahmen porträtiert. Bekannt aus dieser Zeit sind seine Filme mit Junkies, die an Pornografie grenzen (Flesh, Trash, Blue Movie), deren Regie er allerdings zunehmend Paul Morrissey überlässt.
Zweite Leidenschaft: Film. Seit er Ende 1963 in sein zweites Atelier, die Factory, umgezogen ist, bildete dieses riesige Studio mitten in Manhattan einen Anziehungspunkt für die New Yorker Bohème. Tänzer, Transvestiten, Möchtegern-Schauspieler, Maler, Musiker, alles versammelt sich hier nach und nach, Warhol lässt alles zu und jeden seine Leidenschaften ausleben. Und er dokumentiert all dies mit einer Filmkamera (später auch mit Polaroids). – verschiedene Protagonisten der Factory als Bewohner des legendären Chelsea Hotels. Gnadenlos führt er Drogenexzesse, Psychosen, Exhibitionismus und sexuelle Eskapaden vor.
Gegen Ende der 1960er Jahre jähes Ende: Die geistig verwirrte Frauenrechtlerin Valerie Solanas (sie hat in einem Film Warhols eine winzige Nebenrolle gespielt) verübt ein Attentat auf Warhol, der zu dieser Zeit seinen Film „Blue Movie“ (Superstar „Viva“ beim stundenlangen Geschlechtsverkehr mit Louis Waldon) dreht.
Er protegierte die Rockgruppe The Velvet Underground, indem er sie in der Factory proben lässt (aus all den früheren Übungsräumen, Lokalen und Wohnungen sind Lou Reed, John Cale, Sterling Morrison und Maureen Tucker geflogen, weil sie brutal laut sind), er finanziert als „Produzent“ ihre erste Schallplatte. Dazu holt er das deutsche Fotomodell Nico ins Studio.
Die Live-Auftritte der Band sind legendär, Warhol als Mastermind verwendet für die Lightshow erstmals viele neuartige Mittel, die heute alltäglich sind: Stroboskop und Spiegelkugel, Dia- und Filmprojektionen, Farbfilter und Überlagerungen. Die Band tritt grundsätzlich nur in schwarzer Kleidung und mit Sonnenbrillen auf. Gestaltet sind die Exploding Plastic Inevitable genannten Auftritte als Aufsehen erregende Multimedia-Happenings, zu denen Malanga, Eric Emerson und Mary Woronov ihren „Peitschentanz“ aufführen. Wie in seinen Filmen dokumentiert Warhol auch mit seiner Band die „dunkle Seite“ der zeitgenössischen Rockmusik.
Als Fotograf arbeitet Warhol unermüdlich. Alles und jeder wird porträtiert. Mit seinen Polaroid-Sofortbildkameras hält er das Geschehen um ihn herum fest, in seinem Nachlass gibt es Zehntausende Fotos, die nie der Öffentlichkeit gezeigt werden.
Warhol versucht sich auch als Buchautor. Da er nicht nur viel fotografiert, filmt und malt, sondern ebenfalls Tonbandaufnahmen macht, kam ihm die Idee, eine Person aus seiner Umgebung 24 Stunden lang (wohl in Anspielung auf Ulysses von James Joyce) mit dem Mikrofon zu verfolgen und alles, was er sagt, festzuhalten. Diese Person findet er in „Ondine“ (Robert Olivo), einem notorischen Speed­freak, der pausenlos quasselt, wenn er wieder Drogen genommen hat – was bei ihm der Dauerzustand ist. Die Aufnahmen, in Wahrheit nicht am Stück, sondern über mehrere Monate gemacht, stellen ein unlesbares Dokument des Aberwitzes dar.
Nach dem von 1968, bei dem Warhol durch mehrere Schusswunden lebensgefährlich verletzt wird und längere Zeit im Krankenhaus verbringen muss, ändert sich sowohl sein offener Umgang mit den Factorymitarbeitern und -besuchern als auch sein Werk: Er konzentrierte sich wieder verstärkt auf seine Bilder und Siebdrucke und vermarktet später sogar die beim Solanas-Attentat zerschossenen Arbeiten („Elvis Lives“, „Shot Marilyn“). Die Geschichte um das Attentat von Solanas wird 1996 verfilmt. Titel: "I Shot Andy Warhol".
Im Mai 1979 trifft auf Joseph Beuys, 1980 erneut. Anlass die Ausstellung Joseph Beuys by Andy Warhol, auf der neun Siebdruckporträts mit dem Titel Joseph Beuys, die Warhol von Beuys im Anschluss an ein Treffen in New York nach Polaroidaufnahmen hergestellt hatte, gezeigt werden.
1987 stirbt Warhol überraschend unter ungeklärten Umständen an den Komplikationen einer Gallenblasenoperation in New York. Nachlass: Über 100 Millionen US-Dollar.
„Wer alles über Andy Warhol wissen will, braucht nur die Oberfläche anzusehen, die meiner Bilder und Filme und von mir, und das bin ich. Da ist nichts dahinter.“
Bis heute umstritten, ob in Warhols Werk die kapitalistische Konsumwelt affirmativ oder ironisch-dekuvrierend dargestellt wird.
Campbell’s Soup Cans



John William Waterhouse RA (Royal Academician) 1849 - 1917 britischer Maler, sowohl dem Akademischen Realismus als den Präraffaeliten zugerechnet
Geboren in Rom als Sohn des Malers William Waterhouse und seiner Ehefrau, der Malerin Isabella, genannt "Nino". 1854 siedelt Familie nach London über. 1857 sterben Mutter und Bruder an Tuberkulose. Unterricht bei Vater, 1871 Student der Bildhauerei (Sculpture) an den Schulen der Royal Academy. Stellt bereits 1872 in der Royal Society of British Artists aus.
Waterhouse liebt Italien, ist dort zwischen 1876 und 1883, wo er Genrebilder malt. 1883 Heirat mit Tochter eines Lehrers der Kunstschule, 2 Kinder, die beide früh sterben. 1877 zieht Waterhous in ein Haus zusammen mit Mitgliedern der Newlyn School, die von Frankreich beeinflusst ist.
Als sein berühmtestes Bild gilt The Lady of Shalott (Die Dame von Shalott), inspiriert vom gleichnamige Gedicht Alfred Lord Tennysons. 1901 nach St Johns Wood, schließt sich dem St. Johns Wood Arts Club an, soziale Organisation. Stirbt an Krebs in London. Ehefrau Esther überlebt ihn um 27 Jahre und stirbt 1944.
Julia Voss: "Über die Ausgeburten von Waterhouse urteilten die Kritiker mal euphorisch, mal vernichtend. Ein Kritiker maulte, das Personal seiner Bilder entstamme weder „Träumen noch dem Tageslicht“; ein anderer schwärmte, die Kunst von Waterhouse lebe „in einer selbsterschaffenen Welt“. In einem Punkt waren sich also alle einig: Der 1847 in Rom geborene Maler hatte eine Welt geschaffen, die sich weder dem Phantastischen noch der Wirklichkeit zuordnen ließ. In seiner Malerei erhielten Hexen, Mischwesen und Märchenfiguren ein neues Zuhause. Er war ein Meister darin, dem Außerordentlichen eine beiläufige, selbstverständliche Gestalt zu geben.“
Odysseus bei den Sirenen



Edwin Lord Weeks 1849 - 1903 zusammen mit seinem Zeitgenossen Frederick Arthur Bridgman bedeutendster US-amerikanischer Zeichner und Maler des Orientalismus
Weeks’ Eltern Gewürz- und Teehändler in Newton (Vorstadt von Boston). Schon als Junge zeichnet er gerne – so auf einer Reise zu den Everglades-Sümpfen in Florida. 1872 wählt er als neuen Wohnsitz Paris, wo er Schüler von Léon Bonnat und Jean-Léon Gérôme ist. Nach Beendigung seiner Studien kehrt er in die USA zurück, 1869 Südamerika-Reise. 1870 Reise nach Persien und Ägypten, in den 1870ern mehrfach Aufenthalte in Marokko, 1882/83 Reise nach Indien.
1895 veröffentlicht Weeks bebildertes Reisebuch "From the Black Sea through Persia and India" und 1897 "Episodes of Mountaineering".
Er stirbt in Paris.
Rückkehr des Großmoguls von einem Moscheebesuch



Peter Weiss 1916 - 1982 deutsch-schwedischer Schriftsteller, Maler, Grafiker, Experimentalfilmer
Gilt in der deutschen Nachkriegsliteratur als avantgardistischer, minutiöser Beschreibungsliterat, Verfasser autobiographischer Prosa wie auch als politisch engagierter Dramatiker. Internationale Erfolge mit dem Stück "Marat/Sade". Haupttext "Die Ästhetik des Widerstands", eines der „gewichtigsten deutschsprachigen Werke der 70er und 80er Jahre“.
Ältester Sohn der Schweizer Schauspielerin Frieda Weiss und des tschechischen Staatsbürgers Jenö Weiss, Oberleutnant der k.u.k. Armee im galizischen Przemysl. Nach Weiss’ Entlassung aus dem Militärdienst siedelt die Familie 1918 nach Bremen über, wo Jenö Weiss erfolgreiches Textilwarengeschäft eröffnet, 1920 konvertiert er zum Christentum, bis 1938 die jüdische Abkunft des Vaters kein Thema. Peter Weiss liest alles von Thomas Mann, Brecht. Jenö Weiss ist „fasziniert von Hitler und dessen pompöser Verachtung des Kommunismus.“
1935 - 36 Familie in London. Kurz vor Abreise Tod von Peters jüngerer Schwester (12) bei Autounfall, was das Familiengefüge dauerhaft aus Gleichgewicht bringt. 1936 Übersiedlung der Familie nach Warnsdorf in Böhmen. Peter besitzt tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. 1937 Kontakt zu Hermann Hesse, der ihn in seinen künstlerischen Ambitionen ermuntert, besucht Hesse in Montagnola.
Nachdem sich Nazideutschland 1938 Sudetenland einverleibt, Rückkehr nach Warnsdorf unmöglich. Weiss’ Eltern übersiedeln nach Schweden. Peter Weiss erst Schweiz, dann Schweden, 1940 Stockholm, wo er bis zu seinem Tod lebt. 1941 erste Ausstellung von Weiss' Werken. Ab 1952 als Lehrbeauftragter an der Stockholmer Universität für Filmtheorie und -praxis sowie die Theorie des Bauhauses. Experimentalfilme entstehen, bis 1961 insgesamt 16 Dokumentarfilme.
1961 Erzählung "Abschied von den Eltern". 1964 Heirat mit schwedischer Bühnenbildnerin und Bildhauerin Freiherrin Gunilla Palmstierna. 1975 Hauptwerk "Die Ästhetik des Widerstands".
Der Hausierer



Rogier van der Weyden ca. 1399 - 14641 flämischer Maler, einer der wichtigsten Vertreter der Altniederländischen Malerei.
Sohn eines Tournaiser Messerschmied. Heirat mit Elisabeth (Lysebette) Goffaert aus Brüssel, 4 Kinder. 1427 beginnt er als „Rogelet de le Pasture“ bei Meister Robert Campin seine Lehre Freigesprochener Meister in Tournai 1435 in Brüssel ansässig, Stadtmaler mit Nachnamen van der Weyden. 1439 Gerechtigkeitsbilder für das Brüsseler Rathaus. (zerstört, nur Kopien auf Wandteppich erhalten). 1444 Erwerb eines Hauses in Brüssel in herrschaftlicher Lage.
1450 Pilgerreise nach Rom. Stirbt 1464 in Brüssel.
Kreuzabnahme



Sergei Arsenjewitsch Winogradow 1869 - 1938 russischer Maler
Auf dem Land aufgewachsen, wo sein Vater Priester ist. Besucht 1880 bis 1889 die Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur. 1889 Studium an der Russischen Kunstakademie Sankt Petersburg. 1898 bis 1913 vorrangig als Lehrender (Handelsschule) tätig. 1896 bis 1913 Lehrer an der Staatlichen Universität für Kunst und Industrie in Stroganov, Moskau. In dieser Zeit Ausstellungen seiner Werke im westeuropäischen Ausland – in Düsseldorf (1904), Paris (1906), Berlin (1907) München (1909) und (1913), Prag (1914), New York (1924) sowie Riga 1925, 1935, 1936 und 1937.
Gründungsmitglied der Vereinigung russischer Künstler 1903, 1912 Mitglied der Petersburger Kunstakademie.
Während des 1. Weltkriegs in Gurzuf auf einer Datscha, konzentriert sich auf militärische Szenen und Plakate. Nach dem Krieg hilft er anlässlich des ersten Jahrestages der bolschewistischen Revolution bei der Dekoration des Moskauer Kremls. Seit 1923 in Lettland, wo er eigene Privatschule gründet. In den frühen 1930ern schreibt er Reihe von Memoiren über die vorrevolutionäre russische Kunstszene, stirbt 1938 an Lungenentzündung in Riga.
Frühling



Korad Witz ca 1400 bis ca. 1446 oberdeutscher Maler. Er zählt gemeinsam mit Hans Hirtz zu den bedeutendsten Vertretern der oberrheinischen Malerei der Spätgotik bzw. der von den Niederländern (Robert Campin, Jan van Eyck, Rogier van der Weyden) beeinflussten ars nova (neue Kunst, d. h. die frühe Renaissance nördlich der Alpen).
Erste schriftliche Quellen: Auf dem Rahmen des Petrusaltares der Genfer Kathedrale St. Peter steht: Dieses Werk malte Meister Konrad Witz aus Basel 1444 und 1434 nimmt ihn die Basler Zunft als Konrad von Rottweil auf. Nur Werke seiner letzten 12 Lebensjahre sind bekannt. Spätestes Lebenszeichen ist die Inschrift in dem Gemälde 'Der wunderbare Fischzug', sie lautet 1444. 1447 wird seine Frau Ursuline als Witwe erwähnt.
Christophorus



Wols 1913 - 1951 (eigentlich Alfred Otto Wolfgang Schulze) deutsch-französischer Fotograf, Maler und Grafiker
Wichtiger Wegbereiter des Tachismus und Ahnherr des Informel
Sohn eines hohen Berliner Regierungsbeamten (1919 Chef der Staatskanzlei im sächsischen Staatsdienst). Jugend in kulturinteressiertem Elternhaus in Dresden, das Kontakte zu Dresdner Künstlern wie Ludwig von Hofmann, Robert Sterl, Conrad Felixmüller und Otto Dix pflegt. Große Internationale Kunstausstellung 1926 hinterlässt nachhaltigen Eindruck. Dix' Kriegsdarstellungen beeidrucken ihn tief und prägen das späteres Werk. Sportlich und musikalisch aktiv. Frühe Tod des Vaters 1929 löst schwere Verstörung aus, kann das Abitur nicht machen.
1932 Paris, angesichts der Machtübernahme der Nazis will er in Paris leben. 1933 mit Freundin Gréty nach Barcelona, Mallorca, mehrfach Inhaftierungen, 1934 Ibiza, Taxifahrer, Fremdenführer, Deutschlehrer. 1935 Frankreich.
Ohne Arbeitserlaubnis verdient Wols mit Fotografie Lebensunterhalt. 1939 als „unerwünschter Ausländer“ in verschiedenen französischen Internierungslagern. Während Internierungszeit Vielzahl surreal anmutender Zeichnungen und Aquarelle, die Lagerleben thematisieren. 1940 Heirat mit Gréty. 1940 - 1942 Cassis bei Marseille. 1943 bis Kriegsende beim Bürgermeister von Dieulefit Unterkunft. Zunehmende Alkoholabhängigkeit beeinträchtigt Gesundheit.
Völlig mittellos nach Paris, freundet sich mit Sartre an, den er 'Visages' illustriert. Simone de Beauvoir: „Trank täglich einen Liter Marc“, ihn nie nüchtern gesehen, erscheint „zerlumpt, unrasiert und wie ein clochard“.
Ab 1946 in kurzer Zeit über 40 Ölbilder. Ausstellungen in Paris, Mailand und New York, 1951 verschlechtert sich Gesundheitszustand. Lungenentzündung, Leberzirrhose aufgrund schwerer Alkoholabhängigkeit und Gelbsucht. Durch Verzehr verdorbenen Fleischs Lebensmittelvergiftung (als Blinddarmentzündung diagnostiziert), stirbt im luxuriösen Hotel de Montalembert.
Anlässlich der Wols-Ausstellung im Centre Pompidou 2020 bemisst Wols' Werk auf 85 Gemälde, 910 Aquarelle und 170 Zeichnungen geschätzt.
Objets flottants (La banane)



Gao Xingjian * 1940 chinesischstämmiger Erzähler, Übersetzer, Dramatiker, Regisseur, Kritiker und Künstler französischer Staatsangehörigkeit, Nobelpreis für Literatur
Geboren Taizhou/Jiangsu, China. Vater Banker, Mutter Amateurschauspielerin. 1962 akademisches Examen in Französisch. Während Kulturrevolution zur Umerziehung in Lager. Später 5 Jahre zur Landarbeit in Dorf, wo er schriftstellerische Tätigkeit im Verborgenen wieder aufnimmt.
1985 mit Stipendium 1 Jahr Berlin, lernt Kunstsammler Franz Armin Morat kennen. 1986 diagniostizieren Ärzte. Ihm verbleibe nur noch wenig Zeit. Gao begibt sich auf eine 10-monatige Reise entlang des Yangtse-Flusses ins Herz eines unbekannten China. Die Diagnose stellt sich als falsch heraus. 1987 Übersiedelung über Freiburg nach Paris. Nach blutiger Niederschlagung der Studentenbewegung 1989 auf dem Tian’anmen-Platz in Peking kritisiert er das Massaker im französischen Fernsehen. Nach 27 Jahren Ausstritt aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und Rückgabe des chinesischen Passes. Politisches Asyl in Frankreich, wo er Lebensunterhalt mit Malerei verdient. Seit 1998 französischer Staatsbürger.
China zum Nobelpreis: Gao spiele für die chinesische Literaturszene keine Rolle, in seiner Heimat absolut unbekannt. Wird zur Unperson.
Werke: Dramen, Romane. "Buch eines einsamen Menschen" berichtet eindrucksvoll von der Kulturrevolution und ihren schrecklichen und grausamen Folgen für den Einzelnen.
paintings - dream animation



Heinrich Zille 1858 - 1929 deutscher Grafiker, Maler und Fotograf
Sohn des Uhrmachers Johann Traugott Zille und dessen Ehefrau Ernestine Louise, geb. Heinitz, einer Bergmannstochter aus dem Erzgebirge. Heinrich Zille wird in der sächsischen Kleinstadt Radeburg bei Dresden in einem Hintergebäude geboren, das im selben Jahr abbrennt, die Zilles ziehen ins Gasthaus „Stadt Leipzig“ um. 1861 Umzug nach Dresden, dann Berlin, wo die Familie bis zu Heinrichs 14. Lebensjahr unter ärmlichen Bedingungen in einer Kellerwohnung nahe dem Schlesischen Bahnhof haust. Heinrich verdient durch Austragen von Milch, Brötchen und Zeitungen und andere Gepäckträger- und Botendienste Geld hinzu.
Er ist von den Stichen William Hogarths beeindruckt, die er in Pfennigmagazinen entdeckt. Ab 1877 Anstellung als Geselle bei der „Photographischen Gesellschaft Berlin“ am Dönhoffplatz, wo er 30 Jahre lang, mit Unterbrechung durch den Militärdienst, beschäftigt ist. 1883 Heirat. Um die Wende zum 20. Jahrhundert beginnt Zille immer bewusster, Szenen aus der proletarischen Unterschicht für sich als Sujet zu entdecken. Er findet sein „Milljöh“ in den Hinterhöfen der Mietskasernen, Seitengassen und Kaschemmen der Arbeiterviertel. 1907 entlässt ihn deswegen die Photographische Gesellschaft.
Der Fünfzigjährige ist verbittert, empört und zutiefst bestürzt. Er beginnt als freier Künstler zu arbeiten und findet den typischen Duktus, der, mit seinen berlinerischen Texten, Kurzgeschichten und Bonmots versehen, seine Zeichnungen so originell machen. 1903 Aufnahme in die neu gegründete Berliner Secession, 1910 Menzelpreis der Berliner Illustrierten Zeitung, 1924 Professor, Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Zille leidet nach dem Krieg zunehmend an Gicht und Diabetes. 1919 stirbt Zilles Ehefrau Hulda mit 54, auch Sohn Hans und geliebte Schwiegertochter sterben früh. Er stirbt 1929.
Berliner Strandleben



Bernd Zimmer * 1948 deutscher Maler
Geboren Planegg bei München, Vertreter der "Neuen Wilden" (oder "Neue Heftige" - Künstler, die in den frühen 1980er Jahren mit subjektiver, unbekümmerter und lebensbejahender Malerei auftreten), lebt und arbeitet in Polling, Piozzano/Italien und Warthe/Brandenburg. Lehre als Verlagsbuchhändler, Assistent für grafische Gestaltung, Berlin, Buchgestalter. Studium der Philosophie und Religionswissenschaft an der FU Berlin. Viele Auslandsreisen, 1977 Beginn der künstlerischen Arbeit. Stipendium Villa Massimo, 2 Jahre Rom, 1993 Künstlermagazin PlantSÜDEN, Skulpturen. Seit 2016 Umsetzung der STOA169.
Forsythia